Advertisements

Archive

Value Art & Communication

Love. Art. Collage

Gesamtansicht und Detail aus dem Gemälde “Love. Art.” von Anna Grau, entstanden Ende des Jahres 2017. Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm.

 

Von Andreas Weber

Auftragsarbeiten sind bei der in Berlin lebenden Malerin Anna Grau eher die Ausnahme. Die Malerin gibt sich am liebsten ihre Themen selbst. Weibliche Figuren. In der Natur. Vor subtil ausgewählten Kulissen, im Raum, im und auf dem Wasser, vor monochromem/farbigem Hintergrund. Nur selten ganzfigurig. Stets ausdrucksstark. Anna Grau beherrscht die Kunst, in leisen Tönen komplexe Bildergeschichten zu erzählen. Sie bildet ein Thema nicht nur ab, sie erzählt als Malerin darüber. Ganz intim. Ganz subtil. Mit vollendetem Farbempfinden. Mit Leidenschaft und Einfühlungsvermögen. Mit Sinn für das Wirkliche, das uns in der vermeintlichen Realität verloren geht.

Der Auftragsarbeit “Love. Art.” gingen über zwei Jahre intensive Gespräche und ein wahrer Strom an weitreichenden, tiefgründigen Gedanken im Austausch voraus. Gegenstand war der Gemäldezyklus “Lilith — die Getarnte”, der bis dato sieben Gemälde umfasst, dem noch weitere zwei oder drei Ölbilder folgen werden. Die Bilder bilden zugleich die Basis für ein umfassendes interaktives Projekt zudem bereits erste Publikationen vorliegen. 

 

LOVE.ART

Dem Gemälde “Love. Art.” liegt eine Programmatik zugrunde: Die Kunst zu Lieben. Einfach nicht in Worte zu fassen!”, die malerisch durch das Porträt des Ehepaars Gunda Vera Schwarz und Andreas Weber erfahrbar werden sollte.  


 

Porträtkunst hat eine lange Tradition. Das Ehepaar-Porträt geht in den neuzeitlich-westlichen Kultur im Wesentlichen auf Jan van Eyck (das Arnolfini Doppelbildnis von 1434, Öl auf Holz, 81,8, x 59,7 cm, National Gallery, London) zurück. Fortgeführt von Peter Paul Rubens und Frans Hals entstanden insbesondere im Humanismus individuelle, nicht mehr exemplarhafte Darstellungen, die sich über die Doppelbestimmtheit der Figuren auf sich selbst und auf den Betrachter definieren. Monotonie durch bloße Aufreihungen müssen vermieden werden; zugleich gilt es beim Ehepaar-Bildnis “zwei völlig gleichwertige und selbstständige Menschen verschiedenen Geschlechts porträthaft in einem Bilde zu vereinen, ohne entweder den einen dem anderen überzuordnen oder, bei völliger Gleichordnung beider, den Eindruck der Bildgeschlossenheit oder Porträthaftigkeit (…) zu schädigen.“ [Zitat nach: Schöne, Wolfgang: „Peter Paul Rubens- Geißblattlaube, Ehebildnis des Künstlers mit Isabella Brant“, S. 15; Reclam Verlag: Stuttgart (1956)]. — Letztlich zeigte die Entwicklung in der Malerei (von Albrecht Dürer bis Hyacinthe Rigaud und Jean Auguste Domonique Ingres bis zu Picasso), daß das Wesen der Porträtkunst nicht die Legitimation einer familiären oder dynastischen, repräsentativen Tradition sein kann, sondern durch das Wesen, Wirken und Wertesystem der Dargestellten geprägt ist. Nicht zuletzt deswegen nimmt das Porträt in der Fotografie einen so hohen Stellenwert ein. [Siehe dazu: ‚Mit anderen Augen – Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie‘, im Kunstmuseum Bonn]

 


 

“Love. Art.” als Programmatik

In dieser kulturell hochentwickelten Tradition der Porträtkunst kommt dem Gemälde “Love. Art.” von Anna Grau zweifellos ein angemessen-wichtiger Stellenwert zu. Vor allem durch eine Besonderheit: Das dargestellte Paar muss nicht erst zueinander finden oder gar seine Zuneigung zur Schau stellen; es wendet sich sym­bi­o­tisch an den Betrachter. Mit einer konkreten Botschaft. Die Bildkomposition wirkt einfach, fast plakativ, ist aber feinsinnig ‘ausgeklügelt’: Die Raum-Konstruktion und die  kontrastreiche Farbgebung bewirken, dass die Kulisse sowie das Licht- und Schattenspiel die Wirkungseffekte im Erfassen des dargestellten Ehepaares und seiner Botschaft verstärkt.

Die Figuren sind unterschiedlich akzentuiert. Die seitlich gezeigte Frauenfigur ist dem Betrachter näher — mit dem außergewöhnlichen Profil zieht sie die Blicke auf sich. Die männliche Figur erscheint dem Betrachter zugewandt. Beide halten die namensgebenden Worte in Händen: Love. Art. Liebe und Kunst als Begriffe, die eine mehrfache Bedeutungskombination eingehen. Die Liebe zur Kunst sowie die Liebe durch Kunst führen zu Die Kunst zu Lieben. Einfach nicht in Worte zu fassen!”.

Das Bildformat, das mit 120 cm unterlebensgroß angelegt ist, sowie der Umstand, dass das Paar in einem abgeschlossenen Raum erscheint, schafft Nähe, Intimität und vermeidet Distanz und Unnahbarkeit. Das an und für sich räumlich trennende, durch die Bildkomposition aber tatsächlich verbindende “Zwischenwand-Element” entpuppt sich für Kenner als Skulptur. Von Richard Serra. Aus der Berliner Sammlung Hoffmann, einem einzigartigen Ort, der Kunst und Lebensraum als Einheit erfasst.

 


 

Video-Animation

 

 


 

Love.Art. Text.

 


 

 

Advertisements

35D04D1F-1AB2-4A0F-A786-9208BB4C1C5F

Von Andreas Weber, Head of Value

Etwas ‚Altes‘ hilft, das Neue zu bewältigen: Vor über 200 Jahren wurde der Grundstein für moderne IT- und Kommunikationstechniken mit Print gelegt. Die Internationale Senefelder-Stiftung und ihr neu geschaffener Förderverein FISS mit Sitz in Offenbach am Main erinnern daran. Durch FISS bieten sich neue, attraktive Möglichkeiten, zu unterstützen und sich einzubringen. 


Zum 200. Geburtstag von Alois Senefelder, dem Erfinder der Lithografie, errichtete das Komitee zur Vorbereitung der Senefelder-Stiftung in Offenbach am Main – vertreten durch seinen Vorstand – zur Wahrung des Andenkens dieses genialen Erfinders die Internationale Senefelder-Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main.

Zweck der Stiftung ist die Förderung junger bedürftiger Künstler und Techniker sowie die Vergabe des Senefelder-Preises für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Lithografie und des Flachdrucks. Im Laufe des Jahres 2017 wurde der gemeinnützige Förderverein FISS gegründet, um über die Stiftungsarbeit hinaus Wirkung und erweitertes Engagement zu ermöglichen. Ein Meilenstein bildet das Kolloquium „Quo vadis: saxa loquuntur“, erstmals am 6. Dezember 2017, dem Tag der Lithografie, in Offenbach abgehalten — mit nachhaltig internationaler Beteiligung und starker Beachtung in den Sozialen Medien.  


 

Die Erfindung von Alois Senefelder vor über 200 Jahren ist als grundlegenden Voraussetzung für heutige Anwendungen der IT-Technologien anzusehen. Die Möglichkeiten einer flachen Druckform wie sie auf Lithografiesteinen bis in das zwanzigste Jahrhundert Verwendung fand, hat nicht nur in der künstlerischen Druckgrafik überlebt, sondern wird zur Herstellung von Halbleiter-Chips für jedes digitale Bauelement verwendet. Insofern hat die technologische Entwicklung seither eine kulturelle und soziale Auswirkung auf die heutige Gesellschaft, die in ihrer geschichtsprägenden Kraft von anderen Entwicklungen kaum übertroffen wurde.

Auch wenn diese Bedeutung der Fachwelt durchaus bekannt ist, kommt dieser Erfindung in der öffentlichen Wahrnehmung bei weitem nicht die gebührende Anerkennung zu.
Die Internationale Senefelder-Stiftung ist weltweit die einzige Einrichtung, deren Ziel es ist, die Bedeutung der Erfindung von Alois Senefelder zu fördern und Aktivitäten dafür zu veranstalten. Sie ist in Offenbach angesiedelt, weil von diesem Ort aus nach den Jahren der Erfindung in München mit der ersten kommerziellen Druckerei die industriellen Verbreitung in die ganze Welt ausging. Offenbach ist als Geburtsort aller lithografischen Techniken anzusehen.

