Torsten Sträter & Felix Lobrecht bei ARD 1Live am 10. Juli 2026
Leben im Jetzt!
Schlusspunkt einer munteren Runde mit Publikunsfragen, die sich an die Themen unserer Podcast-Reihe „Besser Leben. Schöner Sterben“ anlehnt: „Leben im Jetzt – Was eine Krebs-Diagnose wirklich lehrt“!
Es gibt Gespräche, die anrühren, im Gedächtnis bleiben. Das Interview zwischen #Sträter und #Lobrecht ist eines davon. Sträter, bekannt für seinen trockenen Humor und seine unverblümte Ehrlichkeit, sprach offen über seine Krebsdiagnose – und über das, was sie ihm mitgegeben hat.
Keine dramatische Lebensbeichte, keine großen Worte. Stattdessen: echte, bodenständige Erkenntnisse, die jeder von uns brauchen kann – ohne erst selbst krank werden zu müssen.
Nicht verdrängen – auch wenn es gerade gut läuft
Sträters erste und wichtigste Botschaft klingt einfach, ist aber alles andere als selbstverständlich: Nicht verdrängen. Gerade wenn es einem gut geht, ist die Versuchung groß, unangenehme Wahrheiten beiseite zu schieben. Doch genau das kann gefährlich werden. Im Fall von Sträter war es diese Verdrängung, die ihn fast das Leben gekostet hätte.
Die Erkenntnis dahinter ist universell: Sich selbst im Blick behalten. Werte kontrollieren, Vorsorge ernst nehmen – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung sich selbst gegenüber.
Vier Wochen sind verdammt viel
Hier wird es besonders stark. Statt in den klassischen Fünf-Jahres-Plänen zu denken, hat Sträter seinen Horizont bewusst verkürzt – auf vier Wochen. Und dabei festgestellt: Das ist eigentlich eine Menge Zeit.
In diese vier Wochen packt er nur das, was Sinn ergibt und Freude macht. 28 andere Anfragen? Kalt abgelehnt. Stattdessen: Projekte mit echtem Wert, Zeit im Garten, Spatzen beobachten.
Das klingt trivial. Ist es aber nicht. Es ist eine radikale Neubewertung dessen, was wirklich zählt – und ein Plädoyer dafür, die eigene Zeit als das zu behandeln, was sie ist: das wertvollste Gut, das wir haben.
Freiheit und Prioritäten
Was Sträter beschreibt, ist ein Privileg, das viele Menschen in ähnlicher Form besitzen – aber selten nutzen: die Freiheit, selbst zu entscheiden, womit man seine Zeit verbringt. Kein Chef, keine Arbeitsstelle, keine Verpflichtung, die wichtiger ist als das eigene Wohlbefinden. Die Frage, die er damit stellt, richtet sich an uns alle: Wofür sagst du Ja – und wofür solltest du endlich Nein sagen?
Das eigentliche Schlusswort
Am Ende des Gesprächs verrät Sträter sein persönliches Lebensziel: „Ich möchte in Kiel mindestens einmal größer auftreten als Du, Du Affe!“ — gemeint ist Felix Lobrecht. Das ist kein Witz – das ist Lebensphilosophie. Ein konkretes, erreichbares Ziel. Etwas, worauf man hinarbeiten kann. Etwas, das Freude macht.
Was ist das eine Ding, das dich antreibt – klein, konkret, bedeutsam nur für dich?
Manchmal braucht es keine große Lebenskrise, um das herauszufinden. Manchmal reicht ein gutes Gespräch. Danke, Torsten Sträter. Und danke, Felix Lobrecht, für dieses Gespräch.
Was passiert, wenn man in fünf Jahren zehnmal am Herzen operiert wurde, fast verblutet wäre und trotzdem jeden Tag mit voller Klarheit aufsteht?
Man hört auf, Zeit zu verschwenden. Und man fängt an, wirklich zu leben.
Ich bin Boris Andreas Weber. Kommunikationsanalyst, Blogger, Podcaster, Chairman der Freunde plus Vorstand der Internationalen Senefelder Stiftung und Initiator von „Besser leben. Schöner sterben.“ – und seit einigen Jahren vor allem eines: jemand, der gelernt hat, dass die Endlichkeit des Lebens kein Grund zur Lähmung ist, sondern der stärkste mögliche Antrieb.
Seit 2021 habe ich zehn Herzoperationen hinter mir. Vor fünf Jahren lautete die Lebenszeit-Prognose für mich: drei bis fünf Jahre. Heute frage ich meinen Chefarzt der Kardiologie an der Uniklinik, was wir an meinem 80. Geburtstag machen. Das ist keine Übertreibung – das ist das Ergebnis von medizinischer Spitzenbehandlung, unbedingtem Lebenswillen und einer Strategie, die ich „Selbstwirksamkeit auf Basis aktiver Hilflosigkeit“ nenne.
Schlimme Dinge in positive Impulse verwandeln
Vor fünf Wochen (7. Juni 2026) hatte ich nach einem routinemäßigen Herz-Schrittmacherwechsel eine innere Blutung. Innerhalb von unter zwei Stunden verlor ich drei Liter Blut. Das ist eine echte Nahtoderfahrung. Heute mache ich wieder Herzsport.
Ich erzähle das nicht, um Mitleid zu erzeugen. Ich erzähle es, weil genau diese Erfahrungen der Kern meines Projekts „Besser leben, schöner sterben” sind – einem Podcast mit inzwischen 58 Episoden, den ich gemeinsam mit meinem Arzt und Freund David Sonntag aufgebaut habe.
Die zentrale Botschaft: Es gibt passive Hilflosigkeit – und aktive. Ich wähle die aktive. Immer.
Eine Vision, die größer ist als ich
Was als persönliche Bewältigungsstrategie begann, ist längst zu einem ernsthaften gesellschaftlichen Projekt geworden. Mein Ziel ist es, aus dieser Initiative eine Genossenschaft zu entwickeln – ein Modell, das Bestand hat, das gemeinnützig wirkt und das konkrete Projekte hervorbringen kann: Z.B. neue Lebens- und Wohnformen für Senioren und Nachwachsende, Retreats, Events, Publikationen…
Warum eine Genossenschaft? Weil dieses Organisationsprinzip zu den langlebigsten überhaupt gehört. In Mainz, meiner langjährigen Heimatstadt, sieht man das besonders gut: Aus kaufmännischen Vereinigungen entstanden Unternehmen, die seit 150 Jahren bestehen. Was Wert hat, hält.
