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Digital Transformation

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Von Andreas Weber | English Version via INKISH.NEWS

Eine Gruppe von Journalisten hatte am 15. Oktober 2020 die Gelegenheit zum Preview in Wiesloch auf dem Werksgelände von Heidelberger Druckmaschinen. Thema war die Heidelberg Innovation Week, sozusagen die hauseigene, virtuell ausgestaltete Fachmesse, die vom 19. bis 23. Oktober 2020 virtuell stattfinden wird.

Thema waren Produkt-Neuheiten bei Print (Label, Packaging, Akzidenzdruck, inkl. Veredelungen) und Weiterverarbeitung, automatische End-to-End-Lösungs-Szenarien sowie die Erläuterung der neuen Plattform-Strategie mit Zaikio.

Wie bereits in meinem INKISH-Interview „Heidelberg auf Kurs“  hat CEO Rainer Hundsdörfer nochmals Strategie und neuen Fokus von Heidelberg dargelegt. Auszug: „Die Zukunft von Heidelberg heißt in erster Linie nicht Größe und Wachstum um jeden Preis, sondern Fokus auf die Profitabilität. Damit legen wir den Grundstein, um mit unserer Neuausrichtung von einer Erholung der Märkte zu profitieren. Heidelberg packt die richtigen Dinge an.“

Auf Basis eines starken Kerngeschäfts soll Heidelberger Druckmaschinen AG nachhaltig profitabel aufgestellt werden, um für sich und seine Kunden eine prosperierende Zukunft anzustreben.

Ludwig W. Allgoewer, Chief Sales & Marketing Officer, betonte im Gespräch den Nutzen und die Neuartigkeit der Heidelberg Innovation Week. An fünf Tagen werde nach je drei mal zwanzig Minuten währenden Kurz-Präsentationen Gelegenheiten geboten für Kunden aus aller Welt ihren persönlichen Video-Chat zu führen. Dazu stehen global rund 250 Heidelberg-Mitarbeiter zur Verfügung. Das heisst: Der persönliche Dialog mit dem Kunden steht im Fokus. Was in Anbetracht der Fülle an Neuheiten ausserordentlich sinnvoll erscheint.

Mein Fazit: Manches wird die Branche aufhorchen lassen und zeigt Heidelberg in ganz neuem Licht! Mehr dazu in den nächsten Tagen über INKISH.NEWS und INKISH.TV.


Link zu allen aktuellen Posts zur Heidelberg InnovationWeek via LinkedIn mit vielen Details und Foto-/Video-Impressionen.


Impressionen per Video-Compilation (ca. 9 Minuten)

 

 


 

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Von Andreas Weber, Head of Re-Gnose  |   Audio-Version via WebersTalkTime 

Der Himmel ist blau. Die Sonne lacht. Jetzt, im Frühling 2021 fällt ein Blick zurück auf das Corona-Jahr 2020 leichter. War die Pandemie wirklich eine Katastrophe? Ja und Nein!

Ja, weil wir im vollen Galopp gestoppt wurden, Restriktionen eintraten, für viele das Geschäft quasi zum Erliegen kam. Und der Wunsch „zurück zur Normalität“ geriet zum Irrlicht.

Nein, weil wir alles und jedes überdenken und neu sortieren mussten. Und nunmehr feststellen konnten, was uns wirklich wichtig ist. Denn nach der Krise kam die Katharsis. Und hat die Spreu vom Weizen getrennt.

Das Zauberwort lautete ganz offensichtlich: „Digital“. Gepaart mit Begriffen wie Online Chat, Video Session, Webinar, Virtual resp. Hybrid Meeting u.s.w. — Ohne Digitaltechnik ging nichts mehr, konnte man denken.

‚Weg’ mit unnötigen Geschäftsreisen, der Umwelt und Zeitersparnis zuliebe. ‚Weg‘ mit allem Unnötigen, was auch immer damit gemeint sein kann.

Bleibt nur: Ist jetzt alles besser oder doch schlechter geworden? Das muss jeder für sich selbst beantworten. 

Ganz ehrlich: Vieles, was durch die Krise als Katalysator zermanscht wurde, hatte sich schon seit langem als nicht mehr zielführend erwiesen. Profit-Streben auf Teufel komm raus, durchaus auch mit heftigen kriminellen Machenschaften. Gepaart mit Gier und Rücksichtslosigkeit. Das eigene Ich als Alter-Ego war die Maxime.

Und es gab auch elementare Missverständnisse. Die verordnete physische Distanz wurde als „soziale“ Distanz bezeichnet. Dabei haben die „Social Relations“ heftig an Intensität gewonnen. Noch nie wurde soviel miteinander statt nur übereinander kommuniziert wie seit März 2020.

Ich rede jetzt nicht nur von der Unzahl der Webinar- und Zoom-Meetings, die viel zu oft ein Zeichen sog. kontraphobischer Symptomatiken war, also vom blinden und hilflosen Aktionismus getrieben. Wer eine Video-Verbindung aufbauen kann, darf losplappern. — Ich-Du statt Du und Ich — UFF.

Ich rede vielmehr davon, dass die Kernwerte guter Kommunikation wichtiger denn je wurden. Gekonnte Rhetorik, Authentizität und Empathie bilden das Fundament, ebenso wie das Zuhören können. Das Prinzip „Erst denken, dann handeln“ kam wieder zum Tragen. Bzw. hat diejenigen belohnt, die es konsequent beherzigt haben.

