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Print ist tot? Es lebe Print! — Erstklassige ValueReport Ergebnisse

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© 2015 by Value Communication AG, Mainz. | Im Bild: Die Value Communication Fellows Şükran Ceren Salalı und Sudarsha Rambaran, die aufrüttelnde Analyse-Ergebnisse gefunden haben und per Videorapport vorstellen.

Andreas Weber, Innovationsexperte und Print-Analyst aus der Gutenberg-Stadt Mainz, zieht ein Jahr vor der drupa 2016 Bilanz.
Lesezeit: 5 Minuten. Halbwertzeit: (fast) unbegrenzt!

Kernpunkte:

  • Das Medium Print hat heute und in Zukunft kein Problem und steckt auch nicht in einer von anderen verschuldeten Krise. 
  • Kaum eine Branche stellt sich so ungeschickt und schlecht in der Öffentlichkeit dar, wie die Printbranche.
  • Gute Beratung und eine zeitgemäße, pro-aktive Marktkommunikation, vor allem zum Thema, wie man Drucksachen besonders effektvoll, wirkungsstark und interaktiv gestalten kann, wird bei Print Buyern hoch geschätzt, ist aber Mangelware.

Der gute alte Johannes Gutenberg rotiert seit Jahren in seinem Grab. Während ihn im Jahr 2000 die Wirtschaftseliten der USA zum „Man of the Millennium“ kürten und das Silicon Valley ihn als Innovator der Neuzeit verehrt (Digital-Papst Jeff Jarvis widmete ihm das Buch „Gutenberg the Geek“) hat die Drucker-Zunft ihn verleugnet und quasi eingemottet. 

Drucken ist nahezu zum Unwort geworden. Obgleich hunderttausende Firmen in aller Welt nach wie vor mit dem Herstellen von Drucksachen ihr Geld verdienen. Viele im Commercial Printing-Geschäft suchen nach neuen Bezeichnungen dessen, was sie tun und anbieten: Ob Media Production respektive Marketing Service Provider oder Cross-Media-Dienstleister — es wird zusehends vermieden, mit dem Begriff „Print“ in Verbindung zu kommen. 

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Quellen: drupa Insight Report; Canon Insight Report; SAPPI & YOU.

Muss das sein? Nein! — Zeit also, sich mit dem Thema „Print“ in anderer Form auseinander zusetzen, als das die letzten 15 Jahre geschieht.

