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Digital Transformation

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Foto: Heidelberg


„Im Digitalzeitalter mit seinen neuen, netzwerk- und plattform-basierten Ökonomiemodellen muss alles in Echtzeit passieren, transparent werden und sich der kontinuierlichen Steigerung des Kundennutzen unterordnen.“ — Prof. h. c. Dr. Ulrich Hermann


 

Interview und Analyse von Andreas Weber, Head of Value

Erfolg im Print kommt nicht von alleine. Sondern nur durch neues Denken und Handeln! So kann man auf einen Nenner bringen, worum es Chief Digital Officer Prof. h. c. Dr. Ulrich Hermann, seit November 2016 Mitglied im Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG, bei seiner Arbeit geht. Im Exklusiv-Gespräch erklärt er die Prinzipien der ‚Subscription Economy‘, die bei Heidelberg nunmehr fest etabliert wird und aus dem Stand heraus Erfolge zeigen soll.

Dies führt Heidelberg als Branchenprimus und seine vorwiegend industriell ausgerichteten Kunden auf das nächste Level der Transformation. Für die Print-Branche ist das ein Novum und eine Herausforderung zugleich, da die Leistungen von Druckereien erstmals individuell bewertet und abgerechnet werden. Die üblichen Abrechnungswege durch Verkauf von Equipment zu Festpreisen im Offsetdruck oder Click-Charge-Modelle im Digitaldruck werden durch Subscription überholt. Das bietet Vorteile.

 


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Info-Box: Was bedeutet ‚Subscription‘?

Die Subscription Economy korreliert mit dem fundamentalen Wandel eines auf Individualisierung ausgerichtetem Kauf- und Verbraucherverhalten im B2C wie immer stärker auch im B2B. Langfristige und flexible Kundenbeziehungen und der kontinuierliche Kundennutzen stehen im Fokus, nicht mehr der Erwerb und Besitz von Produkten. Die resultierenden technischen und organisatorischen Anforderungen sind hoch. In der Druckbranche sind solche Lösungen partiell schon bekannt durch singuläre Software-as-a-Service-Lösungen. Wichtige Parameter sind Automatisierung und Skalierbarkeit, komplexe Datenmodelle, veränderte Rechnungslegung bis hin zu Analytics. Von entscheidender Bedeutung ist es, kontinuierlich Aufschluss über die Kundenzufriedenheit und v.a. die Art und Weise der Nutzung von Produkten oder Services zu erhalten, da sie es Unternehmen erlauben, die Dienste individueller zu gestalten, um Wachstum für Lieferant und Kunde gleichermaßen zu ermöglichen. Studien belegen, dass in den USA als dem Mutterland der Digitalisierung die Subscription Economy schon weit entwickelt ist und in den letzten 10 Jahren bereits rund 800 Milliarden US-Dollar an Wertschöpfung erzielte. —aw


 

Worum es geht

Die Subskriptions-Ökonomie könnte auch in unserer Branche das große Thema werden — in den USA bereits wirtschaftlich extrem erfolgreich, bei uns bis dato noch kaum beachtet. Was ändert sich dadurch?

Dr. Ulrich Hermann: Der Begriff ‚Subscription‘ steht für ein neues Modell der Wertschöpfung durch konsequente Nutzen-Zentrierung. Es bedeutet primär das Ende der produktzentrischen Orientierung von Firmen, die ihre Wertschöpfung nicht am Nutzen des Kunden ausmacht, sondern aus dem Produktentstehungsprozess ableitet.

In dieser am Produkt und seiner Vermarktung ausgerichteten analogen Welt ist das Unternehmen bestrebt, so bald wie möglich den Aufwand, den sie für Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Bereitstellung hatte, an die Kunden weiter zu berechnen. Ob die Kunden auf ihre Kosten kommen ist hier nur eine Frage, die für den Wiederhol-Kauf relevant ist. Also vertagt wird.

Worauf kommt es also bei ‚Subscription‘ speziell drauf an?

Es kommt auf eine dauerhafte Kundenbeziehung an; diese entsteht sicher für Service-Dienstleitungen „um das Produkt herum“, nicht aber für den eigentlichen Produktwert. Produktzentrierung passte bestens in die analoge Welt und prägte über 100 Jahre das Industriezeitalter, weil die Nutzung und die damit einhergehende Wertschöpfung beim Kunden eben nur schwer messbar waren.

In einer Digitalökonomie ist das nicht mehr zeitgemäß, da hier über die Nutzungsdaten verfügt und durch neue Geschäftsmodelle der Nutzwert, nicht der Produktwert in den Vordergrund gestellt wird. Dies wollen und können wir bei Heidelberg als erster Anbieter für Druckereien gezielt im Markt etablieren.

Worin liegen die Vorteile von Nutzen-Zentrierung bzw. die Nachteile der Produktzentrierung?

Wie gesagt, im Digitalzeitalter mit seinen Plattformen können Anbieter Daten aller Akteure sammeln, profilieren und analysieren mit dem Ziel, den Kundennutzen nachhaltig und dauerhaft zu erhöhen und damit werthaltige Loyalitäten beim Kunden zu schaffen. Folglich muss alles Handeln sich daran orientieren und für alle Beteiligten in Echtzeit transparent sein. Durch die Produktzentrierung geht verloren, umfassend und zeitnah zu wissen, was Kunden mit dem Produkt wann genau wie machen. Ein Momentum, das übrigens querbeet viele Arbeits- und Lebensbereiche betrifft…

… können Sie Beispiele nennen?

Es fängt beim Lesen eines Buches oder Magazins an, oder damit, wann Kunden Produktionsmittel an- und ausschalten, warum sie im Auto sitzen und wohin sie fahren. Der Hersteller/Lieferant weiß darüber in der Regel nichts über die Produktverwendung. Die Folge ist, dass mit hohem Aufwand durch Befragungen und Analysen eine Antizipation der Nutzung erfolgen muss, um in langen Zyklen recht mühselig Verbesserungen vornehmen zu können.

Innovationen unterlagen in der analogen Zeit daher längeren und wegen der damit verbundenen Risiken in der Regel schrittweisen Innovationszyklen, was zur Folge hatte, dass der Anteil der Zeit, mit der sich analoge Firmen um die Optimierung der internen Wertschöpfung bemühen, unverhältnismäßig hoch war. Es ist nur offensichtlich, dass in dieser Welt auch der Preis nicht die Nutzung des Produktes durch den Kunden reflektiert, sondern eher der Deckung von Material und Produktionsaufwand.

 

Ein Meilenstein auf dem Weg, die digitale Transformation und letztlich das Subscription-Programm realisieren zu können: Die Markteinführung des Heidelberg Assistant im Dezember 2017, die Dr. Ulrich Hermann persönlich per Youtube-Video erläuterte.

 


 

Worauf es ankommt

Wie geht die Umstellung auf Nutzen-Orientierung von statten?

Wenn man den Aspekt rund um das Nutzen-Stiften als Kerngedanken ins Zentrum der Betriebswirtschaft einer Firma stellt, kommt man zu völlig anderen Vorgehensweisen. Man will wissen, wofür zahlt mein Kunde, während er die zur Verfügung gestellten Produkte nutzt. Disruptive Geschäftsmodelle der digitalen Welt bauen exakt darauf auf: Das Nutzungsverhalten wird zum Maß aller Dinge — getragen durch die User Experience und die Customer Journey.

Wird das in der Print-Branche auch schon richtig verstanden? Schließlich reden fast alle mittlerweile über Kundenorientierung.

Unterschätzt wird von Technik-Anbieter-Seite aus oftmals, dass allein die Kundenzentrierung als Vorbedingung der Nutzen-Orientierung eine umfassende Transformation der Organisation erfordert. Von der Denkweise und Kultur bis zur Produktentstehung, alles verändert sich. Die digitale Messbarkeit der Nutzung von Produkten und Services rückt in den Mittelpunkt der Wertschöpfung. Sämtliche Geschäftsaktivitäten müssen darauf abgestimmt sein.

Valide, langfristig erhobene Datenanalysen bei installierten Maschinen und Systemen helfen dabei Benchmarks mit Vergleichsgruppen aufzubauen, damit Ziel- und Führungsgrößen für die optimale Nutzung abzuleiten. Solche Daten erheben wir bei Heidelberg seit der Einführung der Remote Service-Technologie bereits seit dem Jahr 2004 und sind für uns die Basis für die Einführung von Subscription.

Bezogen auf die Print-Industrie heißt das: Es genügt also nicht, digitale Prozesse und Verfahren nur in die Fertigung von Print-Produkten einfließen zu lassen?

Genau. In der digitalen Ökonomie dreht sich der Wettbewerb nicht ums Produkt, sondern vor allem um die Ausgestaltung des relevanten Nutzererlebnisses — im neudeutschen eben „User-Experience“ genannt. Ich zeige gerne ein Bild, dass das Straßengeschehen von Manhattan als Herzstück von New York City zeigt. Bis vor 10 Jahren war es noch geprägt von den Taxis, den Yellow Cabs; heute von dunklen Limousinen.

Das eigentliche Produkt ist vergleichbar, nur eben schwarz und nicht gelb: Ein Auto mit Fahrer und Fahrgast eben — und von außen betrachtet nicht auf Anhieb als digitales Produkt erkennbar. Der Unterschied liegt aber im Nutzen-Erlebnis: Es ist viel einfacher mit Uber ein Taxi zu bestellen, auszuwählen, zu bezahlen, zu fahren und mit Bewertungen die Qualität des Geschäftsmodelles selbst zu beeinflussen.

Als Fahrgast fühlt man sich ernstgenommen, irgendwie als Partner, nicht als Gefangener hinter einer Plexiglasscheibe. Es geht also nicht mehr um das reine Leistungs- oder Produktangebot, sondern um die Customer Journey und die neue, smarte Art der Produktnutzung.

Was heißt das konkret, bezogen auf Heidelberg und seine Kunden?