Weniger ist mehr. Relevanz schlägt Ignoranz. Interessanterweise waren es die Kabarettisten, Polit-Satiriker, Musiker und Schauspieler, die sich am Besten und am Gekonntesten mit und in der Digitalität zurechtfanden.

Unvergessen die Sendung „Die Anstalt vom 24. März 2020“, die mit der „neuen“ Bildschirm-/Video-Chat-Realität perfekt spielte und zu Beginn des Lockdown alle Fallstricke aufs Korn nahm. #Benchmark

 

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Dadurch wird deutlich: Man kann und muss über vieles lachen. Und das Wichtigste sind gute Gespräche. Wenn eben nicht persönlich, dann medial.

Meine wichtigsten Erkenntnisse, jetzt im Frühjahr 2021: Nichts bleibt so, wie es mal sein wird. Und darüber kann man viele gute Geschichten erzählen. Oder was man vom leider im Oktober 2020 verstorbenen Herbert Feuerstein lernen kann und was ich in meinen Facebook- und LinkedIn-Posts so formuliert habe: Feuerstein war und ist sicher der einzige, der die Realität so absurd verpacken konnte, dass die Wahrheit zum Vorschein kam. #RIP

Das spornt an, oder?  — Gemäß dem Motto: Mit Ihnen rede ich nicht mehr. Wir sprechen uns noch. 😂 Haha!


 

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Von Andreas Weber

Es gibt besondere Ereignisse im Leben. Zum einen Krisen von nie dagewesenem Ausmaß — zumindest für meine Familie und mich — wie die durch COVID-19. Und es gibt sofort auch Lichtblicke und neue Perspektiven.

Mit meinem Geschäftsfreund Morten B. Reitoft war urspärnglich im Feberuar 2020 in Kopenhagen besprochen, was wir zusammen auf der Leitmesse drupa 2020 im Juni in Düsseldorf unternehmen wollten.

Doch mit dem Lockdown war alles gestoppt. Alles? Nein. Es ging eigentlich erst richtig los. Wir riefen INKISH D-A-CH ins Leben, als nationaler Partner von INKISH mit Sitz in Frankfurt am Main, um den Märkten in Deutschland, der Schweiz und Östereich nahe zu sein. Und um nicht nur in englischer Sprache, sondern auch auf deutsch den wichtigen Themen rund um Print-Innovationen nachgehen zu können.

Das alles traf auf weitmehr Resonanz und positives Feeedback als wir uns das erträumt hatten. Das nachfolgende Video fasst die wichtigsten Aspekte zusammen, Und fordert zum Dialog auf. 

 

Meine Empfehlung

Nutzen wir gemeinsam INKISH als Plattform für Erfolg. Wie das gehen soll? Sehr einfach. Der erste Schritt ist, sich auf den INKISH.NEWS kostenfrei zu registrieren. Hier können wir alle, auf deutsch wie auch in fünf anderen Sprachen, unsere Themen als multimediale Stories inszenieren, alles, was uns und der Branche wichtig scheinen mag.

Und per INKISH.TV teilen wir Video-Inhalte allererster Güte. Ich selbst habe schon eine ganze Reihe von Conversations geführt. Eine der wichtigsten finden sie im Anschluss, die mit Ralf Sammeck, CEO von Koenig & Bauer Sheetfed AG. Viel Spaß beim Anschauen. Feedback willkommen.

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Von Andreas Weber

INKISH hat Mitte August 2020 einen weiteren Meilenstein gesetzt: Eine Woche lang reiste das Team quer durch Deutschland, um in der Heimat Gutenbergs mit führenden Firmen und exponierten Persönlichkeiten intensive Gespräche zu führen.

Das Ergebnis ist fulminant: Print erscheint lebendiger, facettenreicher und zukunftssicherer als vielfach im Hinblick auf die Corona-Krise gedacht. Ohne der Publikation der Interviews vorgreifen zu wollen, ist folgendes bemerkenswert:

  • Zum einen, seit Juli 2020 zeichnet sich wieder eine Belebung des Geschäfts auf breiter Front ab. Druckereien aus den verschiedensten Anwendungsbereichen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Gemäß dem Motto: Not macht erfinderisch. Wer flexibel ist und sich neu erfinden kann, wird Bestand haben, vor allem, wenn die Druckprodukte nicht als Massenware beliebig, sondern werthaltig, sorgfältig mit Hingabe und hoher Kreativität produziert werden.
  • Zum anderen, die Zulieferer der Druckereien hinken dabei in nichts nach, verstärken ihre Kundenorientierung/-zentrierung, besinnen sich auf ihre Stärken und verzeichnen wieder steigende Auftragseingänge.

 

 

Der Technik-Fokus liegt darauf, entlang der Wertschöpfungskette nicht nur neue Produkte, sondern integrierte und automatisierte Lösungsszenarien marktreif anzubieten. Das Rückgrat für den industriellen Druck bilden nach wie vor etablierte Technologien im Offsetdruck, die sich aber immer perfekter und nahtlos in digitale Prozesse sowie Pre-Media und Post-Press einbinden lassen. Und durch Inkjet-Technologien ergänzt und verstärkt werden.

