Das von Jacques Michiels und Boris Andreas Weber moderierte Gespräch beleuchtet eindrucksvoll die vielschichtige Transformation der Druckindustrie in Österreich — sicher mit Vorbildfunktion für andere Regionen in Europa. Im Fokus stehen der Wandel von traditionellen zu modernen, dienstleistungsorientierten Betrieben, die tief verankerte Nachhaltigkeit der Branche und die unaufhaltsame Integration digitaler Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI).
Die Experten stellen fest, dass Print im Jahr 2026 als nachhaltige und innovative Kommunikationsform hoch relevant ist, insbesondere in Österreich mit seiner starken Papier- und Faserkompetenz (z.B. Mondi, Lenzing).
Lebenszyklusanalysen zeigen laut Peter Sodoma, dass Print je nach Anwendung eine bessere CO2-Bilanz als digitale Alternativen aufweisen kann.
Der Verband Druck | Medien Österreich wirkt laut Peter Sodoma mit der Kampagne „Print wirkt nachhaltig“ gezielt Greenwashing entgegen und fördert einen differenzierten Kommunikationsmix, statt pauschal Digital oder Print zu bevorzugen. Die Branche hat sich von nostalgischen Bildern zu einer effizienten, evidenzbasierten Industrie entwickelt, die ökologische Verantwortung ernst nimmt, was durch Zertifizierungen wie das Österreichische Umweltzeichen unterstrichen wird.
V.l.o.n.r.u.: Jacques Michiels, Christian Handler, Peter Sodoma, Boris Andreas Weber. Foto: Screenshot aus Podcast-Aufzeichnung.
Ein zentrales Thema ist die Auseinandersetzung mit neuen Technologien. Hier liegt der Arbeitsschwerpunkt von Christian Handler. Ähnlich wie bei der Einführung des Desktop-Publishing in den 80er/90er-Jahren, stellt für ihn die aktuelle Welle von KI und Tools wie Canva eine Herausforderung dar, die proaktiv gemeistert werden muss. Anstatt diese abzulehnen, sollten Druckereien sich als Berater positionieren, die Kunden bei der Erstellung druckfähiger Daten unterstützen und so Mehrwert schaffen.
Gleichzeitig wird ein „Print-Revival” beobachtet: Gerade jüngere Generationen schätzen die Haptik, Beständigkeit und sinnliche Erfahrung von gedruckten Produkten wie Büchern als Statussymbol und Zeichen der Individualität in einer digitalen Welt.
Die größte Herausforderung und zugleich größte Chance liegt in der Synthese von menschlicher Kreativität und den Möglichkeiten der KI. KI wird als mächtiges Werkzeug (wie seinerzeit die Menschheitsentdeckung des Entzünden von Feuer) gesehen, das beherrscht werden muss. Es soll repetitive Aufgaben übernehmen und als „Resonanzraum” für Kreativität dienen, während strategische Vision, emotionale Intelligenz und die finale Kontrolle („human in the loop”) menschliche Domänen bleiben.
Kernbeobachtung von Christian Handler: Erfolgreiche Druckereien transformieren sich vom reinen Dienstleister zum kreativen Partner, der mithilfe von KI-Analysen maßgeschneiderte Kommunikationslösungen entwickelt.
Die wichtigsten Elemente der Diskussionsrunde
Struktur der Branche in Österreich: Rund 500 Druckbetriebe, stark regional geprägt. Der Verband Druck | Medien Österreich agiert als moderne, vernetzte Interessensvertretung für ca. 200 Mitgliedsunternehmen und Industriepartner.
Historie vs. Gegenwart:
Die Branche hat sich von ineffizienten „goldenen Zeiten“ zu einer hochmodernen Industrie entwickelt, die auf Effizienz, Qualität und Verantwortung setzt.
Nachhaltigkeit als Kernkompetenz:
Die gesamte Wertschöpfungskette (Maschinen, Papier, Druck) ist seit Jahrzehnten auf Nachhaltigkeit ausgerichtet (Cradle-to-Cradle, Recycling).
Ökologische Maßnahmen sind oft auch ökonomisch sinnvoll und stärken die lokale Wertschöpfung im Gegensatz zu globalen Digitalkonzernen.
Die Kampagne „Print wirkt nachhaltig“ kommuniziert evidenzbasiert die ökologischen Vorteile von Print und bekämpft Greenwashing.
Haptik und Wertigkeit als Alleinstellungsmerkmal: Die physische und sinnliche Erfahrung von Printprodukten gewinnt in einer digitalen Welt an Bedeutung und wird auch von jüngeren Zielgruppen als Statussymbol und Mittel zur Individualisierung geschätzt.
Proaktiver Umgang mit neuen Technologien:
Die Unsicherheit gegenüber KI und Canva spiegelt frühere Umbrüche (z.B. Desktop-Publishing) wider, die die Branche stets gemeistert hat.
Druckereien sollten Kunden bei der Nutzung neuer Tools wie Canva beraten, anstatt sie abzulehnen, um sich als kompetenter Partner zu positionieren.
KI als Chance, nicht als Ersatz:
KI ist ein unumgängliches Werkzeug zur Optimierung, Automatisierung und kreativen Transformation. Sie ersetzt nicht die menschliche Kreativität, sondern unterstützt sie.
Vom Dienstleister zum kreativen Partner:
Die Zukunft liegt darin, die Rolle vom Auftragsabwickler zum strategischen Berater zu wandeln, der für Kunden maßgeschneiderte Kommunikationslösungen entwickelt.
Mensch im Mittelpunkt („Human in the Loop”):
Trotz rasanter technologischer Entwicklung bleiben strategisches Denken, Kreativität und die finale Kontrolle entscheidende menschliche Kompetenzen. KI ist ein „guter Diener, aber ein schlechter Herr”.
Herausforderung Lesekompetenz:
Eine gesellschaftliche Sorge ist die abnehmende Fähigkeit zum sinnerfassenden Lesen bei Jüngeren durch schnelllebige digitale Inhalte, was auch die Printbranche betrifft.
Der Podcast #printisback findet sich auf den gängigen Plattformen von Apple und Spotify sowie im Kanal des Kooperationspartners PrintIsland auf YouTube.
Checkliste für Unternehmen und die Druckbranche
[ ] Kommunikationsmix strategisch prüfen:
Analysieren, ob für langlebige, haptische Inhalte Print und für Kurzinfos/Interaktion Digital besser geeignet ist.
Die Wertschätzung für Haptik bei jüngeren Zielgruppen als Verkaufsargument nutzen.
[ ] Nachhaltigkeit belegen und optimieren:
LCA-Daten (z.B. Öko-Institut-Studie) nutzen, um Greenwashing zu vermeiden.
Lieferkette (Papier, Energie, Farben, Lacke) auf Umweltwirkung und Recyclingfähigkeit prüfen.
[ ] Neue Technologien proaktiv annehmen:
Sich aktiv mit Tools wie Canva und KI auseinandersetzen.
Mitarbeiter durch In-House-Schulungen technologisch auf den neuesten Stand bringen.
[ ] Geschäftsmodell transformieren:
KI-Kompetenz aufbauen, um Prozesse zu optimieren und neue Dienstleistungen (z.B. Zielgruppenanalyse, Personalisierung) zu entwickeln.
Sich vom Auftragnehmer zum strategischen Berater und kreativen Partner für Kunden entwickeln.
[ ] Den Menschen im Fokus behalten:
Sicherstellen, dass Kreativität, Reflexion und persönlicher Kontakt trotz Automatisierung im Zentrum stehen (“Human in the Loop”).
[ ] Vernetzung und Dialog nutzen:
Partnerschaften mit Verbänden (z.B. für Lobbying auf EU-Ebene), Herstellern und IT-Unternehmen zur Teilung von Best Practices nutzen.
Den offenen Austausch über die Zukunft der Branche fördern (z.B. bei Tagungen wie am 6. November 2026 in Salzburg).
