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ValuePublishing Interview Rainer Wolf 2016.001.jpeg

Fotos: Heideldruck. Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt arm Main

Wenn der Leitstand einer großformatigen Heidelberg-Druckmaschine nutzbar ist wie ein smartes iPhone, sollte man genauer Hinschauen. Erstmals wurde der intuitiven Bedienerführung eine intelligente Automation der Maschine zur Seite gestellt. Die Maßgabe bei der Produktentwicklung: Höchste Qualität, maximale Produktivität und Wirtschaftlichkeit stärken kleine wie auch große Druckereien, die sich analytisch, organisatorisch und operativ Vorteile sichern. 

Rainer Wolf, Leiter Produktmanagement Sheetfed bei Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz: Heideldruck), gibt Einblicke in die „Runderneuerung“ des Offsetdrucks, um ein perfektes Zusammenspiel von Menschen, Maschinen, Materialien und Prozessen zu nutzen, damit perfekte Ergebnisse auf Knopfdruck möglich sind.

Hinweis: Siehe auch den Expertencheck zu Push to Stop in der Praxis.

 

Interview. Andreas Weber, Head of Value

Heideldruck zeigte auf der drupa 2016 den Offsetdruck „runderneuert“ und ganz im Zeichen der Digitalisierung. Was ist darunter generell zu verstehen?

Rainer Wolf: Zunächst, nicht nur unsere Produkte, das ganze Unternehmen Heidelberg hat sich erfolgreich neu aufgestellt. Unter dem Motto Simply Smart haben wir auf der drupa 2016 gezeigt, wie digitale Integration konkreten Mehrwert bringt und wie der Smart Print Shop der Zukunft aussieht. Digitalisierung, Automatisierung, Flexibilisierung und Marktorientierung greifen ineinander. Wir sind überzeugt, dass wir dieses Ziel erreichen, da wir Innovationen aus der Digitalwelt, wie Big Data, Cloud-Services, eShops, Automatisierungs-Tools  etc., integriert haben und damit die Industrialisierung im Druck auf ein neues Level heben. Das größte Überraschungs-Momentum können wir im Offsetdruck erzielen, der allgemein als „gesättigter, reifer Markt“, geprägt durch „analoge“ Technologien angesehen wird. Aber: Das ist mitnichten so!

Warum? 

Rainer Wolf: „Analog“ ist im Offsetdruck kaum noch etwas. Intelligente, digitale Echtzeit-Analysen zur Produktivitäts- und Produktionssteuerung werden eingesetzt, ebenso wie ein neues Konzept für den Maschinen-Leitstand, der per Multitouch-Bedienung fast schon wie ein iPhone agiert, inklusive Widgets und Apps, die über die Vernetzungsplattform Prinect nutzbar sind. Die Philosophie, die wir dabei zugrunde legen, nennen wir „Push-to-Stop“ — ein ganzheitlicher, integrierter Ansatz zur digitalen Vernetzung und automatisierten Produktion, der kleinen wie großen Druckereien erlaubt, ihre Leistungen als Smart Print Shop durch autonomes und navigiertes Drucken zeitgemäß zu etablieren.

Wie wurde das bei den Kunden aufgenommen?

Rainer Wolf: Unser Neuansatz wird sehr gut aufgenommen. Es gibt keinerlei negatives Feedback, das unsere Push to Stop-Philosophie in Frage stellt. Im Gegenteil: Push to Stop ist nunmehr ein fester Bestandteil in der Kommunikation mit unseren Kunden und wird seit der drupa 2016 aktiv nachgefragt. Und das, obwohl Push to Stop kein Produkt ist, sondern eine Philosophie oder eine Art neues Denken darstellt, um Geschäfts- und Produktionsprozesse signifikant zu verbessern. Auf dieser Basis wird nach Lösungen gesucht. Wir stellen insgesamt fest, dass gerade auch in den Schwellenländern („Emerging Markets“) wie Indien oder China hohes Interesse für die Digitalisierung im Offsetdruck besteht, also nicht nur in der westlichen Welt.

Was muss konkret verbessert werden? Welcher Situation sind Ihre Kunden ausgesetzt?

Rainer Wolf: Zum Einen: Wir sehen einen klaren Trend zu kleineren Auflagen, das heisst die Jobwechselrate pro Stunde/Schicht steigt erheblich. Zum Anderen: Druckereien stehen seit Jahren unter erheblichem Kostendruck und kämpfen gegen einen stetigen Preisverfall an. Aufwendungen für Papier, Energie, Verbrauchsmaterialen etc. steigen aber kontinuierlich. Es gilt also weiter an der Kostenschraube zu drehen und über smart integrierte Lösungen die Produktionskosten weiter zu senken.

[HINWEIS: Siehe auch die ValueTrendRadar-Analyse Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print

Was bedeutet das für Ihre Kunden und für Heideldruck?

Rainer Wolf: Wir setzen am Punkt „Kostendruck“ und schnelle Rüstzeiten an und haben durch unsere Push to Stop-Konzept und Analysen große Verbesserungs-Potenziale identifiziert. Um Verbesserungen zu erreichen, genügt es nicht mehr, Prozessschritte isoliert zu betrachten, sondern ganzheitlich im Sinne relevanter Standardisierungsmöglichkeiten vorzugehen. Der Fokus liegt darauf, automatisiert zu produzieren, um dadurch falsche Entscheidungen zu verhindern oder Störmechanismen auszuschalten. Ganz wichtig ist es, mit Kunden exakt zu analysieren, wie die Zahl der „Touchpoints“, also der manuellen Eingriffe bei der Auftragsumsetzung reduziert werden kann. Höhere Effektivität entsteht nicht nur durch modernste Technik, sondern durch das optimierte Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Wie ermittelt man die Effektivität eines Druckereibetriebs?

Rainer Wolf: Das Maß aller Dinge ist die Höhe des Outputs und des damit verbundenen Aufwands. Für Druckereien als Hochleistungs-Produktionsbetriebe ist die „Overall Equipment Effectivness“ (kurz: OEE) eine wichtige Kennzahl. Das heisst, zu messen und zu bewerten, was eine Druckmaschine tatsächlich produziert. Mit der Speedmaster XL 106 sind theoretisch bei Rund-um-die-Uhr-365-Tage-Betrieb knapp 160 Millionen Druckbogen pro Jahr zu produzieren [das entspricht 1,44 Milliarden, bei einer Wendemaschine 2,88 Milliarden DIN A 4-Druckseiten]. In der Praxis erreichen in Westeuropa die Speedmaster XL-Kunden im Schnitt „nur“ rund ca. 40 Millionen Bogen pro Jahr. Das ist nur ein Viertel des Möglichen. Der Grund: Im Gesamtablauf der Auftragsbearbeitung und Produktion (inklusive pre-media) gibt es zu viele Reibungsverluste und Abstimmungsproleme, die beseitigt werden müssen. Mit Push to Stop zielen wir darauf ab, einen Teil der nicht genutzten 75 Prozent zu adressieren und einen OEE-Faktor von 50 Prozent zu erreichen. Das ist eine Verdoppelung zum heutigen Schnitt. Und das geht, wie uns heute bereits einige wenige Druckereien vormachen. Sie erreichen schon 70 bis sogar 90 Millionen Bogen pro Jahr. Damit steigt die Profitabilität ganz erheblich, da wesentlich mehr zu geringeren Kosten hergestellt werden kann.

Neue Tools und Techniken sind demnach wichtig. Aber es braucht mehr. Was genau?

Rainer Wolf: Es bedarf exakter Analysen aller Abläufe  gekoppelt mit Praxiserfahrung. Durch die Digitalisierung sind die Möglichkeiten breitgefächert. Es braucht also ein klares, kundenspezifisches Setzen von Prioritäten. Und: Wir konnten erstklassige Praktiker für unsere Teams gewinnen, die alle Abläufe und Prozesse bei Kunden analysieren und mit unseren technischen Lösungsmöglichkeiten abgleichen. 

Und was machen diese Experten aus der Praxis anders?

Rainer Wolf: Sie kehren die Betrachtungsweise um, und prüfen die tatsächlichen Abläufe und bewerten dann, wie Technik am besten unterstützen kann. — Ausgangspunkt ist die Analyse der Durchgängigkeit sämtlicher Abläufe in einem Betrieb, um zu ermitteln, wieviele Touchpoints es bis dato gibt und welche eliminiert werden müssen/können. Durch den richtigen Einsatz unserer Tools sowie aufeinander abgestimmte Materialien wie Papier, Farbe und andere Verbrauchsmaterialien können zum Beispiel Rüstzeiten von nur 2 Minuten bei 60 Anlaufbögen realisiert werden. Das sind echte Spitzenwerte! — Hinterfragt wird zudem: Wie sehen reibungslose Freigabeprozesse für den Druck aus? — Oder bezogen auf die Vorstufe: In welcher sinnvollen Reihenfolge kommen die Druckplatten an die Maschine? Im Ergebnis gelingt es uns, dass Kunden auch bei kleineren Auflagen und bis zu fünf oder gar zehn Auftragswechseln pro Stunde ihre Speedmaster mit Vollgas fahren können.

