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#drupa2016 Review Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)

 

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Fokus auf Canon’s #unleashprint: Kein anderer Aussteller der #drupa2016 hat aus meiner Expertensicht so umfassend, kompetent, offen und glaubwürdig zeigen können, wie die TRANSFORMATION im Print erfolgreich möglich wird. Foto: Andreas Weber

Kritische und bewusst streng selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 40 bis 90 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung im Überblick:


Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


Fazit Teil 2

Print als Medientechnologie spielt nicht mehr eine Sonderolle quasi als Analog-Relikt in einer digitalen Welt. Print ist und bleibt die tragende Säule der Geschäfts- und Kommunikationswelt und kann nahtlos in digitale Geschäfts- und Kommunikationsprozesse eingliedert werden! Um in der neuen Welt des Print bestehen zu können, erfordert es seitens der Druckereien den Neustart-Knopf zu drücken. Mit Technik-Käufen oder dem Versuch, durch Technik-Einsatz gar neue Geschäftsmodelle zu entwicklen, kommt keiner weiter. Alle sind aufgefordert, das Zusammenspiel von Brainware, Software und Hardware neu zu definieren und daraus Markt-konforme Lösungsangebote im Dialog mit Kunden zu entwickeln.

 


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Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)

Frage: Kann es sein, dass auf der #drupa2016 nicht mehr die Standgröße sowie das ultimative Produkt entscheidend waren, sondern das beste Gesamt-Konzept, dass nachhaltig Wirkung zeigt?
Antwort: Ja, das kann nicht nur so sein. Das ist so, wenn man die eingangs zugrunde gelegten Fragen beantwortet haben will. Zur Erinnerung:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/hidden Champs sind wichtig?

Nahtlos an mein Fazit zum Review Teil 2 knüpfte auf der #drupa2016 der Imaging-Konzern Canon an. Canon als die unter den drupa-Ausstellern mit Abstand bedeutungsstärkste und populärste Marke (im B2B wie im B2C) hat aus meiner Sicht das Konzept der drupa 2016 am besten verstanden und kongenial umgesetzt. Grundlage dafür war, wie Mark Lawn aus dem Canon-Europa-Management mir dies in ausführlichen Gesprächen auf der #drupa2106 schilderte, dass man bei Canon über die Jahre hinweg ein neues Denken und eine neue Vorgehensweisen kultiviert habe, um für die Print-Branche umfassende Neuheiten marktfähig zu gestalten. Mit dem Ergebnis, Trends und Märkte exakt zu analysieren, relevante Fakten in Reports für alle zugänglich zu kommunizieren, darüber Dialoge zu führen und eine neuartige Programmatik zu entwickeln, um partnerschaftlich Lösungsangebote, neue Anwendungsmöglichkeiten und gemeinsame Visionen und Strategien zu entwickeln.

Zur Erinnerung: Der Technologiekonzern Canon ist kein reines Drucktechnik-Unternehmen. Die Japaner fertigen vor allem auch Digital- und Videokameras, tummeln sich im Industriebereich sowohl in der Halbleiterlithografie als auch in der Medizintechnik. Das ganze Portfolio abdeckend, sollte zur #drupa2016 verständlich gezeigt werden, wie mit Canon-Know-how und -Lösungen die digitale Transformation umgesetzt und sämtliche Produktions- und Geschäftsprozesse synchronisiert werden können. Dabei spielen viele Canon-Partner eine Rolle, wie EFI Directsmile, Oblectif Lune, Pageflex, TECNAU oder Drittanbieter wie Apple, Microsoft, Oracle, SAP usw.