Die Subscription-Economy bietet in unserem Kontext die Chance, darüber nachzudenken, wie wir unser Geschäft grundlegend verändern müssen. Indem wir nicht mehr nur Maschinen und Services verkaufen, also den Produktwert abrechnen, sondern neue Modelle finden, die Nutzung und die daraus resultierenden positiven Effekte zu bewerten.

 

Auch im Marketing geht Heidelberg neue Wege. Wie der Image-Film zu Heidelberg Subscription zeigt.

 


 

Wie es funktioniert

Wie muss man sich Subscription bei Heidelberg im Detail vorstellen?

Vor über einem Jahr haben wir einen Veränderungs-Prozess angestoßen. Wir haben uns zuerst folgende Fragen gestellt. Worin liegt das größte Gewinnpotential für unseren Kunden? Aus dem Besitz von günstiger Druckkapazität oder aus seiner optimalen Auslastung? Wenn unsere Kunden erst Mehrwert aus der maximalen Maschinenauslastung, oder anders ausgedrückt: der optimierten Nutzung einer abgestimmten Kombination aus einer Vielzahl von Einzelprodukten, wie Maschine, Verbrauchsgüter, Service und Software ziehen, warum soll der Kunde uns nicht genau erst für diesen Mehrwert zahlen und nicht bereits schon für die Einzelkomponenten?

Und wie sie sind Sie vorgegangen, um auf diese zentralen Fragen Antworten zu finden?

Aus verschiedensten Disziplinen wie Finanzierung, Service, Produktentwicklung, Vertrieb, Marketing/Produktmarketing wurde ein Team gebildet, um ein Geschäftsmodell zu finden, in dem Heidelberg nicht die Einzelprodukte dem Kunden verkauft, sondern die Nutzung eines auf den individuellen Kunden optimierten Gesamtsystems anbietet. — Bereits im Dezember 2017 konnten wir mit dem Faltschachtel-Hersteller FK Führter Kartonagen aus der WEIG-Unternehmensgruppe den ersten umfangreichen Subskriptionsvertrag abschließen. Weitere Abschlüsse sind in trockenen Tüchern. Und das Interesse im Markt wächst erheblich weiter.

Sind Druckereien da nicht skeptisch? Viele Drucker hadern ja auch mit den im Digitaldruck zwangsläufig üblichen Click-Charge-Modellen.

Die im Markt üblichen Click-Charge-Modelle haben einen Nachteil: Sie reflektieren die Marktpreise der Anbieter von Digitaldruckmaschinen und orientieren sich eben nicht an den wirklichen Kosten pro gedruckte Seite des Kunden seiner laufenden Offset-Printproduktion. Es gibt auch keine Benchmarks für Produktivitätsziele, und so weiter. In unserem Modell rechnen wir ebenfalls pro gedruckte Seite mit der sogenannten „Impression Charge“ ab.

Was ist unter „Impression Charge“ zu verstehen? 

Dieser Preis pro Seite reflektiert das Potential einer verbesserten Auslastung innerhalb der Vertragslaufzeit, setzt aber voraus, dass der Kunde ein erfolgreiches Geschäftsmodell hat, mit dem er nachhaltig wächst. Subscription in unserem Angebot ist eben eine echte Performance-Partnerschaft. Sollte Heidelberg innerhalb der Vertragslaufzeit die Potentiale nicht heben, dann können sowohl der Kunde als auch wir nicht die volle Margenerwartung realisieren. Das ist der Unterschied zur Click Charge.

Die üblichen Digitaldruck-Click-Charges orientieren sich an den Kosten der Digitaldruckmaschinen-Hersteller und ihrer Gewinnerwartung, nicht an den Vergleichskosten des Kunden. Sie stellen ein produktorientiertes Pricing dar, das vom Kunden, der Druckerei, nicht kontrolliert werden kann und auch nicht seine tatsächliche Kostenstruktur reflektiert. Digitaldruck ist daher kein digitales Geschäftsmodell.

Hinzu kommt: Ist die Auslastung schwankend oder nicht ausreichend vorhanden, werden Click-Charges schnell ruinös.

Was ist demnach entscheidend, um Kosten-Abrechnungs-Modelle kundengerecht zu gestalten?

Druckereien wollen ihre Kosten selbstbestimmt managen können. Aus gutem Grund. Der Druckbetrieb war Jahrhunderte lang stets handwerklich orientiert, mit vom Menschen kontrollierter Qualität; erst in jüngster Zeit wurde begonnen, das Geschäft durch die Automatisierung von Produktionsprozessen mithilfe von Standards zu industrialisieren. Beim Handwerker stehen das Ergebnis einer individuellen Leistung mit seiner besonderen Note sowie die Kundennähe im Fokus. Entsprechend waren Druckergebnisse bisweilen komplett unterschiedlich in Qualität und Preis.

 

Ein erstes Erklärung-Video zu Heidelberg Subscription (in englischer Sprache).

 


 

Was es bringt

Was wir durch die industrielle Produktion anders als bei ‚Handwerk‘?

Durch die industrielle Produktion auf Basis von Standards sind Ergebnisse weitgehend gleich. Nur der Grad der Automatisierung schafft noch Unterschiede durch die Produktion und definiert das drucktechnische sowie das betriebswirtschaftliche Ergebnis.

Um ihre Leistung differenzieren zu können, müssen Druckereien daher erheblich in die eigene, zunehmend digitale Kundenbeziehung investieren. Digitales Marketing, Internetpräsenz und die Digitalisierung der Bestellwege der Print-Besteller wird extrem wichtig. Das eigene Investment in den Drucksaal mag alter Tradition folgen, schafft aber kaum noch Möglichkeiten zu differenzieren und lenkt von der eigentlichen Aufgabe eines Druckunternehmers in der digitalen Zeit ab: nämlich Kunden zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund fällt eine Umorientierung hin zu Subscription nicht nur leicht, sondern macht absolut Sinn.

Wie definiert sich eine Ergebnis-orientierte Bezahlung?

Durch eine von uns durchgeführte, umfassende Analyse des Druckbetriebes werden alle Kosten bewertet: für Personal, Verbrauchsmaterialien, Stillstandszeiten, Plattenwechsel, Makulatur, Abschreibungen und vieles mehr. Wir nutzen dazu unsere erfahrenen, auf die Performance orientierten Consultants. Am Ende lässt sich aus dieser Gesamtsicht ein für jeweiligen Betrieb tatsächlicher Herstellungs-Seitenpreis ermitteln.

Zudem nutzen wir unsere Performance Daten aus mehr als zehntausend angeschlossenen Maschinen, um Führungsgrößen zu entwickeln. Auf dieser Datenbasis können wir dann dem Kunden ein Angebot machen, diesen Preis im Rahmen eines Subskriptionsvertrages zu unterbieten, weil wir wissen, wie sich dieser Betrieb weiter optimieren lässt.

Welche Kriterien greifen für die Subscription?  

Subscription fußt bei uns auf Basis folgender Überlegung bzw. Maßgabe:

  1. Der Heidelberg-Kunde muss ein Steigerungspotential seiner OEE [Overall Equipment Effectiveness] haben, die bei den allermeisten der Kunden im Schnitt zwischen 30 % und 40 % liegt.
  2. Der Heidelberg-Kunde muss signifikantes Wachstum in seinen Auftragsvolumen anstreben, weil er sich auf Produkt-Innovationen und auf Kundenakquisition konzentriert.

Kunden, die in Betracht kommen, bieten wir einen attraktiveren Preis auf Basis von Überlegungen sowie der Vorwegnahme, die OEE um definierte Werte zu steigern, beispielsweise also von 35 % auf 45 %. Wir verkaufen dadurch Produktivitätsvorteile und helfen dem Kunden dabei, diese zu erreichen bzw. zu übertreffen. Es liegt in der Verantwortung von Heidelberg, das Gesamtsystem dementsprechend einzurichten.. Wir übernehmen damit die Garantie, dass sich unser Preis-Premium für das bessere und produktivere Gesamtsystem nicht nur rechnet, sondern vom Kunden geschlagen wird.

Wie reagieren interessierte Kunden auf diesen neuen Ansatz?

Viele Kunden sind begeistert. Denn sie haben es dann mit Heidelberg als einem Lieferanten zu tun, der nicht am Anfang sein Geld für höhere Qualität verlangt und, wenn die Maschine steht, sogar noch Servicekosten berechnet, sondern der alles dafür tut, dass die Performance die vereinbarte Zielmarke übersteigt und sich die Qualität für den Kunden rechnet!

Heidelberg geht also ins Risiko bzw. wird Erfolgsgarant? 

Ja und nein. Ja, denn im Subscriptionsvertrag mit dem Kunden ist es Heidelbergs eigenes Interesse, dass die Maschine läuft, dass Software-Updates durchgeführt werden, der Einsatz von Verbrauchsmaterialien optimiert wird, und alles zu tun, um Leistungssteigerungen zu realisieren. Nein, da wir unsere Subscriptionskunden schließlich als Partner sorgfältig auswählen. Die Kunden müssen vor allem eines gemeinsam haben: Ihr unternehmerischer Fokus gilt dem Wachstum und der Produktinnovation im Markt und ihr Geschäftsmodell zeigt, dass Sie weiter wachsen können.

Diese Analyse war ja schon immer wichtig für uns als Hersteller. So wollen wir ja mit den erfolgreichen Kunden mitwachsen. Das stand aber im traditionellen Geschäft nicht im Vordergrund, sofern der Kunde die Maschine bezahlen kann! Wir sprechen hier über eine exzellente, neue Dimension der Partnerschaft. Wir diskutieren dabei nicht mehr, ob unsere Maschinen, Services oder Materialien günstiger oder teurer sind als beim Wettbewerb. Alles regelt sich über die gemeinsam festgelegten Performance-Ziele mit den errechneten Seitenpreisen als Orientierung.

