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Posts in German Language

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Valy Wahl (links), Kurator Andreas Koridass und Renate Ott im Dialog mit dem Publikum.

Von Andreas Weber

Eine fulminante  Ausstellungseröffnung im Rahmen eines Gottesdientes? Das hat es bis dato nur selten gegeben — und schon gar nicht so herausragend inszeniert und alle Teilnehmer nachhaltig inspiriert. Wir Dabeigewesenen sehen jetzt Kunst ganz anders, eingebunden in unseren Alltag, unser Innerstes und das schöpferische Miteinander.

Für mich daher Anlass, einen Bericht der besonderen Art zu erstellen. Ohne viele Worte. Mit ganz vielen Bildern und Video-Impressionen. Anknüpfend an die Vorankündigung hier im Blog.

Ich bin erfüllt mit übergroßem, herzlichen Dank an alle Beteiligten: Valy Wahl mit ihren malerischen Bildwesen, Renate Ott mit ihren Skulpturen; Pfarrerin Sabine Feucht-Münch für ihre herausragende Predigt und Einführung in die Ausstellung; Andreas Koridass für seine engagierte Kurator-Tätigkeit; dem Gospelchor ‚Sound connection‘ unter Leitung von Markus Brückner für seine mitreissenden Darbietungen. Und dem Publikum, der gemeinde für ihr hohes Interesse. — Summa summarum: ZWISCHEN hat den Blick für Menschlichkeit, Kultur, Glaube, Liebe, Hoffnung und vieles mehr erweitert. Gut so!


 

Valy Wahl hatte ad hoc, am Vorabend, weil sie nicht schlafen konnte, eine kurze, zündende und ergreifende Ansprache vorbereitet. Hier neben dem Video der Wortlaut.

„Ich lebe zwischen Wld und Wein.

Also zwischen dem wunderbaren, leider so kranken Wald der Pfalz und der fast gesunden Steppe Rheinhessens.

Zwischen Wald und Wein entstehen Bildwesen — Valy.

Zwischen dem Laub und den Baumstämmen der Buche flutet das Licht, das die Augen erfrischt.

Zwischen den Händen rieselt der rote Sand wie Zimt.

Die Farbe ROT begleitet mich von Kaiserslautern bis Mainz (Rote Teufel des 1. FCK bis zu Mainz 05…)

Jedoch zwischen dem Grün, mit seinen Tiefen des Waldes und dem Grün, mit seinen Höhen der sonnigen Weinstöcke, reifen Früchte der imaginären Kunst.

Zwischen Renate und mir entstehen mit und durch unsere unterschiedlichen Werke gedankliche Gemeinsamkeiten.

Das macht stark!


 

Kurzvideos

‘Chor-Probe’ (1)

 

‘Chor-Probe’ (2)

 

Einführung in die Ausstellung durch Pfarrerin Sabine Feucht-Münch

 


 

Bildimpressionen

 

 


 

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#drupa2020.png

Von Andreas Weber, Head of Value |  English Version

 

Es wird seit 1977 meine 11. drupa sein, die ich im Juni 2020 besuchen werde. Zunächst als ‚normaler‘ Fachbesucher, dann im Besucherrekordjahr 1990 als Aussteller, später als Journalist und in den letzten Jahren als Analyst und Blogger. — Ganz klar ist, die Dinge wandeln sich. Standen früher Maschinen und Geräte im Fokus, sind es heute Lösungen, Konzepte, Perspektiven und Anwendungsmöglichkeiten.

Meine Presseakkreditierung


 

Der Andrang der Hersteller als Aussteller ist ungebrochen. Messe-Direktorin Sabine Geldermann spricht stolz von einer ausverkauften #drupa2020, inkl. neuer Messehalle 1. Hier hatte 1951 die drupa ihren Erfolgslauf gestartet, als der damalige Heidelberg-Chef Dr.  Sternberg die ganze Halle angemietet hatte.

Die Entwicklung bei den Besucherzahlen erfüllt mich aber mit großer Sorge. Klar, die fortschreitende Automatisierung und der Weg Richtung Industrie 4.0 bringen Rationalisierungseffekte mit sich, die Personaleinsparungen ermöglichen.

 

drupa Stats aus Wikipedia.png

Quelle: wikipedia

 

Aber: Seit langem ist es nicht gelungen, neue Zielgruppen für die drupa in nennenswertem Umfang zu begeistern: Menschen, die sich auf breiter Front mit modernen Marketing- und Kommunikationsthemen beschäftigen müssen. Und dabei Print im Fokus haben sollten, es aber immer weniger tun. Woran liegt das wohl? Was läuft in der Kommunikation schief?

Denn, ganz ehrlich, solange ich es miterleben kann, war es im Vorfeld einer drupa noch nie so ruhig. Das kann man nicht nur den Veranstalter und Organisatoren anlasten. Die Fachpresse, früher ein Erfolgsgarant, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen!), findet kaum noch Leser und Unterstützer. Herausragende Fachveranstaltungen, wie die vom f:mp Fachverband Medienproduktioner e.V. initiierte Print Digital Convention haben sich zwar gut entwickelt, sind aber zuletzt im Mai 2019 mit 1.200 Besuchern mager frequentiert gegenüber den zeitgleich stattfindenden Digital-Events wie OMR in Hamburg mit über 50.000 Besuchern oder der Berliner re:publica mit 20.000 Besuchern.


Warum setzt sich die Branche nicht breitenwirksam, konzertiert und öffentlich für ihr Anliegen und vor allem ihre Existenzberechtigung ein? Und bezieht klarer Position, was und wie sich die Dinge im Digitalzeitalter verändert haben.


 

Noch ist etwas Zeit. Aber ganz rasch muss etwas passieren. Sonst heisst es (wieder mal): „Operation gelungen, Patient tot.“ Und ein unrühmliches Ende zu finden wie die CeBIT, das ist der drupa und der Printbranche nicht zu wünschen.

 


Im Rahmen meiner Möglichkeiten helfe ich gerne und biete eine Reihe von Möglichkeiten sich hinzu bringen. So beim Expertennetzwerk #Think!Paper, das u.a. von Mondi, GT Trendhouse 42 und Jubels unterstützt wird; oder aber auch mit dem neuen Blog „HotspotSubscription“, der als Thema „Renewal of Print“ besetzt hat, und damit aus dem Stand heraus für hohe Aufmerksamkeit gerade auch ausserhalb der Branche sorgt. Das von mir und Partnern gegründete DigitaldruckForum ist als Brancheninitiative immer noch aktiv und hat via XING über 1.200 Gruppenmitglieder. Last but not least: Mein Blog ValueTrendRadar.com als Kompendium für Kommunikation mit Print hat seit der #drupa2012 über 120.000 Leser aus fast 160 Ländern der Welt gefunden.


Möglichkeiten gibt’s viele. Man muss sie nur ergreifen. In diesem Sinne bin ich weiter optimistisch.

Wie steht es bei Ihnen? Ich freue mich auf Ihre Meinung. Lassen Sie uns in einen aktiven und konstruktiven Dialog treten!

 

ThinkPaper Wortbild PRINT

 


 

Valy Renate IMG_6799

Valy Wahl (links) und Renate Ott im Mainzer Eisenturm. Foto: Andreas Weber

 

Von Andreas Weber, Frankfurt am Main

Twilight Zone ist der Name einer herausragenden Kult-Sendung des US-TV. Die Anthologie-Fernsehserie der 1950er- und 1960er-Jahre mit Mystery- und Science-Fiction-Elementen sowie damals innovativem und wegweisendem Konzept, ist bis heute unerreicht. — Verblüffend: Der Künstler, der als Bühnenbildner visuell Regie führte, ist bis heute nicht bekannt. Ein Mysterium im doppelten Sinn. — Daran anknüpfend, aber das Thema auf eine andere Ebene transformierend, gelingt mit der Ausstellung „ZWISCHEN“ am 8. September 2019 in Mainz-Hechtsheim.

Die Künstlerinnen Valy Wahl und Renate Ott inszenieren ein Thema im besonderen Ambiente (dem Gemeindehaus der Evangelischen Kirche auf der Frankenhöhe in Mainz-Hechtsheim), um auf ihre Weise mit dem Publikum in den Dialog treten zu können. Dieser kann still, meditativ, kontemplativ oder auch diskussionsfreudig geführt werden.

Kurator Andreas Koridass merkt dazu an: „Wenn man zwei so renommierte Mainzer Künstlerinnen, wie Renate Ott und Valy Wahl, in einer Ausstellung zusammen bringen will und Arbeiten mit ihnen dafür auswählt, kann man nicht anders, als ein Thema zu setzen.

„ZWISCHEN“

Nicht zwischen zwei Stühlen und nicht zwischen den Fronten, aber zwischen zwei Positionen!

Eine Bildhauerin und eine Malerin zeigen ihr Können für uns in dieser Präsentation. Wir, die Betrachter, die Besucher können mit der Vorgabe des Titels nun hin und her springen und uns von Zwei- auf Drei-Dimensionalität, von bemalter Leinwand auf ein „starkes“ Material wie Bronze oder Beton konzentrieren.

Das bringt uns in eine Position – nicht „ZWISCHEN“, sondern jeweils vor den Arbeiten, die wir beurteilen und interpretieren.

