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ValueCheck!

Es gibt wunderbare Momente. So wie gerade eben, als mich unvermittelt eine zauberhafte schriftliche Nachricht von Annett erreichte. Ich bin verzückt! Und will dies sogleich teilen. Viel Spaß, Andreas Weber, Head of Value.


 

Lieber Andreas,

manchmal kommen auch private Aufträge bzw. Aufträge von privaten Menschen, die etwas beschriftet haben möchten.

Da war z. B. ein Pärchen, dass ihrem Sohn zur Hochzeit einen Text aus der Bibel geschenkt hat. Oder eine Dame, die in ihrem Garten Bienenvölker beherbergt und deren Honig in beschrifteten Tüten und anderen Papieren verschenkt …

Eine andere Dame lud ihre Gäste mit originalbeschrifteten DIN A4-Karten zum Geburtstag ein …

Arbeiten, die so richtig Freude bereiten, und sicherlich gewertschätzt werden.

Es gibt viele Anlässe, Handschrift einzusetzen; abgesehen von Grußkarten und Dekoren. Vielleicht magst Du diese Beispiele? — NOCTURNE ist auch aufgeführt ;o))

Herzliche Grüße von Annett

 


Kontakt

Annett Wurm, Gestalterin

Yorckstraße 50

D-52351 Düren

Mobil +49 (0) 171. 30 700 71

Telefon +49 (0) 2421. 22 59 771

mail@annettwurm.de

www.annettwurm.de



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Value Publishing ABTG Key Visual Summary 2017.001

Von Andreas Weber, Head of Value

Im wunderbaren Ambiente des Kongresszentrum „Espaço Milenium“ im brasilianischen São Paulo manifestierte sich am 24. August 2017 eine Trendwende für die globale Druckbranche. Der führende Verband für Grafische Techniken, ABTG (Associação Brasileira de Tecnologia Gráfica) als Veranstalter und APS Feiras & Eventos als Organisator veranstalteten zum ersten Mal einen für Lateinamerika bedeutsamen internationalen Fachkongress, der ad hoc weltweit eine Leitfunktion übernehmen konnte. Damit wird für die vom 20. bis 24. März 2018 stattfindende EXPOPRINT Latin America ein starkes Zeichen gesetzt und die Megacity São Paulo zum neuen ‚Transformation-Hotspot‘. 

Mehr als 230 Fachteilnehmer vollzogen beim ABTG-Kongress innerhalb eines informations- und erkenntisreichen Tages alle Facetten der Veränderungskraft einer dynamischen Print-Branche, die seit Jahrhunderten stets der Schrittmacher für die Transformation aller Bereiche der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft waren. 

Die Resonanz des Publikums fasste ABTG-Präsident Francisco Veloso Filho wie folgt zusammen: „Vom Beginn der Veranstaltung an bis zum Ende des letzten Vortrags erhielten wir von zahlreichen Teilnehmern extrem positives Feedback [siehe unten stehend eine Auswahl an Stimmen aus dem Publikum zum Kongress]. Das bestätigt eindrucksvoll die Richtigkeit der Themen und Ausführungen in den Vorträgen. Es gab viele Momente der Reflexion über die notwendige Neupositionierung unserer Branche, vor allem bei den zentralen strategischen Fragen wie auch den relevanten künftigen Marktentwicklungen.“ Das Leitthema ‚Transformation’ im Kontext mit Print wurde, so der ABTG-Präsident weiter, überaus facettenreich in Szene gesetzt und in seiner Bedeutung für die Druckbranche und ‚Graphic Communications’ neu ausbalanciert.

 

ABTG Congresso Keynote Andreas Weber

 

„Die hohe Akzeptanz des Kongresses mit seinen anspruchsvollen Themen hat gezeigt, dass die Marktteilnehmer sich für neue Formen der Wissensvermittlung interessieren“, resümierte Ismael Guarnelli, Präsident von APS Feiras & Eventos. Es gehe künftig vor allem darum,  „mehr über relevante Technologien und Trends im Kontext mit Veränderungen in der Kommunikation und im Go-to-Market mit Hilfe von Medien zu erfahren, um in den kommenden Jahren Veränderungsprozesse pro-aktiv begleiten zu können.“ Ismael Guarnelli weiter: „Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen, sehen die Mission erfüllt und beginnen bereits mit den Vorbereitungen für die zweite Auflage des Kongresses.“

Deutlich fulminanter als man dies in Europa erleben kann, wurde der Kongress in São Paulo im Vorfeld, während und nach der Veranstaltung lebhaft und interessiert per Social Media und Online-Kommunikation via Blogposts begleitet und redaktionell-interaktiv aufbereitet. [Anmerkung: In nur 48 Stunden fanden alleine auf meinem LinkedIn-Account rund 20.000 Interaktionen statt! Benchmark!]. Punktgenau ergänzte zum Kongress ein gedrucktes Magazin nachhaltig die Themen. Dadurch dokumentiert sich, welch hohen Stellenwert Multichannel-Kommunikation bei Fachthemen rund um Print haben kann. Und es zeigt sich, dass eine Kernthese meines Eröffnungsvortrags vom Publikum mitgetragen wurde: „Innovation muss in jeder dynamisch ausgerichteten Gesellschaft Teil der DNA sein, die Transformation als Geschäftsprinzip begreift. Ein effizientes und innovationsorientiertes Marketing entwickelt ein grundlegendes Verständnis, das die Bedeutung menschlicher Beziehungen als Maß aller Dinge ansetzt“.

 

 

Das Fazit zur Zukunft im und mit Print lieferte Hamilton Costa, Präsident von ANconsulting, São Paulo, durch seine Frage, die er eingangs seines gelungen Vortrags stellte: „Warum Print?“ — Antwort: „Weil es menschliche Bedürfnisse und Empfindungen im Digitalzeitalter am besten berührt. Und weil im Print heute und in Zukunft alles möglich ist, wenn man die Kreativität in die richtige Richtung lenkt!“

Die wichtigsten, übergreifenden Erkenntnisse des ABTG-Kongresses, die sich aus meiner Sicht ableiten, haben es in sich und führen über das bisher dagewesene weit hinaus:

  • Transformation erfordert und fördert Gemeinschaftssinn plus Empathie, um im Digitalzeitalter den Bezug zur Realität herzustellen.
  • Erst die umfassende Kenntnis neuer, tatsächlich relevanter Technologien plus die smarte Adaptionsfähigkeit des entstehenden Nutzens setzen Transformation gedeihlich in Gang.
  • Der Wirkungsgrad von Transformation steigt mit der unkontrollierbaren Dynamik eines jeglichen Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgefüges.

 

Impressões #ABTG CONGRESSO em São Paulo em 24 de agosto de 2017. Evento surpreendente. #Benchmark #Transformation #Print


 

Somit ist nunmehr klar, dass Print seine unanfechtbare Führungsrolle weiter ausbauen und aktiv die ‚Transformation Journey‘ beschreiten kann. Übereinstimmend wurden folgende Empfehlungen, die ich am Ende meines Vortrags präsentieren durfte, anerkannt und mir von vielen als hilfreiche Guideline bestätigt:

  1. Transformation spielt sich im Kopf ab.
  2. Lerne von den Besten. — Transformiere Dich selbst!
  3. Wähle klug die relevanten Technologien plus die richtigen Innovationslösungs-Partner aus.
  4. Das Prinzip ‚De-construct—re-construct‘ muss Geschäftsmodell und Go-to-Market umfassen.
  5. Kenne Dein Publikum bestens. (Bemühe Dich wenigstens ernsthaft darum!)
  6. Halte Deine Botschaften relevant und einfach!
  7. Und last but not least: Rücke ins Zentrum des Geschehens, werde zum Spielführer. Indem Du Transformation via Print-Kommunikations-Innovationen zugänglich machst — beflügelt durch einen nachhaltigen Multichannel-Ansatz.

 


 

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Stimmen aus dem Publikum: Transformation beflügelt Wachstum!

Für den Universitätsprofessor Ligia Coeli Silva Rodrigues von Campina Grande (PB) besteht die Herausforderung darin, die Bedeutung des Transformations-Prozesses für junge Menschen zu beachten: „Ich habe am ABTG-Kongress teilgenommen, um neue Konzepte kennen zu lernen und Ideen sowie Fakten zu sammeln, damit ich im Dialog mit meinen Studenten das Verständnis der Printmedien stärke. Ich habe die Veranstaltung rundum sehr genossen.”

Der Graphic Engineer Everton Rodrigo Bispo de Oliveira aus São Paulo (SP) schätzt den Kongress sehr hoch ein. „Ich fand alle Redner und Vorträge exzellent, und gehe davon aus, dass dies ein erster wichtiger Schritt auf einem langen Weg ist, um die Druckindustrie optimal ins Gespräch zu bringen.“

Mário Ribeiro, Direktor von Gráfica Flamar, von Recife (PE), der sich auf das Verpackungssegment konzentrierte, war auf der Veranstaltung und betonte, dass ein Kongress in dieser Form eine große Hilfe ist. „Es ist sehr gut, die Beziehung zu anerkannten Profis des Marktes aufzubauen und meine Kenntnisse durch eine  internationale Sichtweise zu aktualisieren. Die Veranstaltung ermöglichte, Informationen auf globaler Basis zu vermitteln und die echten Wachstumspotentiale zu erkennen.“

Richard Streck Neto, CEO von Print Indústria de Artes Gráficas, in São Paulo (SP), hielt es für wichtig, am Internationalen Kongress für Graphische Technologie teilzunehmen. „Der grafische Markt erlebt eine Zeit tiefer Veränderungen und deshalb ist es wichtig, an Veranstaltungen teilzunehmen, wie dies von ABTG gefördert wird, um nationale und internationale Sichtweisen über Markttrends, neue Geschäftsmodelle und neue Technologien zu erhalten. Da die Öffentlichkeitsbeteiligung sehr groß war, hoffe ich, dass ABTG diese Veranstaltung auch in den kommenden Jahren konsequent weiterführen kann.“

Für Alex Cristiani Oliveira Xavier von Gráfica JB, von João Pessoa (PB): „Es ist gut, immer mit den relevanten Technologien und neuen Prozessen verbunden zu sein und so das Wissen um Print zu aktualisieren. Die Veranstaltung war außergewöhnlich, der Veranstaltungsort bestens ausgewählt, die Referenten lieferten wertvolle Informationen, damit wir in der Praxis umsetzen können, wie wir über die Zukunft nachdenken müssen.“

Edson Cesar dos Santos, Geschäftsführer ProText, Nova Odessa (SP), arbeitet in den Bereichen Offset-, Digitaldruck und Flexografie. Er fand die Präsentation neuer Ideen als sein persönliches Highlight der Veranstaltung: „Es war ein durch und durch bereicherndes Erlebnis — sozusagen die Innovation der Innovationen mit greifbarer Wertschöpfung.“

 


 

ADDENDUM: Zusammenfassung der Kongress-Vorträge

[Siehe auch den Fachbericht in portugiesischer Sprache: „Congresso Internacional de Tecnologia Gráfica alcança sucesso de público com rico conteúdo“]

 

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Der technische Direktor von ABTG, Manoel Manteigas de Oliveira, hatte ein erstklassiges Programm entwickelt — mit hochkarätigen internationalen Referenten und einem perfektem Organisationsteam.   

