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ValueCheck: Nach car2go nun print2go! — Premiere auf der Automobil-Leitmesse IAA 2017

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Daimler sorgte mit 4D-Druck von Heidelberg auf der IAA 2017 für Aufsehen. Fotos: Daimler AG sowie Andreas Weber.

 

Von Andreas Weber, Head of Value | (English Version)

  • #IAA2017 als seriöses Spielfeld für innovative Print-4.0-Anwendungen im Mix aus Tablet-App, Augmented Reality, 4DPrinting.
  • Der Daimler-Konzern prescht mit Pionierprojekt für Smart nach vorne.
  • Heidelberg als wichtiger Technologiepartner der Automobilindustrie gesetzt.
  • Autokäufer sollen künftig Design-Elemente an ihrem Fahrzeug individuell selbst gestalten.
  • FAZIT: Dem ‚car2go‘ folgt das #print2go’-Prinzip, sprich: Print erhält eine neue Dimension, funktional wie auch strukturell!

Wer auf der Internationalen Automobilausstellung IAA 2017 in Frankfurt am Main die von der Daimler AG ausgestaltete Kongresshalle betrat, konnte gleich im Entree erfassen, worum es geht: Die digitale Revolution hat nun auch die Traditionsmarken im Automobilbau voll erfasst. Riesige Screens zeigten in Echtzeit die Fülle an Tweets und Videonachrichten, die uns im Sekundentakt ereilen. Das Topthema ‚Mobilität der Zukunft’ startete mit Daimlers ‚car2go‘ – einem flächendeckenden Car-Sharing-Service, bei dem der Hersteller die Fahrzeuge stellt (vorzugsweise die Modellreihe Smart-for-Two).

 

 

Und auf der Ebene 1 im FabLab findet die Zukunft schon heute statt: Der Prototyp ‚Volocopter‘ zeigt neue Formen der Mobilität, die sich in der Luft abspielen wird. ‚Future Mobility‘ wird wie folgt erläutert: „Unsere digitale Transformation läuft auf Hochtouren“, bekennt Daimler. „An der Schwelle zu einem neuen Mobilitätszeitalter experimentieren und denken wir über das bisherige Verständnis von Mobilität hinaus, suchen nach neuen Produktionsformen und Arten der Zusammenarbeit.“ Es gilt, den Start-up-Spirit, der Daimler seit der Erfindung des Automobils im Jahr 1886 antreibt, zu erkunden.

Präsentiert wurden weiterhin 3D-Drucker, die in der Fertigung eingesetzt werden. Und eine echte Weltpremiere unter der Überschrift „Unleash the Colour“: Im Mix aus Konfigurations-App fürs Tablet, Augmented Reality mit 3D-Brille und 4D-Printing mit Heidelberg Omnifire (zum Bedrucken dreidimensionaler Objekte aller Art) wird dem Autokäufer erstmals die Möglichkeit geboten, bestimmte Zierteile im Smart selbst und hochindividuell zu gestalten und in Echtzeit drucken zu lassen. Die Teile sollen dann im ohnehin schon individuell konfigurierbaren Fahrzeug verbaut werden können. Damit folgt dem ‚car2go‘ das ‚print2go’-Prinzip, sprich: Print erhält eine neue Dimension, funktional wie auch strukturell. 

‚print2go’ eröffnet eine neue Dimension für Print

„Es ist einzigartig und wegweisend, dass wir als Print-Technologie-Unternehmen eine zukunftsorientierte Partnerschaft mit einem Automobil-Konzern wie Daimler eingehen können, um letztlich Differenzierungsmerkmale und vor allem Kundenorientierung/-bindung zu stärken“, kommentierte Montserrat Peidro-Insa, die als Senior Vice President Digital  bei Heidelberger Druckmaschinen AG die digitale Transformation der globalen Print-Branche mit vorantreibt. Die von Heidelberg seit mehr als drei Jahren zur Perfektion gebrachte 4D-Druck -Technologie bietet dafür die geeignete Basis.

 

 

Dr. Thomas Sommer-Dittrich, der bei Daimler die Entwicklungsarbeit für das Pionierprojekt verantwortet, betonte seinerseits die strategische Wichtigkeit des Forschungsprojektes, das bewusst in einer frühen Phase auf der IAA 2017 vorgestellt wird. Denn die Anwendung basiert auf einem durchgehend digitalisierten Prozess., sollte aber im Dialog mit Messebesuchern und Experten im Hinblick auf die Marktreife auf Herz und Nieren geprüft werden. Das Leitmotto des spezifischen Messeauftritts lautete: „Unleash the Colour — Individuelle Zierteile dank innovativem Druckverfahren“ und stellt den Nutzen für den Kunden in den Vordergrund.