Aber was uns besser gefällt und welche Arbeit uns mehr gibt – da müssen wir uns vielleicht doch wieder zwischen den Bildern und Plastiken entscheiden.“

 


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Infobox

Ausstellung mit Malerei (Valy Wahl) und Plastik (Renate Ott)

Besonderheit: Zuvor ab 11 Uhr Gottesdienst für Jung und Alt und „Alle dazwischen“ (die Kinderkirche findet parallel statt) zum 22. Jahrestag der Einweihung des evangelischen Gemeindehauses Frankenhöhe.

12.30 Uhr Ausstellungseröffnung

Die Veranstaltungen werden vom Gospelchor „Sound connection“ begleitet.

Öffnungszeiten: di. 17–19 h, mi. 10–12 h, so. 12–13 h und nach telefonischer Vereinbarung bis 22. September 2019

Evangelische Kirchengemeinde Hechtsheim · Bodenheimer Straße 58 · 55129 Mainz

Telefon: 06131 50 46 59

Email: pfrin.feucht-muench@ekg-hechtsheim.de


 

Intermezzo: Einsichten

Valy Wahl und Renate Ott kennen und schätzen sich seit langem. Es ist daher nicht ihre erste gemeinsame Ausstellung, wie Kunstkenner und -liebhaber in Rhein-Main wissen. Umso spannender, was uns nun dargeboten wird. Valy Wahl, die ihre Werke „Bildwesen“ nennt, kommentiert dies in ihrer wunderbar-einzigartigen Weise wie folgt.

„ZWISCHEN“ So wie: Zwischen den Stühlen. Zwischen Leben und Tod. Wir befinden uns zwischen Leben und Tod.

Ideen und Gedanken dazu liegen zwischen unseren Werken von Renate und mir. Ich hoffe es entsteht eine Kommunikation zwischen unseren Werken und Ihnen als Betrachter.

Der Ort der Kirche verbindet oder vermittelt zwischen Werk und Künstler und zwischen Werk und Betrachter.

Zwischen Menschen gibt es im Moment leider bedauernswerterweise genug Mauern und Grenzen und dazwischen ist Elend und Leid.

Das Wort „zwischen“ ist gleichermaßen positiv wie negativ besetzt. Jedoch zwischen mir und meinen Werken entwickelt sich beim Machen sehr viel Kreativität, die Manches vergessen lassen und deshalb auch Freude und Glück initiiert.

Die Hoffnung ist, dass diese Freude auch auf sie als Betrachter überspringt.

Was passiert zwischen mir, dem Werk, bzw. den Materialien (Papier als glattem Malgrund!) und zwischen der weißen Fläche und dem Farbauftrag und seinen entstehenden Formen? Da entsteht ein unaufhaltsamer Prozess der Gestaltung, zwischen Experiment und Gestalt.

Zwischen den Gefühlen des Unbewussten und dem leitenden Bewussten, entwickelt sich eine Kommunikation zwischen dem Nichts und der bildenden Wertigkeit.

Oft wird wild bewegt zwischen Entscheidung und Verwerfen spontan gehandelt. Ich möchte zwischen den inneren Welten und den äußerlichen Empfindlichkeiten spazieren gehen.

So entstehen Beziehungen zwischen konkreter Form und feinsinniger Struktur. Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee.

Zwischen Emotion und Bewusstsein findet eine Balance statt, die entscheidende Bedeutung für die Wertigkeit des künstlerischen Schaffens hat. Das macht den Sinn eines Werkes aus.

Soweit Valy Wahl.

 


 

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Renate Ott äußert sich auf vier kurze Fragen, die ich ihr stellte wie folgt, fasst naturwissenschaftlich präzise und schnörkelos, aber aus tiefsten Herzen:

Lieber Andreas,

es freut mich sehr, dass Du für uns beide in Sachen „Ausstellung Hechtsheim“ so aktiv werden willst. Gerne will ich Dir die 4 Fragen so gut ich kann beantworten.

Wie haben wir uns kennen gelernt?

Auf drei Ebenen:

  • durch den Kunstverein Eisenturm
  • durch regelmäßigen Besuch von Vernissagen
  • durch eine gemeinsame Ausstellung im Atelier Layenhof bei den Offenen Ateliers.

Gemeinsames Ziel dieser Zusammenarbeit?

  • Intensivierung der eigenen Arbeit (stärkere Konturen, klarere Strukturen) durch Gegenüberstellung: Synergie-Effekt
  • Anstöße für eine intensivere Auseinandersetzung mit den jeweiligen Kunstwerken des anderen bis zur kritischen Konfrontation
  • Auswirkung auf den Betrachter: Vergleichen oder in Beziehung setzen verschiedener Kunstarten (Malerei .-.Plastik) – Verschiedene Vorgehensweisen auf den Inhalt des Kunstwerkes

Was ist meine Arbeit, worauf kommt es mir an?

Das Werk muss echt und authentisch sein (nicht nachgemacht). Es muss eine Aussage haben, die aber nicht mit der Wahrnehmung des Betrachters übereinstimmen muss. Form und Inhalt / Technik und Essenz müssen einander ergänzen und während des Schaffen zum Ausgleich gebracht werden (Wenn dabei am Ende etwas anderes herauskommt als am Anfang als Idee stand, ist das in Ordnung. Ein ständiges ‚Entbergen‘ eines Geheimnisses, das im individuellen Menschen liegt.

Thema „Zwischen“. Woher kommt der Titel?

Zunächst unmittelbar vom  Kirchenraum als Begegnungsstätte zwischen Himmel und Erde, zwischen Transzendenz und Immanenz Zwei Kunstarten zu präsentieren bedeutet: mit Geist und Verstand wandern

  • Zwischen Malerei und Plastik —  Beziehungen und Differenzen erkunden.
  • Zwischen zwei Ausdrucksformen ihre je eigene Aussagekraft ausloten
  • Zwischen Zweidimensionalität und Dreidimensionalität die Vorstellungskraft erweitern
  • Zwischen verschiedenen Inhalten wählen, die sich in beiden Kunstformen in ihrer Gegensätzlichkeit direkt oder indirekt offerieren (schön – hässlich; Grauen – Hoffen; Traum – Wirklichkeit; Konkretum – Vision…), aber dank des Geistes die Realität transformieren, die als Konstitutivum des Lebens verstanden werden kann.

 


 

Mein Fazit

Es sind Glücksmomente für uns alle, wenn Kunst in dieser Form präsentiert wird. So umfassend, so berührend, so nachhaltig. Und eben nicht nur als „Zwischen-Spiel“ oder gar als ‚Zwischen-Durch‘.

 


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NACHTRAG

Erste Video-Impressionen von Andreas Weber zur Eröffnung der Ausstellung “ZWISCHEN” am 8. September 2019 mit Skulpturen von Renate Ott und Bildwesen von mir. Und das im Kontext mit einem Kirchenraum der ganz besonderen Art. Vor tollem Publikum (jung und alt!), mit einer umwerfenden Predigt der Pfafferin Sabine Feucht-Münch und dem mitreissenden Gospelchor “Sound connection”. Danke auch an Andreas Koridass für seine erfolgreche Arbeit als Kurator.

 

 


 

ThinkPaper Rüdiger Maaß.001

 

#Think!Paper Edition 3, Vol. 9

Interview by Andreas Weber, Head of Value

 


Nothing stands in the way of the prospering future of print. Assuming we know how it works! That’s the way to describe Rüdiger Maaß‘s credo. For about two decades, he has been tirelessly committed to contemporary, highly effective print media production with a penchant for digital printing and specialties in print. It is therefore fun to deal with him and his actions and to break new ground.


 

What is the beauty of print in the digital age?

Rüdiger Maaß: I think the right answer is a multi-layered list:

  • Multisensory and thus the possibility of deceleration to reach a best-in-class attention
  • Interaction to better bond with the brand
  • Experience through action
  • Immense credibility and navigation aid in the jungle of information aesthetics
  • etc. … the list can be extended as a never-ending story!

But in the end, it’s not just about the “beauty” of print, but about the effect. And this effectiveness becomes all the stronger, the more print is staged by an overall concept in line with digital communication. The task is – as always – to put the strengths of print in the right place.

 


 

Everything in the Mobile Age is so fast. Why is the adaption of digital printing technology innovations so slow?

Rüdiger Maaß: Is it really like that? I’m convinced that digital printing (in whatever form) is immensely fast and fully automated. From my experience, the associated ideas and concepts from the advertising industry are missing – and of course the access to the digital data of the “users”. And in the end it’s all about the courage !

And “fast” is always in the eye of the beholder. Customers who do not know would be surprised to learn that they can get an individual print product in less than 24 hours or even a same day delivery.

 


 

What are the key drivers for a powerful & successful print service biz today and what will it be in the future?

Rüdiger Maaß: The key to success is certainly the conceptual advice — who can not afford, can only assert itself as a ‘print-mate’ in the niche. With our unique ’Creatura’ initiative, we developed the Creatura meta-analysis for advice support how to use print media and special effects in the best way.

This meta-analysis is the bible of ’print staging / conception’. However, the resulting knowledge base is immensely important not only for the service providers, but also for the advertising and communication agencies and for the advertising companies. The key to success is rethinking the direction of impact rather than moving on with speeding up the production process. Because knowledge about the effect of print beats ’quick&dirty reach’.

 

The Creatura meta-analysis “The Power of Print” is a must have and must read publication. Available in german and english.


 

About

Rüdiger Maaß is Managing Director of Fachverband Medienproduktion e.V. f:mp — the Association Media Production e.V. — f: mp. From the beginning, he has dedicated himself to the topic of digital printing and has always started effective initiatives to open up new application possibilities for and with print. In the meantime, f: mp has numerous projects and cooperations that lead beyond narrow industry boundaries. High-light is the congress trade fair PRINT & DIGITAL CONVENTION, which will be realized together with Messe Düsseldorf and will provide important impulses at drupa 2020.