Bemerkenswert ist auch eine neue Offenheit. Sowohl in der Unternehmens-Kommunikation als auch im Anbieten von Schnittstellen und offenen, Cloud-basierten Plattformen, die allen zur Verfügung stehen. Die gemeinsame Formel: Print als Medium beflügelt die Kommunikation im Digitalzeitalter dynamisch. Durch Agilität, Interaktions-Fähigkeit, Emotionalisierung und Nachhaltigkeit.

Viele Stunden Filmmaterial sind noch auszuwerten. Und werden vom INKISH Filmteam rund um Jan Majnik und Morten B. Reitoft aufbereitet und sukzessive auf INKISH.TV publiziert. Bleiben Sie am Ball. Es wird sich lohnen.


Mein Eindruck

Auf die Krise folgt die Katharsis. Print steht vor einer Renaissance. Mit ungebrochener Innovations- und Inspirationskraft. Allerdings bedeutet diese Wiedergeburt keinesfalls, dass wir zu alten Zeiten resp. der Situation vor der Corona-Panademie zurückkehren werden. Durch die Rückbesinnung auf Werte und Stärken, die Print seit Jahrhunderten geformt haben, eröffnet sich ein neues Spiel. Gut so!

 


 

Making-Off-Videos

Bereits auf LinkedIn fanden unsere Posts sowie die kurzen Making-Off-Videos zu den Interview mit Koenig & Bauer, Heidelberg und Zaikio im Rahmen der INKISH @Work Tour in Deutschland grosses Interesse (bis dato über 35.000 Views).

 

 

 

 

 


 

HD Screen Webcast 13082020

 

Von Andreas Weber, CEO INKISH D-A-CH | English Version via INKISH.NEWS

Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen AG bewegt sich zwar noch immer als Penny-Stock im Keller, stieg aber von € 0,567 im Juni 2020 auf € 0,724 — Stand heute Mittag. Der Grund: Der Plan von CFO Marcus A. Wassenberg scheint momentan aufzugehen. Ein straffes Finanzmanagement steht über allem und erscheint alternativlos. (Siehe Analyse “Heidelberg’s need for money”  von Morten B. Reitoft via INKISH.NEWS).

Als Priorität Nummer Eins nannte Wassenberg heute in der Präsentation der Ergebnisse für Q1 2020/2021: drastische Reduzierung der Verschuldung, gefolgt vom geschickten Handling der Kurzarbeit und Arbeitszeitreduzierung sowie der Portfolio-Bereinigung. Das führte zu einem EBITDA von 60 Millionen (ohne Restrukturierungs-Ergebnis und dank Ertrag der Neuordnung der betrieblichen Altersvorsorge). Der Umsatz lag mit rund 330 Mio. € rund ein Drittel unter dem Vorjahresquartal (502 Mio. €). Der Auftragseingang ging in den ersten drei Monaten insgesamt um 44 Prozent auf 346 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 615 Mio. EUR).

Bei bis zu 80 Prozent Kurzarbeit durch COVID-19-Krise bleibt wenig Spielraum. Zu bedenkne ist: Ohne Fabrikation keine Lieferungen, ohne Lieferungen/Installationen beim Kunden keine fakturierbaren Umsätze. Und da ist es fast schon zuträglich, dass im Vergleich zum Vorjahresquartal der Umsatz (minus 30 %) und Auftragseingang (minus 44 %) sich dramatisch verschlechtert haben. Damit liegt Heidelberg übrigens bei Umsatzrückgang und AE schlechter als Wettbewerber wie Koenig & Bauer oder BOBST, die allerdings beide fürs 1. Halbjahr 2020 Verluste ausweisen müssen.

Wassenberg kompensiert diese missliche Lage durch Verkäufe (Gallus, CERN) und Stilllegung von Unternehmensbereichen. Alles in allem sollen so innerhalb der nächsten drei Jahre rund 100 Mio. € eingespart werden. Die Rückholung von Pensionsmitteln dient dem Ausgleich der Schulden und spart rund 12 Millionen Zinszahlungen.


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Facts & Figures von Heidelberg.

 


Schrumpfkur unvermeidlich?

Als künftiges Umsatzziel benennt Wassenberg 2,0 Mrd. € bis 2,1 Mrd. €. Das sind rund eine halbe Milliarde € weniger als in den letzten Jahren. „Wir halten Wort“, betonte Wassenberg, und lobt gleichzeitig die „grandiose Mannschaftsleistung“, nicht nur im Finanzbereich, sondern überall im Unternehmen. Er spricht dabei von einer Belebung auf „niedrigem Niveau“, „mehr Freiheiten zum Investieren“ und einer „schrittweisen Erholung“. Der Wermutstropfen bei Heidelberg sei das (niedrige) Eigenkapital und der Cash Flow, der zwar immer noch negativ sei, sich aber verbessert habe.

CEO Rainer Hundsdörfer bleibt in dieser Lage nur, optimistisch zu sein. Er betont, das Ziel sei, Heidelberg „wetterfest“ zu machen, „überfällige und unabdingbare“ Maßnahmen vorzunehmen, um „erfolgreich und nachhaltig Geld zu verdienen“ sowie das „Kerngeschäft strategisch weiter zu entwickeln“.

Während Wassenberg sehr konkret wird, oder besser: werden muss, zeichnet Hundsdörfer ein letztlich stets vages Zukunftsbild von Heidelberg, das einerseits auf Besitzstandswahrung („Wir tracken online in Echtzeit weltweit die Situation unserer Offsetdruck-Kunden und stellen uns exakt darauf ein“) und andererseits auf Innovationen in Form von zarten Pflänzchen beruht, die mit dem Kerngeschäft nichts zu tun haben: Rund 5 Mio. € wurden im Werk Wiesloch laut Hundsdörfer in eine Produktionsstrecke investiert, um per innovativer „Printed Electronics“ hochwerte Sensoren v. a. für den Medizinsektor zu fertigen.

