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In der Gutenberg-Stadt Mainz wurde im Frühjahr 2016 der Architektur-Wettbewerb zum Museums-Neubau entschieden. Gutenbergs Erbe soll damit auf höchstem kulturellen Niveau ins Digitalzeitalter überführt werden. Fotos: Gutenberg-Museum Mainz. Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

 

ValueTrendRadar Analysis:
Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print (Teil 3)

Von Andreas Weber, Head of Value

Durch ValueTrendRadar-Analyse „Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print“ liegt erstmals eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des globalen Print-Geschehens vor. Aus gutem Grund liegt ein besonderer Fokus auf Deutschland, da hier die moderne Druckbranche ihren Ursprung fand. Aber auch die globale Sicht kommt nicht zu kurz.

Um Print richtig einschätzen zu können, müssen drei Betrachtungsebenen untersucht und bewertet werden:

  1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung
  2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft
  3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten

 

Ergebnisse aus Teil 2

(Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft

A) Starke Wachstumsimpulse für Print durch Digital-Pioniere

B) Online Print — das derzeit dynamischste Wachstumssegment

  • Als Schrittmacher und auf bereits starkem Umsatz-Niveau verzeichnet der Online-Print-Sektor mehr als alle anderen Bereiche der Druckbranche ein zweistelliges und damit deutlich höheres Wachstum sowie maximale Profitabilität durch Standardisierung und Automatisierung.
  • Relevante technische Innovationen werden äußerst schnell identifiziert und so umgesetzt, dass sie sofort zur Wertschöpfung beitragen. 
  • Der Boom bei der Mass Customization im Print wird die Entwicklung beschleunigen.

C) Zukunftsweisend: 4D Printing eröffnet neue Dimensionen

  • Das druckgrafische 4D Printing-Verfahren zählt zu den global wichtigsten „Emerging Technologies“ (Gartner) und startet erst im Markt. Noch ist es zu früh, um mit validen Marktdaten/Kennziffern aufzuwarten. Schaut man aber auf das dynamische Wachstum von 3D Printing insgesamt, lassen sich Parallelen erkennen und bewerten.
  • Die hohe Bedeutung und exzellente Perspektive von 4D Printing ist in jedem Fall klar: Es werden nicht nur Druckereien resp. agile Online Print-Betriebe eingebunden, sondern auch Unternehmen aller Art, Konsumgüterhersteller, der Handel und sogar Online-Start-ups.

D) Packaging: Königsdisziplin mit weltweitem stärkstem Wachstum

  • Fast die Hälfte des globalen Umsatzes mit Print entsteht durch „Packaging“, den Verpackungs- und Etikettendruck: Bis 2018 werden es rund 472 Milliarden Euro sein (2015: rund 390 Milliarden Euro)
  • Der Markt für Verpackungs- und Etikettendruck expandiert derzeit um rund 25 Milliarden Euro pro Jahr und wird bald über 50 Prozent des globalen Druckvolumen ausmachen. Der Online-Handel sowie Multichannel-Anwendungen mit Kommunikation am Point-of-Sales sind zentrale Wachstumstreiber
  • Als wichtigste Verfahrenstechniken dominieren der Offset- und Flexodruck äußert stark und werden auch in 10 Jahren noch das Gros der Produktionen bewältigen müssen. Digitaldruck-Techniken (speziell Inkjet-Druck) wachsen überdurchschnittlich, v. a. durch Kooperationen von Herstellern, aber auf niedrigem Niveau
  • Die Nase vorn haben diejenigen Druckereien, die integrierte Lösungen kundenorientiert und mit hoher Automatisierung/Standardisierung sowie digitaler Prozesskompetenz anbieten.

 


 

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Teil 3:  Positionierung und Strategien der Techniklieferanten – Vom Silo-Denken zur kundenorientierten Ganzheitlichkeit

Die Zahl der Techniklieferanten für Druck- und Papiertechnik geht in die Tausende. Über 1.800 stellten alleine auf der drupa 2016 aus. Die Spanne bei den Zulieferern für Druckereien reicht von breit aufgestellten Multimilliarden-Konzernen über Mittelständler bis hin zu spezialisierten Kleinbetreiben und Start-ups mit 5 bis 10 Mitarbeitern. Hinzukommt eine Heerschar von Fachhändlern. Kunden aus der Druckindustrie sind mit einer Vielzahl von Angebote konfrontiert, die sich mehrfach überlagern respektive deckungsgleich sind. Zu den ‚ganz Großen‘ Techniklieferanten zählen Hersteller von Papier/Bedruckstoffen aller Art sowie die von Verbrauchsmaterialien, wie Druckfarben etc. sowie neben den deutschen Druckmaschinenbauern über ein halbes Dutzend Konzerne aus dem IT/Datenmanagement sowie dem Imaging- und Kopiertechnik-Bereich.

Von den Letztgenannten sahen sich die großen Digitaldruck-Technik-Anbieter näher an der Digitalisierung und waren bestrebt, neue Verfahrenstechniken im Druck durchzusetzen. Dies führte zu einem wahren Investitionsboom in neue Drucktechnik. Die reinen Digitaldrucktechnikentwickler haben in den vergangenen 25 Jahren die höchsten Summen in Forschung und Entwicklung investiert: Über 100 Milliarden Euro wurden vorwiegend in den USA und Japan von börsennotierten Konzernen wie HP, Kodak, Xerox sowie Canon, Fujifilm, Konica Minolta oder Ricoh für Digitaldruck-Technik-Entwicklung aufgewendet. Dies kam vor allem dem Konsumentendruck sowie dem sog. Office-Printing zugute. Für die Druckindustrie lautete die Strategie: Stellplätze für Digitaldruckmaschinen erobern, da Techniklieferanten nicht nur Maschinen verkaufen, sondern auch jahrelang an deren Nutzung per Click-Rate pro Druckseite verdienen. Ein Manko: Klickpreise bilden in der Druckbranche ein unübliches und bis heute ungewohntes Geschäftsmodell, da industriell produzierende Druckereiunternehmen die Vollkosten einer Druckmaschine im Vorfeld kennen müssen. [Hinweis: Die Kritik am nicht marktkonformen Vermarktungsgehabe für Digitaldruck hatte ich in einem offenen Brief im Juli 2014 formuliert. Siehe: „ValueCheck! — Alert! Digital Print crashes! More worse than expected!“

Das Dilemma: Die Ambitionen und der hohe Forschungsaufwand haben sich auf die Börsenkurse der genannten Digitaldrucktechnik-Firmen bis dato nicht positiv ausgewirkt: Alle Genannten verzeichnen über Jahre Stagnation oder sogar einen Rückgang ihres Aktienwertes. (Siehe Screenshots zur Kursentwicklung der letzten fünf Jahre). Die Marktkapitalisierung liegt auf niedrigem Niveau bzw. deutlich unter den Umsatzvolumen. Die Ausnahme: Der Imaging-Konzern Canon, dessen Marktkapitalisierung in etwa dem Umsatz entspricht. Ebenso wenig haben sich die hohen Investitionen auf die Volumenanteile am globalen Gesamtvolumen von Druckseiten ausgewirkt: Von den rund 50 Billiarden Druckseiten pro Jahr entfallen laut Xerox nur 2 Prozent (!) auf den Digitaldruck. Bedacht werden muss, dass die Umsatzerlöse pro Druckauftrag/Druckseite im Digitaldruck kostenintensiver sind, gerade wenn z. B. mit variablen Daten gedruckt wird. Daher wird für das Jahr 2015 von einem Umsatzvolumenanteil von rund 15 Prozent am Gesamtmarkt ausgegangen.

 

#drupa2016 review Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Day 2016.022

Auszug aus dem Vortrag von Andreas Weber: #drupa2016 Review. Grafik: Chart von Xerox, drupa Pressekonferenz am 1. Juni 2016

 

Screenshots zur Kursentwicklung börsennotierter Digitaldruck-Technikkonzenen. Stand 11. Oktober 2016. Quellen: MSN Money, Yahoo! Finanzen, OnVista, Wallstreet Online. Hinweis: HP Inc. notiert seit dem Splitting und absolviert sein erstes Geschäftsjahr. Inkl. dem Q3 2016 ging der Umsatz in der Sparte Printing im Jahresvergleich um 14 % zurück.

 

Der Grund, warum man sich bei der Vermarktung von Digitaldrucktechnik schwer tut, liegt vor allem in einer großen Unkenntnis dessen, was im Kern den Druckereimarkt in seiner Besonderheit ausmacht — bis hin zu grundlegenden Verständnisproblemen: Digitaldrucktechnik-Hersteller sprechen nicht die Sprache der Drucker, sondern die der IT/Computerwelt. (Siehe ValuePublishing drupa-Analyse: #drupa2016 Review Teil 2: Worauf es wirklich ankam!  

Zudem agieren diese Anbieter als Groß-Konzerne mit vielen Hierarchiestufen, komplexen Strukturen, häufig wechselnden Ansprechpartnern, was vielen Druckereibetreiben Unbehagen oder sogar Probleme bereitet. Denn bevorzugt werden direkte Wege, gute und nachhaltige persönliche Kontakte zu den Lieferfirmen etc., die langfristig Vertrauen aufbauen und pflegen. Das (berechtigte) Credo der Druckereien: Es muss stets gehalten werden, was versprochen wird!

 

Zwischenruf

Spitzfindig könnte man aufgrund zahlreicher, immer gleicher Presseverlautbarungen der Digitaldruck-Techniklieferanten feststellen: Die Positionierung der großen Anbieter ist nahezu identisch. Alle sind (angeblich) globale Marktführer mit dem größten respektive breitesten Portfolio. Das „Print is Big“-Paradigma (siehe Teil 1) verspricht beste Aussichten, nachhaltig hohe Profite mit der Entwicklung und dem Verkauf von innovativer Drucktechnik zu machen. Nur in der Anwendung ergibt sich ein anderes Bild, da Digitaldruck-Technik in der industriellen Druckproduktion noch längst nicht dominiert.

Der Grund erschließt sich durch das in der Wissenschaft als Produktivitätsparadoxon bezeichnete Dilemma der Digitaldrucktechnik. Durch empirische Studien wurde die Hypothese untermauert, dass, insbesondere im Dienstleistungssektor, kein positiver Zusammenhang zwischen Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) und der Produktivität auf volkswirtschaftlicher oder unternehmerischer Ebene zu bestehen scheint. Erklärungsansätze hierfür sind neben Fehlern in der Messmethodik u.a.:

  • Verzögerung zwischen Einsatz und Wirkung (Nutzer müssen erst mit dem neuen System umgehen lernen).
  • Managementfehler und unzureichende Nutzung der Potentiale beim Einsatz der Technologie.
  • Gewinndistribution zwischen Unternehmen und Unternehmensteilen.
  • Negative Auswirkungen des Informationszuwachses.
  • Negative Auswirkungen durch den Aufwand der mit der Einführung der Technologie erforderlichen Reorganisation der Arbeitsabläufe.
  • Weiterentwicklung von Software mit vergleichsweise geringem Effektivitätszuwachs bei stark steigenden Hardwareanforderungen und hohem Anpassungsaufwand.

 

Trotz allem und wohl auch durch die Omnipräsenz der Digitaldruckhersteller, die massiv und allzu gerne den Untergang von Print prophezeiten, falls nicht in Digitaldruck investiert werde, gerieten die traditionellen Hersteller von Offset-, Tief-, Flexodruck-Technologien scheinbar ins Hintertreffen. Aber: Firmen wie Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) und Koenig & Bauer AG (KBA) mussten zwar heftige, existenzbedrohende Krisen durchlaufen, haben aber ihre starke Position behauptet und hohe Marktanteile behalten (Heideldruck führt mit über 40 Prozent beim Offsetdruck).

 

Übrigens: Um mit den Druckereikunden den Großteil der industriell gefertigten Druckproduktionen solide stemmen zu können, konnte die Gesamtriege der Offset- und Flexodrucktechnik-Hersteller (neben KBA, Heideldruck v. a. Bobst, Cerutti, Esko, Goss, Komori, Presstek, Ryobi, W&H sowie bis 2011 manroland AG) mit Forschungs- und Entwicklungsgeldern von deutlich unter 10 Milliarden Euro (also weniger als einem Zehntel der Digitaldruck-F&E-Investments) im Vergleichszeitraum seit 1991 auskommen. Zudem sind die Investitionen, die industrielle Druckereien pro Jahr leisten müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, im Offset- und Flexodruck niedriger anzusetzen als bei Digitaldrucktechnik, da hier wie im Zwischenruf dargelegt nicht auf Vorhandenes zurückgegriffen werden kann, sondern neue Infrastrukturen und Geschäftsmodelle geschaffen und implementiert werden müssen. Der Aufwand und damit die Kosten steigen zusätzlich noch, wenn eine Reorganisation der Arbeitsabläufe, Schulungen, Workflowanpassungen u. v. m. erfolgen müssen. Hinzu kommt, dass die Maschinenverfügbarkeit bei vielen High-End-Digitaldruck-Systemen (z. B. von bestimmten Xerox- und HP Indigo-Digitaldrucksystemen) unter 70 Prozent liegt, also deutlich zu niedrig ist für industrielle Fertigungsstandards, die 90 bis 95 Prozent betragen sollten.

 

 

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Übersehen wurde durch den „Glanz“ der progressiven Digitaldruck-Investments: Die deutschen Maschinenbauer haben ihren Fokus geschärft, die Kernkompetenzen ausgebaut, klassische Produktlinien komplett überarbeitet, Serviceleistungen (wie v. a. bei Heidelberger Druckmaschinen) enorm ausgebaut und können nunmehr wie in Teil 2 aufgeführt durch Kooperationen mit Digitaldruck-Technik-Konzernen integrierte Gesamtlösungen (Mix von Offset- und Digitaldruck inkl. integrierter Prozesssteuerung) anbieten.

Vereinfacht dargestellt: Die (totgeglaubte) Offsetdruck-Welt hat ihren Neustart erfolgreich vollzogen und die Digitaldruck-Welt pro-aktiv integriert. Damit ist man als Druckereibetrieb dem Zwang entkommen, sich ultimativ für das eine (Offset/Flexo) oder das andere (Digitaldruck) entscheiden zu müssen. Und kann bei gewohnten Lieferanten alles aus einer Hand bekommen. Wohingegen die Digitaldrucktechnik-Welt mehrheitlich mit ihren (Stand-alone)-Eigen-Lösungen in Silos verhaftet bleibt und auf Verdrängung durch Substitution setzt. Dazu sind enorme Anstrengungen nötig, wie sich am Beispiel des Imaging-Konzerns Canon auf der drupa 2016 ablesen lässt. Siehe: ValuePublishing drupa 2016 Review, Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“).

Wie Anleger und Experten aus dem Finanzbereich urteilen

Durch die drupa 2016 ergab sich öffentlichkeitswirksamer als früher ein klares Bild, warum und aus welchen Gründen die ‚traditionellen‘ Drucktechniklieferanten Wachstumschancen haben. Nachfolgend einige Auszüge aus Kommentaren von deutschen Aktien- und Anlageexperten zu Heideldruck und KBA:  

„Koenig & Bauer und Heideldruck profitieren von Analystenlob – Eine positive Analystenstudie hat am Donnerstag die Aktionäre der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer und Heidelberger Druck erfreut. Quelle: Wallstreet Journal/Nachrichtenagentur: dpa-AFX, 18.08.2016.

„Dennoch sehen noch immer einige Investoren die Druckindustrie als strukturell sterbende Branche an – ein Fehler!“

Quelle: Der Aktionär mit Review von KBA: Druckmesse Drupa startet – das müssen Anleger wissen!

„… neuen Gesellschaftsstruktur [von KBA] steht die strategische Weiterentwicklung der Gruppe und das Wachstum in Zukunftsmärkten wie dem Verpackungs- und Digitaldruck im Fokus…“

„…Vor allem im Verpackungsdruck, der bereits für rund 70 Prozent der KBA-Erlöse steht, will der Vorstand Marktanteile gewinnen…“

Quelle: http://www.deraktionaer.de/aktie/displayAction-245310.htm

„Heidelberger Druck: Chance von 100 Prozent — Der Aufwärtstrend ist intakt. Der Auftragsbestand ist deutlich gestiegen. Analysten sind zuversichtlich.“

„Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist seit vielen Jahren ein wichtiger Anbieter und Partner für die globale Druckindustrie. Das Portfolio des Unternehmens fokussiert die Wachstums-Bereiche der Branche. Es basiert auf Equipment, Service und Verbrauchs-Materialien.“

„Mit einem für 2017 geschätzten Gewinnvielfachen von 8,4 scheint die Aktie der Heidelberger Druck günstig gepreist. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für Heidelberger Druck von 3,20 auf 3,10 Euro gesenkt, stuft die Aktie aber weiterhin mit ‚Buy‘ ein.“

Quelle: Wallstreet Journal, Gastautor Ingmar Königshofen, Geschäftsführer FSG Financial Service Group 31.08.2016.

„Heidelberger Druck: Langsam wieder vielversprechend. Aber auch fundamental ist der Wert durchaus wieder aussichtsreich. Die Erholung des Konzerns verläuft bislang nicht linear, sondern in Wellen. Von zwischenzeitlichen Rückschlägen sollte man sich daher nicht zu stark irritieren lassen.“

„Dass der übergeordnete Trend stimmt, zeigt der starke Auftragseingang zur Branchenmesse drupa. Es ist durchaus möglich, dass der Konzern dies angesichts eines rundüberholten Portfolios in eine nachhaltig höhere Dynamik mit besseren Margen ummünzen kann.“

„Die Analysten jedenfalls glauben an die Story (…).“

Quelle: Wallstreet Journal, Gastautor Holger Steffen, Chefredakteur Aktien-global.de, 31.08.2016.

 

Zwischenergebnis

Anleger und die Börse honorieren demnach den Neustart der deutschen Maschinenbauer KBA und Heideldruck, die sich beide komplett neu aufgestellt haben und mit der frühzeitig einsetzenden vor-drupa-Kommunikation seit Ende 2015 transparent machten, wie sie ihren jeweiligen Weg angehen. Gute Verkaufserfolge auf der drupa 2016 konnten bestätigen, dass im Markt ankommt, was beabsichtigt war. Entsprechend entwickelten sich die Umsatz- und Ertragslage der beiden Firmen positiv — mit zuversichtlichen Prognosen für eine steigende Kursentwicklung. Demgegenüber haben sich die Ambitionen und der hohe Forschungsaufwand auf die Börsenkurse der reinen Digitaldrucktechnik-Firmen bis dato kaum positiv ausgewirkt.

 


 

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Die Wirtschaftspresse wie z. B. das Handelsblatt sieht KBA und Heideldruck im Aufwind.

Im Vergleich: Positionierung, Strategie und Perspektiven von KBA und Heideldruck

KBA und Heideldruck sind zweifellos die weltweit traditionsreichsten Hersteller von Drucktechnik und stehen im direkten Wettbewerb. Dennoch sollte man beide Firmen nicht über einen Kamm scheren.

KBA

KBA positioniert sich seit jeher als exklusive, kundennahe Technikschmiede mit klarem Fokus auf vertikale Märkte. Weltweit gilt KBA als Nummer 2 hinter Heideldruck. Jahrzehnte lang hat man sich vor allem per Rotationsdruck-Produktionsanlagen auf Zeitungs- und Magazindruck spezialisiert und daneben Premium-Bogenoffsetdruckmaschinen gebaut, gerade auch im Großformat. Strukturelle Veränderungen im Printmedien- und Verlagsgeschäft brachten einen drastischen Einbruch: Der Haupt-Umsatzbringer Zeitungs-/Magazindruck kippte weg.

Die 2015 abgeschlossene Re-Organisation und Neuausrichtung zielten erfolgreich darauf ab, neue vertikale Märkte zu besetzen: Das Geschäft im Verpackungsdruck soll laut KBA für 70 Prozent des Umsatzes sorgen. Im Juli 2016 erfolgte durch Akquisition des Stanzmaschinenherstellers Iberica der Einstieg in Druckweiterverarbeitungslösungen für Verpackungskunden.

Im laufenden Geschäftsjahr 2016 wird bei einem Konzernumsatz von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro eine EBT-Rendite von 4 Prozent erwartet. Mit einem Kursanstieg von 38,9 Prozent in den ersten sechs Monate des Jahres 2016 entwickelte sich die KBA-Aktie deutlich besser als der DAX (-9,9 Prozent) und der SDAX (-3,5 Prozent).

Das Angebot von KBA gliedert sich seitdem in drei Segmente (Zahlen beziehen sich auf das 1. Halbjahr 2016)

  • Segment Sheetfed (Bogendruck): >22 Prozent Wachstum bei 291,7 Millionen Euro Umsatz und 8,6 Millionen Segmentgewinn.
  • Segment Special (v. a. Wertpapierdruck und flexibler Verpackungsdruck): >37 Prozent Wachstum bei 233,9 Millionen Euro Umsatz und 20,1 Millionen Segmentgewinn.
  • Segment Digital & Web (industrieller Digital- und Rotationsdruck): >75 Prozent Wachstum bei 64,5 Millionen Umsatz und -0,9 Millionen Segmentgewinn.

Quelle: Konzernzwischenbericht 1. Halbjahr 2016 

 

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Der Vorstandsvorsitzende von KBA, Claus Bolza-Schünemann, war 2016 Präsident der globalen Leitmesse drupa. Foto: Andreas Weber, während der VDMA pre-drupa Pressekonferenz am 4. April 2016 in Frankfurt am Main.

Chancen

In seiner vertikalen Ausrichtung mit fokussierter Kompetenz folgt KBA der Vorstellungswelt der etablierten Druckbranche und kann dadurch mittelfristig kontinuierlich wachsen, ohne das Geschäftsmodell verändern zu müssen. Die Öffnung zum Digitaldruck durch Kooperationen wie z. B. mit HP und Xerox wertet das Portfolio auf.

Herausforderungen

A) Der hohe Auftragseingang fordert die durch die Re-Organisation verschlankten Produktionskapazitäten stark, was die Lieferzeiten verlängert.
B) Um maßgeblich Entwicklungen und Möglichkeiten von Print im Digitalzeitalter zu antizipieren und zu beeinflussen, hat es KBA bis dato versäumt, sich Expertise im Bereich IT/BigData/Cloud/E-Commerce/Multichannel in Verbindung mit Print zu verschaffen. Es fehlt der Blick über den Tellerrand.

 


 

Heideldruck

Branchenprimus Heideldruck positioniert sich seit Jahrzehnten als Allrounder für die gesamte Druckindustrie und besitzt die stärkste Strahlkraft als Marke, gerade auch bei den wichtigsten Kunden der Druckereien. Pre-Media-, Workflow- und Druckweiterverarbeitungslösungen ergänzen die Drucktechnikangebote mit einem Weltmarktanteil von rund 40 Prozent im Bogenoffsetdruck. Hinzu kommen vor allem Services (inkl. dem Vertrieb von Verbrauchsmaterialien) sowie Prozess- und Geschäftsmanagement-Support, die bereits 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

In dem Bestreben, es allen recht zu machen, hatte man sich bei Heideldruck verzettelt und wurde nach 2008 durch die Krise der Druckbranche in den Abwärtsstrudel gezogen. Nach der drupa 2012 wurde das Unternehmen verschlankt, neu fokussiert und besser auf die Bedürfnisse der global und industriell ausgerichteten Kunden ausgerichtet. Darunter zählen vor allem auch Kunden aus dem Online-Print-Sektor sowie dem Verpackungs- und Etikettendruck; im Verpackungs- und Etikettenmarkt nimmt Heideldruck seit langem eine führende Rolle ein (mit über 700 Millionen Euro Jahresumsatz für seine Packaging-Lösungsangebote, darunter auch die Gallus-Produktlinie für Labelprinting).