„#unleashprint bezeichnet die Synthese unserer jahrelangen, überaus erfolgreichen Marktentwicklungsaktivitäten, um Print und Druckereien nach vorne zu bringen. Es ist also nicht nur ein drupa-Motto“, erläuterte Mark Lawn bei Messebeginn. Wie sehr sich Canon als Konzern für Print stark macht, ist beeindruckend. Hier wesentliche Statements:

  1. Rokus van Iperen, President & CEO, Canon Europe erläuterte im Interview auf dem drupa red sofa das fundamentale Engagement von Canon für Print, besonders nach der Integration von Ocè: „Durch das Zusammenführen beider Firmen profitiert der Markt von der Kombination der umfassenden Print-Technologie-Kompetenz bei Océ und der weltweit überragend starken Markenwirkung von Canon als Imaging-Konzern. Wir sind damit der global führende Digitaldrucktechnik-Anbieter.“
  2. Jeppe Frandsen, Executive Vice President, Canon Europe, der das Printgeschäft verantwortet, erläuterte, weshalb Canon weiss, wie man transformiert (Quelle: Canon drupa-2016-Pressekonferenz am 31. März 2016, siehe ValueStorify): „Um Print und die Print-Branche insgesamt transformieren zu können, haben wir zunächst Canon selbst transformiert!“ 
  3. Rainer Führes, Geschäftsführer Canon Deutschland, stellt in #unleashprint in den Kontext mit Industrie 4.0 und beschreibt die Vorteile für Kunden (Quelle: Videostatement auf YouTube): „Viele Kunden und Interessenten konnten gerade aus unseren Live-Print-Anwendungen und End-to-End Lösungen unmittelbar, konkrete Maßnahmen für ihr Geschäft ableiten (…)“. 
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Betonte die Wichtigkeit von Veränderung und Transformation: Jeppe Frandsen, Executive Vice President Canon Europe bei der Canon-Pressekonferenz auf der #drupa2016. Foto: Andreas Weber

Als Resümee fasst Jeppe Fransen ergänzend zusammen (Quelle: „Die beste drupa für Canon“): „Canon ist mit dem Ziel auf die drupa 2016 gekommen, unser Know-how auf eine Weise zu präsentieren, die das Geschäft unserer Kunden in der Praxis widerspiegelt. Unter dem Motto #UNLEASHPRINT haben wir die Besucher dazu angeregt, das Potenzial von Print zu entfesseln“.

#unleashprint stand auf der #drupa2016 für drei übergeordnete Aktionsbereiche: „Inspire. Innovate. Transform“, die auf einer Galerie didaktisch exzellent aufbereitet wurden. Von dort aus gelangte man in sieben Segmentzonen, die mit über 300 verschiedenen Druck-Anwendungsmöglichkeiten sowie 25 Live-Produktionsworkflows das Gesamtspektrum der Kommunikation mit Printmedien abdeckten. Im einzelnen umfasste das Werbe- und Kreativdruck, Business Kommunikation, Verlagsdruck, Kommerzieller Druck, Industrieller- und Funktionaler-Druck inklusive 3D-Druck, Verpackungsdruck und der professionelle Fotodruck. Damit konnte Canon als einziger Aussteller das gesamte Spektrum der drupa-2016-Highlight-Themen abdecken.

 

Print gewinnt! Dank Inkjet-Druck.

Bei dieser Fülle an Technik und Anwendungsmöglichkeiten, die Canon durch den Einsatz seines gesamten Know-hows aufbieten konnte, lohnt es, Akzente zu setzen und in die Tiefe zu gehen. Zum einen war zu beobachten, welche Fortschritte beim Toner-Digitaldruck gemacht wurden. Canon konnte auf der #drupa2016 für sein Flaggschiff-Modell imagePRESS C10000VP den European Digital Press (EDP) Association Award als bestes Produkt seiner Kategorie gewonnen. Damit hatte man HP Indigo wie auch Xerox mit iGen5 auf die Plätze verwiesen.

