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Fotos/Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

 

„Hier und anderswo. Malerei und Collage“ lautet der Titel einer Ausstellung der Künstlerin Gisela Ruth, die am Freitag, 23. September, 18 Uhr, im ersten Stock des VG-Rathauses (Foyer) in Bodenheim von Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Robert Scheurer eröffnet wurde. Einführende Worte sprach Andreas Weber, Beiratsmitglied im Vorstand des Kunstvereins Eisenturm Mainz. Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 27. Oktober 2016, geöffnet, und zwar mittwochs von 14 bis 19 Uhr, an den übrigen Arbeitstagen von 8 bis 11.30 Uhr. Nachfolgend per ValuePublishing-Exkulsivreport die Eröffnungsrede von Andreas Weber im Wortlaut.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

„hier und anderswo“ ist ein gelungener, wunderbarer Ausstellungstitel. Er passt zum Ort Bodenheim und der Region Rheinhessen, in der wir uns befinden. Und er passt zur Künstlerin Gisela Ruth, dies aus Soest in Westfalen stammt und lange hier ansässig ist, und ihrem Werk. Vorweg — da ich nicht weiss, wie es Ihnen ergeht: Es ist die erste Ausstellung, in der ich einen umfangreicheren Einblick in das Schaffen von Gisela Ruth erhalte. Wir beide kennen uns über den Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, dem ich als Mitglied und seit einiger Zeit im Vorstand als Beirat angehöre. Im Rahmen von KEM-Ausstellungen und den Jour Fixe-Veranstaltungen von Dr. Otto Martin lernten wir uns näher kennen. Das neueste, hier gezeigte Werk — Land am Fluss.Zeitreise — eine Collage auf Leinwand im Format 50 auf 50 Zentimeter, war Teil der Mitgliederausstellung „Viva Rheinhessen“, die im Sommer 2016 der Region ein fulminantes Ausstellungs-Denkmal setzte, weit über die 200 Jahre hinaus, die den Bezug zu einer ganzjährigen Jubelfeier mit unzähligen Events herstellt. 80 Künstler stellten ihre persönliche Sicht, ihre Gefühle, ihre Gedanken vor. Gisela Ruth setzte einen ganz besonderen Akzent: In zarten, fasst pastell-tonhaft, sensitiv gehaltenen Farben werden kunstvoll Versatzstücke ineinander verwoben, die handschriftliche Dokumente, Urkunden, Fotos, Personen, Landschaftsimpressionen, Grundrisszeichnungen, Kartografien, Architekturen und Bauelemente, eine Stadtansicht von Mainz sowie Spuren der Neuzeit in Form von Windrädertürmen, die schemenhaft aber unübersehbar auftauchen. Natürlich erscheinen auch Rebstöcke und Weinberge — ganz unten im Bild, quasi als Fundament.

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Gisela Ruth: Land am Fluss.Zeitreise. Collage auf Leinwand, 2016, Format 50 x 50 cm. Foto: Gisela Ruth

 

Gisela Ruth hat als Notiz verfasst: „Gestern und heute und was die auf dem Wiener Kongress 1816 künstlich kreierte Region ausmacht: Geprägt von Wasser und Erde als Lebensspender und Energielieferant; Stadt und Land und seine wechselhafte Geschichte, beginnend mit seinem ersten Regenten Ludwig I.; von den Wassermühlen im Rhein zu den Windrädern auf dem Land als weithin sichtbare technische Errungenschaft; ein von seinem Handwerk und seinem Weinbau geprägter Landstrich.“

In Summe ergibt sich eine äußerst vielschichtiges Bild von Rheinhessen, das zunächst ungewöhnlich, fast disruptiv erscheint. Und das immer vertrauter wird, je detaillierter man das Werk betrachtet. — Hier und anderswo.

Ich muss zugeben: An dieser Stelle empfinde ich zur Künstlerin eine starke, für mich selbst überraschend-erfreuliche Seelenverwandschaft. Das Sehen als wichtigste Instanz der Sinneswahrnehmung bedeutet für mich nicht einfach, fotografisch Abbilder zu speichern, sondern visuell Sinneseindrücke zum Teil meiner eigenen Wirklichkeit werden zu lassen, die vom Erleben geprägt ist.

 

Impressionen vom Eröffnungsabend am 23. September 2016. Fotos: Andreas Weber

 

Noch etwas verbindet Gisela Ruth mit mir, meinem Leben: Der intensive Kontakt und die Freundschaft zu einem leider allzu früh verstorbenen Maler, Professor Guido Ludes, den ich Anfang 2014 in meinem Nachruf als den „Meister der Inspiration“ bezeichnet habe. Gisela Ruth, die seit 1972 über die Fotografie und ab 1984 über das Textildesign mit Studienaufenthalten in Japan und Indonesien zum Zeichnen, Collagieren und Malen gefunden hat, hat zunächst den Abschluss eines juristischen Fachstudiums absolviert und sich zusätzlich auf vielfältige Weise künstlerisch weitergebildet. Durch die Rheinhessen Akademie in Oppenheim kam sie mit Guido Ludes in Kontakt, der sie in experimentellen Drucktechniken und Stillleben anleitete. Das Prägende und Einzigartige, das ihr vermittelt wurde, schildert Gisela Ruth wie folgt: „Sehen mit allen Sinnen und die Kommunikation: Aus dem stillen Kämmerlein raus, den Dialog suchen, sich auseinandersetzen.“

Dies ist ein ebenso probates wie weit gefasstes Leitmotto, dem zur Seite steht, sich einerseits intensiv mit ihren Lehrerpersönlichkeiten auseinanderzusetzen, darunter vor allem die Malerin Susann Gassen, Nikola Jaensch (Zeichnung und Collage), Michael Apitz (Zeichnung) sowie Josua Mattern (Abstraktion und Collage) und Andreas Mattern (Aquarell). Hinzukommt andererseits das Identifizieren und genaue Studieren von weltweit renommierten Künstlerpersönlichkeiten. Gisela Ruth schrieb mir dazu auf meine Frage „Wer oder was hat sie am meisten und nachhaltigsten inspiriert und beeindruckt?“: „Alex Katz: Entgegen des Zeitgeistes entschied er sich für konkrete Malerei und abstrahierte dabei, in dem er Dreidimensionalität in Fläche verwandelt. Mich beeindruckt seine ‚eigenen Sprache‘, die Reduzierung alltäglicher Motive und ihrer gleichzeitigen Erhöhung. In meinen Bildern steht oft Reduktion bis zur Flächigkeit neben räumlichen Passagen. — An Sigmar Polke beeindruckt mich seine Vielseitigkeit. — Edward Hopper: Auch hier die Reduzierung des Dargestellten auf das Wesentliche und seine besondere Sicht auf die amerikanische Lebenswelt fast als Filmkulisse.“ Katz — Polke — Hopper bilden eine aussergewöhnliche Kombination und Inspirationsbasis. Wichtig ist, dass sich Bezüge zu Gisela Ruth aufgebaut haben, die nicht einfach nur formal gestalterischen Aspekten folgen, sondern das Wesen dieser exponierten Menschen versteht und im Rahmen des eigenen Schaffens neu interpretiert.

 

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Detail aus dem Gemälde von Gisela Huth „Havanna“ von 2015, das eine neue Sichtweise liefert, indem das Alte im Spiegel der Moderne erscheint. Foto: Andreas Weber.

 

Und auf meine Frage „Wie nehmen Sie das aktuelle Kunstgeschehen um Sie herum wahr? Wie wichtig ist die Auseinandersetzung mit KollegInnen und vor allem mit dem Publikum?“ antwortete Gisela Ruth: „Ich nehme das aktuelle Kunstgeschehen heute als sehr lebendig und so vielfältig wahr, wie noch nie, bei den Stilen wie auch den verwendeten Mitteln, ohne dass es eine bestimmte Stilrichtung gibt. ‚Everything goes‘  führt heute zu einem enorm erweiterten Kunstbegriff auch unter Einbeziehung der aktuell möglichen technischen Mittel, wobei Malerei sich trotz aller Möglichkeiten m. E.  gut behaupten kann. Mich im Kunstbetrieb zu bewegen (Galerien, Messen, Ausstellungen, Kunstvereine, Künstlerbücher, Vorlesungen an der Uni Mainz zu aktueller Kunst in Amerika und im nächsten Semester zu aktueller Kunst in China) macht mir großen Spaß und ist für mich eine Bereicherung. Hierbei neue Kontakte zu knüpfen, gute Gespräche zu führen, Erhellendes zu erfahren oder durch Widerspruch des Gesprächspartners mein Denken neu zu formieren — all dies bringt mich künstlerisch weiter.  Für mich ist es wichtig zu erfahren, ob meine Bilder für sich sprechen, ob ein Dialog mit Betrachter und meinen Bildern stattfindet. Daher suche ich das Gespräch mit dem Publikum (was mir nicht immer leicht fällt, da ich eigentlich mehr zurückhaltend bin).“

Meine Damen und Herren, sie bemerken, es äußert sich eine Künstlerin, die nicht nur hochtalentiert sehenswerte und sammlungswürdige Bildwerke erschaffen kann; hier teilt sich auch mit Worten eine Persönlichkeit mit, offen, mit hellwachem Verstand, die sich durch ihre Sinneswahrnehmung und in der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ständig weiterentwickelt. Vermutlich liefert im besten Sinne Neugierde, oder besser: Entdeckungsgeist, einen starken Antrieb. Vor allem für das „hier und anderswo“. Die ausgestellten Werke (fast 20 an der Zahl, die meisten aus den letzten drei Jahren) sind der beste Beleg. Wer schon Gelegenheit hatte, sich umzuschauen, stellt fest, dass hier im Bodenheimer Rathaus visuelle Impressionen ganz unterschiedlicher Art repräsentiert sind. Aus dem „hier und anderswo“. Siehe: „Havanna“, von 2015, das eine neue Sichtweise liefert, indem das Alte im Spiegel der Moderne erscheint. Oder das grandiose Landschaftsbild „Spitzbergen“ von 2016, also jüngst erst entstanden, ein meisterhaftes Werk, das sich aus den Zacken der zerfurchten Berge und den in Gelb, Orange, Rot und Blauschwarz gehaltenen Horizontalen formt, wobei die Grenze zwischen Land und Wasser aufgehoben wird; das Gemälde grenzt sich stilistisch deutlich ab von anderen Gemälden. Gisela Roth versteht es, sich treu zu bleiben und trotz allem für ihre Themen jeweils spezifische Akzente in der Darstellung zu finden. — Dies ist eine ganz eigene Sicht auf einen Ort mit extremer Lage, die uns Menschen bisweilen eher lebensfeindlich vorkommen mag. — Gleichzeit gilt Spitzbergen aber als „sicherster Ort der Welt“.