 

Im Original: Die deutsche Textversion

Der prosperierenden Zukunft von Print steht nichts im Wege. Vorausgesetzt, wir wissen wie es geht!  So könnte man das Credo von Rüdiger Maaß beschreiben. Unermüdlich setzt er sich seit rund zwei Jahrzehnten für eine zeitgemäße, hoch wirkungsvolle Printmedien-Produktion ein, mit einem Faible für Digitaldruck und Spezialitäten im Print. Es macht daher Spaß, sich mit ihm und seinem Tun auseinanderzusetzen und neue Wege zu beschreiten.

Frage 1

Ich denke, es ist eine vielschichtige Liste:

  • Multisensorik und damit die Möglichkeit der Entschleunigung mit höherer Aufmerksamkeit
  • Interaktion zur besseren Bindung mit der Marke
  • Erlebnis durch Aktion
  • Immense Glaubwürdigkeit und Navigationshilfe im Dschungel der Informationen
  • Ästhetik
  • usw. … die Liste lässt sich beliebig erweitern!

Aber am Ende geht es nicht nur um die „Schönheit“ von Print, sondern um die Wirkung. Und die Wirkungseffizienz wird umso stärker, je mehr Print durch ein Gesamtkonzept im Einklang mit der digitalen Kommunikation inszeniert wird. Aufgabe ist es also – wie schon immer – die Stärken von Print richtig in Szene zu setzen.

Frage 2

Ist das wirklich so? Ich bin überzeugt davon, dass gerade der Digitaldruck (in welcher Form auch immer) immens schnell und voll-automatisiert ist. Aus meiner Erfahrung fehlen die zugehörigen Ideen und Konzepte aus der werbungtreibenden Industrie – und natürlich der Zugriff auf die digitalen Daten der „User“. Und am Ende der Mut !

Und „schnell“ liegt ja immer im Auge des Betrachters. Kunden, die es nicht besser wissen, wären sicher überrascht, zu erfahren, dass sie in weniger als 24 Stunden ein individuelles Printprodukt bekommen können. Oder sogar eine Lieferung am selben Tag!

Frage 3

Der Schlüssel zum Erfolg ist sicher die konzeptionelle Beratung – wer die nicht leisten kann, wird sich als ‚Print-Erfüllungsgehilfe‘ nur in der Nische behaupten können. Mit unserer Creatura-Initiative haben wir zur Beratungsunterstützung – quasi wie Print und Veredelung eingesetzt werden muss – die Creatura-Metaanalyse https://www.creatura.de/metaanalyse entwickelt.

Das ist quasi die ‚Bibel der Print-Inszenierung/Konzeptionierung‘. Die dadurch entstehende Wissens-Basis ist jedoch nicht nur für die Dienstleister immens wichtig, sondern auch für die Werbe- und Kommunikationsagenturen und für die Werbungtreibenden Unternehmen. Der Schlüssel zum Erfolg besteht im Umdenken in Richtung Wirkung und nicht im Weitermachen mit Geschwindigkeitssteigerungen im Produktionsablauf. Denn Wissen um Wirkung von Print schlägt schnelle ‚Reichweite‘.


Über Rüdiger Maaß

Rüdiger Maaß ist Geschäftsführer des Fachverband Medienproduktion e.V. f:mp. Von Anfang an hat er sich dem Thema Digitaldruck gewidmet und stets wirkungsvolle Initiativen begonnen, um für und mit Print neue Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. Inzwischen betreibt der f:mp zahlreiche Projekte und Kooperationen, die über enge Branchengrenzen hinausführen. High-light ist die Kongress-Messe PRINT & DIGITAL CONVENTION, die gemeinsam mit der Messe Düsseldorf realisiert wird und auf der drupa 2020 wichtige Impulse geben wird.

 


 

ThinkPaper Wortbild PRINT

Note

Read as well the summary of all #Think!Paper Conversations and get access to all of them.

 


ThinkPpaer-Key-Visual-Blog-Post.001

#Think!Paper — the key facts at a glance

What we do
We evaluate and profile print and its proponents as an effective driving force for transformation – across all industries!

Our mission
We show, first and foremost, that print is by no means driftwood in an ocean of transformation (with Titanic-style effects) but rather a solid anchor for the ‘tsunamis in our heads’!

Our USP

  • We are bringing together the brightest minds to form interdisciplinary #Think!Teams with a global outlook.
  • We are building up the finest pool of expertise with a clear focus on interaction, discourse, customer experience and sustainable conversations.
  • We are reinforcing the bedrock of any successful ‘digital’ transformation – proficient, dynamic and meaningful communication.

Benefits for our partners
We help our partners make new and market-relevant discoveries that inspire them and inject new energy into their development.

 


 

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Von Andreas Weber, Head of Value | English Version

Mit Blick auf dramatisch sinkende Börsenkurse: Stecken Druckmaschinenhersteller und mit ihnen die Druckereien (wieder einmal) in einer tiefen Krise? Die Antwort lautet: „Nein, aber…“ — Denn äußerst heikel ist, dass der Strukturwandel im Geschäft mit Printmedien tiefergehende Auswirkungen hat, als bislang angenommen.Und das haben die meisten unterschätzt.

Status quo: Nichts geht mehr vom Fleck weg!

  1. Die überwiegende Zahl der Druckereibetriebe kann ebenso wie ihre Lieferanten kein organisches Wachstum mehr erzeugen.
  2. Kostensenkungs-Maßnahmen sind weitgehend ausgenutzt resp. schon gar kein Erfolgsgarant auf lange Dauer.
  3. Die für die Branche probate Massnahmen in kritischen Situationen — das Umschwenken auf neue Technologien zur Printmedien-Herstellung (z.B. Inkjet-Druck) — zieht nicht mehr, da es seit Jahren nicht richtig in Schwung kommt und wirkt daher nur wie ein Tropfen auf den heissen Stein.
  4. Last but not least, gemäß Stimmen aus der Analystenszene: Medienwirksame, öffentliche Veranstatungen wie Pressekonferenzen auf Messen/Kongressen oder Bilanzpresse-Konferenzen sind zumeist völlig überfrachtet, verkropft und gespickt mit Insider-Detailinfos, die verhindern, den Blick für das Wesentliche zu erhalten.

Sind trotzdem Ad hoc-Maßnahmen möglich? Ja und nein. — Zuviel muss sich grundlegend ändern, wie die lesenswerte #Think!Paper-Expertenanalyse zeigt. In den letzten acht Tagen haben führende Köpfe aus Europa und Amerika ihre Einschätzung zur Zukunft von Print auf den Punkt gebracht. Tenor: Print hat Zukunft und passt bestens ins Digitalzeitalter. Vorausgesetzt, die Geschäftsphilosophie wird radikal renoviert und entsprechend neue Go-to-Market-Strategien und -Umsetzungslösungen gefunden werden.

 


Wer wissen will, wie sich das auf Lieferanten auswirkt, kann die im #Subscription-Blog nachlesen im Interview mit Dr. Ulrich Hermann, Chief Digital Officer bei Heidelberger Druckmaschinen: „Subscription & Print: Einblicke, Entwicklungen und Marktszenario“.


 

Die wichtigste Erkenntnis für Druckereien verdanken wir Fraser Church aus UK: Eigentlich hat die Branche beste Chancen. Denn Print als Medium liefert durch seine herausragenden Kerneigenschaften — Trust and Value – genau das, was Print-Betriebe und ihre Lieferanten für sich nutzen und geltend machen müssten.

Am besten gelingt dies durch vorbildhafte, auf Konversationen ausgelegte, Multichannel-Marketing-Kampagnen, die Print in vernetzten Kommunikations-Szenarien fulminant wirken lassen. — Doch davon ist bis dato weit und breit nichts zu sehen. Funktionierendes Gattungsmarketing war der Branche schon immer fremd! Jeder kocht immer sein eigens Süppchen. Schade!

 


Lesetipps

Die aktuellen und exklusiven Think!Paper-Experten-Analysen in Form von Kurz-Interviews im Überblick:

Rüdiger Maaß: Put the strengths of print in the right place!

Fraser Church: „Use print when you need something considered or need to promote trust and value!

Hamilton Costa: „Print is not a common thing anymore! But it’s still relevant!“

Peter Gunning: „Print creates an unspoken trust!“

François Martin: „Print will remain but it will never be what it was!“

Jeroen van Druenen: „Print is always the start of a good conversation“

Bernhard Cantzler: „Print is a natural ’digital detox’ and helps deeper thinking!“

Morten B. Reitoft: „Print has a way higher impact than mobile and web!“

 

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ThinkPpaer-Key-Visual-Blog-Post.001

 

#Think!Paper — the key facts at a glance

What we do
We evaluate and profile print and its proponents as an effective driving force for transformation – across all industries!

Our mission
We show, first and foremost, that print is by no means driftwood in an ocean of transformation (with Titanic-style effects) but rather a solid anchor for the ‘tsunamis in our heads’!

Our USP

  • We are bringing together the brightest minds to form interdisciplinary #Think!Teams with a global outlook.
  • We are building up the finest pool of expertise with a clear focus on interaction, discourse, customer experience and sustainable conversations.
  • We are reinforcing the bedrock of any successful ‘digital’ transformation – proficient, dynamic and meaningful communication.

Benefits for our partners
We help our partners make new and market-relevant discoveries that inspire them and inject new energy into their development.