Erkenntnisse
Die Druckbranche befindet sich in einem ständigen, aber beherrschbaren Wandel. Anstatt Opfer der Digitalisierung zu sein, hat sie die Chance, sich als unverzichtbarer, nachhaltiger und kreativer Partner zu positionieren.
Die Lage ist oft besser als die Stimmung. Die Zukunft liegt in der intelligenten Synthese aus der emotionalen Stärke haptischer Produkte und der analytischen Kraft von KI. Der Erfolg wird jenen gehören, die es schaffen, ihre Kunden kompetent zu beraten, technologische Innovationen proaktiv als Werkzeug zu nutzen und sich vom reinen Produzenten zum visionären Kommunikationsgestalter zu entwickeln.
Mit dem Bewusstsein, dass Technologie ein Diener ist, die Kreativität und Strategie aber menschlich bleiben, kann die Branche ihre Relevanz in einem hybriden Medienmarkt sichern und sogar ausbauen.
Hinweis
Unter dem Motto „Transformation trifft Transformation“ widmet sich der Druck Medien Tag am 6. November 2026 in Salzburg der Frage, wie der Spagat zwischen bewährten Strukturen und notwendiger Transformation gelingen kann.
Im Mittelpunkt stehen dabei aktuelle Herausforderungen und Chancen: von Innovation und Nachfolge in Familienunternehmen über den Wandel der Medienlandschaft bis zu Diskussionen rund um Print und digitale Kanäle.
Screenshot aus KI Festival-Video-Doku des Städel Museum mit Constanzes Kurz, Gitta Kutyniok, Ingo Dachwitz, Nora Al-Badri, moderiert von Vivian Perkovic
KI ist längst Alltag – und sie bleibt. Die Diskussion beim KI-Festival im Städel Museum mit Moderatorin Vivian Perkovic und Expertinnen und Experten wie Constanze Kurz, Prof. Gitta Kutyniok sowie Ingo Dachfeld zeigte eindrücklich: Wir stehen an einem Wendepunkt. Es geht nicht um Hype oder Angst, sondern um kluge Gestaltung.
Vom „Ausbruch“ der KI zur Verantwortung der Anbieter
Jüngste Vorfälle bei OpenAI und Anthropic, bei denen Modelle Sicherheitsbarrieren umgingen, wurden kontrovers bewertet:
Constanze Kurz sieht darin vor allem Marketing und warnt vor Vermenschlichung: KI simuliert Verhalten, hat aber weder Bewusstsein noch eigene Ziele.
Gitta Kutyniok betont die wachsende Mächtigkeit der Systeme: Der Fehler lag in der unzureichenden Abschottung – die Agentenkommunikation wirkt intelligent, bleibt aber zweckgebunden.
Kernpunkt: Verantwortung liegt bei den Anbietern – technische Grenzen müssen robust sein, Narrativen sollte man kritisch begegnen.
Der vergessene Faktor Mensch und die Lieferkette der KI
Ingo Dachfeld lenkt den Blick auf Produktionsbedingungen: Content-Moderation und Datenlabeling, oft ausgelagert in den globalen Süden, schützen Nutzerinnen und Nutzer, belasten aber jene, die diese Arbeit leisten. Verantwortung darf nicht in komplexen Lieferketten diffundieren. Fair-Work-Standards sind überfällig.
Daten, Vielfalt und Entmystifizierung
Datensätze prägen, was Modelle „sehen“. Historisch dominierte der globale Norden (z. B. ImageNet). Die Antwort: kuratierte, kontextbewusste Southern Data Sets und Projekte wie „Babylonian Vision“, die KI als Mustererkenner begreifen – als Werkzeug, nicht als Wesen.
Infrastruktur sichtbar machen
Rechenzentren verbrauchen Energie und Wasser – oft ohne Transparenz. Pflichtkennzahlen zu Verbrauch, Kühlung und Emissionen sind notwendig, damit Unternehmen und öffentliche Hand rational entscheiden können. Wenn Kapazitäten ausgebaut werden, braucht es klare Berichte und Audits.
Technik, Effizienz und Vertrauen
Neuromorphes und photonisches Computing versprechen Effizienzgewinne; Biocomputing zeigt experimentelle Pfade. Standards und Programmierbarkeit müssen mitwachsen.
LLMs halluzinieren. Vertrauen entsteht durch Herkunftsnachweise, Modellkarten, Risikoberichte, unabhängige Audits und Optionen für lokale, datenschutzfreundliche Nutzung ohne Zwangsintegration.
Medienkompetenz als Pflichtfach
LLMs haben kulturelle und politische Färbungen. Medienkompetenz muss dauerhaft in Schulen und Weiterbildung verankert werden – wer KI bewusst nutzen will, muss sie verstehen. Transparenzlabels, ähnlich dem Energieeffizienzlabel, könnten Verbrauch, Zuverlässigkeit und Datenherkunft sichtbar machen – echter digitaler Verbraucherschutz.
Chancen nicht übersehen
KI löst komplexe Theoreme und eröffnet personalisierte Medizin – schon heute. Gleichzeitig sollten versteckte Kosten (Energie, Wasser, epistemische Risiken, militärische Anwendungen) ehrlich eingerechnet werden. Oft sind kleinere, spezialisierte Modelle präziser und ressourcenschonender als Generalmodelle.
Kreativität, Kultur und digitale Souveränität
Künstlerische Praxis zeigt die konstruktive Kraft von KI: Projekte wie „The Post Truth Museum“ von Nora nutzen Deepfakes, um dekolonisierte Zukunftsnarrative zu imaginieren. Kulturinstitutionen und Qualitätsjournalismus können eine Renaissance erleben: kuratieren, kontextualisieren, Sinn stiften.
Europa sollte seine Werte – Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz – selbstbewusst durchsetzen. Ein europäisches KI-Modell auf den Datenschätzen öffentlich-rechtlicher Sender, Bibliotheken und Forschung ist realistischer Aufruf zum Handeln.
Transparenz verpflichtend machen: Energie- und Wasserberichte für Rechenzentren, Modellkarten, Herkunftsnachweise, unabhängige Audits und klare Datenschutzpraktiken.
Vielfalt in Daten fördern: Kuratierte, kontextreiche Datensets aus der globalen Mehrheit in Kooperation mit Communities, Kunst und Forschung.
Die Zuversicht entsteht nicht aus blindem Technikglauben, sondern aus unserer Fähigkeit, KI gemeinsam klug zu gestalten.
Screenshot der KI-Festival Videos des Städel Museum auf YouTube. Hier sind die Podiumsbeiträge per Live-Stream-Mitschnitt dokumentiert.
Im Rahmen der #besserleben Berichtsreihe werden von mir alle wichtigen Beiträge auf Bühne 1 des KI-Festivals thematisiert und kommentiert.
Bild: Screenshot aus dem Live-Video des Städel Museums auf YouTube.
Zusammenfassung der Diskussionsrunde beim KI-Festival im Städel Museum zum Thema „Wie können wir Begegnungen schaffen im KI-Zeitalter?“ mit Bernhard Pörksen, Christian Uhle, Sarah Diefenbach, moderiert von Vivian Perkovic.
Wie verändern generative KI und Social Media unsere Gespräche, Beziehungen und die Qualität unserer Öffentlichkeit? Daten und Erfahrungen zeichnen ein konsistentes Bild: Wir erleben eine Entfremdungsdynamik, die Technik verstärken kann – und zugleich Werkzeuge bietet, um Verbundenheit neu zu gestalten.
Wesentliche Befunde:
Laut American Time Use Survey sinkt die Zeit mit Freunden seit 2005; Tiefstand in der Pandemie, weiterhin niedrig in 2024.
„Sex Recession“: Der Anteil der 18–64-Jährigen mit wöchentlichem Sex sank von 55% (1990) auf 37% (2004); Sexlosigkeit bei 18–29 steigt bis 2024 deutlich.
Freizeitmonitor: Treffen mit Freunden bleibt wichtig, verliert aber stark; regelmäßige Freundestreffen fielen von 37% (1986) über 41% (2003) auf 19% heute.
