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#InfluenceB2B.001

 

Von Andreas Weber, Head of Value
Analyst | Educator | Speaker | Influencer | Transformer

–English Version–

 

„Alles, was wir wissen müssen, spielt sich vor unseren Augen ab!“

 

In rund drei Jahrzehnten durfte ich national und international an über 550 Innovationsprojekten mitwirken oder diese in Eigenregie gestalten. Das ist stets gut gelungen. Seit längerem deutete sich an, dass Innovation nicht das Ziel sein kann, sondern Mittel zum Zweck ist. Transformation ist das Ziel. Die logische Konsequenz: Transformation wanted — welcome #InfluenceB2B!

 


1. Keep moving!

Zunächst: Ich habe — schweren Herzens — nach rund 30 Jahren die Gutenberg-Stadt Mainz verlassen. Neues Domizil ist Frankfurt am Main: Finanzmetropole mit optimaler Infrastruktur, multikulturell, weltoffen, innovationsfreudig — kurzum mit einem Spirit gesegnet, der beflügelt.

Trotzallem: Den Werten der Gutenberg-Galaxis bleibe ich stets verbunden. Denn es lohnt mehr denn je und allen Unkenrufen zum Trotz sich dynamisch mit der Welt des Print auseinanderzusetzen. Kaum eine andere Kulturtechnik, kaum eine die Welt so intensiv durchdringende Branche hat sich stets und seit Jahrhunderten so gut behauptet, wenn es darum ging, unser (Zusammen-)Leben, unsere Kultur und unsere Wirtschaft zu transformieren. Die endlosen (und oftmals unergiebigen) Debatten über die Bedrohung von Print durch das Internet haben den Blick vernebelt, um zu begreifen, dass Print per se disruptiv sein kann und ein elementar wichtiger Treiber der Transformation und eben nicht ihr Opfer ist!

 


2. Stay ahead!

Meine Grundüberlegung: Um von den fulminanten, unumstößlichen und nicht mehr umkehrbaren Änderungen im Digitalzeitalter bestmöglich zu profitieren, müssen alle einen Weg finden, Transformation nicht nur als Optimierung des Bestehenden durch (technische) Innovation zu begreifen, sondern wir müssen Transformation als Grundlage jeder Geschäftsaktivität nachhaltig (oder besser: gedeihlich) nutzen können.

 


3. A new world

Das, was ich tue, ist das Ergebnis aus Denken, kreativem Diskurs und Transformation für das Digitalzeitalter. Der Hashtag #InfluenceB2B beschreibt es am besten: eine Programmatik, die weit über das Publizieren und Beratung/Coaching hinausführt. Basis sind ausgereifte ‚Social Skills‘, die auf smartes ‚Storytelling‘, interaktive ‚Conversations‘ und Gemeinschaften ausgerichtet sind, um dauerhaft Beziehungen aufzubauen, die über die eigene Disziplin hinausgehen. Dem von mir im Vorfeld der drupa 2016 geschaffenen ValuePublishing kommt damit eine zentrale Bedeutung zu: Es wurde zum wichtigen Tool eines #InfluenceB2B Programms, das Bloggen, Education, Keynotes, Coaching/Advisory und Community Organizing zielführend und Plattform-artig zusammenfasst. Die fulminanten Netzwerk-Effekte sind dabei das Einscheidende.

 


AW #influenceB2B Value sells

 


4. Transformation as the business

Transformation hat strategische und operative Dimensionen. Am Anfang stehen wie gesagt das Denken und der Diskurs und eben nicht das Handeln. Wer heute noch meint, Transformation bedeute, ein ‚digitales’ Geschäftsmodell bei optimierten Prozessen zu finden, und damit wird alles gut, hat das Digitalzeitalter überhaupt nicht begriffen, nicht einmal im Ansatz!

Es geht vielmehr darum, das Wesen der Transformation grundlegend zu begreifen und durch ein erweitertes Verständnis zu neuen Erkenntnissen zu gelangen:

  1. Transformation erfordert und fördert Gemeinschaftssinn plus Empathie, um im Digitalzeitalter den Bezug zur Realität herzustellen.
  2. Erst die umfassende Kenntnis neuer, tatsächlich relevanter Technologien plus die smarte Adaptionsfähigkeit des entstehenden Nutzens setzen Transformation gedeihlich in Gang — und halten sie in Schwung.
  3. Der Wirkungsgrad von Transformation steigt mit der unkontrollierbaren Dynamik eines jeglichen Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgefüges.

 


5. Effective work – amazing results!

Mein Fokus liegt darauf, durch mediale und persönliche Diskurse zu neuen Erkenntnissen zu gelangen und diese zu teilen. Dies bedarf einer Systematik, die exponentielle Dynamik und nicht mehr Linearität zugrunde legt. Das Beste: Es funktioniert auf Anhieb! Vor allem oder gerade durch fulminante Netzwerkeffekte, die ich durch meine ‚transformierte‘ Arbeitsmethodik erziele.

Einige Kernpunkte als Auswahl (v. a. für diejenigen, die auf Statistiken aufbauen möchten):

  • Tägliche Kontaktfrequenz mit 5.000 bis 10.000 aktiven Social-Media—Nutzern (durch Tweets und ein täglich erscheinendes, automatisiertes Twitter-/Online-News-Portal)
  • Direktansprache in Echtzeit von bis zu 25.000 handverlesenen Entscheidern durch nachhaltiges Storytelling und Social Conversations
  • Wirkungsstarke Viraleffekte mit maximalen Interaktionen durch fokussierte Botschaften (Benchmark bis dato: 6,5 Millionen Impressions zu einem Thema in kürzester Zeit).
  • ValueBlog als multimediales Kompendium (ISSN-zertifiziert), das bis dato in über 400 Beiträgen pointiert relevante Erkenntnisse bündelt — mit hoher Internationalität (bis dato 90.000 Unique Viewers im ValueBlog, aus über 125 Ländern der Welt, bei bis zu 2.150 Viewern pro Tag)
  • Real-Time Tracking & Analyzing mit gezielten Auswertungsmöglichkeiten, quasi eine Blitz-MaFo zu unterschiedlichsten Themen — on-demand
  • Wirkungsverstärkung durch globale Partnerschaften mit internationalen Fachforen, User-Groups, Experten, Pionieren und Unternehmern aus unterschiedlichen Disziplinen
  • Und last but not least dem H2H-Faktor: Fundiertes Erfahrungswissen aus dem persönlichen Zusammentreffen mit über 120.000 Teilnehmern aus aller Welt in Vorträgen, Seminaren, Workshops, Vorlesungen, Executive Briefings etc.

 


6. Where is the beef?

Durch meine Netzwerkeffekte und Konversationen wird nicht mehr durch aufwändige Akquisetätigkeiten oder Briefings, die bei Null beginnen, unnütz Zeit verschwendet. Das macht enormen Spaß, weil ich ohne Streu- und Reibungsverlust dynamisch Dinge nach vorne bringen und ständig neue Zielpersonen/-gruppen integrieren kann, die an Innovationsthemen wie auch Transformation interessiert sind. Die ‚Abdeckung‘ in der Kultur- und Kreativ- wie auch in der Digitalwirtschaft wird immer umfassender. 

 


#InfluenceB2B.002

Mein Fazit

Die Entwicklung vom Publisher/Berater mit Büro in Mainz hin zum Initiator einer #InfluenceB2B Programmatik in Frankfurt am Main eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Und funktioniert auch andernorts, wie meine Vortragsreise in die Megacity São Paulo, den neuen Hotspot für Transformation, im August 2017 belegt. Im Vorfeld hatte ich mit Blogposts und im Dialog mit hunderten Neu-Kontakten v.a. durch LinkedIn mein Thema vorbereitet, bekam eine konkrete Vorstellung von der dortigen Erwartungshaltung. Das Ergebnis: Meine Geschäftspartner und mein Auditorium waren äußerst zufrieden (ich bekam die beste Bewertung meiner Karriere) und ich konnte den Kontakt in Latam stark festigen und ausbauen, mit spannenden Anschlussprojekten.

Es gibt noch viele Erfolgsbeispiele, die ich gerne im persönlichen Dialog schildern kann. Am sinnvollsten via LinkedIn Kontakt aufnehmen! — Übrigens: Mein Geschäftsprinzip ist unverändert: Es kann zwischen „Rent-a-Brain“ auf Tagessatzbasis sowie spezifischen Projekten mit fixem Budget gewählt werden. Was sich bewährt, hat eben Bestand!


 

 

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ValuePublishing Kurt Wolf.001

Hommage an Kurt K. Wolf für sein neuestes Buch, das uns alle etwas angeht. Fotos: Midas. Kurt K. Wolf.

Bücher bewegen, und so ging es auch mir jetzt mit der Lektüre von Kurt K. Wolfs neuem Werk «Die Postscript-Revolution». Es liess mich nochmals in die Gründerjahre des Publisher abtauchen: Aldus mit PageMaker, Adobe mit Postscript und Apple mit dem grafischen Benutzer­interface gaben uns kleinen Flinken damals die Werkzeuge in die Hand, mit denen wir die grossen Trägen rechts überholten. Für uns jungen, wilden Desktop Publisher war dies die Chance für das, was man heute als Start-up bezeichnet: Ich nutzte diese, um mit dem Publisher eine neue Fachzeitschrift zu lancieren. Das Ganze war ziemlich disruptiv – viele etablierte Betriebe der grafischen Industrie mussten weichen, um uns «Wilden» Platz zu machen.

Als Kulturgeschichte der Druckindustrie beschäftigt sich das Buch „Die Postscript Revolution“ von Kurt K. Wolf mit der Entwicklung des Grafischen Gewerbes von der „Schwarzen Kunst“ zur einer hochtechnologischen Industrie. Ein spannendes Lehrstück in Sachen Disruption und Technologiewandel. Weitere Infos und/oder Bestellung über Midas-Verlag, Schweiz.

Die disruptiven Kräfte der digitalen Transfor­mation waren auch das grosse Thema an unseren diesjährigen swiss publishing days. Heute wie damals sind es einige wenige Firmen (Google, Facebook, Amazon etc.), welche auf der Basis von künstlicher Intelligenz eine neue Revolution antreiben. Und doch ist es irgendwie anders: Das an der Konferenz gezeigte Fallbeispiel Ringier machte das deutlich: Man nutzt einerseits KI-Technologie von Google, um das riesige Bildarchiv besser zu erschliessen. Gleichzeitig wird man als Verlag von Google im Kampf um Abonnenten und Marketingbudgets aufs härteste konkurrenziert. Und auch wir beim Publisher spüren diese Konkurrenz im Werbemarkt. Nicht primär kleine flinke Webportale aus der Schweiz machen uns als etabliertem Printmedium die Werbegelder streitig, sondern die multinationalen Riesen Google und Facebook.