 

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Ein weiteres wichtiges Element für Subscription basiert auf autonomem Drucken gemäß dem auf der drupa 2016 vorgestellten Push-to-Stop-Prinzip. — Siehe unseren ValueCheck und Praxisbericht.


 

Wie es sich rechnet

Wie legen Sie die Kosten mittels eines Subskriptions-Vertrags fest?

Das erfolgt individuell je nach Kunde und seinen Möglichkeiten. Beispielsweise kommt für den Kunden, der sein Geschäft erweitern möchte, eine Heidelberg Speedmaster XL 106 in Betracht. Der Kunde leistet dann eine Upfront-Zahlung, die nur einen kleineren Teil des Gesamtwertes ausmacht, den er bei Kauf hätte zahlen müssen, zzgl. eines monatlichen Fix-Betrages, der sich spezifisch nach der Seitenpreis-Berechnung des vereinbarten Seitenvolumens, das gedruckt werden soll und das unter der durchschnittlichen Seitenproduktion des Kunden liegt, ergibt. Erst wenn das Seitenvolumen die vereinbarte Zielmarke überschreitet, werden zusätzliche Impression-Charges berechnet.

Passt sich das Subscription-Angebot auf die Kunden an?

Wesentlich und einzigartig ist, dass wir das Ganze äußerst individuell gestalten können. Beispielsweise wird bei einem Betrieb, der wenig Produktivitätssteigerung erwarten kann, weil seine OEE aufgrund exzellenter industrieller Fertigkeit sowieso schon hoch ist, die Upfront-Zahlung entsprechend justiert, ebenso wie der monatliche Fix-Betrag, der zu zahlen ist. Oder: Bei Kunden mit hohen Performance-Steigerungspotenzialen und dynamischen Steigerungs-Möglichkeiten beim Auftragseingang legen wir mehr Fokus auf die Variabilität der Zahlungen.

Unser Subscription-Programm befreit den Kunden von der Investitionslast im Drucksaal und der Problematik, die ihm zur Verfügung stehende Technik voll zu nutzen und selbst auf Stand zu halten.

Warum sollen sich Kunden ausschließlich an Heidelberg binden?

Wenn sich ein Kunde für das konventionelle Modell entscheidet, steht er in weit aus komplexeren Abhängigkeiten. Mit dem Kauf der Maschine legt er sich für einen großen Teil des Investments fest und steht häufig in Abhängigkeit von der Bank. Der vermeintlichen Freiheit, Verbrauchsgüter selbst zusammenzustellen und die insgesamt angebotenen Features selbst zu optimieren, stehen immer höhere Aufwände gegenüber und die gesamten Einzelbeziehungen mit den Lieferanten stehen den Gewinnzielen des Druckbetriebes diametral entgegen…

… das heisst doch, dass der klassische Weg der Anschaffung im Konzert mit vielen Anbieten Probleme bringt, oder? 

Jeder versucht, die Kosten auf den anderen abzuwälzen. Ich halte hier die Abhängigkeiten mit Blick auf den eigentlichen Zweck, ein Papier zu bedrucken, in Summe für erheblich grösser als einen langfristigen Subscriptions-Vertrag mit einem Hersteller einzugehen, in dem erstmalig Gewinninteressen gleichgeschaltet sind. Ein Heidelberg Subscription-Vertrag wird auf eine Laufzeit von fünf Jahren ausgelegt. Innerhalb der Laufzeit gehen wir stets immer von Zuwächsen bei der OEE aus. Zum Beispiel: Steigern wir das Seitenvolumen von 35 Mio. Seiten pro Jahr auf 55 Mio., entspricht das einem OEE-Zuwachs von rund 35 % auf 60%. Was das für den Gewinn des Kunden bedeutet, erschließt sich von selbst.

Heidelberg übernimmt damit die Finanzierung der Herstellkosten für die Produktionsmittel?

Das Equipment gehört Heidelberg und ist in unserer Bilanz bzw. der unserer Finanzierungspartner enthalten. Das deckt sich mit den Vorstellungen derjenigen Kunden von uns, die zum einen ihrerseits die digitale Transformation, sprich die Wende zur automatisierten Druckfabrik und zur digitalen Kundenbeziehung, bewerkstelligen. Unser Subscription-Modell beinhaltet, stets den höchst erreichbaren Automatisierungsgrad beizubehalten, ohne sich um Technik-Updates, Neuinvestitionen und deren Finanzierung kümmern zu müssen.

Zum anderen wollen diese Kunden ihre Kundenbeziehungen ebenfalls durch die Digitalisierung stärken. Die Go-to-Market-Befähigung wird durch digitale Kompetenzen auf breiter Ebene extrem aufgewertet.

 

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Wie sich das Go-to-Market verändert

Das heißt, ein wesentlicher ‚Neben’-Effekt der Subscription liegt darin, die Go-to-Market-Befähigung ihrer Kunden zu beflügeln, weil Ressourcen bei Druckereien frei werden?

Jede Neuerung, die Druckereien vornehmen, erfordert bis dato ungeheure Anstrengungen. Nicht nur, um dies technisch solide zu gestalten, sondern vor allem um Preise durchzusetzen, wenn Produkte aufwändiger und damit noch wirkungsvoller werden sollen. Die einseitige Konzentration des Druckbetriebes auf die Produktion und die Vernachlässigung des Kundenwertes in einer digitalen Kundenbeziehung rächt sich auch für die heute noch extrem erfolgreichen Betriebe.

Seine Ressourcen auf die  Weiterentwicklung der vom Druckbetrieb dargebotenen Customer Journey zu konzentrieren und sich nicht mehr im Technischen oder Administrativen zu verlieren, ist der beste Weg, immer auf der Höhe der Zeit sein zu können, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Mit anderen Worten, Sie verschieben also den Geschäftsfokus Ihrer Kunden?

Unsere wachstumsstarken Kunden sind alles exzellente Unternehmer, deren Fokus immer dort ist, wo Geld fließt, um ihre Investitionen zu schützen. Wenn wir sie nicht mehr zwingen, sich vor allem mit dem Kauf und der Pflege von kapitalintensiven Produktionsmitteln beschäftigen zu müssen, profitiert die Kundenorientierung ganz erheblich. Der absolute Kundenfokus als Kernelement der digitalen Ökonomie ist immer das beste Prinzip für prosperierendes Geschäft. Das gilt für uns genauso wie für unsere Kunden.

Bei Subscription übernimmt Heidelberg die Finanzierung. Stellt Sie das vor neue, schwierige Herausforderungen?

Ein börsennotiertes und in Fragen der Kundenfinanzierung erfahrenes Unternehmen wie Heidelberg ist prädestiniert für neue Wege bei der Finanzierung. Wir haben sogar eine Banklizenz. Das Beste für unsere Investoren sind immer Cash-stabile Verträge mit ausgewählten, wachstumsfähigen und innovationsstarken Kunden.

Dies stellen wir beim Subscription-Programm mit seinen garantierten monatlichen Zahlungen sicher. Zumal wir die Verträge bündeln und außerhalb über einen Finanzpartner „traden“ können. Das ist für Geldgeber viel attraktiver als mit einzelnen Druckbetreiben Abschlüsse verhandeln zu müssen. Wir bieten durch die gründliche Selektion und Bewertung ein ausgeglichenes Risiko durch eine breitgestreute Subskriptionsbasis.

Zu guter letzt: Wie schnell wollen und können Sie mit Subscription im Markt wachsen?

Die Nachfrage ist sehr groß. Wir lassen uns aber Zeit, nehmen ausgewählte ‚Early Adopters‘ unter Vertrag. Dieses Geschäftsjahr wollen wir mit 10 Verträgen Erfahrungen sammeln und ein solides Fundament legen, um das Angebot allmählich breit im Markt zu verankern.

 

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Bereits im Dezember 2017 konnte Heidelberg mit dem Faltschachtel-Hersteller FK Führter Kartonagen aus der WEIG-Unternehmensgruppe den ersten umfangreichen Subskriptionsvertrag abschließen. Foto: Heidelberg


 

Auf den Punkt gebracht

Wie lautet Ihr Fazit?

Wir leben in einer spannenden Zeit mit völlig neuen Chancen für uns und unsere Kunden. Die Digitalökonomie bietet hierfür völlig neue Denkmuster. Die Transparenz der Nutzung des Leistungsangebotes in der digitalen Geschäftsbeziehung führt zur Konzentration auf das wirklich Wertschöpfende…

… und das heisst letztlich?

Die Transparenz, die wir ermöglichen, führt zu einer fairen Geschäftsbeziehung der Akteure —  aber verlangt auch nach einer hohen Verantwortung aller Akteure, letztlich zum Schutz ihrer Freiheiten. Mit der Verantwortung rückt das Wertesystem der Geschäftspartner mehr in den Vordergrund. In unserer digitalen Strategie nimmt das Wertesystem von Heidelberg eine besonders starke Rolle ein und ist die eigentliche Konstante in unserer langen Industriegeschichte. Wir haben diese Verantwortung für Heidelberg als Partner der Druckindustrie neu formuliert mit: Zuhören, Inspirieren und Liefern. Es gibt fast keine bessere Wertebasis für ein digitales Geschäftsmodell.

Danke für das Gespräch, das sehr aufschlussreich ist und zeigt, welche Komplexität dahinter steckt, den digitalen Wandel zu meistern.

 


#ValueCheck: Heidelberg Subscription als neues Ökonomie-System

Warum das Subskriptions-Modell von Heidelberg nicht nur Sinn macht sondern eine kluge Notwendigkeit darstellt, um Wachstum durch Innovation sicherzustellen

STATUS QUO

  • Das Print-Produktions-Volumen (PPV) bleibt stabil mit rund 410 Milliarden Euro weltweit pro Jahr.
  • Die Zahl der Druckereien nimmt aber ab, ebenso wie die Zahl der Druckwerke in den Betrieben („Print-Units“) aufgrund von besseren Maschinenleistungen.
  • Die OEE (Overall-Equipment-Effectiveness) kann selbst bei kleiner werdenden Druckauflagenhöhen durch Automatisierung bei industriell ausgerichteten Betrieben gesteigert werden.
  • Steigerungsraten können von heute 30% auf 70% in 10 Jahren mehr als verdoppelt werden
  • Da sich das PPV nicht verdoppeln wird, sinkt zwangsläufig die Zahl der verkaufbaren Druckwerke deutlich (bis zu 50%).
  • Die Wertschöpfung muss sich also bei Heidelberg verlagern, um nicht in einem kleiner werdenden Maschinenmarkt nur noch durch Verdrängung oder durch Marktanteile-Abjagen vom Wettbewerb überlebensfähig zu sein.