Die Stiftung verfügt über ein Vermögen von ca. 50.000,00 € und eine umfangreiche Sammlung zur Lithografie, sie ist aber insbesondere durch den wirtschaftlichen Niedergang von traditionellen Druckmaschinenherstellern (konkret: manroland AG) nicht mehr in der Lage, aus eigenen Mitteln die erforderlichen Aktivitäten und die Pflege der Vermögenswerte selbst zu erbringen. Deswegen ist sie auf der Suche nach Fördermitteln.

Da es sich bei der Sammlung der ISS um einen kulturhistorisch bedeutsamen Bestand handelt, soll sowohl das Land Hessen, als auch die Kulturstiftung der Länder angesprochen werden. Obwohl die Stiftung ISS satzungsgemäß international ausgerichtet ist, verfolgt sie das Ziel, den Bestand und die internationale Ausstrahlung in der Geburtsstadt im Lande Hessen zu bewahren. Dies soll auch in Kooperation mit den kommunalen Museen der Stadt und dem Landesmuseum in Darmstadt erfolgen. Satzungsgemäß sollen auch wichtige Unternehmen und Verbände der Druckbranche zugezogen werden.

 


Kontakt und Infos zur Förderung der Internationalen Senefelder-Stiftung:

Freunde und Förderer der Internationalen
Senefelderstiftung e.V.
Geschäftsstelle: Dr. Volker Dorsch
Herrenstr. 61, 63069 Offenbach
Tel.: 069-98340506
Email: info(at)senefelderstiftung.com
Web: www.senefelderstiftung.de

 

ISS Aufgaben und Ressorts 2017

FISS Vorstand 2017.png


 

 

 

Die Ankündigung durch die Veranstalter des 2. Forum Bellevue am 30. November 2017 in Berlin klang vielversprechend — ging es doch im Kern auch um das Thema Demokratie und Digitalisierung. Fragestellungen im Vorfeld waren: Wie gehen wir als liberale Gesellschaft mit Anfechtungen der Meinungsfreiheit um? Haben Intellektuelle an Autorität verloren? Wie steht es um das Verhältnis von Literatur und Politik? Wie ist es um die kritisch-aufklärerische Kraft der Literatur und Kunst in Deutschland und weltweit bestellt? Reflektiert die zeitgenössische Literatur die politischen Veränderungen innerhalb der liberalen Demokratien?

Diesen und weiteren Fragen widmen sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gäste am 30. November 2017 in Schloss Bellevue. Mit Sir Salman Rushdie, Eva Menasse und Daniel Kehlmann diskutiert der Bundespräsident, wie es gegenwärtig um die Freiheit des Denkens steht und welche Aufgabe Intellektuellen zukommt, wenn in unseren Gesellschaften neue geistige und emotionale Mauern entstehen, sich immer mehr Menschen aus der gesellschaftlichen Debatte zurückziehen und autoritäre Ideen an Attraktivität gewinnen. Das Gespräch moderiert die Journalistin Luzia Braun.

 


Nachfolgend Exzerpte mit Zitaten und spontanen Anmerkungen während der Live-Übertragung auf Facebook.

My Take:

Interessant, dass die wirklich relevanten politischen Diskussionen zu Demokratie und Digitalisierung derzeit beim Bundespräsidenten stattfinden. Mit Schriftstellern. Und nicht mit Parteien/Parteiführern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Guten Tag in die Runde! Schön, dass schon so viele von Ihnen dabei sind!

Heike Hild (via Livestream): Einfach ein sympathischer Bundespräsident; die ruhige Art, die Stimme und er kann einfach super Diskussionen führen. Zuhören, ausreden lassen und dann erwidern und das gefällt mir 👍

Petra Potthoff (via Livestream): Es ist wunderbar, daß die Schriftsteller die Möglichkeit haben, ihr Denken in Wort und Schrift öffentlich zu Gehör zu bringen, hier in Deutschland! Herr Bundespräsident, Sie sind ein Geschenk für Deutschland, wo die Freiheit des Denkens in unruhigen Zeiten besteht.

  • Andreas Weber (via Livestream): Oha. Bei Tagespolitik sollten sich Schriftsteller nicht aktuell einmischen! Sagt der Schriftsteller Daniel Kehlmann, der das auf dem Podium aber offensichtlich tut. Eva Menasse hält dagegen, dass Schriftsteller sich immer mit aktuellen Details des Lebens beschäftigen und sie persönlich z. B. aus Elternsprechstunden und Alltagsdingen viel Herausziehen könne. Dabei gäbe es in der analogen (realen) Welt, die nach wie vor funktioniere, die beste Sicht der Dinge.

 


Die aus meiner Sicht wichtigste Frage: Geht Pluralität durch Soziale Medien zu Lasten der Intellektualität verloren?
Ja, sagt Salman Rushdie. (…) Ich habe nach 6 oder 7 Jahren Twitter verlassen und mich von Social Media distanziert, ergänzt Salman Rushdie.

 


Herausragende Statements/Kommentierungen:

Um Werte zu schützen, brauchen wir in der Demokratie gar nicht so sehr Mut, sondern Wertvorstellungen durch Bewertungsmöglichkeiten, sagt Bundespräsident Steinmeier.

  • Das Internet bewirkte vor allem neue Formen der künstlerisch-visuellen Ausdrucksformen. Schriftsteller sind da anders als Journalisten wenig betroffen. Das Narrative ändert sich allerdings durch Hyperlink-Strukturen, wobei ich hier keine Beispiele kenne. —Salman Rushdie
  • Großartig: Bücher schreiben um etwas Neues zu lernen. —Salman Rushdie.
  • Schriftsteller müssen/können nicht die Stimme des Volkes sein, sagt Salman Rushdie. — My take: Gut so, man darf sich nicht vereinnahmen lassen.

Epilog

Rolf Stöckel via Facebook:

Die “Freiheit des Denkens” war Motor, Freidenker und verfolgte bzw. verbannte Schriftsteller die Avantgarde der gescheiterten bürgerlichen Revolution 1848 gegen die feudalistische Reaktion. Sie waren die Gründerväter der Sozialdemokratie und die ersten Europäer. Diese Tradition und die Funktion aufgeklärter Modernisierer und Gesellschaftskritiker in Deutschland gilt es weiterzuführen.

Link zur Doku des Facebook-Livestreams:

 

Link zu YouTube

 


 

Es gibt wunderbare Momente. So wie gerade eben, als mich unvermittelt eine zauberhafte schriftliche Nachricht von Annett erreichte. Ich bin verzückt! Und will dies sogleich teilen. Viel Spaß, Andreas Weber, Head of Value.


 

Lieber Andreas,

manchmal kommen auch private Aufträge bzw. Aufträge von privaten Menschen, die etwas beschriftet haben möchten.

Da war z. B. ein Pärchen, dass ihrem Sohn zur Hochzeit einen Text aus der Bibel geschenkt hat. Oder eine Dame, die in ihrem Garten Bienenvölker beherbergt und deren Honig in beschrifteten Tüten und anderen Papieren verschenkt …

Eine andere Dame lud ihre Gäste mit originalbeschrifteten DIN A4-Karten zum Geburtstag ein …

Arbeiten, die so richtig Freude bereiten, und sicherlich gewertschätzt werden.

Es gibt viele Anlässe, Handschrift einzusetzen; abgesehen von Grußkarten und Dekoren. Vielleicht magst Du diese Beispiele? — NOCTURNE ist auch aufgeführt ;o))

Herzliche Grüße von Annett

 


Kontakt

Annett Wurm, Gestalterin

Yorckstraße 50

D-52351 Düren

Mobil +49 (0) 171. 30 700 71

Telefon +49 (0) 2421. 22 59 771

mail@annettwurm.de

www.annettwurm.de



Value Publishing Shirley Shan Key Vidual.001

Shirley Shen running a workshop in Shanghai.

 

We proudly present the extraordinary art collection of Shirley Shen from Shanghai. Supported and presented in Germany by Fang Biefang and Andreas Weber. The idea: To share information and to find partners for workshops and exhibitions in Germany.

 

Shen, Wei Yuan was born in 1972 in a little village close to Ning Bo on the east coast of China. As a daughter of an antique dealer she grew up with the treasures preserved during the Cultural Revolution which were mainly folk art. When she was 20 years old she moved with her father to Shanghai where he opened a small antique shop in the heart of Shanghai. Wei Yuan was interested in her new environment and exposed to the international way of living. She started to attend an evening school to study English and also take computer classes.

At age 24 Wei Yuan took a western name, Shirley, like many Chinese people do. At that time she started her own antique store but her focus was different from most. Shirley was interested in the cultural heritage of China and started dealing and collecting: Chinese emperor robes, ancestor paintings, bound feet shoes and king fish feather jewelry. Her big, international, success came with the internet in 1999. Now she had, as one of the first Chinese antique dealers, a window to the outside world which did not go unnoticed.