Lebensmomente werden erfasst, zum Beispiel durch die Acrylgemälde „Stillstand“ von 2015, „Mit Kerze“ und „Frühstück“, beide von 2016. In diesen Werken kommt Gisela Ruth dem Geist von Edward Hopper sehr nahe. Vereinzelt erscheinen Menschen in einer glatt und kühl wirkenden urbanen Umgebung. Spiegelungen spielen eine grosse Rolle. Ebenso wie bei dem Gemälde „Angekommen“ von 2013, das den Moment erfasst, indem eine weibliche Gestalt aus dem U-Bahnzug aussteigt, eine andere, nicht näher identifizierbare gerade verschwindet. Der Bildtitel ist wie bei allen der ausgestellten Werke knapp gefasst. Präzision gehört zum künstlerischen Geschick der Gisela Ruth. Doch bei „Angekommen“ gibt es ein Momentum der Irritation: Der Bahnsteig kann nicht das Ziel der Ankommenden sein, sondern nur eine Zwischenstation. Unklar bleibt, wohin die Reise, der Weg tatsächlich führt. —Das „hier und anderswo“ kann man erspüren, auf eine „transitorische“ Art und Weise.

Diese einfühlsamen malerischen Momentaufnahmen haben einen Hauch von Melancholie, der aber zugleich durch die Farbgebung kompensiert wird: Dominierend sind Blautöne. Experten für die Symbolik von Farben charakterisieren das Blau wie folgt:

  • Blau gilt als tiefgründige Farbe und schafft eine ruhige, entspannte und stabilisierende Atmosphäre.
  • Blau wird mit vielen positiven Eigenschaften assoziiert: Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Friedfertigkeit, Zufriedenheit, Heiterkeit, Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Frieden und Freundschaft. 
  • Blau ist die Farbe des Vertrauens und der Verläßlichkeit, die Farbe der Intuition und Kommunikation, Ganzheitlichkeit und Verbundenheit, Passivität.
  • Blau ist die Farbe der Ferne, der Weite und der Unendlichkeit: Als Farbe des Himmels steht Blau auch für Ewigkeit und Wahrheit. Helle Blautöne vergrößern Räume und haben eine frische, kühle Wirkung.
  • Blau ist auch die Farbe, die auf Fotos oder Bildern den stärksten Perspektiveffekt erzeugen kann.

Der Renaissance-Künstler Leonardo da Vinci hatte dies als Erster erkannt und seine „Sfumato“ genannte Technik perfektioniert, um naturwissenschaftliche Erkenntnisse malerisch umzusetzen: In der perspektivischen Weitläufigkeit löst sich die Sicht in einen bläulich werden Dunst auf.

Blau ist zudem die Farbe des gespiegelten Wassers, der Stille und Entspannung. Dies wird in Bildmotiven von Gisela Ruth erfahrbar, die das Wasser in unterschiedlichen Zusammenhängen bis hin zu reinen Naturszenen zeigen: „Pool“ von 2007, „Spiegelungen I – IV“ von 2008, „Am Brunnen“ von 2014, „Im Wasser“ von 2014, „Leitgraben“ von 2016, und ganz besonders „Boot am Altrhein“ von 2010 sowie „Im Gespräch“ von 2016 (eine Uferszene mit zwei in sich versunkenen Spaziergängern) strahlen durch die Spiegelungen, zumeist in leichten Wellen oder aufgelöst durch Reflexionen sich spiegelnder Motive wie Bäume, eine ganz besondere Atmosphäre aus.

 

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Detail aus Gemälde von Gisela Ruth „Im Wasser I“, 2014, Acryl auf Leinwand, Format 50 x 70 Zentimeter

 

Gisela Ruth gelingt es, die Symbolkraft des Blau durch ihre besondere Darstellungsweise der Sujets inhaltlich zu verstärken. Der Betrachter, jedenfalls ergeht es mir so, wird in Gisela Ruths Bildwelten förmlich „barrierefrei“ hineingezogen und gleichzeitig auf Abstand gehalten, um über das, was er/sie erlebt, nachzudenken. 

In der Reihe der Exponate gibt es drei „Ausreißer“, wenn ich das so sagen darf. Zum einen das mit 70 auf 100 cm grossformatige Acrylgemälde „Schattenspiel“ von 2014. Wir sehen eine blonde Frau im Linksprofil, mit geneigtem Kopf und aufgesetztem Arm. Neben ihr erscheint ein Schattenriss, wobei unklar bleibt, ob dies ihr eigener Schatten oder der einer Betrachterin ist, die Frontal quasi ausserhalb des Gemäldes steht. Die Darstellung ist plakativ, fast perspektivlos, mit einer reduzierten Farbigkeit und Akzentuierungen — beinahe dem Prinzip der Valeurmalerei folgend und doch anders: Helldunkelkontraste und feinste Tonwert-Abstufungen innerhalb einer Farbgruppe verbinden die Szenerie mit der psychologischen Befindlichkeit der dargestellten Frau. Je länger man das Gemälde betrachtet, um so deutlicher wird der Drang, dass der Schattenriss so etwas wie die Seele oder der Geist sein könnte, der die Frau verlässt, sich als Teil von ihr separiert. Gisela Ruth schafft es, dass all dies nicht als Bedrohung wirkt, sondern nachdenklich macht, neugierig darauf, sich einzulesen in dieses besondere Motiv. Kunsthistorisch ließen sich eine Reihe von Darstellungen anführen, die in sich versunkene Frauen — meist aus der Mythologie – zeigen; allen voran die Seelenbilder durch Anselm Feuerbachs Iphigenie-Darstellungen. Direkte Parallelen ziehen zu wollen, ist aber meiner Ansicht nach wenig zielführend; es ergeben sich für mich zu viele Abweichungen. Zumal die Darstellungen Gisela Ruths stets im Hier und Jetzt, „hier und anderswo“, verhaftet sind.

Beachtenswert sind zum anderen die beiden kleinformatigen Collagen „Metamorphose“ von 2012 und „Hier ist Leben“ von 2013. Ersteres ist, wie Gisela Ruth sagt, die Umsetzung von Ovids „Apollo und Daphne“ und somit die Geschichte von der Liebe eines Gottes zu einer Nymphe und ihrer Verwandlung in einen Lorbeerbaum. Die zweite Collage versteht sich als Familiengeschichte mit vielen Elementen und persönlichen Ansichten aus der Historie der eigenen Familie. Elemente sind zu entdecken, die in der eingangs beschriebenen, Rheinhessen gewidmeten Collage „Land am Fluss.Zeitreise“ später wieder Verwendung gefunden haben.

Übrigens: Der Begriff Collage leitet sich vom französischen „coller“ — leimen kleben — sowie „colle“ (Leim) ab. Er kennzeichnet eine künstlerische Technik ebenso wie das Kunstwerk an sich. Im Kubismus sprach man daher von „Papier collé“. Verwendet werden beispielsweise Zeitungsausschnitte, Bänder, farbige Papierstücke, Fotografien, die auf einen festen Untergrund (Papier oder Karton) oder Leinwand geleimt und auch übermalt wurden. Im wesentlichen gibt es drei Arten: Collage in Verbindung mit grafischen Elementen; Collage mit Fotocollagetechnik; Collage als „Erinnerung“ mit Fotos, Briefen, Dokumentenauszügen und sonstigen Texten. Das Collage-Prinzip übertrug man auch auf andere Kunstgattungen, zum Beispiel auf die Musik/Akustische Kunst (Klang-, Ton- oder Musikcollagen, auch „Sampling (Musik)“), auf die Literatur und den Film. Eine Übertragung der Collage-Technik auf dreidimensionale Objekte findet in der Assemblage statt.

„Hier und anderswo“. Der Ausstellungstitel fasst in der Reflexion von seit 2006 rund einem dutzend Ausstellungen/Beteiligungen in der ganzen Region bis hin nach Wiesbaden als Leitbegriff zusammen, was für Gisela Ruth ihre eigene, künstlerische Programmatik kennzeichnet; „hier und anderswo“ bildet sozusagen die als Ausstellung inszenierte Collage ihrer künstlerischen Arbeit. Sie hat die Ausstellung gründlich und akribisch vorbereitet. In der Auswahl bestehender Arbeiten und im Schaffen von sechs neuen Werken eigens für die Ausstellung. In chronologischer Folge sind dies: „Im Gespräch“, „Leitgraben“, „Frühstück“, „Mit Kerze“, „Spitzbergen“ und „Land am Fluss.Zeitreise“.