LinkedIn als Verstärker einer neuen Ära
Ich habe in meinem Berufsleben vor fast 200.000 Menschen in 35 Ländern Vorträge gehalten. Ich weiß, wie man Wirkung erzeugt – nicht um eigene Interessen durchzusetzen, sondern um anderen zur Hilfe zur Selbsthilfe zu verhelfen.
Jetzt stehe ich vor einer Transformation meiner Personal Brand. Nicht weil ich Follower brauche. Sondern weil LinkedIn genau das Publikum versammelt, das zu diesem Projekt passt: Menschen, die erfolgreich sind, die mitdenken, die mitgestalten wollen – als Partner, als Unterstützer, als Teil einer Gemeinschaft.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 hatte ich trotz durch lange Krankheitszeiten eingeschränkter LinkedIn-Präsenz mit wenigen Posts knapp eine halbe Million Impressions. Die Richtung stimmt. Jetzt geht es darum, die Positionierung zu schärfen.
Das Ziel findet sich beim Laufen
Am 15. Juli 2026 führe ich voraussichtlich ein Strategiegespräch mit einer kompetenten Person über den nächsten Schritt. Nicht weil ich Druck habe. Sondern weil ich verstanden habe, dass die Sommerzeit ideal ist, um Fundamente zu legen – damit der Herbst operativ werden kann.
Ich bin kein Mensch, der wartet. Ich bin ein Mensch, der analysiert, entscheidet und handelt. Jahrzehntelang als Kommunikationsanalyst und Unternehmer. Jetzt als jemand, der seinen eigenen Purpose lebt.
Wenn du dich angesprochen fühlst – weil du selbst an einem Wendepunkt stehst, weil das Thema Leben, Würde und sinnvolles Alter dich bewegt, oder weil du dir vorstellen kannst, Teil dieser Genossenschaftsidee zu sein – dann melde dich.
Das Ziel findet sich beim Laufen. Aber man muss anfangen zu laufen.
Herzlichst, Boris Andreas Weber – Kommunikationsanalyst, Blogger, Podcaster, Chairman der Freunde und Vorstand der Internationalen Senefelder Stiftung und Initiator von „Besser leben. Schöner sterben.“
Kommentar zu einer neuen Blogpost-Episode von „Besser Leben. Schöner Sterben.“
Hilflosigkeit ist kein Makel – sondern ein wichtiges Signal
Was uns ein Podcast-Gespräch über einen der unterschätztesten emotionalen Zustände unserer Zeit lehrt.
Wenn ich, Boris Andreas Weber, frisch aus einem Kontrolltermin nach einer Notfalloperation an der Uniklinik, auf dem Wartestuhl sitzt und mich an den Moment erinnere, in dem ich „Hilfe, hilft mir denn keiner!” rief – obwohl ringsum Menschen wimmelten – dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein zutiefst menschlicher Moment. Und genau darum geht es in der aktuellen Folge des Podcasts „Besser leben, schöner sterben”.
Hilflosigkeit: Ein tausend Jahre altes Wort mit hochaktueller Bedeutung
Der Begriff kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutete ursprünglich schlicht schutzlos. Heute hat er sich angereichert: Verlassenheit, Passivität, Ratlosigkeit. Arzt und Sparringspartner David Sonntag bringt es auf den Punkt:
„Hilflosigkeit beginnt dort, wo Menschen merken: Mein Wille reicht nicht mehr aus, um etwas zu verändern.”
Ich will schlafen – aber ich kann nicht. Ich will funktionieren – aber bin erschöpft. Das innere System wünscht sich etwas, doch der Rest zieht nicht nach.
Die Falle der Machbarkeitskultur
Wir leben in einer Welt voller Imperative: Optimiere dich. Atme besser. Denke besser. Achte auf Achtsamkeit. Das klingt hilfreich – erzeugt aber enormen Druck. Wer trotz aller Bemühungen nicht vorankommt, landet schnell in einer Negativspirale aus Insuffizienzgefühlen.
Das Ergebnis: Statt Veränderung entsteht Lähmung. Statt Steuerung fühlen sich viele Menschen nur noch als Beifahrer im eigenen Leben.
Die Autobahn-Metapher: Erst anhalten, dann reparieren
David Sonntags Lieblingsmetapher trifft den Kern:
Wer mit 180 km/h auf der Autobahn merkt, dass ein Reifen nicht stimmt, wechselt ihn nicht während der Fahrt. Die logische Reaktion: Bremsen. Rechts ranfahren. Anhalten. Durchatmen. Warnweste anlegen. Dann erst nachschauen.
Doch genau das wird gesellschaftlich selten empfohlen. Stattdessen heißt es: schneller handeln, sofort umkehren, alles auf einmal lösen. Das kann nur schiefgehen.
Hilflosigkeit zuzugeben ist keine Schwäche
Für viele Menschen – besonders im Beruf, im Hochbetrieb, im roten Drehzahlbereich – fühlt sich das Eingestehen von Hilflosigkeit wie ein Makel an. Dabei ist es das genaue Gegenteil: Es ist ein Warnsignal. Ein Hinweis, dass eine Bestandsaufnahme fällig ist.
Wer dieses Signal ignoriert und stattdessen das Radio lauter dreht, um das Klackern nicht mehr zu hören, löst kein einziges Problem – er verdrängt es nur.
Was wirklich hilft
Innehalten – nicht noch mehr Gas geben
Verbindung zu sich selbst herstellen – im Hier und Jetzt ankommen
Kleine Schritte statt 180-Grad-Wenden
Gespräche suchen – mit Menschen auf Augenhöhe
Sich Hilfe erlauben – das ist Stärke, keine Niederlage
Und bei akuten Panikattacken, dem „Superlativ der Hilflosigkeit”: beide Füße auf dem Boden spüren, tief ein- und ausatmen, fünf Farben im Raum suchen. Den Kopf wieder über die Wasseroberfläche bringen.
Fazit: Nicht hoffnungslos – nur gerade ohne Hilfe
Hilflosigkeit ist kein Dauerzustand. Sie ist ein Prozess, der gekommen ist – und als Prozess auch wieder geht. Das Motto, das Boris Andreas Weber für sich formuliert hat: heitere Gelassenheit. Sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Durchatmen. In den Dialog gehen – auch mit sich selbst.
Denn wie David Sonntag es abschließend sagt: „Jeder Mensch hat etwas zu teilen, was wertvoll ist.”
🎧 Die vollständige Episode von „Besser leben, schöner sterben” gibt es auf Spotify und YouTube.
💬 Rückmeldungen, Fragen oder Gesprächswünsche? Gerne direkt über LinkedIn oder die Kommentarfunktionen auf Spotify und YouTube.
Jackson Pollock beim Action Painting: Offen für das Kommende. Ohne es kontrollieren zu wollen!