With western magazines interest in her collection but even more her life story, Shirley became a small icon. As she grew in knowledge and ‘fame’ so did her collection. Wei Yuan uses her extensive collection of robes, shoes and jewelry to educate and show the beauty of the Chinese history.

Unknown to the western society and forgotten and misunderstood by Chinese Shirley Shen wants to bring back awareness of the Chinese cultural heritage.

 

Ancestor portraits

Ancestor portraits, also called genealogy paintings, were used for worshiping ancestors during the Chinese Spring Festival and were passed through generations. Characters on the paintings should wear court robes and ornamentations. Official titles and ranks were also required on the paintings.

Ancestor portraits were in elaborate style and were mounted on central scrolls (Zhongtang). At ordinary times, they were treasured in ancestral halls.

 

Qing Dynasty Costumes

Qing Dynasty costumes can be divided into two categoriescourt robes and folk costumes. Styles of court robes are fixed with different patterns to distinguish official positions. With their styles, textures and patterns different from court robes, folk costumes are more enriched and diversified in their forms.

With an endless variety of embroidery techniques and with textures representing implied meanings and connotations, Qing Dynasty costumes have become one of the best fabrics that have artistic and ornamental values.

 

Kingfisher Feather Art

“Cui” in ” Dian Cui” (also known as kingfisher feather art) means the feather of kingfisher. Kingfisher feather art is a perfect combination of Chinese traditional metal art and feather art.

Kingfisher feather accessories give an expression to a beauty with a perfect balance between resplendence and plainness, representing the uniqueness of oriental accessories in their details and implicit beauty as well as delicacy of their techniques.

 

The Three-Inch Golden Lotus Shoes

It’s a unique custom in China. Women in old times started foot binding from childhood, making their feet as small as the bud of lotus. When the foot size is within three inch, it’s called golden lotus, within four inch silver lotus and bigger than four inch iron lotus. The shape and size of women’s feet were regarded as an important standard of women’s beauty.

 


 

Shirley Shen explains the secrets of her art collection

 

 


 

Contact

Andreas Weber and Fang Biefang via email:
zeitenwende007(at)gmail.com

 

For our German speaking audience: watch the lovely conversation of Fang Biefang and Andreas Weber.

 

 

Value Publishing ISS KeyVisual 2017.001

Die Internationale Senefelder-Stiftung veranstaltet am 6. Dezember 2017 ihr erstes Senefelder-Kolloquium in Offenbach.

Dies ist der internationale Tag der Lithographie. Die wichtigsten Topics werden aus dem Keynote-Vortrag, den Kurzbeiträgen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und der moderierten Diskussion über vier Thesen bestehen. — “Am Vorabend werden wir bei einem Empfang vom Oberbürgermeister der Stadt Offenbach begrüßt und uns anschließend gegenseitig kennenlernen. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben, Angaben zu Ort und Übernachtungsmöglichkeit wird Ihnen nach formloser Anmeldung mitgeteilt. Es würde uns sehr freuen, wenn möglichst viele teilnehmen, die aktiv mit der Lithosteinen befasst sind”, erläutert Prof. Dr. Gerhard Kilger, Vorsitzender der Senefelder-Stiftung.

 

Bildschirmfoto 2017-07-04 um 11.04.03.png

THESEN ZUR LITHOGRAPHIE

1. Die professionelle Lithografie ist im 20. Jahrhundert gestorben. Gegenwärtig gibt es weltweit nur noch wenige Experten, die berufliche Erfahrung in der historischen Drucktechnik besitzen. Um dem Verlust des noch vorhandenen Wissens entgegen zu wirken, sind Weitergabe und Dokumentation des materiellen und immateriellen Erbes notwendig.

2. Die künstlerische Lithografie verwendet die Möglichkeiten des Steindrucks in Verbindung mit experimentellen und kreativen Techniken. Ihr Ziel besteht nicht in der professionellen Vervielfältigung von Vorlagen, sondern im schöpferischen Prozess für die Herstellung von Kunstwerken. Da diese künstlerischen Prozesse eine wichtige Weiterentwicklung der Lithografie darstellen, sind Weitergabe und Dokumentation dieser künstlerischen Prozesse wichtig.

3. Der Wert der originalen Drucktechniken wird gegenwärtig auf dem Markt zu gering bewertet. Obwohl die Herstellung einer Lithografie im Gegensatz zu anderen künstlerischen Techniken sowohl fachlich als auch zeitlich einen meist höheren Aufwand erfordert, wird der Gegenwert allgemein nicht wahrgenommen. Es ist daher notwendig, Kunstexperten, Sammler, Museen, Galeristen und Kunstkritiker davon zu überzeugen, dass Handabzüge von Lithografien in kleiner Auflage als Originale anzusehen sind.

4. Die meisten Lithografie-Werkstätten haben Kenntnis voneinander; es haben auch einige Treffen stattgefunden. Trotzdem ist der Ausbau eines Netzwerkes aller weltweiten Aktivitäten vonnöten. Es sollte unser Bestreben sein, in diesem Netzwerk den Austausch, das Zusammenwirken und die Informationen zu verbessern.

 

Bildschirmfoto 2017-07-04 um 11.06.47.png

 

PROGRAMM

“Quo vadis: saxa loquuntur?”

05.12.2017

16.00h Möglichkeit der Besichtigung der Senefeldersammlung / Possibiltiy to visit the Senefelder collection

19.00h Empfang im Rathaus Offenbach / Reception in the Town Hall Offenbach

06.12.2017

09.00h Registrierung / Registration
09.15h Begrüßung / Welcome
09.30h Keynote-Vortrag u. Diskussion / Keynote lecture and discussion
10.30h Kaffeepause / Coffee break
11.00h Panorama 1
12.30h Mittagessen / Lunch
13.30h Panorama 2
15.00h Kaffeepause / Coffee break
15.30h Diskurs: Thesen 1 – 4 / Discourse Theses 1 – 4
17.00h Abreisen / Departure


Bildschirmfoto 2017-07-04 um 15.14.31.png

Weitere Infos und Anmeldung:

Internationale Senefelder Stiftung Offenbach

Geschäftsstelle:
Dr. Volker Dorsch, Vorstandsmitglied
Dielmannstraße 23
63069 Offenbach am Main

Email: info(at)senefelderstiftung.com

Bildschirmfoto 2017-07-04 um 15.24.00

01 Anna Grau – Das Buch zu Lilith

 Coverbild des bereits vorliegenden Buches zum Ausstellungsprojekt. Herausgeber: Andreas Weber. Fotos nach den Gemälden von Anna Grau.

 

„Ich male Gefühle!“ — Zur Malerin Anna Grau und ihrem Werk. Gedanken von Andreas Weber.

 

 „Kreative Intelligenz geht einher mit Reflexionsfähigkeit, um zu Erkenntnis zu gelangen. Durch ihren Lilith-Gemäldezyklus und die interaktive Ausstellungskonzeption setzt Anna Grau Maßstäbe. Gut so!“ —Andreas Weber 

 

Die Malerin Anna Grau und Andreas Weber als ihr Mentor und Kurator gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

Vorspiel. Das umfassende bildkünstlerische Engagement von Anna Grau für äußerst wichtige, Zeitgeist-unabhängige und gesellschaftlich-kulturell relevante Themenstellungen in einer besonderen Dimension verdient Anerkennung und Respekt. Zumal Anna Grau als Malerin freischaffend tätig ist. Den im Entstehen befindlichen Lilith-Gemäldezyklus bearbeitet sie in Eigenregie, um unabhängig an den Bildern und ohne überstarken Zeitdruck arbeiten zu können.

Geplant ist eine auf Interaktion ausgelegte Ausstellung des Lilith-Gemäldezyklus mit einer Rahmenprogramm-Inszenierung, die Stimmen anderer Persönlichkeiten aus der Kunstszene, der Forschung, der Wirtschaft, des alltäglichen Lebens umfasst. Ergänzt wird die Ausstellung durch multimediale Präsentationen, etwa zum „Werden“ der jeweiligen Bilder bzw. mit der Darstellung ihrer „digitalen“ Metamorphosen.

 

 

Lilith Thesenpapier

In medias res. Anna Grau lernte ich im November 2015 in Mainz kennen — vor ihrem Gemälde „Meister“, das den 1. Preis beim 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm erhielt. Über 650 Bewerber hatten sich dem gewählten Thema „Kollaps der Moderne?“ im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung gestellt. Die Jury (bestehend aus Kunstwissenschaftlern und vor allem kompetenten Künstlern) hatte unter dieser Vielzahl an Arbeiten das ausdrucksstarke, in seiner Farbgebung herausstechende und dynamisch-expressiv gemalte Werk einstimmig zur Siegerarbeit auserwählt.