Das Beispiel Intel scheint Schule gemacht zu haben: Nach dem Grundsatz des Gründers Andrew Grove, wonach nur Paranoide überleben, sind die Grossen heute brutal wild und flink geworden. Das allgemeine Unbehagen über die wachsende Dominanz und Macht dieser wenigen flinken Grossen – und über unsere Abhängigkeit von diesen – steigt, und das ist gut so. Ich persönlich sehe das Ganze nicht allzu pessimistisch, denn die Abhängigkeit ist eine gegenseitige. Ohne dass wir diese Moloche ständig mit unseren Daten füttern, würden diese ziemlich rasch verhungern. Solange wir uns dessen bewusst sind und auch danach handeln, wird auch künftig der Weg frei sein für neue Ideen und Taten von jungen Wilden und kleinen Flinken.

Martin Spaar, Herausgeber Publisher.ch, Winterthur, Schweiz

 

Von Andreas Weber, Head of Value

Canon Europa hat zu einer neuen Organisationsstruktur gefunden, die bestmögliche Kunden- und Marktorientierung ermöglichen soll. Interessenten und Kunden haben es nunmehr mit einem zentralen Ansprechpartner zu tun, der seinerseits die Koordination mit unterschiedlichen Canon-Experten steuert. Das Customer Experience Center von Canon in Poing bei München repräsentiert als echter Hotspot eine Erster-Klasse-Anlaufstelle für Print-Innovationen. — Am 20. September 2017 wurde zu den Production Printing Days 2017 nach Poing eingeladen. Das dargebotene komplette Leistungsspektrum an Hard- und Software trumpfte mit einer Vielzahl an Anwendungslösungen auf, die von Expertenteams erläutert wurden, damit die Besucher sich durch den wahren Dschungel an Neuheiten durchfinden konnten. Ein guter Zeitpunkt für einen ValueDialog, der Canons „Transformation Journey“ verdeutlichen soll. Mark Lawn, Canon Europe, Director of Graphic & Communications Group, stand Rede und Antwort.

Warum unterscheidet Canon zwischen ‚Commercial Printing‘ und ‚Graphic & Communications‘?

Mark Lawn: Diese Differenzierung bezeichnet unseren Weg, eine Art Profil unseres Auditoriums in einem dynamischen Umfeld zu finden. Viele neue Applikationen finden nicht mehr nur in klassischen Marktsegmenten statt. Nehmen Sie als Beispiel eine Firma wie Amazon, die nicht mehr nur mit Büchern handelt, sondern diese auch selbst druckt und damit zum ‚Graphic Communications Provider‘ geworden ist. Hier müssen wir als Technologie- und Lösungs-Lieferant anders agieren können.

Das heißt, Canon stellt sich darauf ein, mit unterschiedlichen Firmentypen zu tun zu haben, die einerseits eine Geschichte in der Herstellung von Drucksachen haben und im Digitaldruck weiterkommen wollen sowie andererseits Quer- oder Neueinsteiger, die mit Hilfe von Print-Innovationen neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen?



Inspirierend: Canon zeigte anhand einer eigens kreierten, fiktiven Marke auf, wie per Omnichannel Markenkommunikation funktioniert. Fotos: Canon Europe (oben), Andreas Weber


Mark Lawn: Ganz genau. Es gibt ausserhalb der klassischen Druckbranche, die sich auf industrielle Fertigung von Drucksachen fokussiert, eine Vielzahl dynamischer Anbieter, die ein breites, crossmediales Lösungsangebot entwickeln für eine Vielzahl an Kunden. Unsere Organisationsstruktur muss sicherstellen, hier jeweils einen zentralen Ansprechpartner zu bieten, der Wissen und Ressourcen bündelt, um individuelle Anforderungen präzise zu erfüllen. Im Bereich Graphic & Communications ist es entscheidend, sich in der Wertschöpfungskette nach vorne bewegen zu können, um zu einem möglichst frühen Zeitpunkt Einfluss auf Kommunikationsprojekte nehmen zu können und Print ins Spiel zu bringen. Also nicht nur mit denjenigen zu agieren, die Druckaufträge vergeben. Hier können gerade kleinere Dienstleister ihre hohe Flexibilität unter Beweis stellen. Das wollen wir aktiv unterstützen.

Dynamik bedeutet Veränderung. Womit müssen wir mittelfristig rechnen? Die drupa 2020 steht schon fast vor der Tür…

Mark Lawn: Pragmatisch gesehen, stellt sich die Frage: Womit beschäftigen wir uns heute? Aus meiner Sicht mit der Darstellung des Möglichen mit Hilfe von Print-Innovationen; es muss die Kluft geschlossen werden zwischen dem Stand der Technik und den Anforderung der Marken/Werbungtreibenden mit ihrer ‚digitalen’ Ausrichtung im Marketing. Hier wissen die wenigsten um den Nutzen von Print in einer vernetzten Welt. Die Print-Branche insgesamt muss sich in der Verantwortung sehen, das rasch zu ändern — vor allem auch mit Hilfe von Experten wie Ihnen als Influencer, im Social Media wie auch in Vorträgen.

Auf die Zukunft projiziert, heisst das, es findet ein Wandel statt vom Print Service Provider hin zum Business Solution Provider? Mit dem Focus auf ein neues ‚Ecosystem‘?

Mark Lawn: Da stimme ich voll zu. Das wird zwingend notwendig sein. Dazu müssen wir aber unser Silo-Denken in der Print-Branche aufgeben. Momentan ignorieren wir noch zu oft den Wandel, den ein Nachfrage-getriebenes Supply-Chain-Management provoziert. Neue Marktpotentiale werden so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen. Und: Wir erreichen mit unseren Botschaften noch nicht das richtige Publikum, um durch passende, neue Leistungsversprechen die tatsächlichen Innovations-Möglichkeiten, die sich mit Print, wie wir bei Canon es verstehen, überzeugend darzulegen. Denn nur so können neue Ideen durch konkrete Anwendungen in wertschöpfende Maßnahmen verwandelt werden. Die Branche muss sich zum ‚Problemlöser‘ transformieren, um jede Art von neuer Herausforderung nachhaltig mit zielführende Lösungen zu bedienen.

Vielen Dank für das Gespräch.


​​


Mark Lawn beim Pressebriefing in Poing. Video: Andreas Weber




Value Publishing IAA 2017.001

Daimler sorgte mit 4D-Druck von Heidelberg auf der IAA 2017 für Aufsehen. Fotos: Daimler AG sowie Andreas Weber.

 

Von Andreas Weber, Head of Value | (English Version)

  • #IAA2017 als seriöses Spielfeld für innovative Print-4.0-Anwendungen im Mix aus Tablet-App, Augmented Reality, 4DPrinting.
  • Der Daimler-Konzern prescht mit Pionierprojekt für Smart nach vorne.
  • Heidelberg als wichtiger Technologiepartner der Automobilindustrie gesetzt.
  • Autokäufer sollen künftig Design-Elemente an ihrem Fahrzeug individuell selbst gestalten.
  • FAZIT: Dem ‚car2go‘ folgt das #print2go’-Prinzip, sprich: Print erhält eine neue Dimension, funktional wie auch strukturell!

Wer auf der Internationalen Automobilausstellung IAA 2017 in Frankfurt am Main die von der Daimler AG ausgestaltete Kongresshalle betrat, konnte gleich im Entree erfassen, worum es geht: Die digitale Revolution hat nun auch die Traditionsmarken im Automobilbau voll erfasst. Riesige Screens zeigten in Echtzeit die Fülle an Tweets und Videonachrichten, die uns im Sekundentakt ereilen. Das Topthema ‚Mobilität der Zukunft’ startete mit Daimlers ‚car2go‘ – einem flächendeckenden Car-Sharing-Service, bei dem der Hersteller die Fahrzeuge stellt (vorzugsweise die Modellreihe Smart-for-Two).

 

 

 

Und auf der Ebene 1 im FabLab findet die Zukunft schon heute statt: Der Prototyp ‚Volocopter‘ zeigt neue Formen der Mobilität, die sich in der Luft abspielen wird. ‚Future Mobility‘ wird wie folgt erläutert: „Unsere digitale Transformation läuft auf Hochtouren“, bekennt Daimler. „An der Schwelle zu einem neuen Mobilitätszeitalter experimentieren und denken wir über das bisherige Verständnis von Mobilität hinaus, suchen nach neuen Produktionsformen und Arten der Zusammenarbeit.“ Es gilt, den Start-up-Spirit, der Daimler seit der Erfindung des Automobils im Jahr 1886 antreibt, zu erkunden.

Präsentiert wurden weiterhin 3D-Drucker, die in der Fertigung eingesetzt werden. Und eine echte Weltpremiere unter der Überschrift „Unleash the Colour“: Im Mix aus Konfigurations-App fürs Tablet, Augmented Reality mit 3D-Brille und 4D-Printing mit Heidelberg Omnifire (zum Bedrucken dreidimensionaler Objekte aller Art) wird dem Autokäufer erstmals die Möglichkeit geboten, bestimmte Zierteile im Smart selbst und hochindividuell zu gestalten und in Echtzeit drucken zu lassen. Die Teile sollen dann im ohnehin schon individuell konfigurierbaren Fahrzeug verbaut werden können. Damit folgt dem ‚car2go‘ das ‚print2go’-Prinzip, sprich: Print erhält eine neue Dimension, funktional wie auch strukturell. 

‚print2go’ eröffnet eine neue Dimension für Print

„Es ist einzigartig und wegweisend, dass wir als Print-Technologie-Unternehmen eine zukunftsorientierte Partnerschaft mit einem Automobil-Konzern wie Daimler eingehen können, um letztlich Differenzierungsmerkmale und vor allem Kundenorientierung/-bindung zu stärken“, kommentierte Montserrat Peidro-Insa, die als Senior Vice President Digital  bei Heidelberger Druckmaschinen AG die digitale Transformation der globalen Print-Branche mit vorantreibt. Die von Heidelberg seit mehr als drei Jahren zur Perfektion gebrachte 4D-Druck -Technologie bietet dafür die geeignete Basis.

 

 

 

Dr. Thomas Sommer-Dittrich, der bei Daimler die Entwicklungsarbeit für das Pionierprojekt verantwortet, betonte seinerseits die strategische Wichtigkeit des Forschungsprojektes, das bewusst in einer frühen Phase auf der IAA 2017 vorgestellt wird. Denn die Anwendung basiert auf einem durchgehend digitalisierten Prozess., sollte aber im Dialog mit Messebesuchern und Experten im Hinblick auf die Marktreife auf Herz und Nieren geprüft werden. Das Leitmotto des spezifischen Messeauftritts lautete: „Unleash the Colour — Individuelle Zierteile dank innovativem Druckverfahren“ und stellt den Nutzen für den Kunden in den Vordergrund.