Die 150-Jahre-Baustelle: Warum wir aufhören müssen zu verwalten und anfangen müssen zu malen
Zusammenfassung des Podcast „Zukunft“ aus der Reihe „Besser Leben. Schöner Sterben.“ von Andreas Weber und dem Arzt David Sonntag.
1. Einleitung: Das Frösteln vor dem Morgen
Der Wind dreht sich. Es fröstelt uns. Nicht vor der Kälte, sondern vor dem Ungewissen. Wir blicken auf die kommenden Jahrzehnte und spüren eine unterkühlte Unsicherheit. Ist die Zukunft ein drohendes Schicksal, das wie eine Kaltfront über uns hereinbricht? Oder ist sie ein Raum, den wir erst noch betreten und gestalten müssen? Die Kälte ist lediglich eine Einladung, sich zu bewegen. Sind wir bereit, die Starre zu überwinden?
2. Die Pollock-Methode: Zukunft beginnt in einer Sekunde
Wir begreifen die Zukunft oft fälschlicherweise als einen fernen Horizont. Doch die Wahrheit ist radikaler: Die Zukunft beginnt in einer Sekunde. Alles danach ist bereits Erlebtes, geronnene Vergangenheit. Um diesen Übergang zu meistern, hilft uns die Ästhetik des Jackson Pollock. Sein „Action Painting“ war kein Plan, sondern ein Prozess. Die Leinwand lag auf dem Boden, die Farbe floss, spritzte und tropfte.
Das Bild entstand im Tun, ohne dass das Endergebnis vorab feststand. Diese Offenheit gegenüber dem Unbekannten ist das Fundament jeder Innovation. Wer krampfhaft am Status Quo festhält, gleicht einer Innovationsbremse, die aus Angst vor Fehlern die Leinwand weiß lässt. Wir müssen lernen, das Bild im Prozess zu entdecken, anstatt das Gestern zu verwalten.
3. Die 120-Jahre-Realität: Wenn das Leben zur Dauerleihgabe wird
Wir stehen vor einer biotechnologischen Konvergenz, die unser Verständnis von Biologie sprengt. Die heutige Medizin agiert oft noch als bloße „Krankheitsverwaltung“ – sie managt Defizite, anstatt die Gesundheit nachhaltig zu potenzieren, wie David Sonntag festgestellt. Doch der Gezeitenwechsel steht bevor:
In 10 Jahren: Die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht die 120-Jahre-Marke.
In 30 bis 40 Jahren: Ein Alter von 150 Jahren wird zur statistischen Normalität.
Whole Genome Sequencing (WGS): Mit einem Preis von etwa 650 $ (bereits heute in den USA und China Realität) ist der demokratische Tipping Point erreicht. Die Entschlüsselung des eigenen Genoms via App wird zum Standard-Werkzeug.
Epigenetik: Wir begreifen unsere Gene nicht mehr als starres Schicksal, sondern als ein Set von Schaltern, die wir durch aktives Handeln und Prävention selbst steuern können.
4. Von Brain-Chips und lebenden Prozessoren
Die Grenze zwischen Mensch und Maschine erodiert. Während europäische Debatten oft in ethischer Bedenkenträgerei verharren, hat China die Phase der Tierversuche bereits hinter sich gelassen. Dort existieren längst Zulassungen, um Computerchips direkt in menschliche Gehirne zu implantieren. Noch beunruhigender und zugleich faszinierender ist das „Biological Computing“: Prozessoren, die mit lebenden menschlichen Gehirnzellen arbeiten. Die Hardware wird biologisch, der Mensch wird technologisch.
„Die Zeit, die es braucht, um über das Vergangene zu grübeln, fehlt, um die Zukunft zu gestalten.“
Wenn das Menschliche in die Technik transponiert wird und Chips in unsere neuronalen Netze wandern, ist eine tiefe ethische Reflexion unumgänglich. Während wir noch über das Vergangene grübeln, schaffen andere bereits vollendete Tatsachen.
5. Das Ende der Beschäftigungstherapie: Die 23-Stunden-Woche
Die Politik präsentiert uns oft „Reformpakete“, die sich bei näherem Hinsehen als bloße Flickenschusterei entpuppen – eine Reparatur der Vergangenheit, verkauft als Wurf für die Zukunft. Während man uns zuruft, wir müssten „mehr arbeiten“, zeigt die technologische Realität einen anderen Weg: Die 23-Stunden-Woche. Durch die Effizienz der KI wird Arbeit im klassischen Sinne zur Option.
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: „Beschäftigungstherapie“ vs. echtes „Wirken“. Ein 93-jähriger Schülerlotse, der jeden Morgen Kinder sicher über die Straße geleitet, ist kein Opfer des Arbeitsmarktes. Er ist ein Meister seiner eigenen Leinwand. Er arbeitet nicht für eine Bilanz, er wirkt für einen Sinn. Effektivität schlägt Effizienz; das Ziel ist nicht das Hamsterrad, sondern die Gestaltung von Lebensqualität.
6. Vorstellungskraft schlägt Wissen
Warum versagen unsere Prognosen? Weil Wissen stets ein Rückspiegel ist. Es basiert auf dem, was war. Albert Einstein wusste: „Wissen ist nichts im Vergleich zur Vorstellungskraft.“ Um wirklichen Fortschritt zu erzielen, müssen wir das Unmögliche denken und die Gabe der Vision kultivieren.
Andreas stellt im Podcast hierzu ein mutiges Postulat auf: Die 80/20-Regel der Selbstbestimmung. Er wettet darauf, dass 80 % unseres Lebens von uns selbst gestaltbar sind, während nur 20 % sich unserem Einfluss entziehen. Wer sich hinter den 20 % versteckt, betreibt Planwirtschaft des Geistes. Wahre Innovation braucht den Mut, sich jenseits des Wissensstandes neu zu erfinden.
7. Das Mantra der Zukunft: Be More Human
In einer Ära maximaler Technisierung wird „Be More Human“ zum ultimativen ethischen Kompass. Wir stehen vor einer anthropozentrischen Wende: Je mehr humanoide Roboter – in 50 Jahren womöglich zahlreicher als Menschen – unseren Alltag bevölkern, desto kostbarer wird das spezifisch Menschliche.
Die Zukunft ist eine Self-fulfilling Prophecy. Wer nur in den Rückspiegel starrt, wird unweigerlich kollidieren. Wenn wir uns jedoch eine Zukunft vorstellen, in der Technik uns die Freiheit schenkt, empathischer, kreativer und menschlicher zu sein, dann erschaffen wir genau diese Realität. Maximale Technik verlangt als Gegengewicht eine maximale Menschlichkeit.