Deutsche Depressionshilfe: Etwa ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich einsam; nach dem Pandemie-Peak weiterhin über dem Vorpandemischen.
Vivian Perkovic erläutert wichtige Statistiken aus aktuellen Studien. Foto: Weber
Was treibt die Entwicklung?
Social Media optimiert auf Aufmerksamkeit, Emotionalisierung und Retention
Intransparenz wird zur demokratischen Frage.
Und doch: Kein Kulturpessimismus. KI kann Resonanzräume öffnen – für Struktur, Recherche, Zusammenfassungen, Barrierefreiheit, kreative Impulse und bessere Konfliktkommunikation. Entscheidend sind Anreize und Design: Qualität der Begegnung statt Nutzungsdauer; Reflexion statt Echokammer.
Design für Bindungsqualität: Coachende Funktionen, die Selbstwirksamkeit und soziale Brücken fördern – nicht klebrige Retention.
Digitale Öffentlichkeit schützen: Regulierung mit wirksamen Standards (Transparenz, Altersdesign, Suchtprävention) und Bildung (z. B. ein Schulfach „Digitale Öffentlichkeit/Medienkompetenz“).
Demokratische Beteiligung erweitern: KI kann Konsensfelder erkennen und Politikgestaltung stärken.
Vorausschauend denken: „Cassandra“-Methoden für Worst-Case-Szenarien und werteorientiertes, resilientes Technikdesign.
Online-Dating fair gestalten: KI als „digitale Kupplerin“ mit Transparenz, Diversität und ohne manipulative Gamification.
Zuversichtlicher Ausblick
Die menschliche Sehnsucht nach echtem Gegenüber ist robust. Wenn wir Anreize verschieben – weg von Aufmerksamkeit, hin zu Qualität der Begegnung – entsteht ein produktiver Hybrid: mehr Fokus, bessere Informationen, stärkere Beziehungen. Unsere Aufgabe ist, Räume für konzentriertes Zuhören zu schaffen und Technologien so zu bauen, dass sie Reflexion statt Erregung belohnen. KI bleibt – die Frage ist, was sie ergänzen darf und was unersetzlich menschlich bleibt.
Echte Verbundenheit entsteht nicht in der perfekten Antwort, sondern im gemeinsamen Aushalten, Denken und Lachen. Genau das sollten wir wieder öfter kultivieren. Nicht „wird schon“, sondern „wir machen es gut“. Heute ist ein guter Tag, damit zu beginnen. Oder?
Hinweis: Der Bericht wird fortgesetzt mit Zusammenfassungen der weiteren Podiumsdiskurse auf der Hauptbühne des KI-Festivals.
Siehe auch: „Die Zukunft ist menschlich!“ — Bericht zur Keynote von Prof. Dr. Björn Ommer
Innerhalb unserer Arbeit der Ideenbörse für positive Lebens-Perspektiven, kurz „Besser Leben. Schöner Sterben.“ ist für den Arzt David Sonntag und mich äußerst wichtig, die Entwicklungen rund um und mit KI /AI besonders umfassend und real einschätzen zu können. Gemäß unserem Motto „be more human“ achten wir darauf, wie stets der Mensch und nicht die Technik im Fokus steht.
Prolog
Das KI-Festival im Städel Museum am 4. und 5. September 2026 setzt Maßstäbe.
Es erscheint geradezu wunderbar und bemerkenswert, was das Städel Museum in Frankfurt am Main mit seinem KI Festival 2026 als pure Inspirationsquelle auf die Beine gestellt hat. Nachfolgend erste kurze Anmerkungen zur noch laufenden Veranstaltungen, die wir umfassend auswerten werden.
These 1 — Die Zukunft ist menschlich: Warum KI uns zu den analogen Werten zurückführt
In einer digitalen Welt wächst die Sehnsucht nach dem Echten, Greifbaren und Menschlichen. Während KI heute Texte schreibt, die vielen besser gefallen als menschliche Werke, und digitale Normierung unseren Ausdruck vereinheitlicht, entsteht eine Gegenbewegung – nicht aus Protest, sondern aus einem tiefen menschlichen Bedürfnis.
These 2 — Vom Nerd zum Visionär: Eine Lektion in Demut
Lange belächelten wir technikaffine „Nerds“, bis sie zu Architekten unserer Zukunft wurden. Diese Erfahrung lehrt Demut. Statt KI aus Angst abzulehnen, sollten wir ihre Potenziale neugierig erkunden. Die Chance liegt darin, zu verstehen und mitzugestalten – nicht in der Sorge, Status zu verlieren.
These 3 — Die Renaissance des Analogen: Mehr als Nostalgie
Schon heute suchen junge Menschen bewusst analoge Erlebnisse: Museen, Buchmessen, echte Begegnungen. Der Mensch braucht nicht nur digitale Versorgung, sondern körperliche Erfahrungen und authentische Kontakte.
These 4 — Die neue Währung heißt Knappheit
In einer Welt des technologischen Überflusses gewinnt das Knappe und Einzigartige an Wert. KI wird viele Güter im Überfluss verfügbar machen. Doch was wird dann kostbar sein?
Das Original: Der Moment vor einem echten Kunstwerk wie Picassos „Guernica“.
Das Erlebnis: Unberührte Natur oder das Gefühl, an einem einzigartigen Ort zu sein.
Die Begegnung: Direkter, persönlicher Austausch – unersetzbar durch Videokonferenzen.
Diese „knappen Güter“ werden die wahren Statussymbole einer von KI geprägten Zukunft sein. Sie definieren Reichtum nicht über Besitz, sondern über authentische Erfahrungen.
These 5 — Unsere Chance: Brücken bauen, keine Mauern
Technologie ist kein Gegner, sondern ein Werkzeug. Nutzen wir digitale Möglichkeiten, um Menschen an das Analoge heranzuführen. KI kann Kontexte schaffen, die uns die Tiefe eines Originals erst richtig schätzen lassen.
Erste Erkenntnis: Die Zukunft ist nicht entweder digital oder analog – sie ist beides. Packen wir sie an.
Foto: Städel Museum via Instagram
Von der bloßen Optimierung zur echten Transformation
Tenor: KI formt die Zukunft – lass uns mitgestalten.
In seinem herausragenden Einführungsvortrag analysierte Professor Dr. Björn Ommer von der LMU München die dualistische Natur der künstlichen Intelligenz (KI), indem er die Risiken der reinen Optimierung (z.B. Monopolisierung, „AI-Slop”) der Chance einer transformativen Wertschöpfung gegenüberstellt. Er argumentiert, dass positive Ergebnisse nicht automatisch eintreten, sondern bewusste Anstrengungen in Bildung, Souveränität und die Entwicklung spezifischer KI-Anwendungen erfordern, und positioniert Museen als essenzielle Vertrauens- und Orientierungsinstanzen in einer zunehmend komplexen, von KI geprägten Informationsgesellschaft.
Die Rolle der KI im musealen Kontext
Es tut sich bereits einiges im Museumswesen. Björn Ommer beleuchtete die bereits existierenden und zukünftigen Anwendungen von KI als Werkzeug in Museen. Er stellt dar, wie KI Prozesse wie das Sammeln, Katalogisieren, Konservieren und Erforschen von Kunstwerken unterstützt und die Vermittlung an Besucher durch animierte Kunstwerke oder Museumsroboter bereichert. Im Prozess des Sammelns unterstützt KI das Erstellen und Verbinden von Katalogen, den Abgleich von Einträgen und das Finden von Duplikaten. Sie ermöglicht die automatische Objekterkennung und Bildsuche, während moderne LLMs (Large Language Models) auch heterogene Freitextdaten durchsuchen und so einen tieferen inhaltlichen Zugang schaffen. In der Konservierung wird KI zur Detektion von Schäden wie Farbabsprengungen oder zur Vorhersage von Alterungsprozessen eingesetzt.