Andreas Weber, Head of Value, eröffnete mit seiner Keynote den Kongress und ging auf das Verhältnis von Europa und Lateinamerika ein. Er zollte Brasilien und insbesondere der Megacity São Paulo höchsten Respekt, da Transformation Teil der DNA der Menschen geworden ist, um maximale Anforderungen in einem extrem harten Wettbewerbsumfeld zu erfüllen. Seine Kernaussagen: „Die Print-Branche ist wie keine andere Treiber der Transformation — und das seit vielen Jahrhunderten. Sie erfüllt das wichtigste Kriterium: Bedürfnisse sind das Maß aller Dinge, um Beziehungen zwischen Menschen aufzubauen und nachhaltig aufrecht zu erhalten.“ Wer in diesem Sinne disruptiv sein wolle, müsse aktiv bei Social Media engagiert sein, um in Echtzeit Trends, Entwicklungen, Meinungen etc. erfassen zu können. — „Social means: listen to people!“ [Siehe Vortragscharts in englischer Sprache von Andreas Weber inklusive Kurzvideos via Slideshare.] 

Emilio Corti, Global Head of Sales der Bobst AG, zeigte anhand weltweiter Analysen auf, wie das für die Print-Branche wichtigste, wachstumsstärkste Segment, der Verpackungsdruck, von Kreativität geprägt sein muss, um mit den besten Ideen sich stark verändernden Anforderungen stellen zu können. Bobst hat dazu ein Start-up initiiert, die Mouvent AG, um neuartige Inkjet-Digitaldruck-Lösungen aufzubauen. Im Fokus, so Emilio Corti, stehe die technologische Vereinfachung und Flexibilisierung bei Anwendungen gemäß dem One-for-all-Prinzip.

Sandro Cardoch, VP / Kaufmännischer Direktor für Lateinamerika bei Smag Graphique, konkretisierte dies am Beispiel neuer Fertigungsmöglichkeiten bei Etiketten und Verpackungen. Seine Kernaussagen: „Enorme Veränderung am Point-of-Sales müssen zu einer stärkeren Anziehungskraft des Produkts führen. Print wird immer notwendig sein, aber das Ziel ist es, etwas Einzigartiges zu schaffen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und um schwer nachzuahmen zu sein.“ Das reiche über bloße Effekthascherei weit hinaus, die bislang dazu führt, das im Handel 40 Prozent der Produkte wieder zurück gegeben werden.

Hamilton Costa, Präsident von ANconsulting, zeigte anhand klug ausgewählter Beispiel auf, wie man Mehr-Wert für Kunden schaffen kann. Die Kernthese „ist das Verständnis dafür, dass der Druckunternehmer nicht mehr nur ein Reproduktionsdrucker sein kann, sondern neue Alternativen finden muss, um Print zu einem wichtigen und unverzichtbaren Teil des ganzheitlichen Prozesses von multimedialen Lösungen werden zu lassen.“ Im Zentrum stehe das Verständnis, welche Probleme der Kunde habe und welche geeigneten Lösungen zur Verfügung stehen müssen, um Bedürfnisse punktgenau zu erfüllen. „Investitionen in neue Technologien müssen nach Kundenbedürfnissen getroffen werden — und nicht nach dem Diktat des technisch Machbaren. Entscheidend ist, dass neue Geschäftsmodelle, die Print-Unternehmer adaptieren, sich am Kundennutzen ausrichten und nicht an der Technologie.“ Nur so gelange man zu klaren Definitionen, wo das Unternehmen hin gehen und wie es dort hin gelangen will.

Alexandre Keese, Direktor von APS Fairs & Events, präsentierte eine Reihe von relevanten Trends im Print-Markt auf der Grundlage von aktuellen Forschungen in Bezug auf Messeveranstaltungen wie  drupa und FESPA. Im Fokus: „Die Anpassung der grafischen Kunst an die neue Rolle der Druckindustrie durch die Einführung neuer Technologien, wie z. B. die des großformatigen Digitaldrucks, und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssituationen. Kernthesen: Der sich aktuell neuformierende Markt verlangt mehr Arbeitsplätze, mit individuelleren Abläufen, um für die Branche den Übergang von der Massenproduktion zur Massenanpassung zu meistern.“ Es gebe die unterschiedlichsten Konzepte, wie die des industriellen Druckens, des funktionalen Druckens und des elektronischen Druckens, die in ihren spezifischen Eigenschaften, Unterschieden und Chancen begriffen werden müssen.

Clóvis Pires Castanho, COO von Arizona soluções para marketing, São Paulo (SP), legte seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von medienübergreifenden Prozessen. Laut Clóvis ist das strategische Denken entscheidend für die Unterstützung des Kunden. Innerhalb dieser Vision ist das Wissen und die Nutzung von Software-Architekturen entscheidend wichtig, um den Workflow zu straffen und neue Möglichkeiten und die Entwicklung differenzierter Kampagnen zu bieten. Um dies zu fundamentieren, wurde ein Feuerwerk an Fakten entzündet, das eindrucksvoll zeigte, wie die technische Entwicklung im Digitalzeitalter quasi in Schallgeschwindigkeit voranschreitet. „Ein Unternehmer, der die Veränderung nicht versteht, wird zurückgelassen. Es geht nicht mehr darum, bestehende Technologien linear fortzuführen. Es geht um radikal neue Entwicklungen, die immer kleinteiliger werden, schneller und billiger und den Zugang zu Technologie im Allgemeinen erweitern. Das wird  und kann bei Print nicht anders sein.“

Rainer Wagner, FOGRA-Mitglied, Senior Technical Consultant und Drucktechnik-Experte für Lateinamerika, erläuterte technologische Trends im Druckmachinenbau und gab Prognosen bis zum Jahr 2020 ab — mit dem Hinweis darauf, dass Lateinamerika stark in das Segment der neuen Druck- und Veredelungsanlagen investiere. Dabei sei entscheidend, die Vorzüge und die Risiken technischer Neuheiten zu kennen und genau abzuwägen, die sich auf breiter Front abspielen — im Digitaldruck, in der Flexografie, im Offsetdruck und vor allem bei Finishing und Veredelung. „Was nützt beispielsweise eine neue Inkjet-Drucktechnologie, die eine Trocknungseinheit in der Dimension eines Flugzeug-Düsentriebwerks benötige, die mehr Strom verbraucht, als ein ganzer konventioneller Drucksaal?“ — Die Zukunft im Print müsse nach wie vor von Menschen gemacht werden, die mit klarem Verstand und profundem Erfahrungswissen agieren.

 


 

EPILOG: Foto-Impressionen aus Sao Paulo als modernes, dynamisch wachsendes Zentrum der Erneuerung und Transformation.

 

 

 


 

Value Publishing Bobst Mouvent 060720172017.001

 

Von Andreas Weber, Head of Value 

Den 6. Juli 2017 sollte man sich als wichtiges Datum im Geschichts-Kalender eintragen. Im idyllischen Wetzikon bei Zürich wurde unprätenziös, überzeugend und vertrauenswürdig der Digitaldruck (wohl inklusive Landanano!), wie wir ihn kannten, beerdigt. Und etwas Neues geboren. Jean-Pascal Bobst, CEO der Bobst Group SA und Piero Pierantozzi, Mitgründer von Radex und (vormals) Graph-Tech AG, hoben ein Start-up aus der Taufe als „Competence Center for Digital Printing: Mouvent AG. Beschäftigt werden bereits 80 Mitarbeiter, die hohe Kompetenz und Erfahrung haben. Und: Neue Produktionslösungen sind marktreif vorhanden, um im Etiketten- und Textildruck neue Maßstäbe zu setzen.

 

 

„Wir verstehen uns als Start-up, das von erfahrenen Profis betrieben und ausgeweitet wird, um die Messlatte im Digitaldruck via Inkjet neu auszurichten“ erläutert im Value-Exklusivgespräch Dr. Simon Rothen, seit Frühjahr der Gründungs-CEO der Mouvent AG. Rothen kommt aus der Biotechnologie, spricht fünf Sprachen und weiss wovon er redet. In der Vergangenheit hat er weltweit Start-ups erfolgreich mit ihren Innovationen am Markt platziert. Die Idee, die Mouvent zugrunde liegt, hat ihn sofort fasziniert. Ebenso wie die Professionalität, Kreativität und Präzision, mit der das Firmenkonzept umgesetzt wird und damit nicht nur für ihn, sondern vom Start weg für Dutzende andere Profis extrem reizvoll ist.

Pluspunkt: Kein (wie sonst übliches) Marketing- und PR-Geplapper! Sondern vom Start weg ein solider und überzeugender Praxisbeweis.