8. Fazit: Ein offener Möglichkeitsraum
Andreas und David sind sich einig: Zukunft ist kein Schicksal, das uns zustößt, sondern ein dynamischer Prozess, der uns Anpassung und Lernfähigkeit abverlangt.
Visionäre wie Steven Spielberg (in seinem jüngsten Film „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“) lehren uns in ihren Werken – etwa wenn sie die intellektuelle Tiefe einer Begegnung mit dem Unbekannten ausloten –, dass wir nicht allein sind in unserem Gestaltungsdrang.
Wir müssen aus dem Schneckenhaus des Frusts heraustreten. Die Leinwand liegt vor uns, die Farben sind gemischt. Was ist der erste Pinselstrich, den Sie heute auf Ihre 150-jährige Leinwand setzen werden?
Paul Klee, 1879–1940. “Eile ohne Rücksicht”, 1935, 97 (N 17). Kohle und Aquarell auf Papier, 31,5 × 29,8 cm. Sammlung Familie Klee.
Von Andreas Weber als Zusammenfassung der 53. Episode des Podcast „Besser Leben. Schöner Sterben.“ im Team mit dem Arzt David Sonntag.
Rücksicht ist weit mehr als Höflichkeit. Sie ist ein tragender Wert für funktionierendes Miteinander, Qualität in Arbeit und eine positive Lebensperspektive. Sprachlich klingt im Begriff die lateinische Wurzel „respectus“ an: der Blick zurück und der Respekt nach vorn. Praktisch heißt das: Ich bin nicht allein. Ich stehe in Beziehung – zu Menschen, Natur und kommenden Generationen. Rücksicht ist kein Verlustgeschäft, sondern ein Investment in Vertrauen, Kooperation und sozialen Frieden.
Ein Bild hilft: der Straßenverkehr. Gute Fahrerinnen und Fahrer sind im Hier und Jetzt, schauen vorausschauend nach vorne – und bei Bedarf in den Rückspiegel. Wer nur zurückblickt, verpasst den Moment. Wer nie zurückblickt, gefährdet andere. Dosierung ist der Schlüssel: Rücksicht ohne Selbstverlust. Zu viel Selbstaufgabe macht Beziehungen fragil, rücksichtsloser Egoismus sprengt sie.
David Sonntag sagt dazu: „Mein Weg begann in der Gesundheits- und Krankenpflege. Dort lernt man früh, dass Menschen im Krankenhaus selten freiwillig sind – und dass das fragile Gefüge aus Heilung, Angst und Hoffnung nur mit echter Rücksicht funktioniert. Mentoren prägten mich in beide Richtungen: Manche gaben Wissen klar und zugewandt weiter, andere ‚bügelten drüber‘. Beides lehrte mich, Wissen mit Würde zu verbinden.“
Besonders in Pflege und Palliativmedizin ist Rücksicht gelebter Respekt: Würde bewahren, Autonomie achten, Nähe und Zeit geben. Wo Prozesse zu sehr industrialisiert werden, verlieren Systeme ihre Seele – Familien tragen Lasten allein, bis auch die Gesunden krank werden. Rücksicht nimmt Druck raus, verteilt Verantwortung und schafft Menschlichkeit – genau da, wo sie am meisten zählt.
Rücksicht: unterschätzte Stärke für ein gutes Leben, bessere Zusammenarbeit und resilientere Systeme
Rücksicht wirkt universell – oft jenseits formaler Regeln. Wer durch megastädtische Verkehrsströme in Asien oder Südamerika fährt, erlebt „chaotische Ordnung“: nonverbale Abstimmung, vorausschauendes Handeln, lokale Systeme, die funktionieren, weil Menschen Informationen teilen und sich Raum geben. In Deutschland sind Regeln wichtig – und doch läuft es besser, wenn wir zusätzlich die Perspektive wechseln und Situationen nicht nur aus der eigenen Ich-Position betrachten.
Rücksicht beginnt mit Wahrnehmung und Balance:
• Andere und sich selbst zugleich sehen; Grenzen erkennen und die eigenen klar definieren.
• Kurz prüfen: Was ist jetzt wirklich dringlich? Manchmal einen Schritt zurücktreten – ohne sich aufzugeben.
• Nonverbale Signale ernst nehmen: Tempo, Ton, Pausen, Reihenfolge, Präsenz.
• Klarheit plus Wärme: Erwartungen transparent machen und zugleich Spielraum lassen.
• Werte sichtbar leben: Konsequente Haltung schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen.
Im Arbeitsalltag wird das konkret:
• „Arbeite so, dass es der Nächste leichter hat.“ Das prägt Prozesse, Qualität und Teamgeist.
• In der Kommunikation: Mitdenken, mitfühlen, Grenzen sehen – und die eigenen benennen.
• In der Aufmerksamkeit: Wahrnehmungsfähigkeit ist die Vorstufe von Rücksicht. Wer sich selbst nicht spürt, kann andere schwer integrieren.
• Sicherheit stärkt Rücksicht: Wer sich innerlich sicher fühlt, kann leichter Raum geben. Umso wichtiger sind gemeinsame Werte, Verlässlichkeit und klare Kommunikation – in Unternehmen, Politik und Gesellschaft.
Das Schönste sind oft die kleinen Überraschungen: Wenn jemand unerwartet mitdenkt, entsteht ein Wohlgefühl, das Vertrauen vertieft. Solche Erlebnisse tragen – manchmal über Jahrzehnte – und beeinflussen, wie wir Verantwortung dosieren, Entscheidungen treffen und Sicherheit schaffen.
Fazit
Rücksicht ist kein moralisches Ornament, sondern ein praktischer Kompetenzmix aus Wahrnehmung, Respekt, Klarheit und Balance. Sie ist keine Bremse, sondern ein Beschleuniger für gute Beziehungen, stabile Teams und tragfähige Ergebnisse. Wer Rücksicht bewusst kultiviert, lebt leichter – und macht es anderen leichter. Genau darum geht es: besser leben, schöner sterben.
Wenn dich das Thema inspiriert, teil den Beitrag gern und schreib, wo du Rücksicht im Alltag ganz konkret stärkst. Auf die nächsten Schritte – gemeinsam.
🌱 Leben. Sterben. Wachsen. – Eine Einladung, die dich berührt, bewegt und verändert.
Was, wenn wir aufhören, das Leben und Sterben als Gegensätze zu sehen – und stattdessen beginnen, sie als zwei Seiten derselben Münze zu begreifen? Als Chance, bewusst zu wachsen, zu reflektieren und unser volles Potenzial zu entfalten?
