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Screenshot aus KI Festival-Video-Doku des Städel Museum mit Constanzes Kurz, Gitta Kutyniok, Ingo Dachwitz, Nora Al-Badri, moderiert von Vivian Perkovic

KI ist längst Alltag – und sie bleibt. Die Diskussion beim KI-Festival im Städel Museum mit Moderatorin Vivian Perkovic und Expertinnen und Experten wie Constanze Kurz, Prof. Gitta Kutyniok sowie Ingo Dachfeld zeigte eindrücklich: Wir stehen an einem Wendepunkt. Es geht nicht um Hype oder Angst, sondern um kluge Gestaltung.

Vom „Ausbruch“ der KI zur Verantwortung der Anbieter

Jüngste Vorfälle bei OpenAI und Anthropic, bei denen Modelle Sicherheitsbarrieren umgingen, wurden kontrovers bewertet:

Constanze Kurz sieht darin vor allem Marketing und warnt vor Vermenschlichung: KI simuliert Verhalten, hat aber weder Bewusstsein noch eigene Ziele.

Gitta Kutyniok betont die wachsende Mächtigkeit der Systeme: Der Fehler lag in der unzureichenden Abschottung – die Agentenkommunikation wirkt intelligent, bleibt aber zweckgebunden.

Kernpunkt: Verantwortung liegt bei den Anbietern – technische Grenzen müssen robust sein, Narrativen sollte man kritisch begegnen.

Der vergessene Faktor Mensch und die Lieferkette der KI

Ingo Dachfeld lenkt den Blick auf Produktionsbedingungen: Content-Moderation und Datenlabeling, oft ausgelagert in den globalen Süden, schützen Nutzerinnen und Nutzer, belasten aber jene, die diese Arbeit leisten. Verantwortung darf nicht in komplexen Lieferketten diffundieren. Fair-Work-Standards sind überfällig.

Daten, Vielfalt und Entmystifizierung

Datensätze prägen, was Modelle „sehen“. Historisch dominierte der globale Norden (z. B. ImageNet). Die Antwort: kuratierte, kontextbewusste Southern Data Sets und Projekte wie „Babylonian Vision“, die KI als Mustererkenner begreifen – als Werkzeug, nicht als Wesen.

Infrastruktur sichtbar machen

Rechenzentren verbrauchen Energie und Wasser – oft ohne Transparenz. Pflichtkennzahlen zu Verbrauch, Kühlung und Emissionen sind notwendig, damit Unternehmen und öffentliche Hand rational entscheiden können. Wenn Kapazitäten ausgebaut werden, braucht es klare Berichte und Audits.

Technik, Effizienz und Vertrauen

Neuromorphes und photonisches Computing versprechen Effizienzgewinne; Biocomputing zeigt experimentelle Pfade. Standards und Programmierbarkeit müssen mitwachsen.

LLMs halluzinieren. Vertrauen entsteht durch Herkunftsnachweise, Modellkarten, Risikoberichte, unabhängige Audits und Optionen für lokale, datenschutzfreundliche Nutzung ohne Zwangsintegration.

Medienkompetenz als Pflichtfach

LLMs haben kulturelle und politische Färbungen. Medienkompetenz muss dauerhaft in Schulen und Weiterbildung verankert werden – wer KI bewusst nutzen will, muss sie verstehen. Transparenzlabels, ähnlich dem Energieeffizienzlabel, könnten Verbrauch, Zuverlässigkeit und Datenherkunft sichtbar machen – echter digitaler Verbraucherschutz.

Chancen nicht übersehen

KI löst komplexe Theoreme und eröffnet personalisierte Medizin – schon heute. Gleichzeitig sollten versteckte Kosten (Energie, Wasser, epistemische Risiken, militärische Anwendungen) ehrlich eingerechnet werden. Oft sind kleinere, spezialisierte Modelle präziser und ressourcenschonender als Generalmodelle.

Kreativität, Kultur und digitale Souveränität

Künstlerische Praxis zeigt die konstruktive Kraft von KI: Projekte wie „The Post Truth Museum“ von Nora nutzen Deepfakes, um dekolonisierte Zukunftsnarrative zu imaginieren. Kulturinstitutionen und Qualitätsjournalismus können eine Renaissance erleben: kuratieren, kontextualisieren, Sinn stiften.

Europa sollte seine Werte – Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz – selbstbewusst durchsetzen. Ein europäisches KI-Modell auf den Datenschätzen öffentlich-rechtlicher Sender, Bibliotheken und Forschung ist realistischer Aufruf zum Handeln.

Drei konkrete Schritte

  • Verantwortung sichtbar machen: Fair-Work-Standards entlang der gesamten Lieferkette, inklusive ausgelagerter Moderationsteams.
  • Transparenz verpflichtend machen: Energie- und Wasserberichte für Rechenzentren, Modellkarten, Herkunftsnachweise, unabhängige Audits und klare Datenschutzpraktiken.
  • Vielfalt in Daten fördern: Kuratierte, kontextreiche Datensets aus der globalen Mehrheit in Kooperation mit Communities, Kunst und Forschung.

Die Zuversicht entsteht nicht aus blindem Technikglauben, sondern aus unserer Fähigkeit, KI gemeinsam klug zu gestalten.


Screenshot der KI-Festival Videos des Städel Museum auf YouTube. Hier sind die Podiumsbeiträge per Live-Stream-Mitschnitt dokumentiert.


Im Rahmen der #besserleben Berichtsreihe werden von mir alle wichtigen Beiträge auf Bühne 1 des KI-Festivals thematisiert und kommentiert. 

Bereits im Blog erschienen:

Bitte auch die Posts auf LinkedIn beachten!


Wird fortgesetzt!


Bild: Screenshot aus dem Live-Video des Städel Museums auf YouTube.

Zusammenfassung der Diskussionsrunde beim KI-Festival im Städel Museum zum Thema „Wie können wir Begegnungen schaffen im KI-Zeitalter?“ mit Bernhard Pörksen, Christian Uhle, Sarah Diefenbach, moderiert von Vivian Perkovic.

Wie verändern generative KI und Social Media unsere Gespräche, Beziehungen und die Qualität unserer Öffentlichkeit? Daten und Erfahrungen zeichnen ein konsistentes Bild: Wir erleben eine Entfremdungsdynamik, die Technik verstärken kann – und zugleich Werkzeuge bietet, um Verbundenheit neu zu gestalten.

Wesentliche Befunde:

  • Laut American Time Use Survey sinkt die Zeit mit Freunden seit 2005; Tiefstand in der Pandemie, weiterhin niedrig in 2024.
  • „Sex Recession“: Der Anteil der 18–64-Jährigen mit wöchentlichem Sex sank von 55% (1990) auf 37% (2004); Sexlosigkeit bei 18–29 steigt bis 2024 deutlich.
  • Freizeitmonitor: Treffen mit Freunden bleibt wichtig, verliert aber stark; regelmäßige Freundestreffen fielen von 37% (1986) über 41% (2003) auf 19% heute.
  • Deutsche Depressionshilfe: Etwa ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich einsam; nach dem Pandemie-Peak weiterhin über dem Vorpandemischen.

Vivian Perkovic erläutert wichtige Statistiken aus aktuellen Studien. Foto: Weber

Was treibt die Entwicklung?

  • Social Media optimiert auf Aufmerksamkeit, Emotionalisierung und Retention
  • Intransparenz wird zur demokratischen Frage.