Wohin geht die Reise?

Nun denn. Für den Moment steht Heidelberg einigermaßen gut dar in Zeiten der Pandemie. Aber ob das so bleibt? Für den weiteren Verlauf wird schicksalhaft, ob der Verkauf von Gallus Bestand haben kann und der hohe Kaufbetrag auch gezahlt wird. Darüber gibt es Zweifel und CFO Wassenberg sprach heute nicht mehr vom Kaufpreis in Cash von 120 Mio. €, sondern ‚nur‘ von einem „erheblichen Betrag“.

Der Verkauf von Gallus ist für Heidelberg nicht nur wichtig, um Verluste auszugleichen, sondern vor allem um rund 450 Mitarbeiter aus der Kostenliste zu bekommen.

Schau’n wir mal. Es bleibt spannend!


PS: Übrigens war heute, so mein Empfinden, das Interesse der Presse an dem Heidelberg Webcast zum Quartals-Ergebnis erstaunlich gering. Ebenso wie die Fragen an CEO Hundsdörfer und CFO Wassenberg, die nur von der Regionalpresse kamen und nicht von von FAZ, Handelsblatt, Reuters oder DPA.


 

 

 

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Von Andreas Weber, Head of INKISH D-A-CH

Paukenschlag vom Neckar, der den Rhein-Pegel bei Düsseldorf quasi auf Niedrigwasser bringt: Heidelberger Druckmaschinen AG, einst — 1951 — Motor und Ermöglicher der drupa um sich als globale Leitmesse der Druck- und Papier-Branche zu etablieren, sagte seine Messeteilnahme für 2021 ab. Dies wurde lapidar heute am Morgen, Mittwoch, 8. Juli 2020, per Pressemitteilung verkündet.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Heidelberg CEO Rainer Hundsdörfer im exklusiven Ad-Hoc-Gespräch mit INKISH D-A-CH. „Wenn keine Kunden kommen können, dann macht es auch keinen Sinn“, führt der Unternehmenschef weiter aus.

Die drupa als ‚Festival der Drucker‘ brauche aber Publikum. Die fatalen Folgen der COVID-19-Pandemie würden sich laut Hundsdörfer länger auswirken, als bislang angenommen. Dadurch sei zu erwarten, dass Besucher vor allem aus den wichtigsten Märkten USA und China nicht nach Düsseldorf reisen werden können.

Heidelberg habe in den letzten Monaten eine Reihe digitaler Formate entwickelt und erfolgreich etabliert, um zu Kunden neue und vor allem wirksame Kontaktmöglichkeiten aufzubauen. Dies wolle man laut Hundsdörfer zielgerichtet weiterentwickeln, um vom 19. bis 23. Oktober 2020 eine Innovation Week abzuhalten.

Das ursprüngliche drupa-2020-Motto von Heidelberg, ‚Unfold your Potential’, werde man beibehalten. Themen seien vor allem Neuheiten, Vorführungen, Schulungen und Supportleistungen. Und dies in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Entwicklungszyklen radikal verkürzt hätten. Das heisst: Unternehmen wie Heidelberg müssen Instrumentarien parat haben, die in Echtzeit erlauben, mit Kunden wirkungsvoll und nachhaltig in den Dialog zu treten.

Übrigens: Wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Heidelberg veröffentlichte die Messe Düsseldorf eine Pressemitteilung mit dem Titel „Bereit für den Neustart: Messe Düsseldorf setzt Hygiene- und Infektionsschutzkonzept auf“. Es wurde dargelegt, dass man ab September 2020 den Messebetrieb wieder aufnehmen wolle. Die drupa wurde allerdings nicht erwähnt.

Ob das Prinzip der Messeveranstalter, „allein der Wille zählt“, sich durchsetzen kann, steht zu bezweifeln. Denn schon vor der Covid-19-Krise war erkennbar, gerade auch durch das Ende der IPEX (UK) sowie Print (USA) im Bereich der Print- und dem Ende der CeBIT auch bei IT-Fachmessen, dass es sich für Aussteller kaum mehr lohnt, an Messen in der gewohnten Art und Weise teilzunehmen. Auch der in 2019 erfolgreiche Messe-Newcomer Printing United in den USA hat sein für Oktober 2020 vorgesehene traditionelle Messeveranstaltung umgewidmet in einen virtuellen Messe-Event. Wie die Alternativen tatsächlich aussehen werden und sich auch zum Wohle der Besucher bewähren können, muss sich erst noch zeigen.

My Take

Die Entscheidung bei Heidelberg erscheint folgerichtig, nachdem auch schon Bobst und Xerox die drupa-2021-Teilnahme abgesagt haben.

Denn gerade die drupa hatte sich bereits vor vielen Jahren umdefiniert: War es einst das Ziel, Marktplatz für Print-Experten und -Liebhaber aus aller Welt zu sein, verwandelte man seit dem Jahr 2000 die drupa in eine Art Anbieter-Börse, die sich weniger um die Belange der Besucher kümmerte als vielmehr darum, Aussteller dazu zu bringen, ihre Investments in den Messeauftritt zu maximieren. Kein Wunder also, dass auch ohne COVID-19-Pandemie die Besucher deutlich weniger wurden.