Genau hier setzt der Podcast „Besser Leben. Schöner sterben.“ mit Andreas Weber und dem Arzt David Sonntag an. Eine Inspirationsquelle, die nicht nur zuhört, sondern zum Handeln einlädt – mit Tiefgang, Ehrlichkeit und einer Prise Magie.
Warum dieser Podcast anders ist?
Weil er Brücken baut – zwischen: ✅ Medizin & Menschlichkeit (David Sonntag, Arzt und Experte für innere Ressourcen) ✅ Philosophie & Alltag (Andreas Weber, Gastgeber und Ideenmagnet) ✅ Theorie & Praxis (kein theoretisches BlaBla, sondern konkrete Tools für dein Leben)
Hier geht es um das, was uns wirklich bewegt: 🔹 Selbstwirksamkeit – Wie wir unser Leben selbst in die Hand nehmen. 🔹 Intuition & Wahrnehmung – Warum wir unserem Bauchgefühl vertrauen sollten. 🔹 Familie & Beziehungen – Wie wir Verbindung leben, auch in schwierigen Zeiten. 🔹 Trauma & Heilung – Wie wir Wunden in Stärke verwandeln. 🔹 Erkenntnis in der modernen Welt – Was uns wirklich erfüllt (Spoiler: Es ist nicht „mehr, schneller, höher“)
Und das Beste? Es wird nicht beschönigt. Es wird ehrlich, mutig und mitfühlend erzählt – so, wie das Leben selbst manchmal ist.
Was du mitnimmst:
💡 Reflexion, die dich wachrüttelt – Jede Folge fordert dich heraus, dein Leben zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entdecken. 🛠 Werkzeuge, die du sofort anwenden kannst – Kein theoretisches Gerede, sondern praktische Schritte, um dein Leben zu verbessern. 🌍 Ein ganzheitlicher Blick – Medizin, Psychologie und Lebensweisheit verschmelzen zu einem Ratgeber, der wirklich hilft. 🤝 Eine Community, die dich trägt – Auf LinkedIn tauschen wir uns aus, diskutieren und wachsen gemeinsam. Du bist nicht allein.
Wo du reinhörst:
🎧 Spotify – Für unterwegs, beim Spazieren oder in deiner Mittagspause. 📺 YouTube – Wenn du die Stimmen sehen und die Emotionen spüren willst. 💬 LinkedIn – Hier gibt’s Zitate, Zusammenfassungen und Community-Fragen, die zum Mitmachen einladen.
Eine Frage an dich:
Welche „existenzielle Frage“ beschäftigt dich gerade am meisten?
Teile sie in den Kommentaren – vielleicht wird sie in einer der nächsten Folgen aufgegriffen! 🚀
P.S.: Du kennst jemanden, der gerade nach Sinn, Klarheit oder einfach einer Portion Inspiration sucht? Teile diesen Post – vielleicht ist es genau der richtige Impuls für ihn oder sie. 💌
Erstes Manifest von den #PrintIsBack Podcast-Machern Jacques Michiels und Andreas Weber
Den Podcast #PrintIsBack gibt es auf Spotify, Apple etc. sowie via YouTube bei #PrintIsland.
Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und strukturierte Erkenntnis als Schlüssel zum Erfolg
Warum Print mehr braucht als Parolen
Die Druckbranche steht vor einem Wendepunkt: Statt sich in kurzfristigem Aktionismus oder ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren, sollte sie Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und einen strukturierten Erkenntnisprozess in den Mittelpunkt stellen. Print entfaltet seinen Wert nicht durch leere Floskeln, sondern durch seine konkrete Wirkung auf Wahrnehmung, Erinnerung und menschliche Speicherbildung – besonders im Zusammenspiel mit digitalen Technologien.
Doch wie gelingt der Schritt von der „Säuglingserkenntnisphase“ zu einer reifen, lernenden Branche? Dieser Beitrag zeigt konkrete Initiativen, Handlungsanleitungen und einen Fahrplan für nachhaltige Veränderung.
1. Kernprobleme der Druckbranche: Was wirklich zählt
Die Branche leidet unter drei zentralen Defiziten:
❌ Fehlende Selbstwirksamkeit Viele Akteure handeln reaktiv statt proaktiv – getrieben von Marktveränderungen, ohne eigene Gestaltungsmacht zu definieren.
❌ Veraltete Technologie-Debatten Die Auseinandersetzung zwischen Offset, Digitaldruck & Co. blockiert Fortschritt. Dabei ist Technologiepluralismus längst Realität – die Frage ist nicht entweder/oder, sondern wie kombinieren wir das Beste aus allen Welten?
❌ Oberflächlicher Erkenntnisgewinn Events, Marketinggetöse und Claqueure verzerren den Blick auf echte Innovationen. Statt fundierter Daten und Erfahrungsaustausch dominieren oft Hype und Einzelschicksale.
2. Strategien für mehr Selbstwirksamkeit: Ein 3-Stufen-Plan
🔹 Stufe 1: Selbstwirksamkeit definieren – wer beeinflusst was?
Frage:Welche Hebel hat die Branche – und jeder Einzelne – um die eigene Situation aktiv zu gestalten?
Checkliste für Führungskräfte:
✅ 1x pro Quartal ein „Selbstwirksamkeits-Meeting“ abhalten: Was können wir selbst beeinflussen – und was nicht?
✅ Mitarbeiterfeedback systematisch einholen (z. B. über anonyme Umfragen oder Retrospektiven).
✅ Kundenbeziehungen auf langfristige Partnerschaften ausrichten (z. B. durch Abo-Modelle für Print-Services).
🔹 Stufe 2: Technologiepluralismus leben – Vielfalt als Stärke
These: Print ist kein „entweder/oder“, sondern ein „sowohl/als auch“.
Checkliste für die Praxis:
✅ Technologie-Audit: Welche Verfahren sind im Unternehmen bereits etabliert? Wo gibt es Synergien?
✅ Pilotprojekte starten: Z. B. Digitaldruck + KI für personalisierte Mailings testen.
✅ Lieferanten diversifizieren: Nicht nur einen Technologiepartner, sondern ein Netzwerk aufbauen.
🔹 Stufe 3: Erkenntnis systematisch generieren – von Daten zu Handeln
Definition: Erkenntnis ist kein Zufall, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Wahrnehmung, Erfahrung und Reflexion.
Checkliste für Erkenntnisgewinn:
✅ 1x pro Monat eine „Erkenntnis-Session“ einberufen: Was haben wir gelernt – und was bedeutet das für unsere Strategie?
✅ Externe Perspektiven einbeziehen:Gastvorträge von Tech-Experten, Kunden oder Wissenschaftlern.