Wegweisend war aus meiner Sicht, dass Canon zeigen konnte, wie der Toner-Digitaldruck nicht nur „stand-alone“ genutzt werden kann, sondern in Kombination mit Inkjet-Druck und Online-Weiterverabeitungssystemen innovative Verlagsprodukte hergestellt werden können. Beispiel: Im Team mit dem Fachverlag Deutscher Drucker entstand über die gesamte Messelaufzeit hinweg eine live auf der Messe produzierte Zeitschrift, die sich mit den wichtigsten drupa-Themen und dem Angebot von Canon auseinandersetzte. Die Zeitschriftencover wurden auf ImagePress gedruckt, die Inhaltsseiten auf der High-end-Inkjet-Bogendruckmaschine Océ VarioPrint i300 gedruckt und für das Sammelheften und Konfektionieren zusammengeführt. Das Mischen unterschiedlicher Druckverfahren führte keinerlei optische Störeffekte herbei. Grossartig!

Ergänzt wurde das gekonnte Mischen der Drucktechniken in einer Anwendung durch neue Möglichkeiten, wie Verlage mit Canon PRISMA und in Kombination mit Partnern (Pageflex) klassische Verlagsprodukte, vor allem auch Bücher, nicht nur On-Demand verfügbar machen kann, sondern dem Leser/Käufer die Möglichkeit bietet, Umfang und Inhalte je nach Interessenschwerpunkten individuell zu variieren. Für Druckdienstleister sind dies hochrelevante Ansätze, um ihr Leistungsangebot zu erweitern. Die Druckerei wird zum Publikations-Plattformbetreiber, der freigegebene Verlagsinhalte nahtlos in individuell konfigurierbare Leseprodukte verwandelt, die online bestellbar und in kürzester Zeit lieferbar sind. Die einzusetzenden Drucktechniken ergeben sich ‚on-the-fly’ nach den Auftragsspezifikationen. Denn es können nicht nur Einzelbestellungen von Endkunden/Lesern, sondern auch kleine, mittlere und höhere Auflagen von Verlagsseite bestellt werden. Für Leser und Verlag ergeben sich völlig neue Möglichkeiten in der Nutzung von Publikationen. Und für Druckereien eröffnen sich neue, zeitgemäße, marktorientierte, den Leser- und Verlagsbedürfnissen angepasste Lösungsangebote.


Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.003

Top-Kriterien für Inkjet-Druck aus der Sicht von Andreas Weber.

Zwischenruf: Warum ist Inkjet-Druck wichtig?

Den Inkjet-Druck zeichnen folgende Kriterien aus:

  • Nahezu unbegrenzte Palette von Einsatzmöglichkeiten
  • Prädestiniert für Veredelung, Verpackungen, Etiketten, Grossformate, Transaktions-/Mailingdruck u.v.m.
  • Leuchtende Farbintensität und gestochen scharfer Druck
  • Ungeheure Vielfalt der Tinten und Substrate
  • Flexibilität und Integrationsfähigkeit

Die Knackpunkte sind aber:

  1. Inkjet-Druck ist als Treiber des Phänomen „Digitaldruck“ unerlässlich — muss aber für die industrielle Produktion passend sein!
  2. Neben Canon haben entsprechend viele Hersteller mit Wonne auf der #drupa2016 neue Inkjet-Drucksysteme vorgestellt! Viele der während und nach der Messe gepriesenen Inkjet-Druck-Verkaufserfolge auf der drupa 2016 ändern wenig!
  3. Manche Hersteller wie Landa haben vollmundig behaupten, schon jetzt die Print-Branche revolutioniert zu haben, aber tatsächlich wurde einiges im Dunkeln gelassen. Vora llem, wann die Druckbildqualität endlich stimmen wird und Nano-Maschinen definitiv verfügbar sind! #Zukunftsmusik.
  4. Andere Aussteller wiederum boten Technikkomponenten an, die in vorhandene Produktionssysteme integriert werden können. Ein probater Weg, der aber auch nicht schnell umzusetzen sein wird.
  5. Was zudem vielfach geschah: Das ‚Benchmarken’ von Inkjet-Druck mit Offsetdruck — was aus meiner Sicht eher schädlich als nützlich ist! #FalscheArgumente.