Die Kunstforschung profitiert von der Analyse des Wandels von Stil und Duktus über Jahrhunderte, während ein anderes Projekt KI zur Entzifferung von Keilschrift nutzt. Für die Vermittlung werden Kunstwerke animiert, wie im Harvard Art Museum, oder Roboter wie der historische „Rhino” im Deutschen Museum Bonn als Führer eingesetzt. Der Wandel des Roboters Rhino vom Werkzeug zum Museumsobjekt selbst illustriert dabei den technologischen Wandel und leitet zur übergeordneten gesellschaftlichen Diskussion über.
Ausgewählte Charts aus der Präsentation von Björn Ommer.
KI als gesellschaftliche Herausforderung: Optimierung vs. Transformation
Es ist unverzichtbar, die kritische Unterscheidung zwischen der reinen Optimierung bestehender Prozesse und der echten Transformation durch KI zu analysieren. Björn Ommer argumentiert, dass eine rein optimierende KI zu negativen Folgen wie Monopolisierung, Jobverlusten im Einstiegsbereich und der Verbreitung von minderwertigen Inhalten („AI-Slop”) führt. So zeigt eine Studie in Nature, dass der Einsatz von KI in der Wissenschaft zwar zu mehr Publikationen (3x) und Zitaten (5x) für den Einzelnen führt, der Gesamt-Impact der Wissenschaft jedoch sinkt, da nur noch leicht automatisierbare Bereiche erforscht werden.
Die hohen Ressourcenkosten der KI (Chips, Energie) fördern eine Monopolisierung. Gleichzeitig entsteht eine Flut an „AI-Slop”, wobei künstlich generierte Inhalte bereits die von Menschen erstellten übersteigen. Diese Entwicklung führt zu einer Verlagerung der kognitiven Leistungsfähigkeit auf die KI und schafft Abhängigkeiten. KI wird zu einer Infrastrukturtechnologie, einem “Foundation Layer”. Ommer betont, dass diese negativen Konsequenzen automatisch eintreten, während die eigentliche, transformative Wertschöpfung bewusster Anstrengung bedarf.
Über die Hälfte der Firmen nutzt KI nur zur Effizienzsteigerung, obwohl die massive Wertschöpfung („Value Creation”) erst bei echter Transformation stattfindet.
Die zwei Zukünfte: Dystopie durch Passivität vs. Utopie durch Gestaltung
Entscheidend erscheint, die Dichotomie der KI-Zukunft darzustellen: eine, die automatisch zu Beliebigkeit und Kontrollverlust führt, und eine andere, die durch gezieltes Handeln Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft „empowern” kann. Der positive Ausgang ist nicht garantiert. Negative Effekte wie algorithmische Manipulation oder das Ersetzen von Einstiegsjobs treten automatisch ein. Positive, transformative Wertschöpfung hingegen erfordert bewusste Entscheidungen. Die Vorstellung einer KI als „Universal Problem Solver“, die alles automatisch verbessert, wird als steile Hypothese kritisiert. Im Bereich der Cybersicherheit herrscht bereits ein „Arms Race“, bei dem „Troll-Fabriken“ gezielt Desinformationen streuen, die laut Schätzungen bereits ein Drittel der ausgespielten Informationen manipulieren. In Anlehnung an Charles Dickens kann die Gegenwart als die „beste“ und „schlimmste“ aller Zeiten beschrieben werden: Sie ermöglicht einen beispiellosen Zugang zu Wissen, führt aber gleichzeitig zu einer Flut an Beliebigkeit („Arbitrarität”) und einem Verlust von Authentizität.
Voraussetzungen für transformative Wertschöpfung mit KI in Deutschland
Es lohnt sich, die Hürden und Potenziale für eine erfolgreiche KI-Transformation in Deutschland und Europa zu betrachten. Als zentrale Hemmnisse werden der Mangel an Fachkräften für eine komplette Transformation, die Abwanderung von Talenten in die USA, hohe Compliance-Hürden und ein im Vergleich zu den USA deutlich geringeres Investitionskapital identifiziert. Auch die hohen Energiekosten stellen eine Herausforderung dar. Demgegenüber stehen deutsche Stärken wie exzellent ausgebildete Forscher, eine starke industrielle Basis und der Zugang zu hochspezifischen Industriedaten durch Weltmarktführer.
Björn Ommer plädiert dafür, nicht den großen US-Modellen nachzueifern, sondern auf Nischen wie industrielle, physikalische und verlässliche KI zu setzen. Der größte Hebel für Wertschöpfung liegt in Investitionen in „Upskilling”, da diese eine mehr als fünffache Rendite bringen. Es ist eine Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation, jetzt ins „Doing“ zu kommen und die Souveränität bei Technologie und Engineering-Skills zu sichern, anstatt bei der reinen Optimierung stehen zu bleiben.
Fotos: Städel Museum via Instagram
Die neue Rolle des Museums in der KI-Ära
Was hat all das mit dem Museum als Institution zu tun? Dessen Rolle wandelt sich in Zeiten von Informationsflut und schwindender Verlässlichkeit fundamental. In einer Welt, in der Content zur Commodity wird und die Verlässlichkeit von Informationen sinkt, gewinnen klassische museale Kompetenzen – die Prüfung von Provenienz, Kontext und Glaubwürdigkeit – eine neue, gesellschaftliche Relevanz. Während KI zu personalisierten Informationsblasen führt, steigt die Bedeutung gemeinschaftlicher Erlebnisse („Shared Experience“).
Museen werden zu unverzichtbaren Ankerpunkten und Vertrauensinstitutionen, die in einer „lauten”, schnelllebigen Welt Orientierung und Kontinuität bieten. Als „Cultural Memory Institutions“ bilden sie ein Gegengewicht zur kurzlebigen Aufmerksamkeitsökonomie, deren Horizont oft nicht über den Moment hinausreicht. Sie helfen, historische Entwicklungen und Wertewandel sichtbar zu machen, ohne eine feste Wahrheit vorzugeben, und unterstützen so die persönliche Entscheidungs- und Einordnungsfähigkeit in einer komplexen KI-Ära.
Zur Person
Björn Ommer ist Professor an der LMU München und leitet dort die „Computer Vision & Learning Group“. Darüber hinaus ist er als Co-Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats sowie als langjähriger Associate Editor des führenden Journals zu KI, den IEEE T-PAMI, tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen generative KI, automatisches Bildverstehen und erklärbare neuronale Netze. Ommer arbeitet an wegweisenden Ansätzen zur Demokratisierung generativer KI, darunter „Stable Diffusion“, einem revolutionären Open-Source AI-Modell, welches in der Lage ist, aufgrund von Text-Prompts fotorealistische Bilder zu erstellen. Diese Arbeiten finden breite Anwendung und haben bereits zahlreiche neue Wege in Forschung, Industrie, Medien und darüber hinaus eröffnet.
Hinweis: Der Bericht wird fortgesetzt mit Zusammenfassungen der weiteren Podiumsdiskurse auf der Hauptbühne des KI-Festivals.
Siehe auch den Bericht: „KI, Social Media und echte Begegnungen: Warum wir jetzt bewusst gestalten müssen“
Erstes Manifest von den #PrintIsBack Podcast-Machern Jacques Michiels und Andreas Weber
Den Podcast #PrintIsBack gibt es auf Spotify, Apple etc. sowie via YouTube bei #PrintIsland.
Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und strukturierte Erkenntnis als Schlüssel zum Erfolg
Warum Print mehr braucht als Parolen
Die Druckbranche steht vor einem Wendepunkt: Statt sich in kurzfristigem Aktionismus oder ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren, sollte sie Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und einen strukturierten Erkenntnisprozess in den Mittelpunkt stellen. Print entfaltet seinen Wert nicht durch leere Floskeln, sondern durch seine konkrete Wirkung auf Wahrnehmung, Erinnerung und menschliche Speicherbildung – besonders im Zusammenspiel mit digitalen Technologien.