Und doch: Kein Kulturpessimismus. KI kann Resonanzräume öffnen – für Struktur, Recherche, Zusammenfassungen, Barrierefreiheit, kreative Impulse und bessere Konfliktkommunikation. Entscheidend sind Anreize und Design: Qualität der Begegnung statt Nutzungsdauer; Reflexion statt Echokammer.


Das Städel Museum hat Aufzeichnungen der Livestreams von der Hauptbühne des KI Festival auf seinem YouTube Kanal publiziert.

Gestaltungsprinzipien für Freundschaften, Teams und Organisationen:

  • Klare Trennung: KI für Information und Struktur, Menschen für Nähe und Vertrauen.
  • Kommunikationshygiene: KI-Dialoge als Vorbereitung realer Gespräche nutzen – Argumente sortieren, Perspektiven spiegeln.
  • Friktion zulassen: Unvollkommenheit, Pausen, Widerspruch gehören zur echten Begegnung.
  • Rhythmus stärken: Verbindliche analoge Zeitfenster, Rituale, kleine Gruppen – 19% regelmäßige Freundestreffen sind zu wenig.
  • Transparenz: KI-Einsatz offen benennen, Datennutzung erklären, Erwartungen an menschliche Zusammenarbeit priorisieren.
  • Beziehungs-Skills üben: Zuhören, Konfliktfähigkeit, Ambiguitätstoleranz, Empathie.
  • Design für Bindungsqualität: Coachende Funktionen, die Selbstwirksamkeit und soziale Brücken fördern – nicht klebrige Retention.
  • Digitale Öffentlichkeit schützen: Regulierung mit wirksamen Standards (Transparenz, Altersdesign, Suchtprävention) und Bildung (z. B. ein Schulfach „Digitale Öffentlichkeit/Medienkompetenz“).
  • Demokratische Beteiligung erweitern: KI kann Konsensfelder erkennen und Politikgestaltung stärken.
  • Vorausschauend denken: „Cassandra“-Methoden für Worst-Case-Szenarien und werteorientiertes, resilientes Technikdesign.
  • Online-Dating fair gestalten: KI als „digitale Kupplerin“ mit Transparenz, Diversität und ohne manipulative Gamification.

Zuversichtlicher Ausblick

Die menschliche Sehnsucht nach echtem Gegenüber ist robust. Wenn wir Anreize verschieben – weg von Aufmerksamkeit, hin zu Qualität der Begegnung – entsteht ein produktiver Hybrid: mehr Fokus, bessere Informationen, stärkere Beziehungen. Unsere Aufgabe ist, Räume für konzentriertes Zuhören zu schaffen und Technologien so zu bauen, dass sie Reflexion statt Erregung belohnen. KI bleibt – die Frage ist, was sie ergänzen darf und was unersetzlich menschlich bleibt.

Echte Verbundenheit entsteht nicht in der perfekten Antwort, sondern im gemeinsamen Aushalten, Denken und Lachen. Genau das sollten wir wieder öfter kultivieren. Nicht „wird schon“, sondern „wir machen es gut“. Heute ist ein guter Tag, damit zu beginnen. Oder?


Hinweis: Der Bericht wird fortgesetzt mit Zusammenfassungen der weiteren Podiumsdiskurse auf der Hauptbühne des KI-Festivals.

Siehe auch: „Die Zukunft ist menschlich!“ — Bericht zur Keynote von Prof. Dr. Björn Ommer


Foto: Städel Museum via Instagram

Innerhalb unserer Arbeit der Ideenbörse für positive Lebens-Perspektiven, kurz „Besser Leben. Schöner Sterben.“ ist für den Arzt David Sonntag und mich äußerst wichtig, die Entwicklungen rund um und mit KI /AI besonders umfassend und real einschätzen zu können. Gemäß unserem Motto „be more human“ achten wir darauf, wie stets der Mensch und nicht die Technik im Fokus steht.

Prolog

Das KI-Festival im Städel Museum am 4. und 5. September 2026 setzt Maßstäbe.

Es erscheint geradezu wunderbar und bemerkenswert, was das Städel Museum in Frankfurt am Main mit seinem KI Festival 2026 als pure Inspirationsquelle auf die Beine gestellt hat. Nachfolgend erste kurze Anmerkungen zur noch laufenden Veranstaltungen, die wir umfassend auswerten werden.

These 1 — Die Zukunft ist menschlich: Warum KI uns zu den analogen Werten zurückführt

In einer digitalen Welt wächst die Sehnsucht nach dem Echten, Greifbaren und Menschlichen. Während KI heute Texte schreibt, die vielen besser gefallen als menschliche Werke, und digitale Normierung unseren Ausdruck vereinheitlicht, entsteht eine Gegenbewegung – nicht aus Protest, sondern aus einem tiefen menschlichen Bedürfnis.

These 2 — Vom Nerd zum Visionär: Eine Lektion in Demut

Lange belächelten wir technikaffine „Nerds“, bis sie zu Architekten unserer Zukunft wurden. Diese Erfahrung lehrt Demut. Statt KI aus Angst abzulehnen, sollten wir ihre Potenziale neugierig erkunden. Die Chance liegt darin, zu verstehen und mitzugestalten – nicht in der Sorge, Status zu verlieren.

These 3 — Die Renaissance des Analogen: Mehr als Nostalgie

Schon heute suchen junge Menschen bewusst analoge Erlebnisse: Museen, Buchmessen, echte Begegnungen. Der Mensch braucht nicht nur digitale Versorgung, sondern körperliche Erfahrungen und authentische Kontakte.

These 4 — Die neue Währung heißt Knappheit

In einer Welt des technologischen Überflusses gewinnt das Knappe und Einzigartige an Wert. KI wird viele Güter im Überfluss verfügbar machen. Doch was wird dann kostbar sein?

  • Das Original: Der Moment vor einem echten Kunstwerk wie Picassos „Guernica“.
  • Das Erlebnis: Unberührte Natur oder das Gefühl, an einem einzigartigen Ort zu sein.
  • Die Begegnung: Direkter, persönlicher Austausch – unersetzbar durch Videokonferenzen.

Diese „knappen Güter“ werden die wahren Statussymbole einer von KI geprägten Zukunft sein. Sie definieren Reichtum nicht über Besitz, sondern über authentische Erfahrungen.

These 5 — Unsere Chance: Brücken bauen, keine Mauern

Technologie ist kein Gegner, sondern ein Werkzeug. Nutzen wir digitale Möglichkeiten, um Menschen an das Analoge heranzuführen. KI kann Kontexte schaffen, die uns die Tiefe eines Originals erst richtig schätzen lassen.

Erste Erkenntnis: Die Zukunft ist nicht entweder digital oder analog – sie ist beides. Packen wir sie an.


Foto: Städel Museum via Instagram

Von der bloßen Optimierung zur echten Transformation

Tenor: KI formt die Zukunft – lass uns mitgestalten.

In seinem herausragenden Einführungsvortrag analysierte Professor Dr. Björn Ommer von der LMU München die dualistische Natur der künstlichen Intelligenz (KI), indem er die Risiken der reinen Optimierung (z.B. Monopolisierung, „AI-Slop”) der Chance einer transformativen Wertschöpfung gegenüberstellt. Er argumentiert, dass positive Ergebnisse nicht automatisch eintreten, sondern bewusste Anstrengungen in Bildung, Souveränität und die Entwicklung spezifischer KI-Anwendungen erfordern, und positioniert Museen als essenzielle Vertrauens- und Orientierungsinstanzen in einer zunehmend komplexen, von KI geprägten Informationsgesellschaft.

Die Rolle der KI im musealen Kontext

Es tut sich bereits einiges im Museumswesen. Björn Ommer beleuchtete die bereits existierenden und zukünftigen Anwendungen von KI als Werkzeug in Museen. Er stellt dar, wie KI Prozesse wie das Sammeln, Katalogisieren, Konservieren und Erforschen von Kunstwerken unterstützt und die Vermittlung an Besucher durch animierte Kunstwerke oder Museumsroboter bereichert. Im Prozess des Sammelns unterstützt KI das Erstellen und Verbinden von Katalogen, den Abgleich von Einträgen und das Finden von Duplikaten. Sie ermöglicht die automatische Objekterkennung und Bildsuche, während moderne LLMs (Large Language Models) auch heterogene Freitextdaten durchsuchen und so einen tieferen inhaltlichen Zugang schaffen. In der Konservierung wird KI zur Detektion von Schäden wie Farbabsprengungen oder zur Vorhersage von Alterungsprozessen eingesetzt.

Die Kunstforschung profitiert von der Analyse des Wandels von Stil und Duktus über Jahrhunderte, während ein anderes Projekt KI zur Entzifferung von Keilschrift nutzt. Für die Vermittlung werden Kunstwerke animiert, wie im Harvard Art Museum, oder Roboter wie der historische „Rhino” im Deutschen Museum Bonn als Führer eingesetzt. Der Wandel des Roboters Rhino vom Werkzeug zum Museumsobjekt selbst illustriert dabei den technologischen Wandel und leitet zur übergeordneten gesellschaftlichen Diskussion über.

KI als gesellschaftliche Herausforderung: Optimierung vs. Transformation

Es ist unverzichtbar, die kritische Unterscheidung zwischen der reinen Optimierung bestehender Prozesse und der echten Transformation durch KI zu analysieren. Björn Ommer argumentiert, dass eine rein optimierende KI zu negativen Folgen wie Monopolisierung, Jobverlusten im Einstiegsbereich und der Verbreitung von minderwertigen Inhalten („AI-Slop”) führt. So zeigt eine Studie in Nature, dass der Einsatz von KI in der Wissenschaft zwar zu mehr Publikationen (3x) und Zitaten (5x) für den Einzelnen führt, der Gesamt-Impact der Wissenschaft jedoch sinkt, da nur noch leicht automatisierbare Bereiche erforscht werden.

Die hohen Ressourcenkosten der KI (Chips, Energie) fördern eine Monopolisierung. Gleichzeitig entsteht eine Flut an „AI-Slop”, wobei künstlich generierte Inhalte bereits die von Menschen erstellten übersteigen. Diese Entwicklung führt zu einer Verlagerung der kognitiven Leistungsfähigkeit auf die KI und schafft Abhängigkeiten. KI wird zu einer Infrastrukturtechnologie, einem “Foundation Layer”. Ommer betont, dass diese negativen Konsequenzen automatisch eintreten, während die eigentliche, transformative Wertschöpfung bewusster Anstrengung bedarf.


Über die Hälfte der Firmen nutzt KI nur zur Effizienzsteigerung, obwohl die massive Wertschöpfung („Value Creation”) erst bei echter Transformation stattfindet.


Die zwei Zukünfte: Dystopie durch Passivität vs. Utopie durch Gestaltung

Entscheidend erscheint, die Dichotomie der KI-Zukunft darzustellen: eine, die automatisch zu Beliebigkeit und Kontrollverlust führt, und eine andere, die durch gezieltes Handeln Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft „empowern” kann. Der positive Ausgang ist nicht garantiert. Negative Effekte wie algorithmische Manipulation oder das Ersetzen von Einstiegsjobs treten automatisch ein. Positive, transformative Wertschöpfung hingegen erfordert bewusste Entscheidungen. Die Vorstellung einer KI als „Universal Problem Solver“, die alles automatisch verbessert, wird als steile Hypothese kritisiert. Im Bereich der Cybersicherheit herrscht bereits ein „Arms Race“, bei dem „Troll-Fabriken“ gezielt Desinformationen streuen, die laut Schätzungen bereits ein Drittel der ausgespielten Informationen manipulieren. In Anlehnung an Charles Dickens kann die Gegenwart als die „beste“ und „schlimmste“ aller Zeiten beschrieben werden: Sie ermöglicht einen beispiellosen Zugang zu Wissen, führt aber gleichzeitig zu einer Flut an Beliebigkeit („Arbitrarität”) und einem Verlust von Authentizität.


Das Städel Museum hat Aufzeichnungen der Livestreams von der Hauptbühne des KI Festival auf seinem YouTube Kanal publiziert.

Voraussetzungen für transformative Wertschöpfung mit KI in Deutschland

Es lohnt sich, die Hürden und Potenziale für eine erfolgreiche KI-Transformation in Deutschland und Europa zu betrachten. Als zentrale Hemmnisse werden der Mangel an Fachkräften für eine komplette Transformation, die Abwanderung von Talenten in die USA, hohe Compliance-Hürden und ein im Vergleich zu den USA deutlich geringeres Investitionskapital identifiziert. Auch die hohen Energiekosten stellen eine Herausforderung dar. Demgegenüber stehen deutsche Stärken wie exzellent ausgebildete Forscher, eine starke industrielle Basis und der Zugang zu hochspezifischen Industriedaten durch Weltmarktführer.

Björn Ommer plädiert dafür, nicht den großen US-Modellen nachzueifern, sondern auf Nischen wie industrielle, physikalische und verlässliche KI zu setzen. Der größte Hebel für Wertschöpfung liegt in Investitionen in „Upskilling”, da diese eine mehr als fünffache Rendite bringen. Es ist eine Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation, jetzt ins „Doing“ zu kommen und die Souveränität bei Technologie und Engineering-Skills zu sichern, anstatt bei der reinen Optimierung stehen zu bleiben.

Die neue Rolle des Museums in der KI-Ära

Was hat all das mit dem Museum als Institution zu tun? Dessen Rolle wandelt sich in Zeiten von Informationsflut und schwindender Verlässlichkeit fundamental. In einer Welt, in der Content zur Commodity wird und die Verlässlichkeit von Informationen sinkt, gewinnen klassische museale Kompetenzen – die Prüfung von Provenienz, Kontext und Glaubwürdigkeit – eine neue, gesellschaftliche Relevanz. Während KI zu personalisierten Informationsblasen führt, steigt die Bedeutung gemeinschaftlicher Erlebnisse („Shared Experience“).

Museen werden zu unverzichtbaren Ankerpunkten und Vertrauensinstitutionen, die in einer „lauten”, schnelllebigen Welt Orientierung und Kontinuität bieten. Als „Cultural Memory Institutions“ bilden sie ein Gegengewicht zur kurzlebigen Aufmerksamkeitsökonomie, deren Horizont oft nicht über den Moment hinausreicht. Sie helfen, historische Entwicklungen und Wertewandel sichtbar zu machen, ohne eine feste Wahrheit vorzugeben, und unterstützen so die persönliche Entscheidungs- und Einordnungsfähigkeit in einer komplexen KI-Ära.


Zur Person

Björn Ommer ist Professor an der LMU München und leitet dort die „Computer Vision & Learning Group“. Darüber hinaus ist er als Co-Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats sowie als langjähriger Associate Editor des führenden Journals zu KI, den IEEE T-PAMI, tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen generative KI, automatisches Bildverstehen und erklärbare neuronale Netze. Ommer arbeitet an wegweisenden Ansätzen zur Demokratisierung generativer KI, darunter „Stable Diffusion“, einem revolutionären Open-Source AI-Modell, welches in der Lage ist, aufgrund von Text-Prompts fotorealistische Bilder zu erstellen. Diese Arbeiten finden breite Anwendung und haben bereits zahlreiche neue Wege in Forschung, Industrie, Medien und darüber hinaus eröffnet.


Hinweis: Der Bericht wird fortgesetzt mit Zusammenfassungen der weiteren Podiumsdiskurse auf der Hauptbühne des KI-Festivals.

Siehe auch den Bericht: „KI, Social Media und echte Begegnungen: Warum wir jetzt bewusst gestalten müssen“

https://valuetrendradar.com/2026/09/06/ki-social-media-und-echte-begegnungen-warum-wir-jetzt-bewusst-gestalten-mussen/amp/


Das vollständige Programm im Überblick.


Jackson Pollock beim Action Painting: Offen für das Kommende. Ohne es kontrollieren zu wollen!

Die 150-Jahre-Baustelle: Warum wir aufhören müssen zu verwalten und anfangen müssen zu malen

Zusammenfassung des Podcast „Zukunft“ aus der Reihe „Besser Leben. Schöner Sterben.“ von Andreas Weber und dem Arzt David Sonntag.

1. Einleitung: Das Frösteln vor dem Morgen

Der Wind dreht sich. Es fröstelt uns. Nicht vor der Kälte, sondern vor dem Ungewissen. Wir blicken auf die kommenden Jahrzehnte und spüren eine unterkühlte Unsicherheit. Ist die Zukunft ein drohendes Schicksal, das wie eine Kaltfront über uns hereinbricht? Oder ist sie ein Raum, den wir erst noch betreten und gestalten müssen? Die Kälte ist lediglich eine Einladung, sich zu bewegen. Sind wir bereit, die Starre zu überwinden?

2. Die Pollock-Methode: Zukunft beginnt in einer Sekunde

Wir begreifen die Zukunft oft fälschlicherweise als einen fernen Horizont. Doch die Wahrheit ist radikaler: Die Zukunft beginnt in einer Sekunde. Alles danach ist bereits Erlebtes, geronnene Vergangenheit. Um diesen Übergang zu meistern, hilft uns die Ästhetik des Jackson Pollock. Sein „Action Painting“ war kein Plan, sondern ein Prozess. Die Leinwand lag auf dem Boden, die Farbe floss, spritzte und tropfte.

Das Bild entstand im Tun, ohne dass das Endergebnis vorab feststand. Diese Offenheit gegenüber dem Unbekannten ist das Fundament jeder Innovation. Wer krampfhaft am Status Quo festhält, gleicht einer Innovationsbremse, die aus Angst vor Fehlern die Leinwand weiß lässt. Wir müssen lernen, das Bild im Prozess zu entdecken, anstatt das Gestern zu verwalten.

3. Die 120-Jahre-Realität: Wenn das Leben zur Dauerleihgabe wird

Wir stehen vor einer biotechnologischen Konvergenz, die unser Verständnis von Biologie sprengt. Die heutige Medizin agiert oft noch als bloße „Krankheitsverwaltung“ – sie managt Defizite, anstatt die Gesundheit nachhaltig zu potenzieren, wie David Sonntag festgestellt. Doch der Gezeitenwechsel steht bevor:

In 10 Jahren: Die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht die 120-Jahre-Marke.

In 30 bis 40 Jahren: Ein Alter von 150 Jahren wird zur statistischen Normalität.

Whole Genome Sequencing (WGS): Mit einem Preis von etwa 650 $ (bereits heute in den USA und China Realität) ist der demokratische Tipping Point erreicht. Die Entschlüsselung des eigenen Genoms via App wird zum Standard-Werkzeug.

Epigenetik: Wir begreifen unsere Gene nicht mehr als starres Schicksal, sondern als ein Set von Schaltern, die wir durch aktives Handeln und Prävention selbst steuern können.

4. Von Brain-Chips und lebenden Prozessoren

Die Grenze zwischen Mensch und Maschine erodiert. Während europäische Debatten oft in ethischer Bedenkenträgerei verharren, hat China die Phase der Tierversuche bereits hinter sich gelassen. Dort existieren längst Zulassungen, um Computerchips direkt in menschliche Gehirne zu implantieren. Noch beunruhigender und zugleich faszinierender ist das „Biological Computing“: Prozessoren, die mit lebenden menschlichen Gehirnzellen arbeiten. Die Hardware wird biologisch, der Mensch wird technologisch.

„Die Zeit, die es braucht, um über das Vergangene zu grübeln, fehlt, um die Zukunft zu gestalten.“

Wenn das Menschliche in die Technik transponiert wird und Chips in unsere neuronalen Netze wandern, ist eine tiefe ethische Reflexion unumgänglich. Während wir noch über das Vergangene grübeln, schaffen andere bereits vollendete Tatsachen.

5. Das Ende der Beschäftigungstherapie: Die 23-Stunden-Woche

Die Politik präsentiert uns oft „Reformpakete“, die sich bei näherem Hinsehen als bloße Flickenschusterei entpuppen – eine Reparatur der Vergangenheit, verkauft als Wurf für die Zukunft. Während man uns zuruft, wir müssten „mehr arbeiten“, zeigt die technologische Realität einen anderen Weg: Die 23-Stunden-Woche. Durch die Effizienz der KI wird Arbeit im klassischen Sinne zur Option.

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: „Beschäftigungstherapie“ vs. echtes „Wirken“. Ein 93-jähriger Schülerlotse, der jeden Morgen Kinder sicher über die Straße geleitet, ist kein Opfer des Arbeitsmarktes. Er ist ein Meister seiner eigenen Leinwand. Er arbeitet nicht für eine Bilanz, er wirkt für einen Sinn. Effektivität schlägt Effizienz; das Ziel ist nicht das Hamsterrad, sondern die Gestaltung von Lebensqualität.

6. Vorstellungskraft schlägt Wissen

Warum versagen unsere Prognosen? Weil Wissen stets ein Rückspiegel ist. Es basiert auf dem, was war. Albert Einstein wusste: „Wissen ist nichts im Vergleich zur Vorstellungskraft.“ Um wirklichen Fortschritt zu erzielen, müssen wir das Unmögliche denken und die Gabe der Vision kultivieren.

Andreas stellt im Podcast hierzu ein mutiges Postulat auf: Die 80/20-Regel der Selbstbestimmung. Er wettet darauf, dass 80 % unseres Lebens von uns selbst gestaltbar sind, während nur 20 % sich unserem Einfluss entziehen. Wer sich hinter den 20 % versteckt, betreibt Planwirtschaft des Geistes. Wahre Innovation braucht den Mut, sich jenseits des Wissensstandes neu zu erfinden.

7. Das Mantra der Zukunft: Be More Human

In einer Ära maximaler Technisierung wird „Be More Human“ zum ultimativen ethischen Kompass. Wir stehen vor einer anthropozentrischen Wende: Je mehr humanoide Roboter – in 50 Jahren womöglich zahlreicher als Menschen – unseren Alltag bevölkern, desto kostbarer wird das spezifisch Menschliche.

Die Zukunft ist eine Self-fulfilling Prophecy. Wer nur in den Rückspiegel starrt, wird unweigerlich kollidieren. Wenn wir uns jedoch eine Zukunft vorstellen, in der Technik uns die Freiheit schenkt, empathischer, kreativer und menschlicher zu sein, dann erschaffen wir genau diese Realität. Maximale Technik verlangt als Gegengewicht eine maximale Menschlichkeit.

8. Fazit: Ein offener Möglichkeitsraum

Andreas und David sind sich einig: Zukunft ist kein Schicksal, das uns zustößt, sondern ein dynamischer Prozess, der uns Anpassung und Lernfähigkeit abverlangt.

Visionäre wie Steven Spielberg (in seinem jüngsten Film „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“) lehren uns in ihren Werken – etwa wenn sie die intellektuelle Tiefe einer Begegnung mit dem Unbekannten ausloten –, dass wir nicht allein sind in unserem Gestaltungsdrang.

Wir müssen aus dem Schneckenhaus des Frusts heraustreten. Die Leinwand liegt vor uns, die Farben sind gemischt. Was ist der erste Pinselstrich, den Sie heute auf Ihre 150-jährige Leinwand setzen werden?


Links zum Podcast auf:

Spotify https://open.spotify.com/episode/43qvTUgaWumzay1hoXTuAa?si=XnRNq2WrSGySXx67VSt7vA

YouTube https://youtu.be/TskVRqv2Kkg?is=QoXFkZi5q55zMxiy


Erstes Manifest von den #PrintIsBack Podcast-Machern Jacques Michiels und Andreas Weber

Den Podcast #PrintIsBack gibt es auf Spotify, Apple etc. sowie via YouTube bei #PrintIsland.

Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und strukturierte Erkenntnis als Schlüssel zum Erfolg

Warum Print mehr braucht als Parolen

Die Druckbranche steht vor einem Wendepunkt: Statt sich in kurzfristigem Aktionismus oder ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren, sollte sie Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und einen strukturierten Erkenntnisprozess in den Mittelpunkt stellen. Print entfaltet seinen Wert nicht durch leere Floskeln, sondern durch seine konkrete Wirkung auf Wahrnehmung, Erinnerung und menschliche Speicherbildung – besonders im Zusammenspiel mit digitalen Technologien.

Doch wie gelingt der Schritt von der „Säuglingserkenntnisphase“ zu einer reifen, lernenden Branche? Dieser Beitrag zeigt konkrete Initiativen, Handlungsanleitungen und einen Fahrplan für nachhaltige Veränderung.

1. Kernprobleme der Druckbranche: Was wirklich zählt

Die Branche leidet unter drei zentralen Defiziten:

❌ Fehlende Selbstwirksamkeit
Viele Akteure handeln reaktiv statt proaktiv – getrieben von Marktveränderungen, ohne eigene Gestaltungsmacht zu definieren.

❌ Veraltete Technologie-Debatten
Die Auseinandersetzung zwischen Offset, Digitaldruck & Co. blockiert Fortschritt. Dabei ist Technologiepluralismus längst Realität – die Frage ist nicht entweder/oder, sondern wie kombinieren wir das Beste aus allen Welten?

❌ Oberflächlicher Erkenntnisgewinn
Events, Marketinggetöse und Claqueure verzerren den Blick auf echte Innovationen. Statt fundierter Daten und Erfahrungsaustausch dominieren oft Hype und Einzelschicksale.

2. Strategien für mehr Selbstwirksamkeit: Ein 3-Stufen-Plan

🔹 Stufe 1: Selbstwirksamkeit definieren – wer beeinflusst was?

Frage: Welche Hebel hat die Branche – und jeder Einzelne – um die eigene Situation aktiv zu gestalten?

Checkliste für Führungskräfte:


✅ 1x pro Quartal ein „Selbstwirksamkeits-Meeting“ abhalten: Was können wir selbst beeinflussen – und was nicht?


✅ Mitarbeiterfeedback systematisch einholen (z. B. über anonyme Umfragen oder Retrospektiven).


✅ Kundenbeziehungen auf langfristige Partnerschaften ausrichten (z. B. durch Abo-Modelle für Print-Services).

🔹 Stufe 2: Technologiepluralismus leben – Vielfalt als Stärke

These: Print ist kein „entweder/oder“, sondern ein „sowohl/als auch“.

Checkliste für die Praxis:


✅ Technologie-Audit: Welche Verfahren sind im Unternehmen bereits etabliert? Wo gibt es Synergien?


✅ Pilotprojekte starten: Z. B. Digitaldruck + KI für personalisierte Mailings testen.


✅ Lieferanten diversifizieren: Nicht nur einen Technologiepartner, sondern ein Netzwerk aufbauen.

🔹 Stufe 3: Erkenntnis systematisch generieren – von Daten zu Handeln

Definition: Erkenntnis ist kein Zufall, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Wahrnehmung, Erfahrung und Reflexion.

Checkliste für Erkenntnisgewinn:


✅ 1x pro Monat eine „Erkenntnis-Session“ einberufen: Was haben wir gelernt – und was bedeutet das für unsere Strategie?


✅ Externe Perspektiven einbeziehen:Gastvorträge von Tech-Experten, Kunden oder Wissenschaftlern.


✅ Daten nutzen, um Marketing zu justieren: Nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Fakten setzen (z. B. A/B-Tests für Print-Kampagnen).

3. Wie KI die Selbstwirksamkeit stärkt: Vier konkrete Anwendungsfälle

Künstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Enabler für mehr Kontrolle und Effizienz.

Checkliste für KI-Integration:


✅ Pilotprojekt starten: Z. B. KI-gestützte Layout-Optimierung für Verpackungen testen.


✅ Datenqualität sicherstellen: Saubere, strukturierte Daten sind die Basis für KI-Erfolge.


✅ Mitarbeiter schulen: KI ist kein Selbstläufer – Schulungen zu Tools wie Adobe Firefly oder Canva Magic Design sind essenziell.

4. Fazit: Print neu erfinden – aber richtig

Die Druckbranche steht vor einer einmaligen Chance:

  • Von der Defensive in die Offensive wechseln: Nicht auf den Untergang warten, sondern Print als strategisches Medium neu definieren.
  • Technologie nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug begreifen – besonders KI und digitale Ökosysteme.
  • Erkenntnis als Prozess etablieren: Daten sammeln, reflektieren, handeln – und das kontinuierlich.


Die zentrale Frage lautet nicht:
„Wie retten wir Print?“
Sondern:
„Wie gestalten wir Print so, dass er seine volle Wirkung entfaltet – für Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft?“


📌 Next Steps: Wo anfangen?

Wenn Sie die „Säuglingserkenntnisphase“ hinter sich lassen wollen, starten Sie mit diesen drei konkreten Schritten:

🔹 1. Selbstwirksamkeits-Workshop(intern oder mit Partnern): Definieren Sie drei konkrete Ziele, die Sie selbst beeinflussen können – und legen Sie Messkriterien fest.


🔹 2. Technologie-Check: Analysieren Sie Ihr Portfolio – wo gibt es Synergien zwischen Offset, Digital und Online?


🔹 3. KI-Pilot: Starten Sie ein kleines, aber messbares Projekt (z. B. KI-gestützte Personalisierung) und evaluieren Sie die Ergebnisse nach drei Monaten.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen!
Wie geht Ihre Druckerei oder Ihr Verlag mit diesen Herausforderungen um? Diskutieren Sie mit uns auf LinkedIn oder werden Sie Mitglied unserer #Printisback Community auf LinkedIn. Gemeinsam sind wir stärker. 🌱

English translation, see below!

Fokus: Litho Days III In Türkiye – Ankara (5./6./7.12.2025)

Von Barbara Wilhelmi (Internationale Senefelder Stiftung)

‚Die Lithographie ist auf der ganzen Welt im Vormarsch!‘ – Dieser Satz des berühmten Lithografen Erich Mönch stand in den 70-iger Jahren an der Wand des Druckzentrums in Tübingen, und er erschien schon damals eine ironische Bemerkung zu sein. Bei den Litho Days III in der Türkei im Dezember 2025 wurde dieser Satz Realität, denn schon zum dritten Mal nach 2021 und 2023 hatte das Dou Printstudio von Doḡu Gündoḡdu und Naz Önen zu einem Litho-Event in die Türkei eingeladen und sie stützten sich auf die Kontakte die sie auch beim Internationalen Lithographie Kolloquium der Internationalen Senefelderstiftung im April 2024 geknüpft hatten.



Auch in diesem Jahr präsentierte das Dou Printstudio in Ankara wieder ein reichhaltiges Programm: Zu Beginn der Besuch in der großartigen  Ausstellung „Separation and Merging Point“ (FOTO 1,1 + 1,2), in diesem Jahr gestaltet von der bekannte Kuratorin Eda Berkmen, in der Anafartalar Shopping Mall, No. 203. Zu sehen waren Lithographien von Künstlern, gedruckt im Dou Printstudio (Edition III). Die Werkstatt selbst konnte am Morgen des 6. Dezembers, dem Feiertag der Lithographen, besichtigt werden (FOTO 2).

Im Mittelpunkt der Litho Tage III stand danach das Panel: „DISCUSSING THE SUSTAINABILITY WITH ROOTED LITHOGRAPHY STUDIOS“ (FOTO 3) mit den Printmakern Christian Bramsen (Atelier Clot, Paris), Jan Pelkofer + Paul Klös (Tabor Presse Berlin, Deutschland), Kapser Fleng + Julie Peter Hjörring (Grafisk Värksted, Dänemark), Mikkjal Matras Andersson (Steinprent, Faroe Islands), Louise Aakermann Nielsen (Bornholm) – Moderation: Naz Önen.

Es ging um das Verhältnis der professionellen Drucker in den unterschiedlichen Werkstätten im Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern, die Aspekte der professionellen Druckwerkstätten, die auf die eine oder andere Weise die Vorstellungen der Künstlerinnen und Künstler umsetzen. Die Qualitätssicherung auf hohem lithographischen Niveau wurde ebenso Thema wie der Vertrieb und die Vernetzung der Drucker untereinander, um Perspektiven für die Zukunft entwickeln zu können. Dazu wurde die Frage erörtert, ob Drucke nicht vielmehr den Status von Originalen haben sollten und sich dementsprechend dann auch die Preisgestaltung verändern würde (FOTO 4). Der Wandel ist einerseits geprägt durch den Wegfall der großen Druckereien, aber andererseits gibt es auch neues Entstehen von kleinen Printstudios wie dasjenige in Ankara und eine türkische Künstlerin Derin Tuksal, die seit vier Jahren Derin Print Shop leitet, das Gemeinschaftsatelier für Radierung in Istanbul.

Die Probleme, nicht mehr die Materialien kaufen zu können wie früher, werden nun oft auf unkonventionelle Weise gelöst durch Eigenproduktion. So ist in der Druckwerkstatt von Dou eine selbstgebaute Lederdruckwalze zu bestaunen (FOTO 5). Und dort hängt auch, wie ein Schutzpatron, das lithographische Porträt von Alois Senefelder neben Atatürk (FOTO 6). Das Panel der Lithodays III fand im Erimtan Archäologischen Museum statt, wo ebenfalls eine temporäre Ausstellung (“Litho Wall–1”) für jeweils drei Monate mit einer speziellen Auswahl aus dem Dou Printstudio zu sehen ist. Am Abend des 06.12.2025 gab der dänischen Botschafter, Ole Toft, in der dänischen Residenz in Ankara einen Empfang (FOTO 7). Das Projekt wurde möglich gemacht durch den Support vieler kultureller und politischer Institutionen, wie z.B. das Goethe-Institut in Ankara und weitere Botschaften vor Ort (siehe Aufzählung unten).👇

Vielen Dank für das unvergessliche Erlebnis der Lithoö Tage III. Viel Erfolg für Doḡu Gündoḡdu, Naz Önen und das Duo Print Studio – Barbara Wilhelmi

Fotos: Barbara Wilhelmi, Duo Print Studio


Litho Days III in Türkiye – Ankara December 5th to 7th of 2025

by Barbara Wilhelmi (Internationale Senefelder Foundation)

Lithography is on the rise all over the world! This statement by the famous lithographer Erich Mönch was displayed on the wall of the printing center in Tübingen in the 1970s, and even then it seemed like an ironic remark. At Litho Days III in Turkey in December 2025, this statement became reality, as the Duo Printstudio, comprised of Doḡu Gündoḡdu und Naz Önen, hosted a lithography event in Turkey for the third time, following previous events in 2021 and 2023 and they relied on the contacts they had also made at the International Lithography Colloquium of the International Senefelder Foundation in April 2024. 

This year, the Dou Printstudio once again presented a rich program in Ankara:

It began with a visit to the magnificent exhibition “Separation and Merging Point” (PHOTO 1.1 + 1.2) in the Anafartalar Shopping Mall, No.203. The exhibition, curated by the renowned Eda Berkmen, featuring lithographs by various artists, printed by the Dou Printstudio (Edition III). The workshop could be visited on the morning of December 6, the lithographers’ day (PHOTO 2). The panel discussion of Litho Days III began that same afternoon: “DISCUSSING THE SUSTAINABILITY WITH ROOTED LITHOGRAPHY STUDIOS” (PHOTO 3) with printmakers Christian Bramsen (Atelier Clot, Paris), Jan Pelkofer + Paul Klös (Tabor Presse Berlin, Germany), Kapser Fleng + Julie Peter Hjörring (Grafisk Värksted, Denmark), Mikkjal Matras Andersson (Steinprent, Faroe Islands), and Louise Aakermann Nielsen (Bornholm) – moderated by Naz Önen (Dou Printstudio).

The discussion focused on the relationship between professional printers in different workshops and the artists, and the aspects of professional printmaking that, in one way or another, realize the artists’ visions. Quality assurance at a high lithographic level was discussed, as were distribution and networking among the printers to develop future perspectives. The question was discussed whether prints should have the status of originals and whether the pricing would change accordingly (PHOTO 4).  The transformation is characterized on the one hand by the demise of large printing houses, but on the other hand, there is also the emergence of new small print studios, such as the one in Ankara, and a Turkish artist: Derin Tuksal, leading Derin Print Shop, the collaborative etching studio in Istanbul for four years. 

Dou Print is currently the only independent collaborative lithography studio. The problem of no longer being able to purchase materials as before is now often solved in unconventional ways through in-house production. For example, a self-made leather printing roller can be admired in Dou’s printmaking workshop (PHOTO 5). And there, like a patron saint, hangs a portrait of Alois Senefelder next to Atatürk (PHOTO 6). The Lithodays III panel took place at the Erimtan Archaeological Museum with a temporal exhibition (“Litho Wall–1”) which showcases each time a special selection from Dou Print Studio’s collection for three month periods. On the evening of December 6, 2025, reception hosted by the Danish Ambassador, Ole Toft in the Danish Residence (PHOTO 7). The project was made possible by the support of many cultural and political institutions, such as the Goethe-Institut in Ankara and other local embassies (detailed list below).                                                                                                    

Visiting the Lithodays III was a truly memorable experience for me and I wish all the best for Doḡu Gündoḡdu and Naz Önen and Dou Duo Print Studio in Ankara – with best regards Barbara Wilhelmi  

Photos: Barbara Wilhelmi, Naz Önen / Duo Print Studio


Litho Days in Türkiye project has been made possible with the support of 

the Ankara Metropolitan Municipality Directorate of Culture and Social Affairs, 

the French Cultural Centre in Ankara, 

the Goethe-Institut in Ankara, 

the Embassy of Poland in Ankara, 

the  Ministry of Foreign Affairs of Denmark, 

the Ministry of Culture Denmark and the Danish Arts Foundation

as a EUNIC (The Network of European National Cultural Institutes) project, 

along with KAFT’s product and Radisson Blu’s accomodation sponsorship.

 

Invitation poster created by Duo Print Studio

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Nice to remember: #drupa2016

#FreitagsGedanken von Andreas Weber | English version below

 

Die ganze Welt scheint nun erstarrt. Doch zu verharren wäre tödlich. Noch sind wir in der Lage, zu kommunizieren. Wenn auch nicht mehr persönlich von Angesicht zu Angesicht, so doch per Kommunikations-Technik. Wunderbar. Oder?

Aber: Ein Neustart in der Kommunikation nötig. Für uns in der Print-Branche hat Kommunikation eh eine ganz besondere Bedeutung. Sie ist Teil unserer DNA.

Darum hier aus meiner Sicht ein paar Anmerkungen und Tipps:

Haben Sie schon einen Notfallplan? Im Fokus: Vernetzung & Interaktion.

Besonders bedrohlich für uns im B2B:

Die Print-Fachpresse diffundiert; ca. die Hälfte oder sogar mehr der Titel wird wohl vom Markt verschwinden! Die ersten Verlage haben angekündigt, die Produktion der Print-Titel auszusetzen. Ob e-Newsletter, die Pressemeldungsinhalte der Herstellereindustrie kolportieren, Nutzen stiften, wage ich zu bezweifeln, 

Fachpressearbeit/PR, wie wir sie kennen, erscheint sowieso zu langsam in der Umsetzung, zumeist ohne eigenen Inhalt — und ohne Reichweite. Und ohne zu wissen, wie die Inhalte beim Empfänger ankommen.

Direktmarketing verpufft derzeit völlig. Denn: Viele arbeiten momentan nicht im Büro, an das die Mailings gehen.

 


 

Generell scheint für mich folgendes relevant:

  1. Egal was ich tue/anbiete: Wie erreiche ich überhaupt noch meine Kunden, Interessenten, Mediatoren und Multiplier?
  2. Wie evaluiere ich, was meine Stakeholder bewegt?
  3. Wie stelle ich sofort dynamische Beziehungen über Netzwerke her?
  4. Wie finde ich inhaltlich den richtigen Ton. Im Sinne von:  „Ich höre zu und gebe pro-aktiv Hilfestellung“. Und nicht: Ich sage Dir, was ich biete.
    Und spezifisch:
  5. Wie kann ich als Hersteller meine zur #drupa2020 geplanten Neuheiten ab sofort erfahrbar machen?
  6. Wie muss ich als Druckerei das Geschäft kommunikativ absichern bzw. Kontakte medial herstellen und ausbauen?
  7. Mit wem muss ich mich verbünden, um im Team schlagkräftiger zu sein.

Falls Se weitere Ideen oder Anregungen haben: Bitte bei mir melden. Wir schaffen das. Gemeinsam!

 


 

#FridayThoughts by Andreas Weber

 

Drupa wants to embrace the future. — We embrace the CHAOS!

The whole world now seems frozen. But to remain would be fatal. We are still able to communicate. If no longer face to face personally, it does so using state-of-the-art communication technology. Wonderful. Isn’t it?

But: A restart in communication is necessary. Communication has a very special meaning for us in the print industry. It is part of our DNA.

Therefore, from my point of view, here are a few comments and tips:

• Do you already have an emergency plan? In focus: networking & interaction.

Particularly threatening for us in B2B:

• The print trade press diffuses; about half of the titles or even more will probably disappear from the market! The first publishers have announced that the production of the print titles will be suspended. I doubt whether e-newsletters, crowded with press release content of the manufacturing industry, create benefits, will be the solution.

• PR work and trade press publishing as we know it seems too slow to implement anyway, mostly without its own content — and without reach. And without knowing how the content is received by the recipient.

• Direct marketing is currently evaporating completely. Because: Many are not currently working in the office to which the mailings go.

 


 

In general, the following seems relevant to me:

1. No matter what I do / offer: How can I still reach my customers, prospects, mediators and multipliers?

2. How do I evaluate what moves my stakeholders?

3. How do I instantly create dynamic relationships across networks?

4. How do I find the right tone in terms of content? In the sense of: “I listen and give proactive support”. And not: I tell you what I offer.

And specifically:

5. As a manufacturer, how can I make my new products planned for #drupa2020 tangible from now on?

6. As a print shop, how do I have to secure the business communicatively or establish and expand contacts in the media?

7. Who do I have to team up with to be more effective in the team?

If you have further ideas or suggestions: Please contact me. We can do it together!

BTW: I think the INKISH team could support all of us in the best way!

 


 

Gestern. Heute. Morgen. Der Print-Branche tut es gut, sich mit jungen Menschen auseinanderzusetzen. Denn die Generation Smartphone schätzt Print-Innovationen.

Kommentar von Andreas Weber, Head of Value

 

Mit der Premiere des Heidelberg Digital Print Forum 2019 ist auf Anhieb ein wirklicher Überraschung-Coup gelungen. Ambiente, Themen und Programmgestaltung im Wieslocher Print Media Center weichen vom Üblichen ab. Das Auditorium: grossartig, aufgeschlossen, neugierig, aber auch kritisch und wachsam. Mit anderen Worten: Ich habe mich extrem wohlgefühlt — wie die insgesamt über 170 anderen Teilnehmer und Co-Referenten auch.

Alles was ich heute erleben konnte, deckt sich mit meiner Analyse, die ich vorgetragen habe: Print als Medium und Druckereien als Kompetenzpartner profitieren dann, wenn der Nutzen in den Vordergrund gestellt wird. Das begeistert die, die als Kunde/Auftraggeber oder als Mediennutzer persönlich angesprochen, oder besser berührt werden wollen. Drucken kann nicht nur Inhalte vervielfältigen, sondern auf höchstem Niveau höchst individuell inszenieren.

 


 

Fotos: Andreas Weber


 

Ob auf dem Podium oder beim Marktplatz oder den informativen kurzen Fachvorträgen, es hat sich gezeigt, dass die Print-Welt im Wandel ist, aber durchaus zum Schrittmacher im Digitalzeitalter werden kann.

Meiner Auffassung nach: Druckereien brauchen sich nicht zu verstecken. Sie können mutig und pro-aktiv nach vorne gehen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen bzw. Bestehendes zu reformieren.

Die moderne Digitaltechnik im Print steht an der Spitze der Medientechnologien. Und erfüllt die Anforderungen um zeitgemäß und zukunftssicher profitabel Geschäft zu machen.

Die Veranstaltung hat aus meiner Sicht nicht nur wichtige Fragestellungen geliefert, sondern auch konkrete, nützliche Ergebnisse, die für die Branche wichtig sind.


 

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Erfolgreiches Team (v.l.n.r.): Matthias Langner, Laura Sturm, Andreas Weber, Laura Breitner, Manuela Gomez, Daniel Szkutnik, Marc Schmitz. Foto: Heidelberg.

Ein Plädoyer für Print aus anderer Perspektive: Andreas Weber beginnt mit seinen Lieblingsbüchern, u.a Designing for Print und Vienna Stories. Foto: Juliette Pickl, Business Development Manager at Mondi Uncoated Fine Paper

 

Aus meiner Sicht als Referent ist folgendes wichtig:

Customization rückt in den Fokus! — Und hilft, den Akzidenzdruck zu reformieren.

Social Media kann ein Eldorado für Print sein! V.a. Facebook, Instagram im B2C und LinkedIn im B2B beflügeln neue Geschäftsmodelle.

Der Nutzen rückt in den Vordergrund. Digitaltechnik im Print ermöglicht das.

Das Marktpotential ist erheblich größer als man denkt und bietet Chancen für profitables Wachstum!


 

Eine von zahlreichen Innovation: Spektakuläre Neon-Bilder im Toner-Digitaldruckdruck

Video: Andreas Weber


Impressionen vom Forum und Statements der Organisatoren und Referenten

 

Video: Heidelberger Druckmaschinen AG/HDU


Alle Charts zum Vortrag von Andreas Weber via SlideShare.net

 

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ThinkPaper BlogPost Fraser Church.001

Print ad out of a campaign by ‘internet.org by Facebook’, designed by Sid Lee, U.S.A.

 

#Think!Paper — Edition 1, Volume 2

”I believe Think!Paper’s stance of recognising the role of print in a digital age will help address this  issue and fill an incredible void in knowledge in an ever-shifting communication environment.”

 

By Fraser Church

 

I applaud the initiative of Think!Paper. This addresses a number of issues that have become prevalent in recent years particularly in the communication industry. 

Today’s marketers have been brought up on digital and social media as being the default form of customer communication, with the much-heralded cry of “digital first” becoming increasingly common. However, the question is whether they are listening to their customers, or whether they are getting carried away on the digital wave whilst at the same time being influenced by perceived efficiencies based more on cost than actual return on investment.

Brands are increasingly focussing on Customer Experience and optimising the customer journey; however, to do that properly, marketers need to recognise that a decision to make a purchase is as much emotional as rational these days. Brand trust, values and relationships are increasingly important in a world where there is a narrowing in product differentiation. As part of building that relationship, it is important for brands to understand which media to use when and for which messaging. 

Print is perhaps the most trusted medium.

Remember the phrase “I would like to see that in writing”. So, when something needs consideration, or has to be seen as authoritative, print can be a great medium. Print Is also the only channel that can impact on one of our most important senses of touch. Indeed, in my later years at Paragon I spend considerable time persuading clients of the value of increasing the production values of their printed output, and thus cost, to help subliminally re-enforce brand values. 

You could for example question whether a Tiffany shopping bag is perhaps an accessory as much as a means of getting goods home. At the same time, you have to be careful not to over play your hand; for example, charities would never use a coated stock, as this would seem to go against their environmental and cost saving credentials (even though recycled paper can cost more!).

But this does not mean everything should be printed.

Email is a great means to deliver offers, newsletters and access to the depth of content that the online environment can provide. Mobile, whilst being often seen as an invasive medium, is perhaps the best way to remind people of a medical or retail appointments, or increasingly keep them up-to-date in real time about their purchase deliveries; and with the advent of 5G networks they will increasingly deliver richer experiences. Apps are a great way for people to manage their life, for example online banking or travel. Whilst social media lets us reach audiences at pace, in an informal and engaging manner.

The issue is that whilst a digital revolution is undoubtedly taking place, interested parties have been perhaps a bit blinkered. The Print Industry has tended to take great pleasure at criticizing digital media whenever it can. On the other hand, the digital communication industry has just ignored print as irrelevant. It is not either or. It is not one or the other. The true power is recognising how brands can use all of the media to their best advantage, optimising customer journeys and building long-term relationships. I believe Think!Paper’s stance of recognising the role of print in a digital age will help address this issue and fill an incredible void in knowledge in an ever-shifting communication environment.

Finally, what about Digital Transformation?

Digital Transformation is often misunderstood. It is not about making sure that all communication is sent via email or mobile; it is about using technology to make it more efficient for businesses to both operate and deliver more engaging experiences for the customer. It is an innovation enabler, allowing new business, operational and communication models. 

However, this does not preclude print, and it should always be considered as a channel to be used to undertake specific roles. For example, whilst comparison websites may help you find the best mortgage, and banks want you to complete applications online, the issuing of printed legal document, welcome pack and annual statements can provide reassurance and feeling of security for customers. 

Also, we should remember that not all consumers are digital natives and a considerable proportion of the population have grown up enjoying and trusting print as a media.

So, whilst Digital Transformation will be responsible for creating a number of digital only brands such as Uber, the majority of companies partaking in digital transformation will still find there is a role, and a productive one at that, for print in their business model.

 

 


About Fraser Church

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Fraser Church is an independent communication consultant and also General Manager of CPX Group — a co-operative of nine of the world’s largest and most innovative print and digital communication companies.

Fraser, who has a degree in Economics, started his career in consumer marketing working for a number of the UK’s leading brands. He then transferred his allegiances to the agency world as a director of RMP a data driven one-to-one communication agency specialising in customer loyalty in the retail sector.

He cut his teeth in the new digital world by setting up a dot.com company in 1999, providing consumers with an online resource for ordering catalogues and brochures. Fraser subsequently moved on to create some of the world’s earliest and most successful variable digital print applications for DSI who eventually became part of the Paragon Group.

Fraser was most recently Head of Creative Development at Paragon, particularly enjoying spending time with clients evangelising about how print plays an important part in customer journeys in an ever-increasing digital world.

He currently became a member of our #Think!Team to support the #Think!Paper initiative and to enrich knowledge sharing.

Contact via LinkedIn


 

 

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HEUREKA! At least I spent some time to re-think my analyst work results based on my 35+ years of business experience. — Conclusion: it shows the beauty of my smart business offerings via Value Communication AG partnering with amazing customers and biz partners around the globe! Happy to get your feedback! —Andreas Weber, Head of Value

 

Preliminary Note

Do you still have the right perspective? What is important in the digital age, what less, what not? — Our knowledge-based analyzes, real-time reports and network activities inspire decision-makers around the globe.

Main areas of our smart and highly effective B2B approach by Value Communication AG

  1. BRAINWARE: Rent a Brain — Personal Advisory & Coaching by our CEO Andreas Weber for sustainable smart communication success to master transformation at its best
  2. SOLUTIONS: Project & Community & Influencer Work (around the globe!) — Focus: Smart Communication as a combination of Knowledge + Content Telling (and Sharing) + Messaging + Presentation + Medialization + Interaction to reach a seamless conversation
  3. MENTORING: Use the power of transformation to hit human needs


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Key for success (beyond consulting) 

  • Our #B2BInfluencer program guarantees to reach a great audience for any (even disruptive) innovation approach. At least customers could benefit from our unique method to put their topics in the right context.
  • Providing value adding services & solutions via #ValuePublishing: All about the transformation for the digital age with a deep focus on the real value of communication driven by Social Media + Print

Credentials

We are proud to have successfully implemented more than 500+ innovation projects to date. Our clients come from many important sectors of the economy: automotive, retail/commercial, financial, technology invention, trade shows, publishing, advertising/marketing, printing. — At least we support the cultural & creative industry as the key driver for innovation and transformation in total.

Personal statement

We work beyond the McKinsey’s, Agency Groups and Technology suppliers around the globe. We treat customers as friends — smart, intimate, personal and very effective!

 

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