 


 

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Foto: GT Trendhouee 42, Gelsenkirchen

Von Günter Thomas, GT Trendhouse42

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 8

Frei nach dem Motto ‚,Papier muss leben und darf nicht flach sterben’’, sind wir vom weltweit bedeutenden Karton- und Papierhersteller Mondi mit der Aufgabe vertraut worden, ihren neu entwickelten und verbesserten PERGRAPHICA Karton in all seinen Facetten auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ziel ist es gewesen, unsere geballten Kompetenzen sowie unsere gesamten Fertigungstiefen auf dem Material anzuwenden und somit die Grenzen des schier Unmöglichen zu überwinden.

Dazu haben wir zwei individuelle Testbogen zusammengestellt, die von einfachen Musterstrukturen, über ausgefallene Bildmotive bis hin zu anspruchsvollen Verpackungen alles relevante beinhalten. Diese wurden an unseren drei Produktionsstandorten mit sämtlichen Druck- & Veredelungsanwendungen versehen, welche unser Unternehmen zu bieten hat.

Durch unsere speziellen Folienkaschierungen, Heißfolien-, Reliefprägungen sowie Sieb- & Offsetdruck-Anwendungen mit verschiedensten Farben, Lacken, Pigmenten und Iriodinen wurde veranschaulicht, wie aus diesem Premium-Material ein hochveredeltes Print-Produkt entstehen kann.

 

Mein Fazit

Spannend war für mich zu sehen, wie bei PERGRAPHICA mit ungestrichenen Papieren und Kartons exzellente Ergebnisse erzielt werden können. Das habe ich so in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet.

Das ungestrichene Designpapier wurde als „Papier für Perfektionisten“ entwickelt, da die Auswahl des Papieres in der Printkommunikation eine bedeutende Rolle spielt. Es ist ideal geeignet für alle hochwertigen Druckobjekte und sorgt für stets gleichbleibende und hochwertige Ergebnisse.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Endergebnis, das Faszination auslöst und die Augen verweilen lässt.

 

Fotos: GT Trendhouee 42, Gelsenkirchen


ValueInfobox

PERGRAPHICA wurde im Jahr 2015 als neue Premium-Papiermarke für Offset- und Digitaldruck vorgestellt. Durch die unterschiedlichen Färbungen, Haptiken und Grammaturen inspiriert dieses Premiumprodukt von Mondi den Markt der gedruckten Werbekommunikation und Verpackungsindustrie mit einem abwechslungsreichen Portfolio. Sie dazu den Bericht: „Premium-Papiere beflügeln Digitaltechnik im Print“


Weitere Informationen und Kontakt

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Gutenberg reloaded

Von Andreas Weber, Head of Value | English Version (Full Interview)

Das Thema ‚Subskription‘ bzw. die Bedeutung und Relevanz der ‚Subscription Economy‘hat weiter Fahrt aufgenommen und geht über den Ansatz neuer Abrechnungsmodelle weit hinaus. Es geht um den Kern der ‚Digitalen Transformation‘, die den Wandel von Unternehmen von Herstellern und Verkäufern von Produkten hin zu Anbietern von Dienstleistungen und umfassenden Lösungen beschreibt.

Führende Wirtschaft-Magazine greifen daher das Thema verstärkt auf; und erkennen, dass der Druckmaschinen-Sektor ganz vorne mitmischt. 

Im Umfeld der Bilanzpressekonferenz 2018/2019 von Heidelberg Druckmaschinen AG ergab sich die Gelegenheit, die vor rund einem Jahr per ValueDialog begonnene Konversation mit Vorstandsmitglied und Chef Digital Officer Prof. Dr. Ulrich Hermann zum aktuellen Stand und zur Zukunft von Subskription im Print-Sektor weiterzuführen.

Fazit: Es geht kräftig voran. Und es zeigt sich, dass die Subscription Economy die Ausweitung der Geschäftstätigkeit von Heidelberg und seiner Kunden im Print-Sektor in ganz neuer Dimension ermöglicht.

 


 

Dr. Ulrich Hermann Porträtfoto

Prof. Dr. Ulrich Hermann. Foto: Heidelberg.

AUSZUG — Was raten Sie Druckerei-Unternehmern? Dr. Ulrich Hermann: Die Kunst ist es eben, früh zu verstehen, wo der Bedarf von Print entsteht und hierfür Kunden zu werben und Fähigkeiten aufzubauen. Wer sich allein auf die Fähigkeit konzentriert, zu produzieren, der wird eine Disruption, wie sie die Printmedienindustrie erlebt hat, nicht überleben. Die Fähigkeit, Geschäft mit wandelnden oder gänzlich neuen Kunden aufzubauen, das ist die Kernkompetenz der Zukunft und vor allem der digitalen Zukunft, in der sich Märkte nicht verändern, sondern zum Teil disruptiv wandeln.


Link zum kompletten Interview im #hotspotsubscription-Blog

(Lesezeit 4 Minuten. Halbwertzeit: Viele Jahre!)

#HotspotSubscription Banner Black


 

Andreas Weber Selfie mit Studie

Exzellent in Aufmachung und Inhalt: Andreas Weber präsentiert sein persönliches Expemplar (Nummer 168) der The-Power-of-Print-Metaanalyse. Foto: Andreas Weber

Eine Hymne von Andreas Weber, Head of Value

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 7

Millionen Menschen beschäftigen sich weltweit mit der Konzeption und Realisation von Printmedien und der Weiterentwicklungen von Print-Technologien. Doch nur ganz wenige mit der Wirkungsweise von Print. Das Fatale: Print wirkt besser denn je, wird aber in ‚modernen‘ Digital-Szenerien weitgehend ignoriert resp. völlig unterschätzt. Print ist, so paradox es erscheint, quasi ein „Buch mit sieben Siegeln.“

Doch damit ist nunmehr Schluss. Denn: „Print ist eine substantielle Zutat des Erfolgsrezepts erfolgreicher Marketingkommunikation. Wer die Wirkung von Printkommunikation unterschätzt und auf sie verzichtet, darf sich später nicht über sinkende Effizienz seiner Kampagnen wundern.“ So formuliert es das Autorenteam Olaf Hartmann (Fokus: multisensorisches Marketing) und Sebastian Haupt (Fokus: Konsumentenpsychologie) in der herausragenden Studie ‚The Power of Print — Metaanalyse zur Werbewirkung von Print‘. Sieben Kapitel geben auf rund 130 Druckseiten umfassenden Einblick in die Stärken von Print.


Multisense-Touchpoint-Modell

Quelle: Hartmann & Haupt, 2016. In: The Power of Print, Seite 123.


 

Klingt wie harter, wissenschaftlicher Tobak für Nerds, ist aber mehr als lesenswert und voll auf die Praxis mit Print im Digitalzeitalter ausgerichtet. Anschauliche (neue) Erkenntnisse, Anregungen, Empfehlungen gipfeln im ‚Multisense-Touch-Point‘-Modell und zeigen, dass Print nicht nur eine Daten-Vervielfältigungstechnik ist, sondern dass die Gestaltung erfolgreicher Printmedienkommunikation als ganzheitlicher und systemischer Prozess Menschen und Marken über Codes und Touchpoints einzigartig zusammenfinden lässt.

Das Besondere: Druckereiunternehmer erhalten damit eine unwiderlegbare, wissen- und erkenntnisbasierte gedruckte ‚Werkzeugkiste’, quasi ein ‚Toolbook for success!‘, das unendlich guten Stoff bietet für Kunden- und Interessentengespräche oder sogar eigene Seminare und Kreativ-Workshops. Zumal die Ergebnisse so formuliert sind, dass sie jenseits von Print-Insider-Kauderwelsch von Marketing- und Kommunikationsprofis bestens verstanden werden können.

Meine Empfehlung — Lesezeit: rund vier Stunden. Halbwertzeit: ein ganzes Leben! — Die ‚The Power of Print‘-Metaanalyse als ‚Toolbook‘ ist unschlagbar und durch die sorgsame Aufmachung werden nicht nur Inhalte hervorragend aufbereitet, sondern auch die Beweisführung angetreten, was Print in einer virulenten digitalen Welt tatsächlich leisten kann. Das ‚Toolbook‘ bildet aus meiner Sicht als Print-Analyst bis dato die beste Grundlage, um heute und künftig mit Print erfolgreich zu sein. Print wirkt nicht nur, Print sichert dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg. Für Druckereien und ihre Kunden gleichermaßen.

 

 

 


Weitere Informationen und Bezugsquelle

Fachverband Medienproduktion e.V. (f:mp.)
Waldbornstraße 50
56856 Zell/Mosel
Telefon: +49 (65 42) 54 52
Telefax: +49 (65 42) 54 22
E-Mail: info@f-mp.de
URL: www.f-mp.de

Infobroschüre online erhältlich

Einzelpreis: 499,00 Euro*
(inkl. 7% MwSt. sowie Verpackung/Versandkosten)
ISBN 978-3-00-060376-1
1. Auflage: 2018

*Verfügbar sind sowohl eine deutsche als auch eine englische Version. Bei der Bestellung von mehreren Exemplaren/Firma gilt eine Staffelrabattierung (2 bis 5 Exemplare: 10% Rabatt; 6 bis 10 Exemplare: 15% Rabatt; Bestellung mehr als 10 Exemplare: 20% Rabatt).