 


 

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Günter Thomas (links) mit Christian Nienhaus im GT Trendhouse42 in Gelsenkrichen. Im Zentrum: Das neue Werk WORLD-20 vs. COVID-19 »Invisible Enemy«vom Frühjahr 2020.  Foto: Blog Christian Nienhaus.

Von Andreas Weber

Seit Jahrhunderten haben Künstler die Druck-Kunst vorangetrieben. Und auch heute, im Digitalzeitalter, zeigt sich, dass der Druck-Kunst einen neue Wertigkeit zugemessen wird. Und wer hätte das gedacht: Die spannendsten Impulse kommen aus Gelsenkirchen.

Zur Erinnerung: Dürer, Rembrandt, Daumier, Beckmann, Picasso, Warhol — um nur einige zu nennen — waren stets an der Spitze, wenn es darum ging, druckgraphische Experimente in wahrhaft Einzigartiges zu verwandeln. Eine Sonderstellung nahm dabei seit über 200 Jahren die Lithographie ein, der chemische Druck vom Stein. Lithographische Drucke konnten mit Malereien gleichziehen, wie im 20. Jahrhundert Christian Kruck über Jahrzehnte an der Frankfurter Städelschule demonstrierte.

Auch Kunst-Fälscher fanden Gefallen an der Druck-Technik: Geradezu inflationär wurden in den 1970er/1980er Jahren Aquarelle von Dali, Picasso, Chagall und vielen anderen in Lithografien umgesetzt oder auch per Trockenoffset-Druck vervielfältigt. Falsche Signaturen inklusive. In New York City fand die Polizei Lager mit fast 100.0000 gefälschten Kunstdrucken. Skandale gab es in Deutschland um Kunstmessen/Ausstellungstourneen v. a. mit falschen Chagall-Grafiken. Selbst Museen sind drauf reingefallen. Letztlich hat dies dem Wert und der Beachtung künstlerischer Druckgraphik schwer geschadet.

Für mich ist es umso erfreulicher, dass ein namhafter Künstler wie Christian Nienhaus im Team mit dem auf Special Printing Effects spezialisierten Günter Thomas — beide in Gelsenkirchen beheimatet — neue Formen der Druck-Kunst entwickelt haben.

 


Im Blog/Online-Shop von Christian Nienhaus heisst es:

Druckkunstwerk — Hier ist der Name Programm!

Und wo sich Wort und Ton gesellt,
Wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet,
Wird jedesmal der Sinn der Welt,
Des ganzen Daseins neu gestaltet.

So dichtete es Hermann Hesse im 19. Jahrhundert und zwei Kreative aus dem 21. Jahrhundert interpretieren diese Zeilen in unsere Gegenwart mit Kunst, Druck und Leidenschaft.

Günter Thomas, einer der erfolgreichsten Druckveredler weltweit und der Künstler Christian Nienhaus kreieren in jahrelanger Zusammenarbeit eine neue einzigartige Präsentation der Druckkunst. Das Verfahren ist ein langer und aufwendiger Weg nach der Vollendung des Kunstwerkes.

Die Leinwand wird in der Schaffensphase im Atelier von Christian Nienhaus grundiert, collagiert, übermalt, beklebt und wieder bemalt. Diese verschiedenen Schichten geben dem Kunstwerk Strukturen und der Betrachter kann durch diese Technik die verschiedenen Schichten durchdringen und entdecken.

Durch einen speziellen 3D Scan ist es möglich das fertige Kunstwerk so zu digitalisieren, dass nach vielen Arbeitsstunden am Computer das Bild in verschiedene Ebenen aufgeteilt wird. Durch jahrelange Erfahrung und Innovation kann die Firma GT Trendhouse 42 von Günter Thomas diese Ebenen durch Farben, Folien, Struktur und UV-Lacke, Pigmente, Reliefeplatten und Prägungen auf ein spezielles Papier drucken.

Mit diesem einzigartige Druckverfahren entsteht etwas Neues, sichtbar sowie fühlbar. Ein DRUCKKUNSTWERK.

Christian Nienhaus COVID19


 

Meine Meinung

Die beiden ‚Kunst-Druck-Innovatoren‘ Christian Nienhaus und Günter Thomas aus Gelsenkirchen setzen eine lange, wertvolle Tradition im künstlerischen Schaffen fort. Und erweitern das Spektrum der Druck-Kunst ganz enorm und in bis dato nie gewohnter Manier.

Mit Vorteilen für alle: Der Künstler erweitert sein Spektrum und seine ‚Reichweite’; der Druck-Kunst-Spezialist kann zeigen, was ultimativ möglich ist; und der Kunstliebhaber kann zu erschwinglichen Preisen ‚Druckkunstwerke‘ erwerben, die nicht einfach nur ‚Reproduktiongrafiken en‘ sind, sondern eigenständige Werke mit Unikat-Charakter.

Bravo! Bravissimo. Gott grüß die Kunst.

 


 

 


 

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Nur noch ein Schatten seiner selbst? Oder lautet das Prinzip: Malen nach Zahlen? — Screenshot aus dem Titel des neuen Heidelberg Geschäftsberichts 2019/2020.