 



 

Daimler verlautbarte dazu: „Smart Fans sind kreativ und lieben die Abwechslung. Deshalb gleicht schon heute kaum ein Smart dem anderen. Mit unleash the colour gibt Smart einen Ausblick auf weitere Formen der Individualisierung. Auf der IAA ist am Beispiel des Interieurs erlebbar, wie durch Digitalisierung und neue Drucktechnologien individuelle Designs in Kleinserien oder als Einzelstücke einfach und schnell umsetzbar sind.“

 



 

Der Ablauf ist durchgängig digitalisiert — vom ersten eigenen Designentwurf bis zum fertigen individuellen Zierteil, wie die Daimler-Entwicklern Martina Gayduschek kompetent und anschaulich auf der IAA 2017 demonstrierte. Die Funktionsweise ist wie folgt: Zunächst können in einer Konfigurator-App auf dem Tablet ausgewählte Zierteile für den Innenraum (Lüftungsdüsen, Instrumenten-Cover und Multi-Media-Interface-Blende) mit eigenen Motiven gestaltet werden. Das Gesamtdesign lässt sich sofort auf dem Tablet und mit einer 3D-Brille als Virtual Reality (VR) betrachten, um zu sehen, wie sich das selbst gewählte Design in das Fahrzeug-Ambietente einfügt. Anschließend wird das Design für den Druck optimiert und farbig sowie mit haptischen Effekten auf die Oberflächen der realen Bauteile gedruckt. Der Autokäufer kann zwischen zwei Individualisierungsstufen wählen:

  • choose liefert Anregungen zur schnellen Individualisierung durch verschiedene Designvorschläge, die auf dem Tablet und mit einer VR‑Brille im virtuellen Fahrzeug realitätsnah betrachtet werden können.
  • create führt die Personalisierung noch einen Schritt weiter: Der Besucher kann ein persönliches Motiv mit der Kamera des Tablets fotografieren. Der Konfigurator überträgt das Motiv virtuell auf die Zierteile und visualisiert es in Echtzeit als Virtual Reality. So kann der Besucher mit Tablet und VR‑Brille die mit seinem Motiv personalisierten Zierteile direkt im Auto erleben.

Das Digitaldrucksystem Omnifire 250 von Heidelberg war auf der Messe in unmittelbarer Nähe zum Smart Messestand im Mercedes FabLab platziert, so dass die Besucher das Bedrucken der Zierteile live sehen und sich über das innovative Druckverfahren und seine Technologie informieren konnten. Am Smart-Stand in Halle 2 wurde das Ergebnis dem Publikum pointiert präsentiert: In einem Smart konnten Besucher den Case per 3D Brille ausprobieren, ein Video dazu sehen  und Muster in die Hand nehmen.

In Summe: Ein sehr konkretes Experiment, das beim Publikum exzellent ankam und somit seinen Härtetest gut überstanden hat. Wie lange es noch braucht, bis dies in der Praxis Anwendung findet, gestalten nach der IAA 2017 die bei smart verantwortlichen Business-Bereiche. Erste Testmärkte sind für kleine Vor-Serien jedoch bereits definiert. Jetzt ist sozusagen die ‚Mobilität‘ im Denken und Handeln gefragt, um Technologie-Innovationen in die komplexen Abläufe der Automobil-Produktion und Vermarktung zu integrieren.

 


 

„Die Möglichkeiten des 4DPrinting sind phänomenal.“

 

Unternehmer Peter Wilhelm Borbet im Live-Gespräch auf der IAA 2017 über das Geschäft mit Rädern und individuellen Lösungen per 4D-Druck.

Auch in anderen Bereichen gab es ‚print2go’-Anwendungen mit Heidelberg-Omnifire-Technologie zu sehen. Am Stand des Räder-Spezialisten Borbet konnte man die Ergebnisse mit denen des herkömmlichen Tampon-Drucks und des Laser-Drucks vergleichen. „Die Heidelberg-Technologie bietet klare Vorteile, bei der Farbdarstellung, der Bebilderungsqualität und Produktivität“, urteilt der Unternehmer Peter Wilhelm Borbet. Die Zukunft liege auch in seinem spezialisierten und auf maximale Qualität ausgerichteten Geschäft ganz klar im Erfüllen individueller Kundenwünsche. Darum steige man zu einem frühen Zeitpunkt ein im Ausloten der Möglichkeiten und der Überprüfung, wie Mass Customization durch ‚print2go‘ in die Mass Production der Räder-Fertigung integriert werden könne.

In einer Presseverlautbarung von Borbet zur IAA 2017 vom 15. September 2017 heißt es: „Tampon-Druck, Laser-Technologie und Omnifire 1000-Digitaldruck sind ExaPeel-Verfahren, die im Bereich Individualität keine Wünsche offen lassen. Sie ermöglichen die Übertragung von Motiven auf Leichtmetallräder, um ein ganz persönliches Einzelstück herzustellen. Tampon-Druck und Laser-Technologie sind serienreif, der Omnifire 1000-Digitaldruck befindet sich bei uns derzeit in der Erprobungsphase. Alle drei Verfahren sind langlebig und farbecht. Aber in puncto Farbvariation kann vor allem das Heidelberg Digitaldruck-System glänzen – denn auch aufwändige Farbverläufe sind für dieses kein Problem. Der Tampon-Druck überzeugt durch schnelle Umsetzbarkeit und auch mit dem Laser-Verfahren lassen sich Schriftzüge, Ornamente, Logos und filigranste Muster vorlagengetreu visualisieren.“ Fazit: Borbet entwickelt sich immer weiter in Richtung Digitaldrucksysteme, um mit beiden Komponenten – Qualität und Individualität – den Kundenwünschen einen Schritt voraus zu sein. 

 


 

Vertriebsleiter Thomas Wittmann erläutert auf der IAA 2017, warum für Ritzi Lackiertechnik der Digitaldruck strategisch wichtig ist, um individuelle Wünsche im Automobilmarkt zu erfüllen.

 

Auf der IAA 2017 konnte man auch innovative Dienstleister antreffen, die sich schon seit längerem mit der individuellen Gestaltungen von Komponenten im Automobilbereich beschäftigen. Thomas Wittmann, Vertriebsleiter bei Ritzi Lackiertechnik, war vor Ort und erläuterte, wie man seit über zwei Jahren bereits in großen Stückzahlen bestimmte Kunststoffteile für Fahrzeuge bedruckt, sowohl für Automobilhersteller als auch für einzelne Autofahrer. Er berichtete von einem Kunden, der seine Foto-New York-Panorama Rundumsicht vom Empire State Building an den Zierleisten im Innenraum seines Fahrzeugs aufgebracht haben wollte. Dies habe man mit Digitaldruck problemlos bewältigen können. Momentan werde gerade für einen großen Hersteller getestet, wie man mit der Omnifire-Technologie anspruchsvoll die Einfassungen von Tachometern für Sonderserien eines Kultfahrzeugs herstellen kann. „Für uns ist die Auseinandersetzung mit Digitaldruck und speziell das 4D-Printing von Heidelberg strategisch äußerst wichtig, da wir neue Anwendungsmöglichkeiten erschließen wollen, die unser Leistungsspektrum weiterführen“, sagte Wittmann.

Fazit: Neben der Qualität sind für Wittmann vor allem die hohe Produktivität sowie maximale Flexibilität und Wirtschaftlichkeit entscheidend. Motivwechsel sind im Inkjet-Digitaldruck anders als bei klassischer Lackiertechnik ohne Veränderung der Werkzeuge möglich. Und das in Echtzeit.

 


 

Auf den Punkt: Das ValuePublishing Storify zu Print in neuer Dimension auf der IAA 2017

 

ValuePublishing Storify zur IAA 2017.png

Alles in Kürze und auf einen Blick: Das ValuePublishing Storify fasst die wichtigsten Tweets zusammen (inkl. Fotos und Videos).


 

Mein Resümee: Zeitenwende — Changing Times!

Die IAA 2017 markierte für das Medium Print eine völlig neue Dimension. Bis dato kannten wir aus der Vergangenheit, wie per Digitaldruck Werbemittel der IAA-Aussteller hergestellt werden können. Somit fand also eine lineare Transformation des Bestehenden statt. Nunmehr, wie am Beispiel „unleash the colour“ von Daimler, zeigt sich, wie exponentielle Transformation stattfinden kann. Heidelberg präsentiert sich dabei als frisches Unternehmen, dessen Technologien sich praktisch in jeden digitalisierten Herstellungsprozess integrieren lassen. Echte Print-Innovationen in Form des ‚print2go‘ (ein Begriff, den ich an dieser Stelle ausdrücklich prägen möchte!) werden unmittelbar und im direkten Kontakt wird ein Mehrwert für den Autofan und -käufer erzeugt, eingebunden in modernste Digital-Szenarien via Tablet und Augmented Reality in Verbindung mit 4DPrinting.

Der Endkunde/Käufer übernimmt die Regie in der persönlichen Ausgestaltung seines Fahrzeugs und initiiert unmittelbar den Druckprozess. Damit wurde für Print mehr erreicht, als zeitgleich in Chicago auf der US-Leitmesse Print17, wo wie in der Branche üblich der Fokus der Aussteller auf der Erklärung und Darstellung von (angeblich) innovativen Technologien propagiert wurde, die wie seit Jahrhundert üblich dazu dienen, Inhalte zu reproduzieren. Die IAA 2017 markiert nunmehr den Meilenstein für die Transformation von und mit Print. Und ‚nebenbei‘ wurde auf höchstem Niveau die auf der ebenfalls zeitgleichen DEMXCO in Köln geäußerte These von Marc Pritchard, CMO des größten Werbungtreibenden der Welt, Procter & Gamble, mit Leben gefüllt: „Wir sind dabei, die erste Stufe der digitalen Media-Transformation abzuschließen. Die nächste Disruption – digitale 1-zu-1-Kommunikation – steht vor der Tür.“ — Hoppla, da hat Print aber nachweisbar die Nase vorn. Die Tür wurde durch ‚print2go‘ bereits durchschritten. Und das im Premiumsegment ‚Automotive‘. Die Frage ist: Geht da künftig sogar noch mehr?

 


 

Informationsvideo zur Heidelberg Omnifire-Technologie

 

 

Die Pressemeldung von Heidelberg im Original
(Stand: 18. September 2017)

 


 

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