Die Realisierung wurde möglich durch die Unterstützung von:

f:mp Fachverband Medienproduktion, Graefe Druckveredelung, Heidenreich Premium Print Innovation, Oro. Promotion, touchmore Haptische Markenkommunikation, Vogt (Printspezialitäten), Achilles Konica Minolta, SAPPI.

 


 

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Zum Autor dieser Hymne

Andreas Weber  begleitet als Wissensarbeiter/Advisor die Kommunikation mit Medien — geprägt durch eine Vorliebe für Print-Innovationen im Digitalzeitalter.

Bis dato hat er über 550 Innovations-/Transformations-Projekten realisiert, diverse Lehraufträge wahrgenommen (u.a an der School of Visual Arts/NYC, Hochschule Liechtenstein, Hochschule RheinMain) und Vorträge in über 30 Ländern gehalten.

Sein Blog valuetrendradar.com (ISSN-zertifiziert) inspiriert Entscheider aus mehr als 150 Ländern.

 


 

ThinkPaper Quo Vadis Print Automation KBA.001

Koenig & Bauer bringt die Automatisierung im Print ganz weit nach vorne. Foto: Koenig & Bauer.

 

Von Klaus-Peter Nicolay, Chefredakteur DRUCKMARKT

 

Auf einen Blick

Koenig & Bauer hat sich ohne Zweifel zu einem der branchenübergreifenden Vordenker bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen entwickelt. Grundlage der kundenorientierten Services um das Produkt herum sind Leistungsdaten der Maschinen und deren Logfiles.

Vielleicht hatte sich der Maschinenbauer bisher zu sehr auf seine Maschinen konzentriert und zu wenig über die vermeintlichen Randthemen gesprochen. Doch zwischen dem 16. und 21. Mai wurden in Radebeul, dem Sitz der Sheetfed-Division, kundenzentrierte Angebote, basierend auf Lösungen zur digitalen Transformation sowie weiterentwickelte und neue datenbasierte Services gezeigt, die sowohl die Erfordernisse und Wünsche von Akzidenz-Druckbetrieben als auch von Verpackungsdruckern erfüllen.

Für uns und die über 1.100 Druckfachleute aus 40 Ländern ein völlig neues Erlebnis, wie die Prozessabläufe in den Unternehmen durch die digitale Transformation verschlankt und optimiert werden können. Damit hat Koenig & Bauer ein Jahr vor der drupa 2020 ein ganz deutliches Zeichen gesetzt. Und das nicht nur für den Bogendruck, sondern übergreifend für alle Druckverfahren.

Hinweis: Der Beitrag erschien in modifizierter Form in der Print-Ausgabe 3-2019 von BEYONDPRINT unplugged. 

 

Print & Mobile sind ein Spitzenteam aus Sicht von Koenig & Bauer.


 

Willkommen: Koenig & Bauer 4.0

Um Drucksachen in einer vorhersehbare Qualität termingerecht zu produzieren, müssen die Produktionsmethoden erstens industriellen Charakter haben und zweitens weitestgehend bedienerunabhängig sein. Dies ist beileibe keine neue Forderung, sondern seit einigen Jahren bereits Teil der Philosophie zeitgemäßer Workflow- und Print-Konzepte. 

Das Fachwissen aus Vorstufe, Druck und Finishing ist längst Teil vieler Maschinenfunktionen geworden oder in Software übergegangen. War das Wissen um das Anordnen der Seiten einer Druckform früher das bestgehütete Geheimnis von Buchbindern oder Sachbearbeitern, sind die Ausschießschemata heute bei Software und Maschinen hinterlegt. Zudem haben Rechner die Aufgaben vieler Mitarbeiter übernommen, der Mensch ist zum Manager autonomer Arbeitsabläufe geworden, trifft prinzipielle Entscheidungen, überlässt die Ausführung aber der Soft- und Hardware in den Maschinen. Das hat in begrenztem Umfang Züge von Künstlicher Intelligenz (KI) angenommen.

Weit bevor das Schlagwort Industrie 4.0 die Runde machte, nannte man derart gesteuerte Prozesse Computer Integrated Manufacturing (CIM). In einigen Industrien also schon vor Jahrzehnten üblich, zweifeln inzwischen auch in der Druckindustrie immer weniger daran, dass weitestgehend „mannlos“ gesetzt, gedruckt oder weiterverarbeitet werden kann. Und selbst Skeptiker müssen eingestehen, dass Maschinenführer zu Tastaturbedienern geworden sind, die nur noch dann eingreifen müssen, wenn wirklich etwas schief läuft. Das prozessgesteuerte, autonome Drucken ist inzwischen bei weit über 500 Druckereien weltweit zum Standard geworden und nahezu automatische Vorstufen-Workflows gehören längst zum Alltag. 

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Foto: Andreas Weber

Die Druckmaschine hat das Sagen

Wer sich jetzt überrascht zeigt, hat das letzte Jahrzehnt schlicht und einfach verschlafen! Die Automatisierung kam weder über Nacht, noch plötzlich, sondern fand Schritt für Schritt Eingang in die Drucktechnik – weit bevor wir Begriffe wie Industrie 4.0 oder Print 4.0 in unseren Wortschatz aufgenommen haben.

Ein geradezu wegweisender Schritt war der Heidelberg-Leitstand Prinect Press Center mit der Funktion Intellistart, der zur drupa 2008 vorgestellt wurde. Hier fand eine Interaktion des Bedieners mit der Druckmaschine in der Form statt, dass die Druckmaschine erstmals das Sagen hatte. Bis dato bediente der Drucker seine Maschine. 

Nunmehr führte Intellistart den Bediener durch die Auftragsvorbereitung und gab für jeden Auftragswechsel eine Liste an Arbeitsschritten vor. Dabei wurde der Automatisierungsgrad der Maschine weitestgehend ausgeschöpft, indem einige Arbeitsschritte von der Druckmaschine gleichzeitig abgearbeitet wurden. So ließ sich die Anzahl der nötigen Bedienschritte um bis zu 70% senken und die Einrichtezeit verkürzen.

Damit erhielt aber nicht nur der Bediener einen umfassenden Überblick über Maschinen-, Auftrags- und Messdaten, zugleich wurde der Druckprozess insgesamt transparenter und Heidelberg bediente sich (mit Zustimmung seiner Kunden) dieser Daten. Darauf wurde zunächst der Remote Service aufgebaut, deckt inzwischen aber fast alles ab, was das Internet of Things (IoT) heute leisten kann. Denn da Druckmaschinen mit einer ausgefeilten Sensorik ausgestattet und mit dem Internet verknüpft sind (etwa 3.000 Sensoren einer Speedmaster liefern permanent Daten an eine Cloud), kann der Zustand und Arbeitsablauf der Maschinen permanent überwacht werden, um zum Beispiel auf einen drohenden Störfall reagieren zu können – auch schon, bevor er eintritt.

 

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In einem Expertengespräch informierten Stefan Segger (Koenig & Bauer Digital & Webfed), Dr. Peter Lechner (Koenig & Bauer Flexotecnica), Franc Freixes (Koenig & Bauer Iberica), Markus Müller (Koenig & Bauer Coding) und Pinar Kucukaras (Koenig & Bauer Duran) über ihre aktuellen Technologielösungen für den Verpackungsdruck. Foto: Koenig & Bauer

 

360-Grad-Sicht

Auch Koenig & Bauer ist schon seit 1995 in der Lage, Daten von Maschinen auszuwerten und darauf basierend Services anzuwenden. Doch diese Art von Datenaustausch ist längst keine Einbahnstraße mehr, sondern Teil der Kommunikation zwischen Anwendern und Lieferanten, die sich in Zukunft noch weitaus stärker verändern und ein neues Kundenerlebnis entstehen lassen wird. 

„Die 360-Grad-Sicht sorgt dafür, dass Drucker über die Leistungsdaten ihrer Maschinen profitabler werden können. Digitalisierung und Vernetzung spiegeln heute die Erwartungshaltung der Anwender wider. Sie wollen wissen, wie sie besser und erfolgreicher werden können. Es ist die Aufgabe der Hersteller, Angebote rund um das Kernprodukt Druckmaschine zu schaffen, mit denen sie diese Erwartungen erfüllen können“, sagt Thomas Göcke, Head of Digitalization & Marketing bei Koenig & Bauer Sheetfed.

Die Druckmaschinenhersteller sammeln also enorme Datenmengen aus Sensoren, Maschinenlogs und Remote-Plattformen. Intelligente Analysen lassen aus den Datenströmen (Big Data) wichtige Informationen werden, die durch das frühzeitige Erkennen von beispielsweise Fehlfunktionen zur Risikominimierung führen können. Durch Big Data können zudem weitere Kundennutzen identifiziert werden, die über die bekannten, sich aber stetig verändernden Bedürfnisse hinausgehen. 

 

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Foto: Andreas Weber

 

Trends, Muster, Zusammenhänge

So können mithilfe der Daten Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen in der Produktion und in den Produkten erreicht werden. Denn aus der Häufigkeit bestimmter Fehler lassen sich auch Rückschlüsse auf die Konstruktion der Maschinen ziehen und können zu einer gezielten Neu- oder Weiterentwicklung der Maschine in der Konstruktion führen. Möglicherweise wäre ein Zusatzmodul an der Maschine des Kunden hilfreich und könnte via Nachrüstung ein Problem beheben etc. 