Was heisst das für die Zukunft?

Rainer Wolf: In den letzten zehn Jahren hat sich die Produktivität bei unseren Kunden in etwa verdoppelt. In den kommenden 10 Jahren können unsere Kunden ihre Produktivität nochmals verdoppeln und dadurch ihre Konkurrenzfähigkeit nachhaltig ausbauen. Einzelne innovative Firmen, v. a. aus dem Online-Print-Sektor, können das heute schon. In Summe bieten sich aber auch Chancen für Firmen, die sich auf Nischenmärkte spezialisieren, denn auch in der Nische zahlt sich Produktivität aus.

Richtig verstanden, leitet die Digitalisierung im Offsetdruck einen Paradigmenwechsel in der Branche ein. Gibt es aus Ihrer Sicht Hürden, die zu nehmen sind?

Rainer Wolf: Die Industrialisierung im Druck kann durch die Digitalisierung erst richtig beginnen. Entsprechend muss auf der Führungsebene die Auseinandersetzung unserer Kunden mit Änderungen im Markt stark ausgeprägt sein. Die Dynamik vor allem in den dem Druck vorgelagerten Prozessen ist unglaublich hoch. Nicht nur die Produktionsweise, auch die Art und Weise, wie Druckaufträge entstehen, ändert sich. Die spannende Frage lautet dann: Wer ist am Ende der richtige Druckpartner? Unsere Push to Stop-Philosophie hilft entscheidend. Denn wie gesagt, sind zunächst keine hohen Technik-Investitionen notwendig, sondern gründliches Nachdenken, Analysieren und Vernetzen (via Prinect). Keiner kann auf der grünen Wiese alles neu aufbauen. Vielmehr gilt es, ein exaktes Zielbild zu formulieren — und anzufangen, sich konsequent mit Prozess- und Ablaufoptimierungen zu beschäftigen, um Kapazitäten besser zu nutzen. Dies weniger im Sinne von kontinuierlichen Verbesserungen, denn dadurch werden nur Teilprozesse optimiert. Mit Push to Stop gelingt es größere Schritte zu machen, beinahe im Sinne eines Quantensprungs.

Digitalisierung wird zur Chefsache. Wie steht es um die Mitarbeiter?

Rainer Wolf: Es ist natürlich sehr wichtig, die Mitarbeiter mitzunehmen und ihnen die Angst vor den anstehenden Veränderungen zu nehmen. Die Erwartungshaltung ist, durch die Digitalisierung mehr Output bei weniger Aufwand zu schaffen. Push to Stop hilft den Mitarbeitern, das Mehr an Leistung zu bewältigen. Die autonome, intelligente Maschine weiss exakt und auf Abruf, wie am Effektivsten gearbeitet wird. Die Rolle des Druckers verändert sich — er bedient die Maschine immer weniger aktiv, sondern überwacht die Produktion, stellt die Qualität sicher und sorgt dafür, dass die Anlage störungsfrei produzieren kann. Daran muss man sich gewöhnen. Für uns bei Heidelberg heißt das: Wir müssen dafür sorgen, daß der Drucker dieses hohe Leistungsniveau nachhaltig erreichen und sich auf die Maschine mit ihren Assistenzsystemen verlassen kann.

Last but not least: Was ist für sie persönlich das aufregendste/wichtigste an den Heidelberg-Neuheiten für den Offsetdruckmarkt?

Rainer Wolf: Gute Frage! Das Push to Stop-Konzept ist einzigartig, steht also ganz oben und gibt strategisch die Leitlinie vor. Bezogen auf die Technik ist Hycolor Multidrive einer meiner Favoriten; denn dadurch können dir technisch viele Prozesse simultan ausführen und sind speziell bei aufwändigen Rüstvorgängen wesentlich schneller. Es braucht beispielsweise gerade einmal 2,5 Minuten für Gummituch-, Druckzylinder- und Farbwalzenwaschen dank Hycolor Multidrive.

Mein absolutes Highlight ist aber Intellistart 2, die Software, die Push to Stop an die Druckmaschine bringt. Erstmalig können mehrere Folgeaufträge bereits während der laufenden Produktion vorbereitet und freigegeben werden. Zusätzlich werden beim Auftragswechsel Prozesse automatisch gestartet, die dann selbstständig ablaufen. Intellistart 2 organisiert das alles automatisch und der Drucker bekommt am Wallscreen XL sogar ein Zeitstrahldiagramm angezeigt, an dem er genau sieht, welche Prozesse gerade ablaufen, was er manuell machen muss und wie lange es dauert bis die Produktion startet. So gesehen ist Intellistart 2 ein Volltreffer zur richtigen Zeit, um den ersten Schritt ins Push to Stop-Zeitalter zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch. 


Zur Person

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Rainer Wolf,  Leiter Produktmanagement Sheetfed bei Heidelberger Druckmaschinen AG.

Der diplomierte Drucktechnik-Ingenieur Rainer Wolf hat das Drucken von der Pike auf gelernt. Der Ausbildung und Arbeit als Offsetdrucker folgten von 1994 bis 1998 das Studium an der Fachhochschule für Druck in Stuttgart sowie eine Geschäftsführungs-Assistenz-Position in einer renommierten süddeutschen Druckerei. Seit dem Jahr 2000 ist Rainer Wolf im Produktmanagement der Heidelberger Druckmaschinen AG mit verschiedenen Aufgaben betreut. Market Intelligence wie auch die Leitung Produktlinienstrategie sind wichtige Stationen. 2014 wurde er Mitglied des Board of Directors der Heidelberg Graphic Equipment Shanghai (HGES). Im April 2015 wurde er zum Leiter Produktmanagement Sheetfed bestellt.


Ausgewählte Quellen für weitere Infos/Grafiken/Videos:


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Two high-lights: Heideldruck’s Gallus label printing business makes good progress. — Global launch of PROKOM will strengthen KonicaMinolta’s business community approach.

 

Graphic Repro On-line News Review to Friday 14 October 2016

Welcome to another roundup with 33 news articles posted during the past week, plus Laurel Brunner’s latest Verdigris Blog added on Friday: ‘An Environmental Declaration for Print’, which this week briefly explains the circular economy and that the graphics industry could be making a massive satement about its contribution to this. Please don’t miss it. On Friday, UPM Raflatac and Labelexpo Americas announced they had partnered to provide a solution for exhibitors to responsibly manage their waste at the show, as well as ongoing.

In our Technology Guides section you will find the 10th article in this new Wild Format series for 2016/2017 called ‘The Art and Science of Very Fine Drops’ by Sonja Angerer, complete with an illustrated PDF which can be downloaded. In Online Features this week we have a report in Chapter 02 from the recent Gallus Innovation Days in Switzerland, which saw the successful world premiere of the new Gallus Labelmaster machine platform for label and packaging printing; and then in Chapter 07, two additions from Andreas Weber, head of Value, with a commentary entitled Print is a dynamic growth market. But print doesn’t sell itself!’; and then a summary analysis which examines the ‘Prospects for adding value with print’. Illustrated PDFs of both can be downloaded.
Upcoming events mentioned this week include K 2016 in Düsseldorf from 19 to 26 October, from Mimaki on Monday; and on Thursday, InPrint in Milan from 15 to 17 November.

Monday’s headlines were led by UPM at WPE in Vienna last week, and then on Tuesday, news from Manroland Web Systems with the launch of its new 16-page Geoman e:line newspaper printing press at the event; and Kodak with faster CTP for newspapers. Tuesday saw Canon SA (and Europe) lead the news with the launch of a new ImageRunner Advance series of A3 colour high-end multifunctional printers. On Wednesday, we had UPM Raflatac in Poland with a new coating line for its Wroclaw factory to meet increased demand for its products; while Thursday saw Mimaki launch a new breakthrough in digital inkjet textile printing with a transportation belt at Viscom Italy, which also took place last week. To round off the lead headlines on Friday, System Brunner announced that its Instrument Flight has received a worldwide first ‘G7 Press Control System Certification’.