In der persönlichen Auseinandersetzung mit Anna Grau als 1. Preisträgerin konnte ich in Mainz von Angesicht zu Angesicht erfahren, was sie empfindet, wenn sie malt. Sie antwortete mir auf die Frage „Was machst Du, wenn Du malst? Denkst Du an Picasso und seine Les Demoiselles D’Avignon?“ kurz und knapp und mit einem versonnenen Lächeln: „Ich male Gefühle!“. 

Diese Gefühlswelt ist die einer in Moskau geborenen Deutsch-Russin, die als 15-jährige nach Berlin kam und dort seit über 20 Jahren lebt. Eine Tochter hat. Die als Europäerin fühlt und denkt! Die Entwicklungen in ihrem Geburtsland mit großer Sorge sieht. Hätte man sie dazu bei der Preisverleihung in Mainz vor dem Publikum direkt gefragt, zu Putin und der Re-Sowjetisierung Russlands, sie hätte gesagt: „Oh nein, ich male keine politischen Bilder. Mich interessiert der Mensch mit seinen Tiefen und Leidenschaften und Schwächen.“ Sie hätte gesagt, wie wichtig Malerei für sie ist. Gerade in einer „digitalen Welt“.

Dem spontanen Kennlernen in Mainz folgte Ende November 2015 ein weiteres Treffen in Berlin; es entwuchs ein seitdem ständiger Kontakt. In der Reflexion dessen, was Anna Grau in Mainz erlebt hatte – vor allem das Zusammentreffen mit den Mainzer Künstlerinnen Prof. Valy Wahl und Fee Fleck – ergab sich die Idee, ein neues, ambitioniertes Vorhaben in die Tat umzusetzen: Den Gemäldezyklus „Lilith“.

Aufhänger für „Lilith“ war der Bilderzyklus von Fee Fleck „Medea – die Fremde“, das die Künstlerin speziell zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 2012 geschaffen hatte. Anna Grau war fasziniert, dass eine wesentlich ältere und bedeutendere  Kollegin ihrem eigenen Menschenverständnis so nah kam. Wobei sich Anna Grau in ihrer unendlichen Bescheidenheit nie mit Fee Fleck in eine Reihe sehen würde… — Beide Künstlerinnen haben übrigens am gleichen Tag Geburtstag, wenn auch zwei Generationen auseinander! — Fee Fleck setzt sich als Holocaust-Überlebende gegen das Vergessen ein. Und für die Rolle der Frau im Besonderen. Der damalige Bundespräsident Gauck überreichte Fee Fleck für ihr Engagement, ihre Lebensleistung im Jahr 2012 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Beide Künstlerinnen, Fee Fleck wie auch Anna Grau, beziehen in einer von Männern dominierten Kunstszene eine besondere und nach meiner Ansicht herausragende Position: Sie widmen sich den Extremen wie Ausgrenzung, Vernichtung, Unterdrückung ohne jegliche Aggression; vielmehr in einer behutsamen Bestimmtheit und Deutlichkeit, die den Betrachter ins Nachdenken und letztlich zu neuen Erkenntnissen bringt. Mehr kann man nicht erreichen. Anna Grau hat Anfang 2016 begonnen, den Lilith-Bilderzyklus auszugestalten. Bis dato sind sechs (unterschiedlich formatige, bis zu 120 x 180 cm große) Gemälde fertig, acht oder zehn sollen es insgesamt werden. In meinem ValueBlog und über Facebook kann man den Entstehungsprozess verfolgen.

Anna Grau hat selbst dazu einen lesenswerten Text verfasst, der in einem eigenen Buch abgedruckt ist: „Auf den Spuren von Lilith…“

 

 

 

Kerngedanke ist es, „Lilith — die Getarnte!“ in all ihren Facetten lebensnah zu inszenieren. Dies alles bietet aus meiner Sicht einen kompakten Einblick in das bildkünstlerische Schaffen von Anna Grau, das sie von anderen unterscheidet und besonders macht. Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Ausstellung sowie Wettbewerben zeigt, dass Anna Grau nicht nur Aufmerksamkeit findet, sondern auch hohe Wertschätzung.

 


 

Unbekannte Fakten zu Lilith

Aus der Antike gibt es Überlieferungen, die wir beiseite geschoben haben. Das berichten Quellen der altsumerischen wie altbabylonischen Zeit gleichermassen. Auch im Talmud wird aufgegriffen, was in der biblischen Überlieferung und in den Schriften der christlichen Kirche verschwiegen wird:  Der Anfang der Menschheitsgeschichte wurde durch ein Wesen geprägt, das Gutes tut, aber durch seine Überlegenheit Männern Angst einflösste, weil es ihre Macht und ihre Bedeutung in Frage stellte.

Gemeint ist Lilith. In der männlich dominierten Welt wurde sie als Dämon, sogar als Kindsmörderin diffamiert. In der jüdisch-feministischen Theologie wird Lilith im Midrasch als eine Frau dargestellt, die sich nicht Gottes, sondern Adams Herrschaft entzieht und im Gegensatz zu Eva resistent gegen den Teufel und die Verführung zum Bösen ist. Sie symbolisiert die gelehrte, starke und unbeugsame Frau. Parallel wird angemerkt, dass Lilith die Urmutter der Menschheit darstellt und als erste Frau Adams Gott dazu brachte, ihr seinen heiligen Namen zu verraten. Das Wissen um den Namen verlieh ihr unbegrenzte Macht. Lilith verlangte von Gott Flügel, um das Paradies resp. Adam zu verlassen; und sie flog davon. In Lilith sehen einige auch den Gegenentwurf zur biblischen Eva, die wie später Maria als Mutter Gottes in der patriarchalen Tradition stehe.

Detail aus Lilith.8

Anna Grau: Detail aus Lilith.8

Warum ist das auch heutzutage relevant?

Es wäre zu einfach zu sagen, dass es um Emanzipation oder Geschlechterkampf geht. Wobei die Unterdrückung der Frau durch den Mann noch immer in fast allen Kulturkreisen stattfindet. Der ‘Lilithmythos’ steht vielmehr für die Selbständigkeit der Menschen und den (bereits biblischen) Versuch einer Seite, vorwiegend der Männer, mittels einer höheren Autorität andere zu unterdrücken. Sei es mit Gewalt, mit Aggression und Einschüchterung, mit Waffen oder mit Geld und Macht. Das alles, was von Gott so erschaffen scheint, wie es ist, verabscheut Lilith und entzieht sich.

Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt? Betrachtet man das, was sich bis heute erhalten und wohl in der Zukunft weiter fortsetzen wird, erkennen wir, dass vieles was wir tun, Traditionen und Gepflogenheiten folgt, die in ihren Wurzeln weder wahr noch ehrenhaft sind. Das Prinzip der Unterdrückung, der Ellbogenmentalität, des Handelns in der richtig geglaubten (aber tatsächlich falschen) Überzeugung und ohne Mitmenschlichkeit setzt sich fort.

 


 

Anna Grau und Andreas Weber im Martin-Gropius-Bau zu Berlin (Nov 2015)

Zur Person: Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG sowie u.a. Beiratsmitglied des Vorstands des Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, Beiratsmitglied der Internationalen Senefelderstiftung, Offenbach, Lehrbeauftragter der Hochschule RheinMain, Wiesbaden. | LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/andreasweber | Blog/ValuePublishing:  https://valuetrendradar.com 

Zu Anna Grau und ihrem Schaffen: http://www.annagrau.de  — Anna Grau und Andreas Weber gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

 

 

 


 

Work in progress | Lilith 7:
Zustandsfoto im Atelier (Oktober 2017)

Lilith 7 Work in Progress 10-2017

 


 

ValuePublishing Report #ops2017.001

Bernd Zipper und Peter Gunning beim Warmlaufen zu #ops2017 auf der Bühne! — Foto: Andreas Weber.

Word-class Event. Fantastic. Unforgettable.

Das 5. Online Print Symposium zum Thema “Online-Challenge – Fokus Kundenzentrierung” am 6. / 7. April 2017 in München setzte erneut Maßstäbe. 300 hochkarätige Teilnehmer aus 15 Ländern bestätigten das Fazit: “Auf zu neuen Ufern. Mit Herz und Verstand!”


Von Andreas Weber, Head of Value  |  English Version

Die Organisatoren – Fogra, BVDM, zipcon – können stolz und zufrieden sein. Mit dem 5. Online Print Symposium 2017 (kurz: #ops2017) haben sie die Messlatte nochmals höher hängen können. Kaum ein Fachevent auf der Welt, das Print-Innovationen im Fokus hat, ist dermaßen professionell, fundiert, inhaltsreich und vor allem “menschlich” wertvoll gestaltet. Das Publikum kommt nicht nur, um dabei zu sein. Es macht mit und denkt mit. Beziehungen sind eben alles, auch im Geschäftsleben.