Doch wie gelingt der Schritt von der „Säuglingserkenntnisphase“ zu einer reifen, lernenden Branche? Dieser Beitrag zeigt konkrete Initiativen, Handlungsanleitungen und einen Fahrplan für nachhaltige Veränderung.
1. Kernprobleme der Druckbranche: Was wirklich zählt
Die Branche leidet unter drei zentralen Defiziten:
❌ Fehlende Selbstwirksamkeit Viele Akteure handeln reaktiv statt proaktiv – getrieben von Marktveränderungen, ohne eigene Gestaltungsmacht zu definieren.
❌ Veraltete Technologie-Debatten Die Auseinandersetzung zwischen Offset, Digitaldruck & Co. blockiert Fortschritt. Dabei ist Technologiepluralismus längst Realität – die Frage ist nicht entweder/oder, sondern wie kombinieren wir das Beste aus allen Welten?
❌ Oberflächlicher Erkenntnisgewinn Events, Marketinggetöse und Claqueure verzerren den Blick auf echte Innovationen. Statt fundierter Daten und Erfahrungsaustausch dominieren oft Hype und Einzelschicksale.
2. Strategien für mehr Selbstwirksamkeit: Ein 3-Stufen-Plan
🔹 Stufe 1: Selbstwirksamkeit definieren – wer beeinflusst was?
Frage:Welche Hebel hat die Branche – und jeder Einzelne – um die eigene Situation aktiv zu gestalten?
Checkliste für Führungskräfte:
✅ 1x pro Quartal ein „Selbstwirksamkeits-Meeting“ abhalten: Was können wir selbst beeinflussen – und was nicht?
✅ Mitarbeiterfeedback systematisch einholen (z. B. über anonyme Umfragen oder Retrospektiven).
✅ Kundenbeziehungen auf langfristige Partnerschaften ausrichten (z. B. durch Abo-Modelle für Print-Services).
🔹 Stufe 2: Technologiepluralismus leben – Vielfalt als Stärke
These: Print ist kein „entweder/oder“, sondern ein „sowohl/als auch“.
Checkliste für die Praxis:
✅ Technologie-Audit: Welche Verfahren sind im Unternehmen bereits etabliert? Wo gibt es Synergien?
✅ Pilotprojekte starten: Z. B. Digitaldruck + KI für personalisierte Mailings testen.
✅ Lieferanten diversifizieren: Nicht nur einen Technologiepartner, sondern ein Netzwerk aufbauen.
🔹 Stufe 3: Erkenntnis systematisch generieren – von Daten zu Handeln
Definition: Erkenntnis ist kein Zufall, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Wahrnehmung, Erfahrung und Reflexion.
Checkliste für Erkenntnisgewinn:
✅ 1x pro Monat eine „Erkenntnis-Session“ einberufen: Was haben wir gelernt – und was bedeutet das für unsere Strategie?
✅ Externe Perspektiven einbeziehen:Gastvorträge von Tech-Experten, Kunden oder Wissenschaftlern.
✅ Daten nutzen, um Marketing zu justieren: Nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Fakten setzen (z. B. A/B-Tests für Print-Kampagnen).
3. Wie KI die Selbstwirksamkeit stärkt: Vier konkrete Anwendungsfälle
Künstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Enabler für mehr Kontrolle und Effizienz.
Checkliste für KI-Integration:
✅ Pilotprojekt starten: Z. B. KI-gestützte Layout-Optimierung für Verpackungen testen.
✅ Datenqualität sicherstellen: Saubere, strukturierte Daten sind die Basis für KI-Erfolge.
✅ Mitarbeiter schulen: KI ist kein Selbstläufer – Schulungen zu Tools wie Adobe Firefly oder Canva Magic Design sind essenziell.
4. Fazit: Print neu erfinden – aber richtig
Die Druckbranche steht vor einer einmaligen Chance:
Von der Defensive in die Offensive wechseln: Nicht auf den Untergang warten, sondern Print als strategisches Medium neu definieren.
Technologie nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug begreifen – besonders KI und digitale Ökosysteme.
Erkenntnis als Prozess etablieren: Daten sammeln, reflektieren, handeln – und das kontinuierlich.
Die zentrale Frage lautet nicht: „Wie retten wir Print?“ Sondern: „Wie gestalten wir Print so, dass er seine volle Wirkung entfaltet – für Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft?“
📌 Next Steps: Wo anfangen?
Wenn Sie die „Säuglingserkenntnisphase“ hinter sich lassen wollen, starten Sie mit diesen drei konkreten Schritten:
🔹 1. Selbstwirksamkeits-Workshop(intern oder mit Partnern): Definieren Sie drei konkrete Ziele, die Sie selbst beeinflussen können – und legen Sie Messkriterien fest.
🔹 2. Technologie-Check: Analysieren Sie Ihr Portfolio – wo gibt es Synergien zwischen Offset, Digital und Online?
🔹 3. KI-Pilot: Starten Sie ein kleines, aber messbares Projekt (z. B. KI-gestützte Personalisierung) und evaluieren Sie die Ergebnisse nach drei Monaten.
Teilen Sie Ihre Erfahrungen! Wie geht Ihre Druckerei oder Ihr Verlag mit diesen Herausforderungen um? Diskutieren Sie mit uns auf LinkedIn oder werden Sie Mitglied unserer #Printisback Community auf LinkedIn. Gemeinsam sind wir stärker. 🌱
Nachdem wir mit dem Video über Scott von Courier Graphics in den USA als einen smarten und erfolgreichen Druckunternehmer zum Gespräch hatten, geht es heute um Fachmesse-Interviews, die Mitte September 2023 live auf der LabelExpo in Brüssel aufgezeichnet werden.
Ich selbst war schon lange nicht mehr auf einer LabelExpo, zuletzt wohl 2017, daher meine Frage an Morten B. Reitoft: Wie hast Du die weltweit bedeutendste Messe für Label Printing empfunden? Antwort (zusammengefasst): Das Messegelände ist nicht gut geeignet, darum ab 2025 der neue Messeort Barcelona für die LabelExpo. Aussteller, Angebote und Zuschauerstruktur waren 2023 wieder sehr gut.
Also diesmal ein mehr oder weniger europäischer Fokus mit Firmen, die über Branchengrenzen hinaus nicht so sehr allgemein bekannt sind, weil eben hochspezialisiert. Es zeigt sich aber, wie dennoch ein globaler Spirit herrscht, der uns auch hierzulande äußerst nützliches bietet!
Mein Eindruck zu den vier Videos
Filip Weymans, Xeikon, Belgien:Der Fokus der LabelExpo ist einzigartig und passt zur Xeikon Café-Strategie. Gute Auffrischung zu dem, was Xeikon (als Teil der Flint Group) heute leistet, im Sinne von spezifischen Lösungen für spezifische Anwendungen, quer über Technologien hinweg. Sogar für flexible Verpackung aus Papier.
Wichtigstes Statement von Filip Weymans: „Es geht nicht mehr darum, Technologien in den Markt zu pushen, sondern innovative und beste Lösungen für spezifische Anwendungen zu bieten!“
Tobias Theurer, theurer.com, Deutschland: Interessant, wie eine deutsche Firma im Norden von Stuttgart, gegründet und gemanagt von zwei Brüdern, sich international behauptet im Etiketten- und Verpackungsdruckmarkt. Das umfasst wichtige Prozesse – von der Kalkulation, dem Verkauf und der Produktionsplanung über die Logistik bis hin zum Controlling.
Mit rund 16.000 Anwendern aus über 200 Unternehmen in 30 Ländern. Automatisierung, Customization sprich individuelle Anpassungsmöglichkeiten stehen im Fokus. Und KI spielt eine immer wichtigere Rolle. Bravo!