Orders and installations during the past week included Hybrid Software with the 500th seat of its PACKZ to Fusion Flexo in the UK; then Panaprint in the USA with System Brunner and QuadTech. On Tuesday, Gallus with the 400th ECS 340 label press at Relieves Egara in Barcelona, Spain; while Vale Press in the UK, will take delivery of a new Stahlfolder BH66 buckle machine in the New Year. On Wednesday, Bokbinderiet Johnsen celebrated its new Muller Martini Diamant MC 60 bookline, a first in Norway, with a customer Open House.

Thursday saw Imprimerie Bailly in France add X-Rite eXact-based colour control; Frisco Printing and Graphics in the USA add Heidelberg’s new Versafire CV; Muller Martini with a Primera MC saddle stitcher with Motion Control for two key customers in Switzerland; and Technotrans in the UK at trade printer Walsh Colour, as it switches to H-UV with three new Komori presses. On Friday, Duplo UK announced deals topping £400,000 from The Print Show at the NEC last week: to QuadGraphics, Latham Direct, and Jones and Brooks. Heidelberg UK revealed that PPS Print has upgraded from Xerox to Versafire CP for its digital printing; and lastly, Flexoshop in the UK now uses Asahi AWP water-washable flexographic plates.

As my tailender for this week: PRP in the UK announced that it has been awarded the contract to manufacture 1200dpi LED print heads for the Kodak NexPress, as the culmination of a successful three-year joint development programme with Kodak.

That’s it for another week, but you will find more if you scroll down carefully.
My best regards, 

Mike Hilton



Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative and Wild Format Technology Guides from Digital Dots, as well as our Drupa and FESPA Newsrooms which can be accessed from the Index on our Home Page. We also have News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 

Headline News
Over 28,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news page

Mon 10 October…   
UPM participates at the World Publishing Expo 2016
UPM to focus on newspaper publishing and commercial CSWO printing at the World Publishing Expo in Vienna this week…

The Art and Science of Very Fine Drops: PDF to download
Wild Format Technology Guide No 10. Inkjet is unique amongst printing technologies, there is no other option to print on such a wide varieties of substrates with such efficiency. By Sonja Angerer…

PROKOM sets its sights on going global
PROKOM, the independent community of Konica Minolta production printing users’ at The UK Print Show with KM this week…

Mimaki solutions for the plastics industry at K 2016
Digital thermoforming, membrane switches and printing on plastics to be highlighted in Düsseldorf from 19 to 26 October…

Hybrid Software announces sale of 500th seat of PACKZ
Hybrid Software has announced the purchase of the 500th seat of its PACKZ native PDF editor by trade shop Fusion Flexo…

Panaprint powers web and sheetfed with System Brunner
Panaprint in the USA powers colour accuracy with System Brunner Instrument Flight and QuadTech to G7 standards…

Tue 11 October…   
Canon announces new imageRunner Advance series
Canon unleashes outstanding quality document production with new A3 colour C7500 series high-end multifunctional printers…

Manroland announces new 16pp Geoman e:line at WPE
Manroland Web Systems presents the new 16-page newspaper printing press Geoman e:line at World Publishing Expo in Vienna…

Kodak’s faster CTP at World Publishing Expo Vienna
Kodak announces new CTP options offering newspaper printers more productivity, efficiency and sustainability at WPE…

ImagePerfect vinyls receive HP Media Certification
View these and other ImagePerfect media on the Spandex stand (E3) this week at The Print Show 2016 at the NEC…

Gallus ECS 340 No 400 heads for Barcelona
At the Gallus Innovation Days in September, the 400th ECS 340 was sold to the Spanish label printer Relieves Egara…

Vale Press buckles up for take off with Stahlfolder!
Vale Press will take delivery of a new Stahlfolder BH66 buckle machine in the New Year to support its new Speedmaster XL 75-5…

Wed 12 October…   
UPM Raflatac to add new coating line at Wroclaw factory
UPM Raflatac expands its asset platform in Wroclaw, Poland to meet the label stock demand growth in Europe…

PRP awarded Kodak NexPress print head contract
The contract to manufacture 1200dpi LED print heads is the culmination of a successful joint development programme…

IDC MarketScape and Vendor Snapshot both cite Ricoh
Ricoh’s a leader of document workflow services, says IDC, helped by Ricoh SA’s customer commitment…

Manroland Web STORE a resounding 24/7 success
Web offset printing companies have embraced Manroland Web Systems’ completely renewed e-Commerce offering…

EFI at the Tecnargilla tradeshow in Rimini, Italy
EFI Cretaprint ecosystem brings bigger digital advantages in tile decoration at Tecnargilla in Rimini and at Cersaie in Bologna…

New Muller Martini Diamant MC 60 bookline in Norway
Open house at Bokbinderiet Johnsen provides impressive demo of the new Muller Martini Diamant MC 60 bookline…

Thu 13 October…  

Mimaki breakthrough in digital printing for textiles
The new Tx300P-1800B with textile transportation belt is ideal for samples, short production runs, custom orders, even on thick, sheer and elastic textiles on show at Viscom Italy 13 – 15 October…

Retrofit or new? Asks Matthias Heißler, Manroland Web
Manroland Web Systems retrofit trends and solutions directly from the newspaper printing market…

The world of industrial printing at InPrint Italy 2016
From 15 to 17 November at the MiCo exhibition centre in Milan, with pre-registration on the Website for free entry available now…

Imprimerie Bailly’s X-Rite eXact-based colour control
Closed-loop solution improves control and efficiency throughout the entire offset production process, saving time and money…

New Versafire CV doubles productivity for Frisco
Frisco Printing and Graphics Center doubles productivity and expands applications with new Heidelberg’s Versafire CV…

Start of a new era with Muller Martini Primera MC
Even before its world premiere at drupa, the Primera MC saddle stitcher with Motion Control sparked enthusiastic response…

Walsh Colour Print takes control with Technotrans
The trade printer opts for Technotrans peripherals as it switches to H-UV with three new Komori presses…

Fri 14 October…
G7 Certification for System Brunner Instrument Flight
System Brunner Instrument Flight: receives worldwide first G7 Press Control System certification…

Gallus Innovation Days a hit with world’s label printers
World premiere of new Gallus Labelmaster machine platform for label and packaging printing in St. Gallen, Switzerland…

UPM Raflatac strives to keep label waste from landfills
UPM Raflatac and Labelexpo Americas partnered to provide a solution for exhibitors to responsibly manage their waste…

Print is a dynamic growth market. But print doesn’t sell itself!
A commentary by Andreas Weber, head of Value with optional PDF to download…

Value Analysis – prospects for adding value with print
Executive summary analysis by Andreas Weber, head of Value…

Duplo secures new customer deals at The Print Show
Duplo UK has signed deals topping £400,000 and bagged an impressive pipeline of sales leads from The Print Show…

PPS moves digital to Versafire CP from Heidelberg UK
PPS Print moves to Versafire digital technology to benefit from Heidelberg’s Prinect workflow through a single RIP…

Flexoshop Colchester moves to Asahi AWP plates
UK-based Flexoshop spurs business growth with Asahi Photoproducts AWP water-washable flexographic plates…

Lead articles from Friday in previous update… 

The Print Show 2016 prepares a tasty buffet
The main course may be missing from regional and national shows, says Gareth Ward, but there are plenty of morsels to sharpen any appetite for manageable investment…

Intec to unveil ColorCut 500 at The Print Show
Intec Printing Solutions to debut of the ColorCut digital die-cutter for sheet labels and packaging at the NEC next week…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2020 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’, and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2020 Website.

Online Feature articles 2014 – 2016
Only 41 articles so far this year, with well over 70 last year, and over 90 in 2013 and in 2014 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years in our Archives.

Technology-related Chapter 02

Latest Gallus Innovation Days a hit with label printers from around the world
World premiere of new Gallus Labelmaster machine platform for label and packaging printing…

Online Features Sep/Oct Chapter 07

Print is a dynamic growth market. But print doesn’t sell itself!
A commentary by Andreas Weber, head of Value…

ValueTrendRadar Analysis – prospects for adding value with print
Executive summary analysis by Andreas Weber, head of Value…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blogs 2016

An Environmental Declaration for Print
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 14 Oct

Previous…   
Newspapers and Change
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 07 Oct

Technology Guides – from Digital Dots

Technology Guides for Wild Format 2016
This is the brand new series for 2016 – 2017 of new guides. The first ten can now be found in this special section in the Index on the Home Page of our Website. All have illustrated PDFs for downloading.