 

Ein seltenes Erlebnis: Ausstellungsbesucher scheinen mit den Bildwelten der Künstlerin zu verschmelzen. Fotos: AndreasWeber.

 

Gisela Ruth gibt dazu selbst in schriftlicher Form Auskunft. Das wichtigste möchte ich zum Schluss meiner Einführungsrede zusammenfassen.

Zunächst darf ich Gisela Ruth zu ihrer Arbeitsweise zitieren: 

„Inspiration finde ich in weitgehend eigenen Fotografien zufällig vorgefundener Motive, mit denen ein flüchtiger Augenblick festgehalten wird, den ich dann künstlerisch durch Aneignung, durch Ausschnitte und Fragmente dieser schon vorhandenen Bildwelten umsetze und somit durch Veränderung der Eindrücke in das Medium Malerei transferiere, gelöst von der direkten Verbindung zur Vorlage.“

„Das lebendige Spiel des Elements ‚Wasser‘ und nicht nur die oft überraschenden Reflexionen der Umgebung auf der Wasseroberfläche sind für mich ein Quell an Impulsen.“

Zum Malprozess äußert sie:

„In einem mehrschichtigen Bildauftrag ergeben sich in tatsächlichen und fiktiven Ebenen Irritationen des Sichtfeldes und verwirrende Bildräume, energieaufgeladene Innenansichten, rätselhaft und von suggestiver Kraft. Die malerisch vorgetäuschten Spiegelungen geben den Blick auf die hinter und vor den Glasflächen liegenden Räume frei, die den Bildern eine überraschende und verwirrende Tiefendimension verleihen. Es finden sich gebrochenen Blicke in meinen Bildern oder ich spiele mit dem Verhältnis von Innen und Außen oder auch Zeit und Raum.“

Und zum Ausstellungsprojekt äußert sich Gisela Ruht wie folgt:

„Der Titel ‚hier und anderswo‘ ist auf zweifache Weise zu verstehen: Einerseits bezieht er sich auf verschiedene Aufenthaltsorte, das „Hier“ in Deutschland, in Rheinhessen; das „Anderswo“ in zum Beispiel Kuba oder Spitzbergen; aber auch umgekehrt: Man befindet sich im Ausland, aber das Zuhause begleitet die inneren Prozesse und prägt damit die Erfahrungen, die man auf einer Reise macht. Gleichzeitig sind damit auch verschiedene andere Dimensionen gemeint: Für das „Hier“ das Nahe oder Vertraute und das „Anderswo“ das Fremde; oder für das „Hier“ das Davor und das „Anderswo“ das Dahinter, das Reale oder Irreale gerade bei den Spiegelungen und Reflexionen.

Was ist „echt“, was sind Spiegelungen? Das ist nicht immer leicht zu beantworten. Der Betrachter wird mitunter verwirrt. (…)  Geometrien werden verkehrt, Dimensionen verändert, Perspektiven ausgedehnt und somit erweitert sich das Dargestellte nicht nur bildlich, sondern auch inhaltlich. (…)

Auch das bedeutet der Titel der Ausstellung: Das Wechselspiel zwischen der [Inspirationsquelle] Fotografie (hier und außen) und dem Malprozess mit seinen Ideen und Gefühlen (anderswo und innen). (…)

Und als Resümee formuliert Gisela Ruth:

„Mich interessiert das allmähliche Malen eines Bildes, Schicht um Schicht, das die Möglichkeit der Überraschung in sich birgt: Die Entdeckung des Zufalls, das Erfinden einer Art und Weise mit einer neuen Malschicht Licht, Tiefe, Raum, Struktur zu bilden, etwas ins Blickfeld zu rücken z. B. durch Schärfe, Kontrastierung oder Reduktion oder etwas verschwinden zu lassen durch Farbangleichung und anderes.“

Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass wir heute gemeinsam die Eröffnung einer außergewöhnlichen Ausstellung mit erstklassigen, subtil und gefühlvoll inszenierten Bildwerken erleben dürfen. Dank an die Organisatoren und Gastgeber, aber vor allem an Sie alle für Ihr Kommen und das Interesse an Kunst und Kultur, das wir mit der Künstlerin Gisela Ruth teilen. „Hier und anderswo!“

 

Gisela Ruth  „Hier und anderswo. Malerei und Collage“ — Die Eröffnung am 23. September 2016 in Bodenheim als Film im Magazinformat!  Fotos/Animation: Andreas Weber

 

 

 

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Roadmap to Transformation: The strategist, speaker, futurist, digital transformer Frank Diana hits the point by sharing his „Future“ scenario.  Source: https://frankdiana.net

 

Von Andreas Weber, Head of Value

English version

Dieser Beitrag bildet die Ouvertüre zu einer Serie von Trendletters und Trendstudien, die als Beitrag von ValuePublishing gemeinsam mit der global aktiven Expertenplattform @Muchcommunication entstehen. Die Themen drehen sich um den Stellenwert der Transformation unseres Denkens und Handelns, der Art und Weise wie wir Leben, kommunizieren und Geschäfte machen. — Basis bildet die Analyse und Bewertung von rund 100 validierten, nationalen und globalen Informationsquellen, die kontinuierlich ausgewertet werden. Über 300 Fachbeiträge mit Hintergrundbeiträgen, Analysen, Trendbeobachtungen und Bewertungen sind als Ressourcen im Kompendium ValueTrendRadar.com aktuell verfügbar.

Intro 

Der Wunsch, den legendären Satz „Beam me up, Scotty“ von Captain Kirk aus Star Trek eigene Wirklichkeit werden zu lassen, besteht seit vielen Jahrzehnten. Schürt er doch die Faszination, sein eigenes Ich zu transformieren, um in Echtzeit von A nach B zu gelangen und eine Realität mit der anderen im fliegenden Wechsel zu tauschen. Das Ich wird entmaterialisiert, diffundiert und wieder konstituiert — deconstruct, reconstruct!

Die Eingangsfrage im Kontext mit Transformation lautet:
Wo stehen wir heute — wohin steuern wir?

Die Antwort: 
Wir dürfen uns nicht von purer Technik-Euphorie fehlleiten lassen. Wagen wir zunächst — als innere Einkehr — den Blick zurück nach vorne!

 

In medias res

Seit mehr als einer Generation wirkt sich die „Digitalisierung“ fulminant aus (unabhängig davon, wie man den Begriff ausgelegen mag!); unsere Lebenswelten und Lebensrealitäten gehen mit fulminanten strukturellen Veränderungen einher, bei immer kürzer werden Intervallen und einem durch die Globalisierung enorm steigenden Druck. Niemand kann sich dem entziehen. Unzählige, uns täglich ereilende Appelle schüren eine regelrechte Panik, da uns vor Augen geführt wird: Der Wandel durch Digitaltechnik sei nicht aufzuhalten. Kein Stein bleibe auf dem anderen. An der ‚digitalen Transformation‘ führe kein Weg vorbei. — An jeder Ecke findet sich ein selbsternannter Prophet, oder schlimmer, ein Besser-Wisser, der Szenarien aufzeigt, warum das, was wir mehrheitlich tun, nicht mehr möglich ist, um künftig Erfolg zu haben.

Schaut man genau hin, zeigen sich oftmals Nebelkerzen, Augenwischerei, Ignoranz basierend auf Überheblichkeit oder gar ausgemachter Dilettantismus. Ständig neu werden Begrifflichkeiten per Hype kolportiert und dadurch sinnentstellt: Die Welt wird zur „Digitalen Welt“, aus Handel wird „Digital Commerce“; Medien werden „Digitale Medien“, Marketing wird „Digital Marketing“, Transformation wird zu „Digital Transformation“. Jeder braucht eine „Digitalstrategie“. Hinzukommen ultimative Wort-Schöpfungen wie „Customer Obsession“, „Pure Business“ und vieles mehr.

Die Folge: Da im Zuge dessen quasi jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, entsteht eine exponential wachsende Konfusion, die mehr Verunsicherung hervorbringt als Durchblick, was die besser-wissenden Propheten zu noch mehr ‚guten’ Taten aufstachelt… Puh, ein Teufelskreis. Denn hier wird — bildlich gesprochen — das Feuer mit Benzin gelöscht.

Wie kann man diesem Wirrwarr entkommen? Nun, ganz einfach, indem man in Ruhe nachdenkt und im besten Sinne innere Einkehr übt. Steve Jobs hatte es vorgemacht, als er nach Jahren in der Diaspora im Herbst 1997 wieder bei Apple die „Think Different“-Philosophie vorstellte, und damit die Transformation nicht nur vom damals maroden Apple-Konzern, sondern die der Welt der IT, des Computing, der Musik, der Telekommunikation, des Films, der Bücher, des E-Learning u. v. a. m. im Sinne des ‚Digital Lifestyle‘ irreversibel veränderte. Jobs sagte seinen engsten Mitarbeitern beim Preview lapidar, entscheidend sei die Rückbesinnung auf die „Core Values“, die am eigenen Anfang standen, sowie deren konsequente Weiterführung. Der Erfolg gab ihm recht. Es braucht immer erst ein Manifest, einen Master-Plan, der sich an der Vergangenheit orientiert, um die neuen Leitlinien für Dekaden festzulegen. Siehe: Apple Confidential – Steve Jobs on “Think Different” – Internal Meeting Sept. 23, 1997.

 

Transformation beginnt im Kopf!