„Die Basis im Geschäft mit Print-Technik ist Vertrauen“, sagte Jean-Pascal Bobst zu Beginn seiner Präsentation. Und dokumentierte, wie überzeugt er und sein Traditionsunternehmen Bobst — seit Generationen in Familienhand – hinter dem Vorhaben stehen, das Neue und Revolutionäre per eigenständigem Unternehmen Wirklichkeit werden zu lassen. Und das von der ersten Sekunde an. „Wie konnte das nur klappen, rund ein Jahr nach der drupa 2016 eine dermaßen ausgereifte und marktfähige neue Digitaldruck-Technologie aus dem Hut zu zaubern, ohne dass jemand von uns etwas darüber erfährt?“, fragten sich Kollegen aus der Schweiz und vielen anderen Ländern der Welt, die zur Premiere gekommen waren. Allesamt gestandene Profis, die als Fachjournalisten normalerweise buchstäblich das Gras wachsen hören.

 

 

 

Nun, das gelang im Vorfeld fast wie bei einer geheimen Kommandosache, wie Simon Rothen bekundete — im intensiven Dialog mit allen Vertrauten und Beteiligten. Neben den Entwicklern, Technikern und Ingenieuren hatten auch die Marketing-Leute eine äußerst knifflige Aufgabe: Es musste eine Marke „erfunden“ werden, die den hohen Anspruch der Innovationstechnik verkörpert und das Vertrauen in etwas völlig Neues ermöglicht. „Wir sind so gründlich, logisch und stringent vorgegangen wie das seitens der Technik auch die Ingenieure machen“, erläuterte im Value-Gespräch Dr. Ulrike Grein, Managing Partner der Agentur Markenfels AG, Zürich. Hunderte Namensvarianten wurden erdacht und auf den Prüfstand gestellt, um letztlich den richtigen, passenden zu finden, der weltweit wirken kann: Mouvent klingt französisch, soll aber englisch ausgesprochen werden. Der Name impliziert Bewegung/Dynamik und strahlt trotzdem Ruhe aus. Das gesamte Erscheinungsbild der neuen Firma wirkt zeitgemäß, frisch und spiegelt hohe Kreativität wider, ohne aufdringlich oder grell zu wirken.

Der eigentliche Knüller: Eine Technik-Firma als Kompetenzzentrum. Mit dem Anspruch: „Re-engineer the engineering of inkjet printing technology“.

Innerhalb weniger Minuten konnte bei der Premiere am 6. Juli 2017 Mit-Gründer Piero Pierantozzi überzeugend darlegen, worin die Kunst der Technologie-Entwicklung im Inkjet-Druck liegt: es komme darauf an, dass man komplett neu überdenkt, wie man die theoretischen Vorteile des Inkjet-Verfahrens auch in der Praxis des professionellen Drucks effizient nutzbar machen kann. Als zentrales Ergebnis kam die „Cluster“-Konzeption heraus, als neuartiges Design, um nach dem „One-for-all“-Prinzip Drucksachen aller Art auf Substraten aller Art produzieren zu können. „Unser radikal neues Konzept besteht darin, einen Basis-Cluster zu nehmen, der in einer modularen und skalierbaren Matrix angeordnet ist. Daher müssen wir bei unterschiedlichen Anwendungen und Druckbreiten nicht mehr mit verschiedenen Druckbalken arbeiten“, legte Piero Pierantozzi dar. Und führt weiter aus: „Das Mouvent Cluster [als Trademark geschützt] ist die Schlüsseltechnologie hinter unseren Maschinen. Er erlaubt eine hohe optische Auflösung, die gestochen scharfe und farbenfrohe Bilder in einer sehr hohen Druckqualität erzielt. Gleichzeitig gewährleistet der Cluster eine bisher nicht gekannte Flexibilität und beispiellose Möglichkeiten in der Maschinenentwicklung. Einfachheit ist unsere Firmenphilosophie.“ Basis der Cluster bilden die Samba Inkjet-Druckköpfe von Fujifilm, die von Mouvent um neue Komponenten ergänzt werden.

Der Clou: Mouvent kann seine Cluster im 3D Printing-Verfahren herstellen lassen. Das senkt Aufwand und Kosten und erhöht die Flexibilität! Und stellt eine echte Weltneuheit dar, deren Kunde darüber aufgrund der Value-Tweets nach der Bekanntgabe blitzartig wie ein Lauffeuer um die 3D-Experten-Welt ging. „Wir drucken quasi eine Druckmaschine“, freut sich Simon Rothen. — Präsentiert wurden am 6. Juli 2017 bereits funktionsfähige Prototypen für den Etiketten- sowie den Textildruck. Erste technische Spezifikationen wurden publiziert.

 

 


Fazit: Adé altes Denken. Welcome Mouvent!

Einfach, effektiv, flexibel, modular skalierbar sind Inkjet-Technikenwticklungen im professionellen Druck bis dato nicht gewesen. Alle großen Konzern wie z. B. Xerox, HP, Konica Minolta oder auch partiell Canon haben sich bei der Inkjet-Technik bislang fast die Zähne ausgebissen — einzig Heidelberg scheint im Team mit Fujifilm mit der Primefire-Plattform einen gangbaren Weg für den Verpackungsdruck gefunden zu haben. Denn das Prinzip der IT- und Imaging-Blue Chips lautete uni sono: ‚Inkjet ist in seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten unschlagbar. Lass uns also für alle möglichen Anwendungszwecke eigenständige Verfahren entwickeln.‘ Basta! — Das führte zu einer Komplexität, die Zeit und Aufwand erheblich erhöhte und bei den Anwendern nachhaltig eher für Verwirrung als für Begeisterung sorgen.

Der von Mouvent eingeleitete Paradigmenwechsel des „One-for-all“ verweist nun (Gott sei Dank!) altes Denken auf die Plätze. Gut so! Wir werden nach der Sommerpause die weiteren Aktivitäten verfolgen können. Mouvent hat für September 2017 einiges angekündigt. Ich bleibe am Ball.

 

 

 


Wie gewohnt unser Value-Live-Bericht vom 6. Juli 2017 im exklusiven Format mit Texten, Bildern, Videos.

 

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ADDENDUM

Mouvent AG reüssierte auf der LABELEXPO 2017 in Brüssel und präsentierte seine marktreife Technologie. Siehe Video per LinkedIn:

https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6321775082662428672

Value Publishing Mike Hilton 2017.001

By Andreas Weber, Head of Value  |  German Version

Heidelberger Druckmaschinen AG (#Heideldruck for short) is in the ascendancy, growing sustainably and profitably while other companies such as HP, Xerox, Ricoh, and Canon are being forced to restructure and/or consolidate. This appears to be nothing out of the ordinary looking back on over 150 years of a company steeped in tradition, but look more closely and it’s a different story. Heideldruck claims it was the only printing press company to record a significant improvement in incoming orders over the past financial year in the period during and after drupa. But it certainly won’t be resting on its laurels – quite the opposite, in fact. Entirely new growth segments for the sector are being identified and approached proactively, with Heideldruck mutating into an “agile” company.

“Over the next five years, Heidelberg will once again become a leading light in the sector, enjoying strong growth and profits. We’ve defined the relevant success factors and have already introduced initial measures. This marks the start of a new era of growth for Heidelberg,” said the company’s CEO Rainer Hundsdörfer.

 


ValueCheck by Andreas Weber with Rainer Hundsdörfer, CEO of Heidelberger Druckmaschinen AG

 


 

Hundsdörfer also had the following to say: “The Heidelberg Digital Technology (HDT) and Heidelberg Digital Business and Services (HDB) sectors were established on April 1, 2017 to prepare for the company’s digital future. HDT combines sheetfed offset, label printing, and postpress operations and is responsible for developing, producing, and marketing the appropriate technologies and products for new business models. HDB, meanwhile, is where Heidelberg manages its operations relating to services, consumables, remarketed equipment, digital printing technology, and solutions throughout the value-added chain.”

This was possible thanks to the economic recovery of Heidelberg and the profitable growth it is now once again experiencing. The most important observations regarding the new strategy and the KPIs from the latest balance sheet are as follows:

  • Strategic focus on technology leadership, digital transformation, and operational excellence
  • Group targets for 2022 defined and underpinned with specific measures
  • Targeted increase in sales to around €3 billion, in EBITDA to €250-300 million, and in net profit after taxes to over €100 million
  • Initial strategic measures already implemented – two acquisitions (DOCUFY/Fujifilm coatings & printing chemicals in EMEA) and enhanced efficiency
  • Presentation of annual financial statement for 2016/2017 confirms targets achieved

 

 

Worth noting: 
Digital doesn’t “only” mean digital printing at Heideldruck

Digital printing is naturally a fundamental part of the new, comprehensive “Heidelberg goes digital” strategy. The new Primefire platform for digital packaging printing sets the bar extremely high here. But the digital transformation of the print business demands more than simply building good digital presses. Heideldruck has now gained a significant edge in this respect by finding a holistic approach that actually enables print shops to master the digital transformation. At the Annual Accounts Press Conference on June 8, 2017 in Frankfurt, CFO Dirk Kaliebe pointed out that it was now virtually impossible to distinguish between the high level of digitization in offset printing and that in digital printing. “The term ‘digital printing’ is actually misleading,” remarks Hundsdörfer. “Non-impact printing would be more accurate, that is to say a contactless printing method. Ultimately, however, printing takes place and an analog product is produced,” he explains. Hundsdörfer believes a mechanical engineer’s skill lies in combining all possible methods that serve to manufacture marketable print products of all kinds that are suitable for production in an efficient and automated process.

Is Heidelberg the print world’s Amazon?

As was already stressed at drupa 2016, the Push to Stop method enables autonomous printing. This is similar to Google helping to develop autonomous driving. The aim of the Heidelberg Cloud and assistant solutions is for the company to become the Amazon of the printing industry. “Heidelberg goes digital” is therefore linked to far more than a new way of building printing presses. As I see it, this is comparable to the success story of Tesla. At first glance, Tesla manufactures a premium electric car. A closer look reveals highly sophisticated data exchange between the driver/his preferences and the vehicle’s maximum coordination with specific needs and an optimum driving experience. In spring 2017, Tesla succeeded in overtaking automotive pioneer Ford in terms of market capitalization and sold more luxury vehicles in the United States than Porsche, VW/Audi, and BMW put together. Heidelberg could enjoy similar success. That’s why Hundsdörfer is promoting his vision of the “agile” company – a company that in my view is characterized by thinking and acting autonomously! 