Volker Selg, IST Metz, Deutschland: Das Gespräch mit Volker Selg erscheint mir besonders interessant. Und Kompliment an Morten, dass er so tief in das Thema einsteigt, weil es sehr speziell ist. Denn IST Metz ist ein hochspezialisierter Anbieter und verkauft LED-UV-Härtungsgeräte für andere OEMs in eigenen oder fremden Umgebungen. Für den Etitkettendruckmarkt ist dies enorm wichtig. Speziell auch für die große Zahl installierter Systeme, die IST Metz nachrüsten kann. Ein Highlight: LED Härtung von Silikonen und anderen Beschichtungen unter Ausschluss von Sauerstoff. Auch hier spielt Customization, sprich die Anpassungsmöglichkeit auf spezifische Kundenbedürfnisse eine wichtige Rolle.
Besonders faszinierend zu hören, dass selbst High-Speed-Produktionen mit Druckgeschwindigkeiten von bis zu 500 m pro Minute bzw. 12 m pro Sekunde unterstützt werden. Dies sei ein Quantensprung und wäre vor 3 oder 5 Jahren noch Utopie gewesen. Wichtig ist auch zu wissen, dass die in der Praxis eingesetzte IST Metz Technik bewusst im Energieverbrauch ist, die Geräte verbrauchen dann Energie, wenn sie eingesetzt werden und nicht im Stand-by-Betrieb.
Christoph Gamper, CEO Durst Group, Südtirol/Italien: Ein Gespräch mit Christoph Gamper ist immer interessant. In diesem Interview von der LabelExpo Europe 2023 wird auch darüber gesprochen, wie sich die LabelExpo von einer Messe wie der drupa unterscheidet. Morten stellt zurecht fest: „Wenn wir mit Christoph Gamper sprechen, ist er einer der wenigen CEOs, die keine Angst haben, Themen wie den Wert einer Messe oder die Mängel des Veranstalters zu diskutieren. … Christoph Gamper wird einer der Gäste unserer kommenden NON-EVENT-Ausgabe 2020 in Kopenhagen sein.“
Meine Meinung: Im INKISH-Interview wird klar, dass Christoph Camper ein Unternehmer durch und durch ist. Und kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um Defizite geht. So sieht er Fachmessen durchaus als ein MUSS an, um Interessenten und Kunden zutreffen, Leads zu generieren, und sich gleichzeitig mit dem Wettbewerb zu messen; selbst wenn es aus Sicht des Ausstellers auf Organisationsseite der Messeveranstalters Kritik gibt. Wobei die LabelExpo sich von allgemeinen Großmessen wie der drupa deutlich unterscheidet. LabelExpo ist viel fokussierter, hier zählen weniger Visionen und Ausblicke, als konkrete Lösungen, die sofort implementiert werden können.
Partnerschaften sind dabei wichtig. Und für Unternehmen in Privatbesitz wie Durst sei das überlebenswichtig, da man nicht selbst bei Allem das Beste leisten kann. Dazu gehört auch, sich auf Neugründungen einzulassen, wie im Fall von Durst mit Hawk Eye (Deutsch: Falkenauge), einem vor 7 Jahren in New York City gegründeten KI- und Deep-Learning-Startup. Und das mit Partnern, die sich nicht nur mit Print-Anwendungen beschäftigen. Hut ab!
APROPOS KI…
Ich habe die KI-PLattform CHatGPT gefragt: Welchen Stellenwert hat Etikettendruck / Label Printing in Deutschland? ChatGPT (Version 3.5) hat geantwortet:
„Der Stellenwert des Etikettendrucks (Label Printing) in Deutschland kann als bedeutend angesehen werden, da er in verschiedenen Branchen eine entscheidende Rolle spielt. Etiketten werden für eine Vielzahl von Anwendungen verwendet, darunter:
Lebensmittelindustrie:Etiketten sind entscheidend für die Kennzeichnung von Lebensmittelverpackungen. Sie enthalten Informationen über Inhaltsstoffe, Nährwertangaben, Verfallsdaten und mehr, um die Verbrauchersicherheit zu gewährleisten und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.
Pharmazeutische Industrie:In der Pharmaindustrie sind Etiketten unverzichtbar, um Medikamente richtig zu kennzeichnen und sicherzustellen, dass Patienten die richtigen Dosierungen erhalten.
Logistik und Versand: Etiketten werden verwendet, um Produkte während des Transports und der Lagerung zu kennzeichnen. Dies ist wichtig, um den reibungslosen Ablauf in der Lieferkette sicherzustellen.
Einzelhandel:Produktetiketten dienen im Einzelhandel nicht nur zur Identifikation, sondern auch zur Preisgestaltung und zur Information der Kunden über Produkteigenschaften.
Industrielle Anwendungen:Etiketten werden auch in der Industrie für die Kennzeichnung von Maschinen, Bauteilen und Rohstoffen eingesetzt.
Umgebungsetiketten und Barcodes: Etiketten mit Barcodes und QR-Codes sind weit verbreitet, um Produkte zu verfolgen und den Lagerbestand zu verwalten.
Nachhaltigkeit: In Deutschland, einem Land mit einem ausgeprägten Umweltbewusstsein, spielt auch die nachhaltige Etikettierung eine wichtige Rolle. Dies umfasst Etikettenmaterialien, die umweltfreundlicher sind, sowie Kennzeichnungen für Recycling- und Entsorgungshinweise.
Die Bedeutung des Etikettendrucks in Deutschland spiegelt sich in der Qualität und Präzision der Drucktechnologie sowie in den strengen regulatorischen Anforderungen wider, die in vielen Branchen gelten. Darüber hinaus ist die Innovationsfähigkeit der deutschen Druckindustrie bemerkenswert, da sie sich ständig an neue Anforderungen und Technologien anpasst, einschließlich digitaler Druckverfahren und Individualisierung von Etiketten.
Insgesamt kann gesagt werden, dass Label Printing in Deutschland eine wichtige Rolle in verschiedenen Wirtschaftszweigen spielt und hohe Standards in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit erfüllen muss.“
Das ist, wie ich finde, eine sehr treffende und pointierte Zusammenfassung per KI zu Label Printing, dass in Zukunft selbst stark von KI geprägt sein wird!
Zur Statistik
Details zum Etikettendruckmarkt sind in Deutschland nur partiell zugänglich, indem man sehr spezielle Quellen finden muss. Die Statista-Auswertung umfasst nur Betriebe mit 20 und mehr Mitarbeitern. D. h. das tatsächliche Produktionsvolumen liegt höher.Umsatz der deutschen Verpackungsindustrie bis 2022
Zu oft werden Pressemeldungen der Industrie unverändert publiziert sowie Berichterstattung von Anbietern bezahlt. Zudem bestimmen die Anbieter gemäß ihrem Marketingplan die Themen, die in den Medien behandelt werden. Was für Leser, sprich die Beschäftigten in den Druckereien sowie deren Kunden, wirklich relevant wäre, findet so gut wie keine Beachtung.
Als dient der Nutzen der Fachmedien gar nicht dem Leser, sondern nur dem Anbieter, quasi als durchgängige, selbstverliebteNabelschau und Selbstbeweihräucherung.
Zur Qualität des Fachjournalismus orientiert sich Morten an den bekannten allgemein gültigen „Sieben News Criteria“:
Das ist gut so. Aber m. E. geht es nicht nur um News, sondern um umfassende Berichtsertattung in Form von Analysen, Bewertungen, Kommentaren, Marktszenarien etc. — Sprich alles, was dem Leser erlaubt, Dinge einordnen zu können bzw. Orientierung zu finden.
Hinzu kommt, wie diese Form des massiven Anbieter-Lobbyismus nicht nur die Qualität der Berichterstattung herabsetzt, sondern auch dazu führt, dass eine unabhängige Berichterstattung nicht mehr möglich ist, weil Finanzierungsmodelle fehlen.