MASSNAHMEN

  • In den Fokus rückt Heidelberg als ‚Gesamtsystem‘ mit seiner umfassenden Print-Kompetenz und der seit 2004 durch Predictive Monitoring für den Service aufgebauten Datenbasis bezüglich der konstanten Analyse und Verbesserung der installierten Produktionsmittel. Derzeit über zehntausend Heidelberg-Druckmaschinen werden konstant analysiert.
  • Heidelberg kümmert sich beim Subskriptionsmodell vollständig um die optimale Nutzung der installierten Technik in der Druckerei.

EFFEKTE

  • Das Risiko für Innovationen wird nicht nur drastisch gesenkt, sondern verteilt.
  • Kapitalintensive Investitionen in Produktionsmittel belasten nicht mehr die Bilanzen der Druckereien, sondern die Kunden werden von Heidelberg unterstützt bzw. die Investitionen gebündelt zu guten Konditionen mit Finanzpartnern umgesetzt.
  • Dies hat unmittelbar positive Auswirkungen auf industriell ausgerichtete Heidelberg-Kunden, da das Mehr an Flexibilität und die Nutzungsvariabilität enormen Freiraum bieten, um sich optimal auf die Vermarktung der gesteigerten Leistung zu fokussieren und das Wachstum der Druckerei zu beschleunigen.
  • In der konstanten Nutzungssteigerung liegt kurz-, mittel und langfristig die Steigerung der Profitabilität.
  • Durch das Subscription-Programm bieten sich für Heidelberg und seine Kunden nicht nur lineare, sondern exponentielle Wachstumsmöglichkeiten.

 


 

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Foto: Heidelberg

 

Zur Person

Seit November 2016 ist Prof. h. c.  Dr. Ulrich Hermann Mitglied des Vorstands der Heidelberger Druckmaschinen AG und gleichzeitig Chief Digital Officer. Im August 2017 wurde er als ausgewiesener Experte im Bereich der digitalen Transformation von Unternehmen von der Allensbach Hochschule Konstanz zum Honorarprofessor berufen.

1966 in Köln geboren, studierte er an der RWTH, Aachen und am Massachusetts Institute of Technology M.I.T., Cambridge U.S.A. und schloss als Diplom-Ingenieur Maschinenbau ab.

1996 erfolgte die Promotion an der Hochschule St. Gallen im Bereich Betriebswirtschaftslehre, 1998  wurde er zum Geschäftsführer Bertelsmann Springer Science and Business Media Schweiz AG und 2002  zum Geschäftsführer Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformation ernannt.

2005 übernahm er den Vorsitz der Geschäftsführung Wolters Kluwer Germany Holding und wurde 2010 Bereichsvorstand der Wolters Kluwer N. V. Region Central Europe.

 


 

Über den Autor: Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice.

 


 

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Photos: Lufthansa

 

By Andreas Weber, Head of Value | German Version

Note: As a teenager, I made my first flight experience with Lufthansa. That was great! Over the next 45 years, I have had some ‘Ups & Downs’ with the Kranich Airline (also a few years as a premium customer with Lufthansa Senator status). — I watch relevant news as an analyst always highly interested.

With a big bang, millions in advertising revenue and full of fervor, Lufthansa is re-branding itself. At the heart of this is an elaborate re-design – above all the crane as its symbol – which according to estimates has taken at least seven years to be fully implemented.

According to Group CEO Carsten Spohr, the new brand world is the icing on the cake of modernization, he says with pride and joy. It works. Experts are not tired of holding forth about all the design aspects of the new brand identity. [The newspaper HORIZONT provides an overview].

However, the news channel n-tv rightly noted, with the help of media expert Thomas Koch, that whether the redesign will actually bring in new customers and give the business wings is debatable. According to Koch, it’s the customer who decides on the performance [quality] of the offer. A redesigned logo as a trademark is more incidental. 

Lufthansa’s head of marketing, Alexander Schlaubitz, emphasizes that it is about more than that [or even about everything!] As his Group CEO has said, Lufthansa needs modernizing. For corporate marketing, this means doing away with anything which cannot be optimally digitized in order to do justice to the digital transformation and mobile communication, right down to the last pixel. [See interview by Fabian Wurm].

 


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Photo: The Lufthansa logo since 1990.


 

This was actually something that the godfather of the design, Otl Aicher, had his eye on at the start of the 1960s when he created the crane as the trademark as part of a comprehensive CI. But his demand for clarity, conciseness and simplicity ruffled a few feathers at the time, and compromises had to be made in the tradition. Surprisingly, now, almost 60 years later, the results that have been reached hark back to Aicher’s original intentions. [Note: I became aware of this first-hand because I personally spent a few years working closely with Aicher on his Rotis typeface project and he often spoke of Lufthansa and other clients.]

Much ado about nothing?

As is often the case, the customer’s experience of the brand is very different to how marketing assumed it would be. Lufthansa simultaneously sent out an email (presumably to all customer program members, in modified form also used as a manifesto by advertising motif), which is thought-provoking as it overdoes it with self-praise while in many staccato sentence fragments manage to forget possible customer benefits.

  • The introductory sentence starts with “We” (in terms of “We at Lufthansa” and not “We as a community”).
  • From the outset, the customer is stylized, to put it bluntly, as the “flight attendant”.
  • It is assumed that customers must follow the Lufthansa claim.
  • The advertised claim, in modern hashtag dexterity, #SayYesToTheWorld is laughably banal and implies that Lufthansa customers can best take off by being a yes-person.
  • Last but not least, the key visual in the email shows the tail fin of a plane, as if the person in question had just missed his flight…
  • And last but not least: It’s not personal! An option or even an active request for the email recipient to give immediate feedback to the modernized Lufthansa “outfit” by return is not included. What a shame. Or is it? Because this goes against the values that the digital world stands for in the social media age.
  • Note: It should be assumed that many hundreds of thousands of customers have received the email, in any case presumably significantly more than had received it at the time of the email being sent by re-branding via the media customers.

In my view, the “crassly modern” digital electronic mail-shot back-fired because it does nothing for the customers – instead it wants to create a good impression. This brings to mind unsettling experiences which, as a long-standing senator of Lufthansa, I was continually subjected to.

 


Better late than never: reverse the communication course!

If it really is about the Lufthansa brand (its self-image as being a “premium” brand) being brought into the digital age, Lufthansa’s thinking and mode of communication needs be changed radically.

In my view, these aspects should be considered:

  1. It is crucial that the innovation and technology mechanisms be made use of so that dialog or conversations with customers take place in real time, to serve the optimization of services and products so that they are aligned with the individual needs of the customer.
  2. The brand itself is no longer at the center, instead it becomes a kind of mutual vehicle for companies and customers. Mass marketing becomes customized mass marketing. If, like the majority of established brand companies, the focus is placed on brand experience, to impress customers using the hopefully strong charisma of the brand through mass penetration and thus motivate the customer to make a purchase, in the best case, costs can be covered but it is barely possible to make profit from organic growth or to achieve profit margins in double-figures.
  3. The reality is unavoidable Customers are increasingly disappointed when brands have clearly lost personal contact with them.

 


 

My take

Sometimes the stork appears like a swallow which has not yet brought the summer with it. To avoid dissatisfaction and loss of loyalty from customers, in my opinion, what is needed is not necessarily a change in brand identity but first of all a change in the mission and a change in thinking by those in charge. By acknowledging globalization, cosmopolitanism and curiosity”, a start has been made. – But at least, put the customer first! – This is all the more important since Lufthansa, according to its own statement, is starting the largest investment in advertising in the history of the company” – after the company had the best financial year in its history in 2017, with 130 million customers recorded.

 


 

About the author

Andreas Weber has been working as an internationally renowned business communication analyst, coach, influencer and transformer for over 25 years. His activities focus on ‘Transformation for the Digital Age’ with lectures, management briefings, workshops, analyses & reports and strategic advice.

In his current ‘Think Paper’, Andreas Weber presents provocative thoughts on ‘Brand Experience vs. Customer Experience’. With the key questions: “What does a brand mean to a consumer? What does a consumer mean to a brand?”.

In case of interest, please send an email to receive the above-mentioned think paper: zeitenwende007{at}gmail.com

 

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Fotos: Lufthansa

Von Andreas Weber, Head of Value | English version

 

Vorbemerkung: Als Teenager machte ich meine erste Flugerfahrung mit Lufthansa. Das war toll! Im Verlauf der folgenden 45 Jahren hatte ich mit der Kranich-Airline (auch einige Jahre mit Lufthansa-Senator-Status) so manche ‘Ups & Downs’. Neuigkeiten beobachte ich als Analyst stets hochinteressiert.

 

Mit einem Big-Bang, vielen Werbemillionen und voller Inbrunst inszeniert sich Lufthansa als Marke neu. Im Kern steht ein aufwendiges Re-Design — vor allen Dingen des Kranichs als Wappenzeichen — , das nach Schätzungen mindestens sieben Jahre zur vollständigen Umsetzung in Anspruch nehmen wird.

Die neue Markenwelt sei für ihn das I-Tüpfelchen der Modernisierung, meinte Konzernchef Carsten Spohr voller Stolz und Freude. Das wirkt. Experten werden nicht müde, sich über sämtliche Designaspekte im neuen Markenauftritt auszulassen. [Die Zeitung HORIZONT lieferte einen Überblick].