„Um herauszufinden, welche Trends, Muster und Zusammenhänge in den Daten zu finden sind und wie diese für neue und sinnvolle Anwendungen eingesetzt werden können, führen wir jede einzelne Meldung der Maschine wie etwa ‘Druck an’, ‘Maschinenleistung’, ’Farbverbrauch’, ‘Stopper’ und vieles mehr zusammen. Aus einigen Milliarden Einzelinformationen überführen Algorithmen die Daten in für uns erkennbare Jobs. So liegen in unserer Datenbank etwa 22 Millionen unterschiedliche Druckjobs“, erläutert Wilfried Schumacher-Wirges, KEB Automation KG und bis Mai 2019 Spezialist IoT Solutions bei Heidelberg.

Die Spreu vom Weizen trennen

„Dabei gilt es, große Mengen an Daten zu erfassen und mit hoher Performance und Präzision auszuwerten“, erläutert Thomas Göcke und verwendet einen Begriff, der zunächst einmal für Staunen sorgt: Künstliche Ignoranz. Gemeint ist damit, dass „sich aus den gewaltigen Datenströmen das normale Verhalten von den Gesamtdaten trennen lässt.“ 

Schließlich liefert eine ausgewachsene Rapida täglich so um die 20.000 Datensätze, bei denen für die Analysen eigentlich nur diejenigen interessant sind, die von der Norm abweichen. „Mit Artificial Ignorance bleiben Daten übrig, die auf unnormales Verhalten der Maschinen hinweisen. Ungewöhnliche Ereignisse, die zu einer Störung führen, sind somit erlern- und erkennbar. Verbindet man das Wissen aus Data Science, nutzt Algorithmen und Künstliche Intelligenz mit dem Know-how von Servicetechnikern und Ingenieuren, gelingt es, Ausfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit vorherzusagen“, erläutert Göcke

 

 

Drucken ohne Bedienereingriff

Aus solchen Erkenntnissen sowie dem Dialog zwischen Kunden und Maschinenbauer sind Anwendungen wie das autonome Drucken, die derzeit ultimative Stufe der vollautomatisierten Druckproduktion, erst möglich geworden und beeinflussen die Weiterentwicklungen. Das Konzept Push-to-Stop und die Bedienerführung Intellistart 2 bei Heidelberg sowie ErgoTronic AutoRun bei Koenig & Bauer ermöglichen den voll automatisierten und nahezu bedienerlosen Auftragswechsel – vom letzten Gutbogen eines Auftrags bis zum Start einer neuen Produktion.

Um autonomes Drucken zu realisieren, sind jedoch bestimme Voraussetzungen notwendig: Alle Rüstprozesse müssen automatisiert und die Maschinen mit Inline-Farbmessung ausgestattet sein. Die Maschine übernimmt den Auftragswechsel ohne Bedienereingriff, startet selbsttätig die Neuproduktion und entscheidet ebenfalls autonom, wann die vordefinierten Qualitätsparameter erreicht sind. Hierzu kommen weitere Software-Module zum Einsatz. 

Was dem Drucker noch bleibt, ist das Überwachen des Prozesses, das Einstecken der Druckplatten in die automatischen Plattenwechsler und gegebenenfalls ein Wechsel der Papierstapel.

Zurzeit ist ein autonomer Druckprozess sicher nicht für alle Anwendungen sinnvoll und realisierbar, aber bei Auftragsfolgen mit gleichen Parametern bezüglich Bedruckstoff und Farbbelegung, wie es beispielsweise bei Sammelformen, Signatur- oder Sprach-Wechseln vorkommt, ist autonomes Drucken eine interessante Produktionsvariante im Akzidenz- wie auch Verpackungsdruck. 

 

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Thomas Göcke, Leiter Marketing & CRM von Koenig & Bauer Sheetfed, stellte den IoT-basierten Serviceprozess vor. Foto: Koenig & Bauer.

 

IoT-basierter Serviceprozess

„Vielen Druckereien geht es aber gar nicht so sehr um autonomes Drucken, sondern um höchste Verfügbarkeit der Maschinen. Deshalb werden wir weiter optimieren, um auf Kundenseite eine höhere Produktivität zu erzielen. Je größer die Datenbasis ist und je ausgefeilter die Analysealgorithmen sind, desto verlässlicher gestaltet sich die Vorhersage“, ist Thomas Göcke überzeugt. 

Koenig & Bauer entwickelte hierzu einen IoT-basierten Serviceprozess. Dieser erkennt Fehler und deren Ursachen an der Rapida-Maschine bereits vor dem Auftreten und analysiert sie automatisch. Der Service-Manager hat einen vollständigen Überblick über den Fall und die Maschine. Auf dieser Basis plant er die Fernwartung und eventuelle Serviceeinsätze. Der Techniker vor Ort behebt den Fehler im Rahmen von vorab geplanten Einsätzen, bevor es zu einem Maschinenausfall kommt. 

Der Anwender profitiert von zuverlässiger Produktion und Leistungssteigerungen. Mit seiner ServiceApp hat der Service-Techniker Zugriff auf die Maschinen- und Service-Historie und kann seinen Service-Report direkt auf seinem mobilen Endgerät unterschreiben.

 

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Thomas Göcke erläutert die fulminante ‘Digital Roadmap’ von Koenig & Bauer. Foto: Koenig & Bauer.

 


 

Kontakt und weitere Informationen

 


 

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Guido Ludes in der Ausstellung zu seinem 60. Fotocollage vor einer Detailsicht des Ölgemäldes Berlin: Potsdamer Platz, 2008, aus der Sammlung Schwarz+Weber, Frankfurt am Main

Lieber Guido!

Ein Auge lacht. Ein Auge weint. Heute, am 12. Mai 2019, begehen wir Deinen 70. Geburtstag. Ich rufe Dir im Kreis meiner Familie zu, auch wenn Du nicht mit uns zusammen sein kannst, hier auf der Erde, die Du so liebtest: Herzlichen Glückwunsch! Wir lieben und wir vermissen Dich! Umringt von vielen kreativen Spuren, die Du bei mir zu Hause hinterlassen hast: Briefe, Notizen, Zeichnungen, PolaroidTransforms, Malereien, Grafiken, Experimentaldrucke, Objekte, Bücher und Schriften, Tausende Fotos (von unseren gemeinsamen Reisen und Erlebnissen) und noch mehr wunderbare Erinnerungen. Dein ganzes Wirken und Tun können wir im Detail nachvollziehen. Jeden Tag aufs Neue. Herzlichen Dank dafür. Das ist nicht selbstverständlich und schon gar nicht üblich. Das Außergewöhnliche hat Dich geprägt. Und damit auch uns und unsere Freundschaft.

 

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Detail aus dem Porträtbild von Guido Ludes: Wilhelm Weber zum 70. Geburtstag am 20. Juni 1988. Acryl auf Leinwand, 130 x 100 cm.

 

Obgleich wir über unseren gemeinsamen Lehrer Prof. Dr. Hans-Jürgen Imiela und unseren Freund Dr. Otto Martin während des Studiums Bindungen haben: Bewußt erlebt habe ich Dich das erste Mal im Jahr 1984, als Du den Kahnweiler-Preis in Rockenhausen entgegennehmen konntest. Ich war 25 Jahre alt und Du 35. Mein Vater, Prof. h. c. Wilhelm Weber, Kahnweiler-Freund und Schöpfer resp. Mit-Initiator der Stiftung, war auf Dich als aufstrebender Künstler aufmerksam geworden. Über Deine großartigen Zeichnungen im Mainzer Landesmuseum, die Du zur Dokumentation von Sammlungsgegenständen angefertigt hattest, war das Interesse entflammt. Mein Vater — selbst ausgebildeter Maler, Kunsthistoriker, Museumsmann und Ausstellungsmacher aus Leidenschaft — hatte Dich ins Herz geschlossen. Ihm imponierte Deine Stärke als Bildender Künstler ebenso wie als begnadeter Kommunikator und Kunstvermittler. Was ihn veranlasste, Dir als Gymnasiallehrer ein Gutachten zu schreiben, um Dich erfolgreich als Hochschul-Professor in Wiesbaden zu empfehlen. Von 1994 an bis zu Deinem Tode im Jahr 2013 hast Du unzählige Studenten gefordert und gefördert. Für die meisten warst Du der Favorit, wenn es darum ging, das eigene Kreativpotenzial bestmöglich auszuschöpfen und die Abschlussarbeit bei Dir vornehmen zu können. Du hast wie kein anderer den Studierenden erweiterte Möglichkeiten verschafft, Projekte über Drittmittel zu entwickeln, die wiederum außergewöhnlich und vor allem erfolgreich waren. Immer gab es dazu Publikationen, über 60 an der Zahl, im Print wie auch multimedial. Das hat nachhaltige Beziehungen ermöglicht, die weit über das eigentliche Studium hinausgingen. Überhaupt: Du warst ein Grenzgänger, der allzu gerne Grenzen sprengte.

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Zwei begeistere Maler unter sich: Wilhelm Weber (links) mit einem Blumenstillleben, Paris 1948, Öl auf Holz. Und rechts Guido Ludes mit Berlin, Potsdamer Platz, 2008, Acryl auf Leinwand.

„Hallo Guido“

Unvergessen ist für mich, als wir 2009 gemeinsam in Berlin waren. Unser Berlinbuch war fertig und wir schauten nach Ausstellungsmöglichkeiten. Bei unseren Erkundungen in Berlin Mitte haben wir nicht nur einige Agenturen besucht, die von ‚Ehemaligen‘ / Ludes-Schülern gegründet wurden, sondern wir trafen fast an jeder Ecke Menschen, die Du kanntest. „Hallo Guido — Hallo Herr Ludes“, tönte es viele Male…

Der eigentlich Beginn unserer innigen Freundschaft war ebenfalls außergewöhnlich. Es vollzog sich im Herbst 1998 auf dem Mainzer Wochenmarkt, an einem Samstag-Morgen am Fleischwurst-Stand. „Du musst mich unbedingt mal im Atelier in Finthen besuchen“, schoss es unvermittelt aus Dir raus. Sofort wurde ein Termin vereinbart. Du liebst ja Nägel mit Köpfen… Und der Besuch war in der Tat außergewöhnlich. Denn Du zeigtest mir die Ergebnisse Deines Forschungssemesters, das Dich vor der Jahrtausendwende gezielt für viele Wochen nach NYC führte: Über 400 künstlerische Arbeiten, davon die Mehrzahl in Form der PolaroidTransform-Bilder sowie eine Reihe von Gemälden. Das Hauptwerk „NYC“, signiert und datiert mit „G Ludes 98“, fast monochrom in wuchtigem Rot gehalten, mit einem Format von zwei auf fast drei Meter, durfte ich — im Team mit Gunda — von Dir erwerben, gemeinsam mit zwei weiteren NYC-Malereien. Im Gemälde „NYC“ hast Du über 150 der PolaroidTransforms malerisch verarbeitet. Künstlerisch  perfekt inszeniert, führst Du uns die einzigartige US-Metropole in all ihren Facetten vor Augen. Ein echtes Meisterwerk. So außergewöhnlich wurde New York City und speziell Manhattan selten in Szene gesetzt!

 


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„Du bist Sehnsucht und Utopia, Paradies und Untergang, schön wie ein Brillant von Tiffany und unheilbar krank.“

Udo Lindenberg über NYC. Aus: Der Detektiv, 1979. Zitat und Foto aus unserem Buch: New York Manhattan Zeitenwende, 1999.


 

Mit Deinem Talent, andere zu begeistern, hast Du Gregor Krisztian, Deinen Freund und Hochschul-Kollegen, als Buchgestalter, und mich als Herausgeber und Kommunikator gewonnen, um Deinen außergewöhnlichen Forschungsbericht zu publizieren. — Viele Übersehen: Du warst als Hochschullehrer v. a. auch Wissenschaftler erster Güte! — Gemeinsam entwickelten wir sofort nach dem Atelierbesuch und einem Treffen mit Gregor die Idee, nicht nur ein außergewöhnliches Buch zu schaffen, sondern eine Serie von Publikationen, Ausstellungen, Musikperformances und Events, die von Europa aus ein engagiertes Publikum in NYC und anderswo begeistern sollte. Startpunkt war der 23. April 1999, Welttag des Buches. Im Orchester-Probenraum des Mainzer Staatstheater stellten wir die Maquetten vor. Der damalige Ministerpräsident Kurt Beck war eigens aus einer laufenden Landtagssitzung gekommen, begrüßte und betonte, dass mit unseren Aktivitäten ein kulturell werthaltiger Beitrag zum transatlantischen Dialog erfolge. Das Publikum war begeistert, in einem Rutsch waren 1.000 Bücher vorbestellt und damit ein Drittel der geplanten Auflage verkauft und das Buchprojekt in bester Ausstattung finanziert. Es folgten die Premiere auf der Buchmesse 1999 mit SWR-Kultur-TV-Bericht sowie am 11. November 1999 der absolute Höhepunkt: Die Vorstellung des Projekts in NYC. Udo van Kampen hatte uns ins ZDF-Studio unweit des Chrysler-Building eingeladen, um vor einer Schar erlesener VIP-Gäste zu präsentieren. Die meisten blieben fast zwei Stunden; außergewöhnlich für NYC, wo die meisten auf Vernissagen und Lesungen bereits beim Erscheinen hektisch auf die Uhr schauen, wie uns alteingesessene New Yorker an diesem, unserem Abend bewundernd mitteilten. Last but not least: Unser Buch, das einen eigenen Bericht wert wäre, wurde 2001 vom DDC Deutscher Designer Club ausgezeichnet.

 

 


Apropos: So ganz ‚nebenbei‘ hattest Du zudem den Musiker und Komponisten Peter Knodt gewonnen, eine außergewöhnliche Komposition in Form von Klangspuren zu schaffen. Peter hatte passend zu Deinem Forschungsprojekt in NYC Töne und Sounds allerorten eingefangen und mit Trompete sowie Countertenor-Gesang vermischt. Es gab mehrfach Aufführungen, auch mit einer eigens entwickelten Tanz-Perfomance.


 

 

Mit Blick auf das neue Jahrtausend entstanden 2000/2001 Posterserien, Wand-, Tisch- und Notebook-Kalender, die vom Bertelsmann Verlag publiziert wurden. Benchmark! — Lieber Guido: Summa summarum, das war Extraklasse und zeigte auf höchstem Niveau Deine Gabe als Künstler, Freund und Organisationstalent, das stets auf andere vertrauen konnte. Und gleichzeitig als Inspirationsquelle für vieles weitere gemeinsame: Ob bei den von Gunda und mir als Gastgeber veranstalteten Kreativ-Workshops auf Sylt, bei unseren gemeinsamen Urlaubsreisen in die Provence und die Bretagne oder aber den zahlreichen Silvester-Kochabenden. Unvergesslich auch unsere Besuche beim gemeinsamen Freund und Bildhauer PI Ledergerber in Burgdorf bei Bern sowie die Winterwanderung durchs zauberhafte Emmental. Du hast im Nachgang die reliefartige, grossformatige Collage ‚Projekt Rekonstruktion EMME’ geschaffen, die den Lauf des Flusses malerisch interpretiert, und mir zum meinem 45. Geburtstag am 3. Januar 2004 gewidmet.

 

 

Und selbst wenn Du fern warst, auf Deiner 1. Expedition in Australien im Herbst 2005, hast Du unmittelbar im Nachgang uns teilhaben lassen mit der Object-Trouvé-Collage ‚Terra Australis‘.

 

 

Das kleinformatige, kraftvoll gearbeitet Aquarell ‚Tunesische Impressionen‘ von 2002 ist ein Kronjuwel unserer Sammlung. Im Übrigen war es nicht nur für mich ein Vergnügen, mit Dir Kunstausstellungen zu besuchen oder Spaziergänge in freier Wildbahn, am besten in Rheinhessen, zu machen. Als kundiger, hochgebildeter, belesener, stets neugieriger  Mensch hattest Du immer etwas zu sagen: Zur Natur, zu Kunst- und Kulturgeschichte, zum Schaffen anderer, zu Politik, Sport, Gesellschaft, Religion… Außerordentlich war Deine Gabe, egal wo  wann und wie mit Menschen aller Couleur ins Gespräch zu kommen. Ganz natürlich, ganz offen, ganz vorurteilsfrei. Es war eine Wonne, mit Dir zu fachsimpeln. Gerade auch bei unserer gemeinsamen Arbeit z. B. für die Hauptjury des Mainzer Kunstpreises Hans-Jürgen Imiela-Gedächstnispreis, zu der unser Freund Dr. Otto Martin in die MVB Mainzer Volksbank geladen hatte.

Lieber Guido: Danke, danke, danke! Du warst stets der Motor und der Ankerpunkt zugleich für das liebevollste Miteinander, das ich mir, das wir uns alle vorstellen können. 

Und Du warst kaum zu stoppen. Viele weitere Projekte folgten: Kunstbücher, die ich herausgab im Team mit Dir und einigen Deiner Student*Innen, u.a. zu Martin Schläpfer und seinem ‚ballettmainz‘. Oder aber „Gestaltungsstrategien der Moderne: Ideenpool und Nachschlage-Werk für kreative Kommunikation“ von Judith Biesenbach. Ein Werk, das viele kreative Köpfe aus der GWA-Agenturszene begeisterte. Nicht zu vergessen: Auch für die Print&Publishing-Industrie hast Du Außergewöhnliches vollbracht. Ich konnte z. B. den Kontakt herstellen mit dem Schriftenhaus Linotype zu Dir und der Hochschule, um beim internationalen Fachkongress der typo:media 2000 in Mainz eine lesenswerte Event-Doku in Buchform zu schaffen; später konntet ihr im Team mit Linotype das 2005 vom DDC prämierte Buch trytype publizieren. Auf der internationalen Fachmesse FESPA 2010 in München konnten wir im Team mit HP einen künstlerischen Experimentaldruck vorstellen, bei dem Du eine PolaroidTransform-Bildcollage aus dem Berlin-Projekt mit einem neuen Inkjet-Verfahren auf Spezialpapier geschaffen hast. All dies und noch viel mehr führten wir mehr als eine Dekade unter dem Label ‚Zeitenwende‘; mein Mainzer Büro im Empirestil diente als Galerie- und Event-Ort. Deine Werke waren stets präsent.

Familienbande

Lieber Guido, soviel wunderbares konnte uns in den Jahren bis zu Deiner plötzlichen, schweren und letztlich tödlichen Erkrankung geschehen. Nach dem Erfolg von New York Manhattan Zeitenwende entstanden weitere Bücher gemeinsam: Mainz Stadtlandschaften II oder Berlin Different View. Jedes für sich ein Kunstwerk, wiederum gestaltet von Gregor. 