 

Von Andreas Weber

Auf seiner virtuell Bilanzpressekonferenz am 10. Juni 2020, ab 10 Uhr, also vor rund einer Stunde, hatte der Heidelberg-Vorstand wenig Neues zu vermelden. Weder zu dem am 31. März 2020 abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 noch für das laufende. 

  • Das Nachsteuer-Ergebnis weist einen hohen Verlust von 343 Mio. Euro aus.
  • Der Free-Cashflow konnte sich nur positiv entwickeln durch die Übertragung von 380 Mio. € aus dem Treuhandvermögen des Heidelberg Pension Trust e.V. im März 2020 (225 Mio. Euro gegenüber Vorjahr -93 Mio. Euro).
  • Der Umsatz ging um fast 150 Mio. Euro auf 2,349 Mrd. Euro zurück.
  • Für das laufende Geschäftsjahr will der Vorstand mit Bezug auf die anhaltende Corona-Pandemie und die dadurch schweren ökonomischen Schwierigkeiten keinen verbindlichen Ausblick geben, rechnet aber bis zum 31. März 2021 mit einen negativen Nachsteuer-Ergebnis.

Laut CEO Rainer Hundsdörfer treibe Heidelberg die Neuausrichtung zügig voran. Wobei „Neuausrichtung“ in diesem Fall bedeutet: Heidelberg reduziert sich auf das traditionelle Kerngeschäft, den Bogenoffset, und damit diesen in seinem verkleinerten Portfolio nur noch auf den Mittelformat-Bereich.

Gleichzeitig baut Heidelberg weiterhin massiv Personal und Fertigungskapazitäten ab. Erstmals seit dem Börsengang im Herbst 1997 sinkt die Zahl der Beschäftigten bei Heidelberger Druckmaschinen AG auf unter 10.000 durch den nach Unternehmensangaben sozialverträglichen Abbau von 1.600 Stellen. In Hochzeiten beschäftigte Heidelberg einst über 25.000 Mitarbeiter.

„Die Zeiten in denen Heidelberg rein durch Größe punkten konnte, sind vorbei“, so CEO Rainer Hundsdörfer. Es gehe ihm nicht mehr um Größe und Wachstum um jeden Preis. Vielmehr bestehe der Kulturwandel bei Heidelberg in der Wandlung vom Konzern zum flexiblen Mittelständler. Im Unternehmen herrsche Aufbruchstimmung — was sich aus meiner Sicht im Zuge von massenhaften Entlassungen ambivalent auslegen lässt!

Auch die Zahl der Vorstandsmandate wurde deutlich verringert, halbiert auf jetzt noch zwei, das des CFO und das des CEO. Das Vorstandsressort für Technik wurde bereits im Herbst 2019, das des Chief Digital Officers im März 2020 aufgelöst.

Die Quadratur des Kreises

Das Umsatzpotenzial für Offsetdruck-Maschinen ist ebenfalls dramatisch geschrumpft. Waren es bis zum Krisenjahr 2008 noch rund 9 Milliarden Euro per anno, sind es nach kontinuierlichen Rückgängen bis dato noch maximal 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dies bezieht allerdings auch Formatklassen und technische Verfahren ein, die Heidelberg nicht mehr bedienen will und kann (Klein- und Grossformat sowie Rolle). Im Vergleich dazu: Das Marktpotenzial für Digitaldruck-Lösungen im Produktionsdruck (Akzidenzen, Verpackungen, Sign & Display) macht bereits rund doppelt soviel aus.

Dass die Heidelberg Bogenoffset-Druckmaschinen immer leistungsfähiger und die Rüstzeiten drastisch verkürzt wurden, löst das Problem der dramatischen Marktpotenzial-Schrumpfung nicht.

Neue Vertriebsmodelle, die Heidelberg unter dem Schlagwort „Subscription“ bietet, sind zwar vom Konstrukt her zeitgemäß und bewähren sich bei Software-Angeboten (SaaS), nicht aber unbedingt bei Hardware, da durch lange Vertrags-Laufzeiten von fünf Jahren wenig flexibel agiert werden kann und in Summe kaum finanzielle Vorteile gegenüber andere Finanzierungsformen erreicht werden.

Dies wirkt sich gerade auf die aktuelle Situation im Akzidenzdruck, der sich radikal wandeln muss, ungünstig aus. Denn Druckerei-Unternehmer müssen am vorhandenen Equipment und den festgelegten, auf Standardisierung fixierten Produktionsprozessen für Commodity-Produkte festhalten, die aber kaum noch Nachfrage haben. Spezialitäten sind dagegen gefragt. 

Wachstum im Markt bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz für Heidelberg

Da mit der „Neuausrichtung“ bei Heidelberg auch der Ausstieg aus dem industriellen Inkjet-Druck einher geht, stellt sich die Frage: Wie will Heidelberg in Zukunft Wachstum generieren?

CEO Hundsdörfer betonte auf der Pressekonferenz in seiner kurzen Wettbewerbs-Einschätzung, dass Heidelberg alleine im Verpackungsdruck mehr Offsetdruck-Maschinen verkaufe als der wichtigste Wettbewerber an Maschinen  insgesamt, also auch im Akzidenzdruck. Was soll das heißen? Gemeint sein kann ja nur die Koenig & Bauer AG. Und die hat ein viel weiter gefasstes Produkt- und Lösungsportfolio als Heidelberg und engagiert sich extrem smart im Digitaldrucktechnik-Sektor (u. a. Kooperationen mit HP sowie Joint-Venture-Unternehmungen mit DURST AG).