Führt man diese Gedanken im Kontext mit Veränderungen weiter, ist die logische Folgerung: Transformation beginnt im Kopf. Und endet, bei erfolgreicher Mission, dort auch wieder. Dies fegt alle hinweg, die vorgaukeln, das Heil liege in der unerschöpflichen Innovationskraft neuester Technik. Aber, das ist ein Trugschluss. Das Heil liegt im Denken auf Basis eines gesunden Menschenverstands, der grundlegend Bedürfnisse erkennt und neues antizipiert! Aber Vorsicht: Das berühmte „Mens sana in corpore sano“ („ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“), sollte hier ausser Acht bleiben, zumal es nicht mehr im ursprünglichen Sinn des römischen Dichters und Satirikers Juvenal gesehen wird, der damit die Frömmelei und sozusagen den Tanz ums goldene Kalb kritisierte. 

„Wer nach vorne will, muss zuerst zurück zu den Wurzeln!“

Der Rückgriff auf die römische Antike macht in unserem Kontext Sinn. Das lateinische Verb „transformare“ bezeichnet im Kern „umformen, umgestalten, abändern“. Darauf war man im antiken Rom fokussiert; Transformation wurde Teil des genetischen Codes eines Weltreiches, um nicht nur Expansion sondern vor allem kulturell einheitliche Wertesysteme zu schaffen und über Jahrhunderte am Leben zu halten — resp. sogar für uns heutige Neuzeit-Menschen nutzbar zu machen.

INFO-TIPP:  Sonderforschungsprojekt 644 „Transformationen der Antike“ der Humboldt-Universität zu Berlin, http://www.sfb-antike.de sowie http://www.hsozkult.de/event/id/termine-31084.

„Umformen, umgestalten, abändern“ begründete letztlich den Antrieb, die Vereinigten Staaten von Amerika ab dem Jahr 1776 zu konstituieren. Europa als „Mutter“ der Aufklärung war damals und noch Generationen danach nicht in der Lage, den eigenen Erkenntnissen zu folgen. Wer sich für Freiheit, Unabhängigkeit, Menschenrechte, Fortentwicklung und Existenzsicherung interessierte, musste auswandern. Transformation wurde somit den USA in die Wiege gelegt, um die Gestaltung und Kultur eines Landes, einer freiheitlichen Gesellschaft sowie eines dynamischen Wirtschaftsraumes zu prägen; dies hält bis heute ungebrochen an.

Im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch erhielt Transformation eine erweiterte Bedeutung: Zurückgehend auf das frühe 15. Jahrhundert lehnt es sich an das late Middle English „change of shape“ an, um in neuerer Zeit um Synonyme wie conversion, metamorphosis, renewal, revolution, shift, changeover, flip-flop, switch, transfiguration etc. erweitert zu werden. Dies provozierte eine besondere Form der Transformation, die Kollateralschäden bewusst in Kauf nimmt; aber ebenso die Rückbesinnung auf „große Geister“ wie Johannes Gutenberg, der von der Wirtschaftselite der USA im Jahr 2000 zum Man of the Millennium gekürt wurde. (Siehe Theo Mortimer: The Man of the Millennium, Dublin Historical Record, 2003 https://www.jstor.org/stable/30101421?seq=1#page_scan_tab_contents Silicon Valley-Vordenker Jeff Jarvis widmete ihm das lesenswerte Buch „Gutenberg — The Geek“. Kernaussage: „According to Jarvis, Johannes Gutenberg, the patron saint of entrepreneurs, would not only approve, but find himself right at home in Silicon Valley today.“

In neuster Zeit zeigt sich vor allem seit den 1990er Jahren in China, wie sich eine Gesellschaft und ihre Jahrtausende alte Kultur unabhängig von politischer Liberalität in rasender Geschwindigkeit transformiert. Im Zentrum stehen wirtschaftliche Entwicklungen durch Kompetenzausbau und Erweiterung der Kommunikationsfähigkeit mit einzigartigen Skalen- und Multiplikationseffekten. Vergleicht man die Transformationseffekte in den USA und China mit denen in Europa, so zeigt sich ein starkes Ungleichgewicht, wie sich an Börsenkursen wie auch an der Gestaltung von Geschäftsmodellkonzepten ablesen lässt. (Siehe: Netzökonom/Dr. Holger Schmidt: „Plattform-Index KW 33: Tencent, Baidu und Weibo legen kräftig zu“ sowie: „Digitale Plattformen – das zentrale Geschäftsmodell für Unternehmen“.

 

Quelle: Dr. Holger Schmidt: Digitale Plattformen. Vortragscharts vom 20. April 2016. 

 

Dieses Ungleichgewicht wird in Deutschland (stellvertretend für eine Vielzahl von Ländern) zwar von Unternehmensführern erkannt, aber ohne dass geeignete Konzepte zum Gegensteuern sichtbar werden. (Siehe a.a.o. : „Digitale Transformation: Deutschlands Top-Manager sehen großen Nachholbedarf“). Die wesentlichen Gründe hierfür liegen m. E. neben einem Defizit an zeitgemäßem Fachwissen vor allem an einer unterschiedlichen Auslegung der Wortbedeutungen. Digitalisierung wird als technisches Phänomen gesehen und ist damit Sache der Techies. Transformation wird im Sinne der Pipeline-Geschäftsmodell-Gestaltung mit Optimierung des Bestehenden bewertet; mit fatalen Folgen. Ausser Acht gelassen wird, dass dadurch der Begriff Transformation durch sein Antonym ersetzt wird: Stagnation.

Dieser ValuePublishing-Beitrag wird mit Beispielen fortgeführt, die erfolgreiche und zum Scheitern bestimmte Transformationsansätze darlegen.

 

Wer direkte Fragen stellen möchte, kann sich jederzeit an Andreas Weber wenden, um auf dem Laufenden zu bleiben sowie Zugang zu weiter Beiträgen zum Thema Transformation zu erhalten (Trendletters, TrendStudies):

 

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? Fokus auf Canon’s #unleashprint: Kein anderer Aussteller der #drupa2016 hat aus meiner Expertensicht so umfassend, kompetent, offen und glaubwürdig zeigen können, wie die TRANSFORMATION im Print erfolgreich möglich wird. Foto: Andreas Weber Kritische und bewusst streng selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit:…

#drupa2016: Ziele weit übertroffen — Objectif Lune baut starke Marktposition deutlich aus

“Die globale Leitmesse drupa 2016 war für uns ein voller Erfolg! Unsere Ziele wurden weit übertroffen”, resümiert Didier Gombert, Vorstandsvorsitzender von Objectif Lune (kurz: OL). “Das Messemotto ‘Touch the future’ beflügelte unsere Strategie, die Innovationsführerschaft für zukunftsweisende Lösungsangebote im Bereich interaktiver Geschäftskommunikation nachhaltig auszubauen”, so Gombert weiter. Dies ist umso bemerkenswerter, als traditionell die drupa für Neuheiten bei Druck- und Papiertechnik steht.

Als Erfolgsfaktor sieht Gombert, dass es OL gelungen ist, den Umgang mit Print im Digitalzeitalter in den richtigen Kontext zu stellen. HTML, CSS und JavaScript bilden den Ausgangspunkt. Printanwendungen werden nahtlos an jeder passenden Stelle im durchgehenden digitalen Kommunikationsprozess eingebunden. Medienbrüche sind damit eliminiert. OL’s drupa-Motto brachte dies fokussiert zum Ausdruck: “Einfach clever: Daten in personalisierte Cross-Media Lösungen umwandeln!”. OL zog dadurch Besucher und Geschäftspartner aus alle Erdteilen an. Viele der Partner, wie z.B. PitneyBowes, Canon, Konica Minolta oder Ricoh, präsentierten auf ihren Messeständen OL-Lösungen, die speziell für die drupa auf ein neues Level gehoben wurden: Sämtliche Module des OL-Portfolios sind durch das einzigartige “Connect”-Konzept vernetzbar, sodass nahtlos von einfach bedienbaren Einstiegs- bis hin zu High-End-Profilösungen skaliert werden kann.

Zum Unternehmen:

Objectif Lune entwickelt einfache und effektive Software, die Spaß macht und Unternehmen dabei hilft, besser mit ihren Kunden zu kommunizieren. Weltweit werden mehr als 240 Mitarbeiter beschäftigt, die ihre Dienste mehr 20.000 Firmen und Organisationen zur Verfügung stellen. Der technische Support reicht rund um die Welt; drei Forschungs- und Entwicklungszentren sind in Nord-Amerika, Europa sowie Australien angesiedelt.

Infos für Journalisten via OL Media Center:
http://web.objectiflune.com/cn/aaj74/drupa-media-center

Pressekontakt:

Simone Angelica Wolf
OBJECTIF LUNE
Marketing OL EMEA
T +39 0522 511 301
M +39 342 531 73 33
wolfs@it.objectiflune.com

valuetrendradar

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ValuePublishing-Empfehlung zur drupa 2016:
Objectif Lune besuchen! — Halle 7a, Stand E23

Hinweis/Note: English version available. — Siehe auch unseren ValueDialog von Andreas Weber mit Didier Gombert, Mitgründer und CEO von Objectif Lune (in englischer Sprache).