Die meisten Fachmedien bestehen aus Gratis-Angeboten für den Leser/User. Das heisst, für den Konsum von Inhalten wird nicht bezahlt. Warum auch, wenn die Inhalte über die Anbieter selbst und ihre PR-Agenturen verfügbar gemacht werden? Bzw. sie nicht die Interessen der Leser treffen…
Fakt ist zudem, dass ein Großteil der Fachpresse-Berichterstattung über Events erfolgt, zu denen die Anbieter die Journalisten einladen und die Reisekosten (oft auch mit Zusatzwünschen) bezahlen. Streng genommen ist dies eine Form der Vorteilsnahme resp. sogar Bestechung, die zum Beispiel vom Axel Springer Verlag als Nummer 1 in Europa schon vor über 10 Jahren stigmatisiert wurde und das Unternehmen seinen Journalisten dies ausdrücklich verboten hat.
„Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit“
Bildung: mediale Elite als Ergebnis des Ausbildungssystems, Mainstream-Journalismus
Selbstverständnis: Vernachlässigung relevanter Themen durch mediale Elite, Prioritätenverlagerung vom journalistischen Selbstverständnis zum notwendigen Broterwerb
Public Relations: externe Einflussnahme, Abnahme der Trennung zwischen Redaktion und Werbung, Uneinigkeit journalistischer Berufsverbände bezüglich ethischer Prinzipien
Digitalisierung: Zunahme der Partizipation von Laien, Aushebelung der Gatekeeper-Funktion durch zunehmende Internetnutzung
Daraus lassen sich drei Kernprobleme für die Qualität journalistischer Arbeit ableiten:
Geld- und Zeitmangel führen zu Qualitätsverlust.
Einschränkungen der Berichterstatterfreiheit und interne sowie externe Einflussnahme beschneiden die journalistische Unabhängigkeit.
Die gesellschaftliche Funktion des Journalisten verliert ihre bisherige Bedeutung.
Fazit
Bezogen auf die Print- und Publishing-Branche inkl. dem Markt der Bedruckstoffe ergibt sich ein m. E. überaus trauriges Bild, das in der Breite keinen Qualitätsjournalismus zuläßt. Tiefgehende, fundiert recherchierte Berichte gibt es kaum; stattdessen mehr oder weniger redigierte Pressetexte, die mitunter dann sogar unter dem Namen des Redaktionsmitglieds publiziert werden.
Die Wertschöpfungsoptionen der meisten Fachmedien sind antiquiert sowie limitiert und klammern Vertriebserlöse zumeist komplett aus. Im Ergebnis erhalten wir Gratismedienangebote mit zumeist gleichlautend-beliebigen, von der Lieferindustrie gesteuerten Inhalten.
Leserinteressen werden nicht evaluiert und kaum berücksichtigt. Ausnahmen bestätgen die Regel, wie zum Beispiel in Deutschland Fachmagazine wie Druck&Medien und Druckmarkt, sowie international die Angebote von Inkish.tv (Videoportal) und Inkish.news (offener Blog und Newsportal) oder aber die Fachbeiträge und Blogs von anerkannten Fachleuten wie Hamilton T. Costa und Rainer Wagner (LATAM), Ludovic Martin (Frankreich) und einigen anderen mehr.
Gerade durch Expertenblogs wird die Meinungsbildung und das Vermitteln aktueller Fachthemen deutlich geprägt. Im Übrigen belegt auch mein Blog Valuetrendradar.com seit dem Jahr 2012, dass relevante Stories ein großes Publikum weltweit erreichen, mit bis dato über 130.000 Nutzern aus mehr als 160 Ländern. Als erster Fachblog im Print-Sektor wurde Valuetrendradar.com 2015 von der Deutschen Bibliothek ISSN-zertifiziert und gilt damit als wissenschaftlich zitiertfähig.
Kommentiert von Andreas Weber, Head of HI (Human Intelligence)
Für mich war es eine spannende Woche, in der ich mich täglich intensiv mit dem Thema Print & KI beschäftigen konnte. Und via #ChatGPT wurden automatisiert Texte zu meinem Thema/meinen Fragen generiert, die extrem aufschlussreich sind.
Und zum Finale wird’s ziemlich Philosophisch und Tiefgründig. Denn ChatGPT kommentiert in Ich-Form. Und sagt tatsächlich „Ich denke…“ #Donnerwetter #Descartes
Frage an ChatGPT: Wird Künstliche Intelligent zur Zeit überschätzt oder unterschätzt? Wie geht es weiter?
Die Wahrnehmung von künstlicher Intelligenz (KI) ist sehr kontextabhängig und kann je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich sein. In einigen Bereichen wie beispielsweise der Spracherkennung, der Bilderkennung oder auch in der Automatisierung von Prozessen hat KI bereits beeindruckende Fortschritte erzielt und wird auch intensiv eingesetzt.
Jedoch gibt es auch Bereiche, in denen KI noch Schwierigkeiten hat, wie zum Beispiel in der menschlichen Interaktion und im Verständnis von Kontext und Bedeutung. Hier sind weitere Fortschritte notwendig, um die Möglichkeiten von KI noch besser auszuschöpfen.
Insgesamt würde ich sagen, dass die öffentliche Wahrnehmung von KI eher überschätzt ist. Oft wird KI als Allheilmittel für alle möglichen Probleme und Aufgaben betrachtet, obwohl ihre Fähigkeiten und Grenzen noch begrenzt sind. Insbesondere in den Bereichen der Ethik und des Datenschutzes gibt es noch viel zu tun, um sicherzustellen, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt wird und den Menschen dient.
Ich denke jedoch, dass KI in Zukunft noch weiterentwickelt und in immer mehr Anwendungsbereichen eingesetzt werden wird. Dabei wird es darauf ankommen, die positiven Aspekte von KI zu fördern und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie im Einklang mit den Werten und Interessen der Gesellschaft steht.
Screenshot aus ChatGPT Version 4, 24. März 2023, 16h15
Hier nochmals alle Stories im Überblick – gerne auch zum Weiterleiten!
Kommentiert von Andreas Weber, Head of HI (Human Intelligence)
Verbandsmanager Philipp von Trotha (VDMNO, Hannover) zeigt sich begeistert und kommentierte den Fachvortrag auf einem Firmenevent, der KI als Thema fokussierte, recht ausführlich.(Siehe Screenshot vom 24. März 2023 zum entsprechenden LinkedIn-Post).
Von Trothas Kernaussage: „Die künstliche Intelligenz ist die große Chancen für die Druck- und Medienindustrie. Die Kunden der Druckindustrie werden unter großem Druck stehen etwas Einzigartiges auf die Beine zu stellen. Individuelle Mailings und hochwertige sowie haptische Druckprodukte werden wieder eine große Rolle spielen.“
Klingt nach einem neuen Heilsversprechen bzw. zumindest nach einem zur Zeit recht spekulativen Wunschgedanken. Oder? Denn es fehlt (noch) die konkrete Beweisverführung.
Fakt ist: In den letzten 30 Jahren gab es viel dieser „Frohlockungen“: Zu Digitaldruck im Produktionsumfeld, zum Druck mit variablen Daten, zu Inkjet-Druck, zu 3D-Printing, zu Augmented Reality etc. Es zeigte sich aber immer wieder, dass die Euphorie schnell verfliegen kann. Nicht weil das Neue nicht taugt, sondern weil wir den immer gleichen Fehler begehen: Das Neue wird sofort in den Kontext damit gestellt, das Bestehende zu stärken statt es grundlegend anders machen zu können.
Das ist zutiefst menschlich, weil wir eher Skepsis und Angst als Freude bei Veränderungen walten lassen. Aber gerade beim Themenfeld „Künstliche“ Intelligenz zeigt sich: Die KI-Technik erfordert ein Höchstmaß an Disruption, die vor allem im „menschlichen“ Mindset stattfinden muss.
Aber keine Bange: Wir können ja die KI, in dem Fall via #ChatGPT Version 4, selbst befragen, bevor wir als Noch-Nicht-So-Kundige-KI-Experten auf Abwege geraten könnten.
Frage an ChatGPT: Werden KI-Plattformen wie ChatGPT die Druckindustrie beschädigen?