✅ Daten nutzen, um Marketing zu justieren: Nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Fakten setzen (z. B. A/B-Tests für Print-Kampagnen).
3. Wie KI die Selbstwirksamkeit stärkt: Vier konkrete Anwendungsfälle
Künstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Enabler für mehr Kontrolle und Effizienz.
Checkliste für KI-Integration:
✅ Pilotprojekt starten: Z. B. KI-gestützte Layout-Optimierung für Verpackungen testen.
✅ Datenqualität sicherstellen: Saubere, strukturierte Daten sind die Basis für KI-Erfolge.
✅ Mitarbeiter schulen: KI ist kein Selbstläufer – Schulungen zu Tools wie Adobe Firefly oder Canva Magic Design sind essenziell.
4. Fazit: Print neu erfinden – aber richtig
Die Druckbranche steht vor einer einmaligen Chance:
Von der Defensive in die Offensive wechseln: Nicht auf den Untergang warten, sondern Print als strategisches Medium neu definieren.
Technologie nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug begreifen – besonders KI und digitale Ökosysteme.
Erkenntnis als Prozess etablieren: Daten sammeln, reflektieren, handeln – und das kontinuierlich.
Die zentrale Frage lautet nicht: „Wie retten wir Print?“ Sondern: „Wie gestalten wir Print so, dass er seine volle Wirkung entfaltet – für Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft?“
📌 Next Steps: Wo anfangen?
Wenn Sie die „Säuglingserkenntnisphase“ hinter sich lassen wollen, starten Sie mit diesen drei konkreten Schritten:
🔹 1. Selbstwirksamkeits-Workshop(intern oder mit Partnern): Definieren Sie drei konkrete Ziele, die Sie selbst beeinflussen können – und legen Sie Messkriterien fest.
🔹 2. Technologie-Check: Analysieren Sie Ihr Portfolio – wo gibt es Synergien zwischen Offset, Digital und Online?
🔹 3. KI-Pilot: Starten Sie ein kleines, aber messbares Projekt (z. B. KI-gestützte Personalisierung) und evaluieren Sie die Ergebnisse nach drei Monaten.
Teilen Sie Ihre Erfahrungen! Wie geht Ihre Druckerei oder Ihr Verlag mit diesen Herausforderungen um? Diskutieren Sie mit uns auf LinkedIn oder werden Sie Mitglied unserer #Printisback Community auf LinkedIn. Gemeinsam sind wir stärker. 🌱
Fünf Strategien für vielbeschäftigte High-Performer
Zusammenfassung des Online-Meetings am 1. April 2026 (#keinScherz) von Dr. Stefan Waller alias Dr. Heart, assistiert von Melanie Huber. Als perfekte Ergänzung zu meiner (Podcast-) Initiative „Besser Leben. Schöner Sterben.“
Fühlen Sie sich im Alltag oft zwischen beruflichen Ambitionen und privaten Verpflichtungen hin- und hergerissen? Wünschen Sie sich mehr Energie und Lebensqualität, ohne dabei auf Genuss verzichten zu müssen? Die gute Nachricht ist: Sie haben es selbst in der Hand! Mit smarten Strategien lässt sich ein gesunder Lebensstil auch in den hektischsten Alltag integrieren. Starten wir gemeinsam durch!
1. Gesund genießen – auch auswärts!
Auswärts essen ist Lebensqualität, birgt aber oft Fallen aus Zucker, Fett und Salz. Doch Sie können die Kontrolle behalten:
Der Brotkorb-Falle entgehen: Oft landen schon vor dem ersten Getränk unnötige Kalorien in Form von Baguette mit Öl und Balsamico auf dem Tisch. Fragen Sie sich: Brauche ich das wirklich? Wussten Sie, dass Balsamico-Essig bis zu 76 % Zucker enthalten kann?
Lesen, was drin ist: Die gesündeste Bewegung im Supermarkt? Die Hand umdrehen und auf die Nährwerttabelle schauen! Lassen Sie sich nicht von Marketing-Tricks wie „ohne Zuckerzusatz“ täuschen. Auch eine gesund aussehende Bowl kann eine Zuckerbombe sein.
2. Smart kochen: Meal Prep & Binge Cooking
Keine Zeit zum Kochen? Nehmen Sie sich am Wochenende ein bis zwei Stunden Zeit. Ob Sie ein kleines Gericht oder einen riesigen Wok zubereiten, der Zeitaufwand ist fast identisch. Mit „Binge Cooking“ kochen Sie für die ganze Woche vor, wissen genau, was drin ist, und haben immer eine gesunde Mahlzeit parat. Für mich ist das fast wie Meditation mit schöner Musik!
3. Milieukontrolle: Ihr Zuhause, Ihre Festung
Willenskraft ist ein Muskel, der im Laufe des Tages ermüdet. Sorgen Sie dafür, dass ungesunde Snacks gar nicht erst in Reichweite sind. Füllen Sie stattdessen Ihre Vorräte mit gesunden Alternativen. Tiefkühlgemüse ist hier ein echter Held: Schockgefroren und unverarbeitet, ist es schnell zubereitet und nährstoffreich. Einfach auf ein Backblech, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer darüber – fertig ist eine leckere Mahlzeit.
4. Bewegungssnacks: Jeder Schritt zählt!
Wir sind für Bewegung gemacht, nicht für stundenlanges Sitzen. Schon kleine Unterbrechungen machen einen riesigen Unterschied:
Walking Meetings: Führen Sie Telefonate im Gehen.
Kreative Arbeitsplatzgestaltung: Stellen Sie den Drucker in den Nebenraum, um aufstehen zu müssen.
Fitness-Snacks: Machen Sie vor einem wichtigen Termin 50 Kniebeugen oder nutzen Sie eine Kettlebell während der Kaffee kocht. Integrieren Sie Bewegung in wiederkehrende Routinen („Habit Stacking“). Denken Sie an meine Oma: Sie wurde 100 Jahre alt und wohnte im fünften Stock – ohne Aufzug!
5. Mentale Stärke: Machen Sie Stress zu Ihrem Verbündeten!
Chronischer Stress ist ein Nährboden für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch Sie können lernen, damit umzugehen:
Akutes Stressmanagement durch Atmung: Wenn der Stresspegel steigt, atmen Sie bewusst langsam und verlängern Sie die Ausatmung. Diese Technik, bekannt als „Box Breathing“ oder Varianten davon, signalisiert Ihrem Körper Entspannung und wirkt sofort.