Vorspiel: Am Vorabend wurde bereits für die Keynote des ersten Veranstaltungstages geprobt. In gekonnt professioneller Lässigkeit. Video-Animation via Facebook: Andreas Weber für ValuePublishing.

Damit wird dem Thema “Kundenzentrierung” auf ganz besondere Weise Rechnung getragen, wie unser multimedialer “ValuePublishing Report” via Storify  eindrucksvoll belegt: Über 50 Teilnehmer und sogar Experten, die leider nicht dabei sein konnten, haben sich in der Social Media-Kommunikation eingebracht. So engagiert war bis dato noch kein Auditorium involviert. Und das ist gut so. Denn das Motto: “Tue Gutes und publiziere darüber” wird wichtiger denn je. Die durch die Bank exzellenten Referate zeigten, das Zukunft schon heute beginnt. Online Print lebt von den Effekten des Smart Shopping. Und dazu gehört eben auch Smart Communication, in der Form, dass alle Beteiligten sich einbringen können.

Peter Gunning, Günder und CEO von Grafenia plc, Manchester/UK, der mit seinem nettl.com-Projekt weltweit eine Führungsposition bei der Transformation eines Druckerei-Geschäftskonzeptes vollzog (Motto: Print is lifestyle), teilte direkt nach dem #ops2017 Symposium seine Eindrücke. Unmittelbar, in Echtzeit, emotional packend. Viele tausend Nutzer haben dies auf LinkedIn sofort und begeistert nachvollziehen können.


Ein Novum: Das Saalpublikum erwartete eine gelungene Überraschung: Als Live-TV-Reporter durfte ich mit der Unterstützung eines kompetenten Kamerateams alle Aussteller in Foyer und Atrium per Grossleinwand in den Saal beamen. 11 Firmen in weniger als 60 Minuten wurden so vorgestellt. Die Reaktionen beim Publikum waren ausgezeichnet. Denn es wurden die Aussteller nicht per Vortrag auf der Bühne, sondern vor ihren Ständen gezeigt und konnten in kürzester Zeit per Interview Auskunft geben, was sie tun und was die Besucher davon haben. Diese kamen in den Pausen zahlreich vorbei. Benchmark!


Interessant: In der Auswertung war LinkedIn die bevorzugte Social-Media-Plattform vor während und nach der #ops2017. Nicht nur Meldungen wurden in Echtzeit publiziert, sondern auch resümiert und aktiv kommentiert. Daneben baute sich via Twitter eine unglaubliche Reichweite auf, die auch jetzt, einige Tage nach der #ops2017 weiter anwächst. Es werden sicher weitere Blog-Beiträge folgen, erste Zusammenfassung sind bereits auf beyond-print.de publiziert.

Den schnellsten und einfachsten Einstieg für alle, die dabei waren oder vor allem diejenigen, die nicht kommen konnten, finden sich nachfolgend in unserem ValuePublishing Storify-Report, durch eine Zusammenstallung der rund 200 wichtigsten Tweets. Kompakter gehts kaum und vor allem: kaum authentischer!

ValuePublishing Report #ops2017 via Storify.png

Zum Betrachten bitte Link klicken: https://storify.com/zeitenwende007/valuecheck-the-future-of-print-is-on-line


Hinweis

Wir werden in den nächsten Tagen an dieser Stelle meinen Beitrag kontinuierlich erweitern um Inputs, Kommentare und Berichte anderer kompetenter Kollegen.

Zum Start:

Insiderbericht #OPS2017: Onlineprint – Forever Startup?

 

Insiderbericht von beyond-print.de


Online Print Symposium 2017: #OPS2017 Best-of

 

#ops2017 Best of.png


Das “Best-of”-Video (deutsch/english)


 

LiveTV mit SAPPI, Peter Goer, im Gespräch mit dem Moderator Andreas Weber

 


 

ValuePublishing ValueArtCom Gisela Ruth.001.jpeg

Fotos/Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

 

„Hier und anderswo. Malerei und Collage“ lautet der Titel einer Ausstellung der Künstlerin Gisela Ruth, die am Freitag, 23. September, 18 Uhr, im ersten Stock des VG-Rathauses (Foyer) in Bodenheim von Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Robert Scheurer eröffnet wurde. Einführende Worte sprach Andreas Weber, Beiratsmitglied im Vorstand des Kunstvereins Eisenturm Mainz. Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 27. Oktober 2016, geöffnet, und zwar mittwochs von 14 bis 19 Uhr, an den übrigen Arbeitstagen von 8 bis 11.30 Uhr. Nachfolgend per ValuePublishing-Exkulsivreport die Eröffnungsrede von Andreas Weber im Wortlaut. Siehe auch die lesenswerte Ausstellungsbesprechung von Jürgen Strickstrock in der Allgemeine Zeitung Mainz vom 26. September 2016.

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

„hier und anderswo“ ist ein gelungener, wunderbarer Ausstellungstitel. Er passt zum Ort Bodenheim und der Region Rheinhessen, in der wir uns befinden. Und er passt zur Künstlerin Gisela Ruth, dies aus Soest in Westfalen stammt und lange hier ansässig ist, und ihrem Werk. Vorweg — da ich nicht weiss, wie es Ihnen ergeht: Es ist die erste Ausstellung, in der ich einen umfangreicheren Einblick in das Schaffen von Gisela Ruth erhalte. Wir beide kennen uns über den Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, dem ich als Mitglied und seit einiger Zeit im Vorstand als Beirat angehöre. Im Rahmen von KEM-Ausstellungen und den Jour Fixe-Veranstaltungen von Dr. Otto Martin lernten wir uns näher kennen. Das neueste, hier gezeigte Werk — Land am Fluss.Zeitreise — eine Collage auf Leinwand im Format 50 auf 50 Zentimeter, war Teil der Mitgliederausstellung „Viva Rheinhessen“, die im Sommer 2016 der Region ein fulminantes Ausstellungs-Denkmal setzte, weit über die 200 Jahre hinaus, die den Bezug zu einer ganzjährigen Jubelfeier mit unzähligen Events herstellt. 80 Künstler stellten ihre persönliche Sicht, ihre Gefühle, ihre Gedanken vor. Gisela Ruth setzte einen ganz besonderen Akzent: In zarten, fasst pastell-tonhaft, sensitiv gehaltenen Farben werden kunstvoll Versatzstücke ineinander verwoben, die handschriftliche Dokumente, Urkunden, Fotos, Personen, Landschaftsimpressionen, Grundrisszeichnungen, Kartografien, Architekturen und Bauelemente, eine Stadtansicht von Mainz sowie Spuren der Neuzeit in Form von Windrädertürmen, die schemenhaft aber unübersehbar auftauchen. Natürlich erscheinen auch Rebstöcke und Weinberge — ganz unten im Bild, quasi als Fundament.

dscf6307a

Gisela Ruth: Land am Fluss.Zeitreise. Collage auf Leinwand, 2016, Format 50 x 50 cm. Foto: Gisela Ruth

 

Gisela Ruth hat als Notiz verfasst: „Gestern und heute und was die auf dem Wiener Kongress 1816 künstlich kreierte Region ausmacht: Geprägt von Wasser und Erde als Lebensspender und Energielieferant; Stadt und Land und seine wechselhafte Geschichte, beginnend mit seinem ersten Regenten Ludwig I.; von den Wassermühlen im Rhein zu den Windrädern auf dem Land als weithin sichtbare technische Errungenschaft; ein von seinem Handwerk und seinem Weinbau geprägter Landstrich.“

In Summe ergibt sich eine äußerst vielschichtiges Bild von Rheinhessen, das zunächst ungewöhnlich, fast disruptiv erscheint. Und das immer vertrauter wird, je detaillierter man das Werk betrachtet. — Hier und anderswo.

Ich muss zugeben: An dieser Stelle empfinde ich zur Künstlerin eine starke, für mich selbst überraschend-erfreuliche Seelenverwandschaft. Das Sehen als wichtigste Instanz der Sinneswahrnehmung bedeutet für mich nicht einfach, fotografisch Abbilder zu speichern, sondern visuell Sinneseindrücke zum Teil meiner eigenen Wirklichkeit werden zu lassen, die vom Erleben geprägt ist.