Mit dem 4D-Printing hat Heideldruck gemäß den Marktanalysten von Gartner als erster Drucktechnikhersteller eine von rund zwei Dutzend „Emerging Technologies“ marktreif für Kunden platziert. Quelle: Gartner: Hype Cycle for Emerging Technologies, July 2016 

Die Marketing- und Kommunikationsleistung von Heideldruck hat sich sichtbar verstärkt. Gemäß dem induxx Industrieplattform-Ranking steht Heideldruck im „Gesamtranking Social Media B2B an der Spitze bei Druck- und Papiertechnik“. Quelle: induux.com Zudem wurde Heideldruck für innovative Softwareanwendungen mit dem ›Digital Leader Award‹ ausgezeichnet. Quelle: Digital Leader Award 2016 – Heidelberger Druckmaschinen AG — Weltmarktführer bei Druckmaschinen baut mit Big Data seine Wertschöpfungskette aus

 

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Heideldruck unterscheidet mit Heidelberg Equipment und Heidelberg Services zwei Haupt-Segmente mit jeweils rund 50 Prozent Umsatzanteil. Das Geschäftsjahr von Heidelberg schließt zum 31. März ab. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016 betrug 2,51 Milliarden Euro; Gewinn vor Steuern (EBITDA) 189 Millionen Euro, Ergebnis nach Steuern 28 Millionen Euro.  Quelle: Geschäftsbericht 2015/2016. Der Umsatz 1. Quartal 2016/2017 betrug 486 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern (EBITDA) 1 Million Euro, das Ergebnis nach Steuern -37 Millionen Euro. Quelle: Zwischenmitteilung Q1 2016/2017.

Für das laufende Geschäftsjahr 2016/2017 wird ein Umsatzplus von 4 Prozent erwartet, um dem Erreichen der 3 Milliarden Euro-Grenze und der Steigerung des Netto-Gewinns plangemäß näher zu kommen. In Jahresfrist schwankte der Aktienkurs zwischen 2,80 und derzeit leicht über 2,10 Euro. Moody’s erhöhte den Ausblick auf ‚positiv‘, das Rating wurde mit B3 bestätigt. Zum Ausblick siehe Bericht zur Hauptversammlung vom 28. Juli 2016.

Heideldruck hat damit erfolgreich den Schritt vollzogen, nach der Restrukturierung mit Kosteneinsparungsmaßnahmen, sein Geschäft wieder dynamisch auszuweiten. Das erweiterte Portfolio sowie der Fokus auf Digitalisierung und Services reduzieren die Abhängigkeit vom naturgemäß zyklisch verlaufenden Druckmaschinenverkauf, was der Stabilität des Aktienkurses künftig zu gute kommen sollte.

 

Heideldruck-Video: „drupa 2016: Smart Print Shop – Smart Services – Smart Collaboration“ 

 

Heideldruck treibt die Digitalisierung der Branche aktiv voran und macht das drupa-Motto ›Simply Smart‹ zum langfristigen Programm. Die wichtigsten Aspekte:

  • Wandel vom Maschinenbauer zum Innovationstreiber für die Kommunikation mit Print im Digitalzeitalter
  • Kunden werden industrielle Druckproduktionstechniken PLUS Digitalisierungs-Know-how auf breiter Basis zur Verfügung gestellt.
  • Intelligente Automatisierung im Offsetdruckbereich: Mit ›Push to Stop‹-Philosophie und autonomem Drucken prägt Heidelberg maßgeblich die industrielle Druckproduktion der Zukunft.
  • Digitaldruckportfolio ›Fire‹ soll einen Wendepunkt für die Branche markieren – und ist komplementär und vernetzbar mit den Offsetdruck-Lösungen nutzbar.
  • Automatisierung der Geschäftsprozesse durch innovative, Cloud-basierte Servicelösungen via Informations- und Serviceportal ›Heidelberg Assistant‹ (auf der drupa 2016 mehr als 5.500 Neukunden für Heidelberg eShop). Quelle: Heideldruck Zwischenbericht Q1 2016/2017. 

Chancen

Zum ersten Mal wurde durch Heideldruck eine plausible, ganzheitlich durchdachte und zielführende Strategie zur Digitalisierung mit Fokus auf Print erarbeitet, die der industriell ausgerichteten Druckbranche ermöglicht, die digitale Transformation erfolgreich zu bewältigen. Dabei werden nicht nur unterschiedliche Printtechniken, sondern das gesamte Druckerei-Management inklusive der Administrations- und Prozessteuerung einbezogen.

Herausforderungen

A) Die neue Firmenpositionierung und -strategie weicht von bekannten Mustern ab, ist hoch komplex und daher nicht für jeden sogleich verständlich. Denn das Maß aller Dinge sind nicht mehr wie bisher Maschinenverkäufe. Extern (Markt, Anleger, Presse, Kunden) wie auch intern (mindestens noch rund 25 Prozent der Mitarbeiter, die in hohem Maße den Kulturwandel bewältigen müssen) bestehen Verständnislücken.

B) Neue, auf Interaktion ausgerichtete Vertriebsimpulse sind nötig, um beim Go-to-Market die Innovationskraft des Portfolios/Leistungsangebots noch besser zu nutzen.

 


 

Fazit

  • Die Mehrzahl der Techniklieferanten für Druckereien liefert Silo-artig nur Module und/oder Einzellösungen zur Optimierung der bestehenden Produktionstechniken. Sie entsprechen dadurch nur selten den Anforderungen der digitalen Transformation. Denn es sind ganzheitliche Lösungen nötig, die sich auf alle Produktions- wie auch sämtliche Geschäftsprozesse beziehen.
  • Reine Digitaldrucktechnik-Hersteller respektive -Lieferenten haben verstärkten Aufwand, vor allem, wenn sie nur auf Verdrängungswettbewerb durch Substitution aus sind. HP und Xerox haben das im Ansatz verstanden und suchen Kooperationen. 
  • Die beiden deutschen Druckmaschinenhersteller KBA und Heideldruck, als Branchenprimus, verteidigen erfolgreich ihre Führungspositionen und wachsen wieder profitabel; wobei m. E. Heideldruck aus heutiger Sicht durch seine ganzheitlich durchdachte und zielführende Strategie zur Digitalisierung mit Fokus auf Print die besten Perspektiven bietet, um seine dominante Markposition auch im Digitalzeitalter weiter auszubauen.

Im Ergebnis ist Heideldruck zum Schrittmacher der digitalen Transformation der industriell ausgerichteten Druckbranche geworden. Denn es werden nicht nur unterschiedliche Printtechniken, sondern das gesamte Druckerei-Management inklusive der Administrations- und Prozessteuerung sowie Cloud-basierte Services zur optimalen Vernetzung einbezogen. Die Maßgabe ist dabei die bestmögliche Kundenorientierung.

 


 

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Resümee und Gesamt-Fazit der dreiteiligen ValueTrendRadar-Analyse

Die hohe wirtschaftliche Bedeutung von Print als einer der global größten und mithin nachhaltigsten Branchen ist evident, da Print unverzichtbar ist. Die (teils unvermuteten) Wachstumstreiber Online-Handel, Online Print sowie 4D Printing und als Königsdisziplin der Verpackungs- und Etikettendruck schaffen für viele lukrative Anreize. Entsprechend ist der Technologie-, Innovations- und Investitions-Aufwand riesig.

Print steht so gut dar wie noch nie zuvor und hat den Anschluss an das Digitalzeitalter gefunden. Autonomes Drucken, Automatisierung und Standardisierung aller Prozessschritte — vom Online Print bis zum E-Commerce — ist möglich. Dazu bedarf es mehr als nur Technik-Innovationsmöglichkeiten; vor allem wird profundes Know-how benötigt zur Kontrolle und Steuerung über die gesamte Printproduktions-Wertschöpfungskette hinweg — und das im Kontext mit den Paradigmen der Digitalisierung. Das reicht vom „digitalen“ Geschäftsmanagement bis zu neuen, Cloud-basierten Leistungsangeboten und Services, die ein innovatives Go-to-Market und eine auf Interaktion abzielende Vertriebskommunikation erfordern.

Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer! Denn die Zukunft von Print wird wie dargelegt getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht.

Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen, die Print im Kommunikationsmix auch nach über 500 Jahren noch attraktiv bleiben lässt.

 


 

Für weitere Information bitte Kontaktformular ausfüllen. 

Bei Bedarf sind auch individuelle Webinars und Coachings möglich, um aus den neuen ValueTrendRadar-Analyse-Erkenntnissen die individuell zielführenden Handlungsempfehlungen abzuleiten. 

 

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Highly attractive for startup companies such as PastBook in Amsterdam – print combined with social media provides access to new customer groups worldwide. Image collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

Executive summary of analysis by Andreas Weber, Head of Value

Also see the analysis commentary.

 

Print is becoming increasingly relevant – not only on the stock markets, but also and in particular with professional investors.

However, a closer look throws up a great many questions and even contradictions for (industry) outsiders. It is virtually impossible to obtain an overview of the position of “print as a business” from the current situation. This is because print is big – with an annual turnover of some US$898 billion (approx. €830 billion) in 2015.

In order to be able to evaluate print correctly, three different aspects need to be examined and assessed:

  1. (Global) economic importance of print
  2. (Unexpected) growth drivers in the print business
  3. Positioning and strategies of technology suppliers

 

 

1. (Global) economic importance of print

  • The print market is extremely important, rivaling automotive engineering, the financial sector, and advertising. This is actually nothing new and has been the case for generations!
  • One key trend in the print shop market is that print shops are becoming leaner, but added value needs to increase despite shrinking production volumes. Print shops must therefore continue investing so as to improve production efficiency and unlock new growth markets.
  • drupa 2016 made it clear on a global level that print media have by no means had their day and can be put to more effective use than ever. It is therefore wrong to paint a gloomy picture. The prospects are excellent!
  • The only way to add more value with print, though, is to stimulate the demand for modern-day print products on a sustained basis. Print doesn’t sell itself!
  • New kinds of striking concepts that are geared to market requirements and adopt an integrative approach to the professional manufacture, distribution, and use of print media hold the key to the future of print.
  • In order to be successful in the printing industry, it is vital not to rely solely on vertical positioning in individual applications, but to cater specifically to customer and market needs and ensure continuous innovation leadership.

 

CIMPRESS, the world market leader in online print, has turned its new headquarters on the east coast of the United States into a creative temple for the art of printing that attracts talented “digital natives” to its workforce. Photo: Screenshots from Margulies Perruzzi Architects video. 

 

2. (Unexpected) growth drivers in the print business

A) Strong growth impetus for print thanks to digital pioneers

B) Online print – the most dynamic growth segment at present

  • More than any other part of the printing industry, the online print sector is a pacesetter that is already seeing strong sales, with significantly higher double-digit growth and maximum profitability thanks to standardization and automation.
  • Relevant technical innovations are identified extremely quickly and implemented in a way that immediately helps add value. 
  • The boom in mass customization in print will accelerate this development.

C) Trendsetting 4D printing opens up new dimensions

  • The 4D graphic printing process is one of the world’s most important emerging technologies (Gartner) and is only just getting started on the market. It’s still too early to provide valid market data/KPIs, but a look at the dynamic growth of 3D printing as a whole enables parallels to be drawn and evaluated.
  • The considerable importance and excellent prospects of 4D printing are in any case clear. Not only print shops and versatile online print businesses are involved, but also all kinds of other companies, including manufacturers of consumer goods, the commercial sector, and even online startups.

D) Packaging – core competence enjoying extremely strong growth worldwide

  • Almost half of global print sales are generated by packaging and label printing and the total will have reached around €472 billion by 2018 (approx. €390 billion in 2015).
  • The packaging and label printing market is currently expanding by some €25 billion each year and will soon account for over 50 percent of the global print volume. Online trade and multichannel applications including communication at the point of sale are key growth drivers.
  • Offset and flexographic printing are by far the most important processes and will still have to handle the bulk of production in 10 years’ time. Digital printing technologies (especially inkjet printing) are growing at an above-average rate – in particular thanks to manufacturers working together – but still remain at a low level in terms of market share.
  • Those print shops that offer integrated solutions geared to customers, a high level of automation/standardization, and digital process expertise are one step ahead of the rest. 

 


 

3. Positioning and strategies of technology suppliers – from compartmentalized thinking to a customer-focused holistic approach

  • There are thousands of print and paper technology suppliers. Printing industry customers are confronted with a multitude of identical or similar offers.
  • Despite everything – and probably also due to the ever-present digital print manufacturers who like nothing better than to predict the demise of print if the industry fails to invest in digital printing – manufacturers using traditional offset, gravure, and flexographic technologies appeared to be falling behind.
  • However, despite having to face serious crises that threatened their very existence, the long-established groups Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) and Koenig & Bauer AG (KBA) have maintained their strong position and been completely revitalized.
  • The world of offset printing, which was left for dead, has been successfully resuscitated and proactively integrated into the world of digital printing. Digital printing technology, on the other hand, remains compartmentalized with its standalone solutions and relies on displacing existing solutions through substitution.
  • Investors and the stock exchange acknowledged the renaissance of German companies KBA and Heideldruck at drupa 2016. The sales and earnings of both have improved as a result – with confident forecasts of upward share price movement.
  • For companies focusing uniquely on digital printing technology, on the other hand, big ambitions and significant research outlay have not had a positive impact on their share price to date.
  • The two German printing press manufacturers KBA and Heideldruck – the industry frontrunners – are successfully defending their leading positions and once again enjoying profitable growth. As things stand at present, Heideldruck has the best chance of building on its dominant market position in the digital era thanks to its holistic and expedient digitization strategy focusing on print.
  • Consequently, Heideldruck has become the pacesetter in the digital transformation of the global printing industry. In addition to different printing technologies, the entire print shop management process – including digital administrative/process control and cloud-based services – is being incorporated for optimum networking. The benchmark here is to ensure the best possible customer focus.

 

 


 

CONTACT / Further information and advisory:

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Printing is one of the world’s largest and most sustainable industries. Gartner’s market researchers consider innovations such as 4D printing to be a key driving force among 2016’s emerging technologies. Image collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

A commentary by Andreas Weber, Head of Value

See also summary of results. — Plus the complete report in three parts (in german).

The ValueTrendRadar Analysis entitled “Prospects for adding value with print” is now available and will, for the first time, provide a comprehensive, holistic view of the global print situation. There is good reason for focusing in particular on Germany, because this is where the modern-day printing industry originated, while the global perspective is not neglected either.

Quite clearly, print is an economic heavyweight. As one of the world’s largest and thus most sustainable industries, it is indispensable. The (partially unexpected) growth drivers of online trade, online print, and 4D printing combined with the core competence of packaging and label printing are creating lucrative incentives for many.

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This is resulting in a huge outlay for technology, innovation, and investment. The positioning of technology suppliers is separating the wheat from the chaff. Manufacturers focusing solely on digital printing technology see themselves as the “reformers” of print. Their substitution/ displacement strategy is not having the predicted success, though, because even after 25 years they have failed to win high market shares. Despite a high growth rate, their share of the market remains at an extremely low level. The bulk of print volumes comes from conventional technologies in a modernized form.

Germany’s long-established mechanical engineering companies (with Heidelberger Druckmaschinen AG at the forefront) have reinvented themselves, successfully integrating digital printing into the world of offset printing and taking on the role of pacesetters in the repositioning of print. The goal is to bring about the digital transformation of industrial printing with the focus on growth markets and versatile high-profile customers. Autonomous printing, automation, and standardization of all process steps – from online print to eCommerce – is possible but requires more than just technology innovation options. Above all, in-depth knowledge is needed for integrated monitoring and control throughout the print production value-added chain – also in the context of the paradigms of digitization. This extends from “digital” business management to new, cloud-based services and offerings that require an innovative go-to-market approach and sales communication geared to interaction.

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A sound basis provides room for maneuver. The only way to add more value with print is to stimulate the demand for modern-day print products on a sustained basis. Print doesn’t sell itself because, as already explained, new kinds of striking concepts that are geared to market requirements and adopt an integrative approach to the professional manufacture, distribution, and use of print media hold the key to the future of print. In order to be successful in the printing industry, it is vital not to rely solely on vertical positioning in individual applications, but to cater specifically to customer and market needs and ensure continuous innovation leadership that will maintain print’s role as an attractive part of the communication mix, even after over 500 years.

 


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ValueTrendAnalysis:
Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print (Teil 2)

Von Andreas Weber, Head of Value

Durch die ValueTrendRadar-Analyse „Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print“ liegt erstmals eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des globalen Print-Geschehens vor. Aus gutem Grund liegt ein besonderer Fokus auf Deutschland, da hier die moderne Druckbranche ihren Ursprung fand. Aber auch die globale Sicht kommt nicht zu kurz.

Ergebnisse Teil 1 — Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung

  • Der Print-Markt ist hoch bedeutend und braucht sich kaum hinter dem Automobilbau, dem Finanzsektor oder der Werbebranche verstecken. Dies ist eigentlich kein Novum, sondern seit Generationen so!
  • Ein wichtiger Trend im Druckereimarkt: Druckereien verschlanken sich; dennoch muss selbst bei sinkenden Produktionsvolumen die Wertschöpfung steigen. Druckereien müssen daher nach wie vor investieren, um effizienter produzieren oder neue Wachstumsfelder erschließen zu können.
  • Es wurde durch die drupa 2016 auf globaler Ebene klar, dass Printmedien keinesfalls aus der Zeit geraten sind, sondern wirkungsvoller denn je eingesetzt werden können. Schwarzmalererei ist also falsch. Die Aussichten sind bestens!
  • Aber: Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer!
  • Die Zukunft von Print wird getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht.
  • Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen.

 

ValueTrendRadar Analysis Teil 2: (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft

Bereits vor der drupa 2016, im April 2015, verblüffte ich auf einer Expertenkonferenz in Dresden vor Druckereiunternehmern, IT- und Software-, Internet- und Design-Spezialisten durch folgende Prognose: „2016 wird Print eine Renaissance erleben. Wenn die Branche umdenkt und ihre Hausaufgaben macht!“ Damit verbunden war mein Hinweis, dass die eigentliche Veränderung im Print-Geschäft nicht alleine durch neue, angeblich disruptive Techniken oder das Internet als vermeintlichem Feind von Print getragen werden, sondern durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien prägen.

Meine zentrale These: Wer künftig bestehen will, muss sich auf die Stärken fokussieren, die Print über die Jahrhunderte unverzichtbar gemacht haben, und diese ins Digitalzeitalter transformieren. Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen.

 

Kurzer Exkurs: Etwas Altes wird etwas Neues!

Das Erfüllen spezifischer Anforderungen war von Anbeginn der Treiber für Print. Die Entwicklung des Papiers vor rund 2000 Jahren und vor etwa 1000 Jahren des Druckens stammt aus China. Das Riesenreich brauchte für seine dynamische Entwicklung mediale Techniken, um staatlich-organisatorisch und wirtschaftlich zu funktionieren. Erheblich später, ab ca. 1460, etablierte sich die gedruckte Kommunikation in Europa. Mit fulminanten Effekten für Gesellschaft, Religion/Kirche, Wirtschaft und Politik. Es bildeten sich überall Druckwerkstätten, die zunächst Eliten bedienten, um dann im Zuge der Aufklärung sowie der allmählichen Demokratisierung mehr und mehr populär zu werden. Das Besondere: Bis kurz nach dem Jahr 1800 waren Drucker immer auch Technik-Tüftler sowie Verleger, die Inhalte medial verfügbar machten. Alles lag in einer Hand, Monopolstrukturen entstanden. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich spezialisierte Zulieferer für Satz-, Bild- und Drucktechnik und die Branche profitierte von der „industriellen Mechanisierung“ im Druck- und Verlagssektor.

Die Geschäftsentwicklung wurde nicht nur durch Technik-Innovationen geprägt sondern vor allem durch eine zunehmende Spezialisierung im Technik-Anwendungsbereich: Es entstand die „Grafische Branche“ mit sog. Vorstufen-Betrieben (Textsatz, Bildreproduktion), reinen Druckereien sowie Buchbinder-/Weiterverarbeitungsbetrieben sowie Design- und Medienproduktionspezialisten, die unabhängig agierten und allesamt aufgrund der steigenden Informationsflut im Industriezeitalter dynamisch wachsen und hochprofitabel wirtschaften konnten. Letztlich entkoppelte sich das Verlagsgeschäft von der Technik. Verlage fokussierten sich auf Inhalte; Druckereien auf Datenvervielfältigung via Papier. Je höher die Auflagen, umso besser!

Mit dem Internet und dem World Wide Web wirkte sich seit den 1990er Jahren ein ungewollter Nebeneffekt der Spezialisierung und Fokussierung aus — mit gravierenden Folgen: Den grafischen Betrieben, vor allem den Druckereien, entglitt die Kontrolle über ihre Märkte. Die Datenaufbereitung für den Druck wie auch die Gestaltung von Druckmedien inkl. Papierauswahl und die Einsatzmöglichkeiten von Print wurden aus der Hand gegeben: Die Kunden der Druckereien bestimmten, was wie wann und sogar zu welchem Preis gedruckt werden soll. Diese Entwicklung hatte nachhaltig Einfluss auf die Techniklieferanten der Druckereien, die sich fast ausschließlich auf die Optimierung von Drucktechnik konzentrierten, um durch Effizienzsteigerungen den Preisverfall durch Mengenwachstum zu kompensieren. Keiner schaute mehr über den Tellerrand! Strukturelle Änderungen im Markt konnten nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Obgleich die Druckbranche seit den 1970er Jahren der Schrittmacher der Digitalisierung im Print- und Publishingbereich war, wurde im Internetzeitalter der Einstieg und letztlich der rechtzeitige Anschluss an das sich ändernde Mediennutzungsverhalten verpasst. Pleiten, Pech und Pannen waren die Folge. Traditionsreiche, zum Teil börsennotierte Vorstufentechnik-Firmen wie Crosfield, Berthold oder Linotype und Hell verschwanden zum Ende des 20. Jahrhunderts vom Markt. Es strauchelten auch Traditionsmarken wie Agfa oder Kodak, die Nischenplayer wurden, und der globale Druckmaschinenkonzern manroland AG musste Ende 2011 Insolvenz anmelden und wurde zerschlagen.