Pikant: Die auf den Verpackungsmarkt fokussierte Firma BOBST Group SE (Umsatz;: Über 1,6 Mrd. CHF)  hat Hundsdörfer wohl gar nicht auf dem Radar! BOBST, weitaus solider als Heidelberg mit einer Marktkapitaliseriung von über 1 Millarde)  schickt sich aber an, den Markt für Verpackungsdruck ‘digital’ aufzumischen. Hierzu findet wie vermeldet heute, um 13 Uhr, eine internationale Pressekonferenz statt.

Die COVID-19-Krise hat nachweislich den Akzidenzdruck-Markt als wichtigsten Stammmarkt von Heidelberg komplett schachmatt gesetzt. Dies ergibt sich aus den Echtzeit-Analysen des Cloud-Daten-basierten PMI-Klima-Bericht als wichtigem Bestandteil des Heidelberg #We4You Programms. Hier teilt Heidelberg seine von Kunden betriebenen und in der Heidelberg Cloud gebündelten Maschinen-Informationen über die Auslastung von über 10.000 Speedmaster-Druckmaschinen rund um den Globus (davon 5.000 Installationen für Verpackungsdruck).

 



 

Entgegen der Aussage von Heidelberg spiegelt der PMI-Klima-Bericht aber nicht die Marktsituation in der Print-Branche wieder, sondern Produktionskennzahlen ausgewählter Heidelberg-Kunden im Akzidenzdruck- und Verpackungsdruck-Sektor. Es zeigt sich, dass speziell Heidelberg-Kunden im Akzidenzdruck mehrheitlich existenzbedrohende Einbussen von 40 % und mehr verzeichnen müssen und sich wirtschaftlich im freien Fall befinden. Das trifft sogar die Elite der Heidelberg-Kunden im Online-Druck-Sektor. (Siehe hierzu die INKISH D-A-CH Expertenanalyse von Rainer Wagner).

Es bleibt auch zweifelhaft, ob und wie Heidelberg von der gestiegenen Auslastung und einem höheren Produktionsausstoß im Verpackungsmarkt profitieren kann, da Heidelberg nicht an den lukrativen Substraten, Kartonagen, Wellpappe, fexiblen Verpackungen etc. verdient. Und eine höhere Auslastung sowie steigende Nachfrage im Verpackungssektor ist nicht zwingend mit Maschinen-Neuanschaffungen im Mittelformat verbunden.

Übrigens: Alle Hoffnungen von CEO Rainer Hundsdürfer ruhen auf China. Aus seiner Sicht werden Druckereien in West-Europa und den USA kein signifikantes Wachstum mehr für Heidelberg liefern können. 

Mein Fazit

Der Heidelberg-Vorstand verfolgt konsequent seine Ziele, die Firma durch Gesundschrumpfen am Leben zu halten. Allerdings ohne eine glaubhafte und Vertrauen-fördernde Strategie präsentieren zu können. Denn das Motto „Heidelberg goes digital“ ist lediglich eine Willensbekundung. Oder Worthülse.

Aus meiner Sicht wurde bei Heidelberg eine wirksame Strategie durch den fast panischen Aktionismus „Rette, was zu retten ist“  ersetzt. Von den tatsächlichen Entwicklungen im Markt hat man sich abgekoppelt bzw. ignoriert diese gänzlich.

Die Frage bleibt völlig offen, wie Heidelberg künftig im Markt noch Impulse setzen will und Kunden (vor allem im Akzidenzdruck-Sektor) Entscheidendes liefern kann, um am Leben zu bleiben.

Wie der Heidelberg-Vorstand auf diese Art und Weise seine sog. Ziele „Profitabilität — Wettbewerbsfähigkeit — Zukunftssicherung“ erreichen will, bliebt mir ein Rätsel. Und offen bleibt auch: Gelten diese Ziele nur für Heidelberg oder tatsächlich auch für Heidelberg-Kunden?

 


 

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#FreitagsGedanken von Andreas Weber | English version via INKISH

Die neue Normalität: Der Fokus liegt auf der bestmöglichen Gestaltung von Inhalten in Kombination von Human Intelligence mit Artifical Intelligence. Auf den Punkt bringt es dabei LinkedIn mit der Verfeinerung seiner Algorithmen. Wer sich kundig macht und genau recherchiert, ist völlig begeistert.

Warum? Nun: Bessere Inhaltsgestaltung erhöht schlagartig die Qualität der Kontakte. Und das wird vom LinkedIn-Algorithmus honoriert.