Denn, so mein Resümee: Inkjet-Druck bloß als Technik zu verstehen, hilft der Print-Branche wenig. Wesentlich sind Kunden- und Markt-orientierte Geschäftsangebote für Print im Digitalzeitalter, gerade so, wie Canon das verstanden und auf der #drupa2016 angeboten hat.


Inkjet-Druck prägt die Drucktechnologie-Entwicklung der Zukunft!

Peter Wolff, Canon Europe, PK drupa2016

Foto: Andreas Weber

Peter Wolff, Senior Director, Commercial Printers & Production CRD bei Canon Europe, nahm wie folgt dazu Stellung: „Inkjet hat sich über das gesamte Spektrum der Anwendungen auf der drupa 2016 als ausgereifte Technologie präsentiert und ist die Drucktechnologie der Zukunft. Früher konzentrierten sich die Gespräche darauf, wann die Technologie reif genug sein würde, damit Druckdienstleister von ihrer Flexibilität profitieren und Druckvolumen vom Offset- zum Digitaldruck verlagern können. Jetzt wird die Fähigkeit des Inkjet-Drucks, echten geschäftlichen Nutzen bereitzustellen, nicht länger in Frage gestellt.“

Wolff ist sich sicher, dass in Bezug auf die Produktivität, Qualität, Kosteneffizienz und Medienvielfalt der Inkjet-Druck bei vielen Anwendungen mit anderen Verfahren nicht nur konkurrieren, sondern diese übertreffen könne. Die Druckdienstleister, die #unleashprint verinnerlicht hätten, seien von der heutigen Leistungsfähigkeit der Canon-Technologien überzeugt und zu dem Schluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Investition sei.

Zwischenergebnis: Print kann durch industriell nutzbaren Inkjet-Druck auch im Digitalzeitalter die Führung halten, vor allem bei neuen Anwendungen, die Print als Element im vernetzten Kommunikationsmix nahtlos in digitale Geschäftsprozesse eingliedern. — Entscheidend ist der Fokus auf die Customer Journey, sprich die Kunden dort abholen zu können, wo sie sind, um gemeinsam, nachhaltig neue Wege zu beschreiten.


Das Feedback seitens der Besucher am Canon-Stand in Halle 8a war extrem gut. Als Beispiel ein Auszug aus einem LinkedIn-Blogpost von Multichannel-Entrepreneur Christian Kopocz aus Lübeck.


„Touch the future TODAY“!

Wie weit man mit neuen Inkjet-Technologien kommen kann, zeigte sich bei einer spektakulären Aktion: Canon präsentierte, ganz im Sinne der CanonExpo-Zukunftsmesse, den Prototyp des neuen Inkjet-Fotodrucksystems „Voyager“, ein neues 7-Farb-Inkjet-Fotodrucksystem im B2+ Format, das noch nicht für den Verkauf freigegeben ist, aber wohl 2018 verfügbar sein könnte. Canon konnte so auf der #drupa2016 einen wahrhaften Überraschungs-Coup landen; die wenigsten Mitarbeiter am Canon-Messestand waren eigeweiht. Verfolgt wird ein ambitioniertes Ziel: Voyager soll (wird?) völlig neue Qualitätsmaßstäbe für die Herstellung von Fotodruckprodukten im Schön- und Widerdruck setzen und arbeitet laut Canon mit einer komplett neuentwickelten Inkjet-Technologie. Stündliche Präsentationen des neuen Produktionsdrucksystems erreichten tausende von interessierten Fachbesuchern, die Voyager live im Druckbetrieb in Augenschein nehmen konnten. Druckmuster, auf hauchdünnem Japan- und auf Offsetdruck-Papieren produziert, konnten begutachtet werden.