 

Impressionen vom Eröffnungsabend am 23. September 2016. Fotos: Andreas Weber

 

Noch etwas verbindet Gisela Ruth mit mir, meinem Leben: Der intensive Kontakt und die Freundschaft zu einem leider allzu früh verstorbenen Maler, Professor Guido Ludes, den ich Anfang 2014 in meinem Nachruf als den „Meister der Inspiration“ bezeichnet habe. Gisela Ruth, die seit 1972 über die Fotografie und ab 1984 über das Textildesign mit Studienaufenthalten in Japan und Indonesien zum Zeichnen, Collagieren und Malen gefunden hat, hat zunächst den Abschluss eines juristischen Fachstudiums absolviert und sich zusätzlich auf vielfältige Weise künstlerisch weitergebildet. Durch die Rheinhessen Akademie in Oppenheim kam sie mit Guido Ludes in Kontakt, der sie in experimentellen Drucktechniken und Stillleben anleitete. Das Prägende und Einzigartige, das ihr vermittelt wurde, schildert Gisela Ruth wie folgt: „Sehen mit allen Sinnen und die Kommunikation: Aus dem stillen Kämmerlein raus, den Dialog suchen, sich auseinandersetzen.“

Dies ist ein ebenso probates wie weit gefasstes Leitmotto, dem zur Seite steht, sich einerseits intensiv mit ihren Lehrerpersönlichkeiten auseinanderzusetzen, darunter vor allem die Malerin Susann Gassen, Nikola Jaensch (Zeichnung und Collage), Michael Apitz (Zeichnung) sowie Josua Mattern (Abstraktion und Collage) und Andreas Mattern (Aquarell). Hinzukommt andererseits das Identifizieren und genaue Studieren von weltweit renommierten Künstlerpersönlichkeiten. Gisela Ruth schrieb mir dazu auf meine Frage „Wer oder was hat sie am meisten und nachhaltigsten inspiriert und beeindruckt?“: „Alex Katz: Entgegen des Zeitgeistes entschied er sich für konkrete Malerei und abstrahierte dabei, in dem er Dreidimensionalität in Fläche verwandelt. Mich beeindruckt seine ‚eigenen Sprache‘, die Reduzierung alltäglicher Motive und ihrer gleichzeitigen Erhöhung. In meinen Bildern steht oft Reduktion bis zur Flächigkeit neben räumlichen Passagen. — An Sigmar Polke beeindruckt mich seine Vielseitigkeit. — Edward Hopper: Auch hier die Reduzierung des Dargestellten auf das Wesentliche und seine besondere Sicht auf die amerikanische Lebenswelt fast als Filmkulisse.“ Katz — Polke — Hopper bilden eine aussergewöhnliche Kombination und Inspirationsbasis. Wichtig ist, dass sich Bezüge zu Gisela Ruth aufgebaut haben, die nicht einfach nur formal gestalterischen Aspekten folgen, sondern das Wesen dieser exponierten Menschen versteht und im Rahmen des eigenen Schaffens neu interpretiert.

 

img_0352

Detail aus dem Gemälde von Gisela Huth „Havanna“ von 2015, das eine neue Sichtweise liefert, indem das Alte im Spiegel der Moderne erscheint. Foto: Andreas Weber.

 

Und auf meine Frage „Wie nehmen Sie das aktuelle Kunstgeschehen um Sie herum wahr? Wie wichtig ist die Auseinandersetzung mit KollegInnen und vor allem mit dem Publikum?“ antwortete Gisela Ruth: „Ich nehme das aktuelle Kunstgeschehen heute als sehr lebendig und so vielfältig wahr, wie noch nie, bei den Stilen wie auch den verwendeten Mitteln, ohne dass es eine bestimmte Stilrichtung gibt. ‚Everything goes‘  führt heute zu einem enorm erweiterten Kunstbegriff auch unter Einbeziehung der aktuell möglichen technischen Mittel, wobei Malerei sich trotz aller Möglichkeiten m. E.  gut behaupten kann. Mich im Kunstbetrieb zu bewegen (Galerien, Messen, Ausstellungen, Kunstvereine, Künstlerbücher, Vorlesungen an der Uni Mainz zu aktueller Kunst in Amerika und im nächsten Semester zu aktueller Kunst in China) macht mir großen Spaß und ist für mich eine Bereicherung. Hierbei neue Kontakte zu knüpfen, gute Gespräche zu führen, Erhellendes zu erfahren oder durch Widerspruch des Gesprächspartners mein Denken neu zu formieren — all dies bringt mich künstlerisch weiter.  Für mich ist es wichtig zu erfahren, ob meine Bilder für sich sprechen, ob ein Dialog mit Betrachter und meinen Bildern stattfindet. Daher suche ich das Gespräch mit dem Publikum (was mir nicht immer leicht fällt, da ich eigentlich mehr zurückhaltend bin).“

Meine Damen und Herren, sie bemerken, es äußert sich eine Künstlerin, die nicht nur hochtalentiert sehenswerte und sammlungswürdige Bildwerke erschaffen kann; hier teilt sich auch mit Worten eine Persönlichkeit mit, offen, mit hellwachem Verstand, die sich durch ihre Sinneswahrnehmung und in der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ständig weiterentwickelt. Vermutlich liefert im besten Sinne Neugierde, oder besser: Entdeckungsgeist, einen starken Antrieb. Vor allem für das „hier und anderswo“. Die ausgestellten Werke (fast 20 an der Zahl, die meisten aus den letzten drei Jahren) sind der beste Beleg. Wer schon Gelegenheit hatte, sich umzuschauen, stellt fest, dass hier im Bodenheimer Rathaus visuelle Impressionen ganz unterschiedlicher Art repräsentiert sind. Aus dem „hier und anderswo“. Siehe: „Havanna“, von 2015, das eine neue Sichtweise liefert, indem das Alte im Spiegel der Moderne erscheint. Oder das grandiose Landschaftsbild „Spitzbergen“ von 2016, also jüngst erst entstanden, ein meisterhaftes Werk, das sich aus den Zacken der zerfurchten Berge und den in Gelb, Orange, Rot und Blauschwarz gehaltenen Horizontalen formt, wobei die Grenze zwischen Land und Wasser aufgehoben wird; das Gemälde grenzt sich stilistisch deutlich ab von anderen Gemälden. Gisela Roth versteht es, sich treu zu bleiben und trotz allem für ihre Themen jeweils spezifische Akzente in der Darstellung zu finden. — Dies ist eine ganz eigene Sicht auf einen Ort mit extremer Lage, die uns Menschen bisweilen eher lebensfeindlich vorkommen mag. — Gleichzeit gilt Spitzbergen aber als „sicherster Ort der Welt“.

 

Version 2

Freude über eine sehr gelungene Eröffnung: Petra Schippers, Gisela Ruth, Andreas Weber (v.l.n.r.). Foto: Armin Ruth, Bodenheim

 

Lebensmomente werden erfasst, zum Beispiel durch die Acrylgemälde „Stillstand“ von 2015, „Mit Kerze“ und „Frühstück“, beide von 2016. In diesen Werken kommt Gisela Ruth dem Geist von Edward Hopper sehr nahe. Vereinzelt erscheinen Menschen in einer glatt und kühl wirkenden urbanen Umgebung. Spiegelungen spielen eine grosse Rolle. Ebenso wie bei dem Gemälde „Angekommen“ von 2013, das den Moment erfasst, indem eine weibliche Gestalt aus dem U-Bahnzug aussteigt, eine andere, nicht näher identifizierbare gerade verschwindet. Der Bildtitel ist wie bei allen der ausgestellten Werke knapp gefasst. Präzision gehört zum künstlerischen Geschick der Gisela Ruth. Doch bei „Angekommen“ gibt es ein Momentum der Irritation: Der Bahnsteig kann nicht das Ziel der Ankommenden sein, sondern nur eine Zwischenstation. Unklar bleibt, wohin die Reise, der Weg tatsächlich führt. —Das „hier und anderswo“ kann man erspüren, auf eine „transitorische“ Art und Weise.

Diese einfühlsamen malerischen Momentaufnahmen haben einen Hauch von Melancholie, der aber zugleich durch die Farbgebung kompensiert wird: Dominierend sind Blautöne. Experten für die Symbolik von Farben charakterisieren das Blau wie folgt:

  • Blau gilt als tiefgründige Farbe und schafft eine ruhige, entspannte und stabilisierende Atmosphäre.
  • Blau wird mit vielen positiven Eigenschaften assoziiert: Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Friedfertigkeit, Zufriedenheit, Heiterkeit, Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Frieden und Freundschaft. 
  • Blau ist die Farbe des Vertrauens und der Verläßlichkeit, die Farbe der Intuition und Kommunikation, Ganzheitlichkeit und Verbundenheit, Passivität.
  • Blau ist die Farbe der Ferne, der Weite und der Unendlichkeit: Als Farbe des Himmels steht Blau auch für Ewigkeit und Wahrheit. Helle Blautöne vergrößern Räume und haben eine frische, kühle Wirkung.
  • Blau ist auch die Farbe, die auf Fotos oder Bildern den stärksten Perspektiveffekt erzeugen kann.

Der Renaissance-Künstler Leonardo da Vinci hatte dies als Erster erkannt und seine „Sfumato“ genannte Technik perfektioniert, um naturwissenschaftliche Erkenntnisse malerisch umzusetzen: In der perspektivischen Weitläufigkeit löst sich die Sicht in einen bläulich werden Dunst auf.