10… The Art and Science of Very Fine Drops
Inkjet is unique amongst printing technologies, there is no other option to print on such a wide varieties of substrates with such efficiency and ease. By Sonja Angerer

FESPA Newsroom
The FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Federation News in 2016

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use… but you must scroll down to view each Chapter when you visit the Newsroom

drupa daily to download as PDFs
These eleven jam-packed drupa daily news issues are ready to read now. They contain hundreds of superb articles, interviews, features and news. You can download each one complete as a PDF…

drupa 2016 Exhibitors’ at show + post-show News (in alphabetical order)
Latest additions of 86 in total are now in alphabetical order can be accessed in our drupa Newsroom.

drupa 2016 News from Exhibitors (also in alphabetical order)
The series of over 240 pre-show articles can be accessed in our drupa Newsroom in alphabetical order.

post-drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

Decisive impulses for the global print industry at drupa
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

drupa ante portas Blogs 2016
Includes the tenth and final article in this series from Andreas Weber in Mainz, Germany…

drupa 2016 Expert Articles – and more
Includes the eleventh and final article in this series from Claus Bolza-Schünemann, CEO and president of Koenig & Bauer (KBA) and drupa president 2016…

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by: 

Antalis South Africa, Canon SA, Screen Europe,  Drupa 2020,  Esko,  FESPA.  Heidelberger Druckmaschinen AG,  HP Graphic So lutions, Kemtek Imaging Systems,  Krause-Biagosch,  Leonhard Kurz Stiftung,   Manroland Web Systems GmbH, Muller Martini AG,  Ricoh Europe,  Sappi LimitedThunderbolt Solutions, and UPM-Kymmene.

If you would like to send news for consideration for the Graphic Repro On-line Website (ISSN 1814-2915) or to submit comments, please e-mail Mike Hilton at: graphicrepro.za@gmail.com.

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valuepublishing-valuetrendradar-analysis-2016-4-001

In der Gutenberg-Stadt Mainz wurde im Frühjahr 2016 der Architektur-Wettbewerb zum Museums-Neubau entschieden. Gutenbergs Erbe soll damit auf höchstem kulturellen Niveau ins Digitalzeitalter überführt werden. Fotos: Gutenberg-Museum Mainz. Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

 

ValueTrendRadar Analysis:
Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print (Teil 3)

Von Andreas Weber, Head of Value

Durch ValueTrendRadar-Analyse „Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print“ liegt erstmals eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des globalen Print-Geschehens vor. Aus gutem Grund liegt ein besonderer Fokus auf Deutschland, da hier die moderne Druckbranche ihren Ursprung fand. Aber auch die globale Sicht kommt nicht zu kurz.

Um Print richtig einschätzen zu können, müssen drei Betrachtungsebenen untersucht und bewertet werden:

  1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung
  2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft
  3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten

 

Ergebnisse aus Teil 2

(Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft

A) Starke Wachstumsimpulse für Print durch Digital-Pioniere

B) Online Print — das derzeit dynamischste Wachstumssegment

  • Als Schrittmacher und auf bereits starkem Umsatz-Niveau verzeichnet der Online-Print-Sektor mehr als alle anderen Bereiche der Druckbranche ein zweistelliges und damit deutlich höheres Wachstum sowie maximale Profitabilität durch Standardisierung und Automatisierung.
  • Relevante technische Innovationen werden äußerst schnell identifiziert und so umgesetzt, dass sie sofort zur Wertschöpfung beitragen. 
  • Der Boom bei der Mass Customization im Print wird die Entwicklung beschleunigen.

C) Zukunftsweisend: 4D Printing eröffnet neue Dimensionen

  • Das druckgrafische 4D Printing-Verfahren zählt zu den global wichtigsten „Emerging Technologies“ (Gartner) und startet erst im Markt. Noch ist es zu früh, um mit validen Marktdaten/Kennziffern aufzuwarten. Schaut man aber auf das dynamische Wachstum von 3D Printing insgesamt, lassen sich Parallelen erkennen und bewerten.
  • Die hohe Bedeutung und exzellente Perspektive von 4D Printing ist in jedem Fall klar: Es werden nicht nur Druckereien resp. agile Online Print-Betriebe eingebunden, sondern auch Unternehmen aller Art, Konsumgüterhersteller, der Handel und sogar Online-Start-ups.

D) Packaging: Königsdisziplin mit weltweitem stärkstem Wachstum

  • Fast die Hälfte des globalen Umsatzes mit Print entsteht durch „Packaging“, den Verpackungs- und Etikettendruck: Bis 2018 werden es rund 472 Milliarden Euro sein (2015: rund 390 Milliarden Euro)
  • Der Markt für Verpackungs- und Etikettendruck expandiert derzeit um rund 25 Milliarden Euro pro Jahr und wird bald über 50 Prozent des globalen Druckvolumen ausmachen. Der Online-Handel sowie Multichannel-Anwendungen mit Kommunikation am Point-of-Sales sind zentrale Wachstumstreiber
  • Als wichtigste Verfahrenstechniken dominieren der Offset- und Flexodruck äußert stark und werden auch in 10 Jahren noch das Gros der Produktionen bewältigen müssen. Digitaldruck-Techniken (speziell Inkjet-Druck) wachsen überdurchschnittlich, v. a. durch Kooperationen von Herstellern, aber auf niedrigem Niveau
  • Die Nase vorn haben diejenigen Druckereien, die integrierte Lösungen kundenorientiert und mit hoher Automatisierung/Standardisierung sowie digitaler Prozesskompetenz anbieten.

 


 

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Teil 3:  Positionierung und Strategien der Techniklieferanten – Vom Silo-Denken zur kundenorientierten Ganzheitlichkeit

Die Zahl der Techniklieferanten für Druck- und Papiertechnik geht in die Tausende. Über 1.800 stellten alleine auf der drupa 2016 aus. Die Spanne bei den Zulieferern für Druckereien reicht von breit aufgestellten Multimilliarden-Konzernen über Mittelständler bis hin zu spezialisierten Kleinbetreiben und Start-ups mit 5 bis 10 Mitarbeitern. Hinzukommt eine Heerschar von Fachhändlern. Kunden aus der Druckindustrie sind mit einer Vielzahl von Angebote konfrontiert, die sich mehrfach überlagern respektive deckungsgleich sind. Zu den ‚ganz Großen‘ Techniklieferanten zählen Hersteller von Papier/Bedruckstoffen aller Art sowie die von Verbrauchsmaterialien, wie Druckfarben etc. sowie neben den deutschen Druckmaschinenbauern über ein halbes Dutzend Konzerne aus dem IT/Datenmanagement sowie dem Imaging- und Kopiertechnik-Bereich.

Von den Letztgenannten sahen sich die großen Digitaldruck-Technik-Anbieter näher an der Digitalisierung und waren bestrebt, neue Verfahrenstechniken im Druck durchzusetzen. Dies führte zu einem wahren Investitionsboom in neue Drucktechnik. Die reinen Digitaldrucktechnikentwickler haben in den vergangenen 25 Jahren die höchsten Summen in Forschung und Entwicklung investiert: Über 100 Milliarden Euro wurden vorwiegend in den USA und Japan von börsennotierten Konzernen wie HP, Kodak, Xerox sowie Canon, Fujifilm, Konica Minolta oder Ricoh für Digitaldruck-Technik-Entwicklung aufgewendet. Dies kam vor allem dem Konsumentendruck sowie dem sog. Office-Printing zugute. Für die Druckindustrie lautete die Strategie: Stellplätze für Digitaldruckmaschinen erobern, da Techniklieferanten nicht nur Maschinen verkaufen, sondern auch jahrelang an deren Nutzung per Click-Rate pro Druckseite verdienen. Ein Manko: Klickpreise bilden in der Druckbranche ein unübliches und bis heute ungewohntes Geschäftsmodell, da industriell produzierende Druckereiunternehmen die Vollkosten einer Druckmaschine im Vorfeld kennen müssen. [Hinweis: Die Kritik am nicht marktkonformen Vermarktungsgehabe für Digitaldruck hatte ich in einem offenen Brief im Juli 2014 formuliert. Siehe: „ValueCheck! — Alert! Digital Print crashes! More worse than expected!“

Das Dilemma: Die Ambitionen und der hohe Forschungsaufwand haben sich auf die Börsenkurse der genannten Digitaldrucktechnik-Firmen bis dato nicht positiv ausgewirkt: Alle Genannten verzeichnen über Jahre Stagnation oder sogar einen Rückgang ihres Aktienwertes. (Siehe Screenshots zur Kursentwicklung der letzten fünf Jahre). Die Marktkapitalisierung liegt auf niedrigem Niveau bzw. deutlich unter den Umsatzvolumen. Die Ausnahme: Der Imaging-Konzern Canon, dessen Marktkapitalisierung in etwa dem Umsatz entspricht. Ebenso wenig haben sich die hohen Investitionen auf die Volumenanteile am globalen Gesamtvolumen von Druckseiten ausgewirkt: Von den rund 50 Billiarden Druckseiten pro Jahr entfallen laut Xerox nur 2 Prozent (!) auf den Digitaldruck. Bedacht werden muss, dass die Umsatzerlöse pro Druckauftrag/Druckseite im Digitaldruck kostenintensiver sind, gerade wenn z. B. mit variablen Daten gedruckt wird. Daher wird für das Jahr 2015 von einem Umsatzvolumenanteil von rund 15 Prozent am Gesamtmarkt ausgegangen.