Objectif Lune (OL) entwickelt und vertreibt weltweit Software Technologie, die innovative Lösungen zur Abwicklung interaktiver Business- und Kunden-Korrespondenz anbietet. Dabei ermöglicht OL gleichzeitig den direkten Zugang zu allen Vorteilen, die das digitale Zeitalter bietet. Dadurch wird die digitale Transformation und auch die Optimierung der Kommunikationsprozesse erheblich vereinfacht. Der Vorteil: Der Prozess zur Erfassung von relevanten, geschäftskritischen Daten und Dokumenten und die Umwandlung in digitale Korrespondenz mit interaktiven Workflows (einer der allgemein best-bekannten hier sind Emails in ‚responsive Design‘ gestaltet) ist genau das, was die OL Lösungen bieten. Dokumente, die typischerweise durch einen solchen Prozess laufen könnten, sind: Rechnungen, Berichte, Bestellungen, Transport-Dokumente, herkömmlich gestaltete Emails, personalisierte Datenblätter, Flyer, Mailings und Einladungen. OL Connect vereinfacht…

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Foto und Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main ? Impressionen und Ansprache von Andreas Weber zur Eröffnung der KEM-Mitgliederausstellung 2016 Die Mitgliederausstellung 2016 des Kunstverein Eisenturm Mainz e. V. KEM hebt die erfolgreichen Ausstellungsaktivitäten der letzten Jahre auf ein neues Level! Fast 80 Mitglieder haben erstklassige Werke eingereicht, die fast alle…

 

00 #drupa2016 Review Teil 3 Key Visual.001

Fokus auf Canon’s #unleashprint: Kein anderer Aussteller der #drupa2016 hat aus meiner Expertensicht so umfassend, kompetent, offen und glaubwürdig zeigen können, wie die TRANSFORMATION im Print erfolgreich möglich wird. Foto: Andreas Weber

Kritische und bewusst streng selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 40 bis 90 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung im Überblick:


Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


Fazit Teil 2

Print als Medientechnologie spielt nicht mehr eine Sonderolle quasi als Analog-Relikt in einer digitalen Welt. Print ist und bleibt die tragende Säule der Geschäfts- und Kommunikationswelt und kann nahtlos in digitale Geschäfts- und Kommunikationsprozesse eingliedert werden! Um in der neuen Welt des Print bestehen zu können, erfordert es seitens der Druckereien den Neustart-Knopf zu drücken. Mit Technik-Käufen oder dem Versuch, durch Technik-Einsatz gar neue Geschäftsmodelle zu entwicklen, kommt keiner weiter. Alle sind aufgefordert, das Zusammenspiel von Brainware, Software und Hardware neu zu definieren und daraus Markt-konforme Lösungsangebote im Dialog mit Kunden zu entwickeln.

 


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Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)

Frage: Kann es sein, dass auf der #drupa2016 nicht mehr die Standgröße sowie das ultimative Produkt entscheidend waren, sondern das beste Gesamt-Konzept, dass nachhaltig Wirkung zeigt?
Antwort: Ja, das kann nicht nur so sein. Das ist so, wenn man die eingangs zugrunde gelegten Fragen beantwortet haben will. Zur Erinnerung:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/hidden Champs sind wichtig?

Nahtlos an mein Fazit zum Review Teil 2 knüpfte auf der #drupa2016 der Imaging-Konzern Canon an. Canon als die unter den drupa-Ausstellern mit Abstand bedeutungsstärkste und populärste Marke (im B2B wie im B2C) hat aus meiner Sicht das Konzept der drupa 2016 am besten verstanden und kongenial umgesetzt. Grundlage dafür war, wie Mark Lawn aus dem Canon-Europa-Management mir dies in ausführlichen Gesprächen auf der #drupa2106 schilderte, dass man bei Canon über die Jahre hinweg ein neues Denken und eine neue Vorgehensweisen kultiviert habe, um für die Print-Branche umfassende Neuheiten marktfähig zu gestalten. Mit dem Ergebnis, Trends und Märkte exakt zu analysieren, relevante Fakten in Reports für alle zugänglich zu kommunizieren, darüber Dialoge zu führen und eine neuartige Programmatik zu entwickeln, um partnerschaftlich Lösungsangebote, neue Anwendungsmöglichkeiten und gemeinsame Visionen und Strategien zu entwickeln.

Zur Erinnerung: Der Technologiekonzern Canon ist kein reines Drucktechnik-Unternehmen. Die Japaner fertigen vor allem auch Digital- und Videokameras, tummeln sich im Industriebereich sowohl in der Halbleiterlithografie als auch in der Medizintechnik. Das ganze Portfolio abdeckend, sollte zur #drupa2016 verständlich gezeigt werden, wie mit Canon-Know-how und -Lösungen die digitale Transformation umgesetzt und sämtliche Produktions- und Geschäftsprozesse synchronisiert werden können. Dabei spielen viele Canon-Partner eine Rolle, wie EFI Directsmile, Oblectif Lune, Pageflex, TECNAU oder Drittanbieter wie Apple, Microsoft, Oracle, SAP usw.

„#unleashprint bezeichnet die Synthese unserer jahrelangen, überaus erfolgreichen Marktentwicklungsaktivitäten, um Print und Druckereien nach vorne zu bringen. Es ist also nicht nur ein drupa-Motto“, erläuterte Mark Lawn bei Messebeginn. Wie sehr sich Canon als Konzern für Print stark macht, ist beeindruckend. Hier wesentliche Statements:

  1. Rokus van Iperen, President & CEO, Canon Europe erläuterte im Interview auf dem drupa red sofa das fundamentale Engagement von Canon für Print, besonders nach der Integration von Ocè: „Durch das Zusammenführen beider Firmen profitiert der Markt von der Kombination der umfassenden Print-Technologie-Kompetenz bei Océ und der weltweit überragend starken Markenwirkung von Canon als Imaging-Konzern. Wir sind damit der global führende Digitaldrucktechnik-Anbieter.“
  2. Jeppe Frandsen, Executive Vice President, Canon Europe, der das Printgeschäft verantwortet, erläuterte, weshalb Canon weiss, wie man transformiert (Quelle: Canon drupa-2016-Pressekonferenz am 31. März 2016, siehe ValueStorify): „Um Print und die Print-Branche insgesamt transformieren zu können, haben wir zunächst Canon selbst transformiert!“ 
  3. Rainer Führes, Geschäftsführer Canon Deutschland, stellt in #unleashprint in den Kontext mit Industrie 4.0 und beschreibt die Vorteile für Kunden (Quelle: Videostatement auf YouTube): „Viele Kunden und Interessenten konnten gerade aus unseren Live-Print-Anwendungen und End-to-End Lösungen unmittelbar, konkrete Maßnahmen für ihr Geschäft ableiten (…)“. 
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Betonte die Wichtigkeit von Veränderung und Transformation: Jeppe Frandsen, Executive Vice President Canon Europe bei der Canon-Pressekonferenz auf der #drupa2016. Foto: Andreas Weber

Als Resümee fasst Jeppe Fransen ergänzend zusammen (Quelle: „Die beste drupa für Canon“): „Canon ist mit dem Ziel auf die drupa 2016 gekommen, unser Know-how auf eine Weise zu präsentieren, die das Geschäft unserer Kunden in der Praxis widerspiegelt. Unter dem Motto #UNLEASHPRINT haben wir die Besucher dazu angeregt, das Potenzial von Print zu entfesseln“.

#unleashprint stand auf der #drupa2016 für drei übergeordnete Aktionsbereiche: „Inspire. Innovate. Transform“, die auf einer Galerie didaktisch exzellent aufbereitet wurden. Von dort aus gelangte man in sieben Segmentzonen, die mit über 300 verschiedenen Druck-Anwendungsmöglichkeiten sowie 25 Live-Produktionsworkflows das Gesamtspektrum der Kommunikation mit Printmedien abdeckten. Im einzelnen umfasste das Werbe- und Kreativdruck, Business Kommunikation, Verlagsdruck, Kommerzieller Druck, Industrieller- und Funktionaler-Druck inklusive 3D-Druck, Verpackungsdruck und der professionelle Fotodruck. Damit konnte Canon als einziger Aussteller das gesamte Spektrum der drupa-2016-Highlight-Themen abdecken.

 

Print gewinnt! Dank Inkjet-Druck.

Bei dieser Fülle an Technik und Anwendungsmöglichkeiten, die Canon durch den Einsatz seines gesamten Know-hows aufbieten konnte, lohnt es, Akzente zu setzen und in die Tiefe zu gehen. Zum einen war zu beobachten, welche Fortschritte beim Toner-Digitaldruck gemacht wurden. Canon konnte auf der #drupa2016 für sein Flaggschiff-Modell imagePRESS C10000VP den European Digital Press (EDP) Association Award als bestes Produkt seiner Kategorie gewonnen. Damit hatte man HP Indigo wie auch Xerox mit iGen5 auf die Plätze verwiesen.

Wegweisend war aus meiner Sicht, dass Canon zeigen konnte, wie der Toner-Digitaldruck nicht nur „stand-alone“ genutzt werden kann, sondern in Kombination mit Inkjet-Druck und Online-Weiterverabeitungssystemen innovative Verlagsprodukte hergestellt werden können. Beispiel: Im Team mit dem Fachverlag Deutscher Drucker entstand über die gesamte Messelaufzeit hinweg eine live auf der Messe produzierte Zeitschrift, die sich mit den wichtigsten drupa-Themen und dem Angebot von Canon auseinandersetzte. Die Zeitschriftencover wurden auf ImagePress gedruckt, die Inhaltsseiten auf der High-end-Inkjet-Bogendruckmaschine Océ VarioPrint i300 gedruckt und für das Sammelheften und Konfektionieren zusammengeführt. Das Mischen unterschiedlicher Druckverfahren führte keinerlei optische Störeffekte herbei. Grossartig!