Streng genommen hat sich eine Spaltung im Druckerei-Markt ergeben: 

  • Auf der einen Seite die „Optimierer“, die das Gros der Druck-Betriebe darstellen und auf Effizienz und Verbesserung des Bestehenden setzen ohne konsequenten Fokus auf neue Lösungen und Marktentwicklungen, die geprägt sind von strukturellen Veränderungen durch das Internet. Die Geschäftsmodellphilosophie basiert auf Peer-to-Peer-Verbindungen (wenige Kunden mit möglichst hohem Auftragsvolumen; jeder Auftrag ist quasi eine Sonderanfertigung) und entspricht dem klassischen Pipeline-Prinzip, indem Aufgaben seriell, dem gleichen Modus folgend abgearbeitet und Leistungen vorfinanziert werden müssen. Im Fokus liegen Stammkundengeschäft und Teilnahme an Ausschreibungen. Die Maxime: Kostendeckung bei hohem Investitionsbedarf. Die Profitabilität ist niedrig, zumeist im Bruttogewinnbereich von unter 10 Prozent, und kann nur durch stetes Mengenwachstum gehalten werden. Folge: Wer nicht (mehr) wachsen kann, scheitert!
  • Auf der andere Seite bildeten sich quasi als Neu-Starter die „Pioniere“ — deutlich in der Minderheit, angeführt von sog. Online-Druckereien — die Prozesse und Anwendungen automatisieren sowie das Go-to-Market zeitgemäß innovieren und neue Formen der Kundenorientierung suchen. Die Geschäftmodellphilosophie basiert auf dem Transaktions- und/oder Innovations-Plattform-Prinzip, das den Paradigmen der Vernetzung des Digitalzeitalters folgt. Zur traditionellen Printmedienherstellung mit modernster Technik gesellen sich IT-/Online- und Cloud-Services, Multichannel-Leistungsangebote sowie Supply Chain-Services. Im Fokus liegen die Neukundengewinnung, gerade auch solcher Firmen und Einzelpersonen, die bis dato Print gar nicht oder kaum genutzt haben, sowie spezielle B2B-Services inkl. Kampagnenmanagement. Die Maxime: Preisoptimierte Premiumqualität durch Standardisierung, Echtzeitproduktion inkl. sofortiger Lieferung — meist per ‚Next-Day-Delivery‘ — und crossmediale, perspektivisch individualisierte, Multichannel-Marketing-Kampagnen. Die Wachstumsraten sind hoch (bei 20 Prozent und mehr per anno), ebenso die Profitabilität, die insbesondere bei IT-/Multichannel-Leistungen bis zu 40 Prozent Bruttogewinn liefern kann. [Vgl. hierzu: ValueTrendAnalysis „Transformation — Beam me up Scotty“]

 

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In medias res

A) Starke Wachstumsimpulse für Print durch Digital-Pioniere

Vor allem High-Tech-Firmen aus dem Silicon Valley, wie Adobe, Apple oder auch PARC (Xerox) sorgten frühzeitig für disruptive Veränderungen des Printgeschäfts indem sie das Spektrum grafischer Anwendungen integrativ und prozesstechnisch optimiert erweiterten (zunächst durch Desktop Publishing mit dem Motto: „Jeder sein eigener Gutenberg“, später durch web-basierte Lösungen). Bezeichnender Weise bezogen sich die zumeist kalifornischen Innovatoren in den 1980er Jahren ebenso wie auch die Internet-/Social-Media Unternehmen zur Jahrtausendwende — auf den Erfinder Johannes Gutenberg aus Mainz, den die US-Wirtschaftselite im Jahr 2000 zum Mann des Jahrtausends kürte. (Siehe das Buch des Silicon-Valley-Vordenkers Jeff Jarvis: „Gutenberg the Geek“). 

Fakt ist, dass in der Folge Giganten des Internetzeitalters wie Amazon sowie Apple als global wertvollste Marke die Welt des Print nicht bekämpfen, sondern im Gegenteil Print einen hohen Stellenwert einräumen: Amazon startete mit dem Online-Verkauf gedruckter Bücher und dominiert bis heute den globalen Markt auch als Autoren-Verlag; Amazon Jeff Bezos hat nach der Übernahme der Washington Post das Zeitungsgeschäft innoviert; er lässt Journalisten und Ingenieure eng zusammenarbeiten, um Print und Online medial zu orchestrieren. Mitte September 2016 setzte Amazon in den USA den Startschuss für „Amazon Prints“ , ein Online-Service zum Drucken von Fotos, Fotobüchern, Grußkarten und Kalendern, das den US-Marktführer Shutterfly preislich unterbietet und laut Bloomberg sofort für einen Kursrutsch bei Shutterfly-Aktien sorgte. Amazon bietet für sein Prime und Drive-Kunden Vorzugspreise bei freier Lieferung ab Mindestbestellwert von 15 US-Dollar.

 

 

Apple ist einer der größten Promotoren von Print: neben hunderten Millionen von iMacs, MacBooks und iPads werden seit 2007 bis zum Jahresende 2016 rund 1 Milliarde iPhones auf Premium-Niveau durch Print edel verpackt; den Neustart von Apple im Jahr 1997 ermöglichte v. a. Print-Werbung, um Steve Jobs „Think-Different“-Kampagne sichtbar zu machen über Außenwerbung sowie Print-Anzeigen. Apple ist zugleich durch hunderte Millionen Kunden auch der größte Aggregator resp. „Verleger“ von gedruckten Premium-Fotobüchern inkl. Grusskarten etc., die vom Kunden digital gefertigt und via Webservice direkt in Auftrag gegeben werden. Mit global bereits mehr als 20 Mrd. Euro Jahresumsatz ist die Fotobuch-Branche dabei, den klassischen Buchverlagen den Rang abzulaufen!

Das Internet-Auktionshaus eBay wie auch der Online-Händler Zalando setzen schon über 5 Jahre auf Printmagazine und/oder gedruckte, individualisierte Kataloge, die generell im Versandhandel die Umsatzgaranten sind. (Siehe: Geschäftsfeld Print-Kataloge — Gewinner und Verlierer – und was wir daraus folgern können). 

Weitere bedeutende Beispiele mit extrem hohem Printvolumen sind Firmen, die sich im Online-Handel profilieren müssen und dabei auf Print setzen: die Ottogroup mit über 100 Katalogen, aber auch das Möbelhaus IKEA mit dem auflagenstärksten Verkaufskatalog der Welt (über 210 Millionen Exemplare pro Ausgabe).

 

Der unvergessliche IKEA YouTube-Film, der humorvoll-intelligent Print gegen Apple eBooks antreten lässt: „Experience the power of a bookbook™“, https://youtu.be/MOXQo7nURs0

Die Kennziffern des Online-Handels sind beeindruckend, vor allem in Deutschland: 

  • Die deutschen Online-Händler verzeichneten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 46,9 Milliarden Euro.
  • Der Umsatz des Interaktiven Handels – der Online- und Versandhändler umfasst – betrug im vergangenen Jahr 52,4 Milliarden Euro. 
  • Der Anteil des Online-Handels am Interaktiven Handel beträgt damit 89,6 Prozent. (Quelle: E-Commerce-Verband bevh, Januar 2016)
  • Das Volumen der Top-100-Anbieter umfasste in Deutschland im Jahr 2015 rund 24,4 Milliarden Euro (Vorjahr 2014: 21,6 Mrd. Euro, das entspricht einem Wachstum von über 13 Prozent). Wobei die Top-4 fast 50 Prozent des Umsatzes für sich verbuchen.
    Siehe: http://www.internetworld.de/e-commerce/zahlen-studien/groessten-deutschen-webshops-1125047.html
  • Mindestens 5 bis 10 Prozent dieses Umsatzes werden für Print (inkl. Distribution) aufgewendet. Die Menge der Printbeilagen in Paketaussendungen steigt signifikant an.

 

 

 

FAZIT

Internet-Firmen wie auch Plattformbetreiber und vor allem Online-Handel-/E-Commerce-Anbieter sind wichtige, wenn nicht sogar die wichtigsten Wachstumstreiber und Impulsgeber für Print! 

Zusatzaspekte: Big Data, das Internet-of-Things sowie Mobile Shopping werden dem interaktiven Handel zusätzlich dynamischen Auftrieb geben. Automatisiert werden zum Beispiel Online-Bestellungen aggregiert, die verpackt und mit gedruckten Beilagen angeliefert werden müssen.

 


 

B) Online Print — das derzeit dynamischste Wachstumssegment

Zur Definition: Online-Print hat seit den 1990er Jahren seinen Ursprung im sog. Web-to-Print und wird synonym auch als E-Business Print bezeichnet. Es umfasst systemisch angelegte Produktionsverfahren zur internetbasierten Übermittlung von Produktionsdaten zur Erstellung von Drucksachen aller Art. Der Vertrieb erfolgt automatisiert über Online-Shops (offene und geschlossene).

Die wichtigsten Online-Print-Produkttypen sind (in kleinen, mittleren und großen Auflagen bis 100.000 Exemplaren):

  • Bücher (vor allem: Fotobücher)
  • Zeitungen, Zeitschriften/Magazine
  • Kataloge, Preislisten, Technische Dokumentationen
  • Kalender
  • Werbemittel (z. B. Flyer, Poster/Plakate, Aufkleber, Werbeschilder; neuerdings: Großformatdrucksachen/Außenwerbung, Planen)
  • Mailings
  • Geschäftsdrucksachen (z. B. Visitenkarten, Briefbogen, Briefkuverts, Blöcke, Stempel)
  • Verpackungen (inkl. Umverpackungen und Wellpappe)
  • Etiketten
  • Werbe-, Streuartikel (z. B. für Textilien, Kugelschreiber)
  • Industrieprodukte, (z. B. Bedrucken von Haushaltswaren, Möbeln, Tapeten/Inneneinrichtungen)
  • Sonderform: 4D-Printing (individuelles Bedrucken dreidimensionaler Objekte), die v. a. am Point-of-Sales vom Endkunden editiert und bestellt werden.

Die Druckprodukte, die online erstellt, bearbeitet oder beauftragt werden, müssen strickt bestimmten Prozessstandards folgen – vor allem in Bezug auf die Bedruckstoffe/Papierauswahl, das Papierformat, die Anzahl der Farben, den Seitenumfang oder die Gestaltung. Neben der Standardisierung sind die Bedienung per Internetbrowser durch die Benutzer und die Automatisierung von Arbeitsabläufen weitere wichtige Kennzeichen für Online-Print. In diesem Kontext wird in Analogie zu Industrie 4.0 von Print 4.0-Fertigungsweise gesprochen. Die Bezahlung erfolgt zumeist Online bei Bestellung, also vor der Lieferung, so dass Aufträge von der Online-Druckerei nicht vorfinanziert werden müssen. Online-Druckereien sind so gesehen E-Commerce-Unternehmen, die Online-Bestellungen direkt und zumeist über Nacht produzieren und in kürzester Zeit liefern. Das Prozessmanagement für Bestellung und Produktion muss stets gekoppelt sein mit dem gesamten Businessmanagement inkl. Logistik sowie einer maximalen Kompetenz für Online-Marketing. Klassische Vertriebsaufgaben entfallen vollständig. Somit sind, das stützt sich auch durch die Meinung anderer Experten, Online-Druckereien anwenderseitig die Schrittmacher der „digital Transformation“ im Printgeschäft.

Anschaulich wird das am Beispiel der deutschen Firma Onlineprinters, die mit ihrer Marke „diedruckerei.de“ nicht nur seit dem Jahr 2004 national agiert, sondern durch 15 Onlineshops über 500.000 (!) Kunden aus 30 Ländern Europas erfolgreich bedient. Produziert wird auf 42.000 qm Fläche zentral im fränkischen Neustadt a.d. Aisch. 90 Prozent der Kunden stammen aus dem B2B (Geschäftskundenbereich), darunter auch viele konventionelle Druckereien. Ca. 3.000 bis 4.000 Aufträge werden pro Tag bearbeitet. Über 90 Prozent der Produkte mit einer jährlichen Gesamtauflage von 2,1 Milliarden Drucksachen werden im Offsetdruck hergestellt (Onlineprinters ist die größte Offsetdruckerei Europas mit über 120 Druckwerken im sog. IIIb-Format 70×100 cm), der Rest per Digitaldruck, Großflächendigitaldruck, Latexdruck, UV-Druck, Textildruck (Sublimationsverfahren). Insgesamt umfasst das streng nach Standards produzierte Portfolio 1.400 Produkte in über 10 Millionen Varianten. (Stand: April 2016).

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Grafik: Facts Sheet von Onlineprinters

Kennzahlen zum Online-Print-Markt in Deutschland, Österreich und Schweiz

  • Marktanteil im Akzidenzdruck: rund 30 Prozent am Gesamtvolumen.
  • Insgesamt rund 6,7 Mrd. € Jahresumsatz, Wachstumsprognose knapp 10 Prozent in 2016.
  • Rund 2,6 Mrd. Euro Umsatz durch 1.950 Open Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz. — Hinweis: Die Mehrzahl sind Partnershops großer Anbieter; die tatsächliche Zahl liegt bei rund 250 relevanten Shops.
  • Rund 4,1 Mrd. Euro Umsatz durch 6.100 Closed Shops (nicht öffentlich, für einzelne Kunden individuell eingerichtet).
    (Stand: 2015. Quelle: Bernd Zipper, Review Online-Print-Symposium, März 2016.)

 

Trends: 

  • Shops der 1. Generation stagnieren, da Funktionalitäten und der Servicelevel eingegrenzt sind.
  • Das starke Wachstum der Top-5-Anbieter neuestes Generation geht auf Kosten der mittleren und kleinen Anbieter, da die Top-5 voraussichtlich um 22 Prozent – von 1,23 Mrd. Euro auf 1,5 Mrd. Euro Umsatz — wachsen, und einige kleinere Anbieter weiter in den Closed-Shop für den B2B-Sektor abwandern, um dort an besseren Wachstumschancen teilzuhaben. (Grund hierfür ist gemäß Expertenurteil vor allem, dass die Services der „Großen“ zeitgemäß attraktiver angeboten werden und die Preissituation sich eher negativ für die kleineren Anbieter gestalten wird. Wobei „klein“ hier nur eine verhältnismäßige Größenordnung ist, da immerhin von Unternehmen unterhalb der 80 Millionen Euro Umsatz gesprochen wird.)
  • Print-Discounter (Trader), die bei starken Online-Print-Marken einkaufen und mit Zuschlag weiterverkaufen, verzeichnen das stärkste Wachstum; ihr Fokus liegt auf Marketing und Preisoptimierung.
  • Der Boom bei der Mass Customization im Print wird die Branchenentwicklung weiter beschleunigen. Ebenso Coopetition (Zusammenarbeit über Wettbewerbsgrenzen hinaus), Cognitive Commerce, Mobile Business und High-End Print (mit Special Effects).

Fazit

Als Schrittmacher und auf bereits starkem Umsatz-Niveau verzeichnet der Online-Print-Sektor mehr als alle anderen Bereiche der Druckbranche ein zweistelliges und damit deutlich höheres Wachstum sowie maximale Profitabilität durch Standardisierung und Automatisierung.

Relevante technische Innovationen werden äußerst schnell identifiziert und so umgesetzt, dass sie sofort zur Wertschöpfung beitragen.

 

Ein Meisterstück für die Darstellung von Print — Nicht nur Headquarter, sondern Kreativtempel für moderne Druckkunst, der sogar Digital Natives begeistert: Der globale Online-Print-Marktführer CIMPRESS setzt für seine wichtigste Marke VISTAPRINT einen Meilenstein. 

 

 


 

C) Zukunftsweisend: 4D Printing eröffnet neue Dimensionen

4D Printing leitet sich in Anspielung auf 3D Printing ab, das auf der globalen Print-Leitmesse drupa 2016 erstmals als stark vertretenes Segment hohe Aufmerksamkeit fand. Klar wurde dabei auch, dass 3D Printing mit der traditionellen Herstellung von Drucksachen kaum etwas gemein hat; 3D Printing bezeichnet eine additive Verfahrenstechnik (Additive Manufacturing, bei Erfindung Mitte der 1980er Jahre ‚Stereolithography‘ genannt), bei der Werkstücke aus unterschiedlichsten flüssigen oder festen Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen computergesteuert aufgebaut werden. Durch physikalische und chemische Härtungs- und Schmelzprozesse werden solide dreidimensionale Objekte erzeugt, etwa für die Herstellung von Prototypen oder aber auch von Einzelstücken ganzer Häuser, Autos, Musikinstrumente und vieles mehr. (Siehe: Definition 3D Printing). 

Der sinnvolle weitere Schritt: 2013 wurde in den USA von einem M.I.T.-Lab in Cambridge, MA, das 4D Printing in der Weise vorgestellt, dass es durch 3D-Drucker erzeugte Objekte in Form und Aussehen verändert(Siehe: Wissenschaftsbericht „What is 4D Printing?“ inkl. Video  sowie „4D Printing — An introduction and overview).

Etwa zur gleichen Zeit begann man in Deutschland bei Heidelberger Druckmaschinen das 4D-Printing-Prinzip auf die Print-Branche zu übertragen. Per Inkjet-Druck und hochpräziser Robotik werden Druckdaten auf solide Objekte übertragen — etwa für die Beschriftung/Bebilderung von Autos, Fussbällen oder Dosen. Jede Fläche, ob eben oder gekrümmt, kann bedruckt werden. Im April 2014 erstmals prototypisch vorgestellt, gab es bereits 2015 erste Installationen, zum Beispiel bei BVD Druck + Verlag AG in Liechtenstein.

 

Vorreiter: Das Online-Start-up mymuesli.com setzte in seinem Ladengeschäft in Heidelberg bereits Ende 2015 auf 4D Printing von Heideldruck.

 

Ende 2015 folgte die wohl spektakulärste Anwendung durch das Online-Startup mymuessli.com: In einem der mymuessli-Ladengeschäfte wurde ein vor Ort in Heidelberg installiertes 4D-Drucksystem vorgestellt, das Müsli-Dosen individuell farbig mit Texten und Bilder bedruckt. Eingabestation ist ein iPad, das der Kunde im Laden selbst bedient. Im Hintergrund arbeitet eine Web-to-Print-Softwarearchitektur zur professionellen Aufbereitung der Druckdaten. Minutenschnell ist die selbst gestaltete Dose fertig produziert, um das aus eigens ausgesuchten Komponenten individuell konfigurierte Müsli individuell zu verpacken. (Siehe Anwendungsbericht inkl. Video.) 

Zur drupa 2016 wurde die erweiterte, marktreife neue Baureihe Jetmaster Dimension von Heidelberger Druckmaschinen ausgestellt. (Siehe: 4D Printing with Jetmaster Dimension – The New Dimension in Printing sowie das ValuePublishing-Interview mit Heidelberg-Vorstand Dr. Stephan Plenz — Heideldruck: „Wir wollen ganz vorne dabei sein, wenn es um die Realisierung von funktionierenden, industriellen, digitalen Lösungen geht.“ 

Parallel zeigte auf der drupa 2016 als zweiter Technologie-Entwickler Xerox den Prototyp einer Drucklösung für das Bedrucken von Aluminium-Getränke-Dosen. (Siehe Technik-Bericht: „Xerox Direct to Object Inkjet-Drucksystem.)

Fazit

Das druckgrafische 4D Printing-Verfahren zählt zu den wichtigsten „Emerging Technologies“ (Gartner) und startet gerade erst im Markt. Noch ist es zu früh, um mit validen Marktdaten und Kennziffern aufzuwarten. Schaut man aber auf das dynamische Wachstum von 3D Printing insgesamt, lassen sich Parallelen erkennen und bewerten. 

Den Prognosen zufolge werden die weltweiten Ausgaben zum 3D-Druck bis 2020 auf 35,4 Milliarden US-Dollar steigen. Der weltweite Umsatz mit 3D-Druckern und 3D-Druck-Dienstleistungen würde sich damit in den kommenden 4 Jahren verdoppeln (Quelle: Marktforschungsunternehmen IDC, August 2016. (Siehe: https://www.3d-grenzenlos.de/magazin/marktforschung/verdopplung-3d-druck-umsatz-bis-2020-27185463.html)

Die hohe Bedeutung und exzellente Perspektive von 4D Printing ist in jedem Fall klar: Es werden nicht nur Druckereien respektive agile Online Print-Betriebe eingebunden, sondern auch Unternehmen aller Art, Konsumgüterhersteller, der Handel und sogar Online-Start-ups. Das Go-to-Market wird sich bei 4D Printing aber deutlich von der Vermarktung „regulärer“ Drucktechnik unterscheiden müssen.

 


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D) Packaging: Königsdisziplin mit weltweitem größtem Wachstumsvolumen

Fast die Hälfte des globalen Umsatzes mit Print entsteht durch „Packaging“, den Verpackungs- und Etikettendruck: Bis 2018 werden es rund 472 Milliarden Euro sein (2015: rund 390 Milliarden Euro). Die Gründe hierfür sind zum Ersten der steigende Bedarf an Verpackungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufgrund zunehmenden Wohlstands und wachsender Bevölkerungen. China liegt an der Spitze. Zum Zweiten profitiert die Verpackungssparte in den westlichen Industrieländern von zunehmender Sortenvielfalt und mehr Wettbewerb im Handel. Und drittens nimmt das Volumen von Verpackungen zu, wie hierzulande die Verbraucherberatung NRW feststellte. Denn 40 Prozent der Verpackungen enthielten Luft, sind also größer als nötig. Zudem bietet der Verpackungsmarkt noch ein riesiges Potential an (noch) nicht bedruckten Verpackungen, da der Markt insgesamt um 4 Prozent pro Jahr wächst und bis 2018 ein Volumen von rund 865 Milliarden Euro ausmachen wird.

Damit wird deutlich, warum die Druck- und Papierbranche mit großer Wucht auf die Innovation durch die aufmerksamkeitsstarke Differenzierung von Verpackungen setzt. Bis dato waren dies vor allem außergewöhnliche Veredelungsmöglichkeiten wie Lacke sowie Metallfarben und speziell für den Verpackungsdruck konzipierte Sonderkonfigurationen von Maschinen und Medien.

  • Bedruckt und veredelt werden Verpackungen bisher vor allem im Flexo-, Offset-, Tief- und Siebdruckverfahren. Dies trägt den hohen Auflagen sowie Qualitäts- und Kostenanforderungen Rechnung. Gemeinsam decken Flexo- und Offsetdruck aktuell rund zwei Drittel des Weltmarkts für Verpackungsdruck ab.
  • Der Anteil des Digitaldrucks ist mit weniger als 10 Prozent noch relativ klein. Dies dürfte sich aber mittelfristig durch die Fortschritte bei digitalen Drucktechniken ändern. Hinzu kommt der Trend zur Individualisierung.
  • Bedruckte und lackierte Kartonagen sowie Blechtafeln dürften vorerst eine Domäne des Bogen-Offsetdrucks bleiben. Der Digitaldruck tastet sich aber allmählich in diesen Markt hinein. Bei flexiblen Verpackungen dominiert in Europa und Amerika der Flexodruck, in Asien der Tiefdruck. Letzterer verliert aber aufgrund der teuren Druckform an Boden.
  • Bei Wellpappe und Etiketten ist der Flexodruck ebenfalls noch der am meisten genutzte Prozess, obwohl bei Etiketten der Digitaldruck stark im Kommen ist. Der Siebdruck wurde bisher vor allem bei Schildern, Displays und Hohlkörpern eingesetzt. In der Zukunft wird das digitale Inkjet-Druckverfahren an Bedeutung gewinnen. Experten gehen davon aus, dass die heute im Online-Handel/E-Commerce üblichen braunen Umverpackungen aus Wellpappe zunehmend farbiger werden.

Deutsche Druckmaschinenbauer suchen im Digitaldruck Kooperationspartner

Besonders die deutschen Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer (KBA) und Heidelberger Druckmaschinen setzen hier seit Jahren ihren Schwerpunkt auf den Verpackungsdruck und führen deutlich den Markt an. Seit der drupa 2016 liegt ein weiterer Fokus auf dem industriellen Digitaldruck, der von globalen Kooperationen profitieren soll:

Viele neue Player, die zusätzliche Verfahren entwickelten, kommen durch den Trend zum Verpackungsdruck ins Spiel, vor allem aus Israel. Dazu gehören neuartige Digitaldrucktechnologien wie die von Landa Nanography, die aber auch nach über acht Jahren der Entwicklung noch immer nicht marktreif installiert ist. Scodix entwickelt digitale Veredelungsmaschinen und Highcon setzt auf laserbasierte Hochgeschwindigkeitsmaschinen für die Faltschachtelherstellung. Auch reine Digitaldrucktechnikexperten wie z. B. Canon, Konica Minolta oder Xerox wollen bei Print-Anwendungen die Potenziale bei Verpackungen inklusive des Etikettendrucks heben. Dies schließt Printed Electronics und die Integration von Near Field Communication (NFC) ein, die beim Inkjetdruck mit verarbeitet werden kann.

 

 

Was im klassischen Drucksektor leicht übersehen wird, ist das Zusammenspiel von Multichannel-Lösungen beim Marketing, „Augmented Reality“ und individualisierter Werbung. Diese Kombination kann jede Art von Verpackung über die „Augmented Reality“ zum Startpunkt neuer Kontakt- und Dialogmöglichkeiten mit dem Käufer machen und stellt daher ein ungeheures Potenzial für Markenunternehmen dar. Um dies zu realisieren, ist der Digitaldruck unerlässlich. Nur durch ihn kann das Druckbild ad hoc variiert werden. So ermöglichen neuartige Multichannel-Softwarelösungen wie die von der Xerox-Tochter XMPie, Verpackungen zu individualisieren und sie zu einem Teil von messbaren Marketingkampagnen werden zu lassen. Via XMPie kann jede Art von Drucktechnik-Prozess angesteuert werden. (Siehe ValueDialog mit XMPie-Präsident Jacob Aizikowitz)

Gründe für das starke, nachhaltige Wachstum bei Verpackungen

  1. Bedruckte Verpackungen haben für ihren Inhalt eine Schutz-, Konservierungs-, Werbe- und zunehmend auch eine Kommunikationsfunktion. Man denke hier nur an das Thema Verbraucherschutz mit entsprechenden Hinweisen auf der Verpackung.
  2. Verpackungen können nicht durch Flat-Screens oder Smartphones ersetzt werden. Anders als gedruckte Zeitungen oder Kataloge sind sie nicht vom veränderten Medienverhalten betroffen, sondern profitieren eher davon.
  3. Die Weltbevölkerung und der internationale Wohlstand wachsen. In Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien wächst die kaufkräftige Mittelschicht. Mit dem Wohlstand wächst der Konsum und wo mehr konsumiert wird, wird mehr verpackt und bedruckt, zumal auch in Schwellenländern Shopping Malls aus dem Boden schießen.
  4. Die Bedeutung von Verpackungen am Point of Sale nimmt zu. Verpackungen werden immer raffinierter und edler, um höchste Aufmerksamkeit zu finden. Dieser Trend bringt mehr Wertschöpfung für die Druckbranche und aufwendiger ausgestattete Maschinen für die Lieferindustrie.
  5. Mehr Single-Haushalte mit einer Vorliebe für Fertiggerichte und der boomende Online-Versandhandel sind ebenfalls Wachstumstreiber.

Kennziffern zum Verpackungsmarkt: Starkes globales Wachstum bis 2018

  • Marktprognosen gehen von einem deutlichen Umsatzanstieg im globalen Verpackungsmarkt aus.
  • Mit jährlichen Raten von 4 Prozent werde das Umsatzvolumen bis 2018 auf 975 Milliarden US-Dollar steigen, prognostiziert die Marktforschungsberatung Smithers Pira. Umgerechnet sind das ca. 865 Milliarden Euro. Der Anteil der bedruckten Verpackungen soll dann bei 472 Milliarden Euro liegen.
  • Wichtigste Treiber sind die steigende Weltbevölkerung insgesamt sowie im Speziellen die wachsenden Mittelschichten in den BRIC-Staaten.
  • Technische Weiterentwicklung, sinkende Kosten sowie der Bedarf an nachhaltigen recyclingfähigen Verpackungen sollen den Markt zusätzlich antreiben.
  • Asien bietet mit sechsprozentigen Wachstumsraten die besten Aussichten. Bis 2018 soll der asiatische Verpackungsmarkt 40 Prozent des Weltmarktes ausmachen.

Quelle: Smithers Pira, VDMA.

Trends bei Techniklieferanten

  • Für Maschinenbauer aus dem Bereich Druck- und Papiertechnik soll positive Marktentwicklung die Chance bieten, anderweitig rückläufige Geschäfte zu kompensieren.
  • Auch wenn digitale Druckverfahren im Verpackungsmarkt weit überdurchschnittlich zulegen – die Analysten prognostizieren jährliche Wachstumsraten von 13,4 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts – bleiben herkömmliche Verfahren im Verpackungsbereich die Umsatzgaranten und dürfen nicht ausgeklammert werden.
  • Das Umsatzvolumen des digitalen Verpackungsdrucks bezifferte sich 2015 auf 10,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet circa 9,35 Milliarden Euro), was knapp 2,5 Prozent Marktanteil am Weltmarkt für Verpackungsdruck entspricht.

Quelle: Smithers Pira, VDMA.

Trends bei Druckdienstleistern

  • Im Bereich Packaging zeigen sich ähnliche Entwicklungen wie im Online Print-Geschäft ab: Konzentration auf wenige, marktführende Druckereien und die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen stehen im Vordergrund.
  • Leistungsstarke Verpackungsdruckereien folgen meist ihren globalen Kunden (Grosskonzerne wie z. B. Unilever oder Nestlé) und suchen dann vor Ort nach verlässlichen und gut reputierten Anbietern.
  • Generell ist der Verpackungsdruckmarkt dadurch sehr in Bewegung, Übernahmen und Zusammenschlüsse sowie Erschließung neuer Märkte wie z. B. in Asien stehen im Fokus. Druckereikonzerne suchen auch in kleineren Märkten nach lokalen Druckern in Vietnam, Indonesien, etc. Dort zählen die Qualität der Maschinen (auch bei älteren Modellen), Standardisierung und der Service vor Ort.
  • In den westlichen Industrieländern teilen sich jeweils drei Anbieter fast 50 Prozent des Markets. In den USA sind es Westrock (Meadwestvaco und Rocktenn), Graphic Packaging und MPS. In Europa sind es Mayr Melnhof, Autajon und A&R Carton.
  • Andere große Anbieter wie Edelmann wachsen vor allem durch Zukäufe.
  • Führende Online-Print-Anbieter wie die börsennotierte CIMPRESS investieren in Verpackungsdrucktechnik und evaluieren strategisch neue Markteintrittsmöglichkeiten im Endkundengeschäft und im B2B.

 


 

Fazit

Der Markt für Verpackungs- und Etikettendruck expandiert derzeit um rund 25 Milliarden Euro pro Jahr und wird bald über 50 Prozent der globalen Druckvolumen ausmachen. Der Online-Handel sowie Multichannel-Anwendungen mit Kommunikation am Point-of-Sales sind zentrale Wachstumstreiber. 

Als wichtigste Verfahrenstechniken dominieren der Offset- und Flexodruck äußert stark und werden auch in 10 Jahren noch das Gros der Produktionen bewältigen müssen. Digitaldruck-Techniken wachsen überdurchschnittlich, v. a. durch Kooperationen von Herstellern, aber auf niedrigem Niveau. 

Die Nase vorn haben diejenigen Druckereien, die integrierte Lösungen kundenorientiert und mit hoher Automatisierung/Standardisierung sowie digitaler Prozesskompetenz anbieten. 

 


 

Der Beitrag wird wie folgt fortgesetzt: 

 

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Print is Big: Impressionen vom neuen Headqarter der größten Online-Druckerei der Welt, CIMPRESS/Vistaprint. 

ValueTrendAnalysis:
Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print (Teil 1)

Von Andreas Weber, Head of Value

Durch ValueTrendRadar-Analyse „Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print“ liegt erstmals eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des globalen Print-Geschehens vor. Aus gutem Grund liegt ein besonderer Fokus auf Deutschland, da hier die moderne Druckbranche ihren Ursprung fand. Aber auch die globale Sicht kommt nicht zu kurz.

Zum Autor: Seit mehr als 20 Jahren erhält Andreas Weber als Print- und Innovations-Analyst zahlreiche Anfragen zu Print-Themen — nicht „nur“ von international aktiven Investoren, sondern von Wirtschaftsanalysten, aus dem Bankenbereich und von Marktforschern. Zumeist geht es um Produktinnovationen resp. Technikanbieter, neue Verfahrenstechniken sowie die Lage der Druckereien im Allgemeinen. In über 20 international stark beachteten Einzelanalysen hat sich Andreas Weber vor, während und nach der globalen Print-Leitmesse drupa 2016 mit den aktuellen Print-Technik- und Markttrends beschäftigt. — Siehe auch die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der nachfolgenden Analyse..


Vorbemerkung

Anfang September 2016. Das Handy klingelt. Der Anrufer fragt unvermittelt: „Würden Sie ins Geschäft mit Print einsteigen?“ — Meine Antwort: „Ja klar!“ Aus meiner wohl überraschend-spontanen Antwort ergab sich ein intensives, fast einstündiges Gespräch, dessen Ergebnisse hier von mir zu einem umfassenden Einblick zu Print zusammengefasst werden. Angerufen hatte der Chef eines Venture Capital Fonds, mit dem Ziel einen aktuellen, objektiven und umfassenden Eindruck zu Print gewinnen zu können. — Here we are!

Ad 1: Nicht nur an den Börsen, sondern v. a. bei professionellen Investoren ist Print ein zunehmend relevantes Thema. Nicht zuletzt durch Groß-Investitionen bei Print-Technik-Herstellern (HP Inc. übernimmt Druckersparte von Samsung) und (Online-)Druckereien (CIMPRESS übernimmt wir-machen-druck.de ; Bregal übernimmt Mehrheit bei Onlineprinters GmbH / diedruckerei.de).

Last but not least: Die Print-Technik-Traditionskonzerne wie Koenig & Bauer AG (KBA) und Heidelberger Druckmaschinen AG verzeichnen in 2016 wieder bessere Aussichten an der Börse, während fast alle auf Digitaldruck-Technik fokussierten Konzerne bei sinkender Marktkapitalisierung über die letzten fünf Jahre hinweg Kursrückgänge oder -stagnation verzeichnen. Und: Digitaldrucktechnik-Pioniere wie Hewlett-Packard und auch Xerox mussten sich aufspalten, um in neuer Konfiguration einer Rückbesinnung auf Printtechnik im Digitalzeitalter folgen zu können.

Ad 2: Die Herausforderungen, um im Print und mit Print-Technik zu reüssieren, sind enorm hoch: Das Printgeschäft ist nicht leicht zu verstehen, weil es hoch-komplex und kaum ganzheitlich im Blick zu halten ist. Für Aussenstehende resp. Branchenfremde tun sich im Detail viele Fragen und sogar Widersprüche auf; es ist fast unmöglich, sich aus dem Stand einen Überblick über die Lage von „Print als Business“ zu verschaffen. Der Grund: „Print is big“ — wie ein fundiert angelegtes Projekt aus den USA anschaulich macht, das nicht nur auf den US-Markt, sondern global ausgelegt ist. (Quelle: http://printisbig.com, herausgegeben vom Print-E-Commerce-Spezialisten Aleyant Systems).

Um Print richtig einschätzen zu können, müssen m. E. drei Betrachtungsebenen untersucht und bewertet werden:

  1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung
  2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft
  3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten

1. Print in seiner wirtschaftlichen Bedeutung

Wichtige globale Kennzahlen aus dem Jahr 2015

Globaler Umsatz mit Printmedienproduktionen:
898 Milliarden US-$, wobei ‚on-top’ rund 3.500 Milliarden US-$ an Zusatzumsätzen für „related services“ aggregiert wurden. Darin sind Content-Creation, Design, IT, Logistics etc. eingeschlossen.

Zum Vergleich:

  • 133 Milliarden US-$ für Online-Werbung
  • 102 Milliarden US-$ für Video Games
  • 15 Milliarden US-$ für Musikindustrie

(Quelle: http://printisbig.com auf Basis zahlreicher Studien und validierter Marktforschungsergebnissen).

Der Print-Markt ist hoch bedeutend und braucht sich kaum hinter dem Automobilbau, dem Finanzsektor oder der Werbebranche zu verstecken. Dies ist eigentlich kein Novum, sondern seit Generationen so!

Wandeln durch Handeln!

Die genannte ‚Print is Big‘-Analyse bezieht alle Print-Anwendungen ein, auch solche, die sich ausserhalb der hierzulande eng eingegrenzten Kernbranche „Druckindustrie“ abspielen, die sich allzuoft mit „hausgemachten“ Problemen beschäftigt, wie Unternehmensberater betonen. (Siehe das aktuelle Interview mit Michael Apenberger, Hamburg, von Anfang September 2016). Die Folge: Mehr und mehr Innovationen spielen sich ausserhalb der Vorstellungswelt der Kern-Branche ab resp. es gibt eine wachsende Anzahl von Innovatoren, die etablierte Druckereien unter Druck setzen (mehr dazu unter Punkt 2).

Der wichtigste Aspekt aus meiner Sicht lautet: Wie kann eine Branche — die seit hunderten von Jahren fest etabliert auf Innovation setzt, sich also permanent technisch erneuert und dadurch für nahezu jeden Menschen und alle Organisationen, Institutionen, Regierungen/Behörden, Universitäten, Firmen aller Art und sogar für Start-ups unverzichtbar wurde — wie kann eine solche Branche seit vielen Jahren ihre eigene hohe Bedeutung nicht adäquat einschätzen resp. Dritten darstellen? — Zur Erinnerung, mit Blick auf Deutschland und den Kernmarkt Druckbranche, ein paar Fakten:

  • Die Zahl der Druckereibetriebe und der Beschäftigten in Deutschland schrumpft erheblich (von über 20.000 Druckereien in den 1990er Jahren werden bis 2020 rund 7.500 aktiv im Geschäft bleiben);
  • die Produktion stagniert und geht in Teilmärkten zurück;
  • die Kapazitätsauslastung sinkt resp. schwankt im Schnitt bei 80%;
  • die durchschnittliche Entwicklung der Verkaufspreise sinkt seit 15 Jahren konstant;
  • kurios: Seit Jahren sind die Erwartungen der deutschen Druckereiunternehmer konstant schlechter als die tatsächliche derzeitige Lage ihrer Unternehmen.
  • ABER: Die Investitionen in Technologie steigen bei Betrieben ab 50 Mitarbeitern wieder seit 2014, mit leichter Delle in 2015, aber mit einem deutlichem Zuwachs für das Jahr 2016 (alleine in Deutschland geschätzt um 7,3 Prozent auf 644 Mio. Euro, was ca. 8 bis 10 Prozent des Weltmarktes ausmacht).

Quellen (Auswahl):


Ähnlich wie in Deutschland sind übrigens die Entwicklungen in allen industrialisierten Ländern gelagert, wobei deutsche Druckereien vom Vorteil profitieren, dass sie von einer nach wie vor hohen Exportquote von über 15 % profitieren und somit nicht nur vom Binnenmarkt abhängig sind.

Ein wichtiger Trend im Druckereimarkt leitet sich daraus ab: Druckereien verschlanken sich; dennoch muss selbst bei sinkenden Produktionsvolumen die Wertschöpfung steigen. Druckereien müssen daher nach wie vor investieren, um effizienter produzieren oder neue Wachstumsfelder erschließen zu können. 

Als wichtigste Aufgabe kommt hinzu, das „Go-to-Market“ für Druckereien und ihre Kunden zu verbessern, da große Wissensdefizite hinsichtlich der Möglichkeiten von Print bestehen:

  • die Kommunikation zeitgemäß stärken, um mit Kunden medial im Dialog zu stehen und v. a. um Marktentwicklungen pro-aktiv zu beeinflussen;
  • Erstellung und Bestellungen von Drucksachen vereinfachen — Lieferzeiten verkürzen;
  • neue Anwendungen (auch in Nischen) erschließen;
  • und grundlegend überdenken, wie sich Print im Kommunikationsmix nachhaltig positionieren kann.
  • Letztlich: Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer!

Lichtblick: Überaus positive Signale, mit weltweit höchst positiver Resonanz, setzte die globale Leitmesse drupa 2016 vom Mai/Juni in Düsseldorf. Denn wie nie zuvor wurde das breite Anwendungsspektrum von Print im Digitalzeitalter aufgezeigt: 3D Printing, Multichannel, Functional Printing resp. Printed Electronics öffneten Horizonte. (Siehe die Auflistung der entsprechenden ValuePublishing-Analysen zur drupa 2016, in deutsch und englisch). — Gleichzeitig wurden Quantensprünge erkennbar in den Bereichen Workflow/Automatisierung/Business Management, Verpackung (Packaging) und eben nicht nur im Digitaldruck, sondern vor allem auch im Offsetdruck. Und das alles im Kontext mit zeitgemäßen Hype-Begriffen wie #Cloud, #BigData, #IoT (Internet-of-Things) etc. (Siehe z.B. die Analysen zu Heidelberger Druckmaschinen AG sowie zur drupa-2016-Pressekonferenz des VDMA).

Ein weiteres Novum: Erstmals setzte sich durch die drupa 2016 Social Media-Kommunikation bei aktuellen Print-Themen an die Spitze. Vor allem über Twitter beschäftigten sich weltweit und in Echtzeit einige Millionen Fachleute mit den neuesten Print-Themen im Kontext mit den aktuellen Entwicklungen im Digitalzeitalter. Allerdings erfolgen diese Reaktionen und Interaktionen kaum durch Insider-Begriffe der Print-Technik-Welt, wird die nachfolgende Grafik zeigt.

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.037

Analyse via Twitter: ValuePublishing Wordcloud zu #drupa0216. Grafik/Collage: Andreas Weber

Es wurde durch die drupa 2016 auf globaler Ebene klar, dass Printmedien keinesfalls aus der Zeit geraten sind, sondern wirkungsvoller denn je eingesetzt werden können. Schwarzmalererei ist also falsch. Die Aussichten sind bestens! (Siehe ValuePublishing, April 2016, „drupa ante portas: Automatisierung, Flexibilisierung, Digitalisierung machen Print zum Top-Wachstumsmarkt!“)

Lesetipp: Bernd Zipper, Projekt „Print lebt 2013“ – und wie ist es heute um den Druck bestellt? — Mit dem Resümee: „Die Attraktivität und der Nutzen von Printprodukten sind ungebrochen. Zumeist ist die Angst vor der Substitution durch andere Medien unbegründet. Und auch für die Gegenwart und die Zukunft hält Print noch einiges bereit. (…) Print lebt. Und auch wenn in verschiedenen Bereichen Auflagen zurückgehen, so wird – der ‚Krise‘ von Print zum Trotz – weiter gedruckt. Mehr als je zuvor.“

Der Beitrag wird wie folgt fortgesetzt: 


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ValuePublishing ValueTrendRadar Analysis 2016 2.001.jpeg

Hochattraktiv für Start-Ups wie PastBook, Amsterdam: Print in Kombination mit Social Media erschließt weltweit neue Kundengruppen. Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Executive Summary der Analyse von Andreas Weber, Head of Value

Siehe auch den Kommentar zur Analyse!  |  English Version

 

Nicht nur an den Börsen, sondern v. a. bei professionellen Investoren ist Print ein zunehmend relevantes Thema. 

Aber: Für Aussenstehende resp. Branchenfremde tun sich im Detail viele Fragen und sogar Widersprüche auf; es ist fast unmöglich, sich aus dem Stand einen Überblick über die Lage von „Print als Business“ zu verschaffen. Der Grund: „Print is big“ – mit rund 898 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2015 (ca. 830 Milliarden Euro).

Um Print richtig einschätzen zu können, müssen drei Betrachtungsebenen untersucht und bewertet werden:

  1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung
  2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft
  3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten

 


1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung

  • Der Print-Markt ist hoch bedeutend und braucht sich kaum hinter dem Automobilbau, dem Finanzsektor oder der Werbebranche verstecken. Dies ist eigentlich kein Novum, sondern seit Generationen so!
  • Ein wichtiger Trend im Druckereimarkt: Druckereien verschlanken sich; dennoch muss selbst bei sinkenden Produktionsvolumen die Wertschöpfung steigen. Druckereien müssen daher nach wie vor investieren, um effizienter produzieren oder neue Wachstumsfelder erschließen zu können.
  • Es wurde durch die drupa 2016 auf globaler Ebene klar, dass Printmedien keinesfalls aus der Zeit geraten sind, sondern wirkungsvoller denn je eingesetzt werden können. Schwarzmalererei ist also falsch. Die Aussichten sind bestens!
  • Aber: Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer!
  • Die Zukunft von Print wird getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht.
  • Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen.

Der Weltmarktführer bei Online Print, CIMPRESS, hat mit seinem neuen Headquarter an der US-Ostküste einen kreativen Tempel für die Kunst des Druckens geschaffen, der talentierte Digital Natives als Mitarbeiter anzieht. Fotos: Screenshots aus Architektur-Video vom mp-architects. 


2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft

A) Starke Wachstumsimpulse für Print durch Digital-Pioniere

B) Online Print — das derzeit dynamischste Wachstumssegment

  • Als Schrittmacher und auf bereits starkem Umsatz-Niveau verzeichnet der Online-Print-Sektor mehr als alle anderen Bereiche der Druckbranche ein zweistelliges und damit deutlich höheres Wachstum sowie maximale Profitabilität durch Standardisierung und Automatisierung.
  • Relevante technische Innovationen werden äußerst schnell identifiziert und so umgesetzt, dass sie sofort zur Wertschöpfung beitragen. 
  • Der Boom bei der Mass Customization im Print wird die Entwicklung beschleunigen.

C) Zukunftsweisend: 4D Printing eröffnet neue Dimensionen

  • Das druckgrafische 4D Printing-Verfahren zählt zu den global wichtigsten „Emerging Technologies“ (Gartner) und startet erst im Markt. Noch ist es zu früh, um mit validen Marktdaten/Kennziffern aufzuwarten. Schaut man aber auf das dynamische Wachstum von 3D Printing insgesamt, lassen sich Parallelen erkennen und bewerten.
  • Die hohe Bedeutung und exzellente Perspektive von 4D Printing ist in jedem Fall klar: Es werden nicht nur Druckereien resp. agile Online Print-Betriebe eingebunden, sondern auch Unternehmen aller Art, Konsumgüterhersteller, der Handel und sogar Online-Start-ups.

D) Packaging: Königsdisziplin mit weltweitem stärkstem Wachstum

  • Fast die Hälfte des globalen Umsatzes mit Print entsteht durch „Packaging“, den Verpackungs- und Etikettendruck: Bis 2018 werden es rund 472 Milliarden Euro sein (2015: rund 390 Milliarden Euro).
  • Der Markt für Verpackungs- und Etikettendruck expandiert derzeit um rund 25 Milliarden Euro pro Jahr und wird bald über 50 Prozent des globalen Druckvolumen ausmachen. Der Online-Handel sowie Multichannel-Anwendungen mit Kommunikation am Point-of-Sales sind zentrale Wachstumstreiber.
  • Als wichtigste Verfahrenstechniken dominieren der Offset- und Flexodruck äußert stark und werden auch in 10 Jahren noch das Gros der Produktionen bewältigen müssen. Digitaldruck-Techniken (speziell Inkjet-Druck) wachsen überdurchschnittlich, v. a. durch Kooperationen von Herstellern, aber auf niedrigem Niveau.
  • Die Nase vorn haben diejenigen Druckereien, die integrierte Lösungen kundenorientiert und mit hoher Automatisierung/Standardisierung sowie digitaler Prozesskompetenz anbieten.

