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Heidelberg’s Radikalkur: Expertenmeinungen aus aller Welt!

INKISH CEO Heidelberg Interview

Foto: Screenshot via INKTISH.TV

Von Andreas Weber | English version via INKISH.NEWS

 

„Heidelberg ist systemrelevant“, wie CEO Rainer Hundsdörfer im INKISH.TV-Interview mit Morten B. Reitoft äußerte. Das ist unzweifelhaft so, ob man es nun mag oder nicht.

Schon seit Jahrzehnten gilt die Maxime: Geht es Heidelberg gut, gehts auch der Branche gut — oder zumindest weitgehend OK.

Meine aktuelle Analyse der jetzigen Entscheidung für ein „ADHOC Action Package“, das gestern Abend per Pressemeldung angekündigt, und heute per Webcast vom CEO und CFO Markus A. Wassenberg erläutert wurde, hat ad hoc weltweit Reaktionen von Top-Experten ausgelöst, Marktkennern, Beratern wie auch Technik- und Druckerei-Spezialisten. Und von Partnern und Mitbewerbern.

Einhellig wird nicht das neue Finanzkonzept (inkl. Entschuldung zur Liquiditätssteigerung etc.) in Zweifel gezogen. Auch wenn das bei Reduzierung von rund 2.000 Mitarbeitern schmerzhaft wird. Wohl aber die Kollateralschäden, die die notwenigen Einsparungen verursachen.

 

 

Die wichtigsten Punkte aus der öffentlichen Diskussion, objektiv geschildert:

  1. Was soll man jetzt glauben? —Heidelberg hat in den letzten 20 Jahren aus Sicht vieler entscheidendes Vertrauen verspielt. In Serie gab es ständig Neues: Strategiewechsel, Kosteneffizienzprogramme, Organisations-Änderungen und Restrukturierungen. Vieles klang verheissungsvoll, wurde aber nicht konsequent umgesetzt, sondern durch wiederum neues ersetzt oder aufgegeben.
  2. In keinem Fall hat mit den Neuerungen auch zeitgleich ein Kulturwandel bei Heidelberg eigesetzt. Daran erscheint den Experten das Wesentliche stets zerbrochen zu sein. Dies fing schon in der Ära Mehdorn resp. danach an und zieht sich durch bis heute.
  3. Die Innovationskraft von Heidelberg wird kaum in Zweifel gezogen, wohl aber dass Heidelberg „die PS auf die Strasse bekommt“
  4. Wenn es jetzt heisst: „Zurück zum Kerngeschäft mit dem man auch Geld verdient“, so stellt sich die Frage: Was genau ist das Kerngeschäft resp. die Kernkompetenz von Heidelberg? Der Offsetdruck-Maschinenbau? Die IoT-Fähigkeit? Das Print-Prozess-Management?
  5. Gerade auch gegenüber der Technik-Entwicklungen gibt es Einwände:  Es ist von Ignoranz und Dummheit die Rede, wenn es darum geht, die Perspektive zu wechseln, v.a. bei wichtigen Technik-Details wie Farbauftrag/INK-Kontrolle etc. sowie Multi-Color-Farb-Management sowie Workflow-Prozessen im Pre-Media-Bereich.
  6. Einhellig wird die Beendigung der Primefire-106-Produktion als krasser Fehler gesehen. Wobei sicher das Ende noch nicht klar ist, da Heidelberg intensiv nach Partnern fürs Inkjet-Printing sucht. Unklar ist aber, wer das sein soll, da andere bereits viel weiter sind als Heidelberg.
  7. Wieviel Spielraum hat Heidelberg tatsächlich, um sich aus dem alten Korsett zu lösen, um vom Produktverkauf zu Lösungsangeboten und vor allem zum Platform-Betreiber und damit dynamsichem Dienstleistungsanbieter zu werden?
  8. Dienen Heidelberg-Neuerungen, gerade auch durch Digitalisierung der Produktion und des Business-Management sowie durch Automation nur dazu, die Kunden zu befähigen, schneller und mehr an Commodity-Produkten zu produzieren? Was aus Expertensicht gar nicht das Ziel sein darf, da es Probleme nicht löst, sondern höchstens aufschiebt.
  9. Und last but not least, betriff nicht nur Heidelberg: „Wird die Krise durch den #Corona-Virus Heidelberg vom Markt fegen, da kaum noch Verkäufe realsiert werden können?“ — Eine Frage, der sich viele Hersteller und Druckereien gleichermaßen stellen müssen.

 


 

UPDATE: Die Diskussion per LinkedIn und Blogs nimmt Fahrt auf:

Widerspruch und starke Bedenken

Nun werden auch Stimmen laut, die hart mit der Heidelberg-Entscheidung ins Gericht gehen. So Druckerei-Unternehmer und Print-Innovator Peter Sommer, seit langem Heidelberg-Kunde, der sich nunmehr stark empört. Oder INKISH-CEO Morten B. Reitoft, der der Heidelberg-Führung ins Gewissen redet. Wohlbegründet!

 

 


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