Blau ist zudem die Farbe des gespiegelten Wassers, der Stille und Entspannung. Dies wird in Bildmotiven von Gisela Ruth erfahrbar, die das Wasser in unterschiedlichen Zusammenhängen bis hin zu reinen Naturszenen zeigen: „Pool“ von 2007, „Spiegelungen I – IV“ von 2008, „Am Brunnen“ von 2014, „Im Wasser“ von 2014, „Leitgraben“ von 2016, und ganz besonders „Boot am Altrhein“ von 2010 sowie „Im Gespräch“ von 2016 (eine Uferszene mit zwei in sich versunkenen Spaziergängern) strahlen durch die Spiegelungen, zumeist in leichten Wellen oder aufgelöst durch Reflexionen sich spiegelnder Motive wie Bäume, eine ganz besondere Atmosphäre aus.

 

img_2939

Detail aus Gemälde von Gisela Ruth „Im Wasser I“, 2014, Acryl auf Leinwand, Format 50 x 70 Zentimeter

 

Gisela Ruth gelingt es, die Symbolkraft des Blau durch ihre besondere Darstellungsweise der Sujets inhaltlich zu verstärken. Der Betrachter, jedenfalls ergeht es mir so, wird in Gisela Ruths Bildwelten förmlich „barrierefrei“ hineingezogen und gleichzeitig auf Abstand gehalten, um über das, was er/sie erlebt, nachzudenken. 

In der Reihe der Exponate gibt es drei „Ausreißer“, wenn ich das so sagen darf. Zum einen das mit 70 auf 100 cm grossformatige Acrylgemälde „Schattenspiel“ von 2014. Wir sehen eine blonde Frau im Linksprofil, mit geneigtem Kopf und aufgesetztem Arm. Neben ihr erscheint ein Schattenriss, wobei unklar bleibt, ob dies ihr eigener Schatten oder der einer Betrachterin ist, die Frontal quasi ausserhalb des Gemäldes steht. Die Darstellung ist plakativ, fast perspektivlos, mit einer reduzierten Farbigkeit und Akzentuierungen — beinahe dem Prinzip der Valeurmalerei folgend und doch anders: Helldunkelkontraste und feinste Tonwert-Abstufungen innerhalb einer Farbgruppe verbinden die Szenerie mit der psychologischen Befindlichkeit der dargestellten Frau. Je länger man das Gemälde betrachtet, um so deutlicher wird der Drang, dass der Schattenriss so etwas wie die Seele oder der Geist sein könnte, der die Frau verlässt, sich als Teil von ihr separiert. Gisela Ruth schafft es, dass all dies nicht als Bedrohung wirkt, sondern nachdenklich macht, neugierig darauf, sich einzulesen in dieses besondere Motiv. Kunsthistorisch ließen sich eine Reihe von Darstellungen anführen, die in sich versunkene Frauen — meist aus der Mythologie – zeigen; allen voran die Seelenbilder durch Anselm Feuerbachs Iphigenie-Darstellungen. Direkte Parallelen ziehen zu wollen, ist aber meiner Ansicht nach wenig zielführend; es ergeben sich für mich zu viele Abweichungen. Zumal die Darstellungen Gisela Ruths stets im Hier und Jetzt, „hier und anderswo“, verhaftet sind.

Beachtenswert sind zum anderen die beiden kleinformatigen Collagen „Metamorphose“ von 2012 und „Hier ist Leben“ von 2013. Ersteres ist, wie Gisela Ruth sagt, die Umsetzung von Ovids „Apollo und Daphne“ und somit die Geschichte von der Liebe eines Gottes zu einer Nymphe und ihrer Verwandlung in einen Lorbeerbaum. Die zweite Collage versteht sich als Familiengeschichte mit vielen Elementen und persönlichen Ansichten aus der Historie der eigenen Familie. Elemente sind zu entdecken, die in der eingangs beschriebenen, Rheinhessen gewidmeten Collage „Land am Fluss.Zeitreise“ später wieder Verwendung gefunden haben.

Übrigens: Der Begriff Collage leitet sich vom französischen „coller“ — leimen kleben — sowie „colle“ (Leim) ab. Er kennzeichnet eine künstlerische Technik ebenso wie das Kunstwerk an sich. Im Kubismus sprach man daher von „Papier collé“. Verwendet werden beispielsweise Zeitungsausschnitte, Bänder, farbige Papierstücke, Fotografien, die auf einen festen Untergrund (Papier oder Karton) oder Leinwand geleimt und auch übermalt wurden. Im wesentlichen gibt es drei Arten: Collage in Verbindung mit grafischen Elementen; Collage mit Fotocollagetechnik; Collage als „Erinnerung“ mit Fotos, Briefen, Dokumentenauszügen und sonstigen Texten. Das Collage-Prinzip übertrug man auch auf andere Kunstgattungen, zum Beispiel auf die Musik/Akustische Kunst (Klang-, Ton- oder Musikcollagen, auch „Sampling (Musik)“), auf die Literatur und den Film. Eine Übertragung der Collage-Technik auf dreidimensionale Objekte findet in der Assemblage statt.

„Hier und anderswo“. Der Ausstellungstitel fasst in der Reflexion von seit 2006 rund einem dutzend Ausstellungen/Beteiligungen in der ganzen Region bis hin nach Wiesbaden als Leitbegriff zusammen, was für Gisela Ruth ihre eigene, künstlerische Programmatik kennzeichnet; „hier und anderswo“ bildet sozusagen die als Ausstellung inszenierte Collage ihrer künstlerischen Arbeit. Sie hat die Ausstellung gründlich und akribisch vorbereitet. In der Auswahl bestehender Arbeiten und im Schaffen von sechs neuen Werken eigens für die Ausstellung. In chronologischer Folge sind dies: „Im Gespräch“, „Leitgraben“, „Frühstück“, „Mit Kerze“, „Spitzbergen“ und „Land am Fluss.Zeitreise“.

 

Ein seltenes Erlebnis: Ausstellungsbesucher scheinen mit den Bildwelten der Künstlerin zu verschmelzen. Fotos: Andreas Weber.

 

Gisela Ruth gibt dazu selbst in schriftlicher Form Auskunft. Das wichtigste möchte ich zum Schluss meiner Einführungsrede zusammenfassen.

Zunächst darf ich Gisela Ruth zu ihrer Arbeitsweise zitieren: 

„Inspiration finde ich in weitgehend eigenen Fotografien zufällig vorgefundener Motive, mit denen ein flüchtiger Augenblick festgehalten wird, den ich dann künstlerisch durch Aneignung, durch Ausschnitte und Fragmente dieser schon vorhandenen Bildwelten umsetze und somit durch Veränderung der Eindrücke in das Medium Malerei transferiere, gelöst von der direkten Verbindung zur Vorlage.“

„Das lebendige Spiel des Elements ‚Wasser‘ und nicht nur die oft überraschenden Reflexionen der Umgebung auf der Wasseroberfläche sind für mich ein Quell an Impulsen.“

Zum Malprozess äußert sie:

„In einem mehrschichtigen Bildauftrag ergeben sich in tatsächlichen und fiktiven Ebenen Irritationen des Sichtfeldes und verwirrende Bildräume, energieaufgeladene Innenansichten, rätselhaft und von suggestiver Kraft. Die malerisch vorgetäuschten Spiegelungen geben den Blick auf die hinter und vor den Glasflächen liegenden Räume frei, die den Bildern eine überraschende und verwirrende Tiefendimension verleihen. Es finden sich gebrochenen Blicke in meinen Bildern oder ich spiele mit dem Verhältnis von Innen und Außen oder auch Zeit und Raum.“

Und zum Ausstellungsprojekt äußert sich Gisela Ruht wie folgt:

„Der Titel ‚hier und anderswo‘ ist auf zweifache Weise zu verstehen: Einerseits bezieht er sich auf verschiedene Aufenthaltsorte, das „Hier“ in Deutschland, in Rheinhessen; das „Anderswo“ in zum Beispiel Kuba oder Spitzbergen; aber auch umgekehrt: Man befindet sich im Ausland, aber das Zuhause begleitet die inneren Prozesse und prägt damit die Erfahrungen, die man auf einer Reise macht. Gleichzeitig sind damit auch verschiedene andere Dimensionen gemeint: Für das „Hier“ das Nahe oder Vertraute und das „Anderswo“ das Fremde; oder für das „Hier“ das Davor und das „Anderswo“ das Dahinter, das Reale oder Irreale gerade bei den Spiegelungen und Reflexionen.