Am eindrücklichsten und bewegtesten für mich war es, mit Dir zusammen am 1. und 2. Mai 2009 Deine Heimat zu erkunden. Du hattest mich darum gebeten, mit Dir eine ‚Bruderreise‘ zu unternehmen und alles arrangiert, damit ich Deine Heimat Saar-Pfalz, die ganz nahe meiner Heimat im Saarland liegt, mit Dir erleben kann. Erster Landepunkt von Mainz aus war Trier. Wir atmeten den Hauch von über 2000 Jahren Kulturgeschichte. Und hatten Freude. Der Höhepunkt der Reise: Der Besuch am Grab Deiner Eltern in Saarburg. Du hättest mich glatt am schön gelegeneren Friedhof vorbeifahren lassen! Wenn ich nicht gefragt und insistiert hätte. Du warst, obgleich Dein Vater schon über 25 Jahre verstorben war, Deine Mutter rund 10 Jahre, noch nie dort gewesen! Da das Grab erst nach einer gewissen Suche gefunden wurde, gab es ein Momentum, das mich erschaudern ließ. Keine zehn Meter von mir weg warst Du zuerst fündig geworden. „Ich habs!“, hast Du verhalten gerufen. Und bist sodann minutenlang erstarrt, als ich eilig ankam und erstaunt — mit Blick auf die riesige Doppelgrabplatte aus politiertem Granit — rief: „Deine Eltern heissen ja Maria und Josef!“

 


Intermezzo

Lieber Guido, Du fragtest mich, welchen Künstler, welches Werk ich mit Dir und Deiner Person in Verbindung bringe. Meine Antwort aus heutiger Sicht: Den ‚Pierrot, dit autrefois Gilles’! Das außergewöhnliche Gemälde des französischen Malers Antoine Watteau, den wir beide verehren, und dessen Sinnhaftigkeit schier unermesslich ist. — entstanden wohl 1718/1719, also ziemlich exakt vor 300 Jahren.   

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Foto: Archiv Andreas Weber


 

Deinen Vater hast Du als Despoten gesehen, der Dein Talent, Deinen Freiheitsdrang, Deine Kreativität nicht anerkannte, alles sogar bekämpfte, da er ohne Rücksicht auf Verluste nur seinen Interessen nachgegangen ist. Du hast als Teenager rebelliert und mit ihm gebrochen. Gerade und vielleicht weil Du Rockmusik als Sänger in einer Band zelebriert hast. Zudem gab es nach dem Tod des Vaters Streit mit Deinem Bruder und dadurch im Verlauf auch keinen Kontakt mehr zur Mutter bis zu deren Tod. Und trotz allem zeigtest Du eine unbändige Leidenschaft für Deine Herkunft, Deine Region, Deine Erfahrungen. Dass wir beide Hugenotten als Vorfahren haben sowie Deine Annahme, mein Vater sei für meine Familie auch schwierig zu ertragen gewesen, hat uns aus Deiner Sicht noch enger zusammengeschweisst. Was mich im Nachgang erstaunte: Du hast stets Dinge von Anfang zum Ende gebracht. Nur mit Deinem Vater und seiner Familie konntest Du nicht abschließen. Da hast Du Dich bis zum Schluss entzogen wie das fliehende Pferd. Und hast als Familienvater mit Frau und zwei Söhnen stets gemäß der Leitlinie gehandelt, alles anders zu machen, als es Dein Vater tat. Letztlich hast Du Dein durch Deinen Vater geprägtes Familienbild auf alle übertragen, die Dir lieb und wert waren. Der Sister Sledge-Song „We Are Family“ hat uns sozusagen immer als Grund-Melodie begleitet. Übrigens: Während ich Dir diesen Brief schreibe, höre ich Led Zeppelin und Pink Floyd…

Kreativer Ungehorsam

Lieber Guido, Deine letzte große Einzel-Ausstellung nach der in Ingelheim von 2006 („25 Jahre kreativer Ungehorsam“) hast Du wie für Dich üblich selbst inszeniert. „60 Jahre Guido Ludes – 35 Jahre Mainzer Künstler. Landschaften und Städtebilder“. Ich durfte in der prall gefüllten Mainzer Rathausgalerie am 1. September 2009 eröffnen. Alle waren erstaunt, festzustellen, dass man meinen könnte, Dich und Deine Arbeit zu kennen, aber vom Facettenreichtum und der Innovationskraft Deines Schaffens eines besseren belehrt wird. Die Publikation meines Vortrags erfolgte als Privatdruck 2010 und später dann im meinem Blog, ausgebaut zum Nachruf für Dich: Ich habe Dich darin ‚Meister der Inspiration‘ genannt und dokumentiert, dass Dein Schaffen und Deine künstlerische Manifestation kulturgeschichtlich fest verankert, aber außergewöhnlich ist und bleibt. Tausende Freunde, Blog-Leser, Facebook-Partner, alle zutiefst betroffen, konnten Anfang Januar 2014 Dein Leben und Schaffen Revue passieren lassen. So bist Du zwar von uns gegangen und doch stets präsent. In unserer Erinnerung, in unseren Herzen. In der Provence, unserem temporären Erlebnisparadies der Sinne und Freuden, sagest Du beim Abendessen in unserem Garten zu Gunda und mir: „Es macht mich sehr, sehr traurig, dass wir irgendwann tot sind und uns nicht mehr sehen, sprechen, umarmen können.“ — Heute antworte ich Dir: „Guido ist tot. Lang lebe Guido!“

Lieber Guido, mein Freund, mein Bruder im Geiste! Du warst, bist und bleibst ein Außergewöhnlicher. Es gibt noch soviel über Dich und durch Dich zu entdecken. 

Herzlichst,
Dein
Andreas, auch im Namen von Gunda, meiner Schwester Eva Maria sowie der gesamten Familie Schwarz

 

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Postscriptum

PS: Die Kulturverantwortlichen und Kunstschaffenden der Stadt Mainz haben Dich mit zwei Ausstellungen zu Deinem Siebzigsten geehrt. Das ist sehr lobenswert. Aus meiner Sicht wird dabei deutlich, wie schwer es sich manche Leute tun — mit Dir und Deinem künstlerischen Erbe, selbst diejenigen, die Dich kennen und schätzen. Die Ausstellung im Mainzer Rathaus zeigt eine Seite von Dir, die melancholisch betrübt erscheint. Und so gar nicht typisch ist für das, was Dich und Dein Leben ausmachte. Als ich dort war, unterhielten sich zwei Damen, die neugierig vor allem die Mainz-Motive betrachtete. Eine der Damen sagte ehrfürchtig: „Der Künstler muss ein sehr trauriger, vielleicht sogar deprimierter Mensch gewesen sein.“ Dieses Urteil von unbefangenen Besuchern fand ich bemerkenswert sowie auch die Tatsache, dass viele Deiner Hauptwerke und Themen nicht würdig oder pointiert genug vertreten sind. Der NYC-Werkkomplex, Dein Meisterwerk schlechthin, mit der Einheit aus Gemälden, Zeichnungen und den PolaroidTransforms wurde nicht erfahrbar. Letztere fanden sich als Auswahl isoliert im Eisenturm, ohne eben den Bezug zu Deinen Malereien. Das hättest Du selbst als Kurator sicher ganz anders gemacht.

PPS: Es entstand für die Mainzer Ausstellungen auch ein Katalogbuch. Das ist ebenfalls lobenswert, auch wenn aus meiner Sicht ein Werkverzeichnis oder zumindest eine Festschrift angebracht gewesen wäre. Beides fehlt. Der zur Ausstellung erschiene Katalog spaltet Dein Werk auf, das doch eine Einheit ist, und zeigt, dass es in der Rückschau sehr schwierig sein muss, Dich als Künstler, Kunstvermittler und Persönlichkeit richtig einzuschätzen. Das hat weniger mit den inhaltlichen Lücken und Schwachstellen der Publikation zu tun, deren Gestaltung es enorm schwer macht, mit Freude und Leichtigkeit darin zu lesen. Sondern vielmehr damit, dass man Dir mit  selbstverliebter Gestaltung und feuilletonistischer Betrachtungsweise nicht nahe kommt, sondern in die Irre geleitet wird. Schon der Titel: „Die Atemlose Kunst des Guido Ludes“ lässt mich schaudern. Soll das heißen, Dir und Deiner Kunst sei die Luft ausgegangen? Oder raubt es den Betrachtern die Luft zum Atmen? Oder wird sogar auf die Schlager-Dame Helene Fischer und ihren Atemlos-Super-Hit angespielt, der mich vor allem durch Parodien entzückt? — Weiter schaudern lässt nicht folgende Textpassage: „Einfach Eindrücke sammeln, Wind schnuppern, Füße hochlegen, all das ist mit ihm [Guido Ludes] nicht zu machen. Immer hat er ein Projekt im Gepäck.“ — Lieber Guido, Du musst ein Doppel-, Drei-, Vierfach-Leben geführt haben. Denn so kennen wir Dich nicht. Es war immer Entspannung pur mit Dir, Neues zu erkunden und daraus Ideen zu entwicklen. Du hast das sogar von anderen eingefordert. Mit dem Hinweis: „Wer viel arbeitet, hat immer Zeit!“ Vielleicht hast Du andere, die nicht mit Dir auf Augenhöhe sein konnten, vermutlich sogar Deine eigene ‚Guido-Familie‘, durch Deine Fürsorge, Dynamik, Umtriebigkeit, Schnelligkeit, Präzision und Power überfordert und sogar unmündig werden lassen? Ich bin sicher, Du wirst mir diese Frage nicht beantworten. Sondern wirst mir zur De-Eskalation sagen: „Äh, was kostet hier nochmals ein Kubikmeter Mutterboden?“. Und dann wirst Du lachen!

 

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Schatten-Dasein. Bildcollage für Guido zum 70. von Andreas Weber.

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