 



 

Daimler verlautbarte dazu: „Smart Fans sind kreativ und lieben die Abwechslung. Deshalb gleicht schon heute kaum ein Smart dem anderen. Mit unleash the colour gibt Smart einen Ausblick auf weitere Formen der Individualisierung. Auf der IAA ist am Beispiel des Interieurs erlebbar, wie durch Digitalisierung und neue Drucktechnologien individuelle Designs in Kleinserien oder als Einzelstücke einfach und schnell umsetzbar sind.“

 



 

Der Ablauf ist durchgängig digitalisiert — vom ersten eigenen Designentwurf bis zum fertigen individuellen Zierteil, wie die Daimler-Entwicklern Martina Gayduschek kompetent und anschaulich auf der IAA 2017 demonstrierte. Die Funktionsweise ist wie folgt: Zunächst können in einer Konfigurator-App auf dem Tablet ausgewählte Zierteile für den Innenraum (Lüftungsdüsen, Instrumenten-Cover und Multi-Media-Interface-Blende) mit eigenen Motiven gestaltet werden. Das Gesamtdesign lässt sich sofort auf dem Tablet und mit einer 3D-Brille als Virtual Reality (VR) betrachten, um zu sehen, wie sich das selbst gewählte Design in das Fahrzeug-Ambietente einfügt. Anschließend wird das Design für den Druck optimiert und farbig sowie mit haptischen Effekten auf die Oberflächen der realen Bauteile gedruckt. Der Autokäufer kann zwischen zwei Individualisierungsstufen wählen:

  • choose liefert Anregungen zur schnellen Individualisierung durch verschiedene Designvorschläge, die auf dem Tablet und mit einer VR‑Brille im virtuellen Fahrzeug realitätsnah betrachtet werden können.
  • create führt die Personalisierung noch einen Schritt weiter: Der Besucher kann ein persönliches Motiv mit der Kamera des Tablets fotografieren. Der Konfigurator überträgt das Motiv virtuell auf die Zierteile und visualisiert es in Echtzeit als Virtual Reality. So kann der Besucher mit Tablet und VR‑Brille die mit seinem Motiv personalisierten Zierteile direkt im Auto erleben.

Das Digitaldrucksystem Omnifire 250 von Heidelberg war auf der Messe in unmittelbarer Nähe zum Smart Messestand im Mercedes FabLab platziert, so dass die Besucher das Bedrucken der Zierteile live sehen und sich über das innovative Druckverfahren und seine Technologie informieren konnten. Am Smart-Stand in Halle 2 wurde das Ergebnis dem Publikum pointiert präsentiert: In einem Smart konnten Besucher den Case per 3D Brille ausprobieren, ein Video dazu sehen  und Muster in die Hand nehmen.

In Summe: Ein sehr konkretes Experiment, das beim Publikum exzellent ankam und somit seinen Härtetest gut überstanden hat. Wie lange es noch braucht, bis dies in der Praxis Anwendung findet, gestalten nach der IAA 2017 die bei smart verantwortlichen Business-Bereiche. Erste Testmärkte sind für kleine Vor-Serien jedoch bereits definiert. Jetzt ist sozusagen die ‚Mobilität‘ im Denken und Handeln gefragt, um Technologie-Innovationen in die komplexen Abläufe der Automobil-Produktion und Vermarktung zu integrieren.

 


 

„Die Möglichkeiten des 4DPrinting sind phänomenal.“

 

 

Unternehmer Peter Wilhelm Borbet im Live-Gespräch auf der IAA 2017 über das Geschäft mit Rädern und individuellen Lösungen per 4D-Druck.

Auch in anderen Bereichen gab es ‚print2go’-Anwendungen mit Heidelberg-Omnifire-Technologie zu sehen. Am Stand des Räder-Spezialisten Borbet konnte man die Ergebnisse mit denen des herkömmlichen Tampon-Drucks und des Laser-Drucks vergleichen. „Die Heidelberg-Technologie bietet klare Vorteile, bei der Farbdarstellung, der Bebilderungsqualität und Produktivität“, urteilt der Unternehmer Peter Wilhelm Borbet. Die Zukunft liege auch in seinem spezialisierten und auf maximale Qualität ausgerichteten Geschäft ganz klar im Erfüllen individueller Kundenwünsche. Darum steige man zu einem frühen Zeitpunkt ein im Ausloten der Möglichkeiten und der Überprüfung, wie Mass Customization durch ‚print2go‘ in die Mass Production der Räder-Fertigung integriert werden könne.

In einer Presseverlautbarung von Borbet zur IAA 2017 vom 15. September 2017 heißt es: „Tampon-Druck, Laser-Technologie und Omnifire 1000-Digitaldruck sind ExaPeel-Verfahren, die im Bereich Individualität keine Wünsche offen lassen. Sie ermöglichen die Übertragung von Motiven auf Leichtmetallräder, um ein ganz persönliches Einzelstück herzustellen. Tampon-Druck und Laser-Technologie sind serienreif, der Omnifire 1000-Digitaldruck befindet sich bei uns derzeit in der Erprobungsphase. Alle drei Verfahren sind langlebig und farbecht. Aber in puncto Farbvariation kann vor allem das Heidelberg Digitaldruck-System glänzen – denn auch aufwändige Farbverläufe sind für dieses kein Problem. Der Tampon-Druck überzeugt durch schnelle Umsetzbarkeit und auch mit dem Laser-Verfahren lassen sich Schriftzüge, Ornamente, Logos und filigranste Muster vorlagengetreu visualisieren.“ Fazit: Borbet entwickelt sich immer weiter in Richtung Digitaldrucksysteme, um mit beiden Komponenten – Qualität und Individualität – den Kundenwünschen einen Schritt voraus zu sein. 

 


 

 

Vertriebsleiter Thomas Wittmann erläutert auf der IAA 2017, warum für Ritzi Lackiertechnik der Digitaldruck strategisch wichtig ist, um individuelle Wünsche im Automobilmarkt zu erfüllen.

 

Auf der IAA 2017 konnte man auch innovative Dienstleister antreffen, die sich schon seit längerem mit der individuellen Gestaltungen von Komponenten im Automobilbereich beschäftigen. Thomas Wittmann, Vertriebsleiter bei Ritzi Lackiertechnik, war vor Ort und erläuterte, wie man seit über zwei Jahren bereits in großen Stückzahlen bestimmte Kunststoffteile für Fahrzeuge bedruckt, sowohl für Automobilhersteller als auch für einzelne Autofahrer. Er berichtete von einem Kunden, der seine Foto-New York-Panorama Rundumsicht vom Empire State Building an den Zierleisten im Innenraum seines Fahrzeugs aufgebracht haben wollte. Dies habe man mit Digitaldruck problemlos bewältigen können. Momentan werde gerade für einen großen Hersteller getestet, wie man mit der Omnifire-Technologie anspruchsvoll die Einfassungen von Tachometern für Sonderserien eines Kultfahrzeugs herstellen kann. „Für uns ist die Auseinandersetzung mit Digitaldruck und speziell das 4D-Printing von Heidelberg strategisch äußerst wichtig, da wir neue Anwendungsmöglichkeiten erschließen wollen, die unser Leistungsspektrum weiterführen“, sagte Wittmann.

Fazit: Neben der Qualität sind für Wittmann vor allem die hohe Produktivität sowie maximale Flexibilität und Wirtschaftlichkeit entscheidend. Motivwechsel sind im Inkjet-Digitaldruck anders als bei klassischer Lackiertechnik ohne Veränderung der Werkzeuge möglich. Und das in Echtzeit.

 


 

Auf den Punkt: Das ValuePublishing Storify zu Print in neuer Dimension auf der IAA 2017

 

ValuePublishing Storify zur IAA 2017.png

Alles in Kürze und auf einen Blick: Das ValuePublishing Storify fasst die wichtigsten Tweets zusammen (inkl. Fotos und Videos).


 

Mein Resümee: Zeitenwende — Changing Times!

Die IAA 2017 markierte für das Medium Print eine völlig neue Dimension. Bis dato kannten wir aus der Vergangenheit, wie per Digitaldruck Werbemittel der IAA-Aussteller hergestellt werden können. Somit fand also eine lineare Transformation des Bestehenden statt. Nunmehr, wie am Beispiel „unleash the colour“ von Daimler, zeigt sich, wie exponentielle Transformation stattfinden kann. Heidelberg präsentiert sich dabei als frisches Unternehmen, dessen Technologien sich praktisch in jeden digitalisierten Herstellungsprozess integrieren lassen. Echte Print-Innovationen in Form des ‚print2go‘ (ein Begriff, den ich an dieser Stelle ausdrücklich prägen möchte!) werden unmittelbar und im direkten Kontakt wird ein Mehrwert für den Autofan und -käufer erzeugt, eingebunden in modernste Digital-Szenarien via Tablet und Augmented Reality in Verbindung mit 4DPrinting.

Der Endkunde/Käufer übernimmt die Regie in der persönlichen Ausgestaltung seines Fahrzeugs und initiiert unmittelbar den Druckprozess. Damit wurde für Print mehr erreicht, als zeitgleich in Chicago auf der US-Leitmesse Print17, wo wie in der Branche üblich der Fokus der Aussteller auf der Erklärung und Darstellung von (angeblich) innovativen Technologien propagiert wurde, die wie seit Jahrhundert üblich dazu dienen, Inhalte zu reproduzieren. Die IAA 2017 markiert nunmehr den Meilenstein für die Transformation von und mit Print. Und ‚nebenbei‘ wurde auf höchstem Niveau die auf der ebenfalls zeitgleichen DEMXCO in Köln geäußerte These von Marc Pritchard, CMO des größten Werbungtreibenden der Welt, Procter & Gamble, mit Leben gefüllt: „Wir sind dabei, die erste Stufe der digitalen Media-Transformation abzuschließen. Die nächste Disruption – digitale 1-zu-1-Kommunikation – steht vor der Tür.“ — Hoppla, da hat Print aber nachweisbar die Nase vorn. Die Tür wurde durch ‚print2go‘ bereits durchschritten. Und das im Premiumsegment ‚Automotive‘. Die Frage ist: Geht da künftig sogar noch mehr?

 


 

TV-Beitrag von RheinNeckarNachrichten

 


Informationsvideo zur Heidelberg Omnifire-Technologie

 

 

Die Pressemeldung von Heidelberg im Original
(Stand: 18. September 2017)

 

 


 

Value Publishing ABTG Key Visual Summary 2017.001

Von Andreas Weber, Head of Value

Im wunderbaren Ambiente des Kongresszentrum „Espaço Milenium“ im brasilianischen São Paulo manifestierte sich am 24. August 2017 eine Trendwende für die globale Druckbranche. Der führende Verband für Grafische Techniken, ABTG (Associação Brasileira de Tecnologia Gráfica) als Veranstalter und APS Feiras & Eventos als Organisator veranstalteten zum ersten Mal einen für Lateinamerika bedeutsamen internationalen Fachkongress, der ad hoc weltweit eine Leitfunktion übernehmen konnte. Damit wird für die vom 20. bis 24. März 2018 stattfindende EXPOPRINT Latin America ein starkes Zeichen gesetzt und die Megacity São Paulo zum neuen ‚Transformation-Hotspot‘. 

Mehr als 230 Fachteilnehmer vollzogen beim ABTG-Kongress innerhalb eines informations- und erkenntisreichen Tages alle Facetten der Veränderungskraft einer dynamischen Print-Branche, die seit Jahrhunderten stets der Schrittmacher für die Transformation aller Bereiche der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft waren. 