Diese meine Feststellungen leiten sich aus eigenem Erleben ab. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Im Mai 2020 fanden meine insgesamt 35 Posts auf LinkedIn — also alles von mir eigens erstellte Inhalte — insgesamt 39.518 Views (Ansichten). Im Schnitt also pro Post über 1.000 Views. Dabei gab es bei einzelne Posts Differenzen von 130 Views (niedrigster Wert)  bis 6.525 Views (höchster Wert).
  2. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Kontaktanfragen, die ich gesichtet und bestätigt habe, um über 1.500. Nunmehr, Stand heute, 5. Juni 2020, umfasst mein persönliches Netzwerk 24.035 Kontakte aus über 70 Ländern auf allen Kontinenten.
  3. Die Zahl der Profilansichten steig konstant bis auf 190 pro Tag und einem Zuwachs von zuletzt 26 % innerhalb einer Woche.
  4. Die Zahl der Views stand aus meiner Sicht nicht in Relation mit maximal vielen Likes, aber mit vielen, guten  Likes und Kommentaren. Das heisst, der o. g. Post mit den höchsten Viewer-Zahlen hatte ‚nur‘ 30 Likes, aber 23 Kommentare! Das ist für meine Spezialthemen (alles rund um Print im Kontext mit ‚Digitalization‘) sehr viel, zumal es sich um durchweg qualifizierte Kommentarinhalte handelte.
  5. Interessanterweise brachte das Integrieren von Videos, die sofort ablaufen, beim Betrachter wenig; selbst wenn es objektiv gute Videos waren.
  6. Dagegen brachten reine Textbotschaften mit weiterführenden Links (ohne Vorschau) sehr viel (insgesamt drei Posts mit über 7.000 Views, sprich fast 20 Prozent der o. g. Gesamtzahl an Views).
  7. Posts, die Textbotschaften mit Fotos (keine Grafiken, Statistiken) sowie weiterführenden Links enthielten, ernteten über 70 Prozent der Gesamt-Zahl an Views. Views-Zahlen.
  8. Posts, die smarte Kombinationen von Hashtags enthielten, fanden die höchste Aufmerksamkeit. Gerade auch mit ungewöhnlichen, emotionsbezigenen Hashtags wie #Zuversicht.
  9. Posts mit persönlichen Beobachtungen, Bewertungen Kommentaren und Fragen sowie dem Aufzeigen von Zusammenhängen fanden die höchste Aufmerksamkeit.
  10. Last but not least: Die Halbwertzeit guter Posts ist viel länger als von mir erwartet. Es fanden sich bei einigen auch noch nach drei Wochen neue Views, Likes und Kommentare. Was sicher auch daran liegen können, dass aus meiner Sicht mehr und mehr meiner LinkedIn Kontakte Hashtag-Begriffe in der Suche eingeben.

Fazit: Ich bin sehr begeistert wie smart LinkedIn sich entwickelt. Und für uns als Einzelne vorteilhafte Dinge leistet, die in der B2B-Kommunikation bisher über Fach-Verlags-Angebote wie auch Corporate Websites und Blogs unmöglich waren. Das hebt für mich als mittlerweile ergrauter ‚Non-Digital-Native‘, aber ungebrochener Digital-Aktivist, Social-Media auf ein neues Level. Bravo!

 

 

Nachtrag

Als ich diese Analyse heute morgen schrieb und weiter recherchierte, fiel mir eine hochinteressante Poll-Analyse via LinkedIn auf, die ich mit den für mich aufschlussreichsten Ergebnissen gerne teile.

Interesting results from a current survey from Australia regarding LI’s new algorithm

“Poll reveals video is not the golden preference on LinkedIn“

by Sue Parker, 4. June 2020

Results:

The staggering preference was written formats at 77.8 per cent (a combination of texts/images at 47.3 per cent and articles at 30.5 per cent) vs videos at 20.1 per cent and podcasts at 2.1 per cent.

Takeaways:

  1. LinkedIn have introduced a new feed ranking system Dwell time essentially this will recalibrate how content is classified and distributed. Instead of ranking content based on clicks and viral actions  it will based on dwell time as an indicator of rich value and preferences to deliver similar into your newsfeed. Strong content will take centre stage to align social proof of value vs vanity metrics which often occur in the video format and similar and gaming practices.
  2. A good mix of multimedia content is always recommended. Video clearly isn’t the golden goose thought but that does not mean you should discard them, far from it. Videos are essential when used well.
  3. Apply research, critical thinking together with your instincts. There is just not a one size fits all preference within any given sector, age or gender. 

 

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#thankaprinter key visual AW.001

Von Andreas Weber

Hurra. Endlich. Eine einzigartige Non-Profit-Kampagne geht heute, am Pfingstmontag, dem christlichen Festtag des Heiligen Geists, on air, die es wahrlich in sich hat. Und Nutzen stiftet. Rund um den Globus.

Die Aufforderung zu #thankaprinter ist mehr als nur ein nettes Dankeschön. Es ist großartig, berührend, wachrüttelnd. Und längst überfällig.

Gerade jetzt, in schwierigen Zeiten, wird deutlich, wie sehr wir schätzen und belobigen müssen, was Print für uns alle bedeutet. Und wem wir das zu verdanken haben: Dem Wirken und Werken unendlich vieler Menschen in unzähligen Betrieben, die jeden Tag, jede Stunde, jede Minute rund um den Globus ihr Bestes geben, um allen Menschen Gutes zu tun und so zu ermöglichen, dass wir unser Leben organisieren, im Griff halten und aktiv gestalten können.

Dank an Deborah Corn (Text), Morten B. Reitoft und das INKISH Team (Filmproduktion) sowie den Sprecher Jeff McNeal, die das ermöglicht haben. Und besonderen Dank an alle #PrintLovers auf der ganzen Welt.

 


 

Ideen, Anregungen und Unterstützung willkommen!

Wer Petra Lüftner und mich, Andreas Weber, also das INKISH D-A-CH-Team, unterstützen möchte, das Video für den deutschsprachigen Raum und seine Bedeutung für Print zu adaptieren, melde sich bitte.

 


 

Original video, released globally June 1st., 2020

 

 


 

Original-Transskript des Sprechertextes in englischer Sprache

 

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