Der Nachrichten-Sender n-tv bemerkte aber zurecht mit Hilfe des Media-Experten Thomas Koch: Ob das Re-Design tatsächlich neue Kunden bringe und das Geschäft beflügele, sei fraglich. Der Kunde, so Koch, entscheide nach der Leistung [und Güte] des Angebotes. Ein renoviertes Logo als Markenzeichen sei da eher beiläufig. 

Lufthansa Marketing-Chef Alexander Schlaubitz betont, dass es um mehr [oder gar alles!] gehe. Wie sein Konzernchef sagte: Die Lufthansa bedarf der Modernisierung. Für das Konzern-Marketing heisst das, sich allem zu entledigen, was nicht optimal digitalisierbar ist, um der digitalen Transformation und der mobilen Kommunikation auf den Pixel genau gerecht zu werden. [Siehe Interview von Fabian Wurm].

 

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Das Lufthansa Logo seit 1990.

 

Das hatte eigentlich schon der Design-Urvater Otl Aicher im Blick, der Anfang der 1960er Jahre den Kranich als Markenzeichen im Rahmen einer umfassenden CI neu gestaltet hat. Doch seinen Anspruch nach Klarheit, Prägnanz und Einfachheit hatte man seiner Zeit doch etwas die Federn gerupft und Kompromisse an die Tradition verlangt. Erstaunlich, dass nunmehr, fast 60 Jahre später, man zu Resultaten kommt, die vielfach auf Aichers ursprüngliche Absichten zurückgreifen. [Hinweis: Das konnte ich aus erster Hand erfahren, da ich persönlich einige Jahre mit Aicher eng an seinem Schriftenprojekt Rotis zusammen gearbeitet habe, und er oft von Lufthansa und anderen Kunden sprach.]

Viel Lärm um nichts?

Wie so oft, ist das Kundenerleben im Umgang mit der Marke ein ganz anderes, als das, was vom Marketing vorausgesetzt wird. Zeitgleich verschickte die Lufthansa ein E-Mail (wohl an alle Kundenprogramm-Mitglieder, in modifizierter Form auch als Manifest per Anzeigenmotiv verwendet), das nachdenklich macht, da es das Selbstlob überfordert und dabei in vielen Stakkato-ähnlichen Satzfetzen den möglichen Kundennutzen ziemlich ausser Acht lässt:

  • Der Einleitungssatz beginnt mit „Wir“ (i. S. v. „wir bei Lufthansa“ und nicht im Sinne von „wir als Gemeinschaft“).
  • Der Kunde wird gleich zu Beginn, spitz formuliert, als „Flug-Begleiter“ stilisiert.
  • Es wird vorausgesetzt, dass Kunden dem Anspruch von Lufthansa folgen müssen.
  • Der angepriesene Claim im modernen Hashtag-Gewandt #SayYesToTheWorld ist lächerlich banal und impliziert, dass Lufthansa-Kunden am besten abheben, in dem sie zu Ja-Sager werden.
  • Last but not least; Das Key-Visual im E-Mail zeigt die Heckflosse eines Flugzeugs — gerade so, als hätte der geneigte Reisende seinen Flug verpasst…
  • Und last but not least: Eine Möglichkeit oder gar aktive Aufforderung, sich zum modernisierten „Outfit“ der Lufthansa unmittelbar und per Reply zu äußern, erhält der E-Mail-Empfänger nicht. Schade. Oder? Denn das konterkariert die Werte, wofür das Digitale im Social Media-Zeitalter steht.
  • Anmerkung: Es ist davon auszugehen, dass viele Hunderttausende Kunden das E-Mail erhalten haben, in jedem Fall vermutlich deutlich mehr, als zum Zeitpunkt des E-Mail-Versandes vom Re-Branding über die Medien Kunde erhalten hatten.

Der „krass zeitgemäße“ digitale E-Mail-Schuss ging damit aus meiner Sicht nach hinten los, weil es dem Kunden nichts bringt, sondern Eindruck schinden will. Das ruft bei mir ungute Erfahrungen ins Gedächtnis, die ich als langjähriger Lufthansa Senator immer wieder durchmachen musste.


Besser spät als nie: Das Kommunikationsruder rumreißen!

Sollte es tatsächlich darum gehen, die Marke Lufthansa, dem Selbstverständnis nach dem „Premium“ verpflichtet, ins Digitalzeitalter zu transformieren, müssen radikale Änderungen im Denken und im Kommunikationsverhalten der Lufthansa erfolgen.

Diese Aspekte sollten aus meiner Sicht bedacht werden:

  1. Entscheidend ist, die Innovations- und Technologie-Mechanismen so auszunutzen, dass Dialoge respektive Konversationen mit Kunden in Echtzeit entstehen, um für die Perfektionierung von Services und Produkten nutzbar zu werden, die sich am individuellen Bedarf des Kunden ausrichten.
  2. Die Marke selbst steht nicht mehr im Zentrum, sie wird quasi zum gemeinsamen Vehikel von Unternehmen und Kunden. Aus Mass Marketing wird Customized Mass Marketing. Legt man wie die Mehrzahl der etablierten Markenunternehmen den Fokus auf Brand Experience, um über die möglichst starke Strahlkraft der Marke per Mass Penetration Kunden zu beeindrucken und so zum Kaufen zu bewegen, kann man im besten Falle Kosten decken, aber kaum noch profitabel organisch wachsen oder zweistellige Margen erzielen.
  3. Die Realität ist zwangsläufig: Kunden fühlen sich mehr und mehr enttäuscht, wenn Marken offensichtlich den persönlichen Kontakt zu Ihnen verloren haben.


My Take

Manchmal erscheint mir der Kranich wie eine Schwalbe, die noch keinen Sommer bringt. Um bestmöglich kundenorientiert zu sein, und damit Unzufriedenheit und Loyalitätsverlust bei Kunden zu vermeiden, bedarf es aus meiner Sicht nicht unbedingt eines veränderten Markenauftritts, sondern zunächst der Änderung des Auftrags und einer Wandlung des Denkens der Verantwortlichen. Mit dem Bekenntnis zur Globalisierung, zur Weltoffenheit und Neugierde” ist ja bei Lufthansa ein Anfang gemacht. — But at least: Customer First! — Das ist umso wichtiger, da die Lufthansa laut eigenem Bekunden dabei ist, die größte Werbeinvestition in der Geschichte des Unternehmens” zu starten — nachdem 2017 das beste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte war, und man 130 Millionen Kunden verzeichnete. Ich bin gespannt.

 


Über den Autor

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice.

In seinem aktuellen ‚Think Paper’ hat Andreas Weber provokative Gedanken zu ‚Brand Experience vs. Customer Experience’ dargelegt. Mit den zentralen Fragen: „Was bringt dem Kunden eine Marke? Was bringt eine Marke dem Kunden?“.

Bei Interesse bitte Email senden, um das o. g. Think-Paper zu erhalten:
zeitenwende007{at}gmail.com

 


 

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Quelle: Samsung Trendreport #NewOfficeRoutines 2018

 

Lesetipp von Andreas Weber, Head of Value

Auf einen Blick — Fünf Thesen sollen den Umbruch manifestieren:

  1. Kreativität und freies Denken: Kernkompetenzen von morgen
  2. Freelance-Modelle schreiten voran und fordern „phygitalen“ Schutz
  3. Etablierung der mobilen Arbeit
  4. Wandel im HR-Management
  5. Loslösung von prozessgetriebenen Strukturen, hin zum offenen Führungsstil

 

„Traditionelle, hierarchisch organisierte Managementstrukturen und -strategien werden von der heranwachsenden „digital workforce“ mit wachsender Skepsis gesehen oder gar voll- ständig abgelehnt. Betriebswirtschaftliches Denken und die Frage, wie Freelancer einen effektiven Beitrag leisten können, werden in Zukunft in den Fokus rücken, während strukturelle und prozessorientierte Fragen vermehrt in den Hintergrund treten.“ So lautet eine der vielen Kernaussagen, des aktuellen Trendreports #NewOfficeRoutines, den Samsung Electronics Anfang 2018 publizierte.

 

Quelle: Samsung Trendreport #NewOfficeRoutines 2018

 

Es geht primär darum, aus verschiedenen Perspektiven im 360-Grad-Modus durch Meinungen verschiedener Experten eine vielfältige, neue Arbeitswelt zu erkunden, die auf Mobilität setzt und 24/7 auf (funktionierende) Digitaltechnologien angewiesen ist. U. a. legen Simone Janson // @Berufebilder, Magdalena Rogl // @LenaRogl und Dr. Holger Schmidt // @Netzoekonom ihre lesenswerten Ansichten anschaulich da.

Das Fazit, das B2B Director Martin Böker von Samsung Electronics GmbH als Initiator und Herausgeber des Trendsreports zieht, lautet: „Moderne Technologien, die uns dazu befähigen, die Potenziale der ‚Open Economy‘ voll auszuschöpfen sind bereits da – es braucht nur noch den Mut, sie auch zu nutzen.“


Der 40 Seiten starke Trendreport steht kostenfrei zum Download zur Verfügung:

https://lnkd.in/eq3y86D

 

01-Trendreport Samsung

 


 

Über Andreas Weber, Gründer und CEO der Value Communication AG:

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice. Kontakt va LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/andreasweber/

 


 

ValueCheck Sonntagsgedanken The New Fuji Xerox 2018.001.jpeg

#Sonntagsgedanken von Andreas Weber, Head of Value, nach der Ankündigung der Übernahme von Xerox Corp. durch Fujifilm Holding

Umbruch bei den Print-Technologie-Herstellern: Ikonen der Digitaldrucktechnik am Scheideweg!

Fallstrick: Alleiniger Fokus auf Hardware-Technologie-Innovation per Digitaldruck führt in die Sackgasse, da man am „Box-Selling“ kleben bleibt und Print als Medium nicht in allen Facetten unterstützen kann. — Folge: Ganzheitlicher Ansatz ist gefragt, dem tiefgreifendes Verständnis für das interaktive Management eines Druckerei-Betriebes braucht. Abgestimmt auf individuelle Bedürfnisse.