Die Resonanz des Publikums fasste ABTG-Präsident Francisco Veloso Filho wie folgt zusammen: „Vom Beginn der Veranstaltung an bis zum Ende des letzten Vortrags erhielten wir von zahlreichen Teilnehmern extrem positives Feedback [siehe unten stehend eine Auswahl an Stimmen aus dem Publikum zum Kongress]. Das bestätigt eindrucksvoll die Richtigkeit der Themen und Ausführungen in den Vorträgen. Es gab viele Momente der Reflexion über die notwendige Neupositionierung unserer Branche, vor allem bei den zentralen strategischen Fragen wie auch den relevanten künftigen Marktentwicklungen.“ Das Leitthema ‚Transformation’ im Kontext mit Print wurde, so der ABTG-Präsident weiter, überaus facettenreich in Szene gesetzt und in seiner Bedeutung für die Druckbranche und ‚Graphic Communications’ neu ausbalanciert.

 

ABTG Congresso Keynote Andreas Weber

 

„Die hohe Akzeptanz des Kongresses mit seinen anspruchsvollen Themen hat gezeigt, dass die Marktteilnehmer sich für neue Formen der Wissensvermittlung interessieren“, resümierte Ismael Guarnelli, Präsident von APS Feiras & Eventos. Es gehe künftig vor allem darum,  „mehr über relevante Technologien und Trends im Kontext mit Veränderungen in der Kommunikation und im Go-to-Market mit Hilfe von Medien zu erfahren, um in den kommenden Jahren Veränderungsprozesse pro-aktiv begleiten zu können.“ Ismael Guarnelli weiter: „Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen, sehen die Mission erfüllt und beginnen bereits mit den Vorbereitungen für die zweite Auflage des Kongresses.“

Deutlich fulminanter als man dies in Europa erleben kann, wurde der Kongress in São Paulo im Vorfeld, während und nach der Veranstaltung lebhaft und interessiert per Social Media und Online-Kommunikation via Blogposts begleitet und redaktionell-interaktiv aufbereitet. [Anmerkung: In nur 48 Stunden fanden alleine auf meinem LinkedIn-Account rund 20.000 Interaktionen statt! Benchmark!]. Punktgenau ergänzte zum Kongress ein gedrucktes Magazin nachhaltig die Themen. Dadurch dokumentiert sich, welch hohen Stellenwert Multichannel-Kommunikation bei Fachthemen rund um Print haben kann. Und es zeigt sich, dass eine Kernthese meines Eröffnungsvortrags vom Publikum mitgetragen wurde: „Innovation muss in jeder dynamisch ausgerichteten Gesellschaft Teil der DNA sein, die Transformation als Geschäftsprinzip begreift. Ein effizientes und innovationsorientiertes Marketing entwickelt ein grundlegendes Verständnis, das die Bedeutung menschlicher Beziehungen als Maß aller Dinge ansetzt“.

 

 

Das Fazit zur Zukunft im und mit Print lieferte Hamilton Costa, Präsident von ANconsulting, São Paulo, durch seine Frage, die er eingangs seines gelungen Vortrags stellte: „Warum Print?“ — Antwort: „Weil es menschliche Bedürfnisse und Empfindungen im Digitalzeitalter am besten berührt. Und weil im Print heute und in Zukunft alles möglich ist, wenn man die Kreativität in die richtige Richtung lenkt!“

Die wichtigsten, übergreifenden Erkenntnisse des ABTG-Kongresses, die sich aus meiner Sicht ableiten, haben es in sich und führen über das bisher dagewesene weit hinaus:

  • Transformation erfordert und fördert Gemeinschaftssinn plus Empathie, um im Digitalzeitalter den Bezug zur Realität herzustellen.
  • Erst die umfassende Kenntnis neuer, tatsächlich relevanter Technologien plus die smarte Adaptionsfähigkeit des entstehenden Nutzens setzen Transformation gedeihlich in Gang.
  • Der Wirkungsgrad von Transformation steigt mit der unkontrollierbaren Dynamik eines jeglichen Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgefüges.

 

Impressões #ABTG CONGRESSO em São Paulo em 24 de agosto de 2017. Evento surpreendente. #Benchmark #Transformation #Print


 

Somit ist nunmehr klar, dass Print seine unanfechtbare Führungsrolle weiter ausbauen und aktiv die ‚Transformation Journey‘ beschreiten kann. Übereinstimmend wurden folgende Empfehlungen, die ich am Ende meines Vortrags präsentieren durfte, anerkannt und mir von vielen als hilfreiche Guideline bestätigt:

  1. Transformation spielt sich im Kopf ab.
  2. Lerne von den Besten. — Transformiere Dich selbst!
  3. Wähle klug die relevanten Technologien plus die richtigen Innovationslösungs-Partner aus.
  4. Das Prinzip ‚De-construct—re-construct‘ muss Geschäftsmodell und Go-to-Market umfassen.
  5. Kenne Dein Publikum bestens. (Bemühe Dich wenigstens ernsthaft darum!)
  6. Halte Deine Botschaften relevant und einfach!
  7. Und last but not least: Rücke ins Zentrum des Geschehens, werde zum Spielführer. Indem Du Transformation via Print-Kommunikations-Innovationen zugänglich machst — beflügelt durch einen nachhaltigen Multichannel-Ansatz.

 


 

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Stimmen aus dem Publikum: Transformation beflügelt Wachstum!

Für den Universitätsprofessor Ligia Coeli Silva Rodrigues von Campina Grande (PB) besteht die Herausforderung darin, die Bedeutung des Transformations-Prozesses für junge Menschen zu beachten: „Ich habe am ABTG-Kongress teilgenommen, um neue Konzepte kennen zu lernen und Ideen sowie Fakten zu sammeln, damit ich im Dialog mit meinen Studenten das Verständnis der Printmedien stärke. Ich habe die Veranstaltung rundum sehr genossen.”

Der Graphic Engineer Everton Rodrigo Bispo de Oliveira aus São Paulo (SP) schätzt den Kongress sehr hoch ein. „Ich fand alle Redner und Vorträge exzellent, und gehe davon aus, dass dies ein erster wichtiger Schritt auf einem langen Weg ist, um die Druckindustrie optimal ins Gespräch zu bringen.“

Mário Ribeiro, Direktor von Gráfica Flamar, von Recife (PE), der sich auf das Verpackungssegment konzentrierte, war auf der Veranstaltung und betonte, dass ein Kongress in dieser Form eine große Hilfe ist. „Es ist sehr gut, die Beziehung zu anerkannten Profis des Marktes aufzubauen und meine Kenntnisse durch eine  internationale Sichtweise zu aktualisieren. Die Veranstaltung ermöglichte, Informationen auf globaler Basis zu vermitteln und die echten Wachstumspotentiale zu erkennen.“

Richard Streck Neto, CEO von Print Indústria de Artes Gráficas, in São Paulo (SP), hielt es für wichtig, am Internationalen Kongress für Graphische Technologie teilzunehmen. „Der grafische Markt erlebt eine Zeit tiefer Veränderungen und deshalb ist es wichtig, an Veranstaltungen teilzunehmen, wie dies von ABTG gefördert wird, um nationale und internationale Sichtweisen über Markttrends, neue Geschäftsmodelle und neue Technologien zu erhalten. Da die Öffentlichkeitsbeteiligung sehr groß war, hoffe ich, dass ABTG diese Veranstaltung auch in den kommenden Jahren konsequent weiterführen kann.“

Für Alex Cristiani Oliveira Xavier von Gráfica JB, von João Pessoa (PB): „Es ist gut, immer mit den relevanten Technologien und neuen Prozessen verbunden zu sein und so das Wissen um Print zu aktualisieren. Die Veranstaltung war außergewöhnlich, der Veranstaltungsort bestens ausgewählt, die Referenten lieferten wertvolle Informationen, damit wir in der Praxis umsetzen können, wie wir über die Zukunft nachdenken müssen.“

Edson Cesar dos Santos, Geschäftsführer ProText, Nova Odessa (SP), arbeitet in den Bereichen Offset-, Digitaldruck und Flexografie. Er fand die Präsentation neuer Ideen als sein persönliches Highlight der Veranstaltung: „Es war ein durch und durch bereicherndes Erlebnis — sozusagen die Innovation der Innovationen mit greifbarer Wertschöpfung.“

 


 

ADDENDUM: Zusammenfassung der Kongress-Vorträge

[Siehe auch den Fachbericht in portugiesischer Sprache: „Congresso Internacional de Tecnologia Gráfica alcança sucesso de público com rico conteúdo“]

 

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Der technische Direktor von ABTG, Manoel Manteigas de Oliveira, hatte ein erstklassiges Programm entwickelt — mit hochkarätigen internationalen Referenten und einem perfektem Organisationsteam.   

Andreas Weber, Head of Value, eröffnete mit seiner Keynote den Kongress und ging auf das Verhältnis von Europa und Lateinamerika ein. Er zollte Brasilien und insbesondere der Megacity São Paulo höchsten Respekt, da Transformation Teil der DNA der Menschen geworden ist, um maximale Anforderungen in einem extrem harten Wettbewerbsumfeld zu erfüllen. Seine Kernaussagen: „Die Print-Branche ist wie keine andere Treiber der Transformation — und das seit vielen Jahrhunderten. Sie erfüllt das wichtigste Kriterium: Bedürfnisse sind das Maß aller Dinge, um Beziehungen zwischen Menschen aufzubauen und nachhaltig aufrecht zu erhalten.“ Wer in diesem Sinne disruptiv sein wolle, müsse aktiv bei Social Media engagiert sein, um in Echtzeit Trends, Entwicklungen, Meinungen etc. erfassen zu können. — „Social means: listen to people!“ [Siehe Vortragscharts in englischer Sprache von Andreas Weber inklusive Kurzvideos via Slideshare.] 

Emilio Corti, Global Head of Sales der Bobst AG, zeigte anhand weltweiter Analysen auf, wie das für die Print-Branche wichtigste, wachstumsstärkste Segment, der Verpackungsdruck, von Kreativität geprägt sein muss, um mit den besten Ideen sich stark verändernden Anforderungen stellen zu können. Bobst hat dazu ein Start-up initiiert, die Mouvent AG, um neuartige Inkjet-Digitaldruck-Lösungen aufzubauen. Im Fokus, so Emilio Corti, stehe die technologische Vereinfachung und Flexibilisierung bei Anwendungen gemäß dem One-for-all-Prinzip.

Sandro Cardoch, VP / Kaufmännischer Direktor für Lateinamerika bei Smag Graphique, konkretisierte dies am Beispiel neuer Fertigungsmöglichkeiten bei Etiketten und Verpackungen. Seine Kernaussagen: „Enorme Veränderung am Point-of-Sales müssen zu einer stärkeren Anziehungskraft des Produkts führen. Print wird immer notwendig sein, aber das Ziel ist es, etwas Einzigartiges zu schaffen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und um schwer nachzuahmen zu sein.“ Das reiche über bloße Effekthascherei weit hinaus, die bislang dazu führt, das im Handel 40 Prozent der Produkte wieder zurück gegeben werden.