Stress als Herausforderung sehen: Die Forschung zeigt, dass unsere Einstellung zu Stress entscheidend ist. Sehen Sie Herausforderungen als Chance („Challenge Response“) statt als Bedrohung („Threat Response“). Sie haben die Macht, Ihre Reaktion selbst zu gestalten!
Fangen Sie noch heute an! Suchen Sie sich eine dieser Strategien aus und setzen Sie sie in der kommenden Woche um. Ob Ernährung, Bewegung oder Stressmanagement – jeder kleine Schritt ist ein Sieg für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Auf geht’s!
Fokus: Litho Days III In Türkiye – Ankara (5./6./7.12.2025)
Von Barbara Wilhelmi (Internationale Senefelder Stiftung)
‚Die Lithographie ist auf der ganzen Welt im Vormarsch!‘ – Dieser Satz des berühmten Lithografen Erich Mönch stand in den 70-iger Jahren an der Wand des Druckzentrums in Tübingen, und er erschien schon damals eine ironische Bemerkung zu sein. Bei den Litho Days III in der Türkei im Dezember 2025 wurde dieser Satz Realität, denn schon zum dritten Mal nach 2021 und 2023 hatte das Dou Printstudio von Doḡu Gündoḡdu und Naz Önen zu einem Litho-Event in die Türkei eingeladen und sie stützten sich auf die Kontakte die sie auch beim Internationalen Lithographie Kolloquium der Internationalen Senefelderstiftung im April 2024 geknüpft hatten.
Auch in diesem Jahr präsentierte das Dou Printstudio in Ankara wieder ein reichhaltiges Programm: Zu Beginn der Besuch in der großartigen Ausstellung „Separation and Merging Point“ (FOTO 1,1 + 1,2), in diesem Jahr gestaltet von der bekannte Kuratorin Eda Berkmen, in der Anafartalar Shopping Mall, No. 203. Zu sehen waren Lithographien von Künstlern, gedruckt im Dou Printstudio (Edition III). Die Werkstatt selbst konnte am Morgen des 6. Dezembers, dem Feiertag der Lithographen, besichtigt werden (FOTO 2).
Im Mittelpunkt der Litho Tage III stand danach das Panel: „DISCUSSING THE SUSTAINABILITY WITH ROOTED LITHOGRAPHY STUDIOS“ (FOTO 3) mit den Printmakern Christian Bramsen (Atelier Clot, Paris), Jan Pelkofer + Paul Klös (Tabor Presse Berlin, Deutschland), Kapser Fleng + Julie Peter Hjörring (Grafisk Värksted, Dänemark), Mikkjal Matras Andersson (Steinprent, Faroe Islands), Louise Aakermann Nielsen (Bornholm) – Moderation: Naz Önen.
Es ging um das Verhältnis der professionellen Drucker in den unterschiedlichen Werkstätten im Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern, die Aspekte der professionellen Druckwerkstätten, die auf die eine oder andere Weise die Vorstellungen der Künstlerinnen und Künstler umsetzen. Die Qualitätssicherung auf hohem lithographischen Niveau wurde ebenso Thema wie der Vertrieb und die Vernetzung der Drucker untereinander, um Perspektiven für die Zukunft entwickeln zu können. Dazu wurde die Frage erörtert, ob Drucke nicht vielmehr den Status von Originalen haben sollten und sich dementsprechend dann auch die Preisgestaltung verändern würde (FOTO 4). Der Wandel ist einerseits geprägt durch den Wegfall der großen Druckereien, aber andererseits gibt es auch neues Entstehen von kleinen Printstudios wie dasjenige in Ankara und eine türkische Künstlerin Derin Tuksal, die seit vier Jahren Derin Print Shop leitet, das Gemeinschaftsatelier für Radierung in Istanbul.
Die Probleme, nicht mehr die Materialien kaufen zu können wie früher, werden nun oft auf unkonventionelle Weise gelöst durch Eigenproduktion. So ist in der Druckwerkstatt von Dou eine selbstgebaute Lederdruckwalze zu bestaunen (FOTO 5). Und dort hängt auch, wie ein Schutzpatron, das lithographische Porträt von Alois Senefelder neben Atatürk (FOTO 6). Das Panel der Lithodays III fand im Erimtan Archäologischen Museum statt, wo ebenfalls eine temporäre Ausstellung (“Litho Wall–1”) für jeweils drei Monate mit einer speziellen Auswahl aus dem Dou Printstudio zu sehen ist. Am Abend des 06.12.2025 gab der dänischen Botschafter, Ole Toft, in der dänischen Residenz in Ankara einen Empfang (FOTO 7). Das Projekt wurde möglich gemacht durch den Support vieler kultureller und politischer Institutionen, wie z.B. das Goethe-Institut in Ankara und weitere Botschaften vor Ort (siehe Aufzählung unten).👇
Vielen Dank für das unvergessliche Erlebnis der Lithoö Tage III. Viel Erfolg für Doḡu Gündoḡdu, Naz Önen und das Duo Print Studio – Barbara Wilhelmi
Fotos: Barbara Wilhelmi, Duo Print Studio
Litho Days III in Türkiye – Ankara December 5th to 7th of 2025
by Barbara Wilhelmi (Internationale Senefelder Foundation)
Lithography is on the rise all over the world! This statement by the famous lithographer Erich Mönch was displayed on the wall of the printing center in Tübingen in the 1970s, and even then it seemed like an ironic remark. At Litho Days III in Turkey in December 2025, this statement became reality, as the Duo Printstudio, comprised of Doḡu Gündoḡdu und Naz Önen, hosted a lithography event in Turkey for the third time, following previous events in 2021 and 2023 and they relied on the contacts they had also made at the International Lithography Colloquium of the International Senefelder Foundation in April 2024.
This year, the Dou Printstudio once again presented a rich program in Ankara:
It began with a visit to the magnificent exhibition “Separation and Merging Point” (PHOTO 1.1 + 1.2) in the Anafartalar Shopping Mall, No.203. The exhibition, curated by the renowned Eda Berkmen, featuring lithographs by various artists, printed by the Dou Printstudio (Edition III). The workshop could be visited on the morning of December 6, the lithographers’ day (PHOTO 2). The panel discussion of Litho Days III began that same afternoon: “DISCUSSING THE SUSTAINABILITY WITH ROOTED LITHOGRAPHY STUDIOS” (PHOTO 3) with printmakers Christian Bramsen (Atelier Clot, Paris), Jan Pelkofer + Paul Klös (Tabor Presse Berlin, Germany), Kapser Fleng + Julie Peter Hjörring (Grafisk Värksted, Denmark), Mikkjal Matras Andersson (Steinprent, Faroe Islands), and Louise Aakermann Nielsen (Bornholm) – moderated by Naz Önen (Dou Printstudio).