 

#drupa2016 review Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Day 2016.022

Auszug aus dem Vortrag von Andreas Weber: #drupa2016 Review. Grafik: Chart von Xerox, drupa Pressekonferenz am 1. Juni 2016

 

Screenshots zur Kursentwicklung börsennotierter Digitaldruck-Technikkonzenen. Stand 11. Oktober 2016. Quellen: MSN Money, Yahoo! Finanzen, OnVista, Wallstreet Online. Hinweis: HP Inc. notiert seit dem Splitting und absolviert sein erstes Geschäftsjahr. Inkl. dem Q3 2016 ging der Umsatz in der Sparte Printing im Jahresvergleich um 14 % zurück.

 

Der Grund, warum man sich bei der Vermarktung von Digitaldrucktechnik schwer tut, liegt vor allem in einer großen Unkenntnis dessen, was im Kern den Druckereimarkt in seiner Besonderheit ausmacht — bis hin zu grundlegenden Verständnisproblemen: Digitaldrucktechnik-Hersteller sprechen nicht die Sprache der Drucker, sondern die der IT/Computerwelt. (Siehe ValuePublishing drupa-Analyse: #drupa2016 Review Teil 2: Worauf es wirklich ankam!  

Zudem agieren diese Anbieter als Groß-Konzerne mit vielen Hierarchiestufen, komplexen Strukturen, häufig wechselnden Ansprechpartnern, was vielen Druckereibetreiben Unbehagen oder sogar Probleme bereitet. Denn bevorzugt werden direkte Wege, gute und nachhaltige persönliche Kontakte zu den Lieferfirmen etc., die langfristig Vertrauen aufbauen und pflegen. Das (berechtigte) Credo der Druckereien: Es muss stets gehalten werden, was versprochen wird!

 

Zwischenruf

Spitzfindig könnte man aufgrund zahlreicher, immer gleicher Presseverlautbarungen der Digitaldruck-Techniklieferanten feststellen: Die Positionierung der großen Anbieter ist nahezu identisch. Alle sind (angeblich) globale Marktführer mit dem größten respektive breitesten Portfolio. Das „Print is Big“-Paradigma (siehe Teil 1) verspricht beste Aussichten, nachhaltig hohe Profite mit der Entwicklung und dem Verkauf von innovativer Drucktechnik zu machen. Nur in der Anwendung ergibt sich ein anderes Bild, da Digitaldruck-Technik in der industriellen Druckproduktion noch längst nicht dominiert.

Der Grund erschließt sich durch das in der Wissenschaft als Produktivitätsparadoxon bezeichnete Dilemma der Digitaldrucktechnik. Durch empirische Studien wurde die Hypothese untermauert, dass, insbesondere im Dienstleistungssektor, kein positiver Zusammenhang zwischen Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) und der Produktivität auf volkswirtschaftlicher oder unternehmerischer Ebene zu bestehen scheint. Erklärungsansätze hierfür sind neben Fehlern in der Messmethodik u.a.:

  • Verzögerung zwischen Einsatz und Wirkung (Nutzer müssen erst mit dem neuen System umgehen lernen).
  • Managementfehler und unzureichende Nutzung der Potentiale beim Einsatz der Technologie.
  • Gewinndistribution zwischen Unternehmen und Unternehmensteilen.
  • Negative Auswirkungen des Informationszuwachses.
  • Negative Auswirkungen durch den Aufwand der mit der Einführung der Technologie erforderlichen Reorganisation der Arbeitsabläufe.
  • Weiterentwicklung von Software mit vergleichsweise geringem Effektivitätszuwachs bei stark steigenden Hardwareanforderungen und hohem Anpassungsaufwand.

 

Trotz allem und wohl auch durch die Omnipräsenz der Digitaldruckhersteller, die massiv und allzu gerne den Untergang von Print prophezeiten, falls nicht in Digitaldruck investiert werde, gerieten die traditionellen Hersteller von Offset-, Tief-, Flexodruck-Technologien scheinbar ins Hintertreffen. Aber: Firmen wie Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) und Koenig & Bauer AG (KBA) mussten zwar heftige, existenzbedrohende Krisen durchlaufen, haben aber ihre starke Position behauptet und hohe Marktanteile behalten (Heideldruck führt mit über 40 Prozent beim Offsetdruck).

 

Übrigens: Um mit den Druckereikunden den Großteil der industriell gefertigten Druckproduktionen solide stemmen zu können, konnte die Gesamtriege der Offset- und Flexodrucktechnik-Hersteller (neben KBA, Heideldruck v. a. Bobst, Cerutti, Esko, Goss, Komori, Presstek, Ryobi, W&H sowie bis 2011 manroland AG) mit Forschungs- und Entwicklungsgeldern von deutlich unter 10 Milliarden Euro (also weniger als einem Zehntel der Digitaldruck-F&E-Investments) im Vergleichszeitraum seit 1991 auskommen. Zudem sind die Investitionen, die industrielle Druckereien pro Jahr leisten müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben, im Offset- und Flexodruck niedriger anzusetzen als bei Digitaldrucktechnik, da hier wie im Zwischenruf dargelegt nicht auf Vorhandenes zurückgegriffen werden kann, sondern neue Infrastrukturen und Geschäftsmodelle geschaffen und implementiert werden müssen. Der Aufwand und damit die Kosten steigen zusätzlich noch, wenn eine Reorganisation der Arbeitsabläufe, Schulungen, Workflowanpassungen u. v. m. erfolgen müssen. Hinzu kommt, dass die Maschinenverfügbarkeit bei vielen High-End-Digitaldruck-Systemen (z. B. von bestimmten Xerox- und HP Indigo-Digitaldrucksystemen) unter 70 Prozent liegt, also deutlich zu niedrig ist für industrielle Fertigungsstandards, die 90 bis 95 Prozent betragen sollten.

 

 

ValuePublishing Big Data Visuals.001

 

Übersehen wurde durch den „Glanz“ der progressiven Digitaldruck-Investments: Die deutschen Maschinenbauer haben ihren Fokus geschärft, die Kernkompetenzen ausgebaut, klassische Produktlinien komplett überarbeitet, Serviceleistungen (wie v. a. bei Heidelberger Druckmaschinen) enorm ausgebaut und können nunmehr wie in Teil 2 aufgeführt durch Kooperationen mit Digitaldruck-Technik-Konzernen integrierte Gesamtlösungen (Mix von Offset- und Digitaldruck inkl. integrierter Prozesssteuerung) anbieten.

Vereinfacht dargestellt: Die (totgeglaubte) Offsetdruck-Welt hat ihren Neustart erfolgreich vollzogen und die Digitaldruck-Welt pro-aktiv integriert. Damit ist man als Druckereibetrieb dem Zwang entkommen, sich ultimativ für das eine (Offset/Flexo) oder das andere (Digitaldruck) entscheiden zu müssen. Und kann bei gewohnten Lieferanten alles aus einer Hand bekommen. Wohingegen die Digitaldrucktechnik-Welt mehrheitlich mit ihren (Stand-alone)-Eigen-Lösungen in Silos verhaftet bleibt und auf Verdrängung durch Substitution setzt. Dazu sind enorme Anstrengungen nötig, wie sich am Beispiel des Imaging-Konzerns Canon auf der drupa 2016 ablesen lässt. Siehe: ValuePublishing drupa 2016 Review, Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“).

Wie Anleger und Experten aus dem Finanzbereich urteilen

Durch die drupa 2016 ergab sich öffentlichkeitswirksamer als früher ein klares Bild, warum und aus welchen Gründen die ‚traditionellen‘ Drucktechniklieferanten Wachstumschancen haben. Nachfolgend einige Auszüge aus Kommentaren von deutschen Aktien- und Anlageexperten zu Heideldruck und KBA:  

„Koenig & Bauer und Heideldruck profitieren von Analystenlob – Eine positive Analystenstudie hat am Donnerstag die Aktionäre der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer und Heidelberger Druck erfreut. Quelle: Wallstreet Journal/Nachrichtenagentur: dpa-AFX, 18.08.2016.