Hamilton Costa, Präsident von ANconsulting, zeigte anhand klug ausgewählter Beispiel auf, wie man Mehr-Wert für Kunden schaffen kann. Die Kernthese „ist das Verständnis dafür, dass der Druckunternehmer nicht mehr nur ein Reproduktionsdrucker sein kann, sondern neue Alternativen finden muss, um Print zu einem wichtigen und unverzichtbaren Teil des ganzheitlichen Prozesses von multimedialen Lösungen werden zu lassen.“ Im Zentrum stehe das Verständnis, welche Probleme der Kunde habe und welche geeigneten Lösungen zur Verfügung stehen müssen, um Bedürfnisse punktgenau zu erfüllen. „Investitionen in neue Technologien müssen nach Kundenbedürfnissen getroffen werden — und nicht nach dem Diktat des technisch Machbaren. Entscheidend ist, dass neue Geschäftsmodelle, die Print-Unternehmer adaptieren, sich am Kundennutzen ausrichten und nicht an der Technologie.“ Nur so gelange man zu klaren Definitionen, wo das Unternehmen hin gehen und wie es dort hin gelangen will.

Alexandre Keese, Direktor von APS Fairs & Events, präsentierte eine Reihe von relevanten Trends im Print-Markt auf der Grundlage von aktuellen Forschungen in Bezug auf Messeveranstaltungen wie  drupa und FESPA. Im Fokus: „Die Anpassung der grafischen Kunst an die neue Rolle der Druckindustrie durch die Einführung neuer Technologien, wie z. B. die des großformatigen Digitaldrucks, und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssituationen. Kernthesen: Der sich aktuell neuformierende Markt verlangt mehr Arbeitsplätze, mit individuelleren Abläufen, um für die Branche den Übergang von der Massenproduktion zur Massenanpassung zu meistern.“ Es gebe die unterschiedlichsten Konzepte, wie die des industriellen Druckens, des funktionalen Druckens und des elektronischen Druckens, die in ihren spezifischen Eigenschaften, Unterschieden und Chancen begriffen werden müssen.

Clóvis Pires Castanho, COO von Arizona soluções para marketing, São Paulo (SP), legte seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von medienübergreifenden Prozessen. Laut Clóvis ist das strategische Denken entscheidend für die Unterstützung des Kunden. Innerhalb dieser Vision ist das Wissen und die Nutzung von Software-Architekturen entscheidend wichtig, um den Workflow zu straffen und neue Möglichkeiten und die Entwicklung differenzierter Kampagnen zu bieten. Um dies zu fundamentieren, wurde ein Feuerwerk an Fakten entzündet, das eindrucksvoll zeigte, wie die technische Entwicklung im Digitalzeitalter quasi in Schallgeschwindigkeit voranschreitet. „Ein Unternehmer, der die Veränderung nicht versteht, wird zurückgelassen. Es geht nicht mehr darum, bestehende Technologien linear fortzuführen. Es geht um radikal neue Entwicklungen, die immer kleinteiliger werden, schneller und billiger und den Zugang zu Technologie im Allgemeinen erweitern. Das wird  und kann bei Print nicht anders sein.“

Rainer Wagner, FOGRA-Mitglied, Senior Technical Consultant und Drucktechnik-Experte für Lateinamerika, erläuterte technologische Trends im Druckmachinenbau und gab Prognosen bis zum Jahr 2020 ab — mit dem Hinweis darauf, dass Lateinamerika stark in das Segment der neuen Druck- und Veredelungsanlagen investiere. Dabei sei entscheidend, die Vorzüge und die Risiken technischer Neuheiten zu kennen und genau abzuwägen, die sich auf breiter Front abspielen — im Digitaldruck, in der Flexografie, im Offsetdruck und vor allem bei Finishing und Veredelung. „Was nützt beispielsweise eine neue Inkjet-Drucktechnologie, die eine Trocknungseinheit in der Dimension eines Flugzeug-Düsentriebwerks benötige, die mehr Strom verbraucht, als ein ganzer konventioneller Drucksaal?“ — Die Zukunft im Print müsse nach wie vor von Menschen gemacht werden, die mit klarem Verstand und profundem Erfahrungswissen agieren.

 


 

EPILOG: Foto-Impressionen aus Sao Paulo als modernes, dynamisch wachsendes Zentrum der Erneuerung und Transformation.

 

 

 


 

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Exklusiv-Interview mit Dr. Ulrich Hermann, Chief Digital Officer, Mitglied im Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG

Interview: Andreas Weber, Head of Value | English Version

Im ValueDialog geht es um das Thema Transformation der Branche. Es wird näher beleuchtet, welche neuen Wege Heidelberg zu beschreiten hat.

In der deutschen Industriegeschichte ist es eigentlich eine Sensation: Ein im 19. Jahrhundert gegründetes Maschinenbauunternehmen ‚gönnt‘ sich auf Vorstandsebene einen „Chief Digital Officer“. So geschehen im November 2016 bei Heidelberger Druckmaschinen AG durch die Berufung von Dr. Ulrich Hermann, der den Unternehmensbereich ‚Digital Services‘ leitet. Seine anspruchsvolle Aufgabe: Die zentrale Leitidee ‚Heidelberg goes digital‘ inhaltlich und operativ nicht nur im Markt und bei Kunden erfahrbar zu machen, sondern auch bei Mitarbeitern Akzeptanz zu schaffen für das, was sich ändern muss, um Bestand zu haben und nachhaltig profitabel zu wachsen.

Soviel vorweg: Wie durch die ValueTrend-Analysen seit der drupa 2016 umfassend dokumentiert, hat sich das Blatt bei Heidelberger Druckmaschinen AG (Kurzform: Heideldruck) zum Guten gewendet, um wieder der Leuchtturm der Printbranche sein zu können. Das Unternehmen konnte in die Gewinn- und Wachstumsphase zurückkehren. Das Produkt- und Leistungsportfolio hat sich signifikant erweitert. Die Konzernstrukturen wurden verändert. Anleger und Finanzexperten honorieren die Trendwende und die in Aussicht gestellten Wachstumsperspektiven. Die Heideldruck-Aktie ist im Aufwind und die Empfehlungen sind auf „Buy“ gesetzt. 

In medias res: Dr. Ulrich Hermann macht aber keinen Hehl daraus, dass sich die Zukunft und vor allem der künftige Erfolg von Heideldruck an radikal neuen Maßstäben orientieren müssen. Die Zahl der Druckereibetriebe ist ebenso rückläufig wie die Zahl der verkaufbaren Druckwerke bei den Druckmaschinen — letzteres bis dato stets das Maß aller Dinge. Dr. Hermann sieht aber gerade in diesen Veränderungen, v. a. in der Wende zum ‚Digitalen‘ bei den Geschäfts- wie den Produktionsprozessen großes Potential für Heideldruck und seine Kunden. Gerade auch in Fällen, wo das wirtschaftliche Umfeld, der Konkurrenzdruck oder die Investitionsmöglichkeiten anscheinend eingeschränkt sind.

In aller Kürze: Welche Bedeutung hat ’Heidelberg goes digital’ für die Branche? 

Dr. Ulrich Hermann: „Digital“ meint im Claim nicht das digitale Druckverfahren, sondern das digitale Geschäftsmodell: Wir fragen uns weniger, was das Produkt können soll, sondern vielmehr was die Kunden mit dem Produkt genau machen! — ‚Digital‘ gesprochen sollen unsere Lösungen — das sind Software, Daten und digitale Technologien — unseren Kunden helfen, ihre eigene digitale Transformation zu meistern.

Im Detail: Warum macht es Sinn für die globale Print Community sich auf die ‚digitale Transformations-Reise‘ zu begeben?

Dr. Ulrich Hermann: Die ‚digitale‘ Welt bietet ein enormes Potential für die Druckindustrie, das bislang nur wenig erschlossen ist. Da ist zuallererst die Adaption von Digitaldrucktechnik im industriellen Druck, um auf zeitgemäßes Konsumentenverhalten, beispielsweise dem Trend zu mehr Individualisierung und kleineren Auflagen, zu reagieren.

Druckereien müssen entsprechend ihr Portfolio und Produktangebot differenzieren, um Preise stabil zu halten und nicht in die ‚Commodity-Falle‘ zu stolpern. Gleichzeitig muss aber auf industriellem Niveau die Produktivität hoch bleiben. Das geht nur, indem alle Komponenten digital verlinkt werden: Die Maschinen, die Prozesse für Verbrauchsmaterialien, der Service, die Software und letztlich Daten, die eine systematische Nutzung bei steigender Komplexität ermöglichen. So kann Produktivität und Qualität in leistungsstarken und innovativen Druckereibetrieben auf höchstem Niveau gewährleistet werden, bei gleichzeitig voller Flexibilität, um den sich rasch ändernden Kundenanforderungen und Nachfragen in einem starken Wettbewerbsumfeld gerecht zu werden.

Transformation wird gleichgesetzt mit hohen Investitionen. Viele scheuen das Risiko. Sehen Sie das auch so? Oder bietet sich ein smarter Weg, um sich zu transformieren?

Dr. Ulrich Hermann: Definitiv gibt es einen smarten Weg. Wir empfehlen, Schritt für Schritt vorzugehen. Unsere Kunden können quasi mit einem produktiven Kern starten, der eine Kombination von Lösungsmodulen erlaubt. Unsere Geschäftsmodelle bieten innovativen und wachsenden Kunden die Möglichkeiten, ihre Investitionen dort zu allokieren, wo sie am wichtigsten sind: an ihrer Kundenschnittstelle und nicht wie in der Vergangenheit vorwiegend im Produktionssaal. Damit schaffen wir gemeinsam mit dem Kunden Wettbewerbsfähigkeit. Heidelberg maximiert mit einem autonomen digitalen Produktionssystem die Effizienz und kompensiert Auftragszyklen des Druckbetriebes. Der Kunde kann sich verstärkt um den Ausbau seines Kundenstammes kümmern und in den Ausbau seines digitalen Vertriebsweges investieren. Wir teilen letztendlich die Chancen und Risiken mit unseren Kunden.

Das heisst, die Rolle von Heideldruck hat sich geändert: Es geht nicht mehr um reine Druckmaschinenverkäufe, sondern um Lösungspartnerschaften von Heideldruck mit seinen Kunden?

Dr. Ulrich Hermann: Ganz genau. Wir betrachten zunächst gründlich das Geschäftsmodell unserer Kunden, die Kundenauftragsstruktur und bringen dann unsere Ideen und reichhaltige Erfahrungen ein. Daneben analysieren wir exakt den Status und die Entwicklungsmöglichkeiten des Produktivitätslevels, um kundenindividuell eine digitalisierte und hochproduktive Lösungen zu etablieren — ohne dabei über-investieren zu müssen. Dieser Schritt-für-Schritt-Prozess, den Heidelberg entwickelt hat, ist wirklich einzigartig.

Zwischenbilanz — Das Ziel kann nur sein: Mittel- und langfristig radikal Neues etablieren!