Lösungsmodule:

  1. Vernetzung mit den Kunden (in Echtzeit)
  2. Plattform-getriebene Agilität
  3. Listen & Learn-Programmatik kultivieren

Offene Frage: Wer von den Herstellern kann das am Besten leisten?

 


 

#Sonntagsgedanken by Andreas Weber, Head of Value — Considerations after announcing the acquisition of XeroxCorp. by Fujifilm Holding

Digital printing technology icons at the crossroads.

Stumbling block: The current focus on hardware technology innovation via digital printing leads to a dead end, because one sticks to the “box-selling” and can not support print as a medium in all facets. — Consequence: Holistic approach is needed that is driven by a profound understanding of the interactive management of a printing company bizz, tailored to individual needs.

ValueSolution modules:

  • Networking with customers (in real time)
  • Platform-driven agility
  • Cultivating Listen & Learn programmatic

Open question: Who among the manufacturers can do it best?

 


Zum Autor | About

Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG.  Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice.
//
Andreas Weber, Founder and CEO of Value Communication AG, dedicates his activities  to the ‘Transformation for the Digital Age’ via presentations, management briefings, coachings, workshops, analysis&reports, strategic advice. 
Twitter: @zeitenwende007 (personal) | @ValueCommAG (company)

 


 

 

ValueCheck The New Fuji Xerox 2018.001

Comment by Andreas Weber, Head of Value | German version

A little over a year after the spin-off of Xerox and Conduent, there is now going to be a new “marriage of convenience”. Xerox Corporation and Fuji Xerox Co., Ltd. will be merged and Fujifilm Holding will take a majority holding. This will result in “The New Fuji Xerox”, a global Group with an expected turnover of 18 billion US dollars. An agreement to that effect was reached and published on 31 January, 2018.

Fuji Xerox was originally founded in 1962 as a joint enterprise of Xerox and Fujifilm, in order to give Xerox better market access and good growth opportunities in Asia, Asia Pacific and especially in Japan and China. In 2000, during Xerox’s serious existential crisis, the entire China business of Xerox was sold to Fujifilm. Over the years the old Fuji Xerox evolved dynamically from a trading company into an innovative technology developer, whose products Xerox now also marketed and almost equaled the turnover of today’s Xerox Corporation.

 



Act of desperation or stroke of genius?

According to his own statement, the new “old” Xerox CEO Jeff Jacobson is still in office and had come under severe pressure in recent months (which is clearly perceptible in his somewhat unwise video post about the Fujifilm agreement). Major shareholder Carl Icahn had led vicious attacks and publicly branded Jacobson and his management team failures. Icahn appeared concerned that Xerox would meet the same fate as Kodak. Has the situation now been improved by the merger? It is still too early to say for certain. One thing’s for sure, however; the short and medium-term focus is on consolidation and cost savings in the billions. As a result, “The New Fuji Xerox” is better armed against some very strong competitors, especially Canon. Growth will not initially be possible. It has already been announced that around 10,000 employees of the old Fuji Xerox will lose their jobs.


 

UPDATE: CARL ICAHN AND DARWIN DEASON RELEASED ON FEBRUARY 12th, 2018 AN OPEN LETTER TO XEROX SHAREHOLDERS.  

Key message: To put it simply, the current Board of Directors has overseen the systematic destruction of Xerox, and, unless we do something, this latest Fuji scheme will be the company’s final death knell. We urge you – our fellow shareholders – do not let Fuji steal this company from us. There is still tremendous opportunity for us to realize value on our own if we bring in the right leadership.

 

Xerox responds to Carl Icahn and Darwin Deason Open Letter on FEB 13, 2018.

 


Selected comments by public media

  • Gizmodo: “Xerox is the poster child for monopoly technology businesses that cannot make the transition to a new generation of technology,” —Harvard Business School’s David B. Yoffie told the paper.
  • New York Times : “After Era That Made It a Verb, Xerox, in a Sale, Is Past Tense”.
  • REUTERS: “The joint venture accounts for nearly half of Fujifilm’s sales and operating profit. Both companies have struggled with slow sales of photocopy products, as businesses increasingly go paperless.”

 

“The New Fuji Xerox” will have to continue struggling with old problems. Instead of a clear vision, they stick to defending the status quo (‘box selling’) and provide no discernible ground-breaking innovations which can inspire markets and investors and are superior to competitive products.

In addition, there are decrepit structures and, at least in the old Xerox world, a worrying lack of customer contact. The feeling is that too many Xerox employees are working in staff roles and are not adding value with their work or actually dealing with the needs of the customer. In addition, in Europe the Xerox Europe headquarters in the UK is getting really top heavy, is riddled with masses of administrative staff and its market relevance is completely diffused.

But: Where there’s life, there’s hope. The major asset of Xerox as well as Fuji Xerox is that there are still a lot of capable employees who could take the helm if they were allowed to. These are experts who are competent in dealing with software, workflows, multi-channel solutions, artificial intelligence and much more. It is to be hoped for their sake that “The New Fuji Xerox” honors this and comes to the fore to enthuse customers again.

 


Predicted structure of the new Fuji Xerox organization

 

Fuji Xerox Konzernstruktur

Source: TechCrunch.

 


 

Notes

Message from the CEO

 

Please note: more facts are listed on a special website: http://www.thenewfujixerox.com

 


 

About Andreas Weber, Founder and CEO of Value Communication AG
Since more than 25 years Andreas Weber serves on an international level as a business communication analyst, influencer and transformer. His activities are dedicated to the ‘Transformation for the Digital Age’ via presentations, management briefings, coachings, workshops, analysis&reports, strategic advice. Contact: LinkedIn-Profile

 


 

ValueCheck The New Fuji Xerox 2018.001

 

Kommentar von Andreas Weber, Head of Value | English version

Etwas über ein Jahr nach dem Spin-off von Xerox und Conduent steht nun eine neue Zweckgemeinschaft an. Xerox Corporation und Fuji Xerox Co., Ltd.werden zusammengelegt und mehrheitlich von der Fujifilm Holding übernommen. Es entsteht „The New Fuji Xerox“ ein globaler Konzern mit voraussichtlich 18 Milliarden US-Dollar Umsatz. Darüber wurde eine Vereinbarung getroffen und am 31. Januar 2018 publiziert — fast zeitgleich mit den Ergebnissen von Q4 des Jahres 2017, die keine überragenden, aber relativ stabilen Resultate und dennoch einen Kursrückgang von fast 4 % brachten.

 


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Fuji Xerox war seit 1962 ein Gemeinschaftsunternehmen von Xerox und Fujifilm, ursprünglich gegründet, um Xerox besseren Marktzugang und gute Wachstumsmöglichkeiten in Asien, Asia Pacific sowie speziell in Japan und China zu verschaffen. Im Jahr 2000, während der existentiell schweren Krise von Xerox, wurde das komplette China-Geschäft von Xerox an Fujifilm verkauft. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das alte Fuji Xerox dynamisch vom Handelsunternehmen zum innovativen Technik-Entwickler, dessen Produkte nunmehr auch Xerox vermarktete und vom Umsatz her mit der heutigen Xerox Corporation fast gleichzog.

 


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Grafiken: Factsheet The New Fuji Xerox.


 

Verzweiflungsakt oder Geniestreich?

Der neue „alte“ Xerox CEO Jeff Jacobson bleibt nach eigenem bekunden im Amt und war in den letzten Monaten heftig unter Druck geraten (was in seinem wenig smarten Video-Beitrag zum Fujifilm-Agreement deutlich spürbar ist). Grossaktionär Carl Icahn hatte harte Attacken geführt, stigmatisierte Jacobson und sein Management-Team öffentlich als Versager. Icahn schien besorgt, dass Xerox das gleiche Schicksal wie Kodak widerfahre. Einschätzungen zufolge, wird Icahn gemeinsam mit anderen Aktionären durch die Verschmelzung nunmehr quasi als Trostpflaster eine Sonder-Dividende von rund 2,5 Milliarden US-Dollar erhalten. 

Hat sich durch das Zusammengehen nun die Situation verbessert? Dazu ist es noch zu früh, Konkretes zu sagen. Soviel ist aber sicher: Kurz- und mittelfristig stehen Konsolidierung und Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe im Fokus. Damit ist „The New Fuji Xerox“ besser gewappnet gegen überstarke Wettbewerber, vor allem Canon. Wachstum wird aber zunächst nicht statt finden können. Verlautbart wurde bereits, dass rund 10.000 Mitarbeiter der alten Fuji Xerox ihren Job verlieren werden.

„The New Fuji Xerox“ wird weiter mit alten Problemen zu kämpfen haben: Statt klarer Vision klebt man am Verteidigen des Status quo (‚Box Selling’), liefert keine erkennbaren bahnbrechenden Innovations-Leistungen, die Märkte und Anleger begeistern können und Wettbewerbs-Produkten überlegen sind.

 


In den Medien ist ein großes Thema, dass Xerox seine Innovationskraft verloren hat. 


 

UPDATE: CARL ICAHN AND DARWIN DEASON RELEASED ON FEBRUARY 12th, 2018 AN OPEN LETTER TO XEROX SHAREHOLDERS.  

Kernbotschaft: To put it simply, the current Board of Directors has overseen the systematic destruction of Xerox, and, unless we do something, this latest Fuji scheme will be the company’s final death knell. We urge you – our fellow shareholders – do not let Fuji steal this company from us. There is still tremendous opportunity for us to realize value on our own if we bring in the right leadership.

 

Xerox Corporation veröffentlichte am 13. Februar 2018 eine Erwiderung, die fast schon wie eine Gegendarstellung wirkt.