„Dennoch sehen noch immer einige Investoren die Druckindustrie als strukturell sterbende Branche an – ein Fehler!“

Quelle: Der Aktionär mit Review von KBA: Druckmesse Drupa startet – das müssen Anleger wissen!

„… neuen Gesellschaftsstruktur [von KBA] steht die strategische Weiterentwicklung der Gruppe und das Wachstum in Zukunftsmärkten wie dem Verpackungs- und Digitaldruck im Fokus…“

„…Vor allem im Verpackungsdruck, der bereits für rund 70 Prozent der KBA-Erlöse steht, will der Vorstand Marktanteile gewinnen…“

Quelle: http://www.deraktionaer.de/aktie/displayAction-245310.htm

„Heidelberger Druck: Chance von 100 Prozent — Der Aufwärtstrend ist intakt. Der Auftragsbestand ist deutlich gestiegen. Analysten sind zuversichtlich.“

„Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist seit vielen Jahren ein wichtiger Anbieter und Partner für die globale Druckindustrie. Das Portfolio des Unternehmens fokussiert die Wachstums-Bereiche der Branche. Es basiert auf Equipment, Service und Verbrauchs-Materialien.“

„Mit einem für 2017 geschätzten Gewinnvielfachen von 8,4 scheint die Aktie der Heidelberger Druck günstig gepreist. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für Heidelberger Druck von 3,20 auf 3,10 Euro gesenkt, stuft die Aktie aber weiterhin mit ‚Buy‘ ein.“

Quelle: Wallstreet Journal, Gastautor Ingmar Königshofen, Geschäftsführer FSG Financial Service Group 31.08.2016.

„Heidelberger Druck: Langsam wieder vielversprechend. Aber auch fundamental ist der Wert durchaus wieder aussichtsreich. Die Erholung des Konzerns verläuft bislang nicht linear, sondern in Wellen. Von zwischenzeitlichen Rückschlägen sollte man sich daher nicht zu stark irritieren lassen.“

„Dass der übergeordnete Trend stimmt, zeigt der starke Auftragseingang zur Branchenmesse drupa. Es ist durchaus möglich, dass der Konzern dies angesichts eines rundüberholten Portfolios in eine nachhaltig höhere Dynamik mit besseren Margen ummünzen kann.“

„Die Analysten jedenfalls glauben an die Story (…).“

Quelle: Wallstreet Journal, Gastautor Holger Steffen, Chefredakteur Aktien-global.de, 31.08.2016.

 

Zwischenergebnis

Anleger und die Börse honorieren demnach den Neustart der deutschen Maschinenbauer KBA und Heideldruck, die sich beide komplett neu aufgestellt haben und mit der frühzeitig einsetzenden vor-drupa-Kommunikation seit Ende 2015 transparent machten, wie sie ihren jeweiligen Weg angehen. Gute Verkaufserfolge auf der drupa 2016 konnten bestätigen, dass im Markt ankommt, was beabsichtigt war. Entsprechend entwickelten sich die Umsatz- und Ertragslage der beiden Firmen positiv — mit zuversichtlichen Prognosen für eine steigende Kursentwicklung. Demgegenüber haben sich die Ambitionen und der hohe Forschungsaufwand auf die Börsenkurse der reinen Digitaldrucktechnik-Firmen bis dato kaum positiv ausgewirkt.

 


 

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Die Wirtschaftspresse wie z. B. das Handelsblatt sieht KBA und Heideldruck im Aufwind.

Im Vergleich: Positionierung, Strategie und Perspektiven von KBA und Heideldruck

KBA und Heideldruck sind zweifellos die weltweit traditionsreichsten Hersteller von Drucktechnik und stehen im direkten Wettbewerb. Dennoch sollte man beide Firmen nicht über einen Kamm scheren.

KBA

KBA positioniert sich seit jeher als exklusive, kundennahe Technikschmiede mit klarem Fokus auf vertikale Märkte. Weltweit gilt KBA als Nummer 2 hinter Heideldruck. Jahrzehnte lang hat man sich vor allem per Rotationsdruck-Produktionsanlagen auf Zeitungs- und Magazindruck spezialisiert und daneben Premium-Bogenoffsetdruckmaschinen gebaut, gerade auch im Großformat. Strukturelle Veränderungen im Printmedien- und Verlagsgeschäft brachten einen drastischen Einbruch: Der Haupt-Umsatzbringer Zeitungs-/Magazindruck kippte weg.

Die 2015 abgeschlossene Re-Organisation und Neuausrichtung zielten erfolgreich darauf ab, neue vertikale Märkte zu besetzen: Das Geschäft im Verpackungsdruck soll laut KBA für 70 Prozent des Umsatzes sorgen. Im Juli 2016 erfolgte durch Akquisition des Stanzmaschinenherstellers Iberica der Einstieg in Druckweiterverarbeitungslösungen für Verpackungskunden.

Im laufenden Geschäftsjahr 2016 wird bei einem Konzernumsatz von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro eine EBT-Rendite von 4 Prozent erwartet. Mit einem Kursanstieg von 38,9 Prozent in den ersten sechs Monate des Jahres 2016 entwickelte sich die KBA-Aktie deutlich besser als der DAX (-9,9 Prozent) und der SDAX (-3,5 Prozent).

Das Angebot von KBA gliedert sich seitdem in drei Segmente (Zahlen beziehen sich auf das 1. Halbjahr 2016)

  • Segment Sheetfed (Bogendruck): >22 Prozent Wachstum bei 291,7 Millionen Euro Umsatz und 8,6 Millionen Segmentgewinn.
  • Segment Special (v. a. Wertpapierdruck und flexibler Verpackungsdruck): >37 Prozent Wachstum bei 233,9 Millionen Euro Umsatz und 20,1 Millionen Segmentgewinn.
  • Segment Digital & Web (industrieller Digital- und Rotationsdruck): >75 Prozent Wachstum bei 64,5 Millionen Umsatz und -0,9 Millionen Segmentgewinn.

Quelle: Konzernzwischenbericht 1. Halbjahr 2016 

 

Bolza-Schünemann

Der Vorstandsvorsitzende von KBA, Claus Bolza-Schünemann, war 2016 Präsident der globalen Leitmesse drupa. Foto: Andreas Weber, während der VDMA pre-drupa Pressekonferenz am 4. April 2016 in Frankfurt am Main.

Chancen

In seiner vertikalen Ausrichtung mit fokussierter Kompetenz folgt KBA der Vorstellungswelt der etablierten Druckbranche und kann dadurch mittelfristig kontinuierlich wachsen, ohne das Geschäftsmodell verändern zu müssen. Die Öffnung zum Digitaldruck durch Kooperationen wie z. B. mit HP und Xerox wertet das Portfolio auf.

Herausforderungen

A) Der hohe Auftragseingang fordert die durch die Re-Organisation verschlankten Produktionskapazitäten stark, was die Lieferzeiten verlängert.
B) Um maßgeblich Entwicklungen und Möglichkeiten von Print im Digitalzeitalter zu antizipieren und zu beeinflussen, hat es KBA bis dato versäumt, sich Expertise im Bereich IT/BigData/Cloud/E-Commerce/Multichannel in Verbindung mit Print zu verschaffen. Es fehlt der Blick über den Tellerrand.

 


 

Heideldruck

Branchenprimus Heideldruck positioniert sich seit Jahrzehnten als Allrounder für die gesamte Druckindustrie und besitzt die stärkste Strahlkraft als Marke, gerade auch bei den wichtigsten Kunden der Druckereien. Pre-Media-, Workflow- und Druckweiterverarbeitungslösungen ergänzen die Drucktechnikangebote mit einem Weltmarktanteil von rund 40 Prozent im Bogenoffsetdruck. Hinzu kommen vor allem Services (inkl. dem Vertrieb von Verbrauchsmaterialien) sowie Prozess- und Geschäftsmanagement-Support, die bereits 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

In dem Bestreben, es allen recht zu machen, hatte man sich bei Heideldruck verzettelt und wurde nach 2008 durch die Krise der Druckbranche in den Abwärtsstrudel gezogen. Nach der drupa 2012 wurde das Unternehmen verschlankt, neu fokussiert und besser auf die Bedürfnisse der global und industriell ausgerichteten Kunden ausgerichtet. Darunter zählen vor allem auch Kunden aus dem Online-Print-Sektor sowie dem Verpackungs- und Etikettendruck; im Verpackungs- und Etikettenmarkt nimmt Heideldruck seit langem eine führende Rolle ein (mit über 700 Millionen Euro Jahresumsatz für seine Packaging-Lösungsangebote, darunter auch die Gallus-Produktlinie für Labelprinting).