Aus einem traditionsreichen Maschinenbauunternehmen wie Heideldruck eine ‚digital company‘ zu machen, ähnelt auf den ersten Blick der Quadratur des Kreises. Zumal es um Drucksachenherstellung geht, also eine unabänderbar analoge Erscheinungsform der Medien. Und doch erscheint es machbar. Wenn man sich davon verabschiedet, zu hohe Erwartungen zu schnell erfüllt haben zu wollen. Insofern ist das oben Gesagte von Dr. Ulrich Hermann und sein ganzheitlicher Ansatz wichtig: Schritt für Schritt sich mit Kunden weiterzuentwickeln, aber stets im Bewusstsein, dass letztlich kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Es erscheint darum logisch, zunächst lineare Transformationsmöglichkeiten anzugehen (um Bestehendes zu optimieren), um ab einem gewissen Momentum exponentielle Transformationswege zu beschreiten, damit radikal Neues etabliert werden kann. [Hinweis: Sie hierzu das separate Angebot an ValueWebinars.]

Bedenklich: Trotz aller Innovations-Kraftanstrengungen und Multi-Milliardeninvestments werden neue Printtechnologien in den Szenarien relevanter Transformations-Technologien gar nicht aufgeführt. — Quelle: Vortrag beim ABTG Kongress von Andreas Weber.

 

Wie schwierig sich Transformation im Print gestaltet, zeigt gerade der Digitaldruck-Technik-Protagonist Xerox Corp.: Trotz jahrzehntelanger Innovationsführerschaft im Print- und Document-Technologiesektor musste sich der Konzern aufspalten. Seit Januar 2017 setzte der neue CEO Jeff Jacobson auf ein Feuerwerk an Produktneuheiten, wie er gerade in einem Interview mit dem US-Magazin Fortune kundtat (siehe Bericht von Susie Gharib vom 17. August 2017). Jacobson führt Xerox quasi ‚back to the roots‘. Der Erfolg im industriellen Druck bleibt aber trotz massiver Investments und Zukäufe bis dato aus. Xerox ist in Deutschland, dem Stammland der Druckkunst, seit Jahren quasi unsichtbar. Die Marktanteile mit digitalen Druckseiten am Gesamtdruckvolumen sind marginal. Ob sich das nur durch neue Produkte ändern lässt, erscheint mir zweifelhaft.

Es muss also um weitaus mehr gehen, als nur neue Maschinen im Digitaldruck zu entwicklen und Kunden zum Kauf anregen zu wollen. Es geht vielmehr um ein grundsätzliches anderes, erweitertes  Verständnis, wie industriell aufgestellte Druckbetriebe ihre Geschäftsmodelle und ihre Geschäftsstrategien ausrichten. Heideldrucks wichtigstem Asset kommt dabei eine aus meiner Sicht ganz entscheidende Rolle bei: Die unzweifelhaft im Unternehmen vorhandene umfassende Kompetenz für Dritte verfügbar zu machen, um auf industriellem Niveau mit Print heute und morgen profitabel, markt- und zukunftsgerecht Geschäft machen zu können. 

An diesem Punkt trennt sich die Spreu vom Weizen: Die meisten Marktteilnehmer errichten sich selbst Schranken, da sie meinen, ausschließlich mit singulären, technischen Produktinnovationen ein Allheilmittel zu bieten, das Kunden zum Erfolg hilft. Dem ist mitnichten so. Das Geschäftsprinzip von Druckereien muss komplett überdacht und neu entwickelt werden. Die guten Erfolge, die im Online Print-Sektor erzielt werden, weil man im Gesamtszenario der Druckereien am ‚digitalsten’ agiert, sind dabei ein wichtiger Zwischenschritt. Aber bieten noch nicht die Lösung, die gefunden werden muss. Entscheidend wird sein, wie man Print als Medium nahtlos in den ‚Workflow‘ zeitgemäßer digitaler und mobiler Kauf- und Transaktionsszenarien einbindet. Ohne mit der Druckvorlagenherstellung und dem nach wie vor aufwändigen „Make ready“ Zeit zu verschwenden. Wir dürfen also gespannt sein. Ich bleibe am Ball.

 


 

Nachtrag: Print-Innovationen auf der IAA 2017: Heidelberg wird Partner der Automobilindustrie. Dank 4DPrinting. Siehe den ValueCheck “Von car2go zu print2go”.

 

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Daimler sorgte mit 4D-Druck von Heidelberg auf der IAA 2017 für Aufsehen. Fotos: Daimler AG sowie Andreas Weber.

 


 

Hinweis: Das Thema Transformation ist auch Gegenstand des vom brasilianischen Spitzenverband ABTG am 24. August 2017 organisierten Internationalen Kongresses in Sao Paulo, bei dem Andreas Weber in seinem Eröffnungsvortrag u.a. das Gespräch mit Dr. Hermann präsentiert und kommentiert. Hier klicken zum Preview mit den Vortragscharts in englischer Sprache.

 

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Von Andreas Weber, Head of Value 

Den 6. Juli 2017 sollte man sich als wichtiges Datum im Geschichts-Kalender eintragen. Im idyllischen Wetzikon bei Zürich wurde unprätenziös, überzeugend und vertrauenswürdig der Digitaldruck (wohl inklusive Landanano!), wie wir ihn kannten, beerdigt. Und etwas Neues geboren. Jean-Pascal Bobst, CEO der Bobst Group SA und Piero Pierantozzi, Mitgründer von Radex und (vormals) Graph-Tech AG, hoben ein Start-up aus der Taufe als „Competence Center for Digital Printing: Mouvent AG. Beschäftigt werden bereits 80 Mitarbeiter, die hohe Kompetenz und Erfahrung haben. Und: Neue Produktionslösungen sind marktreif vorhanden, um im Etiketten- und Textildruck neue Maßstäbe zu setzen.

 

 

„Wir verstehen uns als Start-up, das von erfahrenen Profis betrieben und ausgeweitet wird, um die Messlatte im Digitaldruck via Inkjet neu auszurichten“ erläutert im Value-Exklusivgespräch Dr. Simon Rothen, seit Frühjahr der Gründungs-CEO der Mouvent AG. Rothen kommt aus der Biotechnologie, spricht fünf Sprachen und weiss wovon er redet. In der Vergangenheit hat er weltweit Start-ups erfolgreich mit ihren Innovationen am Markt platziert. Die Idee, die Mouvent zugrunde liegt, hat ihn sofort fasziniert. Ebenso wie die Professionalität, Kreativität und Präzision, mit der das Firmenkonzept umgesetzt wird und damit nicht nur für ihn, sondern vom Start weg für Dutzende andere Profis extrem reizvoll ist.

Pluspunkt: Kein (wie sonst übliches) Marketing- und PR-Geplapper! Sondern vom Start weg ein solider und überzeugender Praxisbeweis.

„Die Basis im Geschäft mit Print-Technik ist Vertrauen“, sagte Jean-Pascal Bobst zu Beginn seiner Präsentation. Und dokumentierte, wie überzeugt er und sein Traditionsunternehmen Bobst — seit Generationen in Familienhand – hinter dem Vorhaben stehen, das Neue und Revolutionäre per eigenständigem Unternehmen Wirklichkeit werden zu lassen. Und das von der ersten Sekunde an. „Wie konnte das nur klappen, rund ein Jahr nach der drupa 2016 eine dermaßen ausgereifte und marktfähige neue Digitaldruck-Technologie aus dem Hut zu zaubern, ohne dass jemand von uns etwas darüber erfährt?“, fragten sich Kollegen aus der Schweiz und vielen anderen Ländern der Welt, die zur Premiere gekommen waren. Allesamt gestandene Profis, die als Fachjournalisten normalerweise buchstäblich das Gras wachsen hören.

 

 

 

Nun, das gelang im Vorfeld fast wie bei einer geheimen Kommandosache, wie Simon Rothen bekundete — im intensiven Dialog mit allen Vertrauten und Beteiligten. Neben den Entwicklern, Technikern und Ingenieuren hatten auch die Marketing-Leute eine äußerst knifflige Aufgabe: Es musste eine Marke „erfunden“ werden, die den hohen Anspruch der Innovationstechnik verkörpert und das Vertrauen in etwas völlig Neues ermöglicht. „Wir sind so gründlich, logisch und stringent vorgegangen wie das seitens der Technik auch die Ingenieure machen“, erläuterte im Value-Gespräch Dr. Ulrike Grein, Managing Partner der Agentur Markenfels AG, Zürich. Hunderte Namensvarianten wurden erdacht und auf den Prüfstand gestellt, um letztlich den richtigen, passenden zu finden, der weltweit wirken kann: Mouvent klingt französisch, soll aber englisch ausgesprochen werden. Der Name impliziert Bewegung/Dynamik und strahlt trotzdem Ruhe aus. Das gesamte Erscheinungsbild der neuen Firma wirkt zeitgemäß, frisch und spiegelt hohe Kreativität wider, ohne aufdringlich oder grell zu wirken.

Der eigentliche Knüller: Eine Technik-Firma als Kompetenzzentrum. Mit dem Anspruch: „Re-engineer the engineering of inkjet printing technology“.

Innerhalb weniger Minuten konnte bei der Premiere am 6. Juli 2017 Mit-Gründer Piero Pierantozzi überzeugend darlegen, worin die Kunst der Technologie-Entwicklung im Inkjet-Druck liegt: es komme darauf an, dass man komplett neu überdenkt, wie man die theoretischen Vorteile des Inkjet-Verfahrens auch in der Praxis des professionellen Drucks effizient nutzbar machen kann. Als zentrales Ergebnis kam die „Cluster“-Konzeption heraus, als neuartiges Design, um nach dem „One-for-all“-Prinzip Drucksachen aller Art auf Substraten aller Art produzieren zu können. „Unser radikal neues Konzept besteht darin, einen Basis-Cluster zu nehmen, der in einer modularen und skalierbaren Matrix angeordnet ist. Daher müssen wir bei unterschiedlichen Anwendungen und Druckbreiten nicht mehr mit verschiedenen Druckbalken arbeiten“, legte Piero Pierantozzi dar. Und führt weiter aus: „Das Mouvent Cluster [als Trademark geschützt] ist die Schlüsseltechnologie hinter unseren Maschinen. Er erlaubt eine hohe optische Auflösung, die gestochen scharfe und farbenfrohe Bilder in einer sehr hohen Druckqualität erzielt. Gleichzeitig gewährleistet der Cluster eine bisher nicht gekannte Flexibilität und beispiellose Möglichkeiten in der Maschinenentwicklung. Einfachheit ist unsere Firmenphilosophie.“ Basis der Cluster bilden die Samba Inkjet-Druckköpfe von Fujifilm, die von Mouvent um neue Komponenten ergänzt werden.

Der Clou: Mouvent kann seine Cluster im 3D Printing-Verfahren herstellen lassen. Das senkt Aufwand und Kosten und erhöht die Flexibilität! Und stellt eine echte Weltneuheit dar, deren Kunde darüber aufgrund der Value-Tweets nach der Bekanntgabe blitzartig wie ein Lauffeuer um die 3D-Experten-Welt ging. „Wir drucken quasi eine Druckmaschine“, freut sich Simon Rothen. — Präsentiert wurden am 6. Juli 2017 bereits funktionsfähige Prototypen für den Etiketten- sowie den Textildruck. Erste technische Spezifikationen wurden publiziert.

 

 


Fazit: Adé altes Denken. Welcome Mouvent!