 

Hinzu kommen verkrustete Strukturen und zumindest in der alten Xerox-Welt eine beunruhigende Kundenferne. Zu viele Xerox-Mitarbeiter sind dem Gefühl nach in Stabsfunktionen tätig und damit nicht unmittelbar wertschöpfend tätig oder konkret mit den Bedürfnissen der Kunden beschäftigt. In Europa kommt hinzu, dass das Xerox-Europa-Headquarter in UK einen echten Wasserkopf bildet, mit Massen an Verwaltungsangestellten durchsiebt und in seiner Marktrelevanz völlig diffundiert.

Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das große Asset von Xerox wie auch Fuji Xerox ist, dass es immer noch eine ganze Menge von fähigen Mitarbeitern gibt, die das Ruder umreissen könnten, wenn man sie doch ließe. Das sind Experten, die sich mit Software, Workflows, Multichannel-Lösungen, Künstlicher Intelligenz und vielem anderen sinnvoll beschäftigen können. Ihnen ist zu wünschen, dass „The New Fuji Xerox“ dies honoriert und in den Vordergrund rückt, um ‘Stakeholder’, also Kunden, Investoren, Mitarbeiter, Partner etc.,  wieder zu begeistern.

 


Die neue, voraussichtliche Konzernstruktur von “The New Xerox Fuji”

Fuji Xerox Konzernstruktur

Quelle: TechCrunch.


Hinweis

Weitere Fakten sind gelistet auf einer speziellen Homepage: http://www.thenewfujixerox.com

Dort ist auch das nachfolgende, oben bereits zitierte Video “Message from the CEO” publiziert.

 

 


 

Zum Autor

Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG. Seit mehr als 25 Jahren engagiert er sich als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice.
Blog: www.valuetrendradar.com
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ValueCheck Nico Veränderungen 2018.001

Druckmarkt gilt als wichtigste Fachpublikationsreihe im deutschsprachigen Raum, die sich an Entscheider aus der Printbranche und ihrer Zulieferindustrie richtet. Foto: Druckmarkt.

 

Gastbeitrag der Druckmarkt-Redaktion

Noch ist das Jahr jung, gute Wünsche für 2018 sind noch nicht verspätet, zumal gute Wünsche nie fehl am Platz sind. Also wünschen auch wir alles Gute, Gesundheit und Erfolg. Vor allem geschäftlichen Erfolg bei allem, was Sie sich vorgenommen haben. Wobei das mit den Vorsätzen ja immer so eine Sache ist. Nach verschiedenen Befragungen scheitern mehr als 80 Prozent aller Änderungswilligen – es folgen Selbstvorwürfe wegen Versagens. Doch in unserer Branche müssen wir ja selbst gar nicht viel verändern wollen, es kommt ja eh von selbst. Oder nicht?

Ist Drucken noch Drucken?

Schon der Begriff hat sich massiv geändert. Stand ‚Drucken‘ vor wenigen Jahren noch für Informationsübertragung und -vervielfältigung, wird Drucken heute als Herstellungsprozess betrachtet, der über das kontrollierte Aufbringen von Farbe auf Papier hinaus Handling, Finishing und Logistik einschließt. Druckverfahren und -Maschinen stehen nicht mehr im Fokus, auch Bedruckstoffe wie Papier und Karton sind nicht mehr Dreh- und Angelpunkt, sondern der integrierte automatisierte Vorgang von der Auftragsannahme bis zur Logistik.

Dem ‚Drumherum‘ wird immer mehr Beachtung geschenkt. Und Erfolg hat in Zukunft nicht etwa jemand, der gut drucken kann, sondern der, der Prozesse gut managt. Dabei steht die Einbindung der Technik in einen vernetzten Gesamtprozess an. Das geschieht einmal über die Digitalisierung der Maschinen, reicht über die ‚Bedienerführung‘ durch automatisierte Arbeitsabläufe und tastet sich an ganzheitliche Modelle wie Industrie 4.0 heran, die mit Fern- und Fehlerdiagnose oder proaktiver Wartung noch längst nicht zu Ende gedacht sind.

Industrie 4.0 bedeutet in diesem Zusammenhang die Optimierung der gesamten Fertigungskette, die digitale Abbildung aller relevanten Prozesse und Komponenten. Von der real installierten Maschine existiert ein digitaler Zwilling in den Servern der Druckmaschinenhersteller. Ob diese Transparenz überall auf grundsätzliche Zustimmung trifft, ist eine andere Frage. Fakt ist jedoch, dass der Einzelne diese Veränderungsprozesse alleine nicht bewältigen kann.

 

Print wins by Lidia

Print wins. Illustration von Lidia Lukianova, SF Bay Area, für Value Communication AG. © 2012

 

So oder so: Wandel vollzieht unaufhaltsam.

Es bedarf der Hilfe von unterschiedlichen Seiten. Und nicht zuletzt hilft auch der Austausch mit Branchenkollegen. Dazu bietet das Jahr 2018 zahlreiche Möglichkeiten. Schon am 15. Februar findet der ‚DigitaldruckKongress‘ in Düsseldorf statt http://www.ddk2018.de/ , Mitte März folgt in München das ‚Online-Print-Symposium‘ http://online-print-symposium.de/  und im April die ‚PRINT digital! Convention‘ auf dem Düsseldorfer Messegelände. https://www.drupa.de/cgi-bin/md_drupa/lib/pub/tt.cgi/PRINT_digital_CONVENTION_mit_neuem_Wachstumsziel_f%C3%BCr_2018.html?oid=40077&lang=1&ticket=g_u_e_s_t   Bei allen Events geht es um nichts anderes als um den Veränderungsprozess der Branche. Und spätestens bei einer dieser Veranstaltungen werden Sie weitere Anregungen erhalten, wie Sie den Wandel angehen können.

Ihre Druckmarkt-Redaktion
Klaus-Peter und Julius Nicolay

 


 

Der Beitrag entstammt als Editorial der Jahresauftakt-Ausgabe 2018 von Druckmarkt Impressions, Nr. 121. — PDF kostenfrei zum Download: http://www.druckmarkt.de/impressions/121DEprint.pdf

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Gastkommentar von Michael Seidl, Wien

Vorbemerkung: In unserer aktuellen ValueChecks zum Thema Printfachmedien haben sich bislang Johann Oberauer und Klaus-Peter Nicolay geäußert. Michael Seidl, Verleger und Chefredakteur für Print aus Leidenschaft, bringt seine Sicht der Dinge ein und wirft neue Aspekte auf. — Hinweis: Der Beitrag wurde erstveröffentlicht im Print & Publishing Online-Newsletter, Ausgabe vom 20.12.2017.

Die Medienwelt ist in einer gewaltigen Umbruchphase. Das ist durchaus bekannt. Welchen Wert hat guter Journalismus heutzutage im Kampf mit kostenlosen Online-Diensten, die frech Content anderer grabben? Wie kann ein Magazin heutzutage existieren, wenn die Anzeigenumsätze rückläufig sind und Online-Angebote diese Umsätze bei weitem nicht kompensieren. Die Antwort? Verlage müssen wohl oder übel an den Kosten drehen. Die einen helfen sich damit, indem sie Journalisten kündigen und dann wieder in Form von de facto Einzelverträgen wieder einsetzen. Damit umgeht man mehr oder weniger elegant die kollektivvertraglichen Spielregeln. Oder Medien werden ganz einfach eingestellt (wie aktuell derzeit auch in der Druck- und Medienindustrie hierzulande). Aber was ist die Lösung? Das Problem ist, es weiß in Wirklichkeit niemand so genau. Denn für guten Journalismus braucht es Zeit für Recherche, die immer weniger zur Verfügung steht und demnach die Qualität von Medien leidet.

Viele Unternehmen, auch in der Druck- und Medienindustrie, dieser Industrie, verwenden mehr und mehr Social Media Kanäle, Newsletter oder poppen ihre Webseiten auf. Ich selbst habe dieser Tage reihenweise diese neuen, durchwegs ähnlich aussehenden Newsletter erhalten. Das ist für uns grundsätzlich ja kein Problem, da dies Teil unseres Berufes ist, Informationen zu erhalten und zu verarbeiten. Aber stellen Sie sich nun einen Unternehmer vor, der mittlerweile von vielen Anbietern per Newsletter oder Social Media „digital bombardiert“ wird, um seine Gunst zu erlangen. Kann es sein, dass einige von diesen Empfängern das „digitale Handtuch“ werfen, weil sie einfach überlastet sind? Tut es dann doch nicht gut, wenn es Medien gibt, die aus dem „digitalen Schlachtfeld“ die richtigen Informationen filtern und aufbereiten? Und diese Arbeit sollten sich die Firmen und Konsumenten auch etwas kosten lassen.

 

Michael Seidl ist nicht nur international agierender Print-Fachzeitschriften-Verleger, sondern auch Mit-Initiator und Veranstalter des seit fast einer Dekade ambitioniertesten Print-Wettbewerbs in Europa: Golden Pixel Award. 


 

Marlene Auer, Chefredakteurin vom Horizont [Ausgabe für Österreich], formulierte es kürzlich treffend, indem sie meinte: „Ein Cappuccino in der Wiener Innenstadt kostet je nach Lokal im Schnitt rund vier Euro, ein Abo einer Print-Zeitung rund 20 bis 30 Euro im Monat – mit einer einzigen Tankfüllung eines Mittelklassewagens kann man also schon zwei Monate Zeitung lesen. Digital-Abos sind nochmal günstiger. Ist das viel? Oder nicht viel? Ob etwas Wert hat, bestimmen Markt und Konsumenten. Der Unterschied: Konsumgüter wie Kaffee oder Rohstoffe wie Benzin werden konsumiert ohne großes Nachdenken. Bei Informationen hingegen sitzt das Geldbörserl offenbar weniger locker.“

Sie hat vollkommen Recht mit dieser Aussage, und ich finde sie gut, da ich mir dies auch manchmal denke. Wie viele PRINT & PUBLISHING Abos sind eine Tankfüllung für Mercedes, Audi, BMW und Co.? 