 

Screenshots of the Heideldruck Annual Report, which has a die-cut folding carton on the cover that can be removed and turned into a “digital” box. This can be downloaded via Heidelberg.com.

 

As an experienced mechanical engineering insider, Hundsdörfer knows the importance of “operational excellence” (with the focus on permanent optimization of the solution portfolio and production processes). He is also aware of the two biggest assets of Heideldruck – know-how and experience regarding the best way to run a print business, under the premise of automating what can be automated – in production, in procurement, in real-time analysis of production resources in the field, in dialog between Heidelberg customers and their customers, and much more besides. Heideldruck is already a long way ahead of many other mechanical engineering companies in this respect. And it is marketing its know-how with start-ups, the go-to market, production companies (e.g. in 3D printing), and also other sectors (no doubt including the automotive sector in the future), where production processes continuously need to be converted and adapted. And not over a period of many months, but in just a few days.

 

 

There was good reason for the following question being raised at the Annual Accounts Press Conference: “Given everything you’ve told us, is it still appropriate for you to be called Heidelberger Druckmaschinen [= Heidelberg printing presses]?” The answer was that the brand has long been called “Heidelberg” and that’s all that counts. According to Hundsdörfer, building presses is vital for Heideldruck because the machines and their operation are linked to numerous additional and value-added services offered by the company. This is also the reason for the recent acquisitions of DOCUFY and, above all, the consumables sector of Fujifilm. Accordingly, Hundsdörfer wants Heideldruck to become a system solution provider, rather like a kind of platform operator for the global printing sector and its customers. Transformation is not simply a means to an end here, but the core business enabling profitable growth like that of the GAFA companies (Google, Amazon, Facebook, and Apple – see our ValueWebinar on value analysis “Transformation – Beam me up, Scotty”).

 

 

Conclusion

The new “Heidelberg goes digital” strategy clearly won people over at the Annual Accounts Press Conference, with the share price immediately soaring to its highest level all year. Despite the significant complexity, the Heideldruck CEO and CFO were able to set out their perspective and arguments both concisely and transparently. The Heidelberg Digital Business and Services (HDB) division has a key role to play, because this is where new business models/business model philosophies need to be developed for Heideldruck and also for customers and partners. — See as well our  ValueDialog with Management Board member and Chief Digital Officer Dr. Ulrich Hermann.

 


 

Extracts from the presentation charts used at the Heideldruck press conference on June 8, 2017 in Frankfurt

 

 


 

Further information is available in the multimedia ValuePublishing report on Storify

Please click the link for a ValuePublishing real-time report with texts, videos/voiceover, photos and opinions from the business press:

https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-wie-meistert-heideldruck-die-digitale-t

 

Heideldruck BPK Review via ValuePublishing Storify 08062017

 


 

Value Publishing Mike Hilton 2017.001

Von Andreas Weber, Head of Value  |  English Version

Im Aufwind: Während andere wie HP, Xerox, Ricoh oder Canon sich notgedrungen re-strukturieren und/oder konsolidieren, baut Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz: #Heideldruck) sein Wachstum nachhaltig und profitabel aus. Eigentlich in Anbetracht der über 150-jährigen Geschichte eines Traditionsunternehmens kein außergewöhnlicher Vorgang. Wohl aber doch, wenn man genau hinschaut. Denn Fakt ist: Heideldruck verzeichnete nach eigenen Angaben derzeit als einziges Druckmaschinen-Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr in der drupa-Phase und danach ein deutliches Plus im Auftragseingang. Und will sich auf diesen Lorbeeren keinesfalls ausruhen. Im Gegenteil: Es werden für die Branche ganz neue Wachstumssegment identifiziert und pro-aktiv angegangen. Heidelberg mutiert damit zum „agilen Unternehmen“.

„Heidelberg wird in den nächsten fünf Jahren wieder der wachstumsstarke und profitable Leuchtturm unserer Branche werden“, sagte Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Wir haben die Erfolgsfaktoren hierfür definiert und bereits die ersten Maßnahmen eingeleitet. Damit beginnt für Heidelberg eine neue Wachstumsära.“

 


ValueCheck von Andreas Weber mit Rainer Hundsdörfer, CEO Heidelberger Druckmaschinen AG

 


 

Hundsdörfer ließ weiterhin verlautbaren: „Um den Konzern für die digitale Zukunft des Unternehmens fit zu machen wurden bereits zum 1. April 2017 die Segmente Heidelberg Digital Technology (HDT) und Heidelberg Digital Business und Services (HDB) etabliert. Bei HDT sind das Sheetfed-Offset-Geschäft, der Etikettendruck und die Druckweiterverarbeitung zusammengefasst; hier werden die passenden Technologien und Produkte auch für neue Geschäftsmodelle entwickelt, produziert und vermarktet. Bei HDB steuert Heidelberg seine Geschäfte mit Services und Verbrauchsmaterialien, Gebrauchtmaschinen sowie die digitalen Drucktechniken und Lösungen entlang der Wertschöpfungskette.“

Möglich wurde dies, da Heidelberg wirtschaftlich wieder obenauf ist und profitabel wächst. Hier die wichtigsten Anmerkungen zur neuen Strategie und Eckdaten aus der aktuellen Bilanz:

  • Strategischer Fokus auf Technologieführerschaft, digitaler Transformation und operativer Exzellenz
  • Konzernziele für 2022 definiert und mit Einzelmaßnahmen hinterlegt
  • Umsatz soll auf rund 3 Mrd. €, das EBITDA auf 250–300 Mio. € und Nachsteuergewinn auf mehr als 100 Mio. € steigen
  • Erste strategische Maßnahmen: zwei Akquisitionen (DOCUY / Fujifilm Lacke & Druckchemikalien in EMEA) und Effizienzverbesserung bereits umgesetzt
  • Vorlage des Jahresabschlusses 2016/17 bestätigt Zielerreichung

 

 

Bemerkenswert: 
Digital heisst bei Heideldruck nicht automatisch „nur“ Digitaldruck

Elementarer Teil der neuen, umfassenden “Heidelberg goes Digital”-Strategie ist natürlich der Digitaldruck. Hier setzt insbesondere die neue Primefire-Plattform für den digitalen Verpackungsdruck die Messlatte enorm hoch. Doch die digitale Transformation des Print-Geschäfts verlangt mehr, als nur gute Digitaldruck-Maschinen zu bauen. Hier hat sich Heideldruck inzwischen einen deutlichen Vorsprung erarbeitet, indem ein ganzheitlicher Ansatz gefunden wurde, dass Druckereien die digitale Transformation auch tatsächlich bewältigen können. Finanzvorstand Dirk Kaliebe verwies bei der Bilanzpressekonferenz am 8. Juni 2017 in Frankfurt am Main darauf, dass es kaum noch möglich sei, den hohen Grad der Digitalisierung im Offsetdruck von dem im Digitaldruck zu unterscheiden. „Eigentlich ist der Begriff ‚Digitaldruck‘ irreführend“, merkt CEO Rainer Hundsdörfer an. „Man sollte besser von Non-Impact-Druck sprechen, also einem berührungslosen Druckverfahren. Am Ende wird aber auch gedruckt und ein analoges Produkt hergestellt.“ Die Kunst seitens eines Maschinenbauers bestehe darin, alle möglichen Verfahren einzubinden, die dazu dienen, marktgerecht und produktionstauglich Drucksachen aller Art effizient und automatisiert herzustellen.

Heidelberg als Amazon im Print?

Schon auf der drupa 2016 wurde betont: Durch Push-to-stop-Methodik ermögliche man autonomes Drucken ähnlich wie Google das autonome Autofahren befeuert. Und durch die Heidelberg Cloud und -Assistent-Lösungen wolle man zum Amazon der Print-Branche werden. Mit „Heidelberg goes digital“ ist also wesentlich mehr verbunden, als nur eine neue Art und Weise, Druckmaschinen zu bauen. Aus meiner Sicht ist das mit der Erfolgs-Story von Tesla zu vergleichen: Auf den ersten Blick baut Tesla ein elektrogetriebenes Premium-Auto. Auf den zweiten Blick geht es um den qualifizierten Datenaustausch zwischen Fahrer / seinen Präferenzen und dem Maximum an Abstimmung des Fahrzeugs an konkrete Bedürfnisse und optimales Fahrerleben. Tesla gelang es im Frühjahr 2017, den Auto-Pionier Ford bei der Marktkapitalisierung zu überrunden und in den USA mehr Luxusfahrzeuge zu verkaufen als Porsche, VW/Audi und BMW zusammen. — Heidelberg könnte ähnliches gelingen. Darum propagiert CEO Hundsdörfer seine Vision des „agilen“ Unternehmens; ein Unternehmen, das sich aus meiner Sicht durch „autonomes Denken und Handeln“ auszeichnet! 

 

Screenshots vom Heideldruck-Geschäftsbericht, der im Deckblatt eine gestanzte Faltschachtel enthält, die herausgenommen werden kann und zur “digitalen” Box wird. — Download via Heidelberg.com

 

Hundsdörfer setzt als erfahrener Maschinenbau-Insider auf „Operative Exzellenz“ (mit Fokus auf permanente Optimierung des Lösungsangebotes und der Fabrikationsprozesse) sowie die beiden wichtigsten Assets von Heideldruck: Know-how und Erfahrung, wie man das Print-Geschäft bestmöglich betreibt. Und das unter der Prämisse, zu automatisieren, was zu automatisieren geht: bei der Produktion, in der Beschaffung, in der Echtzeitanalyse der Produktionsmittel im Feld, im Dialog des Heidelberg-Kunden mit seinen Kunden und vieles mehr. Hier ist Heideldruck bereits vielen anderen Maschinenbauern weit voraus. Und vermarktet sein Know-how sowohl bei Start-ups beim Go-to-Market und der Produktion (z. B. im 3D-Druck) wie auch in anderen Branchen (wie wohl künftig dem Automobilsektor), wo Fertigungsprozesse permanent umgestellt und angepasst werden müssen. Und das nicht in vielen Monaten, sondern in wenigen Tagen.