Einfach, effektiv, flexibel, modular skalierbar sind Inkjet-Technikenwticklungen im professionellen Druck bis dato nicht gewesen. Alle großen Konzern wie z. B. Xerox, HP, Konica Minolta oder auch partiell Canon haben sich bei der Inkjet-Technik bislang fast die Zähne ausgebissen — einzig Heidelberg scheint im Team mit Fujifilm mit der Primefire-Plattform einen gangbaren Weg für den Verpackungsdruck gefunden zu haben. Denn das Prinzip der IT- und Imaging-Blue Chips lautete uni sono: ‚Inkjet ist in seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten unschlagbar. Lass uns also für alle möglichen Anwendungszwecke eigenständige Verfahren entwickeln.‘ Basta! — Das führte zu einer Komplexität, die Zeit und Aufwand erheblich erhöhte und bei den Anwendern nachhaltig eher für Verwirrung als für Begeisterung sorgen.

Der von Mouvent eingeleitete Paradigmenwechsel des „One-for-all“ verweist nun (Gott sei Dank!) altes Denken auf die Plätze. Gut so! Wir werden nach der Sommerpause die weiteren Aktivitäten verfolgen können. Mouvent hat für September 2017 einiges angekündigt. Ich bleibe am Ball.

 

 

 


Wie gewohnt unser Value-Live-Bericht vom 6. Juli 2017 im exklusiven Format mit Texten, Bildern, Videos.

 

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ADDENDUM

Mouvent AG reüssierte auf der LABELEXPO 2017 in Brüssel und präsentierte seine marktreife Technologie. Siehe Video per LinkedIn:

https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6321775082662428672

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Die Internationale Senefelder-Stiftung veranstaltet am 6. Dezember 2017 ihr erstes Senefelder-Kolloquium in Offenbach.

Dies ist der internationale Tag der Lithographie. Die wichtigsten Topics werden aus dem Keynote-Vortrag, den Kurzbeiträgen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und der moderierten Diskussion über vier Thesen bestehen. — “Am Vorabend werden wir bei einem Empfang vom Oberbürgermeister der Stadt Offenbach begrüßt und uns anschließend gegenseitig kennenlernen. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben, Angaben zu Ort und Übernachtungsmöglichkeit wird Ihnen nach formloser Anmeldung mitgeteilt. Es würde uns sehr freuen, wenn möglichst viele teilnehmen, die aktiv mit der Lithosteinen befasst sind”, erläutert Prof. Dr. Gerhard Kilger, Vorsitzender der Senefelder-Stiftung.

 

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THESEN ZUR LITHOGRAPHIE

1. Die professionelle Lithografie ist im 20. Jahrhundert gestorben. Gegenwärtig gibt es weltweit nur noch wenige Experten, die berufliche Erfahrung in der historischen Drucktechnik besitzen. Um dem Verlust des noch vorhandenen Wissens entgegen zu wirken, sind Weitergabe und Dokumentation des materiellen und immateriellen Erbes notwendig.

2. Die künstlerische Lithografie verwendet die Möglichkeiten des Steindrucks in Verbindung mit experimentellen und kreativen Techniken. Ihr Ziel besteht nicht in der professionellen Vervielfältigung von Vorlagen, sondern im schöpferischen Prozess für die Herstellung von Kunstwerken. Da diese künstlerischen Prozesse eine wichtige Weiterentwicklung der Lithografie darstellen, sind Weitergabe und Dokumentation dieser künstlerischen Prozesse wichtig.

3. Der Wert der originalen Drucktechniken wird gegenwärtig auf dem Markt zu gering bewertet. Obwohl die Herstellung einer Lithografie im Gegensatz zu anderen künstlerischen Techniken sowohl fachlich als auch zeitlich einen meist höheren Aufwand erfordert, wird der Gegenwert allgemein nicht wahrgenommen. Es ist daher notwendig, Kunstexperten, Sammler, Museen, Galeristen und Kunstkritiker davon zu überzeugen, dass Handabzüge von Lithografien in kleiner Auflage als Originale anzusehen sind.

4. Die meisten Lithografie-Werkstätten haben Kenntnis voneinander; es haben auch einige Treffen stattgefunden. Trotzdem ist der Ausbau eines Netzwerkes aller weltweiten Aktivitäten vonnöten. Es sollte unser Bestreben sein, in diesem Netzwerk den Austausch, das Zusammenwirken und die Informationen zu verbessern.

 

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PROGRAMM

“Quo vadis: saxa loquuntur?”

05.12.2017

16.00h Möglichkeit der Besichtigung der Senefeldersammlung / Possibiltiy to visit the Senefelder collection

19.00h Empfang im Rathaus Offenbach / Reception in the Town Hall Offenbach

06.12.2017

09.00h Registrierung / Registration
09.15h Begrüßung / Welcome
09.30h Keynote-Vortrag u. Diskussion / Keynote lecture and discussion
10.30h Kaffeepause / Coffee break
11.00h Panorama 1
12.30h Mittagessen / Lunch
13.30h Panorama 2
15.00h Kaffeepause / Coffee break
15.30h Diskurs: Thesen 1 – 4 / Discourse Theses 1 – 4
17.00h Abreisen / Departure


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Weitere Infos und Anmeldung:

Internationale Senefelder Stiftung Offenbach

Geschäftsstelle:
Dr. Volker Dorsch, Vorstandsmitglied
Dielmannstraße 23
63069 Offenbach am Main

Email: info(at)senefelderstiftung.com

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Von Andreas Weber, Head of Value  |  English Version

Im Aufwind: Während andere wie HP, Xerox, Ricoh oder Canon sich notgedrungen re-strukturieren und/oder konsolidieren, baut Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz: #Heideldruck) sein Wachstum nachhaltig und profitabel aus. Eigentlich in Anbetracht der über 150-jährigen Geschichte eines Traditionsunternehmens kein außergewöhnlicher Vorgang. Wohl aber doch, wenn man genau hinschaut. Denn Fakt ist: Heideldruck verzeichnete nach eigenen Angaben derzeit als einziges Druckmaschinen-Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr in der drupa-Phase und danach ein deutliches Plus im Auftragseingang. Und will sich auf diesen Lorbeeren keinesfalls ausruhen. Im Gegenteil: Es werden für die Branche ganz neue Wachstumssegment identifiziert und pro-aktiv angegangen. Heidelberg mutiert damit zum „agilen Unternehmen“.

„Heidelberg wird in den nächsten fünf Jahren wieder der wachstumsstarke und profitable Leuchtturm unserer Branche werden“, sagte Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Wir haben die Erfolgsfaktoren hierfür definiert und bereits die ersten Maßnahmen eingeleitet. Damit beginnt für Heidelberg eine neue Wachstumsära.“

 


ValueCheck von Andreas Weber mit Rainer Hundsdörfer, CEO Heidelberger Druckmaschinen AG

 


 

Hundsdörfer ließ weiterhin verlautbaren: „Um den Konzern für die digitale Zukunft des Unternehmens fit zu machen wurden bereits zum 1. April 2017 die Segmente Heidelberg Digital Technology (HDT) und Heidelberg Digital Business und Services (HDB) etabliert. Bei HDT sind das Sheetfed-Offset-Geschäft, der Etikettendruck und die Druckweiterverarbeitung zusammengefasst; hier werden die passenden Technologien und Produkte auch für neue Geschäftsmodelle entwickelt, produziert und vermarktet. Bei HDB steuert Heidelberg seine Geschäfte mit Services und Verbrauchsmaterialien, Gebrauchtmaschinen sowie die digitalen Drucktechniken und Lösungen entlang der Wertschöpfungskette.“

Möglich wurde dies, da Heidelberg wirtschaftlich wieder obenauf ist und profitabel wächst. Hier die wichtigsten Anmerkungen zur neuen Strategie und Eckdaten aus der aktuellen Bilanz:

  • Strategischer Fokus auf Technologieführerschaft, digitaler Transformation und operativer Exzellenz
  • Konzernziele für 2022 definiert und mit Einzelmaßnahmen hinterlegt
  • Umsatz soll auf rund 3 Mrd. €, das EBITDA auf 250–300 Mio. € und Nachsteuergewinn auf mehr als 100 Mio. € steigen
  • Erste strategische Maßnahmen: zwei Akquisitionen (DOCUY / Fujifilm Lacke & Druckchemikalien in EMEA) und Effizienzverbesserung bereits umgesetzt
  • Vorlage des Jahresabschlusses 2016/17 bestätigt Zielerreichung

 

 

Bemerkenswert: 
Digital heisst bei Heideldruck nicht automatisch „nur“ Digitaldruck

Elementarer Teil der neuen, umfassenden “Heidelberg goes Digital”-Strategie ist natürlich der Digitaldruck. Hier setzt insbesondere die neue Primefire-Plattform für den digitalen Verpackungsdruck die Messlatte enorm hoch. Doch die digitale Transformation des Print-Geschäfts verlangt mehr, als nur gute Digitaldruck-Maschinen zu bauen. Hier hat sich Heideldruck inzwischen einen deutlichen Vorsprung erarbeitet, indem ein ganzheitlicher Ansatz gefunden wurde, dass Druckereien die digitale Transformation auch tatsächlich bewältigen können. Finanzvorstand Dirk Kaliebe verwies bei der Bilanzpressekonferenz am 8. Juni 2017 in Frankfurt am Main darauf, dass es kaum noch möglich sei, den hohen Grad der Digitalisierung im Offsetdruck von dem im Digitaldruck zu unterscheiden. „Eigentlich ist der Begriff ‚Digitaldruck‘ irreführend“, merkt CEO Rainer Hundsdörfer an. „Man sollte besser von Non-Impact-Druck sprechen, also einem berührungslosen Druckverfahren. Am Ende wird aber auch gedruckt und ein analoges Produkt hergestellt.“ Die Kunst seitens eines Maschinenbauers bestehe darin, alle möglichen Verfahren einzubinden, die dazu dienen, marktgerecht und produktionstauglich Drucksachen aller Art effizient und automatisiert herzustellen.

Heidelberg als Amazon im Print?

Schon auf der drupa 2016 wurde betont: Durch Push-to-stop-Methodik ermögliche man autonomes Drucken ähnlich wie Google das autonome Autofahren befeuert. Und durch die Heidelberg Cloud und -Assistent-Lösungen wolle man zum Amazon der Print-Branche werden. Mit „Heidelberg goes digital“ ist also wesentlich mehr verbunden, als nur eine neue Art und Weise, Druckmaschinen zu bauen. Aus meiner Sicht ist das mit der Erfolgs-Story von Tesla zu vergleichen: Auf den ersten Blick baut Tesla ein elektrogetriebenes Premium-Auto. Auf den zweiten Blick geht es um den qualifizierten Datenaustausch zwischen Fahrer / seinen Präferenzen und dem Maximum an Abstimmung des Fahrzeugs an konkrete Bedürfnisse und optimales Fahrerleben. Tesla gelang es im Frühjahr 2017, den Auto-Pionier Ford bei der Marktkapitalisierung zu überrunden und in den USA mehr Luxusfahrzeuge zu verkaufen als Porsche, VW/Audi und BMW zusammen. — Heidelberg könnte ähnliches gelingen. Darum propagiert CEO Hundsdörfer seine Vision des „agilen“ Unternehmens; ein Unternehmen, das sich aus meiner Sicht durch „autonomes Denken und Handeln“ auszeichnet! 