Trotz aller Wehklagen wegen der digitalen Einflüsse auf die Medienwelt… ich meine zudem, dass sich generell in den letzten Jahren die Einstellung und Wertschätzung für Medien und deren Vertreter geändert hat. Das wird bei Einladungen zu Presskonferenzen besonders sichtbar, wo Journalisten immer öfter auf die billigsten Plätze gebucht werden, verbunden natürlich mit der Erwartungshaltung, dass dieser eine möglichst coole Story abliefert. Man habe ihn ja letztendlich eingeladen… Derlei Beispiele gab es genügend in diesem Jahr. Macht das Spaß? Dem Journalisten nicht wirklich und dem Unternehmen, das einlädt, offensichtlich auch nicht, sonst würde es nicht so agieren. Und leider verkommt die Beschäftigung mit „Pressearbeit“ in vielen Unternehmen heutzutage (aus Kostengründen) zu einer Art „oh yeah, we have to do this“. (Journalistische) Beziehungen werden praktisch heute nicht mehr aufgebaut, ja schon … 5.000 Freunde auf Facebook oder 6.000 Follower auf Twitter, das genügt wirklich?

Kollege Andreas Weber hat Recht, wenn er meint, wir benötigen werthaltige Kommunikation über alle Ebenen hinweg, und Print ist integraler Bestandteil davon. Denn schließlich lebt diese – unsere – Branche von Druck und Systemen, die Druckwerke produzieren. Das vergessen leider heute manch namhafte Unternehmen der Zulieferindustrie (Stichwort: Verkaufen via Facebook), aber auch die Informationsempfänger, die es ebenso billig haben wollen. 

Was bleibt, ist die Hoffnung, trotz aller Diskussionen hinsichtlich digitaler Transformation, dass die Leistung von Medien wieder mehr geschätzt und damit bezahlt wird. Denn sie sind genauso Dienstleister, wie viele andere auch, nämlich Informationsdienstleister, die ihren Beitrag für eine aufgeklärte Gesellschaft leisten. Tagtäglich …

Ich wünsche Ihnen im Namen des PRINT & PUBLISHING Teams eine wunderbare Weihnachtszeit und viel Erfolg für das neue Jahr 2018. 



Herzlichst Ihr
, Michael Seidl 

 


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Kontakt:

m.seidl(ar)europeanmediagroup.at

EMGroup GmbH
Testarellogasse 1/2
1130 Wien
Österreich

 


 

 

 

 

Mike Hilton's Global News Review 08072016.001

World Premiere: Dr. Ulrich Hermann, Member of the Board and Chief Digital Officer at Heidelberger Druckmaschinen AG, started at 12. December 2017 together with Tom Oelsner, SVP Sales Excellence, the go-to-market campaign for Heidelberg.

By Andreas Weber, Head of Value

— Access to German Version —

Think global, act local — this motto could now also apply to print shops, both small and large: regardless of where the owner/manager is, the Heidelberg Assistant as a new, browser-based platform now makes it possible to monitor and manage all important workflows and process steps in-house and not just in the pressroom at all times via a smartphone, tablet, or PC. It also provides many new possibilities, such as the ability to see how your company stacks up against others. And everything needed to keep the production resources up and running is done automatically, from technical servicing and maintenance to ordering materials. This new form of integrated operations management is now a reality, and speeding up the journey of digital transformation. At the same time, Heidelberg is transforming its mechanical engineering business to become a modern, innovative platform operator for the printing industry.

The facts: Heidelberg Assistant launches in four countries

The Heidelberg Assistant is ready for the market. According to Heidelberg, it lays the foundation for taking the business of printed products of all kinds to a new level. The goal is to be able to seamlessly digitize Heidelberg’s collaboration as a supplier with thousands of its print shop customers at all levels. The pilot markets are Germany, Switzerland, the USA, and Canada. Over 30 customers from six countries were involved in the development, backed up by 400 customer surveys — primarily in China. The highlight: the integrated platform approach is making completely new operator models and eCommerce offerings possible, including in traditional printing, allowing print shops to concentrate fully on their core business. At the same time, Heidelberg can assume higher turnover from servicing and consumables in the long term. . The basic version of the Heidelberg Assistant is free of charge for customers, and securely controlled via an individual Heidelberg ID.

“With the Heidelberg Assistant, we’re digitizing collaboration with the customer. The lessons learned from this form the basis for the development of our new digital business models and speed up the digital transformation of the company,” says Dr. Ulrich Hermann, Member of the Management Board responsible for Heidelberg Services and Chief Digital Officer.

 

Video: Heidelberg.

 


 

According to information from the company, the details are as follows:

  1. Digital collaboration with the customer over the entire lifecycle — The Heidelberg Assistant will enable customers to run their processes smoothly and to operate their print shops smartly and efficiently.
    Benefits: Users get a complete overview of the service and maintenance status of their print shop, including data-based failure prediction. By getting access to the biggest knowledge base in the industry, users should also benefit from new performance services that enable them to maximize the potential of their entire value chain. The access to big data performance analytics should offer further potential for boosting productivity.
    Additional benefits: The Assistant will enable Heidelberg to further scale its existing big data applications such as predictive monitoring and performance consulting in the market.
  2. Digitization of the service chain Personal access to real-time access to knowledge base and service.
    Benefits: Customers get secure and personal access to the Heidelberg Assistant, which allows them to call up all information such as the status or productivity of their presses or services availed of in their company, anytime, anywhere.
    Additional benefits: Things like software updates, predictive maintenance messages or contract management and an invoice overview are possible in the system.
  3. Smart eCommerce offering all the way up to new business models The Heidelberg Assistant offers direct access to the new Heidelberg eShop (www.shop.heidelberg.com).
    Benefits: This link creates a smart eCommerce solution, since products can be individually recommended according to customers’ installations and needs. Additional benefits: Consumables and selected service parts are generally delivered within 24 hours.

 

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Photo: Heidelberg.

 

The added highlight: new kinds of operator models

Above all, Heidelberg also sees digitization as the basis for new digital business models. According to the company, two divisions are being introduced for this, both of which follow the win-win principle:

  1. Big Data: The extensive data analysis from the globally installed and networked base of machines and software enables Heidelberg to develop new digital business models. All in all, customers and Heidelberg benefit from the evaluation of a database of over 10,000 connected machine systems and over 15,000 software systems.
    Benefits: According to Heidelberg, an offering consisting of equipment, software, consumables, and service tailored to the exact needs of the customer and its entire value chain can be created based on this.
  2. Subscription: Operator models in which Heidelberg agrees a fixed price with its customers for the printed sheet will also be possible on this basis. Heidelberg provides all the necessary equipment for this.
    Benefits: The customer can concentrate fully on marketing its produces and services. Against the background of a growing number of customers that choose an operator model, increasing sales can be assumed both for customers and for Heidelberg.

 


 

“Spotlight on…—via ValueDialog:  Tom Oelsner, Head of Sales Excellence at Heidelberg, answers questions about the Heidelberg Assistant product launch.

Your project was truly mammoth, involving over 30 pilot customers. What were the biggest challenges?

Tom Oelsner: The biggest challenge was to establish an interactive and agile design process in dialog with selected international customers, and to advance our digital developments in a targeted way. Presenting the Heidelberg Assistant as a prototype at drupa 2016 allowed us to already gather a lot of customer feedback. On this basis, a dedicated team together with customers extended the platform to orient itself fully towards the daily needs of the participating customer employees (from the press operator to the operations manager, buyer, etc. as well as the management). These extensions were quickly designed and rendered tangible using agile development techniques, and then were available without delay for discussion and further tests.

Which criteria/aspects were and are the most important for your customers?

Tom Oelsner: The Heidelberg Assistant supports the customer over the product’s entire lifecycle. The customers are involved in industrial production, so machine availability and productivity are the most important goals. Topics relating to service and maintenance therefore become extremely important. With questions like ‘when will which technician come’, ’when, which materials’, etc. Basically, differentiations are required in the different production areas that our customers represent, which also depend on the type of company and the company/employee structure. For example, we needed to find out whether there are full-time buyers or people performing dual and multiple roles in the companies so that we can ensure that all the employees involved are adequately supported for their specific tasks by their platform account and find themselves. By doing so, we can address complex requirements and ensure tailored role/task-specific use of the Heidelberg Assistant, which can be differentiated by our own sub-accounts.

What is the most exciting thing about the project for you? And how do you see it developing?

Tom Oelsner: The most exciting thing is that for the first time, we have a platform with a variety of real-time interaction options. This allows us to meet the requirements of the platform economy and port them transparently to the print production business. Feedback from customers has been excellent and any possible acceptance thresholds are quickly overcome. Further development will take place in three directions.

1. Scope: Targeting other customers in the four pilot countries to include as many Heidelberg customers as possible or ideally all of them there, as well as extending the platform to other countries like Japan and China.

2. Product integration: To date, all Heidelberg products have been integrated, but not yet to the same depth. Little by little we want to extend the scope of service for all Heidelberg and OEM products and, for example, offer failure prediction beyond sheetfed presses.

3. Innovation: Currently we have over 200 new ideas from the teams, which we’re reviewing from the point of view of technical feasibility and profitability and integrating into new releases. The next release of the current Heidelberg Assistant 1 will come in March 2018, but extremely fast cycles mean that others will follow every three months. Incidentally, the reception internally at Heidelberg, i.e. among colleagues, has been fantastic. This all makes me extremely happy, and shows that we’re on the right path to making the digital transformation a reality.

Thank you very much for this informative interview!


 

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About the interviewee:

Tom Oelsner did a degree in computer science at TU Dresden. He joined Linotype-Hell AG in 1990, working in various software development areas and roles. From 2002, he developed Remote Services/Heidelberg Cloud as a program manager for Heidelberger Druckmaschinen AG. He was appointed Vice President Enterprise & Services in 2008 and has been promoting digitization projects for Heidelberg and its customers as SVP Sales Excellence since 2010.

 

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