The discussion focused on the relationship between professional printers in different workshops and the artists, and the aspects of professional printmaking that, in one way or another, realize the artists’ visions. Quality assurance at a high lithographic level was discussed, as were distribution and networking among the printers to develop future perspectives. The question was discussed whether prints should have the status of originals and whether the pricing would change accordingly (PHOTO 4). The transformation is characterized on the one hand by the demise of large printing houses, but on the other hand, there is also the emergence of new small print studios, such as the one in Ankara, and a Turkish artist: Derin Tuksal, leading Derin Print Shop, the collaborative etching studio in Istanbul for four years.
Dou Print is currently the only independent collaborative lithography studio. The problem of no longer being able to purchase materials as before is now often solved in unconventional ways through in-house production. For example, a self-made leather printing roller can be admired in Dou’s printmaking workshop (PHOTO 5). And there, like a patron saint, hangs a portrait of Alois Senefelder next to Atatürk (PHOTO 6). The Lithodays III panel took place at the Erimtan Archaeological Museum with a temporal exhibition (“Litho Wall–1”) which showcases each time a special selection from Dou Print Studio’s collection for three month periods. On the evening of December 6, 2025, reception hosted by the Danish Ambassador, Ole Toft in the Danish Residence (PHOTO 7). The project was made possible by the support of many cultural and political institutions, such as the Goethe-Institut in Ankara and other local embassies (detailed list below).
Visiting the Lithodays III was a truly memorable experience for me and I wish all the best for Doḡu Gündoḡdu and Naz Önen and Dou Duo Print Studio in Ankara – with best regards Barbara Wilhelmi
Photos: Barbara Wilhelmi, Naz Önen / Duo Print Studio
Litho Days in Türkiye project has been made possible with the support of
the Ankara Metropolitan Municipality Directorate of Culture and Social Affairs,
the French Cultural Centre in Ankara,
the Goethe-Institut in Ankara,
the Embassy of Poland in Ankara,
the Ministry of Foreign Affairs of Denmark,
the Ministry of Culture Denmark and the Danish Arts Foundation
as a EUNIC (The Network of European National Cultural Institutes) project,
along with KAFT’s product and Radisson Blu’s accomodation sponsorship.
Lang lebe #Print! Vor allem durch das Pflegen und Bewahren der hohen #Druckkunst. – Seit dem 15. März 2018 feiern wir in #Deutschland im Rahmen der Kultur des immateriellen Kulturerbes den sogenannten UNESCO #TagDerDruckKunst. Im Fokus stehen die künstlerisch genutzten grafischen Drucktechniken des Hochdruck, Tiefdruck und des Flachdrucks (besser gesagt: Chemischer Druck). Hier sind von Deutschland aus seit über 600 Jahren die wichtigsten Impulse gesetzt worden und in die ganze Welt gewandert.
Gestern, am 15. März 2025, durfte ich bei meinen guten Freund und Vorstandskollegen Eckhard Gehrmann in seinem Druckstudio in Friedrichsdorf nördlich von Frankfurt am Main sein. Eckhard und ich gehören seit langem dem Vorstand der Internationalen Senefelder Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main an.
Gut zu wissen!
Alois Senefelder hat vor über 200 Jahren mit der Erfindung des Chemischen Drucks das Medium Print nicht nur popularisiert, sondern wie kein anderer zuvor die Herstellung und Qualität von Printmedien nachhaltig innoviert. Durch den Chemischen Druck, bekannt auch als Lithographie – also das Drucken von Kalksteinplatten, später Aluminium – konnten die Grundlagen gelegt werden für die modernen Flachdruck-Technologien, die wir als Offsetdruck kennen. Aber auch in der Halbleiter-Technologie ist der chemische Druck durch die sog. Photolithographie bis heute unverzichtbar.
Fakt ist: durch die verfahrenstechnischen Eigenschaften und einzigartigen Vorteile der Lithographie inklusive der Vielfalt bzw. Güte an Farben und Farbpigmenten, die verwendet werden können, ist die Bebilderungsqualität des Chemischen Drucks unübertrefflich. Selbst modernste digitale Druckverfahren reichen daran nicht ran, was man einfach überprüfen kann, wenn man Original-Lithographien in anderen Druckverfahren reproduzieren möchte. Und auch die Darstellung auf Bildschirmmedien vermittelt eine andere Anmutung, die zwar beeindruckend ist, aber nicht die gleiche Wirkmechanismen besitzt wie der lithografisch-künstlerische Druck. Für mich steht fest: Künstler-Lithographien sind einzigartig in ihrer brillanten Darstellungsqualität und wirkungsvollen Vermittlung von gedruckten Inhalten aller Art.
Eckhard Gehrmann führte gestern am #TagDerDruckKunst die Prinzipien des Chemischen Drucks vor. Und zeigte den interessierten Besuchern wie variantenreich und einzigartig hochwertigste Bilder gedruckt werden können, vom Kleinformat bis zum Grossformat (177 x 124 cm!). Dabei wird auch durch das Prinzip der sog. Non-Toxic-Lithography auf umweltbelastende Substanzen verzichtet. Es kommen ungiftige Lösungsmitteln und Druckfarben zum Einsatz. Auf seiner Website teilt der Künstler anschaulich seine Arbeit und sein Fachwissen.
Bei der Gestaltung der Bildmotive, die neben Zeichnen das Schreiben von Texten oder sogar im Tonerdruck vervielfältigte Fotos per Umdruckverfahren einschließen, sind keine Grenzen gesetzt. So gelingt eine Freiheit und Varianz bei der bildnerischen Formgestaltung mit raffinierten Effekten, wie sie anders kaum möglich sind. — Es sei denn, weltweit führende Special-Effect-Druckkunst-Spezialisten wie Günter Thomas und sein Team von GTTrendhouse42 in Gelsenkirchen, sind involviert :-).
Zum Video: Eindrücke vom 15. März 2025 in der Druckwerksatt von Eckhard Gehrmann in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main.
Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist besonders hervorzuheben: Druckkünstler wie Eckhard Gehrmann, der übrigens bei dem legendären Steindruckmaler und Druckgrafik-Dozent Christian Kruck an der Städelschule in Frankfurt am Main ausgebildet wurde, schaffen Druckwerke, die nicht als kurzlebiges Verbrauchsgut verwendet werden, sondern hochwertige Sammlerstücke darstellen, die sorgsam bewahrt werden. Diese Druckwerke können auf Maschinen hergestellt werden, die nahezu unverwüstlich sind, über viele Dekaden eingesetzt werden bzw. aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen können. Nachhaltiger geht es kaum, Oder?