 

Screenshots vom Heideldruck-Geschäftsbericht, der im Deckblatt eine gestanzte Faltschachtel enthält, die herausgenommen werden kann und zur “digitalen” Box wird. — Download via Heidelberg.com

 

Hundsdörfer setzt als erfahrener Maschinenbau-Insider auf „Operative Exzellenz“ (mit Fokus auf permanente Optimierung des Lösungsangebotes und der Fabrikationsprozesse) sowie die beiden wichtigsten Assets von Heideldruck: Know-how und Erfahrung, wie man das Print-Geschäft bestmöglich betreibt. Und das unter der Prämisse, zu automatisieren, was zu automatisieren geht: bei der Produktion, in der Beschaffung, in der Echtzeitanalyse der Produktionsmittel im Feld, im Dialog des Heidelberg-Kunden mit seinen Kunden und vieles mehr. Hier ist Heideldruck bereits vielen anderen Maschinenbauern weit voraus. Und vermarktet sein Know-how sowohl bei Start-ups beim Go-to-Market und der Produktion (z. B. im 3D-Druck) wie auch in anderen Branchen (wie wohl künftig dem Automobilsektor), wo Fertigungsprozesse permanent umgestellt und angepasst werden müssen. Und das nicht in vielen Monaten, sondern in wenigen Tagen.

 

 

Nicht ohne Grund tauchte bei der Bilanzpressekonferenz die Frage auf: „Bei all dem, was Sie uns darlegen: Stimmt dann noch der Firmenname ‚Heidelberger Druckmaschinen‘?“Die Antwort: Der Brand heisst schon lange „Heidelberg“. Und nur das zählt. Und Druckmaschinen zu bauen, ist laut CEO Hundsdörfer für Heideldruck unabdingbar, da durch die Maschinen und ihren Betrieb viele Zusatz- und Mehrwertleistungen aggregiert werden, die Heideldruck anbietet; darum auch die jüngsten Akquisitionen von Docufy sowie v. a. für den Verbauchsmaterialsektor von Fujifilm.

Entsprechend möchte Hundsdörfer Heideldruck zum Systemlösungsanbieter werden lassen, quasi als eine Art Plattform-Betreiber für die globale Print-Branche und ihre Kunden. Dabei bildet Transformation nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ist Kern des Geschäfts, um profitabel Wachsen zu können. Ganz so, wie es die GAFA-Firmen vormachen. (GAFA steht für Google, Amazon, Facebook, Apple; siehe dazu unser ValueWebinar-Angebot zur die Value Analyse „Transformation — Beam me up, Scotty”).

 

 

Fazit

Die neue Strategie „Heidelberg goes digital“ hat bei der Bilanzpressekonferenz eindeutig überzeugt — was sogleich einen Kurssprung auf ein Jahreshoch bewirkte. Der Heideldruck-Vorstandsvorsitzende und der Finanzvorstand konnten — trotz aller Komplexität — ihre Sichtweise und Argumente schlüssig und verständlich dargelegt. Dem Vorstandsbereich „Heidelberg Digital Business und Services (HDB)“ kommt eine Schlüsselrolle zu, da hier für Heideldruck wie auch für Kunden und Partner neue Geschäftsmodelle resp. Geschäftsmodell-Philosophien entwickelt werden müssen.

Wir konnten dies per ValueDialog in August 2017 mit Vorstand Dr. Ulrich Hermann besprechen.

 


 

Auszüge aus den Präsentationscharts zur Heideldruck-Bilanz-Pressekonferenz vom 8. Juni 2017 in Frankfurt am Main

 

 


Weitere Infos per multimedialem ValuePublishing Report auf Storify

Bitte Link klicken für ValuePublishing-Echzeitreport mit Texten, Videos/O-Ton, Fotos und Meinungen aus der Wirtschaftspresse:

https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-wie-meistert-heideldruck-die-digitale-t


Heideldruck BPK Review via ValuePublishing Storify 08062017

 


 

 

01 Anna Grau – Das Buch zu Lilith

 Coverbild des bereits vorliegenden Buches zum Ausstellungsprojekt. Herausgeber: Andreas Weber. Fotos nach den Gemälden von Anna Grau.

 

„Ich male Gefühle!“ — Zur Malerin Anna Grau und ihrem Werk. Gedanken von Andreas Weber.

 

 „Kreative Intelligenz geht einher mit Reflexionsfähigkeit, um zu Erkenntnis zu gelangen. Durch ihren Lilith-Gemäldezyklus und die interaktive Ausstellungskonzeption setzt Anna Grau Maßstäbe. Gut so!“ —Andreas Weber 

 

Die Malerin Anna Grau und Andreas Weber als ihr Mentor und Kurator gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

Vorspiel. Das umfassende bildkünstlerische Engagement von Anna Grau für äußerst wichtige, Zeitgeist-unabhängige und gesellschaftlich-kulturell relevante Themenstellungen in einer besonderen Dimension verdient Anerkennung und Respekt. Zumal Anna Grau als Malerin freischaffend tätig ist. Den im Entstehen befindlichen Lilith-Gemäldezyklus bearbeitet sie in Eigenregie, um unabhängig an den Bildern und ohne überstarken Zeitdruck arbeiten zu können.

Geplant ist eine auf Interaktion ausgelegte Ausstellung des Lilith-Gemäldezyklus mit einer Rahmenprogramm-Inszenierung, die Stimmen anderer Persönlichkeiten aus der Kunstszene, der Forschung, der Wirtschaft, des alltäglichen Lebens umfasst. Ergänzt wird die Ausstellung durch multimediale Präsentationen, etwa zum „Werden“ der jeweiligen Bilder bzw. mit der Darstellung ihrer „digitalen“ Metamorphosen.

 

 

Lilith Thesenpapier

In medias res. Anna Grau lernte ich im November 2015 in Mainz kennen — vor ihrem Gemälde „Meister“, das den 1. Preis beim 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm erhielt. Über 650 Bewerber hatten sich dem gewählten Thema „Kollaps der Moderne?“ im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung gestellt. Die Jury (bestehend aus Kunstwissenschaftlern und vor allem kompetenten Künstlern) hatte unter dieser Vielzahl an Arbeiten das ausdrucksstarke, in seiner Farbgebung herausstechende und dynamisch-expressiv gemalte Werk einstimmig zur Siegerarbeit auserwählt.

In der persönlichen Auseinandersetzung mit Anna Grau als 1. Preisträgerin konnte ich in Mainz von Angesicht zu Angesicht erfahren, was sie empfindet, wenn sie malt. Sie antwortete mir auf die Frage „Was machst Du, wenn Du malst? Denkst Du an Picasso und seine Les Demoiselles D’Avignon?“ kurz und knapp und mit einem versonnenen Lächeln: „Ich male Gefühle!“. 

Diese Gefühlswelt ist die einer in Moskau geborenen Deutsch-Russin, die als 15-jährige nach Berlin kam und dort seit über 20 Jahren lebt. Eine Tochter hat. Die als Europäerin fühlt und denkt! Die Entwicklungen in ihrem Geburtsland mit großer Sorge sieht. Hätte man sie dazu bei der Preisverleihung in Mainz vor dem Publikum direkt gefragt, zu Putin und der Re-Sowjetisierung Russlands, sie hätte gesagt: „Oh nein, ich male keine politischen Bilder. Mich interessiert der Mensch mit seinen Tiefen und Leidenschaften und Schwächen.“ Sie hätte gesagt, wie wichtig Malerei für sie ist. Gerade in einer „digitalen Welt“.

Dem spontanen Kennlernen in Mainz folgte Ende November 2015 ein weiteres Treffen in Berlin; es entwuchs ein seitdem ständiger Kontakt. In der Reflexion dessen, was Anna Grau in Mainz erlebt hatte – vor allem das Zusammentreffen mit den Mainzer Künstlerinnen Prof. Valy Wahl und Fee Fleck – ergab sich die Idee, ein neues, ambitioniertes Vorhaben in die Tat umzusetzen: Den Gemäldezyklus „Lilith“.

Aufhänger für „Lilith“ war der Bilderzyklus von Fee Fleck „Medea – die Fremde“, das die Künstlerin speziell zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 2012 geschaffen hatte. Anna Grau war fasziniert, dass eine wesentlich ältere und bedeutendere  Kollegin ihrem eigenen Menschenverständnis so nah kam. Wobei sich Anna Grau in ihrer unendlichen Bescheidenheit nie mit Fee Fleck in eine Reihe sehen würde… — Beide Künstlerinnen haben übrigens am gleichen Tag Geburtstag, wenn auch zwei Generationen auseinander! — Fee Fleck setzt sich als Holocaust-Überlebende gegen das Vergessen ein. Und für die Rolle der Frau im Besonderen. Der damalige Bundespräsident Gauck überreichte Fee Fleck für ihr Engagement, ihre Lebensleistung im Jahr 2012 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Beide Künstlerinnen, Fee Fleck wie auch Anna Grau, beziehen in einer von Männern dominierten Kunstszene eine besondere und nach meiner Ansicht herausragende Position: Sie widmen sich den Extremen wie Ausgrenzung, Vernichtung, Unterdrückung ohne jegliche Aggression; vielmehr in einer behutsamen Bestimmtheit und Deutlichkeit, die den Betrachter ins Nachdenken und letztlich zu neuen Erkenntnissen bringt. Mehr kann man nicht erreichen. Anna Grau hat Anfang 2016 begonnen, den Lilith-Bilderzyklus auszugestalten. Bis dato sind sechs (unterschiedlich formatige, bis zu 120 x 180 cm große) Gemälde fertig, acht oder zehn sollen es insgesamt werden. In meinem ValueBlog und über Facebook kann man den Entstehungsprozess verfolgen.

Anna Grau hat selbst dazu einen lesenswerten Text verfasst, der in einem eigenen Buch abgedruckt ist: „Auf den Spuren von Lilith…“

 

 

 

Kerngedanke ist es, „Lilith — die Getarnte!“ in all ihren Facetten lebensnah zu inszenieren. Dies alles bietet aus meiner Sicht einen kompakten Einblick in das bildkünstlerische Schaffen von Anna Grau, das sie von anderen unterscheidet und besonders macht. Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Ausstellung sowie Wettbewerben zeigt, dass Anna Grau nicht nur Aufmerksamkeit findet, sondern auch hohe Wertschätzung.

 


 

Anna Grau und Andreas Weber im Martin-Gropius-Bau zu Berlin (Nov 2015)

Zur Person: Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG sowie u.a. Beiratsmitglied des Vorstands des Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, Beiratsmitglied der Internationalen Senefelderstiftung, Offenbach, Lehrbeauftragter der Hochschule RheinMain, Wiesbaden. | LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/andreasweber | Blog/ValuePublishing:  https://valuetrendradar.com 

Zu Anna Grau und ihrem Schaffen: http://www.annagrau.de — Anna Grau und Andreas Weber gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

 


 

 

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