Was ist „echt“, was sind Spiegelungen? Das ist nicht immer leicht zu beantworten. Der Betrachter wird mitunter verwirrt. (…)  Geometrien werden verkehrt, Dimensionen verändert, Perspektiven ausgedehnt und somit erweitert sich das Dargestellte nicht nur bildlich, sondern auch inhaltlich. (…)

Auch das bedeutet der Titel der Ausstellung: Das Wechselspiel zwischen der [Inspirationsquelle] Fotografie (hier und außen) und dem Malprozess mit seinen Ideen und Gefühlen (anderswo und innen). (…)

Und als Resümee formuliert Gisela Ruth:

„Mich interessiert das allmähliche Malen eines Bildes, Schicht um Schicht, das die Möglichkeit der Überraschung in sich birgt: Die Entdeckung des Zufalls, das Erfinden einer Art und Weise mit einer neuen Malschicht Licht, Tiefe, Raum, Struktur zu bilden, etwas ins Blickfeld zu rücken z. B. durch Schärfe, Kontrastierung oder Reduktion oder etwas verschwinden zu lassen durch Farbangleichung und anderes.“

Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass wir heute gemeinsam die Eröffnung einer außergewöhnlichen Ausstellung mit erstklassigen, subtil und gefühlvoll inszenierten Bildwerken erleben dürfen. Dank an die Organisatoren und Gastgeber, aber vor allem an Sie alle für Ihr Kommen und das Interesse an Kunst und Kultur, das wir mit der Künstlerin Gisela Ruth teilen. „Hier und anderswo!“

 

Gisela Ruth  „Hier und anderswo. Malerei und Collage“ — Die Eröffnung am 23. September 2016 in Bodenheim als Film im Magazinformat!  Fotos/Animation: Andreas Weber

 

 

 

ValuePublishing Transformation 22082016.001

Roadmap to Transformation: The strategist, speaker, futurist, digital transformer Frank Diana hits the point by sharing his „Future“ scenario.  Source: https://frankdiana.net

 

By Andreas Weber, Head of Value

Click to access german version  |  Read as well the Webinar-Summary!

This article is the overture to a series of trend letters and trend studies produced by ValuePublishing together with the global expert platform @Muchcommunication. The topics revolve around the significance of the transformation of our thinking and behavior, the ways and means by which we live, communicate and do business. —The basis is the analysis and evaluation of around 100 validated, national and global sources of information that are continuously being assessed. More than 300 trade articles with background material, analyses, trend observances and assessments are currently available as resources in the compendium ValueTrendRadar.com.

Intro 

The desire to be able to make Captain Kirk’s legendary phrase “Beam me up, Scotty” in Star Trek a reality has existed for several decades. It stirs up the fascination of transforming one’s own self to get from A to B in real-time and exchange reality with another on the fly. The self is dematerialized, diffused and constructed again — deconstruct, reconstruct!

The initial question is:
Where do we stand today — where are we headed?

The answer: 
We must not let ourselves be led astray by pure technology euphoria. Let us first take a look back to the future!

 

In medias res

For more than a generation, “digitalization” has had a fulminant impact (regardless of how one may interpret the term!); our living environment and real life go hand in hand with fulminant structural changes at ever shorter intervals accompanied by an enormous increase in pressure, thanks to globalization. The daily deluge of countless appeals incites downright panic as we are made aware of the fact that change caused by digital technology is unstoppable. No stone is left unturned. There is no getting around ‘digital transformation’ — on every corner there stands a self-appointed prophet, or even worse, a know-it-all, who points out the scenarios of why what we do, generally speaking, is no longer possible for future success.

A closer look often reveals smokescreens, eyewash, ignorance based on arrogance and consummate dilettantism. New terms are constantly being hawked with hype and their meaning distorted: The world becomes a “digital world”, trade becomes “digital commerce”; media becomes “digital media”, marketing becomes “digital marketing”, transformation becomes “digital transformation”. Everyone needs a “digital strategy”. Added to that are ultimate verbal creations such as “customer obsession”, “pure business” and more.

The consequences: Every day there is virtually something new under the sun. This leads to an exponentially growing confusion that creates more uncertainty than perspective, spurring the know-it-all prophet on to even more ‘good’ deeds… Phew! A vicious circle. For here — figuratively speaking — gasoline is being used to put out the fire.

How can you escape the confusion? Very easily – by thinking about it in peace and quiet and in reflective practice. Steve Jobs led the way when, after years in the diaspora, he introduced the Apple “Think Different” philosophy in the fall of 1997, with the transformation irreversibly changing not only the ailing Apple concern at the time, but also that of the world of IT, of computing, of music, of telecommunications, of movies, of books, of e-learning and so much more with regard to ‘digital lifestyle’. During the preview, Jobs told his closest colleagues succinctly that the key was the return to the “core values” that existed from the beginning and consequently carrying them on. Success proved him right. A manifest, a master plan oriented to the past is what is always first needed to define new guidelines for decades to come. [See: Apple Confidential – Steve Jobs on “Think Different” – Internal Meeting Sept. 23, 1997. ]

 

Transformation begins in the head!

If one continues this line of thought in the context of change, the logical implication is: Transformation begins in the head. And if the mission is successful, it ends there again. This sweeps away all those who lead one to believe that salvation lies in the inexhaustible innovative power of the latest technology. That is a fallacy. Salvation lies in thinking based on a sound human understanding that recognizes fundamental needs and anticipates the new! But beware: The famous phrase “Mens sana in corpore sano” (“a sound mind in a sound body”), should not be considered here, especially as it is no longer taken in the original sense meant by the Roman poet and satirist Juvenal, who used it to criticize hypocritical piety and dancing around the golden calf. 

“If you want to go forward, you first have to go back to the roots!”

Recourse to Roman Antiquity is not out of place in our context. The Latin verb “transformare” means in essence “reform, reconfigure, alter”. That was the focus in ancient Rome; transformation was part of the genetic code of an empire to create not only expansion, but first and foremost culturally uniform value systems and keep them alive over the centuries — or even make them useful for us people of today.

INFO TIP:  Collaborative Research Centre 644 Transformations of Antiquity of the Humboldt University of Berlin, http://www.sfb-antike.de and http://www.hsozkult.de/event/id/termine-31084 .

“Reform, reconfigure, alter” was ultimately the impetus for constituting the United States of America of 1776. Europe as the “mother” of Enlightenment was not in the position then or even generations later to pursue its own awareness. Those who were interested in freedom, independence, human rights, progress and securing one’s livelihood had to emigrate. Transformation was thus inherent in the USA, shaping the creation and culture of a nation, of a free society as well as that of a dynamic economic area; this continues unabated today.

In American English usage, transformation was given an extended meaning: Going back to the early 15th century, it followed the late Middle English “change of shape”, to be augmented in modern times by synonyms such as conversion, metamorphosis, renewal, revolution, shift, changeover, flip-flop, switch, transfiguration, etc. This provoked a special type of transformation that consciously accepts collateral damage, as well as a return to “great minds” such as Johannes Gutenberg, who was chosen Man of the Millennium by the business elite in the USA in 2000. (See Theo Mortimer: The Man of the Millennium, Dublin Historical Record, 2003 https://www.jstor.org/stable/30101421?seq=1#page_scan_tab_contents

Silicon Valley forward thinker Jeff Jarvis dedicated a book worth reading to him: Gutenberg — The Geek. Core message: “According to Jarvis, Johannes Gutenberg, the patron saint of entrepreneurs, would not only approve, but find himself right at home in Silicon Valley today.”

Recently, especially in China since the 1990s, it has been seen how a society and its culture of thousands of years is transforming at breakneck speed, independently of political liberalism. At the center are economic developments arising from growing expertise and broadening communication skills with unique scale and multiplier effects.

If one compares the transformation effects in the USA und China with those in Europe, a strong imbalance becomes apparent as reflected in stock prices and the design of business model concepts. (See: Netzökonom/Dr. Holger Schmidt: Plattform-Index KW 33: Tencent, Baidu und Weibo legen kräftig zu  as well as: Digitale Plattformen – das zentrale Geschäftsmodell für Unternehmen).

 

Source: Dr. Holger Schmidt: Digitale Plattformen. slideshare presentation dated 20. April 2016. 

 

This imbalance is recognized by business leaders in Germany (like in many other countries), but without any suitable counteracting concepts made visible. (See loc. cit.: Digitale Transformation: Deutschlands Top-Manager sehen großen Nachholbedarf).

The main reason for this, apart from a deficit of topical expertise, is the different interpretation of the word meanings. Digitalization is seen as a technical phenomenon and thus a concern for techies. Transformation is evaluated in terms of the pipeline business model and optimization of the existing order – with fatal consequences. There is complete disregard for the fact that in doing so, the term transformation is replaced by its antonym: Stagnation.

This article will be continued with examples of transformation concepts destined to succeed or to fail.

 

CONTACT TO GET ACCESS TO FURTHER TRANSFORMATION ARTICLES, TRENDSETTERS AND TRENDSTUDIES: 

%d bloggers like this: