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Value Publishing Mike Hilton 2017.001

Von Andreas Weber, Head of Value  |  English Version

Im Aufwind: Während andere wie HP, Xerox, Ricoh oder Canon sich notgedrungen re-strukturieren und/oder konsolidieren, baut Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz: #Heideldruck) sein Wachstum nachhaltig und profitabel aus. Eigentlich in Anbetracht der über 150-jährigen Geschichte eines Traditionsunternehmens kein außergewöhnlicher Vorgang. Wohl aber doch, wenn man genau hinschaut. Denn Fakt ist: Heideldruck verzeichnete nach eigenen Angaben derzeit als einziges Druckmaschinen-Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr in der drupa-Phase und danach ein deutliches Plus im Auftragseingang. Und will sich auf diesen Lorbeeren keinesfalls ausruhen. Im Gegenteil: Es werden für die Branche ganz neue Wachstumssegment identifiziert und pro-aktiv angegangen. Heidelberg mutiert damit zum „agilen Unternehmen“.

„Heidelberg wird in den nächsten fünf Jahren wieder der wachstumsstarke und profitable Leuchtturm unserer Branche werden“, sagte Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Wir haben die Erfolgsfaktoren hierfür definiert und bereits die ersten Maßnahmen eingeleitet. Damit beginnt für Heidelberg eine neue Wachstumsära.“

 


ValueCheck von Andreas Weber mit Rainer Hundsdörfer, CEO Heidelberger Druckmaschinen AG

 


 

Hundsdörfer ließ weiterhin verlautbaren: „Um den Konzern für die digitale Zukunft des Unternehmens fit zu machen wurden bereits zum 1. April 2017 die Segmente Heidelberg Digital Technology (HDT) und Heidelberg Digital Business und Services (HDB) etabliert. Bei HDT sind das Sheetfed-Offset-Geschäft, der Etikettendruck und die Druckweiterverarbeitung zusammengefasst; hier werden die passenden Technologien und Produkte auch für neue Geschäftsmodelle entwickelt, produziert und vermarktet. Bei HDB steuert Heidelberg seine Geschäfte mit Services und Verbrauchsmaterialien, Gebrauchtmaschinen sowie die digitalen Drucktechniken und Lösungen entlang der Wertschöpfungskette.“

Möglich wurde dies, da Heidelberg wirtschaftlich wieder obenauf ist und profitabel wächst. Hier die wichtigsten Anmerkungen zur neuen Strategie und Eckdaten aus der aktuellen Bilanz:

  • Strategischer Fokus auf Technologieführerschaft, digitaler Transformation und operativer Exzellenz
  • Konzernziele für 2022 definiert und mit Einzelmaßnahmen hinterlegt
  • Umsatz soll auf rund 3 Mrd. €, das EBITDA auf 250–300 Mio. € und Nachsteuergewinn auf mehr als 100 Mio. € steigen
  • Erste strategische Maßnahmen: zwei Akquisitionen (DOCUY / Fujifilm Lacke & Druckchemikalien in EMEA) und Effizienzverbesserung bereits umgesetzt
  • Vorlage des Jahresabschlusses 2016/17 bestätigt Zielerreichung

 

 

Bemerkenswert: 
Digital heisst bei Heideldruck nicht automatisch „nur“ Digitaldruck

Elementarer Teil der neuen, umfassenden “Heidelberg goes Digital”-Strategie ist natürlich der Digitaldruck. Hier setzt insbesondere die neue Primefire-Plattform für den digitalen Verpackungsdruck die Messlatte enorm hoch. Doch die digitale Transformation des Print-Geschäfts verlangt mehr, als nur gute Digitaldruck-Maschinen zu bauen. Hier hat sich Heideldruck inzwischen einen deutlichen Vorsprung erarbeitet, indem ein ganzheitlicher Ansatz gefunden wurde, dass Druckereien die digitale Transformation auch tatsächlich bewältigen können. Finanzvorstand Dirk Kaliebe verwies bei der Bilanzpressekonferenz am 8. Juni 2017 in Frankfurt am Main darauf, dass es kaum noch möglich sei, den hohen Grad der Digitalisierung im Offsetdruck von dem im Digitaldruck zu unterscheiden. „Eigentlich ist der Begriff ‚Digitaldruck‘ irreführend“, merkt CEO Rainer Hundsdörfer an. „Man sollte besser von Non-Impact-Druck sprechen, also einem berührungslosen Druckverfahren. Am Ende wird aber auch gedruckt und ein analoges Produkt hergestellt.“ Die Kunst seitens eines Maschinenbauers bestehe darin, alle möglichen Verfahren einzubinden, die dazu dienen, marktgerecht und produktionstauglich Drucksachen aller Art effizient und automatisiert herzustellen.

Heidelberg als Amazon im Print?

Schon auf der drupa 2016 wurde betont: Durch Push-to-stop-Methodik ermögliche man autonomes Drucken ähnlich wie Google das autonome Autofahren befeuert. Und durch die Heidelberg Cloud und -Assistent-Lösungen wolle man zum Amazon der Print-Branche werden. Mit „Heidelberg goes digital“ ist also wesentlich mehr verbunden, als nur eine neue Art und Weise, Druckmaschinen zu bauen. Aus meiner Sicht ist das mit der Erfolgs-Story von Tesla zu vergleichen: Auf den ersten Blick baut Tesla ein elektrogetriebenes Premium-Auto. Auf den zweiten Blick geht es um den qualifizierten Datenaustausch zwischen Fahrer / seinen Präferenzen und dem Maximum an Abstimmung des Fahrzeugs an konkrete Bedürfnisse und optimales Fahrerleben. Tesla gelang es im Frühjahr 2017, den Auto-Pionier Ford bei der Marktkapitalisierung zu überrunden und in den USA mehr Luxusfahrzeuge zu verkaufen als Porsche, VW/Audi und BMW zusammen. — Heidelberg könnte ähnliches gelingen. Darum propagiert CEO Hundsdörfer seine Vision des „agilen“ Unternehmens; ein Unternehmen, das sich aus meiner Sicht durch „autonomes Denken und Handeln“ auszeichnet! 

 

Screenshots vom Heideldruck-Geschäftsbericht, der im Deckblatt eine gestanzte Faltschachtel enthält, die herausgenommen werden kann und zur “digitalen” Box wird. — Download via Heidelberg.com

 

Hundsdörfer setzt als erfahrener Maschinenbau-Insider auf „Operative Exzellenz“ (mit Fokus auf permanente Optimierung des Lösungsangebotes und der Fabrikationsprozesse) sowie die beiden wichtigsten Assets von Heideldruck: Know-how und Erfahrung, wie man das Print-Geschäft bestmöglich betreibt. Und das unter der Prämisse, zu automatisieren, was zu automatisieren geht: bei der Produktion, in der Beschaffung, in der Echtzeitanalyse der Produktionsmittel im Feld, im Dialog des Heidelberg-Kunden mit seinen Kunden und vieles mehr. Hier ist Heideldruck bereits vielen anderen Maschinenbauern weit voraus. Und vermarktet sein Know-how sowohl bei Start-ups beim Go-to-Market und der Produktion (z. B. im 3D-Druck) wie auch in anderen Branchen (wie wohl künftig dem Automobilsektor), wo Fertigungsprozesse permanent umgestellt und angepasst werden müssen. Und das nicht in vielen Monaten, sondern in wenigen Tagen.

 

 

Nicht ohne Grund tauchte bei der Bilanzpressekonferenz die Frage auf: „Bei all dem, was Sie uns darlegen: Stimmt dann noch der Firmenname ‚Heidelberger Druckmaschinen‘?“Die Antwort: Der Brand heisst schon lange „Heidelberg“. Und nur das zählt. Und Druckmaschinen zu bauen, ist laut CEO Hundsdörfer für Heideldruck unabdingbar, da durch die Maschinen und ihren Betrieb viele Zusatz- und Mehrwertleistungen aggregiert werden, die Heideldruck anbietet; darum auch die jüngsten Akquisitionen von Docufy sowie v. a. für den Verbauchsmaterialsektor von Fujifilm.

Entsprechend möchte Hundsdörfer Heideldruck zum Systemlösungsanbieter werden lassen, quasi als eine Art Plattform-Betreiber für die globale Print-Branche und ihre Kunden. Dabei bildet Transformation nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ist Kern des Geschäfts, um profitabel Wachsen zu können. Ganz so, wie es die GAFA-Firmen vormachen. (GAFA steht für Google, Amazon, Facebook, Apple; siehe dazu unser ValueWebinar-Angebot zur die Value Analyse „Transformation — Beam me up, Scotty”).

 

 

Fazit

Die neue Strategie „Heidelberg goes digital“ hat bei der Bilanzpressekonferenz eindeutig überzeugt — was sogleich einen Kurssprung auf ein Jahreshoch bewirkte. Der Heideldruck-Vorstandsvorsitzende und der Finanzvorstand konnten — trotz aller Komplexität — ihre Sichtweise und Argumente schlüssig und verständlich dargelegt. Dem Vorstandsbereich „Heidelberg Digital Business und Services (HDB)“ kommt eine Schlüsselrolle zu, da hier für Heideldruck wie auch für Kunden und Partner neue Geschäftsmodelle resp. Geschäftsmodell-Philosophien entwickelt werden müssen. Wir werden dies per ValueDialog in kürze mit Vorstand Dr. Ulrich Hermann besprechen.

 


 

Auszüge aus den Präsentationscharts zur Heideldruck-Bilanz-Pressekonferenz vom 8. Juni 2017 in Frankfurt am Main

 

 


Weitere Infos per multimedialem ValuePublishing Report auf Storify

Bitte Link klicken für ValuePublishing-Echzeitreport mit Texten, Videos/O-Ton, Fotos und Meinungen aus der Wirtschaftspresse:

https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-wie-meistert-heideldruck-die-digitale-t


Heideldruck BPK Review via ValuePublishing Storify 08062017

 


 

 

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01 Anna Grau – Das Buch zu Lilith

 Coverbild des bereits vorliegenden Buches zum Ausstellungsprojekt. Herausgeber: Andreas Weber. Fotos nach den Gemälden von Anna Grau.

 

„Ich male Gefühle!“ — Zur Malerin Anna Grau und ihrem Werk. Gedanken von Andreas Weber.

 

 „Kreative Intelligenz geht einher mit Reflexionsfähigkeit, um zu Erkenntnis zu gelangen. Durch ihren Lilith-Gemäldezyklus und die interaktive Ausstellungskonzeption setzt Anna Grau Maßstäbe. Gut so!“ —Andreas Weber 

 

Die Malerin Anna Grau und Andreas Weber als ihr Mentor und Kurator gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

Vorspiel. Das umfassende bildkünstlerische Engagement von Anna Grau für äußerst wichtige, Zeitgeist-unabhängige und gesellschaftlich-kulturell relevante Themenstellungen in einer besonderen Dimension verdient Anerkennung und Respekt. Zumal Anna Grau als Malerin freischaffend tätig ist. Den im Entstehen befindlichen Lilith-Gemäldezyklus bearbeitet sie in Eigenregie, um unabhängig an den Bildern und ohne überstarken Zeitdruck arbeiten zu können.

Geplant ist eine auf Interaktion ausgelegte Ausstellung des Lilith-Gemäldezyklus mit einer Rahmenprogramm-Inszenierung, die Stimmen anderer Persönlichkeiten aus der Kunstszene, der Forschung, der Wirtschaft, des alltäglichen Lebens umfasst. Ergänzt wird die Ausstellung durch multimediale Präsentationen, etwa zum „Werden“ der jeweiligen Bilder bzw. mit der Darstellung ihrer „digitalen“ Metamorphosen.

 

 

Lilith Thesenpapier

In medias res. Anna Grau lernte ich im November 2015 in Mainz kennen — vor ihrem Gemälde „Meister“, das den 1. Preis beim 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm erhielt. Über 650 Bewerber hatten sich dem gewählten Thema „Kollaps der Moderne?“ im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung gestellt. Die Jury (bestehend aus Kunstwissenschaftlern und vor allem kompetenten Künstlern) hatte unter dieser Vielzahl an Arbeiten das ausdrucksstarke, in seiner Farbgebung herausstechende und dynamisch-expressiv gemalte Werk einstimmig zur Siegerarbeit auserwählt.

In der persönlichen Auseinandersetzung mit Anna Grau als 1. Preisträgerin konnte ich in Mainz von Angesicht zu Angesicht erfahren, was sie empfindet, wenn sie malt. Sie antwortete mir auf die Frage „Was machst Du, wenn Du malst? Denkst Du an Picasso und seine Les Demoiselles D’Avignon?“ kurz und knapp und mit einem versonnenen Lächeln: „Ich male Gefühle!“. 

Diese Gefühlswelt ist die einer in Moskau geborenen Deutsch-Russin, die als 15-jährige nach Berlin kam und dort seit über 20 Jahren lebt. Eine Tochter hat. Die als Europäerin fühlt und denkt! Die Entwicklungen in ihrem Geburtsland mit großer Sorge sieht. Hätte man sie dazu bei der Preisverleihung in Mainz vor dem Publikum direkt gefragt, zu Putin und der Re-Sowjetisierung Russlands, sie hätte gesagt: „Oh nein, ich male keine politischen Bilder. Mich interessiert der Mensch mit seinen Tiefen und Leidenschaften und Schwächen.“ Sie hätte gesagt, wie wichtig Malerei für sie ist. Gerade in einer „digitalen Welt“.

Dem spontanen Kennlernen in Mainz folgte Ende November 2015 ein weiteres Treffen in Berlin; es entwuchs ein seitdem ständiger Kontakt. In der Reflexion dessen, was Anna Grau in Mainz erlebt hatte – vor allem das Zusammentreffen mit den Mainzer Künstlerinnen Prof. Valy Wahl und Fee Fleck – ergab sich die Idee, ein neues, ambitioniertes Vorhaben in die Tat umzusetzen: Den Gemäldezyklus „Lilith“.

Aufhänger für „Lilith“ war der Bilderzyklus von Fee Fleck „Medea – die Fremde“, das die Künstlerin speziell zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 2012 geschaffen hatte. Anna Grau war fasziniert, dass eine wesentlich ältere und bedeutendere  Kollegin ihrem eigenen Menschenverständnis so nah kam. Wobei sich Anna Grau in ihrer unendlichen Bescheidenheit nie mit Fee Fleck in eine Reihe sehen würde… — Beide Künstlerinnen haben übrigens am gleichen Tag Geburtstag, wenn auch zwei Generationen auseinander! — Fee Fleck setzt sich als Holocaust-Überlebende gegen das Vergessen ein. Und für die Rolle der Frau im Besonderen. Der damalige Bundespräsident Gauck überreichte Fee Fleck für ihr Engagement, ihre Lebensleistung im Jahr 2012 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Beide Künstlerinnen, Fee Fleck wie auch Anna Grau, beziehen in einer von Männern dominierten Kunstszene eine besondere und nach meiner Ansicht herausragende Position: Sie widmen sich den Extremen wie Ausgrenzung, Vernichtung, Unterdrückung ohne jegliche Aggression; vielmehr in einer behutsamen Bestimmtheit und Deutlichkeit, die den Betrachter ins Nachdenken und letztlich zu neuen Erkenntnissen bringt. Mehr kann man nicht erreichen. Anna Grau hat Anfang 2016 begonnen, den Lilith-Bilderzyklus auszugestalten. Bis dato sind sechs (unterschiedlich formatige, bis zu 120 x 180 cm große) Gemälde fertig, acht oder zehn sollen es insgesamt werden. In meinem ValueBlog und über Facebook kann man den Entstehungsprozess verfolgen.

Anna Grau hat selbst dazu einen lesenswerten Text verfasst, der in einem eigenen Buch abgedruckt ist: „Auf den Spuren von Lilith…“

 

 

 

Kerngedanke ist es, „Lilith — die Getarnte!“ in all ihren Facetten lebensnah zu inszenieren. Dies alles bietet aus meiner Sicht einen kompakten Einblick in das bildkünstlerische Schaffen von Anna Grau, das sie von anderen unterscheidet und besonders macht. Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Ausstellung sowie Wettbewerben zeigt, dass Anna Grau nicht nur Aufmerksamkeit findet, sondern auch hohe Wertschätzung.

 


 

Anna Grau und Andreas Weber im Martin-Gropius-Bau zu Berlin (Nov 2015)

Zur Person: Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG sowie u.a. Beiratsmitglied des Vorstands des Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, Beiratsmitglied der Internationalen Senefelderstiftung, Offenbach, Lehrbeauftragter der Hochschule RheinMain, Wiesbaden. | LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/andreasweber | Blog/ValuePublishing:  https://valuetrendradar.com 

Zu Anna Grau und ihrem Schaffen: http://www.annagrau.de — Anna Grau und Andreas Weber gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

 


 

 

PROKOM Webinar Transformation by Andreas Weber.011

“Beam me up, Scotty” — Transformation im Digitalzeitalter, lautet der Titel eines Webinars, mit dem Andreas Weber, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG im Team mit der PROKOM User Community ein für die Print-Branche entscheidend wichtiges Themenfeld eröffnet. Basis waren die Erkenntnisse aus dem gleichnamigen White Paper, das den Webinar-Teilnehmern zur Verfügung stand. — Anbei das Wichtigste aus der Präsentation mit praktischen Ratschlägen, wie man den Überblick behält und den Wandel im Griff hat.

Zitat:

„Die tägliche Reizüberflutung überfordert uns und macht uns fast panisch bewusst, dass der von den digitalen Techniken verursachte Wandel nicht mehr aufzuhalten ist. Kein Stein bleibt dabei auf dem anderen. Um die digitale Transformation kommt keiner herum.“ —Andreas Weber

Themen/Struktur:

  • Die Geheimnisse (und Besonderheiten) der Transformation
  • Rolle und Bedeutung im Kontext mit der Print-Branche
  • Lernen von den Besten (ausgewählte Beispiele)
  • Tipps und Tricks

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Intro: Handeln durch Wandeln!

Seit mehr als einer Generation wirkt sich die „Digitalisierung“ fulminant aus (unabhängig davon, wie man den Begriff ausgelegen mag!); unsere Lebenswelten und Lebensrealitäten gehen mit fulminanten strukturellen Veränderungen einher, bei immer kürzer werden Intervallen und einem durch die Globalisierung enorm steigenden Druck. Ein guter Zeitpunkt, um dich mit Transformation aus Sicht der Print-Branche zu beschäftigen. Denn: Gerade innovative Digitaldruck-Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Produktion um nachhaltige und zukunftsorientierte Marketinglösungen ausbauen.

1. Die Geheimnisse (und Besonderheiten) der Transformation als Kultur-Phänomen

Um es von Anfang an richtig zu begreifen: Transformation ist kein neuzeitlicher Begriff, er lehnt sich an das griechische METAMORPHOSES an und beschreibt sozusagen einen smarten Wandel. (μεταμόρφωσις, “Transformation, transformierend“, von μετα- (meta-), „Veränderung, Wechsel, Wendepunkt“ und μορφή (morphe), „Form“).

Evolutionsgeschichtlich nehmen Metamorphosen in der Natur und bei Lebewesen einen wichtigen Platz ein, um sich weiterzuentwickeln. Der Begriff Transformation steht immer im Kontext mit menschlicher Kultur. Und bezeichnet keinesfalls ein ausschließliches Ergebnis technischer Entwicklungen. Technisch gesehen, ist die Ausprägung bei der Bildbearbeitung durch das sog. Morphing fassbar, indem unterschiedlich Bilder verschmolzen werden zu einem neuen. Aus heutiger Sicht wird allzu leicht übersehen, dass bereits im Alten Orient die Babylonier eine Transformation des Handels einleitenden, als sie vor rund 3.500 Jahren begannen, Steintafeln zu nutzen, um ihre Angebote zu propagieren. Transformation stellt somit in erster Linie ein kulturelles Phänomen da, das die Menschheit geleitet und Innovationen im Zusammenleben ermöglicht hat.

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2. Rolle und Bedeutung im Kontext mit der Print-Branche

Einer der ersten, die der so verstandenen ‚Transformation‘ ein unvergessliches literarisches Denkmal gesetzt haben, war der französische Schriftsteller Victor Hugo. Hugo beschreibt im „Glöckner von Notre Dame“ von 1831 die Szene, als ein mittelalterlicher Mönch durch das Fenster seiner Schreibstube auf die Kathedrale blickt und nach der Kunde von der Erfindung Gutenbergs in Mainz kurz und prägnant vor sich hin spricht: „Ceci tuera cela!“ — Das Eine wird das Andere töten. Gutenberg hat mit seiner Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern die marktbeherrschenden Schreibstuben der Mönche überflüssig gemacht und letztlich die Neuzeit und das Informationszeitalter eröffnet. Technik war für Gutenberg nicht unwichtig, aber eben sekundär, da ein Mittel zum Zweck. Er wollte publizieren resp. seine kostbaren Publikationen möglichst gut verkaufen. Das hatte blitzartig Wirkung rund um die Welt und öffnete der Print-Branche die Tür, um fortan nachhaltig und bis heute die Kultur der Menschheit zu transformieren.

Insofern kommt der Print-Branche unverrückbar die bedeutende Führungsrolle bei Transformation zu, was übrigens die Auguren des 20. und 21. Jahrhundert im Silicon Valley besser verstanden haben als wir Europäer. Die US-amerikanische Wirtschaftselite würdigte Gutenberg im Jahr 2000 als ‚Man of the Millennium‘, da er als Mensch für andere Menschen etwas entscheidendes getan hat. Transformation im Digitalzeitalter bedeutet daher: Es geht stets um Mensch-zu-Mensch-Beziehungen. Das ‚Human-to-Human‘ ist wichtigstes Element von Social Media, IoT, AI, Big Data und anderem mehr, was die Jetztzeit und sicher auch die weitere Zukunft prägt. Kein Wunder also, dass die Print-Branche mit Beginn des Desktop-Publishings seit den 1980er Jahren und dem Motto „Jeder sein eigener Gutenberg“ die Umsätze weltweit auf über 700 Mrd. Euro steigern konnte und weitere Umsatzvolumina von über 3,5 Billionen Euro für andere Wirtschaftszweige generiert, die sich mit Datenaufbereitung für den Druck und Supply-Chain-Aufgaben u. v. m. beschäftigen. Es geht wie gesagt bei der Transformations-Wirkungsweise nur sekundär um (Druck-)Technik, sondern vielmehr um das Publizieren von Menschen für Menschen, um Erkenntnisprozesse nachhaltig zu etablieren.

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3. Lernen von den Besten (ausgewählte Beispiele)

Die Jetztzeit wird vor allem von GAFA geprägt (kurz für: Google, Amazon, Facebook und Apple). Also genau solchen Firmen, die an den Gutenberg’schen Erfinder- und Innovationsgeist anknüpfen. Das Novum: Transformation wird Teil des Geschäftsprinzips, das sich durch neuartige, durchgängige Innovations-Plattformen abbilden lässt.

Google digitalisiert u. a. Dokumente und Bücher dieser Welt, macht also Print-Inhalte digital zugänglich; Amazon startete sein Handels-Imperium mit dem Verkauf von gedruckten Büchern. Und steigt 2016 in das On-Demand- und Online-Print-Geschäft ein (Stichworte: Amazon Print+Posters sowie Amazon Custom). Facebook hat die News-Vorherrschaft übernommen, die bis dato den Medienhäusern lukrative Verlags-Monopole sicherten und bietet Anreize für Neueinsteiger, sich mit dem automatisierten Druck von Inhalten aus Facebook-Chroniken zu widmen. Und Apple steht im Verbund mit Adobe, Aldus und Linotype für die Pionierrolle im neuzeitlichen Print. Und ist dem bis heute treu geblieben. Am 23. September 1997 gab Steve Jobs den Startschuss für den Neubeginn von Apple als Multichannel-Innovator mit dem Launch der „Think Different“-Kampagne. Zugrunde gelegt wurde von Jobs die Philosophie des ‚Digital Lifestyle‘ etabliert, der an die kulturellen Werte der menschlichen Kulturentwicklung anknüpft. Mit dem Ziel, digitale Technologien intuitive nutzbar zu machen. Die Kernbotschaft: „Communication first, Products, Services second“. Seine Technologiekompetenzen stellt Apple schon lange nicht mehr zur Diskussion, es sind einfach die besten. iPod, iMac, iPhone, iPad, iTunes, iPhoto und anderes mehr wurden so zu Selbstläufern, weil die Nutzer keine Programmierkenntnis brauchten, um bis dato nicht Mögliches nutzen zu können.

Apple blieb dem Print immer treu, bis heute: Durch hochwertige Produktverpackungen, bei der Außenwerbung und nicht zu unterschätzen durch Digitaldruck für Premium-Fotobücher und Grusskarten. In Summe versteht es Apple wie kein anderes Unternehmen der Welt, die besten Websites/virtuellen Webstores, reale Flagship-Stores, Produkt- und Softwaredesign sowie Print zu Bündeln, um Kunden via Multichannel ein maximales Lifestyle-Erlebnis zu verschaffen. Der nachhaltige Erfolg als wertvollste Marke der Welt und maximal hohe Pro-Kopfgewinne geben Apple, Steve Jobs und seinen Nachfolgern recht. Und sorgen für ein Höchstmaß an Kundenbindung und Kundentreue, das anderen, die das so nicht können oder wollen, suspekt erscheint.

Für den Print-Sektor haben sich einige kluge Köpfe das Steve Jobs-Prinzip des digital Lifestyle zu nutze gemacht. So z. B. Peter Gunning, CEO von Grafenia plc., Manchester/UK, der ein Druckunternehmen, das sich auf Online Print spezialisierte, nunmehr erfolgreich durch nettl.com eine weltweite Ladenkette etabliert, die Web/Design-, Mobile-, E-Commerce-Services mit variationsreichen Print-Anwendungen kombiniert. Das Motto von Peter Gunning: „Print is Lifestyle“ begeistert Mitarbeiter wie Kunden und mich als Experten gleichermaßen. (Lesetip: “Grafenia reinvent print”) 

 

 

Stefano Cutello, Founder & CEO von PastBook, hat ein Start-up gegründet, das erfolgreich den Schulterschluss macht zw. Mobile / Social Media und dem Druck von Fotobüchern. Cutello ist willkommener Gast bei Events im Silicon Valley, wie bei der Mobile Connect 2016. Sein Motto/Claim: „Relive Your Memories. Automagically Created for You!“ — Siehe hierzu den ValueDialog „Great task by PastBook’s CEO Stefano Cutello: “Relive Your Memories. Automagically Created for You!”

Christian Kopocz mit seiner kleinen, aber feinen Firmengruppe in Lübeck (prindoz, Printmanufaktur und Buch-Handelsgesellschaft) ist ein einfallsreicher Unternehmer sowie Multichannel-Experte, der sich national und international für seine Sache im Team mit Kollegen aus aller Welt einsetzt. Er arbeitet in wichtigen Gremien mit, wie der XMPIE Users Group (als Executive Director) oder der PROKOM User Community (als EMEA-Board-Mitglied). Und er „erfindet“ grandiose Multimedia-Anwendungen, die Print auf Premium-Niveau mit maximalem Individualisierungsgrad ins Zentrum stellen.

Allen gemeinsam ist: Die genannten Beispiel-gebenden Vordenker sind Quereinsteiger im Print und nutzen Print, um Lebens- und Erfahrungsmomente aus der virtuelle Welt des Internets in die Realität zu überführen. Sie verharren nicht in höriger Technologie-Gläubigkeit (was viele Druckerei-Kollegen in die Pleite führte); denn Technologie verkauft nicht, sondern nur Werthaltigkeit. Die im Print Erfolgreichen entwickeln wahre Kreativität, die nicht nur linear weiter führt, was optimiert werden kann, sondern wahrhaft Neues erschafft. (Siehe auch die ValueAnalyse: “Wege aus dem Innovationsdilemma.)

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4. Tipps und Tricks – Guideline

„Transformation beginnt im Kopf. Und endet nach erfolgreicher Mission dort auch wieder!“ — Es ist Zeit für ein neues Denken, das sich von Technik-Gläubigkeit befreit. Auf dem Sektor der Artificial Intelligence, kurz AI, vollzieht sich dies am deutlichsten. Zum Beispiel durch „Machine learning to make human brains faster“. Denn Menschen und ihre Bedürfnisse sind das Maß aller Dinge. Social Media spielt eine wichtige, besser: zentrale, Rolle bei der Vermittlung zwischen technischen Innovationen und den menschlichen Bedürfnissen, um durch Publizieren und Interaktionen Erkenntnisprozesse in Gang zu setzen.

 

Folgende Checkliste als Guideline:

  1. Transformation spielt sich im Kopf ab.
  2. Lerne von den Besten.
  3. Transformiere Dich selbst!
  4. Wähle klug die relevanten Technologien plus die richtigen Innovationslösungs-Partner aus.
  5. Das Prinzip ‚De-construct—re-construct‘ muss Geschäftsmodell und Go-to-Market umfassen
  6. Kenne Dein Publikum bestens. (Bemühe Dich wenigstens ernsthaft darum!)
  7. Halte Deine Botschaften relevant und einfach!

Fazit: Meine Empfehlung lautet: Rücke ins Zentrum des Geschehens, werde zum Spielführer. Indem Du Transformation via Print-Kommunikations-Innovationen zugänglich machst — beflügelt durch einen nachhaltigen Multichannel-Ansatz. Es ist eigentlich ganz einfach…

 


Zum Autor:

Andreas Weber ist Gründer und CEO der Value Communication AG, Mainz. Sein Credo: „Am Anfang braucht man immer einen Masterplan, der sich am Vergangenen orientiert, um dann die neuen Vorgaben für die kommenden Jahrzehnte festzulegen. Wer vorankommen will, muss also zuerst zurück zu seinen Wurzeln!“

Andreas Weber ist Deutschlands führender Branchen-Analyst für Print und Experte für Innovation durch Kommunikation. Sein Motto: Beratung. Wissen. Vernetzung. Er hat Geisteswissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz studiert und lebt und arbeitet dort seit 1978. 1987 entdeckte er die Kommunikation. Seitdem ist er als Kommunikationsmanager und Analyst, Verleger und Coach in der Branche tätig. — Schließlich wurde er zum Unternehmer und gründete mehrere Firmen in Deutschland und der Schweiz, zuletzt die Value Communication AG, die er als CEO leitet. Die Value Communication AG ist ein weltweit aktives Institut für Forschung und Wissensvermittlung.

Kontakt:

LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/andreasweber

Blog (mit zahlreichen Fach-Kommentaren und White Papers): https://valuetrendradar.com

Twitter:

@zeitenwende007

@ValueCommAG

ValuePublishing Report #ops2017.001

Bernd Zipper und Peter Gunning beim Warmlaufen zu #ops2017 auf der Bühne! — Foto: Andreas Weber.

Word-class Event. Fantastic. Unforgettable.

Das 5. Online Print Symposium zum Thema “Online-Challenge – Fokus Kundenzentrierung” am 6. / 7. April 2017 in München setzte erneut Maßstäbe. 300 hochkarätige Teilnehmer aus 15 Ländern bestätigten das Fazit: “Auf zu neuen Ufern. Mit Herz und Verstand!”


Von Andreas Weber, Head of Value  |  English Version

Die Organisatoren – Fogra, BVDM, zipcon – können stolz und zufrieden sein. Mit dem 5. Online Print Symposium 2017 (kurz: #ops2017) haben sie die Messlatte nochmals höher hängen können. Kaum ein Fachevent auf der Welt, das Print-Innovationen im Fokus hat, ist dermaßen professionell, fundiert, inhaltsreich und vor allem “menschlich” wertvoll gestaltet. Das Publikum kommt nicht nur, um dabei zu sein. Es macht mit und denkt mit. Beziehungen sind eben alles, auch im Geschäftsleben.

Vorspiel: Am Vorabend wurde bereits für die Keynote des ersten Veranstaltungstages geprobt. In gekonnt professioneller Lässigkeit. Video-Animation via Facebook: Andreas Weber für ValuePublishing.

Damit wird dem Thema “Kundenzentrierung” auf ganz besondere Weise Rechnung getragen, wie unser multimedialer “ValuePublishing Report” via Storify  eindrucksvoll belegt: Über 50 Teilnehmer und sogar Experten, die leider nicht dabei sein konnten, haben sich in der Social Media-Kommunikation eingebracht. So engagiert war bis dato noch kein Auditorium involviert. Und das ist gut so. Denn das Motto: “Tue Gutes und publiziere darüber” wird wichtiger denn je. Die durch die Bank exzellenten Referate zeigten, das Zukunft schon heute beginnt. Online Print lebt von den Effekten des Smart Shopping. Und dazu gehört eben auch Smart Communication, in der Form, dass alle Beteiligten sich einbringen können.

Peter Gunning, Günder und CEO von Grafenia plc, Manchester/UK, der mit seinem nettl.com-Projekt weltweit eine Führungsposition bei der Transformation eines Druckerei-Geschäftskonzeptes vollzog (Motto: Print is lifestyle), teilte direkt nach dem #ops2017 Symposium seine Eindrücke. Unmittelbar, in Echtzeit, emotional packend. Viele tausend Nutzer haben dies auf LinkedIn sofort und begeistert nachvollziehen können.


Ein Novum: Das Saalpublikum erwartete eine gelungene Überraschung: Als Live-TV-Reporter durfte ich mit der Unterstützung eines kompetenten Kamerateams alle Aussteller in Foyer und Atrium per Grossleinwand in den Saal beamen. 11 Firmen in weniger als 60 Minuten wurden so vorgestellt. Die Reaktionen beim Publikum waren ausgezeichnet. Denn es wurden die Aussteller nicht per Vortrag auf der Bühne, sondern vor ihren Ständen gezeigt und konnten in kürzester Zeit per Interview Auskunft geben, was sie tun und was die Besucher davon haben. Diese kamen in den Pausen zahlreich vorbei. Benchmark!


Interessant: In der Auswertung war LinkedIn die bevorzugte Social-Media-Plattform vor während und nach der #ops2017. Nicht nur Meldungen wurden in Echtzeit publiziert, sondern auch resümiert und aktiv kommentiert. Daneben baute sich via Twitter eine unglaubliche Reichweite auf, die auch jetzt, einige Tage nach der #ops2017 weiter anwächst. Es werden sicher weitere Blog-Beiträge folgen, erste Zusammenfassung sind bereits auf beyond-print.de publiziert.

Den schnellsten und einfachsten Einstieg für alle, die dabei waren oder vor allem diejenigen, die nicht kommen konnten, finden sich nachfolgend in unserem ValuePublishing Storify-Report, durch eine Zusammenstallung der rund 200 wichtigsten Tweets. Kompakter gehts kaum und vor allem: kaum authentischer!

ValuePublishing Report #ops2017 via Storify.png

Zum Betrachten bitte Link klicken: https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-the-future-of-print-is-on-line


Hinweis

Wir werden in den nächsten Tagen an dieser Stelle meinen Beitrag kontinuierlich erweitern um Inputs, Kommentare und Berichte anderer kompetenter Kollegen.

Zum Start:

Insiderbericht #OPS2017: Onlineprint – Forever Startup?

 

Insiderbericht von beyond-print.de


Online Print Symposium 2017: #OPS2017 Best-of

 

#ops2017 Best of.png


Das “Best-of”-Video (deutsch/english)


 

LiveTV mit SAPPI, Peter Goer, im Gespräch mit dem Moderator Andreas Weber

 


 

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Photos: Heidelberger Druckmaschinen AG. — Collage: Andreas Weber, Mainz/Germany.

 

“We keep our promises: sustainable industrial production with premium quality digital printing.” —Montserrat Peidro-Insa, Heidelberger Druckmaschinen AG

Interview: Andreas Weber, Head of Value | German version

 

Presented to hundreds of thousands of trade visitors at drupa 2016 and on the market since January 2017 with the start of the pilot phase: the Primefire 106 – as the first industrial premium digital printing production system in B1 format it is performing successfully in the pilot phase and has proven itself at ‘MPS Multi Packaging Solutions’. An important core element of the new Heidelberg digital strategy has thus been achieved — and now is the perfect time for an exclusive interview by Andreas Weber with Montserrat Peidro-Insa, Head of Digital Sales and Digital Sheetfed General Manager at Heidelberger Druckmaschinen AG (#Heideldruck) on the subject of the market launch of the Heidelberg Primefire 106.

You joined Heidelberg just before drupa 2016. Did you expect that the traditional company would be able to develop into the pioneer of premium level industrial digital printing so rapidly?

Montserrat Peidro-Insa: I have to admit that I’m extremely positively surprised. Even my high expectations were exceeded. During my career, I’ve gained a great deal of experience with the transformation of particular market segments on the basis of digital printing. But up to that point I wasn’t very familiar with the world of offset printing as a core area of expertise of Heidelberg. Now, as Heidelberg is merging both together, I’m sure that we can meet the present and future needs of print shops and their customers in the best possible way.

What makes you so optimistic?

Montserrat Peidro-Insa: At drupa 2016, I saw the Primefire 106 in operation as a prototype for the first time, where it produced top quality inkjet print samples. Afterwards, I watched as this was implemented quickly and highly professionally in Research and Development, as well as in Engineering, within just a few weeks. After all, what is important is not only complying with ambitious machine specifications but also being able to produce at industrial level with the aid of technical innovations, in line with actual working situations. And that was achieved in an extremely short time. The engineers were open-minded, new ideas from the team and suggestions were taken into account immediately and implemented technically. Also the cooperation with our co development partner Fujifilm went very well for both sides. To be perfectly honest, I’d not experienced anything like it before. They were real highlights for me and they still have an effect today.

The pilot phase for the Primefire 106 began in January 2017. What is so special about it?

Montserrat Peidro-Insa: For a successful pilot phase in which the machine runs under production conditions at customers, two requirements must be met. 1. The technology must be complete, i.e. fully developed. 2. Innovations must meet or exceed the needs of the customer. In the context of the print shop business, this means that new printing technologies must be successful from the word go – they must work reliably from a technical and from a commercial point of view. The largest burden for print shops is winning new print job orders, which is very hard work. Once they have a job, they must be able to produce it reliably and without problems on an industrial scale. This means with top quality and speed, extremely good reproducibility characteristics and a very high level of machine availability coupled with minimum makeready times. Ensuring that this can be achieved is the core element of our job.

 

 

Aren’t high quality and an excellent uptime already standard in digital printing?

Montserrat Peidro-Insa: Unfortunately not. And this is the most important strength and USP of the Primefire 106 in comparison to other solutions on the market that either offer one or the other. With a lot of solutions, this means that the up time may be reduced to as low as 40 % if maximum quality is required. And vice versa – if you concentrate on maximum productivity, high quality standards cannot be achieved. With the Primefire 106, we have proven that we can offer both at once, as demonstrated in the pilot phase. With this machine, we set high standards in terms of dependable high quality performance, which is an indispensable requirement in our target markets of packaging and converting.

The first customer in the Primefire pilot phase is the globally operating MPS Multi Packaging Solutions, with its headquarters in New York City and its production site in Obersulm near Stuttgart. What was the key reason for this collaboration?

Montserrat Peidro-Insa: The excellent product specifications as well as outstanding features and, above all, our performance pledge were convincing factors, as everything meets the wishes and stringent requirements at MPS exactly. Furthermore, the two companies have worked together for many years, as Heidelberg is the main supplier for offset printing technology and several pilot projects have already been implemented successfully in the area of offset printing. My colleagues have done a brilliant job, which has resulted in a high degree of mutual trust being built up at many levels over a number of years. And this situation is now being transferred seamlessly to digital printing, with the additional major plus point that, with Fujifilm, we not only have a premium supplier of inkjet printheads, but Fujifilm is a development partner who actively contributes know-how and manpower in this context in order to get the best out of its technology with our machine and production concept. And that’s unique. Another factor is our industry-wide, leading service network with teams who can help out quickly if needed, either remotely or on site. And all these points were appreciated and acknowledged by more than 40 companies at our Primefire customer event at the end of January, 2017.

 

World premiere of Heidelberg Primefire 106 at drupa 2016. Video: Heidelberger Druckmaschinen AG.

 

In the context of the Primefire 106, the fact that the go-to-market and new business models will be key success factors was highlighted at drupa 2016. What must be borne in mind or what are potential new challenges?

Montserrat Peidro-Insa: Heidelberg is renowned for its excellent customer relationships and loyalty — and this is even acknowledged by its competitors. Good customer loyalty is developed when Sales as well as Service identify with the customer as much as possible, have a continual presence and are integrated into the customers’ everyday work. As this has been the case for a very long time, we don’t have to reinvent the wheel with the go-to-market activities for the Primefire. We use tried and tested elements and well-established structures in account management that are valued by our customers…

… and what is the situation as far as business models are concerned?

Montserrat Peidro-Insa: In the context of business models we need to rethink, as with industrial printing using inkjet technology one thing is of key importance – our customers must know exactly what they are paying for at all times. The click charge billing models that are commonly used for digital printing work for numerous applications that are made up of a large number of individual jobs, often with small print runs. The click costs comprise a fixed charge plus variable costs and should only amount to a maximum of 20% of the total production costs, otherwise it becomes unprofitable…

… and what exactly does this mean with respect to the Primefire 106?

Montserrat Peidro-Insa: With high-volume production with the Primefire 106 in multi-shift mode under industrial production conditions, a different approach is definitely needed, especially for packaging printing. The costs must be completely transparent before the job is started — across all process steps. We call this the “pay for what you consume” model and we have developed new types of contracts which cover all aspects related to the maintenance of the inkjet printheads and other inkjet printing production factors, such as ink, for each contract, in addition to the purchase prices of the machines. We therefore offer an economically relevant model, tailored specifically to packaging print shops, that is an important part of our performance pledge and that, in my opinion, no other manufacturer can offer at the moment.

 

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Best-in-class technology needs a great design as well: Primefire 106 celebrated its World Premiere at drupa 2016. Photos: Heidelberger Druckmaschinen AG.

 

What impact does this new business model approach have in actual situations? After all, the Primefire concept also changes the way that Heidelberg customers can go about their business.

Montserrat Peidro-Insa: That’s right, digitization in the printing industry changes the way business is done in many areas. Print shops must consider whether it is better to integrate Primefire systems into their existing operation or to separate them off into their own department/company. There is a wide variety of options for how companies want to structure and organize their digital business. From the application-related, technical side or the process workflows, we can offer comprehensive, flexible support.

Have you already received feedback from your customers’ customers – i.e. brands that use packaging?

Montserrat Peidro-Insa: Since drupa 2016, we have received feedback from companies who order packaging via our customers. The most important feedback is that digital printing solutions must be 100% reliable as the requirements are extremely high. Brand owners or print buyers who find out about the Primefire technology actively approach our customers immediately in order to be able to take advantage of the benefits themselves as soon as possible. In particular, this applies to the time to market speed at the point of sale which enables sophisticated products to be sold more easily and quickly.

What’s more, our customers are also given the chance to not only produce jobs in line with customer specifications but also to actively approach their customers/interested parties with their new ideas on the basis of the new opportunities provided by the Primefire.  This new form of creativity is expressly welcomed in order to design marketing activities that are more relevant or to address new target groups more effectively. — Incidentally, this situation has meant that our Primefire pilot customer MPS has been producing actual runs for brand customers from the cosmetics industry since the beginning of February 2017 – and not only test jobs for inspecting samples for new applications. This rapid adaptation of new printing technologies is accelerating the transformation dramatically.

As it looks today, does the success of the pilot phase meet your expectations?

Montserrat Peidro-Insa: Definitely. Without mentioning any concrete figures, we have received an enormous amount of inquiries. This is mainly because the Primefire 106 is designed as a platform that can be upgraded and therefore is expected to offer a production life of up to ten years.

To finish, can you give us a forecast of how this platform approach will develop with the Primefire 106?

Montserrat Peidro-Insa: We keep our promises: sustainable industrial production with premium quality digital printing. In the next few years, there will be hardly any need to modify our Primefire technology in terms of quality, printhead technology and print image resolution. However, it is conceivable that throughput will be increased for more printed sheets per hour. New areas of application will certainly arise in the next few years. Specific solutions, for the pharmaceuticals area for example, will also be planned. This includes new opportunities in the context of digital finishing, e.g. with inline processing. And it is very important to make it clear that enhancements to the Primefire systems will be possible for existing installations for the foreseeable future due to our platform concept. Investments are therefore secured in the long term.

Thank you very much for this informative interview. It seems to me that Heidelberg has played an important role in the breakthrough of industrial digital printing

 


 

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Photo: Heidelberger Druckmaschinen AG 

About Montserrat Peidro-Insa:

Montserrat Peidro-Insa is the new force in the Heidelberg digital team. She joined Heidelberg in the spring of 2016, just in time before drupa. The former HP manager has gained many years of experience in launching professional digital printing systems, and Heidelberg would also like to benefit from this expertise. She is therefore a welcome addition to Jason Oliver’s team and is now Head of Digital Sales and Digital Sheetfed General Manager at Heidelberg. Together with her staff, she will be responsible for the market launch of the Heidelberg Primefire 106.

 


 

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Fotos: Heidelberger Druckmaschinen AG. Bildcollage: Andreas Weber, Mainz.

„Wir halten, was wir versprechen: die nachhaltig industrielle Fertigung mit Digitaldruck auf Premiumniveau!“ —Montserrat Peidro-Insa, Heidelberger Druckmaschinen AG

Interview: Andreas Weber, Head of Value | English version

Auf der drupa 2016 hunderttausenden Fachbesuchern vorgestellt und seit Januar 2017 Beginn der Pilotphase im Markt: Primefire 106 als erstes industrielles Digitaldruck-Premium-Produktionssystem im B1 Format meistert die Pilot-Phase und bewährt sich bei ‚MPS Multi Packaging Solutions‘. Damit ist ein wichtiger Kernpunkt der neuen Digitalstrategie bei Heidelberg erfüllt — und ein perfekter Zeitpunkt für ein Exklusivinterview von Andreas Weber zur Markteinführung der Heidelberg Primefire 106 mit Montserrat Peidro-Insa, Head of Digital Sales and General Manager Digital Sheetfed  bei Heidelberger Druckmaschinen AG (#Heideldruck).

Sie kamen zur drupa 2016 zu Heidelberg. Hatten Sie erwartet, dass das Traditionsunternehmen so rasend schnell zum Vorreiter im industriellen Digitaldruck auf Premiumniveau werden konnte?

Montserrat Peidro-Insa: Ich muss zugeben, dass ich äußerst positiv überrascht bin. Meine hohen Erwartungen wurden noch übertroffen. Ich habe in meiner Laufbahn reichhaltige Erfahrungen bei der Transformation bestimmter Marktsegmente durch Digitaldruck erworben. Mit der Offsetdruckwelt als Kernkompetenz von Heidelberg war ich aber bis dato nicht näher vertraut. Jetzt, wo  Heidelberg beides zusammenführt, bin ich überzeugt, dass wir heutige und künftige Bedürfnisse von Druckereien und deren Kunden bestmöglich erfüllen können.

Was macht Sie so optimistisch?

Montserrat Peidro-Insa: Zur drupa 2016 sah ich erstmals die Primefire 106 als Prototyp in Betrieb, um hochwertigste Druckmuster im Inkjet-Druck zu erzeugen. Im Nachgang erlebte ich innerhalb weniger Wochen, wie rasch und hochprofessionell die Implementierung bei Forschung und Entwicklung sowie Engineering ablief. Schließlich gilt es, nicht nur ambitionierte Maschinenspezifikationen zu erfüllen, sondern mithilfe von Technikinnovationen praxisgerecht auf industriellem Niveau produzieren zu können. Und das klappte in kürzester Zeit. Die Ingenieure waren offen im Denken, neue Ideen der Teams und Anregungen wurden sofort aufgegriffen und technisch umgesetzt. Und die Zusammenarbeit mit unserem Entwicklungspartner FujiFilm war fruchtbar für beide Seiten. Ganz ehrlich: So etwas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Das waren echte Highlights für mich, die immer noch nachwirken.

Im Januar 2017 startete die Pilot-Phase für Primefire 106. Was ist das besondere daran?

Montserrat Peidro-Insa: Für eine erfolgreiche Pilot-Phase, in der bei Kunden unter Produktionsbedingungen gearbeitet wird, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. 1. Die Technologie muss fertig, sprich ausgereift, sein. 2. Innovationen müssen den Bedarf der Kunden (über)treffen. Auf das Druckereigeschäft bezogen, heisst das, neue Drucktechnologien müssen sich aus dem Stand heraus bewähren, also nicht nur technisch, sondern auch kaufmännisch solide funktionieren. Die Hauptlast ist doch, Druckaufträge zu akquirieren, das ist für Druckereien harte Arbeit. Liegt der Auftrag vor, muss reibungslos und zuverlässig industriell produziert werden können. Das heisst mit maximaler Qualität und  Geschwindigkeit, extrem guter Wiederholbarkeit und höchster Maschinenverfügbarkeit bei minimalen Rüstzeiten. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, ist im Kern unser Job.

Sind hohe Qualität und beste ‚Up-time‘ im Digitaldruck nicht schon Standard?

Montserrat Peidro-Insa: Leider nein. Und das ist die große Stärke und Alleinstellung von Primefire 106 im Unterschied zu sonstigen Angeboten im Markt, die entweder das eine oder das andere bieten. Was bei vielen dazu führt, dass, wenn man maximale Qualität realisieren will, die Up-time auf bis zu 40 % runtergeht. Und umgekehrt: Setzt man auf maximale Produktivität, lassen sich hohe Qualitätsstufen nicht erreichen. Mit Primefire 106 bieten wir nachweislich beides in einem, wie es sich nachweislich in der Pilot-Phase beweist. Wir setzen damit hohe Maßstäbe für dependable  high quality performance, die in unseren Zielmärkten Packaging und Converting erforderlich und unabdingbar ist.

Der erste Kunde für die Primefire-Pilot-Phase ist der global agierende Konzern MPS Multi Packaging Solutions, mit Headquarter in New York City und seinem Produktionsstandort in Obersulm bei Stuttgart. Was gab den Ausschlag zur Zusammenarbeit?

Montserrat Peidro-Insa: Die exzellenten Produktspezifikationen sowie exzellente Features und v. a. unser Leistungsversprechen überzeugten, da alles die Vorstellungen und hohen Anforderungen bei MPS exakt trifft. Zudem verbindet beide Unternehmen eine langjährige Zusammenarbeit, da Heidelberg Hauptlieferant bei Offsetdrucktechnik ist und für den Offsetdruck bereits einige Pilot-Projekte erfolgreich durchgeführt wurden. Meine Kollegen haben einen brillanten Job gemacht, was über Jahre hohes gegenseitiges Vertrauen auf vielen Ebenen aufgebaut hat. Das überträgt sich jetzt nahtlos auf den Digitaldruck, mit dem großen Zusatzplus, das wir mit Fujifilm nicht nur einen Premium-Lieferanten für Inkjet-Druckköpfe haben, sondern Fujifilm sich als Entwicklungspartner mit Know-how und Manpower aktiv einbringt, um das Beste aus ihrer Technologie im Kontext mit unserem Maschinen- und Produktionskonzept rauszuholen. Das ist einzigartig. Hinzukommt unser Industrie-weit führendes Service-Netzwerk, mit Teams, die im Bedarfsfall schnell ‚remote‘ oder vor Ort helfen. Alle diese Punkte wurden übrigens bei unserem Primefire-Kundenevent Ende Januar 2017 von über 40 Firmen geschätzt und anerkannt.

Premiere der Heidelberg Primefire 106 als Highlight im Digitaldruck auf der drupa 2016. — Life-Video: Heidelberger Druckmaschinen, Juni 2016.

Im Kontext mit Primefire 106  wurde auf der drupa 2016 betont, dass für den Erfolg das Go-to-Market und neue Geschäftsmodelle entscheidend sein werden. Was ist zu beachten respektive was sind ggf. neue Herausforderungen?

Montserrat Peidro-Insa: Heidelberg ist — das wird auch vom Wettbewerb anerkannt — renommiert für seine exzellente Kundenbeziehungen und -treue. Eine gute Kundenbindung entsteht, wenn sich der Vertrieb wie auch der Service bestmöglich mit dem Kunden identifizieren, stets Präsenz zeigen und in den Kundenalltag integriert werden. Da dies seit langem der Fall ist, müssen wir beim Go-to-Market für Primefire das Rad nicht erst neu erfinden. Wir greifen auf Bewährtes und fest etablierte Strukturen im Account-Management zurück, die von unseren Kunden geschätzt werden…

… und wie verhält sich das bei Geschäftsmodellen?

Montserrat Peidro-Insa: Bei Geschäftsmodellen müssen wir umdenken, denn im industriellen Druck mit Inkjet-Technologie ist entscheidend wichtig: Unser Kunde muss jederzeit genau wissen, wofür er zahlt. Die im Digitaldruck gängigen ‚Clickcharge‘-Abrechnungmodelle funktionieren bei einer Vielzahl von Anwendungen, die sich aus der Summe vieler Einzeljobs oft mit kleinen Auflagen generieren. Die Klickkosten bestehen aus einem Fixum plus variablen Kosten und dürfen dabei maximal 20 % der Gesamt-Produktionskosten ausmachen, sonst wird es unrentabel…

… und das heisst konkret bezogen auf Primefire 106?

Montserrat Peidro-Insa: Bei hochvolumigen Produktionen mit Primefire 106 im Mehrschichtenmodus unter industriellen Fertigungsbedingungen braucht es in jedem Fall einen anderen Ansatz, gerade im Verpackungsdruck. Es muss vor Auftragsbeginn eine umfassende Kostentransparenz bestehen — über sämtliche Prozessschritte hinweg. Wir nennen das „Pay for what you consume“-Modell und haben neue Vertragsformen entwickelt, die neben Maschinen-Kaufpreisen per Vertrag alle Aspekte der Instandhaltung der Inkjet-Druckköpfe und sonstiger Inkjet-Druck-Produktionsfaktoren wie die Tinte umfasst. Damit bieten wir ein ökonomisch relevantes, für Verpackungsdruckereien zugeschnittenes Modell, das ein wichtiger Teil unseres Leistungsversprechens darstellt und das aus meiner Sicht zur Zeit kein anderer Hersteller bieten kann.

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Funktionsbereiche der Primefire 106: 1. Anleger 2. Conditioning-Werk 3. Jetring-Werk 4. Trocknersystem 5. Lackierwerk 6. Prinect Digital Center Inline mit Perfect Stack-Technologie. Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG

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Nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch ein Glanzstück. — Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG

Wie wirkt sich dieser neue Geschäftsmodellansatz in der Praxis aus? Das Primefire-Konzept verändert ja auch die Art und Weise, wie Heidelberg-Kunden ihr Geschäft angehen können.

Montserrat Peidro-Insa: In der Tat, die Digitalisierung im Print ändert die Art und Weise des Geschäfts über viele Bereiche hinweg. Druckereien müssen abwägen, ob sie Primefire-Systeme in den bestehenden Betrieb integrieren oder in eine eigene Abteilung/Firma ausgliedern. Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten, wie man sein ‚Digital Business‘ ausrichten und organisieren möchte. Von der anwendungsbezogenen, technischen Seite oder den Prozessabläufen können wir alles flexibel unterstützen.

Haben Sie schon Feedback von Seiten der Kunden Ihrer Kunden, also Marken, die Verpackungen einsetzen?

Montserrat Peidro-Insa: Seit der drupa 2016 bekommen wir Feedback seitens der Auftraggeber für Verpackungen über unsere Kunden. Das Wichtigste ist, dass Digitaldruck-Lösungen hundertprozentig verlässlich sein müssen, da die Anforderungen extrem hoch sind. Markeninhaber respektive Print Buyer, die von der Primefire Technologie Kenntnis erhalten, gehen sofort aktiv auf unsere Kunden zu, um die Vorteil möglichst schnell für sich nutzen zu können. Dies ist insbesondere das Time-to-Market-Momentum am Point-of-Sale, um anspruchsvolle Produkte einfacher und schneller verkaufen zu können.

Und: Unsere Kunden erhalten zudem die Chance, nicht nur gemäß Kundenvorgaben Aufträge zu produzieren, sondern auf Basis der neuen Möglichkeiten der Primefire mit ihren Ideen aktiv auf ihre Kunden/Interessenten zuzugehen. Diese neue Form der Kreativität ist ausdrücklich erwünscht, um Marketingaktivitäten relevanter zu gestalten bzw. neue Zielgruppen besser zu erreichen! — Nebenbei, dieser Umstand hat dazu geführt, das unser Primefire-Pilotkunde MPS bereits seit Anfang Februar 2017 für Markenkunden aus dem Beauty-Bereich  echte Produktionen fährt – und nicht nur Testjobs quasi zur Bemusterung neuer Anwendungen. Diese schnelle Adaption neuer Print-Techniken beschleunigt die Transformation ganz erheblich.

Aus jetziger Sicht: Trifft der Erfolg der Pilot-Phase ihre Erwartungen?

Montserrat Peidro-Insa: Definitiv. Ohne dass ich konkret Zahlen nennen darf, die Anfragen sind enorm. Vor allem auch, weil Primefire 106 als Plattform ausgelegt ist, die Upgrade-fähig ist und daher in der Vorausschau bis zu zehn Jahre Produktionseinsatz bieten kann.

Können Sie zum Abschluss einen Ausblick geben, wie sich dieser Plattform-Ansatz mit Primefire 106 entwickeln wird?

Montserrat Peidro-Insa: Wir halten, was wir versprechen: Die nachhaltig industrielle Fertigung mit Digitaldruck auf Premiumniveau! An unserer Primefire Technologie wird in den nächsten Jahren kaum ein Änderungsbedarf entstehen, was Qualität, Druckkopftechnik und Druckbildauflösung angeht. Denkbar ist aber, den Durchsatz zu steigern, mit mehr Druckbogen pro Stunde. In den nächsten Jahren werden sicher neue Anwendungsbereiche hinzukommen. Zudem geplant werden spezifische Lösungen, wie z. B. für den Pharma-Bereich. Hierzu gehören auch neue Möglichkeiten im sog. Digital Finishing, z. B. mit Inline-Verarbeitung. Ganz wichtig ist aber festzuhalten: Erweiterungen der Primefire-Systeme können aufgrund unserer Plattform-Konzeption bei bestehenden Installationen auf absehbare Zeit vorgenommen werden. Damit sind Investitionen sicher und nachhaltig wirksam.

Besten Dank für das informative Gespräch. Mir scheint: Heidelberg hat dem industriellen Digitaldruck zum Durchbruch verholfen!


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Montserrat Peidro-Insa ist die neue Powerfrau im Digitalteam von Heidelberg. — Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG

Zur Person

Montserrat Peidro-Insa ist die neue Powerfrau im Digitalteam von Heidelberg. Sie kam in Frühjahr 2016 gerade noch rechtzeitig vor der drupa zu Heidelberg. Die ehemalige HP Managerin hat viele Jahre Erfahrung in der Markteinführung von professionellen Digitaldrucksystemen. Davon möchte auch Heidelberg profitieren. Sie ergänzt daher das Team von Jason Oliver und ist jetzt Leiterin Digital Sales und General Manager Digital Sheetfed bei Heidelberg. Sie wird sich zusammen mit ihren Mitarbeitern um die Markteinführung der Heidelberg Primefire 106 kümmern.


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Martin Spaar setzt sich als Verleger und Herausgeber für Brancheninteressen ein. Das Bild zeigt ihn im Einsatz beim Swiss Publishing Day am 30. Juni 2016 in Winterthur. Foto: Publisher.

Vom Planschbecken ins Freibad

Spätestens beim Weiterblättern werden Sie es merken: Der Publisher hat ein neues Layout! Wir liessen uns dabei vom Grundsatz leiten, dass das Layout funktional sein und dem Leser dienen soll. Design um des Designs willen ist nicht unser Ding. Einerseits, weil wir eine Fachzeitschrift mit stark technischer Ausrichtung sind und andererseits, weil wir dies schlichtweg nicht können. Beim Publisher sind wir Redaktoren die Publisher, also auch die Layouter. Unser Fokus gilt den Inhalten – Gestaltung ist nicht unsere Kernkompetenz.

Es ist uns jedoch nicht entgangen, dass sich die Anforderungen an ein funktionales Layout in letzter Zeit stark gewandelt haben. Das Zeitbudget des Lesers ist immer härter umkämpft. Jedes Heft und jeder Artikel muss sich optimal verkaufen, frisch und knackig daherkommen und die Botschaften prägnant auf den Punkt bringen. Mit dem altem Layout stiessen wir dabei an Grenzen.

Das neue, von Ralf Turtschi geschaffene Layoutkonzept ist offener und will mehr Spielraum für eine attraktive Aufmachung bieten. Wir haben zwar den bisherigen Satzspiegel beibehalten, sind jedoch nicht mehr fix an vier Spalten gebunden: Ein 16-spaltiger Basisraster soll eine freiere Gestaltung ermöglichen. Mit der Equip von Dieter Hofrichter haben wir eine Grundschrift gewählt, welche grösser wirkt und doch nicht mehr Platz wegfrisst. Weiter haben wir das Farbschema auf zwei redaktionelle Farben reduziert, die Akzente setzen, ohne sich aufzudrängen.

 

 

Ralf Turtschi hat uns Redaktoren die Türen für eine leserfreundlichere Aufmachung geöffnet. Er entlässt uns jetzt quasi aus dem sichern Planschbecken des alten Layouts ins Freibad, wo auch grössere Züge möglich sind; aber schwimmen müssen wir selbst, dessen sind wir uns bewusst.

So ist auch das zu verstehen, was sie vor sich haben: Es ist nicht «das neue Layout» des Publisher, sondern die erste Etappe eines Prozesses. Wir sind selbst gespannt, wohin der uns führen wird. Und wir lassen uns dabei gerne von Ihrem Feedback inspirieren!

Martin Spaar, Herausgeber und Verleger


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