Als Zielgruppe definiert Canon laut eigenen Angaben für die Voyager „Druckdienstleister, die hochqualitative Druckprodukte wie Kataloge, Prospekte sowie Werbe- und Marketingkommunikation für Luxusgüter, Immobilien und die Lebensmittel- und Touristikindustrie herstellen und deren oberstes Anliegen die Qualität der Bildreproduktion ist.“ Weiterhin biete die neue Inkjet-Drucktechnologie dank der Hochglanzfotoqualität neue Möglichkeiten für Fotobücher und viele weitere Fotodruckprodukte. „Besucher unseres Standes werden über die Qualität staunen, die mit dem Prototyp des Voyager Fotodrucksystems möglich ist“, versprach Jeppe Frandsen, Executive Vice President von Canon Europe während der Canon-Pressekonferenz am 31. Mai 2016. „Sie werden bei uns sehen, dass mit dem technologischen Know-how von Canon die von Endverbrauchern bei Fotodruckprodukten erwartete Qualität auch auf industriellem Produktionsniveau möglich ist. Die Präsentation veranschaulicht das Potenzial für die Produktion diverser hochwertiger Druckerzeugnisse mit der neuen Inkjet-Technologie, deren technische Grenzen faktisch verschoben werden – eine neue Dimension des Digitaldrucks.“


Neue Wege: Canon setzt für #drupa2016 360-Grad-Video Technik ein

Hinweis: Die Video-Spezialeffekte zeigen sich bei Betrachtung der YouTube-App per iPhone oder iPad. Oder aber mit Google Chrome am PC: https://youtu.be/A2gXbJ8RTVc


Ein weiteres Beispiel, das Canon auf der #drupa2016 zeigte, war die Océ Colorstream 6000 Chroma, ein Tintenstrahl-Drucksystem, das auf Rollenpapier Bücher in Kleinstauflagen – Book-on-Demand – farbig herstellt. Es ist ein Beispiel für einen komplett digitalen Machine-to-Machine-Workflow. Konkret geht es um das digital gesteuerte Zusammenspiel der Druckmaschine mit dem vorgelagerten Wechsler für die Papierrolle, dem sogenannten Splicer, und der nachfolgenden Weiterverarbeitung wie einer Bindemaschine. So klebt der Zero Speed Splicer u40 des Herstellers TECNAU automatisch den Anfang der neuen Rolle auf die alte Rolle. Währenddessen fahren die Inkjet-Druck-Köpfe der Druckmaschine in eine Parkposition. Sobald die Klebestelle das Drucksystem verlässt, fährt die Colorstream automatisch wieder hoch.

Canon setzte daneben auf ein Angebot von 3D-Druck-Lösungen, die die Japaner derzeit noch mit Partnern realisieren, aber auch parallel selbst entwickeln. Es wurden Endprodukte gezeigt, wie Skateboards, oder auch Ideen geliefert für die Prototypen-Herstellung.

Und last but not least zeigte Canon auch im Grossformat-Druck, welche Quantensprünge sich vollzogen haben, um auch in diesem Segment brillante Drucksachen als Teil einer tauglichen industriellen Inkjet-Druck-Fertigung zu demonstrieren. Sehr eindrucksvoll: Auf dem neuen Océ Arizona 2280GT-System wurden in Windeseile Hochqualitäts-Vordrucke erstellt, die auf der Nachbarstation mit einem Zünd Digitalcutting-System automatisiert verarbeitet wurden. Dank eines von Canon zusammen mit Zünd Nordic entwickelten Digitalkamerasystems musste der Bogen einfach nur an beliebiger Stelle auf dem Flachbett-Cutting-System von Zünd abgelegt werden. Die von der Messehallendecke herabhängende  intelligente Kamera-/Softwaretechnik erkannte das Motiv und positionierte den Laser für den Digitalcutting-Prozess mit ungeheurer Präzision automatisch richtig.

 

 

Eigentlich das Wichtigste im neuen Printkosmos: Integration durch alles umfassende Software-Architekturen!