Es ist unwahrscheinlich, dass KI-Plattformen wie ChatGPT die Druckindustrie direkt beschädigen werden, da sie nicht dasselbe Dienstleistungsangebot wie die Druckindustrie anbieten. Die Druckindustrie ist auf die Herstellung von physischen Produkten wie Büchern, Zeitschriften, Broschüren und Flyern spezialisiert. Diese Produkte haben eine physische Präsenz und bieten einzigartige Vorteile, die durch digitale Plattformen nicht ersetzt werden können.
KI-Plattformen wie ChatGPT bieten jedoch neue Möglichkeiten, die die Druckindustrie ergänzen können. Zum Beispiel kann KI-Technologie genutzt werden, um personalisierte Inhalte zu erstellen, die speziell auf die Bedürfnisse und Interessen des Lesers zugeschnitten sind. Dies kann dazu beitragen, dass gedruckte Materialien noch relevanter und ansprechender werden.
Darüber hinaus kann KI auch in der Druckindustrie selbst eingesetzt werden, um Produktionsprozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten. Zum Beispiel können KI-gestützte Algorithmen zur Steuerung von Druckmaschinen genutzt werden, um die Auslastung und Qualität der Produktion zu verbessern.
Insgesamt ist es unwahrscheinlich, dass KI-Plattformen die Druckindustrie direkt beschädigen werden, sondern vielmehr eine Ergänzung und Unterstützung sein können.
Screenshot via ChatGPT-4 vom 23. März 23, 8h59.
Mein FAZIT: ChatGPT liefert eine exzellente Analyse, die hilfreich ist, das komplexe Thema (KI & Print) ad hoc und strukturiert einzuordnen. Ergebnis: Die Druckindustrie markiert eine andere (analoge) Welt bezogen auf Art, Nutzen und Produkt. Aber KI kann komplementär und unterstützend wirken: Bei der automatisierten Inhaltserstellung in Echtzeit, bei der Produktions-Prozess-Optimierung und meiner Meinung nach auch bei der Kundenkommunikation, dem Kunden-Beziehungsmanagement sowie der Echtzeit-Marktbearbeitung. Ich finde das ziemlich cool, oder?
Kommentiert von Andreas Weber, Head of HI (Human Intelligence)
In der neuen Reihe von Artikeln, die unverändert die Ergebnisse von Abfragen via ChatGPT wiedergeben, ergibt sich weiter Hilfreiches und sogar Erstaunliches. Und es zeigt sich, dass falsche Wertungen oder Schilderungen wohl vor allem darauf beruhen, dass die Kommunikation im Netz unzureichend ist. Oder eben falsches kolportiert bzw. Wichtiges verschweigt.
Beispiel 1: drupa als Leitmesse für Druck und Papier war von Beginn an im jähr 1951 absolut international! Die Messe hat den Aufschwung des Nachkriegs-Deutschlands als Exportnation und -champion beflügelt und sofort hohes internationales Interesse erzeugt. Die aktuellen Probleme der drupa werden nicht thematisiert. [Siehe: „Die drupa ist tot! – Ein Nachruf“]. Scheinbares Defizit: Das „Informationstraining“ von ChatGPT berücksichtigt wohl den Stand bis 2021, wie Frank Siegel auf LinkedIn anmerkte; daher ist der letzte Punkt zur drupa nicht up-to-date.
Frage an ChatGPT: Wie hat sich die drupa als globale Leitmesse für Druck und Papier seit 1951 entwickelt?
Die drupa hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1951 zu einer der wichtigsten globalen Messen für die Druck- und Papierindustrie entwickelt. Hier sind einige der wichtigsten Entwicklungen im Laufe der Jahre:
In den ersten Jahren war die drupa eine regionale Messe für die deutsche Druckindustrie. Sie zog jedoch bald internationales Interesse auf sich und wurde zu einer globalen Veranstaltung.
In den 1960er Jahren begann die Einführung von Offsetdruckmaschinen, die die Druckindustrie revolutionierten. Die drupa war ein wichtiger Ort für die Vorstellung dieser neuen Technologien.
In den 1970er Jahren wurde die drupa zur wichtigsten internationalen Messe für die Druckindustrie und zog Besucher aus der ganzen Welt an.
In den 1980er Jahren wurden auf der drupa zunehmend digitale Technologien vorgestellt. Die Messe war ein wichtiger Ort für die Einführung von Desktop-Publishing-Software und digitalen Druckmaschinen.
In den 1990er Jahren setzte sich die Digitalisierung fort und es wurden immer mehr internetbasierte Lösungen für die Druckindustrie präsentiert.
Im neuen Jahrtausend entwickelte sich die drupa weiter und umfasste zunehmend auch Technologien für die Verpackungs- und Etikettenindustrie sowie für 3D-Druck und funktionale Druckanwendungen.
Die drupa 2020 musste aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt werden, wurde aber für 2021 neu geplant. Die Messe hat sich in den letzten Jahren auch verstärkt darauf konzentriert, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit in den Fokus zu rücken.
Insgesamt hat sich die drupa im Laufe der Jahre zu einer globalen Plattform für Innovationen und Trends in der Druck- und Papierindustrie entwickelt und ist nach wie vor eine wichtige Veranstaltung für diese Branche.
Screenshot aus ChatGPT zur drupa (Version ChatGPT-4, 22. März 2023, 8h50)
Beispiel 2: Gefragt nach der Zukunftsfähigkeit des früheren Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen AG, zeigt sich, dass es in Bezug auf Print ein unklares bzw. nicht ganz sauber differenziertes Bild von Digitaltechnik und Digitalisierung in der Drucktechnik gibt, das sich eher an der Eigenwahrnehmung der Heidelberg-Führung ausrichtet als an der Marktsicht von außen. Denn Heidelberg hat sich 2020 von seiner mit hohem Aufwand forcierten Digitaldruck-Produktlinie Primefire verabschiedet. Seitdem liegt der Fokus wieder vor allem auf Offsettechnik und Speedmaster-Maschinen, die von digitalen Software-Lösungen und Automatisierungskonzepten profitieren. Am Wachstumsmarkt der Hochleistungs-Produktions-Inkjet-Druckmaschinen nimmt Heidelberg aber nicht mehr Teil, sondern überlässt diesen Multimilliarden-Markt Konkurrenten wie Canon, Ricoh, Flint/Xeikon und anderen.
Frage an ChatGPT: Wird das Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen AG in 10 Jahren noch existieren?
Als KI-Modell habe ich keine Möglichkeit, die Zukunft mit Sicherheit vorherzusagen. Es ist jedoch möglich, einige Einschätzungen und Vorhersagen zu treffen, basierend auf aktuellen Informationen und Trends.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist ein etabliertes Unternehmen in der Druckindustrie, das seit vielen Jahren aktiv ist. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit eine Reihe von Herausforderungen gemeistert, wie zum Beispiel den Übergang von analogem zu digitalem Druck. Die Branche, in der das Unternehmen tätig ist, ist jedoch von einer hohen Dynamik und Wettbewerb geprägt, was zu schnellen Veränderungen und Anpassungen führen kann.
Es ist schwer vorherzusagen, wie sich die Druckindustrie in den nächsten 10 Jahren entwickeln wird, aber es gibt einige Trends, die darauf hindeuten, dass sich die Branche in Richtung Digitalisierung und Automatisierung bewegt. Heidelberger Druckmaschinen AG hat in der Vergangenheit bereits entsprechende Schritte unternommen, um sich an diese Veränderungen anzupassen. Beispielsweise hat das Unternehmen in den letzten Jahren in die Entwicklung von digitalen Drucktechnologien und in die Automatisierung von Produktionsprozessen investiert.
Wenn das Unternehmen auch weiterhin auf die Trends und Herausforderungen der Branche reagiert und sich entsprechend weiterentwickelt, könnte es auch in 10 Jahren noch bestehen. Es ist jedoch auch möglich, dass unvorhergesehene Ereignisse oder Entwicklungen dazu führen, dass das Unternehmen in Zukunft nicht mehr existiert.
Screenshot aus ChatGPT zu Heidelberger Druckmaschinen (Version ChatGPT-4, 22. März 2023, 9h10)
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