 

 

Nicht ohne Grund tauchte bei der Bilanzpressekonferenz die Frage auf: „Bei all dem, was Sie uns darlegen: Stimmt dann noch der Firmenname ‚Heidelberger Druckmaschinen‘?“Die Antwort: Der Brand heisst schon lange „Heidelberg“. Und nur das zählt. Und Druckmaschinen zu bauen, ist laut CEO Hundsdörfer für Heideldruck unabdingbar, da durch die Maschinen und ihren Betrieb viele Zusatz- und Mehrwertleistungen aggregiert werden, die Heideldruck anbietet; darum auch die jüngsten Akquisitionen von Docufy sowie v. a. für den Verbauchsmaterialsektor von Fujifilm.

Entsprechend möchte Hundsdörfer Heideldruck zum Systemlösungsanbieter werden lassen, quasi als eine Art Plattform-Betreiber für die globale Print-Branche und ihre Kunden. Dabei bildet Transformation nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ist Kern des Geschäfts, um profitabel Wachsen zu können. Ganz so, wie es die GAFA-Firmen vormachen. (GAFA steht für Google, Amazon, Facebook, Apple; siehe dazu unser ValueWebinar-Angebot zur die Value Analyse „Transformation — Beam me up, Scotty”).

 

 

Fazit

Die neue Strategie „Heidelberg goes digital“ hat bei der Bilanzpressekonferenz eindeutig überzeugt — was sogleich einen Kurssprung auf ein Jahreshoch bewirkte. Der Heideldruck-Vorstandsvorsitzende und der Finanzvorstand konnten — trotz aller Komplexität — ihre Sichtweise und Argumente schlüssig und verständlich dargelegt. Dem Vorstandsbereich „Heidelberg Digital Business und Services (HDB)“ kommt eine Schlüsselrolle zu, da hier für Heideldruck wie auch für Kunden und Partner neue Geschäftsmodelle resp. Geschäftsmodell-Philosophien entwickelt werden müssen.

Wir konnten dies per ValueDialog in August 2017 mit Vorstand Dr. Ulrich Hermann besprechen.

 


 

Auszüge aus den Präsentationscharts zur Heideldruck-Bilanz-Pressekonferenz vom 8. Juni 2017 in Frankfurt am Main

 

 


Weitere Infos per multimedialem ValuePublishing Report auf Storify

Bitte Link klicken für ValuePublishing-Echzeitreport mit Texten, Videos/O-Ton, Fotos und Meinungen aus der Wirtschaftspresse:

https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-wie-meistert-heideldruck-die-digitale-t


Heideldruck BPK Review via ValuePublishing Storify 08062017

 


 

 

Bayerns Staatsminister Joachim Herrmann gratuliert Onlineprinters-CEO Dr. Michael Fries zum 600 000. Kunden. Foto: Onlineprinters GmbH

(Neustadt an der Aisch, Onlineprinters)  – Für die Onlineprinters GmbH mit ihren beiden Marken diedruckerei.de und Onlineprinters beginnt das neue Jahr mit einer Erfolgsmeldung: Das Unternehmen hat im Jahr 2016 insgesamt 100.000 neue Kunden gewonnen und konnte im Januar 2017 seinen 600 000. Kunden begrüßen. Der Bayerische Staatsminister Joachim Herrmann gratulierte den beiden Geschäftsführern Dr. Michael Fries (CEO) und Dirk A. Müller (CFO) zu diesem Erfolg. „Ich freue mich, mit der Onlineprinters GmbH ein Unternehmen zu besuchen, das sich seit Jahren kontinuierlich positiv entwickelt und Innovationsstärke unter Beweis gestellt hat. Das zeigt, dass die Digitalisierung auch traditionellen Branchen wie dem Druckgewerbe, entscheidende Impulse geben kann“, sagte Joachim Herrmann gleich zu Beginn seiner Betriebsbesichtigung bei der Onlineprinters GmbH im mittelfränkischen Neustadt a. d. Aisch.

Ein Blick hinter die Kulissen

Der Minister nutzte die Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen des E-Commerce-Unternehmens zu werfen, das sich in den vergangenen dreizehn Jahren aus einer mittelständischen Druckerei zu einem der europäischen Marktführern im Onlinedruck entwickelt hat. Beim Gang durch die Produktionshallen konnte er die imposanten Acht-Farb-Offset-Druckmaschinen, hochmodernen Schneidearbeitsplätze sowie die Weiterverarbeitungsanlagen besichtigen. Onlineprinters-CEO Dr. Michael Fries betonte: „Wir haben 2016 über 2,1 Milliarden Druckprodukte hergestellt und von unserem Firmenstandort in Neustadt a. d. Aisch aus in 30 Länder geliefert. Am Rande der Metropolregion Nürnberg haben wir ein europaweit führendes digitales Geschäftsmodell entwickelt. Für das laufende Jahr steht nicht nur weiteres Umsatzwachstum, sondern ebenso die Erhöhung der Profitabilität auf unserer Agenda.“

Größter Arbeitgeber im Landkreis

Auch das Mitglied des Bayerischen Landtages, Hans Herold, der Landrat des Landkreises Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim, Helmut Weiß, sowie der Erste Bürgermeister der Stadt Neustadt a. d. Aisch, Klaus Meier, konnten sich ein Bild von einem der größten Unternehmen des Landkreises Neustadt a. d. Aisch machen. „Wir werden in den nächsten Jahren weiterwachsen. Das bedeutet auch, dass wir einen steten Zufluss von qualifizierten Mitarbeitern benötigen. Seit 2016 bilden wir deshalb verstärkt selbst aus. Das hat den Vorteil, dass der Nachwuchs aus den eigenen Reihen von vornherein mit unseren Arbeitsabläufen, die sich stark von denen einer konventionellen Druckerei unterscheiden, vertraut ist“, erklärt Dr. Michael Fries.

Ausbau der Internationalisierung wird fortgesetzt

Nach dem Einstieg der beiden neuen Investoren Bregal Unternehmerkapital und Project A Ventures wird für das laufende Jahr 2017 ein zweistelliges Umsatzwachstum, eine Steigerung der Profitabilität und die Aufnahme neuer Produkte ins Angebot angestrebt. Dr. Michael Fries kündigt an: „Auch unsere Internationalisierung werden wir weiter vorantreiben. Im Januar wird unser tschechischer Webshop online gehen. Dabei wird es 2017 aber nicht bleiben. Schon jetzt gibt es unsere Onlineshops in zehn Sprachen. Mittlerweile machen wir mehr als die Hälfte unseres Umsatzes im Ausland, dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren verstärken.“

Über das Unternehmen

Die Onlineprinters GmbH zählt zu den größten Onlinedruckereien Europas. Unter dem Motto „Drucksachen einfach online bestellen“ vertreibt das Unternehmen über 15 Webshops Druckprodukte an 600.000 Kunden in 30 Ländern Europas. International ist das Unternehmen unter dem Markennamen Onlineprinters bekannt, in Deutschland tritt es als diedruckerei.de auf. Das Produktsortiment umfasst 1.400 Drucksachen von Visitenkarten, Briefpapier und Flyern über Kataloge und Broschüren bis hin zu großformatigen Werbesystemen. Das Erfolgsrezept der Produktion individueller Drucksachen im Sinne der Industrie 4.0 basiert auf drei Säulen: dem Online-Vertrieb, einer vollintegrierten Produktion von Bestellung bis Versand und dem Sammeldruck. In Letzterem werden auf sogenannten Sammelformen mehrere Druckaufträge gemeinsam produziert, was Kosten minimiert und die Umwelt schont. Kunden stehen Optionen wie Blitzdruck (Produktion am selben Werktag), Overnight-Lieferung, klimaneutrale Produktion und freie Formateingabe bei ausgewählten Produkten zur Verfügung. Die Onlineprinters GmbH beschäftigt 650 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde von den Publikationen DIE WELT, COMPUTER BILD, FOCUS und Handelsblatt für seinen deutschen Onlineshop ausgezeichnet.
 
Klicken zum Videobeitrag „Blick hinter die Kulissen von diedruckerei.de“

Experts verify results: Well-known experts from Europe and the U.S. on the Push to Stop tour at the end of October 2016 stopped off at Lokay Druck in Darmstadt, Druckerei Pruskil in Ingolstadt, and Aumüller Druck in Regensburg. The tour proved that drupa innovations from Heideldruck not only work well in practice, but also boost added value in print many times over from a standing start. For more on Push to Stop, see the ValueDialog “Quantum leap through digitization in offset printing” with Rainer Wolf, Head of Sheetfed Product Management at Heideldruck, which covers all technical aspects, modes of operation, and benefits of the new automation solutions.


By Andreas Weber, Head of Value

When it works, it really works. Unveiled at drupa 2016 and now already tried and tested in practice, intelligent, automated machine technology is catapulting industrial print media production to an unprecedented level of performance. “Print is a data-driven business. We have direct access to data volumes of over 20 terabytes,” says Thomas Kerndl, Technical Manager of Druckerei Pruskil in Ingolstadt. And this is entirely necessary, because at peak times Pruskil’s presses require up to 400 printing plates per hour to ensure full capacity utilization with fully automated job changes. With this in mind, the print shop purchased the latest Speedmaster XL 106 (an eight-color perfecting press), including comprehensive software, from Heideldruck at drupa 2016 and took this into operation in September 2016. It produces top-quality short and long runs for brand organizations, especially in the automotive sector. The way I see it, just four weeks of using the Push to Stop philosophy has as good as turned Pruskil’s press operators into the coolest of DJs – not disk jockeys, but data jockeys with full control over print production. They no longer experience avoidable stress. The pressure now passes to the assistants, who have to work at top speed to supply the necessary printing plates at the presses.

The wallscreen becomes the cockpit


Thomas Fleckenstein of Lokay Druck


Cool! Vegan print products!