Als Technologietreiber im Hintergrund für die Digitalisierung führte Canon auf der #drupa2016 die eigene Erfahrung mit komplexen Softwarelösungen an, etwa aus dem Geschäft im Dokumentenmanagement für internationale Großkonzerne. Wie diese Lösungen nun Geschäfts-, Kommunikations- und Druckherstellungs-Prozesse integrieren helfen, versetzt in Staunen. Und war für mich der eigentliche Glanzpunkt auf der #drupa2016 — wenn auch auf dem Canon-Stand gar nicht so einfach zu finden! Es geht um eine Lösung, die Canon von Venlo aus mit eigenem Team, genannt „Project House“, unter dem Namen „Océ Cosmos“ entwickelt und vermarktet. Man musste schon etwas Zeit investieren, um sich das erklären zu lassen, zumal Canon auf seinen Websites Océ Cosmos unter „Production Workflow“ kategorisiert, was meines Erachtens zu kurz greift. Aber eventuell damit zusammenhängt, das Canon zur #drupa2016 noch keine MIS-Lösung integriert hatte, sondern Schnittstellen bietet.

Trotz allem hier in Stichpunkten mein spontaner Eindruck zu Océ Cosmos auf Basis der Unterhaltung mit Maarten Brummans, bei Canon Europa zuständig als European Product Manager Project House CCM.

  • Océ Cosmos positioniert sich als Plattform für digitales Business Management und smarte Transformation des Druckereigeschäfts, das sich hundertprozentig an der Maßgabe des CCM (Customer Communication Management) ausrichtet.
  • Aus allen unternehmensrelevanten Bereichen werden Daten strukturiert zusammengeführt und automatisiert verarbeitet.
  • Im Zentrum steht ein komplexes Set an Tools, quasi eine umfangreiche, modular ausgebaute Toolbox mit einfacher, übersichtlicher Oberfläche, die erlaubt, einzelne Tools je nach Bedarf zuzuschalten oder inaktiv zu lassen.
  • Aufgaben, die wahrzunehmen sind, um einen Geschäftsprozess zu managen, werden über sog. „Konnektoren“ so miteinander verknüpft, dass man alle Wahlmöglichkeiten hat, um ein digitales Business Management effizient und transparent zu betreiben.
  • Konnektoren bei Océ Cosmos stellen nicht nur Schnittstellen dar, sondern sind quasi als intelligente Apps ausgestaltet, die sich weiterentwickeln können.
  • Da in diesen digitalen Business Management-Szenarien Printmedien nach wie vor eine grosse Rolle spielen, aber kein Medienbruch entstehen darf, können über verschiedene Ebenen selbst komplexe Printkommunikations-Maßnahmen flexibel und bedarfsgerecht integriert und gesteuert werden.
  • Faktisch gibt es technisch und von der Durchgängigkeit der Prozesse her gedacht keine Limitierungen. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, Druckdienstleistern begreiflich zu machen, dass sie sich in die Geschäftsprozesse ihrer Kunden einklinken — und umgekehrt, dass Unternehmen sich mit modernen digitalen Print-Produktionsprozessen vertraut machen müssen. Nur so kann das Zusammenspiel perfekt funktionieren.
  • Last but not least: Océ Cosmos sollte aus meiner Sicht zunächst eingesetzt werden, um in der Druckbranche die eigenen Druckerei-Prozesse zu optimieren. Sodann können Druckereien quasi als CCM-Plattformbetreiber die Geschäftsprozess-Welt ihrer Kunden einbinden und innovative Print-Anwendungen optimal und vor allem nahtlos verfügbar machen.

Mein Resümee: Print gewinnt! Ja. Aber…

… nur, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt werden, um Print im Kommunikationsmix richtig einzusetzen. Canon hat dies für mich am Schlüssigsten und letztlich Überzeugendsten auf der #drupa2016 dargeboten. Damit ist aber kein Endpunkt, sondern der Startpunkt für etwas Neues, oder besser: für den Neustart der Print-Branche gelegt. Ausgangspunkt bildet als zentrales Schlüsselwort für die Printbranche der Begriff „TRANSFORMATION“. — Sprich, nicht nur eine Optimierung durch die Innovation der technischen Möglichkeiten, oder der Versuch, sich Erfolg durch neue Technik erkaufen zu wollen. Nur, wenn Brainware + Software + Hardware smart zusammenspielen, um das Jetzige nachhaltig in Künftiges zu überführen, kann Transformation erfolgen und zu nachhaltigen Effekten im Markt führen. Dazu gibt es (noch) kein Patentrezept. Aber der Weg ist nunmehr deutlich geworden!