  1. Das (vermeintliche) Ende der Gutenberg-Galaxis markiert den Neubeginn von „grenzenloser Print-Kommunikation“ — Über Jahrhunderte waren Drucksachen das Maß aller Dinge, in festen Händen der Profi-Drucker und Verleger. Mit Desktop Publishing und dem Motto „Jeder sein eigener Gutenberg“ wurde deren Monopol ab den 1980er Jahren gebrochen. Seitdem haben ganz neue Player das Zepter in die Hand genommen. Gipfelpunkte: a) Apple und Google entwickelten die ersten E-Print-Funktionen als neue Standards, damit Millionen neuer Smart Phone- und Tablet-Nutzer ihre digitalen Inhalte bei Bedarf drucken können. b) Spezialisten u. a. für Facebook und Wikipedia, die aus der Entwicklung von intelligenten Suchmaschinen und Algorithmen kommen, haben Lösungen geschaffen, um Social Media-Daten per Mausklick konfigurieren und automatisiert drucken zu können (allen voran pediapress.com aus Mainz). Zudem werden smarte Online-Fotodruck-Lösungen millionenfach genutzt, von allen Altersgruppen!
  2. Realität contra Irrglaube: Die These „Das Internet bringt den Tod von Print“ stimmt nicht — Das Denken nur Verleger und Druckerei-Profis, die das auch noch ihren Kunden gegenüber äußern, in dem seit Jahren über die „Print-Krise“ debattiert wird, die vor allem Google ausgelöst habe. Dagegen spricht: 1. Print-Verlage haben ihre Krise selbstverschuldet und Innovationen im Print gar nicht genutzt; und 2. „Digital Natives“ stehen Print positiv gegenüber, wenn die Inhalte und Kommunikationsangebote relevant, persönlich und nutzbringend sind. (Siehe die Reports: “The Internet is not the Death of Print” und “Newspaper Publishers: They’re left crying in the corner”).
  3. Kommunikationsdefizite lähmen die Printbranche — Die Attitüde „Unsere Produkte sprechen doch für sich“ wirkt wie eingeschlafene Füsse. Druckereien sind in Routinen erstarrt. Selbst die innovativsten Produkte und Lösungen, die viele aufbieten können, werden nach dem „Old School“-Prinzip vermarktet: Per Mustermappen und Maschinendemos für Kunden und Interessenten. Kaum eine Druckerei versteht, professionell Online- und Social Media-Kommunikation einzusetzen, etwa mit Targeting-Marketing-Kampagnen, wie das in England moo.com oder snapajack.com vorbildlich machen. (Siehe YouTube-Video „How to innovative print business“) — Dabei zählt nicht nur die Kunst der Selbstdarstellung sondern auch die des Netzwerkens, wie das Beispiel von Print Three aus Kanada zeigt.
  4. Innovationen finden oft nur Druckerei-intern statt, die Schnittstellen zum Kunden sind derweil zumeist ziemlich „retro“! — Da die Druckereien seit über 10 Jahren unter erheblichem Kostendruck stehen, sind sie vorwiegend mit sich selbst beschäftigt, um ihre internen Abläufe zu perfektionieren, um effizient produzieren zu können. Zuwenige fokussieren sich darauf, die Effektivität der Printprodukte, die sie für Kunden herstellen (können) offensiv und attraktiv zu kommunizieren. Per Social Media-Monitorings zeigt sich, wie groß die Kritik von Online-Drucksachenbestellern ist (bezüglich Usability, Mehrfach-Abbuchungen, fehlender Farbverbindlichkeit etc., siehe „Printing Research Results: The Beauty and The Beast“).
  5. Kaum eine Branche stellt sich so ungeschickt und schlecht in der Öffentlichkeit dar, wie die Printbranche. Das muss sich radikal ändern! — Über Jahrhunderte brauchten Druckereien keine Lobbyarbeit und auch keine Branchenkommunikation. Als Monopolisten führte kein Weg an ihnen vorbei. Zudem konnte man im Windschatten der Maschinenlieferanten segeln. Vor allem das Label „Technology by Heidelberg“ garantierte wie seinerzeit IBM beim Computing, dass Kunden hohes Zutrauen hatten. Mit dem Durchbruch des Digitaldrucks spätestens seit der drupa 2012 hat sich das radikal verändert. Viele neue Player sind relevant, fast allesamt aus dem Imaging- und IT-Sektor. Diese Firmen sind aber so riesig und andersartig, dass die einzelne Druckerei kaum einen Imagetransfer herstellen kann. Was auch nicht schlimm ist, da man sich selbst heutzutage sehr einfach und wirkungsvoll medial in Szene setzen kann. Twitter, Facebook, Google Plus/YouTube und LinkedIn sind die besten Helfer, die in ihrer Infrastruktur zudem kostenfrei nutzbar sind. Man muss nur lernen, wie es geht! — Übrigens ist es sowohl beschämend als auch inspirierend, dass einer der größten Print-Buyer der Welt, IKEA, sich per YouTube-Video für Print stark macht, indem es die Apple-Kommunikation gekonnt imitiert. Bis dato haben mehr als 17 Millionen Menschen das Video angeschaut! Benchmark!

Fazit — Our Take: „Etwas Altes wird etwas Neues!“

Die Printbranche sollte sich wieder auf ihre alten Stärken und das Gutenberg’sche Wertesystem berufen, um Innovationen in der Kommunikation leisten zu können. Nur so kann der Strukturwandel resp. Strukturbruch überstanden werden. Das Medium Print hat heute und in Zukunft kein Problem und steckt auch nicht in einer von anderen verschuldeten Krise. Die Krise ist hausgemacht und ergibt sich nur, wenn die Geschäftsziele, das Nutzerversprechen und die Kommunikation nicht mehr kundengerecht und zeitgemäß sind. Auf die Erfahrung, auf das Fachwissen, auf die Leidenschaft, auf die Flexibilität von kompetenten Print-Fachleuten muss nicht verzichtet werden. Gute Beratung und eine zeitgemäße, pro-aktive Marktkommunikation, vor allem zum Thema, wie man Drucksachen besonders effektvoll, wirkungsstark und interaktiv gestalten kann, wird bei Print Buyern hoch geschätzt, ist aber Mangelware. Das lässt sich einfach ändern. Oder? Die ersten wichtige Schritte zeigt unser Leitfaden für erfolgreiche Kommunikations-Aktivitäten pro Print und via Social Media! 

TIPP: Perspektiven für Print zeigt übrigens die #XUG15EU Konferenz auf, die erstmals am 26. Mai 2015 in Berlin stattfindet.

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