 


3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten – Vom Silo-Denken zur kundenorientierten Ganzheitlichkeit

  • Die Zahl der Techniklieferanten für Druck- und Papiertechnik geht in die Tausende. Kunden aus der Druckindustrie sind mit einer Vielzahl von Angeboten konfrontiert, die sich mehrfach überlagern respektive deckungsgleich sind.
  • Trotz allem und wohl auch durch die Omnipräsenz der Digitaldruckhersteller, die allzu gerne den Untergang von Print prophezeiten, falls nicht in Digitaldruck investiert werde, gerieten die traditionellen Hersteller von Offset-, Tief-, Flexodruck-Technologien scheinbar ins Hintertreffen.
  • Aber: Die Traditionskonzerne Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) und Koenig & Bauer AG (KBA) mussten zwar heftige, existenzbedrohende Krisen durchlaufen, haben aber ihre starke Position behauptet und sich komplett erneuert.
  • Die (totgeglaubte) Offsetdruck-Welt hat einen Neustart erfolgreich vollzogen und die Digitaldruck-Welt pro-aktiv integriert. Wohingegen die Digitaldrucktechnik-Welt mehrheitlich mit ihren (Stand-alone-)Eigen-Lösungen in Silos verhaftet bleibt und auf Verdrängung durch Substitution setzt.
  • Anleger und die Börse haben den Neustart der deutschen Maschinenbauer KBA und Heideldruck zur drupa 2016 honoriert. Entsprechend entwickelten sich die Umsatz- und Ertragslage der beiden Firmen positiv — mit zuversichtlichen Prognosen für eine steigende Kursentwicklung.
  • Demgegenüber haben sich die Ambitionen und der hohe Forschungsaufwand auf die Börsenkurse der reinen Digitaldrucktechnik-Firmen bis dato nicht positiv ausgewirkt.
  • Die beiden deutschen Druckmaschinenhersteller KBA und Heideldruck, als Branchenprimus, verteidigen erfolgreich ihre Führungspositionen und wachsen wieder profitabel; wobei Heideldruck aus heutiger Sicht durch seine ganzheitlich durchdachte und zielführende Strategie zur Digitalisierung mit Fokus auf Print die besten Perspektiven bietet, um seine dominante Markposition auch im Digitalzeitalter weiter auszubauen.
  • Im Ergebnis ist Heideldruck zum Schrittmacher der digitalen Transformation der globalen Druckbranche geworden. Denn es werden nicht nur unterschiedliche Printtechniken, sondern das gesamte Druckerei-Management inklusive der digitalen Administrations- und Prozessteuerung sowie Cloud-basierte Services zur optimalen Vernetzung einbezogen. Die Maßgabe ist dabei die bestmögliche Kundenorientierung.

 

 


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Die Print-Branche ist eine der größten und nachhaltigsten der Welt. Innovationen wie 4D Printing sehen die Marktforscher von Gartner als wichtigen Treiber innerhalb der ‘Emerging Technologies 2016’. Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

Ein Kommentar von Andreas Weber, Head of Value

Siehe auch die Zusammenfassung der Ergebnisse. | English Version

Durch ValueTrendRadar-Analyse „Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print“ liegt erstmals eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des globalen Print-Geschehens vor. Aus gutem Grund liegt ein besonderer Fokus auf Deutschland, da hier die moderne Druckbranche ihren Ursprung fand. Aber auch die globale Sicht kommt nicht zu kurz.

Die hohe wirtschaftliche Bedeutung von Print als einer der global größten und mithin nachhaltigsten Branchen ist evident, da Print unverzichtbar ist. Die (teils unvermuteten) Wachstumstreiber Online-Handel, Online Print sowie 4D Printing und als Königsdisziplin der Verpackungs- und Etikettendruck schaffen für viele lukrative Anreize.

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Entsprechend ist der Technologie-, Innovations- und Investitions-Aufwand riesig. Bei der Positionierung der Techniklieferanten trennt sich die Spreu vom Weizen. Die gemäß ihrem Selbstverständnis als „Erneuerer“ von Print auftretenden reinen Digitaldrucktechnik-Hersteller reüssieren mit ihrer Substitutions-/Verdrängungs-Strategie nicht wie vorausgesagt, da auch nach 25 Jahren keine hohen Marktanteile gewonnen wurden; das Wachstum ist zwar hoch, aber auf extrem niedrigen Niveau. Das Gros der Druckvolumen wird durch konventionelle Techniken in modernisierter Form produziert. Denn die deutschen Maschinenbau-Traditionsfirmen (mit Heidelberger Druckmaschinen AG als Branchenprimus an der Spitze) haben sich neu erfunden, den Digitaldruck erfolgreich in die Offsetdruck-Welt integriert und die Schrittmacherrolle bei der Neupositionierung von Print übernommen. Das Ziel: Die digitale Transformation des industriellen Drucks ermöglichen, mit dem Fokus auf Wachstumsmärkten und agilen Top-Kunden. Autonomes Drucken, Automatisierung und Standardisierung aller Prozessschritte — vom Online Print bis zum E-Commerce — ist möglich. Dazu bedarf es mehr als nur Technik-Innovationsmöglichkeiten; vor allem wird profundes Know-how benötigt zur integrierten Kontrolle und Steuerung über die gesamte Printproduktions-Wertschöpfungskette hinweg — und das im Kontext mit den Paradigmen der Digitalisierung. Das reicht vom „digitalen“ Geschäftsmanagement bis zu neuen, Cloud-basierten Leistungsangeboten und Services, die ein innovatives Go-to-Market und eine auf Interaktion abzielende Vertriebskommunikation erfordern.

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Vor der Kür kommt die Pflicht: Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer! Denn die Zukunft von Print wird wie dargelegt getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht. Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen, die Print im Kommunikationsmix auch nach über 500 Jahren noch attraktiv bleiben lässt.

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ValuePublishing Transformation 22082016.001

Roadmap to Transformation: The strategist, speaker, futurist, digital transformer Frank Diana hits the point by sharing his „Future“ scenario.  Source: https://frankdiana.net

 

By Andreas Weber, Head of Value

Click to access german version

This article is the overture to a series of trend letters and trend studies produced by ValuePublishing together with the global expert platform @Muchcommunication. The topics revolve around the significance of the transformation of our thinking and behavior, the ways and means by which we live, communicate and do business. —The basis is the analysis and evaluation of around 100 validated, national and global sources of information that are continuously being assessed. More than 300 trade articles with background material, analyses, trend observances and assessments are currently available as resources in the compendium ValueTrendRadar.com.

Intro 

The desire to be able to make Captain Kirk’s legendary phrase “Beam me up, Scotty” in Star Trek a reality has existed for several decades. It stirs up the fascination of transforming one’s own self to get from A to B in real-time and exchange reality with another on the fly. The self is dematerialized, diffused and constructed again — deconstruct, reconstruct!

The initial question is:
Where do we stand today — where are we headed?

The answer: 
We must not let ourselves be led astray by pure technology euphoria. Let us first take a look back to the future!

 

In medias res

For more than a generation, “digitalization” has had a fulminant impact (regardless of how one may interpret the term!); our living environment and real life go hand in hand with fulminant structural changes at ever shorter intervals accompanied by an enormous increase in pressure, thanks to globalization. The daily deluge of countless appeals incites downright panic as we are made aware of the fact that change caused by digital technology is unstoppable. No stone is left unturned. There is no getting around ‘digital transformation’ — on every corner there stands a self-appointed prophet, or even worse, a know-it-all, who points out the scenarios of why what we do, generally speaking, is no longer possible for future success.

A closer look often reveals smokescreens, eyewash, ignorance based on arrogance and consummate dilettantism. New terms are constantly being hawked with hype and their meaning distorted: The world becomes a “digital world”, trade becomes “digital commerce”; media becomes “digital media”, marketing becomes “digital marketing”, transformation becomes “digital transformation”. Everyone needs a “digital strategy”. Added to that are ultimate verbal creations such as “customer obsession”, “pure business” and more.

The consequences: Every day there is virtually something new under the sun. This leads to an exponentially growing confusion that creates more uncertainty than perspective, spurring the know-it-all prophet on to even more ‘good’ deeds… Phew! A vicious circle. For here — figuratively speaking — gasoline is being used to put out the fire.

How can you escape the confusion? Very easily – by thinking about it in peace and quiet and in reflective practice. Steve Jobs led the way when, after years in the diaspora, he introduced the Apple “Think Different” philosophy in the fall of 1997, with the transformation irreversibly changing not only the ailing Apple concern at the time, but also that of the world of IT, of computing, of music, of telecommunications, of movies, of books, of e-learning and so much more with regard to ‘digital lifestyle’. During the preview, Jobs told his closest colleagues succinctly that the key was the return to the “core values” that existed from the beginning and consequently carrying them on. Success proved him right. A manifest, a master plan oriented to the past is what is always first needed to define new guidelines for decades to come. [See: Apple Confidential – Steve Jobs on “Think Different” – Internal Meeting Sept. 23, 1997. ]

 

Transformation begins in the head!

If one continues this line of thought in the context of change, the logical implication is: Transformation begins in the head. And if the mission is successful, it ends there again. This sweeps away all those who lead one to believe that salvation lies in the inexhaustible innovative power of the latest technology. That is a fallacy. Salvation lies in thinking based on a sound human understanding that recognizes fundamental needs and anticipates the new! But beware: The famous phrase “Mens sana in corpore sano” (“a sound mind in a sound body”), should not be considered here, especially as it is no longer taken in the original sense meant by the Roman poet and satirist Juvenal, who used it to criticize hypocritical piety and dancing around the golden calf. 

“If you want to go forward, you first have to go back to the roots!”

Recourse to Roman Antiquity is not out of place in our context. The Latin verb “transformare” means in essence “reform, reconfigure, alter”. That was the focus in ancient Rome; transformation was part of the genetic code of an empire to create not only expansion, but first and foremost culturally uniform value systems and keep them alive over the centuries — or even make them useful for us people of today.

INFO TIP:  Collaborative Research Centre 644 Transformations of Antiquity of the Humboldt University of Berlin, http://www.sfb-antike.de and http://www.hsozkult.de/event/id/termine-31084 .

“Reform, reconfigure, alter” was ultimately the impetus for constituting the United States of America of 1776. Europe as the “mother” of Enlightenment was not in the position then or even generations later to pursue its own awareness. Those who were interested in freedom, independence, human rights, progress and securing one’s livelihood had to emigrate. Transformation was thus inherent in the USA, shaping the creation and culture of a nation, of a free society as well as that of a dynamic economic area; this continues unabated today.

In American English usage, transformation was given an extended meaning: Going back to the early 15th century, it followed the late Middle English “change of shape”, to be augmented in modern times by synonyms such as conversion, metamorphosis, renewal, revolution, shift, changeover, flip-flop, switch, transfiguration, etc. This provoked a special type of transformation that consciously accepts collateral damage, as well as a return to “great minds” such as Johannes Gutenberg, who was chosen Man of the Millennium by the business elite in the USA in 2000. (See Theo Mortimer: The Man of the Millennium, Dublin Historical Record, 2003 https://www.jstor.org/stable/30101421?seq=1#page_scan_tab_contents

Silicon Valley forward thinker Jeff Jarvis dedicated a book worth reading to him: Gutenberg — The Geek. Core message: “According to Jarvis, Johannes Gutenberg, the patron saint of entrepreneurs, would not only approve, but find himself right at home in Silicon Valley today.”

Recently, especially in China since the 1990s, it has been seen how a society and its culture of thousands of years is transforming at breakneck speed, independently of political liberalism. At the center are economic developments arising from growing expertise and broadening communication skills with unique scale and multiplier effects.

If one compares the transformation effects in the USA und China with those in Europe, a strong imbalance becomes apparent as reflected in stock prices and the design of business model concepts. (See: Netzökonom/Dr. Holger Schmidt: Plattform-Index KW 33: Tencent, Baidu und Weibo legen kräftig zu  as well as: Digitale Plattformen – das zentrale Geschäftsmodell für Unternehmen).

 

Source: Dr. Holger Schmidt: Digitale Plattformen. slideshare presentation dated 20. April 2016. 

 

This imbalance is recognized by business leaders in Germany (like in many other countries), but without any suitable counteracting concepts made visible. (See loc. cit.: Digitale Transformation: Deutschlands Top-Manager sehen großen Nachholbedarf).

The main reason for this, apart from a deficit of topical expertise, is the different interpretation of the word meanings. Digitalization is seen as a technical phenomenon and thus a concern for techies. Transformation is evaluated in terms of the pipeline business model and optimization of the existing order – with fatal consequences. There is complete disregard for the fact that in doing so, the term transformation is replaced by its antonym: Stagnation.

This article will be continued with examples of transformation concepts destined to succeed or to fail.

 

CONTACT TO GET ACCESS TO FURTHER TRANSFORMATION ARTICLES, TRENDSETTERS AND TRENDSTUDIES: 

drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001

Great work. Great tweets. Great results. And a lot of fun beyond technology by LOVRA’s amazing chill-out sessions. Last but not least: Many THANKS to the Xerox Social Media team members Stefan, Bill, Jenna.

#drupa2016 Review: Print wins! If…

Dear friends of drupa!

Please read and share our unique series of #drupa2016 reports. We are proud to enable a real multimedia and multichannel experience. And we are happy to interact with a huge global audience covering 120+ countries.

Kick-off: splendid #drupa2016

Our ValuePUBLISHING TRILOGY — a quite critical, selective analysis looking back at the splendid #drupa2016 (in german language)

Topics Outline Overview:
• Part 1 – Proof of concept: Does the printing community communicates properly?
• Part 2 – Crucial: Reduce to the max — don’t get lost in details!
• Part 3 – The crux of the matter: #unleashprint 

 


Back to the future: Some fun

#drupa2050 — TX to Benny: Touch the future again and again…
#drupa2050 — Danke, Benny! Touch the future again and again…


Enjoy ValuePUBLISHING’s #Storify stories the most valuable way to catch up all major topics of #drupa2016 in a smart multimedia format. Convenient to navigate, wonderful to explore and easy to share. Our guideline: Less is more — so reduce to the max!

 

Note: We are proud of the fact that around the globe hundreds of thousands of unique viewers follow us already and interact with our content — shared via Twitter (@ValueCommAG plus @zeitenwende007), Facebook, LinkedIn, XING and Google+. — More than 70 % of our viewers are leading innovators dedicated to all kind of graphic communications applications. 

 

 

The secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

 

 

GENERAL OVERVIEW

drupa2016 REVIEW — ValuePublishing Storify:
All about the role of print in the communications mix

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Pre-drupa media conference March 2016

 

 

 

IN MEDIAS RES

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Ready for #unleashprint? YES WE CAN(on)

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck back to profitable growth

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck Press Conference Feb 2016

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
PitneyBowes reinvented mail (live at drupa may/June 2016)

drupa2016 – ValuePublishing Storify:
Objectif Lune put business communications to the next level

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Automated Digital Cutting made by Zünd Systemtechnik

 

Das Geheimnis der #drupa2016 in 23 Sekunden — Von Andreas Weber, Head of Value.

 


In addition for extended reading check out our focused trend reports via ValueBlog posts by Andreas Weber

Note: Almost all Blog posts are available in english and german.

 

ValuePublishing Storify Review 18062016.001


As well you can find a whole series of ValueDialog stories:

ValueDialog — Christian Kopocz: “Multichannel ensures relevance!”

To get access to more ValueDialog stories use our Blog search tool.

 

Value Publishing About @drupa2016.001

 

ValuePublishing Big Data Visuals.001

Digital technologies impact the entire cosmos of print media and complete workflow, too.

By Andreas Weber

 

Note: The latest market trend analysis by Andreas Weber is the extended version of an article which will be published by the leading technology newspaper VDI-nachrichten. VDI-nachrichten addresses a premium reader target group of more than 310,000 technical and innovation experts in German industry.  — See as well market trend analysis “Focus Packaging”.

 

The internet is the enemy of print. That had long been the perception in the print media branch. A blind eye was turned to the fact that technologically for decades, digital high-performance networks and data transfer have been indispensable for print technology development. 

This occurs on various levels, whereby online, a system architecture is freely available that automatically generates print data and transfers it by internet to selected service providers / printing systems. The simplest form is prints of any data via smartphone or tablet. The first were Apple with AirPrint and Google with CloudPrint; print system manufacturers such as Canon and HP followed with proprietary e-print solutions. On the other hand, data from Wiki platforms such as PediaPress technologies, are transformed into books based on Wikipedia articles selected by the user online. Furthermore, social media users can transform their chronicles on Twitter, Instagram or Facebook into publications at the push of a button to automatically create, for instance, printed posters of Facebook/Instagram friends, canvas prints or diary chronicles in book form from Twitter and Facebook (see mySocialBook, Twenty20 or boomf with the printing of Instagram photos on edible marshmallows).

 

A few samples how Social Media became already the source for new print applications (driven by innovative suppliers).

 

These services are used for promotional purposes by both consumers and companies who include such projects in their digital marketing concepts. For pure business applications, marketing and IT data are automatically merged without media disruption to create cross-media customer campaigns that couple a company offer such as an insurance contract extension with feedback from tens of thousands customers, which is then exported to the company’s IT and CRM systems for keeping customer profiles up-to-date and even documenting individual transactions. All documents are then available in both digital and printed form. The customer chooses which form he prefers.

Background
The internet protocol TCP/IP got its breakthrough by enabling large amounts of data to be transferred quickly and reliably, especially for publishing and print applications. The user interface/mouse and particularly PostScript as a page description language revolutionised the generation of print data and print media production already in the 1980s. The sheer unlimited and ubiquitously available storage options through the internet for large amounts of data stemming from all areas of life and industry gave rise to the big data “phenomenon” — with the lure of evaluating unstructured or semi-structured data in relational databases for analyses of any type. 

 

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Digitalisation sets the pace

Two aspects were the logical result for the print media branch: 

  • first, all production workflow has to be “digitally” optimised;
  • and secondly, much more data is easily available through the internet that can be printed without media disruption.

The Internet becomes tool and marketplace in one. Accordingly, the online printing sector has grown dynamically: new specialised firms led by CIMPRESS/Vistaprint, Flyeralarm, Onlineprinters/diedruckerei.de or United Printers have accounted since 2009 in Germany alone for a trebling of volume that will most likely surpass the 3+ billion Euro mark in 2016. Popular applications/products are photo books, posters, flyers/mailings, brochures and more.

Key to success for online printing are the principles that characterise the 2016 motto “Touch the future” of drupa, the world’s leading print trade fair: automation, flexibilisation, digitalisation form the basis of “Print 4.0” — a new term borrowed from “Industry 4.0”, the highly commended industry standard from the Hannover Messe 2016. The rudiments of “4.0” have already been established in the printing branch for more than 10 years. The basis: JDF. The digital “Job Definition Format” allows made-to-order production to be taken care of automatically. Added to that is the complete cross-linking of production workflow and production machines including online remote services.

 

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The print technology manufacturers have readied themselves for that. Heidelberger Druckmaschinen has developed a new digital strategy integrating all print technologies and is going one step further at drupa 2016: The “Heidelberg Cloud” moves into focus with its smart print-shop concept. That is a new, extended approach that cross-links fully automated production with business aspects for the transparent and efficient operation of a printing business — incl. engagement with the customers/print buyers who are informed of the status of their orders online or per mobile. Even the automatic ordering of consumables and printing paper is integrated. In the digital printing sector, HP is doing likewise with its “PrintOS” platform that is to be launched at the end of May 2016 and cross-links the proprietary HP systems/technologies used by its customers.

 

Background:

HP PrintOS wants to enable the processing as simply as possible of any number of print orders from order acceptance to mailing, to work efficiently with partners and colleagues and exploit new growth potential. On a cloud-based, and according to HP open and absolutely secure platform, users have access at any time – no matter where they happen to be. However, PrintOS can only be used by those who have HP printing solutions (HP Indigo digital presses, HP PageWide web presses, HP Scitex presses and HP Latex printers). https://youtu.be/Rd2x2hRnikE

 

Internet as tool and marketplace in one

The internet, including the online and mobile worlds, is thus becoming an integral part of any type of print media production. Even imaging specialist Canon, the only exhibitor that can cover all drupa highlight themes, backs digital cross-linked transformation and synchronisation of all production, communication and business processes. The social media-conforming Canon motto #UnleashPrint particularly substantiates the drupa 2016 aspiration.

From 3D applications to printing products “cross-linked” through augmented reality, application scenarios that pool all of Canon’s expertise will be shown at drupa 2016. The driver in the “background” is Canon’s solutions skill for accelerating digital transformation through customised software and the merging of proprietary and third-party (such as Microsoft, Oracle, etc.) solutions. Canon gave a taste of what was to come at its future show “Canon Expo” in October 2015 in Paris: It was demonstrated live and explained in presentations how a (fictive) brand of mountain bikes can be staged in media and communications right from the start, from the photo shoot to marketing materials up to e-commerce with a web shop. Everything cast from the same mould, everything seamlessly interwoven. And this, too, at the point-of-sales, for example, where the quality of digitally printed packaging is determining the way forward. Equally impressive was the “creative” zone which showed what a consumer experience is like when everything that one imagines can become reality: From the perception of the world “out there” to one’s own home — everything is supported by Canon in multimedia, by image/photo, video, printed photo book, iPad app, etc.

 

The Art of Print – Rembrandts revival!

Causing a sensation worldwide recently was “The Next Rembrandt” project: On the initiative of art experts at the Het Rembrandthuis Museum in Amsterdam and scientists from the Delft University of Technology with the support of technology partner Microsoft, all available data and information left behind by Rembrandt was evaluated – some 15 terabytes of data in total. “The Next Rembrandt” was to be made up of 168,263 Rembrandt painting components derived from 3D scans that resulted from a laborious, digital 3D composition in a synthesised new painting. However, no 3D printer was used as reported by the media, but a digital printing system. It is not public yet what kind of digital printing system they used. But: Mid of March 2016 at the Canon Business Days in Venlo, The Netherlands a printed copy of the „The Next Rembrandt“ was shown. It could be produced by advanced Océ VariaDot Imaging-Technologies which are already used to reproduce image motifs in relief, based preferably on 3D scans, such as for the reproduction of old fabric wall coverings formerly created by artists. [See the exclusive ValuePublishing story „Rembrandt verleiht Print postum eine ganz neue Bedeutung“ (in german language)]. 

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Print 4.0 needs Communication 4.0

“In dealing with digitalisation, the print media branch focussed a long time on increasing production efficiency. Accordingly, any type of print media product always followed digital processes. That is a good thing. But, the effectiveness of print as a cross-linkable medium in the digital age was given short shrift and now has top priority,” stated Didier Gombert, founder and CEO of technology developer Objectif Lune (OL). For more than 20 years, the visionary entrepreneur has been a pioneer of a new “digital” philosophy that integrates print media topically in the communications mix.

For Gombert, the foundation is the “connect” principle. From one “digital” building block of various solutions, a scalable solution scenario develops that helps both beginners and pros to optimally use print in business and customer communications and always cross-links easily and affordably with digital communication processes. His success proves him right: With 240 employees and 3 development centres in North America, Europe and Australia, OL serves more than 20,000 companies around the world and is supported by a network of qualified partners. For Gombert, theme highlights at drupa 2016 are new communications tasks that are “beyond technology” so to say, such as “customer experience” and “customer journey”. This is understood to (further) develop 100% market and customer-oriented products and solutions in a dialogue with the customer. In focus: optimal interfaces between man-machine — machine-machine — machine-man.

 

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From Pipelines to Platforms

Up to now, print production processes have followed a rigid, linear workflow scenario: Data are edited digitally, formatted with expert tools and then prepared unalterably for print. People tell the machine, so to say, what to do. An innovative approach, therefore, is to dissolve this rigid process, whereby data from various sources can be processed online or offline, from analogue to digital and vice-versa — quasi as an iterative process – seamlessly transformed and automatically enriched with customised and “on-demand” output per digital printing. Seen from a technical workflow angle, a pipeline process is transferred to a cross-linked interactive platform concept that offers new forms of connectivity.

Interesting stimuli are also coming in this context from post-press processing and paper technology. For automation, paper technology specialist BW Papersystems banks on a new type of online remote service such as its ExpertOnline. Originally conceived as a technical services support, it soon became apparent that masses of machine data from giant paper production plants could be exported and intelligently analysed. From this, production workflows and techniques could be optimised.

On the other hand, BW Papersystems is the first specialised technology manufacturer to rely on dialogue throughout the entire value chain in print production – that is, from pre-media, print, paper and processing technology and application specialists – to enable continuous, fully-automated processes. No continuity in print production can be ensured otherwise. This type of automation is important, especially for online printing and particularly for the latest digital print productions as print production facilities become more efficient in their output and vast amounts of data are accrued. At Onlineprinters/diedruckerei.de, for example, 500,000 customers are served, with up to 4,000 orders carried out per day on an annual average and 1.25 million deliveries per annum.

 

Conclusion

The handling of “big data” in print production has several dimensions: From the web and social media world or via cloud services, the amount of data is exploding that is being transferred from the virtual world to print; content can be automatically compiled on the basis of intelligent algorithms for masses of customised, needs-oriented print products. On the other hand, huge data streams have to be handled intelligently in production management to be able to produce and deliver efficiently, with quality, without media disruption and as quickly as possible, that is, within the deadline of a day.

 

Tip for drupa visit

  1. Exhibitors such as Objectif Lune in Hall 7a/E23 and BW Papersystems, Hall 10/D20 on automation through digitalisation from pre-media to post-press processing

  2. In the drupa innovation parc, Hall 7, new digital innovative solutions are grouped, which are also explained in technical presentations

  3. Different to all other drupa exhibitors Canon covers all drupa high-light topics in once. The motto #UnleashPrint comes to life. Hall 8a/B50.

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Von Andreas Weber | Click to access english version

Selten war es so spannend im Vorfeld einer drupa als globaler Leitmesse für Print- und Papiertechnik. Selten konnte man vor drupa-Beginn so viele attraktive Gespräche führen wie zur Zeit. Kaum einer der Aussteller kann noch in Silos denken („Meine Innovationen — Meine Welt“). Vielmehr geht es um die Frage „Wie ordnen wir uns in einer durch die Digitalisierung geprägten, vernetzten Welt ein?“.

Weitere Lesetipp:
drupa ante portas — Highlight Topic Multichannel: „Individuelle Lösungen sind gefragt!“

drupa ante portas: Ist Print (wieder) auf der Überholspur? JAEIN. — Kommentar zur drupa media conference (29. Februar bis 2. März 2016)

Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen AG brachte dies als erster Aussteller Anfang Dezember 2015 mit seinem neuen drupa-Motto „Simply Smart“ auf seiner Jahresendpressekonferenz zum Ausdruck. Smart bedeutet: Vernetzt, relevant, durchgängig und interaktiv neue Lösungen für die Kommunikation mit Drucksachen auf unterschiedlichsten Ebenen ermöglichen. (Siehe meinen Kommentar und Echtzeitbericht „Heideldruck 4.0: Zurück in die Zukunft | Back to the future“).

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Die klug gewählten Highlight-Themen der drupa 2016 weisen den Weg. Und betonen ein stark erweitertes Spektrum des Ausstellerangebots: Neben den „Standards“ Print und Packaging sowie Green Printing erscheinen 3D Printing, Functional Printing und Multichannel.

Reflektiert man diese Themen gründlich, kommt man zur Erkenntnis, dass diese keine neuen Silos eröffnen. Im Gegenteil. So ragt Multichannel in alle Themenfelder der drupa 2016 hinein, da es das Grundprinzip definiert, wie Innovationen inszeniert werden müssen. So eröffnen Packaging, 3D Printing und Functional Printing ganz neue Geschäftsmöglichkeiten, was die drupa im Jahr 2016 attraktiver für neue Zielgruppen macht denn je. Das Novum: Die neuen Möglichkeiten erfordern auch ein neues Miteinander von Technikanbieter, ihren Anwendern sowie deren Auftraggebern (Marken/Wirtschaftsunternehmen, Organisationen etc.).

 

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„Time for a Change: Touch the Future NOW!“

Unser Fokus in der Berichterstattung und Kommentierung wird sich am o. g. neuen Verständnis der drupa 2016 orientieren. Erstens durch eine hundertprozentige Multichannel-Ausrichtung bei der Fachkommunikation per ValuePublishing. Zweitens durch die Adressierung neuer Zielgruppen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft — mit ihren 146 Mrd. Euro hohem Jahresumsatz — als dem wichtigsten Innovationstreiber für die Gesamtwirschaft.

Inhaltlich begleiten wir hochaktuell und in Echtzeit alle drupa Highlight-Themen. Bei Print und Packaging finden gemäß den Technik-Trends die neuesten Digitaldruck-Anwendungen unsere volle Aufmerksamkeit. Aber auch die Weiterverarbeitung sowie innovative Lösungen aus Papiertechnik sind relevant, wenn es um den Erfolg von Print im Kommunikationsmix geht.

Spannend ist für uns zudem zu analysieren, welche Aussteller welche Bandbreite an Themen und Aktivitäten aufbieten können. Hier wird es einige Überraschungen geben. Zum Beispiel, dass HP mit seinem Graphic Solution Business-Bereich wohl erstmals der größte drupa-Aussteller sein wird. Oder, wenn wir unsere Analysen via Canon Expo 2015 betrachten, dass der Imaging-Konzern Canon wohl als einziger Aussteller alle sechs drupa Highlight-Themen abdecken wird!

Höchst aufschlussreich wird auch sein, wie sich die Aufspaltung des Xerox-Konzerns auswirken wird und wie sich dessen Führungsanspruch darstellt. Mit seiner Tochterfirma XMPie ist Xerox in jedem Fall der Trendsetter bei Multichannel-Innovationen. Wir haben dazu bereits eine Reihe von Expertengespräche geführt:

  1. ValueDialog mit Jacob Aizikowitz, XMPie President  — Multichannel führt im Digitalzeitalter zu nachhaltigem Geschäftserfolg! 
  2. ValueDialog mit Christian Kopocz, Multichannel Entrepreneur und Executive Director XMPie User Group (XUG): „Multichannel sorgt für Relevanz!”
  3. ValueDialog mit Patrick Donner, TraffiC Print Online Solutions GmbH Neuer Blick auf Multichannel: „Es gibt kein Entweder — Oder!“
  4. ValueDialog mit Renato Vögeli, Vögeli AG Medienproduktion & Druck: Multichannel macht Kommunikation zum persönlichen Erlebnis!

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Unsere Schwerpunkte in der Vor-drupa-Berichterstattung gestalten sich wie folgt:

  • Tägliche Tweets/Posts über LinkedIn, XING (Gruppe DigitaldruckForm), Facebook, Google Plus sowie Twitter via @ValueCommAG und @zeitenwende007.
  • Wöchentlicher Überblick über die globalen Neuheiten bei Print und Publishing im Team mit unserem ValuePublishing-Partner Mike Hilton, Chefredakteur Graphic Repro On-Line via ValueBlog.
  • Serie von dutzenden Exklusivinterviews mit hochkarätigen drupa-Ausstellern. Siehe Interview mit Heidelberg-Vorstand Harald Weimer, drupa ante portas: Print ist SMART!
  • Expertenkommentare und Gespräche zu Trends und Erwartungen aus Sicht von Messebesuchern.
  • Live-Berichterstattungen von ausgewählten Aussteller-Pressekonferenzen sowie von der drupa media week am 1. und 2. März 2016 in Düsseldorf.
  • Kommentierung der aktuellen Marktdaten des VDMA, Sektion Druck- und Papiertechnik, am 4. April 2016 bei einem exklusiven Expertenmeeting in Frankfurt am Main.

 

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Weiteres und hoch Aktuelles in Kürze. Die Spannung steigt. Wir freuen uns. Denn: drupa ante portas!

ValuePublishing Teil 3 Facts Figures Zielgruppen Reichweite UPDATE SELFRUNNING.002

 

Bernd Zipper hat auf seinem Blog beyondprint.de zu mymuesli.com und der 4D-Printanwendung eine erstklassige Fallbeschreibung veröffentlicht und auf meinen ValueTrendRadar.com-Beitrag als Ergänzung verweisen: “Web-to-Print für Müsli? Ein erster Schritt in Richtung Food Mass Customization”. ABSOLUT LESENSWERT, was Bernd da schreibt und anmerkt!

Auszug: “Das sogenannte 4D-Druck-Verfahren, womit das individuelle digitale Bedrucken dreidimensionaler Objekte mittels Inkjet-Technologie und hochpräziser Robotik gemeint ist, hat Heidelberg vor über einem Jahr für den Schwarz-Weiß-Druck und Anfang November auf der InPrint als Vierfarb-Maschine vorgestellt. Die Maschine kann runde oder zylindrische Objekte mit einem Durchmesser von 10 mm bis 300 mm in einer Auflösung von 360 dpi vierfarbig sowie mit Deckweiß oder Schutzlack bedrucken. Damit können Massenprodukte wie Fuß- oder Golfbälle, Trinkflaschen und andere gekrümmte Oberflächen wie Dosen nahezu in Echtzeit personalisiert werden.”

LinK: http://bit.ly/1IIQBX3

valuetrendradar

mymuesli.001Smart Technologies need Smart Solutions need Smart Communications: Twitter- und Facebook-Posts machten die Heidedruck Pressekonferenz popullär. In Echtzeit!

Eine Zusammenfassung dessen, was ich in Echtzeit kommentiert habe, findet sich in unserem Value Storify. Inkl. Posts von Freunden und zahlreichen Kurz-Videos mit O-Ton (in deutsch und englisch). —Andreas Weber

Nach der Krise kommt die Katharsis: Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz #Heideldruck) ist zweifelsfrei auf einem guten, oder besser: dem richtigen Weg angelangt. Nach dem Re-Branding und der Eröffnung des Print Media Center in Wiesloch folgte nun, traditionsgemäß auf der Jahresend-Pressekonferenz in Heidelberg/Wiesloch, die Vorstellung von „Heideldruck 4.0“. Dies war wichtig, weil die jüngsten Quartalszahlen kein gutes Echo der Finanzmärkte brachten. Die Heideldruck-Aktie rauschte Mitte November 2015 deutlich ab. Was sollte also getan werden? Durch die drupa 2016 bietet sich die Chance, Aktionäre, Mitarbeiter und vor allem Kunden und Mediatoren ins Boot zu holen. Keine leichte Aufgabe. Und sicher noch eine harte…

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Experts verify results: Well-known experts from Europe and the U.S. on the Push to Stop tour at the end of October 2016 stopped off at Lokay Druck in Darmstadt, Druckerei Pruskil in Ingolstadt, and Aumüller Druck in Regensburg. The tour proved that drupa innovations from Heideldruck not only work well in practice, but also boost added value in print many times over from a standing start. For more on Push to Stop, see the ValueDialog “Quantum leap through digitization in offset printing” with Rainer Wolf, Head of Sheetfed Product Management at Heideldruck, which covers all technical aspects, modes of operation, and benefits of the new automation solutions.


By Andreas Weber, Head of Value

When it works, it really works. Unveiled at drupa 2016 and now already tried and tested in practice, intelligent, automated machine technology is catapulting industrial print media production to an unprecedented level of performance. “Print is a data-driven business. We have direct access to data volumes of over 20 terabytes,” says Thomas Kerndl, Technical Manager of Druckerei Pruskil in Ingolstadt. And this is entirely necessary, because at peak times Pruskil’s presses require up to 400 printing plates per hour to ensure full capacity utilization with fully automated job changes. With this in mind, the print shop purchased the latest Speedmaster XL 106 (an eight-color perfecting press), including comprehensive software, from Heideldruck at drupa 2016 and took this into operation in September 2016. It produces top-quality short and long runs for brand organizations, especially in the automotive sector. The way I see it, just four weeks of using the Push to Stop philosophy has as good as turned Pruskil’s press operators into the coolest of DJs – not disk jockeys, but data jockeys with full control over print production. They no longer experience avoidable stress. The pressure now passes to the assistants, who have to work at top speed to supply the necessary printing plates at the presses.

The wallscreen becomes the cockpit


Thomas Fleckenstein of Lokay Druck


Cool! Vegan print products!


Push to Stop at Pruskil


Thomas Kerndl of Pruskil


Christian Aumüller explains ways of optimizing work


Printing plate robot at Aumüller


Printing plate robot at Aumüller

A huge wallscreen console provides a transparent overview of the entire job and manufacturing process. The press controls the process independently and calculates the optimum production method – not just for one job, but for up to 30 jobs in series simultaneously. During high-speed production at 18,000 sheets per hour with less than 100 startup sheets – and after printing roller cleaning and automatic plate changing (in less than three minutes for PSO-compliant jobs!) – press operators can view upcoming jobs/check them in real time and ensure they keep the press operating. 

“Controlled by intelligent software, the press makes the better decisions,” stresses Lokay Druck’s General Manager and Head of Marketing Thomas Fleckenstein. He goes on to explain that autonomous printing is not simply a means to an end, maximizing efficiency in production, but also offers new opportunities for new markets and applications. Nearly ten years ago, Lokay was the first attested environmentally friendly print shop in Germany. It has maintained its premium green credentials and has now also become one of the first innovative smart print shops. Automation opens the way for new service offerings when producing short and medium-sized runs in real time. “We’ve recently even started offering vegan print products!” reveals Fleckenstein. This is proving extremely popular with Lokay customers who consider sustainability and the environment to be important, and also with new customers.

A big fan of Push to Stop, Christian Aumüller combines technology innovation with lean management and an impressive corporate culture. Photo: Andreas Weber, Mainz/Germany


Smart print requires smart organization
Long-established company Aumüller Druck focuses not only on relevant technical innovations, but also on lean management and a corporate culture geared toward staff, partners, and customers. Long-standing partners include the leading online print shop Flyeralarm and Heideldruck. Together, they develop application solutions that help achieve huge productivity gains. In addition to the pressroom, postpress operations are also highly automated so as to be able to turn the huge quantities of items produced by Aumüller’s presses into final products without any bottlenecks.

It should be pointed out that the primary purpose of robotization (stacking up to 1,500 printing plates each day, for example) and automation is not to make people superfluous or to cut costs, but to reduce the “touchpoints”, that is to say the number of manual interventions in workflows and processes. Christian Aumüller, who runs the business together with his brother Stefan, stresses that they have established their own methodology/system for incorporating technology innovation optimally and thus effectively into all process steps. The theory behind this is that optimizing the design of the man-machine interfaces determines the overall success and the maximum benefit for customers. 

Aumüller conducted the first Push to Stop field test a whole year ago at the end of 2015, always based on actual production tasks. Heideldruck recorded the findings and took them into consideration. Such a comprehensive “reboot” of sheetfed offset printing would otherwise never have been ready for practical application in such a short time. Christian Aumüller stressed that the Push to Stop field test enabled new options to be identified that the technical development and product management professionals at Heideldruck were unable to discover under laboratory conditions. “We’re proud to have made such progress with automation in print and given a further big boost to our production output – not only for long runs, but also for the ever more important short runs,” he says. 

In the process, Aumüller has demystified the industry importance of digital printing for the on-demand printing of short runs. “Based on five or so jobs of just 200 sheets, our Push to Stop Speedmaster offset printing technology is cheaper and faster than digital printing! We also enjoy the huge benefits of autonomous printing for long runs,” he adds.

To sum up, autonomous “Push to Stop” printing has successfully established itself and will continue to develop. New dimensions are opening up regarding the specific benefits and possible uses at print shops. It is no longer printing capacities that are being sold. Instead, customers are benefiting from unique high-speed and high-quality services in real time that increase the value of print and enable it to meet the demands of the digital age.


See also the multimedia ValuePublishing real-time report on the Push to Stop tour at the end of October 2016 with brief comments, visual impressions, and live videos.




Link: https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-automation-via-push-to-stop-in-practice

Ergebnisse im Expertencheck: Push-to-Stop-Tour Ende Oktober 2016 mit namhaften Experten aus Europa und den USA bei Lokay Druck, Darmstadt, Druckerei Pruskil, Ingolstadt, und Aumüller Druck, Regensburg belegt, das drupa-Innovationen von Heideldruck nicht nur Praxis-tauglich sind, sondern aus dem Stand heraus die Wertschöpfung im Print vervielfachen. —Siehe zu Push-to-Stop den ValueDialog mit Rainer Wolf, Leiter Produktmanagement Sheedfed bei Heideldruck “Quantensprung durch Digitalisierung im Offsetdruck” mit allenTechnik-Aspekten, Funktionsweisen und Nutzen der neuen Automatisierungslösungen.


Von Andreas Weber, Head of Value


Wenn’s läuft, dann läuft’s. Zur drupa 2016 vorgestellt, jetzt bereits in der Praxis bewährt: Die intelligente, automatisierte Maschinentechnik katapultiert die industrielle Printmedienherstellung auf eine nie dagewesene Leistungsebene. “Print ist ein Daten-getriebenes Geschäft. Wir haben Datenmengen von über 20 Terrabytes im direkten Zugriff”, so Thomas Kerndl, Technischer Leiter der Druckerei Pruskil in Ingolstadt. Das braucht es auch; bei Pruskil müssen in der Spitze bis zu 400 Druckplatten pro Stunde den Maschinenpark füttern, damit die Kapazitäten mit vollautomatisiertem Auftragswechsel ausgeschöpft werden können. Damit dies gelingt, hatte man auf der drupa 2016 die neueste Heideldruck Speedmaster XL 106 (eine Achtfarben Wendemaschine) inklusive umfangreicher Software gekauft und im September 2016 in Betrieb genommen. Gefertigt werden in Top-Qualität sowohl Klein- als auch Großauflagen für Markenunternehmen sowie speziell für den Automobilbereich. Mein Eindruck: Seit man bei Pruskil in nur vier Wochen die Push-to-Stop-Philosophie umgesetzt hat, ist der Drucker an der Maschine quasi zum ‘coolen DJ’ im Sinne des Data Jockey geworden, der während der Print-Produktion Regie führt. Vermeidbaren Stress hat er nicht mehr, eher die Helfer, die wieselflink Druckplatten an der Maschine platzieren müssen.

Wallscreen wird zum Cockpit.

Thomas Fleckenstein, Lokay Druck

Cool! Vegane Drucksachen!

Push-to-Stop bei Pruskil

Thomas Kerndl, Pruskil

Christian Aumüller erläutert Wege zur Arbeitsoptimierung

Druckplatten-Roboter bei Aumüller

Druckplatten-Roboter bei Aumüller

Eine riesige Wallscreen-Konsole macht den gesamten Auftrags- und Herstellungsprozess transparent. Wobei die Druckmaschine den Prozess eigenständig kontrolliert und die optimale Produktionsweise berechnet. Und dies nicht nur bei einem Auftrag, sondern bei gleichzeitig bis zu 30 Aufträgen in Serie. Sprich: Während nach Druckwalzenreinigung und automatischem Plattenwechsel (bei Jobs im PSO-Standards in unter drei Minuten!) bei weniger als 100 Anlaufbögen High-Speed mit 18.000 Bogen pro Stunde produziert wird, kann der Drucker die nächsten Aufträge sichten respektive in Echtzeit prüfen und sicherstellen, dass er die Maschine am Laufen hält. 

“Die per intelligenter Software gesteuerte Druckmaschine trifft die besseren Entscheidungen”, betont Thomas Fleckenstein, Geschäftsführer sowie Head of Marketing bei Lokay Druck. Autonomes Drucken sei nicht nur Mittel zum Zweck, um maximale Effizienz in der Produktion zu erreichen, sondern biete neue Chancen für neue Märkte und Anwendungen. Vor fast 10 Jahren war Lokay die erste testierte “umweltfreundliche Druckerei Deutschlands” und hat sich nachhaltig auf Premium-Niveau etabliert. Heute ist man einer der ersten als neuartiger Betriebstypus: Dem “Smart Print Shop”. Kleine und mittlere Auflagen in Echtzeit zu fertigen, ermöglicht durch Automation neue Leistungsangebote. “Wir bieten neuerdings sogar vegane Printprodukte!”, so Fleckenstein. Das kommt bei der auf Nachhaltigkeit und Umwelt bedachten Klientel von Lokay sowie Neukunden sehr gut an.

Push-to-Stop mit Leidenschaft: Christian Aumüller setzt auf Technik-Innovation im Einklang mit Lean Management und hoher Unternehmenskultur. Foto: Andreas Weber, Mainz



Smartes Print benötigt die smarte Organisation

Beim Traditionsunternehmen Aumüller Druck stehen nicht nur relevante technische Innovationen im Fokus, sondern auch Lean Management und eine auf Mitarbeiter, Partner und Kunden ausgerichtete Firmenkultur. Langjährige Partner sind die führende Online-Druckerei Flyeralarm sowie Heideldruck. Gemeinsam entwickelt man Anwendungslösungen, die helfen, die Produktivität enorm auszuweiten. Neben dem Drucksaal ist die Weiterverarbeitung hochautomatisiert, um den gigantischen Output des Dtuckmaschinenparks bei Aumüller ohne Stau zu Endprodukten verarbeiten zu können.

Beachtenswert: Roboterisierung (wie beim Stapeln der bis zu 1.500 Druckplatten pro Tag) und Automatisierung dienen primär nicht dazu, Mitarbeiter überflüssig zu machen oder Kosten zu sparen, sondern die “Touchpoints”, sprich die Zahl der manuellen Eingriffe in den Arbeits- und Prozessabläufen zu reduzieren. Christian Aumüller, der mit seinem Bruder Stefan die Geschäfte leitet, betont, dass man eine eigene Methodik/Systematik etabliert habe, wie man Technologie-Innovation optimal und somit wirkungsvoll in alle Prozessschritte einbindet. Motto: Das beste Design der Schnittstellen Mensch-Maschine-Abläufe entscheidet über den Gesamterfolg und den Maximalen Nutzen für Kunden. 

Bei Aumüller fanden bereits vor einem Jahr, Ende 2015, erste Feldtest im Rahmen des Push-to-Stop statt; immer in Verbindung mit aktuellen Produktionsaufgaben. Die Erkenntnisse sind von Heideldruck aufgenommen und berücksichtigt worden. Sonst wäre eine solche umfassende “Rundum-Erneuerung” des Bogenoffsetdrucks nicht in so kurzer Zeit praxisreif gewesen. Christian Aumüller betonte, dass durch den Push-to-Stop-Feldtest neue Optionen identifiziert werden konnten, die sich den Technik-Profis in Entwicklung und Produktmanagement bei Heideldruck unter “Labor-Bedingungen” nicht offenbaren konnten. Dazu Christian Aumüller: “Wir sind stolz darauf, die Automation im Print so weit voranzubringen, um unsere Produktionsleistung nochmals deutlich zu erhöhen. Und das nicht nur bei Grossauflagen, sondern auch bei den wichtiger werdenden Kleinauflagen.” 

Und ganz ‘nebenbei’: Aumüller hat den Digitaldruck für On-Demand-Druck von Kleinauflagen in seiner Branchenbedeutung entmystifiziert. “Bei Auftragsserien von rund fünf Jobs mit einer Auflage von nur 200 Druckbögen unterschreiten wir mit unserer auf Push-to-Stop ausgerichteten Speedmaster-Offsetdruck-Technik die Möglichkeiten im Digitaldruck bezüglich der Kosten und steigern die Geschwindigkeit! Und gleichzeitig nutzen wir die enormen Vorteile des autonomen Druckens für hohe und große Auflagen.”

Fazit: Autonomes Drucken im Sinne von Push-to-Stop ist erfolgreich etabliert und wird sich weiter entwicklen. Den individuellen Vorteilen und Nutzungsmöglichkeiten bei Druckereien eröffnen sich neue Dimensionen. Verkauft werden nicht mehr Druckkapazitäten, sondern Kunden bieten sich einzigartige High-Speed- und High-Quality-Services in Echtzeit, die den Wert von Print steigern und für die Anforderungen im Digitalzeitalter fit machen.


Siehe auch den multimedialen ValuePublishing-Echtzeit-Bericht von der Push-to-Stop-Tour Ende Oktober 2016. Mit kurzen Kommentaren, Bildimpressionen und Live-Videos.


Link: https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-automation-via-push-to-stop-in-practice



“We live in an amazing Era of exponential growth. The technology for all of this exists already, it’s not fantasy. I cannot wait to make it part of my life and being able to contribute to it.” A statement given by Stefano Cutello to summarize what he experienced at “Mobile Photo Connect” in San Francisco end of October 2016. — That’s smart. Because Stefano already contributes a lot. — The conference attendees liked his approach: “Send your pictures on FB Messenger at PastBot, and you’ll get a beautiful PastBook photo book automagically created for you! Meet our PastBot: http://past.io/2ePYg8g

Great timing to be able to run a ValueDialog to get the full story of PastBook. And it’s a real success story!

By Şükran Ceren Salali and Andreas Weber, Head of Value



INTRO

We have thousands of photos online. We might even forget some of those exist since they are all scattered around different social media. In order to collect and relive our precious moments with our loved ones, photo books are unique and personal. Founded in 2012, PastBook specializes in turning social media memories into high-quality, hassle-free photo books. PastBook developed Photo Book and PastBook for Instagram Photo Book apps in 2016; apps geared specifically for mobile users, that collect Facebook or Instagram photos and create high-quality digital or printed photo books in less than 60 seconds. Also, you can upload photos from Dropbox, Picasa, Google Photos and Flickr.

Short after its foundation, PastBook has been nominated for various awards. In 2015, PastBook named the 3rd fastest growing tech company in the Netherlands. Later in May 2016, the company was featured by Facebook as a business success story. Also, in September 2016, PastBook has been nominated for the prestigious Rising Star Award 2016 which is part of the Deloitte Technology Fast 50. 

That’s why we decided to learn the story behind a fast growing company with easy-to-do tools and cool features that will make you relive your moments in a beautiful way!


INTERVIEW: Let’s hear the company’s success story from the founder and CEO of PastBook, Stefano Cutello!

Turning social media memories into high-quality, hassle-free photo books: How did you come up with the idea for PastBook?

Stefano: One day my father was showing me his photo album of him in his younger days and then I asked myself that “will I ever be able to provide that same emotional experience to my children?” The answer was of course “no”, because despite I have plenty of more photos than my father – all of them are scattered everywhere on different social media and devices. I was using Facebook, from the days it has launched, and I realized almost a big part of my life is there. That’s was the problem I wanted to solve for myself and it turned out to be a problem that many other people have. So PastBook was born with the mission “to help people to relive their memories”. At that time it was all still just an extra time project for fun; the first product we made was a huge poster that users were able to create in 1 click: you select a year and you get 12 columns with everything you posted that year; so, it was in the same way we create the book of one year that you can relive your Facebook and Instagram moments of a selected year, by that we provide you a unique place where you can easily rediscover them online and offline.

We asked a few friends to try it out and it all became viral in 24 hours, we received many e-mails from journalists and it ended up at, for instance, Wired and Corriere della Sera. That was the moment I felt that this was my next train, and I jumped on it.


How did you end up in Amsterdam?

Stefano: When I decided to jump on that train I had to make the tough decision to quit eBay.

Rationally, there was no reason to do that: I had my nice long term job, and high salary – and just a few months before I just moved to live together with my girlfriend to a new house.

Still – I didn’t want to live with the regret to do not have tried. So went all in with PastBook: worst case, I would have learned plenty of new things.

So I started to apply for any kind of accelerator and incubator around the world, I didn’t care that much where to go: I was not looking for the money, I was more looking for getting in an environment that would have supported me to build my company. My plan B was to move directly to US and find my way there. 

In March 2012 I got into Rockstart Accelerator that was based in Amsterdam and within one month from my resignation – everything started.




What kind of challenges you faced during this process?

Stefano: Almost everything. (laughs). — Before my decision, all my friends were telling me “don’t do it”. But, I prefer to try and see than to regret not trying. 

I had this big mission: I wanted to grow bigger and bigger but not much was concrete. Then I said, well, a powerful way that I can make my big vision happening is that I have to make it clear for my customer what the product is and what we expect from them. We shifted by making a super clear proposition; “making beautiful photo books less than 60 seconds”. That’s when we actually started selling and growing.

I think, in 10-15 years, people will ask “if something happens to me, what will happen to my memories on Facebook?, “Will I ever be able to allow my kids one day to go back to the memories of me online which even I don’t remember where I have all of them that right now?”. That’s why my goal now is to build up a big, solid and sustainable company that can be there and this is why we have this motto: “Relive Your Memories with PastBook”.

Even though I faced big challenges, my passion and hard work enabled me to handle it in the best way, and it works well right now. It’s still the same challenge, even though you grow, you still embrace the challenge. There is always bigger goals that inspires me to work more and more. One thing is to go from 1 to 10 customers, when you get there then you have to go from 10 to 1000, and then 100K and so on: you never stop and the challenges are always there at any stage – you just keep raising the bar. 


What advice would you give to people looking to start a company?

Stefano: I don’t like to give advice but one thing is for sure; you can’t start a company if you are not passionate about what you do. 

I would have had thousands of reasons to give up. It would have been easier if I’d stayed in eBay rather than working 14 hours a day. But I have a passion that drives me. We set this vision, worked hard and we think big now, but compared to where we want to go, we are still at the beginning. I’d say keep pushing, never give up. Always think big, but move a small step at the time – fast.


PastBook has a culturally diverse team. How important is this that your customer profile and workforce mirrors this diversity?

Stefano: The diversity we have now was not my intention in the beginning, that somehow happened during the way but I really liked it. I was working with an international team in eBay as well. It is nice because if you want to build an international company, it’s core to have different point of views and culture. That’s also why I keep asking people to talk in person rather than using our chatting system at the office, the personality of each of us should interact. I don’t really care where somebody is from, male or female, and younger or older. I just tried to get the best people that I can get. I want to make this company bigger and I cannot make it happen if everything has to depend on. I only have 24 hours a day and I cannot be the expert of every single area. So I need the best people around me for each of those areas to complement me. If you want to build a top class company, you need to have top class people who work for you.


What are the future plans for PastBook?

Stefano: Our long term vision is providing a place where all your memories are, and you can relive them in every way that you can think of, now is a photo book, but soon might be something else, even not printed. 


About the interviewee




Can we learn who is Stefano Cutello?

Stefano: I’m a product guy and an engineer inside. I opened my first company – a web agency specialized in web site design and IT consultancy – when I was only 18, in Italy, but I started working in IT way before since my first years at high school. My education background is in computer science, but I dropped the university because I was learning way more in the real world working for big IT companies than studying theory – that I knew already – on books. 

Almost all the companies I worked for were offering me to join them as an employee, but I was always refusing because I liked switching from project to project, making my own career and learning new things every time. 

One of the companies in my client portfolio was eBay. After just a few months of consultancy, eBay also offered me the opportunity to become an employee and that was the only time I said yes: the team in eBay Italy was still small, international it was a kind of a dream job for me, and a new experience. So, I sold my previous company and started to work for eBay only. Moving from having your own company with a lot of different clients, working for 24/7 weekend and night to satisfy each customer – to becoming an employee, I ended up having a lot more free time than before. 

As a techie, I like to spend my free time building things, just for fun. I had no intention of building a start-up. Problem is that when you have plenty of ideas and you are able to make them, you keep moving from one project to the other, ending nowhere. One day, with a colleague of mine who has a similar background, we said: let’s share our ideas and pick one to work on, promising each other that we’ll stick to it until we make it done. That idea was PastBook. 



About the company

PastBook collects all your memories in one –safe– place, detached from each social network, providing you with a unique experience to easily relive and share, either on-line, through a tablet or offline through a pdf or even in a tangible way, a printed book. PastBook’s algorithm automatically highlights your memories based on their vibrancy, keeping them chronologically organized. PastBook will let you easily rediscover and customize your past in an easy, fast and time saving way. You can create photo books in different styles for weddings, memorials, graduation and so on. PastBook’s new PastBot feature is very cool: You can send your pictures on Facebook Messenger at PastBot, and you will get a beautiful photo book automagically created for you! 

Read PastBook’s blog, follow PastBook on Twitter  and Facebook, or learn more at https://www.pastbook.com. Also here you can find one of the videos of the series of Ceren’s Tips on PastBook’s YouTube channel.

For more information about the company, please contact: Stefano Cutello, CEO and founder of PastBook, +316 38123898 or stefano@pastbook.com





OUTRO

Stefano’s analysis of “Mobile Photo Connect” conference is worth to get added. 

One of my favorite quotes by Robert Scoble: “Mind blowing shit is coming. It’s here” 

Tonight [25 Oct. 2016] I had the luck to assist to the Tech in Motion fireside chat between Robert Scoble “Scobleizer” and Myriam Joire and I saw how the future is gonna look like. Sooner than you imagine. 

  • Mixed reality experience that will make impossible to your mind to understand what’s real and what’s not – you’ll have to remove your glass to get back to earth.
  • Space sensors that will be able to feel the pressure of your hands on the floor from 50cm distance or that will be able to detect the heartbeat of the person you are looking at.
  • Eye sensors that will look at your eyes instead of looking at what you’re looking at to enhance the experience of what you are focusing on
  • Drones that are able to map a 3D model of a room in a matter of seconds and be smart enough to do any action in that room recognizing not just walls, but any objects in the room and be autonomous in handling them
  • Ecommerce experiences where the moment you “walk” to a shop, you’ll not find any shelf; you’ll just ask for a pair of Levi’s and a any possible model will appear in front of you already fitted by your size and preferences; or where you walk into a supermarket, you watch a tomato and you’ll see the supply chain of that tomato, letting you make a more wise choice on the most healthy one, also better understanding the difference in prices
  • Brands that will embed VR experiences in each of their product, so that the next time you’ll watch at your Nike you’ll see some special things coming out of your shoes
  • TVs that will mainly have the function of getting a 3D sensor in your home so that your living room can be mapped
  • Entertainment will be watching abut of your windows and see a “live” show happening in your garden
  • Driving will be sitting on the main seat in a Tesla (that you don’t necessary have to own) that will bring you wherever you want. Uber, Lyft, taxi and truck drivers will lose their job, but with the right regulations they’ll be able to have enough time to learn new things and get back to market: AI will destroy plenty of jobs but AI and VR will also create plenty of opportunities, unlocking learning experiences never possible before (think about Matrix)
  • You will not need a monitor anymore, you’ll have as many as you want, virtually
  • Market insights: It will be a war between Apple and Google, maybe Microsoft too. Facebook with its Oculus has to catch-up. Apple new upcoming Siri will make “virtual assistant” finally an everyday thing. The new iPhone will not be a phone anymore and most probably will be a glass that will interact with whatever you’ll point it to.
  • Memories will always be available for you to literally relive them like the first time and be part of them, interact with them, change them.

Last but not least: We live in an amazing Era of exponential growth. The technology for all of this exists already, it’s not fantasy. I cannot wait to make it part of my life and being able to contribute to it.





Photos: Heideldruck. Photo collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main, Germany

 

When the control station of a large-format Heidelberg printing press can be used like a smartphone, it calls for a closer look. For the first time, intuitive operator guidance has been complemented by intelligent automation of the press. The main requirements when developing a product: top quality, maximum productivity, and cost effectiveness strengthen small and large print shops alike, securing them analytical, organizational, and operational advantages. 

Rainer Wolf, Head of Sheetfed Product Management at Heidelberger Druckmaschinen AG (for short: Heideldruck), provides an insight into the “reboot” of offset printing aimed at enabling perfect interaction between people, processes, machines, and materials for perfect results at the push of a button.

 

Interview: Andreas Weber, Head of Value | German version

Please watch our real-time Twitter Report to get the best out of the End of Oct. 2016 Push to Stop Press Tour — amazing best practice cases. 

 

Heideldruck presented a “reboot” of offset printing at drupa 2016, with a strong focus on digitization. What does this mean?

Rainer Wolf: Well, first of all, it’s not just our products that have changed, Heidelberg as a company has also successfully repositioned itself. Our exhibition at drupa 2016 under the motto Simply Smart showed how digital integration adds concrete value and what the smart print shop of the future will look like. Digitization, automation, flexibilization, and market orientation will all be interlinked. We are confident of achieving this goal since we have integrated innovations from the digital world like big data, cloud services, eShops, automation tools, and so on and by so doing are raising industrialization in printing to a new level. Offset printing offers the greatest potential for unexpected momentum, since it is regarded as a “saturated, mature market” shaped by “analog” technologies. But that is not the case!

Why do you say that?

Rainer Wolf: The days of analog offset printing are long gone. Now we have intelligent, digital real-time analyses for productivity and production control as well as a new concept for the press control station with multitouch operation similar to that of an iPhone, including widgets and apps that can be used via the Prinect networking platform. We call the philosophy that underpins this “Push to Stop” – it is an holistic, integrated approach to digital networking and automated production that enables print shops both small and large to offer up-to-date services as a smart print shop on the basis of autonomous and guided printing.

How was this received by customers?

Rainer Wolf: The new approach has been very well received. There has been no negative feedback about our Push to Stop philosophy. On the contrary, Push to Stop is now an integral part of communication with our customers and has been actively requested since drupa 2016. And that’s despite the fact that Push to Stop isn’t a product; it’s a philosophy or a new way of thinking that can deliver significant improvements in business and production processes. It is on this basis that we look for solutions. Overall, we find that there is also particularly high demand for digitization in offset printing in the emerging markets like India or China, so it’s not just in the Western world.

What concrete improvements are required? What challenges are your customers facing?

Rainer Wolf: On the one hand, we are seeing a clear trend towards shorter runs, in other words the job change rate per hour/shift is going right up. On the other hand, print shops have been under considerable cost pressure for years, and fighting continuous price erosion. Add to this the continuous increase in costs for paper, power, consumables, and so on. So print shops need to keep cutting overheads and further reducing their production costs with intelligent, integrated solutions.

[NOTE: See also the ValueTrendRadar analysis Opportunities for value creation with printing]


 

Photos: Heideldruck, 2016

What does this mean for your customers and for Heideldruck?

Rainer Wolf: We’re focusing on the issue of “cost pressure” and fast makeready times, and have identified huge potential for improvement through our Push to Stop concept and analyses. It’s no longer enough to consider process steps in isolation if we want to achieve improvements, instead we need an integrated approach in terms of relevant standardization opportunities. The focus is on automated production as a way of preventing bad decisions and eliminating mechanisms of disruption. It is very important to closely analyze with customers how the number of touchpoints, in other words manual interventions during job fulfillment, can be reduced. State-of-the-art technology is not the only way to greater effectiveness, it can also be achieved by optimizing interaction between people and machinery.

How do you determine the effectiveness of a print shop operation?

Rainer Wolf: What’s important is the level of output and the workload associated with this. When looking at print shops as high-performance production operations, the “Overall Equipment Effectiveness” (OEE for short) is an important indicator. In other words, measuring and assessing what a press is actually producing. In theory, a Speedmaster XL 106 running around the clock, 365 days a year, can produce almost 160 million printed sheets per year [this is equivalent to 1.44 billion printed pages, or 2.88 billion DIN A4 printed pages with a perfecting press]. In practice, Speedmaster XL customers in Western Europe “only” achieve around 40 million sheets per year on average. That’s just a quarter of what’s possible. The reason for this is that there are too many friction losses and coordination problems that need to be eliminated in the overall job processing and production process (including pre-media). Our aim with Push to Stop is to win back some of the unused 75 percent and achieve an OEE factor of 50 percent. That represents a doubling of the current average. And we know it’s possible, because a small number of print shops are already doing it. They are achieving 70 to even 90 million sheets per year. This greatly increases profitability since much more can be produced at lower costs.

So new tools and technologies are important. But it takes more than that. What else, exactly?

Rainer Wolf: What is needed are exact analyses of all workflows coupled with practical experience. Digitization opens up wide-ranging possibilities. So what the customer needs to do is define very specific priorities. In this context, we have managed to secure first-class practitioners for our teams who analyze customers’ workflows and processes and match them with our technical solution possibilities.

And what do these expert practitioners do differently?

Rainer Wolf: They look at things from a different perspective; they review the actual workflows and then assess how technology can provide the best support. — The starting point is an analysis of the consistency of all the workflows in an operation in order to determine how many touchpoints there have been to date and which ones need to be/can be eliminated. For example, makeready times of just 2 minutes with 60 start-up sheets can be realized by making proper use of our tools and coordinating our paper, ink, and other consumables. These are outstanding numbers! — We are also asked: What do smooth approval processes for printing look like? — Or when talking about prepress: What is a good order for printing plates to reach the machine? It’s our job to make sure that customers can operate their Speedmaster at full speed, even with shorter runs and up to five or even ten job changes per hour.

 

 

Source: Heideldruck

 

What does that mean for the future?

Rainer Wolf: Our customers’ productivity has just about doubled in the last ten years. Similar gains in productivity will be possible in the coming ten years, enabling customers to achieve lasting improvements in their competitiveness. Some innovative companies, particularly from the online print sector, are already in a position to do this. But there are also opportunities to be had for companies that specialize in niche markets, since productivity pays off there too.

So if done correctly, digitization in offset printing has the potential to bring about a paradigm shift in the sector In your opinion, are there any hurdles to be overcome?

Rainer Wolf: Digitization is the first step on the path to the industrialization of printing. Therefore senior management needs to be acutely aware of our customers’ engagement with the changes in the market. The dynamism of the processes that happen before printing in particular is unbelievably high. It’s not just the mode of production that’s changing, but also how print jobs are placed. The big question is then: who is ultimately the right printing partner? Our Push to Stop philosophy is a significant help. Because as I have said, what is needed at the outset is not a big investment in technology, but rather a fundamental rethink, analysis, and networking (via Prinect). No one can go back and start with a blank sheet. Instead it’s a question of formulating a statement of intent — and then consistently optimizing processes and workflows in order to make better use of capacities. What we’re talking about isn’t really continuous improvement, since this only optimizes subprocesses. Push to Stop makes it possible to take bigger steps, almost in the sense of a quantum leap.

Digitization is becoming a management issue. What about the employees?

Rainer Wolf: It goes without saying that it’s very important to get the employees on board and allay any fears they might have about the impending changes. The expectation is that digitization will increase output while reducing workload. Push to Stop will help the employees to cope with this higher output. The autonomous, intelligent machine knows exactly and on demand the most effective way to work. The role of the printer is changing, involving less active operation of the machine and more production monitoring, quality assurance, and making sure that production runs without any problems. This is something we have to get used to. For us at Heidelberg, this means that we need to make sure that the printer can achieve this high level of output on a sustained basis and count on the machine and its assistance systems.

Last but not least: what’s the most exciting/important thing about the Heidelberg innovations for the offset printing market?

Rainer Wolf: Good question! The Push to Stop concept is unique, so it’s the main driver in terms of the strategic direction. In terms of technology, Hycolor Multidrive is one of my favorites because it lets us execute multiple processes simultaneously and makes us much faster, especially when it comes to complex makeready processes. For example, Hycolor Multidrive has reduced the time needed to wash the rubber blanket, impression cylinder, and ink rollers to just two and a half minutes.

But my real highlight is Intellistart 2, the software that brings Push to Stop to the press. For the first time, multiple follow-up orders can be prepared and released while production is still underway. In addition, processes are automatically started when changing jobs – and then run on their own. Intellistart 2 organizes all of this automatically and the printer is even shown a timeline on the Wallscreen XL with exactly which processes are currently underway, what needs to be done manually, and how long it will be until production starts. Seen in this way, Intellistart 2 is the right product at the right time for taking the first step into the age of Push to Stop.

Thank you for this interview.

 

 

About the interviewee


Rainer Wolf, Head of Sheetfed Product Management at Heidelberger Druckmaschinen AG.

Rainer Wolf, a qualified printing technology engineer, has learned about printing from the bottom up. After training and working as an offset printer, he spent four years studying at the Stuttgart College of Printing (1994 to 1998) and also worked as a management assistant in a well-known print shop in Southern Germany. Since 2000, Mr. Wolf has held various positions within the Product Management at Heidelberger Druckmaschinen AG. Key roles have included Market Intelligence as well as Head of Product Line Strategy. In 2014 he was nominated to the Board of Directors of Heidelberg Graphic Equipment Shanghai (HGES). He has been Head of Sheetfed Product Management since April 2015.


Selected sources for further information/graphics/videos:

 

ValuePublishing Interview Rainer Wolf 2016.001.jpeg

Fotos: Heideldruck. Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt arm Main

Wenn der Leitstand einer großformatigen Heidelberg-Druckmaschine nutzbar ist wie ein smartes iPhone, sollte man genauer Hinschauen. Erstmals wurde der intuitiven Bedienerführung eine intelligente Automation der Maschine zur Seite gestellt. Die Maßgabe bei der Produktentwicklung: Höchste Qualität, maximale Produktivität und Wirtschaftlichkeit stärken kleine wie auch große Druckereien, die sich analytisch, organisatorisch und operativ Vorteile sichern. 

Rainer Wolf, Leiter Produktmanagement Sheetfed bei Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz: Heideldruck), gibt Einblicke in die „Runderneuerung“ des Offsetdrucks, um ein perfektes Zusammenspiel von Menschen, Maschinen, Materialien und Prozessen zu nutzen, damit perfekte Ergebnisse auf Knopfdruck möglich sind.

Hinweis: Siehe auch den Expertencheck zu Push to Stop in der Praxis.

 

Interview. Andreas Weber, Head of Value

Heideldruck zeigte auf der drupa 2016 den Offsetdruck „runderneuert“ und ganz im Zeichen der Digitalisierung. Was ist darunter generell zu verstehen?

Rainer Wolf: Zunächst, nicht nur unsere Produkte, das ganze Unternehmen Heidelberg hat sich erfolgreich neu aufgestellt. Unter dem Motto Simply Smart haben wir auf der drupa 2016 gezeigt, wie digitale Integration konkreten Mehrwert bringt und wie der Smart Print Shop der Zukunft aussieht. Digitalisierung, Automatisierung, Flexibilisierung und Marktorientierung greifen ineinander. Wir sind überzeugt, dass wir dieses Ziel erreichen, da wir Innovationen aus der Digitalwelt, wie Big Data, Cloud-Services, eShops, Automatisierungs-Tools  etc., integriert haben und damit die Industrialisierung im Druck auf ein neues Level heben. Das größte Überraschungs-Momentum können wir im Offsetdruck erzielen, der allgemein als „gesättigter, reifer Markt“, geprägt durch „analoge“ Technologien angesehen wird. Aber: Das ist mitnichten so!

Warum? 

Rainer Wolf: „Analog“ ist im Offsetdruck kaum noch etwas. Intelligente, digitale Echtzeit-Analysen zur Produktivitäts- und Produktionssteuerung werden eingesetzt, ebenso wie ein neues Konzept für den Maschinen-Leitstand, der per Multitouch-Bedienung fast schon wie ein iPhone agiert, inklusive Widgets und Apps, die über die Vernetzungsplattform Prinect nutzbar sind. Die Philosophie, die wir dabei zugrunde legen, nennen wir „Push-to-Stop“ — ein ganzheitlicher, integrierter Ansatz zur digitalen Vernetzung und automatisierten Produktion, der kleinen wie großen Druckereien erlaubt, ihre Leistungen als Smart Print Shop durch autonomes und navigiertes Drucken zeitgemäß zu etablieren.

Wie wurde das bei den Kunden aufgenommen?

Rainer Wolf: Unser Neuansatz wird sehr gut aufgenommen. Es gibt keinerlei negatives Feedback, das unsere Push to Stop-Philosophie in Frage stellt. Im Gegenteil: Push to Stop ist nunmehr ein fester Bestandteil in der Kommunikation mit unseren Kunden und wird seit der drupa 2016 aktiv nachgefragt. Und das, obwohl Push to Stop kein Produkt ist, sondern eine Philosophie oder eine Art neues Denken darstellt, um Geschäfts- und Produktionsprozesse signifikant zu verbessern. Auf dieser Basis wird nach Lösungen gesucht. Wir stellen insgesamt fest, dass gerade auch in den Schwellenländern („Emerging Markets“) wie Indien oder China hohes Interesse für die Digitalisierung im Offsetdruck besteht, also nicht nur in der westlichen Welt.

Was muss konkret verbessert werden? Welcher Situation sind Ihre Kunden ausgesetzt?

Rainer Wolf: Zum Einen: Wir sehen einen klaren Trend zu kleineren Auflagen, das heisst die Jobwechselrate pro Stunde/Schicht steigt erheblich. Zum Anderen: Druckereien stehen seit Jahren unter erheblichem Kostendruck und kämpfen gegen einen stetigen Preisverfall an. Aufwendungen für Papier, Energie, Verbrauchsmaterialen etc. steigen aber kontinuierlich. Es gilt also weiter an der Kostenschraube zu drehen und über smart integrierte Lösungen die Produktionskosten weiter zu senken.

[HINWEIS: Siehe auch die ValueTrendRadar-Analyse Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print

Was bedeutet das für Ihre Kunden und für Heideldruck?

Rainer Wolf: Wir setzen am Punkt „Kostendruck“ und schnelle Rüstzeiten an und haben durch unsere Push to Stop-Konzept und Analysen große Verbesserungs-Potenziale identifiziert. Um Verbesserungen zu erreichen, genügt es nicht mehr, Prozessschritte isoliert zu betrachten, sondern ganzheitlich im Sinne relevanter Standardisierungsmöglichkeiten vorzugehen. Der Fokus liegt darauf, automatisiert zu produzieren, um dadurch falsche Entscheidungen zu verhindern oder Störmechanismen auszuschalten. Ganz wichtig ist es, mit Kunden exakt zu analysieren, wie die Zahl der „Touchpoints“, also der manuellen Eingriffe bei der Auftragsumsetzung reduziert werden kann. Höhere Effektivität entsteht nicht nur durch modernste Technik, sondern durch das optimierte Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Wie ermittelt man die Effektivität eines Druckereibetriebs?

Rainer Wolf: Das Maß aller Dinge ist die Höhe des Outputs und des damit verbundenen Aufwands. Für Druckereien als Hochleistungs-Produktionsbetriebe ist die „Overall Equipment Effectivness“ (kurz: OEE) eine wichtige Kennzahl. Das heisst, zu messen und zu bewerten, was eine Druckmaschine tatsächlich produziert. Mit der Speedmaster XL 106 sind theoretisch bei Rund-um-die-Uhr-365-Tage-Betrieb knapp 160 Millionen Druckbogen pro Jahr zu produzieren [das entspricht 1,44 Milliarden, bei einer Wendemaschine 2,88 Milliarden DIN A 4-Druckseiten]. In der Praxis erreichen in Westeuropa die Speedmaster XL-Kunden im Schnitt „nur“ rund ca. 40 Millionen Bogen pro Jahr. Das ist nur ein Viertel des Möglichen. Der Grund: Im Gesamtablauf der Auftragsbearbeitung und Produktion (inklusive pre-media) gibt es zu viele Reibungsverluste und Abstimmungsproleme, die beseitigt werden müssen. Mit Push to Stop zielen wir darauf ab, einen Teil der nicht genutzten 75 Prozent zu adressieren und einen OEE-Faktor von 50 Prozent zu erreichen. Das ist eine Verdoppelung zum heutigen Schnitt. Und das geht, wie uns heute bereits einige wenige Druckereien vormachen. Sie erreichen schon 70 bis sogar 90 Millionen Bogen pro Jahr. Damit steigt die Profitabilität ganz erheblich, da wesentlich mehr zu geringeren Kosten hergestellt werden kann.

Neue Tools und Techniken sind demnach wichtig. Aber es braucht mehr. Was genau?

Rainer Wolf: Es bedarf exakter Analysen aller Abläufe  gekoppelt mit Praxiserfahrung. Durch die Digitalisierung sind die Möglichkeiten breitgefächert. Es braucht also ein klares, kundenspezifisches Setzen von Prioritäten. Und: Wir konnten erstklassige Praktiker für unsere Teams gewinnen, die alle Abläufe und Prozesse bei Kunden analysieren und mit unseren technischen Lösungsmöglichkeiten abgleichen. 

Und was machen diese Experten aus der Praxis anders?

Rainer Wolf: Sie kehren die Betrachtungsweise um, und prüfen die tatsächlichen Abläufe und bewerten dann, wie Technik am besten unterstützen kann. — Ausgangspunkt ist die Analyse der Durchgängigkeit sämtlicher Abläufe in einem Betrieb, um zu ermitteln, wieviele Touchpoints es bis dato gibt und welche eliminiert werden müssen/können. Durch den richtigen Einsatz unserer Tools sowie aufeinander abgestimmte Materialien wie Papier, Farbe und andere Verbrauchsmaterialien können zum Beispiel Rüstzeiten von nur 2 Minuten bei 60 Anlaufbögen realisiert werden. Das sind echte Spitzenwerte! — Hinterfragt wird zudem: Wie sehen reibungslose Freigabeprozesse für den Druck aus? — Oder bezogen auf die Vorstufe: In welcher sinnvollen Reihenfolge kommen die Druckplatten an die Maschine? Im Ergebnis gelingt es uns, dass Kunden auch bei kleineren Auflagen und bis zu fünf oder gar zehn Auftragswechseln pro Stunde ihre Speedmaster mit Vollgas fahren können.

Was heisst das für die Zukunft?

Rainer Wolf: In den letzten zehn Jahren hat sich die Produktivität bei unseren Kunden in etwa verdoppelt. In den kommenden 10 Jahren können unsere Kunden ihre Produktivität nochmals verdoppeln und dadurch ihre Konkurrenzfähigkeit nachhaltig ausbauen. Einzelne innovative Firmen, v. a. aus dem Online-Print-Sektor, können das heute schon. In Summe bieten sich aber auch Chancen für Firmen, die sich auf Nischenmärkte spezialisieren, denn auch in der Nische zahlt sich Produktivität aus.

Richtig verstanden, leitet die Digitalisierung im Offsetdruck einen Paradigmenwechsel in der Branche ein. Gibt es aus Ihrer Sicht Hürden, die zu nehmen sind?

Rainer Wolf: Die Industrialisierung im Druck kann durch die Digitalisierung erst richtig beginnen. Entsprechend muss auf der Führungsebene die Auseinandersetzung unserer Kunden mit Änderungen im Markt stark ausgeprägt sein. Die Dynamik vor allem in den dem Druck vorgelagerten Prozessen ist unglaublich hoch. Nicht nur die Produktionsweise, auch die Art und Weise, wie Druckaufträge entstehen, ändert sich. Die spannende Frage lautet dann: Wer ist am Ende der richtige Druckpartner? Unsere Push to Stop-Philosophie hilft entscheidend. Denn wie gesagt, sind zunächst keine hohen Technik-Investitionen notwendig, sondern gründliches Nachdenken, Analysieren und Vernetzen (via Prinect). Keiner kann auf der grünen Wiese alles neu aufbauen. Vielmehr gilt es, ein exaktes Zielbild zu formulieren — und anzufangen, sich konsequent mit Prozess- und Ablaufoptimierungen zu beschäftigen, um Kapazitäten besser zu nutzen. Dies weniger im Sinne von kontinuierlichen Verbesserungen, denn dadurch werden nur Teilprozesse optimiert. Mit Push to Stop gelingt es größere Schritte zu machen, beinahe im Sinne eines Quantensprungs.

Digitalisierung wird zur Chefsache. Wie steht es um die Mitarbeiter?

Rainer Wolf: Es ist natürlich sehr wichtig, die Mitarbeiter mitzunehmen und ihnen die Angst vor den anstehenden Veränderungen zu nehmen. Die Erwartungshaltung ist, durch die Digitalisierung mehr Output bei weniger Aufwand zu schaffen. Push to Stop hilft den Mitarbeitern, das Mehr an Leistung zu bewältigen. Die autonome, intelligente Maschine weiss exakt und auf Abruf, wie am Effektivsten gearbeitet wird. Die Rolle des Druckers verändert sich — er bedient die Maschine immer weniger aktiv, sondern überwacht die Produktion, stellt die Qualität sicher und sorgt dafür, dass die Anlage störungsfrei produzieren kann. Daran muss man sich gewöhnen. Für uns bei Heidelberg heißt das: Wir müssen dafür sorgen, daß der Drucker dieses hohe Leistungsniveau nachhaltig erreichen und sich auf die Maschine mit ihren Assistenzsystemen verlassen kann.

Last but not least: Was ist für sie persönlich das aufregendste/wichtigste an den Heidelberg-Neuheiten für den Offsetdruckmarkt?

Rainer Wolf: Gute Frage! Das Push to Stop-Konzept ist einzigartig, steht also ganz oben und gibt strategisch die Leitlinie vor. Bezogen auf die Technik ist Hycolor Multidrive einer meiner Favoriten; denn dadurch können dir technisch viele Prozesse simultan ausführen und sind speziell bei aufwändigen Rüstvorgängen wesentlich schneller. Es braucht beispielsweise gerade einmal 2,5 Minuten für Gummituch-, Druckzylinder- und Farbwalzenwaschen dank Hycolor Multidrive.

Mein absolutes Highlight ist aber Intellistart 2, die Software, die Push to Stop an die Druckmaschine bringt. Erstmalig können mehrere Folgeaufträge bereits während der laufenden Produktion vorbereitet und freigegeben werden. Zusätzlich werden beim Auftragswechsel Prozesse automatisch gestartet, die dann selbstständig ablaufen. Intellistart 2 organisiert das alles automatisch und der Drucker bekommt am Wallscreen XL sogar ein Zeitstrahldiagramm angezeigt, an dem er genau sieht, welche Prozesse gerade ablaufen, was er manuell machen muss und wie lange es dauert bis die Produktion startet. So gesehen ist Intellistart 2 ein Volltreffer zur richtigen Zeit, um den ersten Schritt ins Push to Stop-Zeitalter zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch. 


Zur Person

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Rainer Wolf,  Leiter Produktmanagement Sheetfed bei Heidelberger Druckmaschinen AG.

Der diplomierte Drucktechnik-Ingenieur Rainer Wolf hat das Drucken von der Pike auf gelernt. Der Ausbildung und Arbeit als Offsetdrucker folgten von 1994 bis 1998 das Studium an der Fachhochschule für Druck in Stuttgart sowie eine Geschäftsführungs-Assistenz-Position in einer renommierten süddeutschen Druckerei. Seit dem Jahr 2000 ist Rainer Wolf im Produktmanagement der Heidelberger Druckmaschinen AG mit verschiedenen Aufgaben betreut. Market Intelligence wie auch die Leitung Produktlinienstrategie sind wichtige Stationen. 2014 wurde er Mitglied des Board of Directors der Heidelberg Graphic Equipment Shanghai (HGES). Im April 2015 wurde er zum Leiter Produktmanagement Sheetfed bestellt.


Ausgewählte Quellen für weitere Infos/Grafiken/Videos:


valuepublishing-mike-hilton-17102016-001

Two high-lights: Heideldruck’s Gallus label printing business makes good progress. — Global launch of PROKOM will strengthen KonicaMinolta’s business community approach.

 

Graphic Repro On-line News Review to Friday 14 October 2016

Welcome to another roundup with 33 news articles posted during the past week, plus Laurel Brunner’s latest Verdigris Blog added on Friday: ‘An Environmental Declaration for Print’, which this week briefly explains the circular economy and that the graphics industry could be making a massive satement about its contribution to this. Please don’t miss it. On Friday, UPM Raflatac and Labelexpo Americas announced they had partnered to provide a solution for exhibitors to responsibly manage their waste at the show, as well as ongoing.

In our Technology Guides section you will find the 10th article in this new Wild Format series for 2016/2017 called ‘The Art and Science of Very Fine Drops’ by Sonja Angerer, complete with an illustrated PDF which can be downloaded. In Online Features this week we have a report in Chapter 02 from the recent Gallus Innovation Days in Switzerland, which saw the successful world premiere of the new Gallus Labelmaster machine platform for label and packaging printing; and then in Chapter 07, two additions from Andreas Weber, head of Value, with a commentary entitled Print is a dynamic growth market. But print doesn’t sell itself!’; and then a summary analysis which examines the ‘Prospects for adding value with print’. Illustrated PDFs of both can be downloaded.
Upcoming events mentioned this week include K 2016 in Düsseldorf from 19 to 26 October, from Mimaki on Monday; and on Thursday, InPrint in Milan from 15 to 17 November.

Monday’s headlines were led by UPM at WPE in Vienna last week, and then on Tuesday, news from Manroland Web Systems with the launch of its new 16-page Geoman e:line newspaper printing press at the event; and Kodak with faster CTP for newspapers. Tuesday saw Canon SA (and Europe) lead the news with the launch of a new ImageRunner Advance series of A3 colour high-end multifunctional printers. On Wednesday, we had UPM Raflatac in Poland with a new coating line for its Wroclaw factory to meet increased demand for its products; while Thursday saw Mimaki launch a new breakthrough in digital inkjet textile printing with a transportation belt at Viscom Italy, which also took place last week. To round off the lead headlines on Friday, System Brunner announced that its Instrument Flight has received a worldwide first ‘G7 Press Control System Certification’.

Orders and installations during the past week included Hybrid Software with the 500th seat of its PACKZ to Fusion Flexo in the UK; then Panaprint in the USA with System Brunner and QuadTech. On Tuesday, Gallus with the 400th ECS 340 label press at Relieves Egara in Barcelona, Spain; while Vale Press in the UK, will take delivery of a new Stahlfolder BH66 buckle machine in the New Year. On Wednesday, Bokbinderiet Johnsen celebrated its new Muller Martini Diamant MC 60 bookline, a first in Norway, with a customer Open House.

Thursday saw Imprimerie Bailly in France add X-Rite eXact-based colour control; Frisco Printing and Graphics in the USA add Heidelberg’s new Versafire CV; Muller Martini with a Primera MC saddle stitcher with Motion Control for two key customers in Switzerland; and Technotrans in the UK at trade printer Walsh Colour, as it switches to H-UV with three new Komori presses. On Friday, Duplo UK announced deals topping £400,000 from The Print Show at the NEC last week: to QuadGraphics, Latham Direct, and Jones and Brooks. Heidelberg UK revealed that PPS Print has upgraded from Xerox to Versafire CP for its digital printing; and lastly, Flexoshop in the UK now uses Asahi AWP water-washable flexographic plates.

As my tailender for this week: PRP in the UK announced that it has been awarded the contract to manufacture 1200dpi LED print heads for the Kodak NexPress, as the culmination of a successful three-year joint development programme with Kodak.

That’s it for another week, but you will find more if you scroll down carefully.
My best regards, 

Mike Hilton



Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative and Wild Format Technology Guides from Digital Dots, as well as our Drupa and FESPA Newsrooms which can be accessed from the Index on our Home Page. We also have News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 

Headline News
Over 28,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news page

Mon 10 October…   
UPM participates at the World Publishing Expo 2016
UPM to focus on newspaper publishing and commercial CSWO printing at the World Publishing Expo in Vienna this week…

The Art and Science of Very Fine Drops: PDF to download
Wild Format Technology Guide No 10. Inkjet is unique amongst printing technologies, there is no other option to print on such a wide varieties of substrates with such efficiency. By Sonja Angerer…

PROKOM sets its sights on going global
PROKOM, the independent community of Konica Minolta production printing users’ at The UK Print Show with KM this week…

Mimaki solutions for the plastics industry at K 2016
Digital thermoforming, membrane switches and printing on plastics to be highlighted in Düsseldorf from 19 to 26 October…

Hybrid Software announces sale of 500th seat of PACKZ
Hybrid Software has announced the purchase of the 500th seat of its PACKZ native PDF editor by trade shop Fusion Flexo…

Panaprint powers web and sheetfed with System Brunner
Panaprint in the USA powers colour accuracy with System Brunner Instrument Flight and QuadTech to G7 standards…

Tue 11 October…   
Canon announces new imageRunner Advance series
Canon unleashes outstanding quality document production with new A3 colour C7500 series high-end multifunctional printers…

Manroland announces new 16pp Geoman e:line at WPE
Manroland Web Systems presents the new 16-page newspaper printing press Geoman e:line at World Publishing Expo in Vienna…

Kodak’s faster CTP at World Publishing Expo Vienna
Kodak announces new CTP options offering newspaper printers more productivity, efficiency and sustainability at WPE…

ImagePerfect vinyls receive HP Media Certification
View these and other ImagePerfect media on the Spandex stand (E3) this week at The Print Show 2016 at the NEC…

Gallus ECS 340 No 400 heads for Barcelona
At the Gallus Innovation Days in September, the 400th ECS 340 was sold to the Spanish label printer Relieves Egara…

Vale Press buckles up for take off with Stahlfolder!
Vale Press will take delivery of a new Stahlfolder BH66 buckle machine in the New Year to support its new Speedmaster XL 75-5…

Wed 12 October…   
UPM Raflatac to add new coating line at Wroclaw factory
UPM Raflatac expands its asset platform in Wroclaw, Poland to meet the label stock demand growth in Europe…

PRP awarded Kodak NexPress print head contract
The contract to manufacture 1200dpi LED print heads is the culmination of a successful joint development programme…

IDC MarketScape and Vendor Snapshot both cite Ricoh
Ricoh’s a leader of document workflow services, says IDC, helped by Ricoh SA’s customer commitment…

Manroland Web STORE a resounding 24/7 success
Web offset printing companies have embraced Manroland Web Systems’ completely renewed e-Commerce offering…

EFI at the Tecnargilla tradeshow in Rimini, Italy
EFI Cretaprint ecosystem brings bigger digital advantages in tile decoration at Tecnargilla in Rimini and at Cersaie in Bologna…

New Muller Martini Diamant MC 60 bookline in Norway
Open house at Bokbinderiet Johnsen provides impressive demo of the new Muller Martini Diamant MC 60 bookline…

Thu 13 October…  

Mimaki breakthrough in digital printing for textiles
The new Tx300P-1800B with textile transportation belt is ideal for samples, short production runs, custom orders, even on thick, sheer and elastic textiles on show at Viscom Italy 13 – 15 October…

Retrofit or new? Asks Matthias Heißler, Manroland Web
Manroland Web Systems retrofit trends and solutions directly from the newspaper printing market…

The world of industrial printing at InPrint Italy 2016
From 15 to 17 November at the MiCo exhibition centre in Milan, with pre-registration on the Website for free entry available now…

Imprimerie Bailly’s X-Rite eXact-based colour control
Closed-loop solution improves control and efficiency throughout the entire offset production process, saving time and money…

New Versafire CV doubles productivity for Frisco
Frisco Printing and Graphics Center doubles productivity and expands applications with new Heidelberg’s Versafire CV…

Start of a new era with Muller Martini Primera MC
Even before its world premiere at drupa, the Primera MC saddle stitcher with Motion Control sparked enthusiastic response…

Walsh Colour Print takes control with Technotrans
The trade printer opts for Technotrans peripherals as it switches to H-UV with three new Komori presses…

Fri 14 October…
G7 Certification for System Brunner Instrument Flight
System Brunner Instrument Flight: receives worldwide first G7 Press Control System certification…

Gallus Innovation Days a hit with world’s label printers
World premiere of new Gallus Labelmaster machine platform for label and packaging printing in St. Gallen, Switzerland…

UPM Raflatac strives to keep label waste from landfills
UPM Raflatac and Labelexpo Americas partnered to provide a solution for exhibitors to responsibly manage their waste…

Print is a dynamic growth market. But print doesn’t sell itself!
A commentary by Andreas Weber, head of Value with optional PDF to download…

Value Analysis – prospects for adding value with print
Executive summary analysis by Andreas Weber, head of Value…

Duplo secures new customer deals at The Print Show
Duplo UK has signed deals topping £400,000 and bagged an impressive pipeline of sales leads from The Print Show…

PPS moves digital to Versafire CP from Heidelberg UK
PPS Print moves to Versafire digital technology to benefit from Heidelberg’s Prinect workflow through a single RIP…

Flexoshop Colchester moves to Asahi AWP plates
UK-based Flexoshop spurs business growth with Asahi Photoproducts AWP water-washable flexographic plates…

Lead articles from Friday in previous update… 

The Print Show 2016 prepares a tasty buffet
The main course may be missing from regional and national shows, says Gareth Ward, but there are plenty of morsels to sharpen any appetite for manageable investment…

Intec to unveil ColorCut 500 at The Print Show
Intec Printing Solutions to debut of the ColorCut digital die-cutter for sheet labels and packaging at the NEC next week…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2020 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’, and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2020 Website.

Online Feature articles 2014 – 2016
Only 41 articles so far this year, with well over 70 last year, and over 90 in 2013 and in 2014 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years in our Archives.

Technology-related Chapter 02

Latest Gallus Innovation Days a hit with label printers from around the world
World premiere of new Gallus Labelmaster machine platform for label and packaging printing…

Online Features Sep/Oct Chapter 07

Print is a dynamic growth market. But print doesn’t sell itself!
A commentary by Andreas Weber, head of Value…

ValueTrendRadar Analysis – prospects for adding value with print
Executive summary analysis by Andreas Weber, head of Value…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blogs 2016

An Environmental Declaration for Print
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 14 Oct

Previous…   
Newspapers and Change
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 07 Oct

Technology Guides – from Digital Dots

Technology Guides for Wild Format 2016
This is the brand new series for 2016 – 2017 of new guides. The first ten can now be found in this special section in the Index on the Home Page of our Website. All have illustrated PDFs for downloading.

10… The Art and Science of Very Fine Drops
Inkjet is unique amongst printing technologies, there is no other option to print on such a wide varieties of substrates with such efficiency and ease. By Sonja Angerer

FESPA Newsroom
The FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Federation News in 2016

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use… but you must scroll down to view each Chapter when you visit the Newsroom

drupa daily to download as PDFs
These eleven jam-packed drupa daily news issues are ready to read now. They contain hundreds of superb articles, interviews, features and news. You can download each one complete as a PDF…

drupa 2016 Exhibitors’ at show + post-show News (in alphabetical order)
Latest additions of 86 in total are now in alphabetical order can be accessed in our drupa Newsroom.

drupa 2016 News from Exhibitors (also in alphabetical order)
The series of over 240 pre-show articles can be accessed in our drupa Newsroom in alphabetical order.

post-drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

Decisive impulses for the global print industry at drupa
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

drupa ante portas Blogs 2016
Includes the tenth and final article in this series from Andreas Weber in Mainz, Germany…

drupa 2016 Expert Articles – and more
Includes the eleventh and final article in this series from Claus Bolza-Schünemann, CEO and president of Koenig & Bauer (KBA) and drupa president 2016…

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by: 

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