Wer sich tiefergehend für Aspekte zur TRANSFORMATION im Printgeschäft informieren möchte, kann sich gerne persönlich bei mir melden!

 

 


APPENDIX

Wichtige Detailinformationen für einen Neustart im Print-Geschäft: #unleashprint — Inspirieren. Innovieren. Transformieren.

Canon konnte mit seinem #drupa2016-Messekonzept  erfolgreich neue Wege beschreiten. Als einziger Aussteller war Canon in der Lage, das drupa-Motto „Touch the future“ umfassend erlebbar und alle drupa-Highlight-Themen in sieben  sog. Anwendungszonen anschaulich zu machen. Durch alle Anwendungen zogen sich Aspekte der Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Skalierbarkeit und Profitabilität.

  • Werbe- und Kreativdruck
  • Kommerzieller Druck
  • Business Kommunikation
  • Verlagsdruck
  • Industrieller- und Funktionaler-Druck inklusive 3D-Druck, Verpackungsdruck
  • Professioneller Fotodruck

Nachfolgend in prägnanter, übersichtlicher Form ein Überblick jeweils mit den wichtigsten Informationen zur Marktsituation, zum #unleashprint-Innovationsansatz sowie den zur drupa 2016 aktuellen technischen Innovationsmöglichkeiten von Canon-Lösungen.

(Zum Vergrößern bitte die Einzelseiten anklicken).

 

 


Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

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8 comments
  1. Reblogged this on valuetrendradar and commented:

    Nachtrag zum #drupa2016 Review — Teil 3

    APPENDIX

    Wichtige Detailinformationen für einen Neustart im Print-Geschäft: #unleashprint — Inspirieren. Innovieren. Transformieren.

    Canon konnte mit seinem #drupa2016-Messekonzept erfolgreich neue Wege beschreiten. Als einziger Aussteller war Canon in der Lage, das drupa-Motto „Touch the future“ umfassend erlebbar und alle drupa-Highlight-Themen in sieben sog. Anwendungszonen anschaulich zu machen. Durch alle Anwendungen zogen sich Aspekte der Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Skalierbarkeit und Profitabilität.

    • Werbe- und Kreativdruck
    • Kommerzieller Druck
    • Business Kommunikation
    • Verlagsdruck
    • Industrieller- und Funktionaler-Druck inklusive 3D-Druck,
    • Verpackungsdruck
    • Professioneller Fotodruck

    Nachfolgend in prägnanter, übersichtlicher Form ein Überblick jeweils mit den wichtigsten Informationen zur Marktsituation, zum #unleashprint-Innovationsansatz sowie den zur drupa 2016 aktuellen technischen Innovationsmöglichkeiten von Canon-Lösungen.

    (Zum Vergrößern bitte die Einzelseiten — ganz am Textende — anklicken).

  2. @SigiAlder said:

    @ValueTrend: Gibt es diese spannende Analyse auch in Englisch?

  3. Noch nicht in englisch verfügbar. So muss Google Translate aushelfen 🙂

    • @SigiAlder said:

      Ich habe mal den ersten Abschnitt getransgoogled:
      Part 3 – The Horse’s Mouth: #unleashprint ( “unleash Print”)

      Question: Can it be that the stand size and the ultimate product were no longer crucial to the # drupa2016 but the best overall concept that sustained an impact?
      Answer: Yes, it can not be that way. That is, if you want to have answered the outset underlying issues. In memory of:

      Spannend……… einmal hüst und dann hott 😉

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