Push to Stop at Pruskil


Thomas Kerndl of Pruskil


Christian Aumüller explains ways of optimizing work


Printing plate robot at Aumüller


Printing plate robot at Aumüller

A huge wallscreen console provides a transparent overview of the entire job and manufacturing process. The press controls the process independently and calculates the optimum production method – not just for one job, but for up to 30 jobs in series simultaneously. During high-speed production at 18,000 sheets per hour with less than 100 startup sheets – and after printing roller cleaning and automatic plate changing (in less than three minutes for PSO-compliant jobs!) – press operators can view upcoming jobs/check them in real time and ensure they keep the press operating. 

“Controlled by intelligent software, the press makes the better decisions,” stresses Lokay Druck’s General Manager and Head of Marketing Thomas Fleckenstein. He goes on to explain that autonomous printing is not simply a means to an end, maximizing efficiency in production, but also offers new opportunities for new markets and applications. Nearly ten years ago, Lokay was the first attested environmentally friendly print shop in Germany. It has maintained its premium green credentials and has now also become one of the first innovative smart print shops. Automation opens the way for new service offerings when producing short and medium-sized runs in real time. “We’ve recently even started offering vegan print products!” reveals Fleckenstein. This is proving extremely popular with Lokay customers who consider sustainability and the environment to be important, and also with new customers.

A big fan of Push to Stop, Christian Aumüller combines technology innovation with lean management and an impressive corporate culture. Photo: Andreas Weber, Mainz/Germany


Smart print requires smart organization
Long-established company Aumüller Druck focuses not only on relevant technical innovations, but also on lean management and a corporate culture geared toward staff, partners, and customers. Long-standing partners include the leading online print shop Flyeralarm and Heideldruck. Together, they develop application solutions that help achieve huge productivity gains. In addition to the pressroom, postpress operations are also highly automated so as to be able to turn the huge quantities of items produced by Aumüller’s presses into final products without any bottlenecks.

It should be pointed out that the primary purpose of robotization (stacking up to 1,500 printing plates each day, for example) and automation is not to make people superfluous or to cut costs, but to reduce the “touchpoints”, that is to say the number of manual interventions in workflows and processes. Christian Aumüller, who runs the business together with his brother Stefan, stresses that they have established their own methodology/system for incorporating technology innovation optimally and thus effectively into all process steps. The theory behind this is that optimizing the design of the man-machine interfaces determines the overall success and the maximum benefit for customers. 

Aumüller conducted the first Push to Stop field test a whole year ago at the end of 2015, always based on actual production tasks. Heideldruck recorded the findings and took them into consideration. Such a comprehensive “reboot” of sheetfed offset printing would otherwise never have been ready for practical application in such a short time. Christian Aumüller stressed that the Push to Stop field test enabled new options to be identified that the technical development and product management professionals at Heideldruck were unable to discover under laboratory conditions. “We’re proud to have made such progress with automation in print and given a further big boost to our production output – not only for long runs, but also for the ever more important short runs,” he says. 

In the process, Aumüller has demystified the industry importance of digital printing for the on-demand printing of short runs. “Based on five or so jobs of just 200 sheets, our Push to Stop Speedmaster offset printing technology is cheaper and faster than digital printing! We also enjoy the huge benefits of autonomous printing for long runs,” he adds.

To sum up, autonomous “Push to Stop” printing has successfully established itself and will continue to develop. New dimensions are opening up regarding the specific benefits and possible uses at print shops. It is no longer printing capacities that are being sold. Instead, customers are benefiting from unique high-speed and high-quality services in real time that increase the value of print and enable it to meet the demands of the digital age.


See also the multimedia ValuePublishing real-time report on the Push to Stop tour at the end of October 2016 with brief comments, visual impressions, and live videos.




Link: https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-automation-via-push-to-stop-in-practice

Ergebnisse im Expertencheck: Push-to-Stop-Tour Ende Oktober 2016 mit namhaften Experten aus Europa und den USA bei Lokay Druck, Darmstadt, Druckerei Pruskil, Ingolstadt, und Aumüller Druck, Regensburg belegt, das drupa-Innovationen von Heideldruck nicht nur Praxis-tauglich sind, sondern aus dem Stand heraus die Wertschöpfung im Print vervielfachen. —Siehe zu Push-to-Stop den ValueDialog mit Rainer Wolf, Leiter Produktmanagement Sheedfed bei Heideldruck “Quantensprung durch Digitalisierung im Offsetdruck” mit allenTechnik-Aspekten, Funktionsweisen und Nutzen der neuen Automatisierungslösungen.


Von Andreas Weber, Head of Value


Wenn’s läuft, dann läuft’s. Zur drupa 2016 vorgestellt, jetzt bereits in der Praxis bewährt: Die intelligente, automatisierte Maschinentechnik katapultiert die industrielle Printmedienherstellung auf eine nie dagewesene Leistungsebene. “Print ist ein Daten-getriebenes Geschäft. Wir haben Datenmengen von über 20 Terrabytes im direkten Zugriff”, so Thomas Kerndl, Technischer Leiter der Druckerei Pruskil in Ingolstadt. Das braucht es auch; bei Pruskil müssen in der Spitze bis zu 400 Druckplatten pro Stunde den Maschinenpark füttern, damit die Kapazitäten mit vollautomatisiertem Auftragswechsel ausgeschöpft werden können. Damit dies gelingt, hatte man auf der drupa 2016 die neueste Heideldruck Speedmaster XL 106 (eine Achtfarben Wendemaschine) inklusive umfangreicher Software gekauft und im September 2016 in Betrieb genommen. Gefertigt werden in Top-Qualität sowohl Klein- als auch Großauflagen für Markenunternehmen sowie speziell für den Automobilbereich. Mein Eindruck: Seit man bei Pruskil in nur vier Wochen die Push-to-Stop-Philosophie umgesetzt hat, ist der Drucker an der Maschine quasi zum ‘coolen DJ’ im Sinne des Data Jockey geworden, der während der Print-Produktion Regie führt. Vermeidbaren Stress hat er nicht mehr, eher die Helfer, die wieselflink Druckplatten an der Maschine platzieren müssen.

Wallscreen wird zum Cockpit.

Thomas Fleckenstein, Lokay Druck

Cool! Vegane Drucksachen!

Push-to-Stop bei Pruskil

Thomas Kerndl, Pruskil

Christian Aumüller erläutert Wege zur Arbeitsoptimierung

Druckplatten-Roboter bei Aumüller

Druckplatten-Roboter bei Aumüller

Eine riesige Wallscreen-Konsole macht den gesamten Auftrags- und Herstellungsprozess transparent. Wobei die Druckmaschine den Prozess eigenständig kontrolliert und die optimale Produktionsweise berechnet. Und dies nicht nur bei einem Auftrag, sondern bei gleichzeitig bis zu 30 Aufträgen in Serie. Sprich: Während nach Druckwalzenreinigung und automatischem Plattenwechsel (bei Jobs im PSO-Standards in unter drei Minuten!) bei weniger als 100 Anlaufbögen High-Speed mit 18.000 Bogen pro Stunde produziert wird, kann der Drucker die nächsten Aufträge sichten respektive in Echtzeit prüfen und sicherstellen, dass er die Maschine am Laufen hält. 

“Die per intelligenter Software gesteuerte Druckmaschine trifft die besseren Entscheidungen”, betont Thomas Fleckenstein, Geschäftsführer sowie Head of Marketing bei Lokay Druck. Autonomes Drucken sei nicht nur Mittel zum Zweck, um maximale Effizienz in der Produktion zu erreichen, sondern biete neue Chancen für neue Märkte und Anwendungen. Vor fast 10 Jahren war Lokay die erste testierte “umweltfreundliche Druckerei Deutschlands” und hat sich nachhaltig auf Premium-Niveau etabliert. Heute ist man einer der ersten als neuartiger Betriebstypus: Dem “Smart Print Shop”. Kleine und mittlere Auflagen in Echtzeit zu fertigen, ermöglicht durch Automation neue Leistungsangebote. “Wir bieten neuerdings sogar vegane Printprodukte!”, so Fleckenstein. Das kommt bei der auf Nachhaltigkeit und Umwelt bedachten Klientel von Lokay sowie Neukunden sehr gut an.

Push-to-Stop mit Leidenschaft: Christian Aumüller setzt auf Technik-Innovation im Einklang mit Lean Management und hoher Unternehmenskultur. Foto: Andreas Weber, Mainz



Smartes Print benötigt die smarte Organisation

Beim Traditionsunternehmen Aumüller Druck stehen nicht nur relevante technische Innovationen im Fokus, sondern auch Lean Management und eine auf Mitarbeiter, Partner und Kunden ausgerichtete Firmenkultur. Langjährige Partner sind die führende Online-Druckerei Flyeralarm sowie Heideldruck. Gemeinsam entwickelt man Anwendungslösungen, die helfen, die Produktivität enorm auszuweiten. Neben dem Drucksaal ist die Weiterverarbeitung hochautomatisiert, um den gigantischen Output des Dtuckmaschinenparks bei Aumüller ohne Stau zu Endprodukten verarbeiten zu können.

Beachtenswert: Roboterisierung (wie beim Stapeln der bis zu 1.500 Druckplatten pro Tag) und Automatisierung dienen primär nicht dazu, Mitarbeiter überflüssig zu machen oder Kosten zu sparen, sondern die “Touchpoints”, sprich die Zahl der manuellen Eingriffe in den Arbeits- und Prozessabläufen zu reduzieren. Christian Aumüller, der mit seinem Bruder Stefan die Geschäfte leitet, betont, dass man eine eigene Methodik/Systematik etabliert habe, wie man Technologie-Innovation optimal und somit wirkungsvoll in alle Prozessschritte einbindet. Motto: Das beste Design der Schnittstellen Mensch-Maschine-Abläufe entscheidet über den Gesamterfolg und den Maximalen Nutzen für Kunden. 

Bei Aumüller fanden bereits vor einem Jahr, Ende 2015, erste Feldtest im Rahmen des Push-to-Stop statt; immer in Verbindung mit aktuellen Produktionsaufgaben. Die Erkenntnisse sind von Heideldruck aufgenommen und berücksichtigt worden. Sonst wäre eine solche umfassende “Rundum-Erneuerung” des Bogenoffsetdrucks nicht in so kurzer Zeit praxisreif gewesen. Christian Aumüller betonte, dass durch den Push-to-Stop-Feldtest neue Optionen identifiziert werden konnten, die sich den Technik-Profis in Entwicklung und Produktmanagement bei Heideldruck unter “Labor-Bedingungen” nicht offenbaren konnten. Dazu Christian Aumüller: “Wir sind stolz darauf, die Automation im Print so weit voranzubringen, um unsere Produktionsleistung nochmals deutlich zu erhöhen. Und das nicht nur bei Grossauflagen, sondern auch bei den wichtiger werdenden Kleinauflagen.” 

Und ganz ‘nebenbei’: Aumüller hat den Digitaldruck für On-Demand-Druck von Kleinauflagen in seiner Branchenbedeutung entmystifiziert. “Bei Auftragsserien von rund fünf Jobs mit einer Auflage von nur 200 Druckbögen unterschreiten wir mit unserer auf Push-to-Stop ausgerichteten Speedmaster-Offsetdruck-Technik die Möglichkeiten im Digitaldruck bezüglich der Kosten und steigern die Geschwindigkeit! Und gleichzeitig nutzen wir die enormen Vorteile des autonomen Druckens für hohe und große Auflagen.”

Fazit: Autonomes Drucken im Sinne von Push-to-Stop ist erfolgreich etabliert und wird sich weiter entwicklen. Den individuellen Vorteilen und Nutzungsmöglichkeiten bei Druckereien eröffnen sich neue Dimensionen. Verkauft werden nicht mehr Druckkapazitäten, sondern Kunden bieten sich einzigartige High-Speed- und High-Quality-Services in Echtzeit, die den Wert von Print steigern und für die Anforderungen im Digitalzeitalter fit machen.


Siehe auch den multimedialen ValuePublishing-Echtzeit-Bericht von der Push-to-Stop-Tour Ende Oktober 2016. Mit kurzen Kommentaren, Bildimpressionen und Live-Videos.


Link: https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-automation-via-push-to-stop-in-practice



ValuePublishing Transformation 22082016.001

Roadmap to Transformation: The strategist, speaker, futurist, digital transformer Frank Diana hits the point by sharing his „Future“ scenario.  Source: https://frankdiana.net

 

By Andreas Weber, Head of Value

Click to access german version  |  Read as well the Webinar-Summary!

This article is the overture to a series of trend letters and trend studies produced by ValuePublishing together with the global expert platform @Muchcommunication. The topics revolve around the significance of the transformation of our thinking and behavior, the ways and means by which we live, communicate and do business. —The basis is the analysis and evaluation of around 100 validated, national and global sources of information that are continuously being assessed. More than 300 trade articles with background material, analyses, trend observances and assessments are currently available as resources in the compendium ValueTrendRadar.com.

Intro 

The desire to be able to make Captain Kirk’s legendary phrase “Beam me up, Scotty” in Star Trek a reality has existed for several decades. It stirs up the fascination of transforming one’s own self to get from A to B in real-time and exchange reality with another on the fly. The self is dematerialized, diffused and constructed again — deconstruct, reconstruct!

The initial question is:
Where do we stand today — where are we headed?

The answer: 
We must not let ourselves be led astray by pure technology euphoria. Let us first take a look back to the future!

 

In medias res

For more than a generation, “digitalization” has had a fulminant impact (regardless of how one may interpret the term!); our living environment and real life go hand in hand with fulminant structural changes at ever shorter intervals accompanied by an enormous increase in pressure, thanks to globalization. The daily deluge of countless appeals incites downright panic as we are made aware of the fact that change caused by digital technology is unstoppable. No stone is left unturned. There is no getting around ‘digital transformation’ — on every corner there stands a self-appointed prophet, or even worse, a know-it-all, who points out the scenarios of why what we do, generally speaking, is no longer possible for future success.

A closer look often reveals smokescreens, eyewash, ignorance based on arrogance and consummate dilettantism. New terms are constantly being hawked with hype and their meaning distorted: The world becomes a “digital world”, trade becomes “digital commerce”; media becomes “digital media”, marketing becomes “digital marketing”, transformation becomes “digital transformation”. Everyone needs a “digital strategy”. Added to that are ultimate verbal creations such as “customer obsession”, “pure business” and more.

The consequences: Every day there is virtually something new under the sun. This leads to an exponentially growing confusion that creates more uncertainty than perspective, spurring the know-it-all prophet on to even more ‘good’ deeds… Phew! A vicious circle. For here — figuratively speaking — gasoline is being used to put out the fire.

How can you escape the confusion? Very easily – by thinking about it in peace and quiet and in reflective practice. Steve Jobs led the way when, after years in the diaspora, he introduced the Apple “Think Different” philosophy in the fall of 1997, with the transformation irreversibly changing not only the ailing Apple concern at the time, but also that of the world of IT, of computing, of music, of telecommunications, of movies, of books, of e-learning and so much more with regard to ‘digital lifestyle’. During the preview, Jobs told his closest colleagues succinctly that the key was the return to the “core values” that existed from the beginning and consequently carrying them on. Success proved him right. A manifest, a master plan oriented to the past is what is always first needed to define new guidelines for decades to come. [See: Apple Confidential – Steve Jobs on “Think Different” – Internal Meeting Sept. 23, 1997. ]

 

Transformation begins in the head!

If one continues this line of thought in the context of change, the logical implication is: Transformation begins in the head. And if the mission is successful, it ends there again. This sweeps away all those who lead one to believe that salvation lies in the inexhaustible innovative power of the latest technology. That is a fallacy. Salvation lies in thinking based on a sound human understanding that recognizes fundamental needs and anticipates the new! But beware: The famous phrase “Mens sana in corpore sano” (“a sound mind in a sound body”), should not be considered here, especially as it is no longer taken in the original sense meant by the Roman poet and satirist Juvenal, who used it to criticize hypocritical piety and dancing around the golden calf. 

“If you want to go forward, you first have to go back to the roots!”

Recourse to Roman Antiquity is not out of place in our context. The Latin verb “transformare” means in essence “reform, reconfigure, alter”. That was the focus in ancient Rome; transformation was part of the genetic code of an empire to create not only expansion, but first and foremost culturally uniform value systems and keep them alive over the centuries — or even make them useful for us people of today.

INFO TIP:  Collaborative Research Centre 644 Transformations of Antiquity of the Humboldt University of Berlin, http://www.sfb-antike.de and http://www.hsozkult.de/event/id/termine-31084 .

“Reform, reconfigure, alter” was ultimately the impetus for constituting the United States of America of 1776. Europe as the “mother” of Enlightenment was not in the position then or even generations later to pursue its own awareness. Those who were interested in freedom, independence, human rights, progress and securing one’s livelihood had to emigrate. Transformation was thus inherent in the USA, shaping the creation and culture of a nation, of a free society as well as that of a dynamic economic area; this continues unabated today.

In American English usage, transformation was given an extended meaning: Going back to the early 15th century, it followed the late Middle English “change of shape”, to be augmented in modern times by synonyms such as conversion, metamorphosis, renewal, revolution, shift, changeover, flip-flop, switch, transfiguration, etc. This provoked a special type of transformation that consciously accepts collateral damage, as well as a return to “great minds” such as Johannes Gutenberg, who was chosen Man of the Millennium by the business elite in the USA in 2000. (See Theo Mortimer: The Man of the Millennium, Dublin Historical Record, 2003 https://www.jstor.org/stable/30101421?seq=1#page_scan_tab_contents

Silicon Valley forward thinker Jeff Jarvis dedicated a book worth reading to him: Gutenberg — The Geek. Core message: “According to Jarvis, Johannes Gutenberg, the patron saint of entrepreneurs, would not only approve, but find himself right at home in Silicon Valley today.”

Recently, especially in China since the 1990s, it has been seen how a society and its culture of thousands of years is transforming at breakneck speed, independently of political liberalism. At the center are economic developments arising from growing expertise and broadening communication skills with unique scale and multiplier effects.

If one compares the transformation effects in the USA und China with those in Europe, a strong imbalance becomes apparent as reflected in stock prices and the design of business model concepts. (See: Netzökonom/Dr. Holger Schmidt: Plattform-Index KW 33: Tencent, Baidu und Weibo legen kräftig zu  as well as: Digitale Plattformen – das zentrale Geschäftsmodell für Unternehmen).

 

Source: Dr. Holger Schmidt: Digitale Plattformen. slideshare presentation dated 20. April 2016. 

 

This imbalance is recognized by business leaders in Germany (like in many other countries), but without any suitable counteracting concepts made visible. (See loc. cit.: Digitale Transformation: Deutschlands Top-Manager sehen großen Nachholbedarf).

The main reason for this, apart from a deficit of topical expertise, is the different interpretation of the word meanings. Digitalization is seen as a technical phenomenon and thus a concern for techies. Transformation is evaluated in terms of the pipeline business model and optimization of the existing order – with fatal consequences. There is complete disregard for the fact that in doing so, the term transformation is replaced by its antonym: Stagnation.

This article will be continued with examples of transformation concepts destined to succeed or to fail.

 

CONTACT TO GET ACCESS TO FURTHER TRANSFORMATION ARTICLES, TRENDSETTERS AND TRENDSTUDIES: 

ValuePublishing Transformation 22082016.001

Roadmap to Transformation: The strategist, speaker, futurist, digital transformer Frank Diana hits the point by sharing his „Future“ scenario.  Source: https://frankdiana.net

 

Von Andreas Weber, Head of Value

English version   |   LESETIP: Zusammenfassung des Webinars zu “Transformation”.

Dieser Beitrag bildet die Ouvertüre zu einer Serie von Trendletters und Trendstudien, die als Beitrag von ValuePublishing gemeinsam mit der global aktiven Expertenplattform @Muchcommunication entstehen. Die Themen drehen sich um den Stellenwert der Transformation unseres Denkens und Handelns, der Art und Weise wie wir Leben, kommunizieren und Geschäfte machen. — Basis bildet die Analyse und Bewertung von rund 100 validierten, nationalen und globalen Informationsquellen, die kontinuierlich ausgewertet werden. Über 300 Fachbeiträge mit Hintergrundbeiträgen, Analysen, Trendbeobachtungen und Bewertungen sind als Ressourcen im Kompendium ValueTrendRadar.com aktuell verfügbar.

Intro 

Der Wunsch, den legendären Satz „Beam me up, Scotty“ von Captain Kirk aus Star Trek eigene Wirklichkeit werden zu lassen, besteht seit vielen Jahrzehnten. Schürt er doch die Faszination, sein eigenes Ich zu transformieren, um in Echtzeit von A nach B zu gelangen und eine Realität mit der anderen im fliegenden Wechsel zu tauschen. Das Ich wird entmaterialisiert, diffundiert und wieder konstituiert — deconstruct, reconstruct!

Die Eingangsfrage im Kontext mit Transformation lautet:
Wo stehen wir heute — wohin steuern wir?

Die Antwort: 
Wir dürfen uns nicht von purer Technik-Euphorie fehlleiten lassen. Wagen wir zunächst — als innere Einkehr — den Blick zurück nach vorne!

 

In medias res

Seit mehr als einer Generation wirkt sich die „Digitalisierung“ fulminant aus (unabhängig davon, wie man den Begriff ausgelegen mag!); unsere Lebenswelten und Lebensrealitäten gehen mit fulminanten strukturellen Veränderungen einher, bei immer kürzer werden Intervallen und einem durch die Globalisierung enorm steigenden Druck. Niemand kann sich dem entziehen. Unzählige, uns täglich ereilende Appelle schüren eine regelrechte Panik, da uns vor Augen geführt wird: Der Wandel durch Digitaltechnik sei nicht aufzuhalten. Kein Stein bleibe auf dem anderen. An der ‚digitalen Transformation‘ führe kein Weg vorbei. — An jeder Ecke findet sich ein selbsternannter Prophet, oder schlimmer, ein Besser-Wisser, der Szenarien aufzeigt, warum das, was wir mehrheitlich tun, nicht mehr möglich ist, um künftig Erfolg zu haben.

Schaut man genau hin, zeigen sich oftmals Nebelkerzen, Augenwischerei, Ignoranz basierend auf Überheblichkeit oder gar ausgemachter Dilettantismus. Ständig neu werden Begrifflichkeiten per Hype kolportiert und dadurch sinnentstellt: Die Welt wird zur „Digitalen Welt“, aus Handel wird „Digital Commerce“; Medien werden „Digitale Medien“, Marketing wird „Digital Marketing“, Transformation wird zu „Digital Transformation“. Jeder braucht eine „Digitalstrategie“. Hinzukommen ultimative Wort-Schöpfungen wie „Customer Obsession“, „Pure Business“ und vieles mehr.

Die Folge: Da im Zuge dessen quasi jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, entsteht eine exponential wachsende Konfusion, die mehr Verunsicherung hervorbringt als Durchblick, was die besser-wissenden Propheten zu noch mehr ‚guten’ Taten aufstachelt… Puh, ein Teufelskreis. Denn hier wird — bildlich gesprochen — das Feuer mit Benzin gelöscht.

Wie kann man diesem Wirrwarr entkommen? Nun, ganz einfach, indem man in Ruhe nachdenkt und im besten Sinne innere Einkehr übt. Steve Jobs hatte es vorgemacht, als er nach Jahren in der Diaspora im Herbst 1997 wieder bei Apple die „Think Different“-Philosophie vorstellte, und damit die Transformation nicht nur vom damals maroden Apple-Konzern, sondern die der Welt der IT, des Computing, der Musik, der Telekommunikation, des Films, der Bücher, des E-Learning u. v. a. m. im Sinne des ‚Digital Lifestyle‘ irreversibel veränderte. Jobs sagte seinen engsten Mitarbeitern beim Preview lapidar, entscheidend sei die Rückbesinnung auf die „Core Values“, die am eigenen Anfang standen, sowie deren konsequente Weiterführung. Der Erfolg gab ihm recht. Es braucht immer erst ein Manifest, einen Master-Plan, der sich an der Vergangenheit orientiert, um die neuen Leitlinien für Dekaden festzulegen. Siehe: Apple Confidential – Steve Jobs on “Think Different” – Internal Meeting Sept. 23, 1997.

 

Transformation beginnt im Kopf!

Führt man diese Gedanken im Kontext mit Veränderungen weiter, ist die logische Folgerung: Transformation beginnt im Kopf. Und endet, bei erfolgreicher Mission, dort auch wieder. Dies fegt alle hinweg, die vorgaukeln, das Heil liege in der unerschöpflichen Innovationskraft neuester Technik. Aber, das ist ein Trugschluss. Das Heil liegt im Denken auf Basis eines gesunden Menschenverstands, der grundlegend Bedürfnisse erkennt und neues antizipiert! Aber Vorsicht: Das berühmte „Mens sana in corpore sano“ („ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“), sollte hier ausser Acht bleiben, zumal es nicht mehr im ursprünglichen Sinn des römischen Dichters und Satirikers Juvenal gesehen wird, der damit die Frömmelei und sozusagen den Tanz ums goldene Kalb kritisierte. 

„Wer nach vorne will, muss zuerst zurück zu den Wurzeln!“

Der Rückgriff auf die römische Antike macht in unserem Kontext Sinn. Das lateinische Verb „transformare“ bezeichnet im Kern „umformen, umgestalten, abändern“. Darauf war man im antiken Rom fokussiert; Transformation wurde Teil des genetischen Codes eines Weltreiches, um nicht nur Expansion sondern vor allem kulturell einheitliche Wertesysteme zu schaffen und über Jahrhunderte am Leben zu halten — resp. sogar für uns heutige Neuzeit-Menschen nutzbar zu machen.

INFO-TIPP:  Sonderforschungsprojekt 644 „Transformationen der Antike“ der Humboldt-Universität zu Berlin, http://www.sfb-antike.de sowie http://www.hsozkult.de/event/id/termine-31084.

„Umformen, umgestalten, abändern“ begründete letztlich den Antrieb, die Vereinigten Staaten von Amerika ab dem Jahr 1776 zu konstituieren. Europa als „Mutter“ der Aufklärung war damals und noch Generationen danach nicht in der Lage, den eigenen Erkenntnissen zu folgen. Wer sich für Freiheit, Unabhängigkeit, Menschenrechte, Fortentwicklung und Existenzsicherung interessierte, musste auswandern. Transformation wurde somit den USA in die Wiege gelegt, um die Gestaltung und Kultur eines Landes, einer freiheitlichen Gesellschaft sowie eines dynamischen Wirtschaftsraumes zu prägen; dies hält bis heute ungebrochen an.

Im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch erhielt Transformation eine erweiterte Bedeutung: Zurückgehend auf das frühe 15. Jahrhundert lehnt es sich an das late Middle English „change of shape“ an, um in neuerer Zeit um Synonyme wie conversion, metamorphosis, renewal, revolution, shift, changeover, flip-flop, switch, transfiguration etc. erweitert zu werden. Dies provozierte eine besondere Form der Transformation, die Kollateralschäden bewusst in Kauf nimmt; aber ebenso die Rückbesinnung auf „große Geister“ wie Johannes Gutenberg, der von der Wirtschaftselite der USA im Jahr 2000 zum Man of the Millennium gekürt wurde. (Siehe Theo Mortimer: The Man of the Millennium, Dublin Historical Record, 2003 https://www.jstor.org/stable/30101421?seq=1#page_scan_tab_contents Silicon Valley-Vordenker Jeff Jarvis widmete ihm das lesenswerte Buch „Gutenberg — The Geek“. Kernaussage: „According to Jarvis, Johannes Gutenberg, the patron saint of entrepreneurs, would not only approve, but find himself right at home in Silicon Valley today.“

In neuster Zeit zeigt sich vor allem seit den 1990er Jahren in China, wie sich eine Gesellschaft und ihre Jahrtausende alte Kultur unabhängig von politischer Liberalität in rasender Geschwindigkeit transformiert. Im Zentrum stehen wirtschaftliche Entwicklungen durch Kompetenzausbau und Erweiterung der Kommunikationsfähigkeit mit einzigartigen Skalen- und Multiplikationseffekten. Vergleicht man die Transformationseffekte in den USA und China mit denen in Europa, so zeigt sich ein starkes Ungleichgewicht, wie sich an Börsenkursen wie auch an der Gestaltung von Geschäftsmodellkonzepten ablesen lässt. (Siehe: Netzökonom/Dr. Holger Schmidt: „Plattform-Index KW 33: Tencent, Baidu und Weibo legen kräftig zu“ sowie: „Digitale Plattformen – das zentrale Geschäftsmodell für Unternehmen“.

 

Quelle: Dr. Holger Schmidt: Digitale Plattformen. Vortragscharts vom 20. April 2016. 

 

Dieses Ungleichgewicht wird in Deutschland (stellvertretend für eine Vielzahl von Ländern) zwar von Unternehmensführern erkannt, aber ohne dass geeignete Konzepte zum Gegensteuern sichtbar werden. (Siehe a.a.o. : „Digitale Transformation: Deutschlands Top-Manager sehen großen Nachholbedarf“). Die wesentlichen Gründe hierfür liegen m. E. neben einem Defizit an zeitgemäßem Fachwissen vor allem an einer unterschiedlichen Auslegung der Wortbedeutungen. Digitalisierung wird als technisches Phänomen gesehen und ist damit Sache der Techies. Transformation wird im Sinne der Pipeline-Geschäftsmodell-Gestaltung mit Optimierung des Bestehenden bewertet; mit fatalen Folgen. Ausser Acht gelassen wird, dass dadurch der Begriff Transformation durch sein Antonym ersetzt wird: Stagnation.

Dieser ValuePublishing-Beitrag wird mit Beispielen fortgeführt, die erfolgreiche und zum Scheitern bestimmte Transformationsansätze darlegen.

 

Wer direkte Fragen stellen möchte, kann sich jederzeit an Andreas Weber wenden, um auf dem Laufenden zu bleiben sowie Zugang zu weiter Beiträgen zum Thema Transformation zu erhalten (Trendletters, TrendStudies):

 

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