Ergänzt wurde das gekonnte Mischen der Drucktechniken in einer Anwendung durch neue Möglichkeiten, wie Verlage mit Canon PRISMA und in Kombination mit Partnern (Pageflex) klassische Verlagsprodukte, vor allem auch Bücher, nicht nur On-Demand verfügbar machen kann, sondern dem Leser/Käufer die Möglichkeit bietet, Umfang und Inhalte je nach Interessenschwerpunkten individuell zu variieren. Für Druckdienstleister sind dies hochrelevante Ansätze, um ihr Leistungsangebot zu erweitern. Die Druckerei wird zum Publikations-Plattformbetreiber, der freigegebene Verlagsinhalte nahtlos in individuell konfigurierbare Leseprodukte verwandelt, die online bestellbar und in kürzester Zeit lieferbar sind. Die einzusetzenden Drucktechniken ergeben sich ‚on-the-fly’ nach den Auftragsspezifikationen. Denn es können nicht nur Einzelbestellungen von Endkunden/Lesern, sondern auch kleine, mittlere und höhere Auflagen von Verlagsseite bestellt werden. Für Leser und Verlag ergeben sich völlig neue Möglichkeiten in der Nutzung von Publikationen. Und für Druckereien eröffnen sich neue, zeitgemäße, marktorientierte, den Leser- und Verlagsbedürfnissen angepasste Lösungsangebote.


Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.003

Top-Kriterien für Inkjet-Druck aus der Sicht von Andreas Weber.

Zwischenruf: Warum ist Inkjet-Druck wichtig?

Den Inkjet-Druck zeichnen folgende Kriterien aus:

  • Nahezu unbegrenzte Palette von Einsatzmöglichkeiten
  • Prädestiniert für Veredelung, Verpackungen, Etiketten, Grossformate, Transaktions-/Mailingdruck u.v.m.
  • Leuchtende Farbintensität und gestochen scharfer Druck
  • Ungeheure Vielfalt der Tinten und Substrate
  • Flexibilität und Integrationsfähigkeit

Die Knackpunkte sind aber:

  1. Inkjet-Druck ist als Treiber des Phänomen „Digitaldruck“ unerlässlich — muss aber für die industrielle Produktion passend sein!
  2. Neben Canon haben entsprechend viele Hersteller mit Wonne auf der #drupa2016 neue Inkjet-Drucksysteme vorgestellt! Viele der während und nach der Messe gepriesenen Inkjet-Druck-Verkaufserfolge auf der drupa 2016 ändern wenig!
  3. Manche Hersteller wie Landa haben vollmundig behaupten, schon jetzt die Print-Branche revolutioniert zu haben, aber tatsächlich wurde einiges im Dunkeln gelassen. Vora llem, wann die Druckbildqualität endlich stimmen wird und Nano-Maschinen definitiv verfügbar sind! #Zukunftsmusik.
  4. Andere Aussteller wiederum boten Technikkomponenten an, die in vorhandene Produktionssysteme integriert werden können. Ein probater Weg, der aber auch nicht schnell umzusetzen sein wird.
  5. Was zudem vielfach geschah: Das ‚Benchmarken’ von Inkjet-Druck mit Offsetdruck — was aus meiner Sicht eher schädlich als nützlich ist! #FalscheArgumente.

Denn, so mein Resümee: Inkjet-Druck bloß als Technik zu verstehen, hilft der Print-Branche wenig. Wesentlich sind Kunden- und Markt-orientierte Geschäftsangebote für Print im Digitalzeitalter, gerade so, wie Canon das verstanden und auf der #drupa2016 angeboten hat.


Inkjet-Druck prägt die Drucktechnologie-Entwicklung der Zukunft!

Peter Wolff, Canon Europe, PK drupa2016

Foto: Andreas Weber

Peter Wolff, Senior Director, Commercial Printers & Production CRD bei Canon Europe, nahm wie folgt dazu Stellung: „Inkjet hat sich über das gesamte Spektrum der Anwendungen auf der drupa 2016 als ausgereifte Technologie präsentiert und ist die Drucktechnologie der Zukunft. Früher konzentrierten sich die Gespräche darauf, wann die Technologie reif genug sein würde, damit Druckdienstleister von ihrer Flexibilität profitieren und Druckvolumen vom Offset- zum Digitaldruck verlagern können. Jetzt wird die Fähigkeit des Inkjet-Drucks, echten geschäftlichen Nutzen bereitzustellen, nicht länger in Frage gestellt.“

Wolff ist sich sicher, dass in Bezug auf die Produktivität, Qualität, Kosteneffizienz und Medienvielfalt der Inkjet-Druck bei vielen Anwendungen mit anderen Verfahren nicht nur konkurrieren, sondern diese übertreffen könne. Die Druckdienstleister, die #unleashprint verinnerlicht hätten, seien von der heutigen Leistungsfähigkeit der Canon-Technologien überzeugt und zu dem Schluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Investition sei.

Zwischenergebnis: Print kann durch industriell nutzbaren Inkjet-Druck auch im Digitalzeitalter die Führung halten, vor allem bei neuen Anwendungen, die Print als Element im vernetzten Kommunikationsmix nahtlos in digitale Geschäftsprozesse eingliedern. — Entscheidend ist der Fokus auf die Customer Journey, sprich die Kunden dort abholen zu können, wo sie sind, um gemeinsam, nachhaltig neue Wege zu beschreiten.


Das Feedback seitens der Besucher am Canon-Stand in Halle 8a war extrem gut. Als Beispiel ein Auszug aus einem LinkedIn-Blogpost von Multichannel-Entrepreneur Christian Kopocz aus Lübeck.


„Touch the future TODAY“!

Wie weit man mit neuen Inkjet-Technologien kommen kann, zeigte sich bei einer spektakulären Aktion: Canon präsentierte, ganz im Sinne der CanonExpo-Zukunftsmesse, den Prototyp des neuen Inkjet-Fotodrucksystems „Voyager“, ein neues 7-Farb-Inkjet-Fotodrucksystem im B2+ Format, das noch nicht für den Verkauf freigegeben ist, aber wohl 2018 verfügbar sein könnte. Canon konnte so auf der #drupa2016 einen wahrhaften Überraschungs-Coup landen; die wenigsten Mitarbeiter am Canon-Messestand waren eigeweiht. Verfolgt wird ein ambitioniertes Ziel: Voyager soll (wird?) völlig neue Qualitätsmaßstäbe für die Herstellung von Fotodruckprodukten im Schön- und Widerdruck setzen und arbeitet laut Canon mit einer komplett neuentwickelten Inkjet-Technologie. Stündliche Präsentationen des neuen Produktionsdrucksystems erreichten tausende von interessierten Fachbesuchern, die Voyager live im Druckbetrieb in Augenschein nehmen konnten. Druckmuster, auf hauchdünnem Japan- und auf Offsetdruck-Papieren produziert, konnten begutachtet werden.

Als Zielgruppe definiert Canon laut eigenen Angaben für die Voyager „Druckdienstleister, die hochqualitative Druckprodukte wie Kataloge, Prospekte sowie Werbe- und Marketingkommunikation für Luxusgüter, Immobilien und die Lebensmittel- und Touristikindustrie herstellen und deren oberstes Anliegen die Qualität der Bildreproduktion ist.“ Weiterhin biete die neue Inkjet-Drucktechnologie dank der Hochglanzfotoqualität neue Möglichkeiten für Fotobücher und viele weitere Fotodruckprodukte. „Besucher unseres Standes werden über die Qualität staunen, die mit dem Prototyp des Voyager Fotodrucksystems möglich ist“, versprach Jeppe Frandsen, Executive Vice President von Canon Europe während der Canon-Pressekonferenz am 31. Mai 2016. „Sie werden bei uns sehen, dass mit dem technologischen Know-how von Canon die von Endverbrauchern bei Fotodruckprodukten erwartete Qualität auch auf industriellem Produktionsniveau möglich ist. Die Präsentation veranschaulicht das Potenzial für die Produktion diverser hochwertiger Druckerzeugnisse mit der neuen Inkjet-Technologie, deren technische Grenzen faktisch verschoben werden – eine neue Dimension des Digitaldrucks.“


Neue Wege: Canon setzt für #drupa2016 360-Grad-Video Technik ein

Hinweis: Die Video-Spezialeffekte zeigen sich bei Betrachtung der YouTube-App per iPhone oder iPad. Oder aber mit Google Chrome am PC: https://youtu.be/A2gXbJ8RTVc


Ein weiteres Beispiel, das Canon auf der #drupa2016 zeigte, war die Océ Colorstream 6000 Chroma, ein Tintenstrahl-Drucksystem, das auf Rollenpapier Bücher in Kleinstauflagen – Book-on-Demand – farbig herstellt. Es ist ein Beispiel für einen komplett digitalen Machine-to-Machine-Workflow. Konkret geht es um das digital gesteuerte Zusammenspiel der Druckmaschine mit dem vorgelagerten Wechsler für die Papierrolle, dem sogenannten Splicer, und der nachfolgenden Weiterverarbeitung wie einer Bindemaschine. So klebt der Zero Speed Splicer u40 des Herstellers TECNAU automatisch den Anfang der neuen Rolle auf die alte Rolle. Währenddessen fahren die Inkjet-Druck-Köpfe der Druckmaschine in eine Parkposition. Sobald die Klebestelle das Drucksystem verlässt, fährt die Colorstream automatisch wieder hoch.

Canon setzte daneben auf ein Angebot von 3D-Druck-Lösungen, die die Japaner derzeit noch mit Partnern realisieren, aber auch parallel selbst entwickeln. Es wurden Endprodukte gezeigt, wie Skateboards, oder auch Ideen geliefert für die Prototypen-Herstellung.

Und last but not least zeigte Canon auch im Grossformat-Druck, welche Quantensprünge sich vollzogen haben, um auch in diesem Segment brillante Drucksachen als Teil einer tauglichen industriellen Inkjet-Druck-Fertigung zu demonstrieren. Sehr eindrucksvoll: Auf dem neuen Océ Arizona 2280GT-System wurden in Windeseile Hochqualitäts-Vordrucke erstellt, die auf der Nachbarstation mit einem Zünd Digitalcutting-System automatisiert verarbeitet wurden. Dank eines von Canon zusammen mit Zünd Nordic entwickelten Digitalkamerasystems musste der Bogen einfach nur an beliebiger Stelle auf dem Flachbett-Cutting-System von Zünd abgelegt werden. Die von der Messehallendecke herabhängende  intelligente Kamera-/Softwaretechnik erkannte das Motiv und positionierte den Laser für den Digitalcutting-Prozess mit ungeheurer Präzision automatisch richtig.

 

 

Eigentlich das Wichtigste im neuen Printkosmos: Integration durch alles umfassende Software-Architekturen!

Als Technologietreiber im Hintergrund für die Digitalisierung führte Canon auf der #drupa2016 die eigene Erfahrung mit komplexen Softwarelösungen an, etwa aus dem Geschäft im Dokumentenmanagement für internationale Großkonzerne. Wie diese Lösungen nun Geschäfts-, Kommunikations- und Druckherstellungs-Prozesse integrieren helfen, versetzt in Staunen. Und war für mich der eigentliche Glanzpunkt auf der #drupa2016 — wenn auch auf dem Canon-Stand gar nicht so einfach zu finden! Es geht um eine Lösung, die Canon von Venlo aus mit eigenem Team, genannt „Project House“, unter dem Namen „Océ Cosmos“ entwickelt und vermarktet. Man musste schon etwas Zeit investieren, um sich das erklären zu lassen, zumal Canon auf seinen Websites Océ Cosmos unter „Production Workflow“ kategorisiert, was meines Erachtens zu kurz greift. Aber eventuell damit zusammenhängt, das Canon zur #drupa2016 noch keine MIS-Lösung integriert hatte, sondern Schnittstellen bietet.

Trotz allem hier in Stichpunkten mein spontaner Eindruck zu Océ Cosmos auf Basis der Unterhaltung mit Maarten Brummans, bei Canon Europa zuständig als European Product Manager Project House CCM.

  • Océ Cosmos positioniert sich als Plattform für digitales Business Management und smarte Transformation des Druckereigeschäfts, das sich hundertprozentig an der Maßgabe des CCM (Customer Communication Management) ausrichtet.
  • Aus allen unternehmensrelevanten Bereichen werden Daten strukturiert zusammengeführt und automatisiert verarbeitet.
  • Im Zentrum steht ein komplexes Set an Tools, quasi eine umfangreiche, modular ausgebaute Toolbox mit einfacher, übersichtlicher Oberfläche, die erlaubt, einzelne Tools je nach Bedarf zuzuschalten oder inaktiv zu lassen.
  • Aufgaben, die wahrzunehmen sind, um einen Geschäftsprozess zu managen, werden über sog. „Konnektoren“ so miteinander verknüpft, dass man alle Wahlmöglichkeiten hat, um ein digitales Business Management effizient und transparent zu betreiben.
  • Konnektoren bei Océ Cosmos stellen nicht nur Schnittstellen dar, sondern sind quasi als intelligente Apps ausgestaltet, die sich weiterentwickeln können.
  • Da in diesen digitalen Business Management-Szenarien Printmedien nach wie vor eine grosse Rolle spielen, aber kein Medienbruch entstehen darf, können über verschiedene Ebenen selbst komplexe Printkommunikations-Maßnahmen flexibel und bedarfsgerecht integriert und gesteuert werden.
  • Faktisch gibt es technisch und von der Durchgängigkeit der Prozesse her gedacht keine Limitierungen. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, Druckdienstleistern begreiflich zu machen, dass sie sich in die Geschäftsprozesse ihrer Kunden einklinken — und umgekehrt, dass Unternehmen sich mit modernen digitalen Print-Produktionsprozessen vertraut machen müssen. Nur so kann das Zusammenspiel perfekt funktionieren.
  • Last but not least: Océ Cosmos sollte aus meiner Sicht zunächst eingesetzt werden, um in der Druckbranche die eigenen Druckerei-Prozesse zu optimieren. Sodann können Druckereien quasi als CCM-Plattformbetreiber die Geschäftsprozess-Welt ihrer Kunden einbinden und innovative Print-Anwendungen optimal und vor allem nahtlos verfügbar machen.

Mein Resümee: Print gewinnt! Ja. Aber…

… nur, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt werden, um Print im Kommunikationsmix richtig einzusetzen. Canon hat dies für mich am Schlüssigsten und letztlich Überzeugendsten auf der #drupa2016 dargeboten. Damit ist aber kein Endpunkt, sondern der Startpunkt für etwas Neues, oder besser: für den Neustart der Print-Branche gelegt. Ausgangspunkt bildet als zentrales Schlüsselwort für die Printbranche der Begriff „TRANSFORMATION“. — Sprich, nicht nur eine Optimierung durch die Innovation der technischen Möglichkeiten, oder der Versuch, sich Erfolg durch neue Technik erkaufen zu wollen. Nur, wenn Brainware + Software + Hardware smart zusammenspielen, um das Jetzige nachhaltig in Künftiges zu überführen, kann Transformation erfolgen und zu nachhaltigen Effekten im Markt führen. Dazu gibt es (noch) kein Patentrezept. Aber der Weg ist nunmehr deutlich geworden!


Wer sich tiefergehend für Aspekte zur TRANSFORMATION im Printgeschäft informieren möchte, kann sich gerne persönlich bei mir melden!

 

 


APPENDIX

Wichtige Detailinformationen für einen Neustart im Print-Geschäft: #unleashprint — Inspirieren. Innovieren. Transformieren.

Canon konnte mit seinem #drupa2016-Messekonzept  erfolgreich neue Wege beschreiten. Als einziger Aussteller war Canon in der Lage, das drupa-Motto „Touch the future“ umfassend erlebbar und alle drupa-Highlight-Themen in sieben  sog. Anwendungszonen anschaulich zu machen. Durch alle Anwendungen zogen sich Aspekte der Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Skalierbarkeit und Profitabilität.

  • Werbe- und Kreativdruck
  • Kommerzieller Druck
  • Business Kommunikation
  • Verlagsdruck
  • Industrieller- und Funktionaler-Druck inklusive 3D-Druck, Verpackungsdruck
  • Professioneller Fotodruck

Nachfolgend in prägnanter, übersichtlicher Form ein Überblick jeweils mit den wichtigsten Informationen zur Marktsituation, zum #unleashprint-Innovationsansatz sowie den zur drupa 2016 aktuellen technischen Innovationsmöglichkeiten von Canon-Lösungen.

(Zum Vergrößern bitte die Einzelseiten anklicken).

 

 


Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

#drupa2016 Review Teil 1 Key Visual.001

@ 2016 Foto/Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung im Überblick:


Vorbemerkung

Andreas Weber ist Gründer und CEO der Value Communication AG sowie des DigitaldruckForum mit Sitz in der Gutenberg-Stadt Mainz. Seine Spezialität: Brainware&Solutions sowie per ValueTrendRadar.com-Blog klare Analysen zur Zukunft von Print im Kommunikationsmix, die er kontinuierlich mit über 100.000 Fachleuen in über 100 Ländern teilt. Auf der #drupa2016 gründete er mit Christian Kopocz die Expertenplattform MUCHcomm.

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/Hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Pressemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Hinweis: Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

 


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Teil 1 — Die #drupa2016 als Prüfstein für die Kommunikationsfähigkeit der Printbranche

Vorbemerkung

Frage: Warum ist das Thema Kommunikationsfähigkeit wichtig?
Antwort: Weil es in der Printbranche (bei Druckereien wie auch bei deren Lieferanten) riesige Defizite gibt.
Begründung: In der Printbranche ist es üblich, die Geschäfts- wie auch die Fachkommunikation auf die Darstellung dessen, was man tun kann und wie man Produktionsaufgaben löst, hinzuweisen. Und dies zumeist dadurch, dass man das direkte Gespräch sucht. Sinnvoller ist es aber, Kompetenzen, Kundennutzen und -vorteile medial und damit effektiv in den Fokus zu rücken, um Unterscheidungsmerkmale erkennbar und öffentlich zugänglich zu machen. Bedenke: Das Geschäft mit Print ist schon längst kein Produktions-, sondern ein Dienstleistungsgeschäft, das pro-aktiv kommuniziert werden muss, um Dialoge über relevante Fachthemen zu beflügeln! Erfolg bringt, was in der medialen Kommunikation Markt- und Kundenanforderungen ins Zentrum stellt und nicht das eigene Tun!


In medias res

Die #drupa2016 war famos. Ich weiss, wovon ich rede. Es war meine ZEHNTE drupa! Noch nie zuvor konnte man so gut vorbereitet sein (wenn man sich die Zeit nahm), um im Prinzip alles Wesentliche wissen zu können, bevor die #drupa2016 ihre Pforten öffnete. Doch das Detail hat es in sich. In der Rückschau gab es noch nie eine drupa bei der so viele Experten „lost in details“ gingen! Während und vor allem nach der #drupa2016, die von Top-Experten einengend als die „Ink-Jet 2.0“-drupa bezeichnet wurde, stellte sich nämlich heraus, dass entsprechend dem klugen Messe-Konzept von Sabine Geldermann und ihrem drupa-Team alles Mögliche im Fokus stand, aber nicht mehr die Nabelschau der Technik quasi als Maschinen-Bullenprämierung!

„Touch the future“. So lautete das Messe-Motto. Endlich, wirklich endlich war die #drupa2016 thematisch und konzeptionell Meilensteine nach vorne gerückt, um sich der normativen Kraft des Faktischen zu beugen: Am Ende zählen nicht Technik oder die Anwendung (brav in Druck-Muster-Sammlungen präsentiert), sondern der Nutzen daraus. Die Liste der drupa 2016-Highlight-Themen, die Innovationen und neue Wachstumssegmente fokussierten, machte dies im Vorfeld mehr als deutlich: Dem Kernthema „Druck und Papier“ waren die Sektionen Multichannel, 3D Printing, Functional Printing, Packaging und Green Printing als Themengruppen beiseite gestellt. Offenkundig sollte und musste über den Tellerrand geblickt werden. Und das war gut so, um den maximal hohen Erwartungen der Besucher und der Aussteller gerecht werden zu können.

Wie nun aber die #drupa2016 in den Griff bekommen? Man war chancenlos, alle 1.800+ Aussteller in 17 (resp. eigentlich 19) Messehallen zu besuchen. Der Ausweg: Wie noch nie zuvor boten sich durch Google und Social Media (hier besonders: Twitter) eine grandiose Informations-Rundumversorgung! Davon machten leider die Wenigsten auf der drupa 2016 richtig Gebrauch. Am allerwenigsten die über 1.900 Fachjournalisten, darunter einige wichtige Industry Analysts, die aus 74 Ländern angereist waren. Hektisch und fast konfus rannten viele ihren unzähligen Terminen nach, um so viel wie möglich PERSÖNLICH in Augenschein zu nehmen, um anschließend beliebige Aussteller-News zu kolportieren. Dialoge mit Lesern finden über Fachmedien so gut wie nicht statt. Entsprechend lesen sich im Nachgang deren Reports. So manches, was längst vor der drupa 2016 publik war resp. während der drupa Online in Echtzeit Diskussionen prägte — wurde im Nachgang als Entdeckung, Überraschung und/oder bahnbrechende Premiere tituliert. — Puh! — TOTALLY LOST IN DETAILS ?!?

ValuePublishing Mike Hilton News Review 24062016.001

Kurios und mit leichter Verzögerung von fast 1 Woche: Print folgt Twitter! Foto-Collage: Andreas Weber

Man kann nicht wissen, was man nicht weiss!

Aber auch via Online/Social Media wurde es uns allen nicht leicht gemacht. Viele drupa-Aussteller nutzten Twitter gar nicht — oder wenn doch, dann reichlich unprofessionell als weiteren, notwendigen Push-Kanal zur Selbstdarstellung. Das ist für Social Media aber kontraproduktiv. Gerade über Twitter in aller Kürze und z. B. über LinkedIn für mehr Ausführlichkeit können Dialoge in Gang gesetzt werden. Die Folge, wenn dies wie bei der #drupa2016 zumeist unterbleibt: Die Reichweiten blieben trotz allem Bemühen niedrig. Und der Interaktionsgrad war lausig. Erstrecht erzielt man so nicht die Einbindung neuer Zielgruppen, die per Twitter erreichbar und einzubinden wären, selbst wenn sie gar nicht zur drupa gekommen sind. — Die meisten aus der Printbranche denken wohl: Nun ja, Schuster, bleib bei deinen Leisten… Und warum sollten Print-Fachleute auf einmal werthaltig kommunizieren? Es gehe doch ums Drucken und Technik, so hört man land(a)auf, land(a)ab.

Wollte man dieser drupa 2016 Herr werden, musste man Twitter richtig nutzen — d. h. strategisch klar, zielführend und stringent vorgehen — und sich fast im Sekundentakt informiert halten. Wie gesagt, die Messe Düsseldorf hatte mit ihrem Neu-Konzept exzellente Vorarbeit geleistet. Und Social Media via Twitter war das Top-Kommunikationswerkzeug für die Messe Düsseldorf. Ergänzend kommt v. a. die Idee hinzu,die einzelnen Highlight-Themen durch über die Messehallen verteilte Touchpoints zu präsentieren. Dort konnte man aus erster Hand, Aussteller-übergreifend von Experten das Wichtigste zu den wichtigsten Themen erfahren. Die drupa-Social-Media- sowie drupa daily-Teams machten einen guten Job, um die Messebesucher aktuell zu informieren. Alleine die drupa-Apps waren nicht sehr hilfreich. Die hätte man einfach weglassen können.

Bye Bye „Push-PR“ — Twitter kann es besser!

Nur ganz wenige Pressekonferenzen auf der #drupa2016 waren lohnenswert. Vor allem diejenigen, die von Ausstellern ohne PR-Agenturhilfe gestaltet wurden, lieferten gute Inhalte, die für Social Media-Kommunikation tauglich waren! — Twitter entpuppte sich als unverzichtbare Top-Plattform: Und zwar

  • a) als beste Nachrichten- und Interaktionsquelle — zur Erinnerung: auf Twitter tummeln sich die engagierten, kompetenten Fachleute, die an Innovation und qualitativen News/Facts & Meinungen/Kommentierungen in Echtzeit interessiert sind;
  • und b) als hervorragende Analyseplattform. Denn wer als Besucher wie auch als Aussteller auf Zack war, konnte durch Twitter Seismografie-ähnlich erfahren, was gerade die wichtigen Gespächsthemen war, wie Neuheiten ankamen und bewertet wurden, was sich lohnt und was eben nicht. Zugleich kann man im Nachgang bis auf Einzelne runter brechen, wer sich für was interessiert bzw. wer was honorierte. Denn Tweets mit Hashtags sind sozusagen „for ever“ und können außerhalb von Twitter von allen per Google gefunden werden.

Grosse Bedeutung und Wirkung haben sog. Twitterlisten, die sich nach relevanten Hashtags ausrichten und von Twitternutzern geführt werden. Und Analysetools wie z. B. Keyhole sind hilfreich, da sie die wichtigsten Hashtags, Tweets, User/Influencer, geographische Lokalisierungen, Nutzungs-/Device-Ergebnisse sowie Word-Clouds in Echtzeit erfassen und Mehrwerte liefern. So entstand, wenn man weiss wie es geht, zum ersten Mal auf einer drupa mit und durch Twitter ein iterativer Informations-, Bewertungs- und Erkenntnisprozess. Mit dem erstaunlichem Ergebnis: Das, was Fachleute, Journalisten und Analysten zumeist als Top-Themen im Nachgang kolportieren, spielte eigentlich auf Twitter kaum keine Rolle — und wenn, dann eine untergeordnete. (Hinweis: Im Fall meiner Aktivitäten war von besonderem Vorteil, in deutsch und englisch zu kommunizieren sowie den ValueBlog und ValueStorifys einbinden zu können.)

Analysiert man die per Analyse-Tool generierte Word-Cloud zum Hashtag #drupa2016 im Nachgang (bewusst gewählte Post-drupa Stichtag-Zeitpunkte: 18. Juni 2016 bis 20. Juni 2016), so erscheinen als Echo folgende Begriffe als maßgeblich — nachfolgend in Form einer Top-Ten gelistet:

  1. #drupa2016
  2. #BigData
  3. #Print
  4. #Innovation
  5. #Storify (zur Doku/Visualisierung von relevanten Tweets)
  6. #unleashprint (das Canon-Motto)
  7. #cloud
  8. #mail
  9. #digitalcutting
  10. #drupa (viele hatten dies als Hashtag genutzt, statt sinnvollerweise #drupa2016)

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.037


Zwei drupa-Aussteller tauchen im Umfeld der Top-Ten namentlich auf: Heideldruck
(der Börsenkurz-Name der Heidelberger Druckmaschinen AG) sowie Canon — wie gesagt als einziger Aussteller durch sein Twitter-konformes drupa-Motto #unleashprint herausragend, somit exzellent gewählt und positioniert (mehr dazu in Teil 3).

Von „Insidern“ benutzte Hype-Begriffe wie Inkjet/Inkjet-Druck, Workflow, Print 4.0, Digitalisierung u.a.m. tauchen im Top-Ten-Ranking ebenso wenig im öffentlichen Social-Media-Interesse auf, wie z. B. der „größte“ Aussteller, HP, oder der mit den angeblich meisten Besuchern, Landa. Erstaunlicherweise fehlt auch Xerox, obgleich Xerox über das wohl engagierteste und kundigste Social-Media-Team auf der #drupa2016 verfügte. Und mit XMPie verfügt Xerox über eine Weltklasse-Multichannel-Kommunikationslösung, die von Xerox zur #drupa2016 erst gar nicht eingesetzt wurde. Das könnte daran liegen, dass Xerox für die eigene Marketing-Kommunikation den nutzen von XMPie völlig verkennt und/oder mit seiner Corporate-Social-Strategie bis dato  zwar große Reichweite, aber zu wenig Interaktion erzielt.

Viele andere, gleichrangig hoch frequentierte Hashtag-Begriffe zeigen das weite Spektrum, an dem man sich orientieren muss, wenn man das Thema Print künftig weiter entwickeln und bei Kunden populär machen und im Gespräch halten möchte:

  • virtual, strategy, automation, client, multichannel, success, review, geospital sowie gis, interactivevideo, marketing, iIoT (als das industrielle Internet-of-Things) sowie communications, 3d printing und youtube.
  • Als einziger Produktname taucht „clarity“ auf, der die neue, wegweisende Cloud-Lösung von Pitney Bowes bezeichnet. Nebenbei: Als mir bis dato einzig bekannter drupa-Aussteller setzt Pitney Bowes Twitter global als wesentliche Säule des Business Development ein.

Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


Fortsetzung folgt mit Teil 2:
Worauf kam es bei der #drupa2016 wirklich an?


Some insights

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