Mit dem 4D-Printing hat Heideldruck gemäß den Marktanalysten von Gartner als erster Drucktechnikhersteller eine von rund zwei Dutzend „Emerging Technologies“ marktreif für Kunden platziert. Quelle: Gartner: Hype Cycle for Emerging Technologies, July 2016 

Die Marketing- und Kommunikationsleistung von Heideldruck hat sich sichtbar verstärkt. Gemäß dem induxx Industrieplattform-Ranking steht Heideldruck im „Gesamtranking Social Media B2B an der Spitze bei Druck- und Papiertechnik“. Quelle: induux.com Zudem wurde Heideldruck für innovative Softwareanwendungen mit dem ›Digital Leader Award‹ ausgezeichnet. Quelle: Digital Leader Award 2016 – Heidelberger Druckmaschinen AG — Weltmarktführer bei Druckmaschinen baut mit Big Data seine Wertschöpfungskette aus

 

computerwoche-heideldruck-digital-leader-award-2016

 

Heideldruck unterscheidet mit Heidelberg Equipment und Heidelberg Services zwei Haupt-Segmente mit jeweils rund 50 Prozent Umsatzanteil. Das Geschäftsjahr von Heidelberg schließt zum 31. März ab. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016 betrug 2,51 Milliarden Euro; Gewinn vor Steuern (EBITDA) 189 Millionen Euro, Ergebnis nach Steuern 28 Millionen Euro.  Quelle: Geschäftsbericht 2015/2016. Der Umsatz 1. Quartal 2016/2017 betrug 486 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern (EBITDA) 1 Million Euro, das Ergebnis nach Steuern -37 Millionen Euro. Quelle: Zwischenmitteilung Q1 2016/2017.

Für das laufende Geschäftsjahr 2016/2017 wird ein Umsatzplus von 4 Prozent erwartet, um dem Erreichen der 3 Milliarden Euro-Grenze und der Steigerung des Netto-Gewinns plangemäß näher zu kommen. In Jahresfrist schwankte der Aktienkurs zwischen 2,80 und derzeit leicht über 2,10 Euro. Moody’s erhöhte den Ausblick auf ‚positiv‘, das Rating wurde mit B3 bestätigt. Zum Ausblick siehe Bericht zur Hauptversammlung vom 28. Juli 2016.

Heideldruck hat damit erfolgreich den Schritt vollzogen, nach der Restrukturierung mit Kosteneinsparungsmaßnahmen, sein Geschäft wieder dynamisch auszuweiten. Das erweiterte Portfolio sowie der Fokus auf Digitalisierung und Services reduzieren die Abhängigkeit vom naturgemäß zyklisch verlaufenden Druckmaschinenverkauf, was der Stabilität des Aktienkurses künftig zu gute kommen sollte.

 

Heideldruck-Video: „drupa 2016: Smart Print Shop – Smart Services – Smart Collaboration“ 

 

Heideldruck treibt die Digitalisierung der Branche aktiv voran und macht das drupa-Motto ›Simply Smart‹ zum langfristigen Programm. Die wichtigsten Aspekte:

  • Wandel vom Maschinenbauer zum Innovationstreiber für die Kommunikation mit Print im Digitalzeitalter
  • Kunden werden industrielle Druckproduktionstechniken PLUS Digitalisierungs-Know-how auf breiter Basis zur Verfügung gestellt.
  • Intelligente Automatisierung im Offsetdruckbereich: Mit ›Push to Stop‹-Philosophie und autonomem Drucken prägt Heidelberg maßgeblich die industrielle Druckproduktion der Zukunft.
  • Digitaldruckportfolio ›Fire‹ soll einen Wendepunkt für die Branche markieren – und ist komplementär und vernetzbar mit den Offsetdruck-Lösungen nutzbar.
  • Automatisierung der Geschäftsprozesse durch innovative, Cloud-basierte Servicelösungen via Informations- und Serviceportal ›Heidelberg Assistant‹ (auf der drupa 2016 mehr als 5.500 Neukunden für Heidelberg eShop). Quelle: Heideldruck Zwischenbericht Q1 2016/2017. 

Chancen

Zum ersten Mal wurde durch Heideldruck eine plausible, ganzheitlich durchdachte und zielführende Strategie zur Digitalisierung mit Fokus auf Print erarbeitet, die der industriell ausgerichteten Druckbranche ermöglicht, die digitale Transformation erfolgreich zu bewältigen. Dabei werden nicht nur unterschiedliche Printtechniken, sondern das gesamte Druckerei-Management inklusive der Administrations- und Prozessteuerung einbezogen.

Herausforderungen

A) Die neue Firmenpositionierung und -strategie weicht von bekannten Mustern ab, ist hoch komplex und daher nicht für jeden sogleich verständlich. Denn das Maß aller Dinge sind nicht mehr wie bisher Maschinenverkäufe. Extern (Markt, Anleger, Presse, Kunden) wie auch intern (mindestens noch rund 25 Prozent der Mitarbeiter, die in hohem Maße den Kulturwandel bewältigen müssen) bestehen Verständnislücken.

B) Neue, auf Interaktion ausgerichtete Vertriebsimpulse sind nötig, um beim Go-to-Market die Innovationskraft des Portfolios/Leistungsangebots noch besser zu nutzen.

 


 

Fazit

  • Die Mehrzahl der Techniklieferanten für Druckereien liefert Silo-artig nur Module und/oder Einzellösungen zur Optimierung der bestehenden Produktionstechniken. Sie entsprechen dadurch nur selten den Anforderungen der digitalen Transformation. Denn es sind ganzheitliche Lösungen nötig, die sich auf alle Produktions- wie auch sämtliche Geschäftsprozesse beziehen.
  • Reine Digitaldrucktechnik-Hersteller respektive -Lieferenten haben verstärkten Aufwand, vor allem, wenn sie nur auf Verdrängungswettbewerb durch Substitution aus sind. HP und Xerox haben das im Ansatz verstanden und suchen Kooperationen. 
  • Die beiden deutschen Druckmaschinenhersteller KBA und Heideldruck, als Branchenprimus, verteidigen erfolgreich ihre Führungspositionen und wachsen wieder profitabel; wobei m. E. Heideldruck aus heutiger Sicht durch seine ganzheitlich durchdachte und zielführende Strategie zur Digitalisierung mit Fokus auf Print die besten Perspektiven bietet, um seine dominante Markposition auch im Digitalzeitalter weiter auszubauen.

Im Ergebnis ist Heideldruck zum Schrittmacher der digitalen Transformation der industriell ausgerichteten Druckbranche geworden. Denn es werden nicht nur unterschiedliche Printtechniken, sondern das gesamte Druckerei-Management inklusive der Administrations- und Prozessteuerung sowie Cloud-basierte Services zur optimalen Vernetzung einbezogen. Die Maßgabe ist dabei die bestmögliche Kundenorientierung.

 


 

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Resümee und Gesamt-Fazit der dreiteiligen ValueTrendRadar-Analyse

Die hohe wirtschaftliche Bedeutung von Print als einer der global größten und mithin nachhaltigsten Branchen ist evident, da Print unverzichtbar ist. Die (teils unvermuteten) Wachstumstreiber Online-Handel, Online Print sowie 4D Printing und als Königsdisziplin der Verpackungs- und Etikettendruck schaffen für viele lukrative Anreize. Entsprechend ist der Technologie-, Innovations- und Investitions-Aufwand riesig.

Print steht so gut dar wie noch nie zuvor und hat den Anschluss an das Digitalzeitalter gefunden. Autonomes Drucken, Automatisierung und Standardisierung aller Prozessschritte — vom Online Print bis zum E-Commerce — ist möglich. Dazu bedarf es mehr als nur Technik-Innovationsmöglichkeiten; vor allem wird profundes Know-how benötigt zur Kontrolle und Steuerung über die gesamte Printproduktions-Wertschöpfungskette hinweg — und das im Kontext mit den Paradigmen der Digitalisierung. Das reicht vom „digitalen“ Geschäftsmanagement bis zu neuen, Cloud-basierten Leistungsangeboten und Services, die ein innovatives Go-to-Market und eine auf Interaktion abzielende Vertriebskommunikation erfordern.

Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer! Denn die Zukunft von Print wird wie dargelegt getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht.

Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen, die Print im Kommunikationsmix auch nach über 500 Jahren noch attraktiv bleiben lässt.

 


 

Für weitere Information bitte Kontaktformular ausfüllen. 

Bei Bedarf sind auch individuelle Webinars und Coachings möglich, um aus den neuen ValueTrendRadar-Analyse-Erkenntnissen die individuell zielführenden Handlungsempfehlungen abzuleiten. 

 

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Highly attractive for startup companies such as PastBook in Amsterdam – print combined with social media provides access to new customer groups worldwide. Image collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main.

Executive summary of analysis by Andreas Weber, Head of Value

Also see the analysis commentary.

 

Print is becoming increasingly relevant – not only on the stock markets, but also and in particular with professional investors.

However, a closer look throws up a great many questions and even contradictions for (industry) outsiders. It is virtually impossible to obtain an overview of the position of “print as a business” from the current situation. This is because print is big – with an annual turnover of some US$898 billion (approx. €830 billion) in 2015.

In order to be able to evaluate print correctly, three different aspects need to be examined and assessed:

  1. (Global) economic importance of print
  2. (Unexpected) growth drivers in the print business
  3. Positioning and strategies of technology suppliers

 

 

1. (Global) economic importance of print

  • The print market is extremely important, rivaling automotive engineering, the financial sector, and advertising. This is actually nothing new and has been the case for generations!
  • One key trend in the print shop market is that print shops are becoming leaner, but added value needs to increase despite shrinking production volumes. Print shops must therefore continue investing so as to improve production efficiency and unlock new growth markets.
  • drupa 2016 made it clear on a global level that print media have by no means had their day and can be put to more effective use than ever. It is therefore wrong to paint a gloomy picture. The prospects are excellent!
  • The only way to add more value with print, though, is to stimulate the demand for modern-day print products on a sustained basis. Print doesn’t sell itself!
  • New kinds of striking concepts that are geared to market requirements and adopt an integrative approach to the professional manufacture, distribution, and use of print media hold the key to the future of print.
  • In order to be successful in the printing industry, it is vital not to rely solely on vertical positioning in individual applications, but to cater specifically to customer and market needs and ensure continuous innovation leadership.

 

CIMPRESS, the world market leader in online print, has turned its new headquarters on the east coast of the United States into a creative temple for the art of printing that attracts talented “digital natives” to its workforce. Photo: Screenshots from Margulies Perruzzi Architects video. 

 

2. (Unexpected) growth drivers in the print business

A) Strong growth impetus for print thanks to digital pioneers

B) Online print – the most dynamic growth segment at present

  • More than any other part of the printing industry, the online print sector is a pacesetter that is already seeing strong sales, with significantly higher double-digit growth and maximum profitability thanks to standardization and automation.
  • Relevant technical innovations are identified extremely quickly and implemented in a way that immediately helps add value. 
  • The boom in mass customization in print will accelerate this development.

C) Trendsetting 4D printing opens up new dimensions

  • The 4D graphic printing process is one of the world’s most important emerging technologies (Gartner) and is only just getting started on the market. It’s still too early to provide valid market data/KPIs, but a look at the dynamic growth of 3D printing as a whole enables parallels to be drawn and evaluated.
  • The considerable importance and excellent prospects of 4D printing are in any case clear. Not only print shops and versatile online print businesses are involved, but also all kinds of other companies, including manufacturers of consumer goods, the commercial sector, and even online startups.

D) Packaging – core competence enjoying extremely strong growth worldwide

  • Almost half of global print sales are generated by packaging and label printing and the total will have reached around €472 billion by 2018 (approx. €390 billion in 2015).
  • The packaging and label printing market is currently expanding by some €25 billion each year and will soon account for over 50 percent of the global print volume. Online trade and multichannel applications including communication at the point of sale are key growth drivers.
  • Offset and flexographic printing are by far the most important processes and will still have to handle the bulk of production in 10 years’ time. Digital printing technologies (especially inkjet printing) are growing at an above-average rate – in particular thanks to manufacturers working together – but still remain at a low level in terms of market share.
  • Those print shops that offer integrated solutions geared to customers, a high level of automation/standardization, and digital process expertise are one step ahead of the rest. 

 


 

3. Positioning and strategies of technology suppliers – from compartmentalized thinking to a customer-focused holistic approach

  • There are thousands of print and paper technology suppliers. Printing industry customers are confronted with a multitude of identical or similar offers.
  • Despite everything – and probably also due to the ever-present digital print manufacturers who like nothing better than to predict the demise of print if the industry fails to invest in digital printing – manufacturers using traditional offset, gravure, and flexographic technologies appeared to be falling behind.
  • However, despite having to face serious crises that threatened their very existence, the long-established groups Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) and Koenig & Bauer AG (KBA) have maintained their strong position and been completely revitalized.
  • The world of offset printing, which was left for dead, has been successfully resuscitated and proactively integrated into the world of digital printing. Digital printing technology, on the other hand, remains compartmentalized with its standalone solutions and relies on displacing existing solutions through substitution.
  • Investors and the stock exchange acknowledged the renaissance of German companies KBA and Heideldruck at drupa 2016. The sales and earnings of both have improved as a result – with confident forecasts of upward share price movement.
  • For companies focusing uniquely on digital printing technology, on the other hand, big ambitions and significant research outlay have not had a positive impact on their share price to date.
  • The two German printing press manufacturers KBA and Heideldruck – the industry frontrunners – are successfully defending their leading positions and once again enjoying profitable growth. As things stand at present, Heideldruck has the best chance of building on its dominant market position in the digital era thanks to its holistic and expedient digitization strategy focusing on print.
  • Consequently, Heideldruck has become the pacesetter in the digital transformation of the global printing industry. In addition to different printing technologies, the entire print shop management process – including digital administrative/process control and cloud-based services – is being incorporated for optimum networking. The benchmark here is to ensure the best possible customer focus.

 

 


 

CONTACT / Further information and advisory:

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ValueTrendAnalysis:
Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print (Teil 2)

Von Andreas Weber, Head of Value

Durch die ValueTrendRadar-Analyse „Perspektiven in der Wertschöpfung mit Print“ liegt erstmals eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des globalen Print-Geschehens vor. Aus gutem Grund liegt ein besonderer Fokus auf Deutschland, da hier die moderne Druckbranche ihren Ursprung fand. Aber auch die globale Sicht kommt nicht zu kurz.

Ergebnisse Teil 1 — Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung

  • Der Print-Markt ist hoch bedeutend und braucht sich kaum hinter dem Automobilbau, dem Finanzsektor oder der Werbebranche verstecken. Dies ist eigentlich kein Novum, sondern seit Generationen so!
  • Ein wichtiger Trend im Druckereimarkt: Druckereien verschlanken sich; dennoch muss selbst bei sinkenden Produktionsvolumen die Wertschöpfung steigen. Druckereien müssen daher nach wie vor investieren, um effizienter produzieren oder neue Wachstumsfelder erschließen zu können.
  • Es wurde durch die drupa 2016 auf globaler Ebene klar, dass Printmedien keinesfalls aus der Zeit geraten sind, sondern wirkungsvoller denn je eingesetzt werden können. Schwarzmalererei ist also falsch. Die Aussichten sind bestens!
  • Aber: Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer!
  • Die Zukunft von Print wird getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht.
  • Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen.

 

ValueTrendRadar Analysis Teil 2: (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft

Bereits vor der drupa 2016, im April 2015, verblüffte ich auf einer Expertenkonferenz in Dresden vor Druckereiunternehmern, IT- und Software-, Internet- und Design-Spezialisten durch folgende Prognose: „2016 wird Print eine Renaissance erleben. Wenn die Branche umdenkt und ihre Hausaufgaben macht!“ Damit verbunden war mein Hinweis, dass die eigentliche Veränderung im Print-Geschäft nicht alleine durch neue, angeblich disruptive Techniken oder das Internet als vermeintlichem Feind von Print getragen werden, sondern durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien prägen.

Meine zentrale These: Wer künftig bestehen will, muss sich auf die Stärken fokussieren, die Print über die Jahrhunderte unverzichtbar gemacht haben, und diese ins Digitalzeitalter transformieren. Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen.

 

Kurzer Exkurs: Etwas Altes wird etwas Neues!

Das Erfüllen spezifischer Anforderungen war von Anbeginn der Treiber für Print. Die Entwicklung des Papiers vor rund 2000 Jahren und vor etwa 1000 Jahren des Druckens stammt aus China. Das Riesenreich brauchte für seine dynamische Entwicklung mediale Techniken, um staatlich-organisatorisch und wirtschaftlich zu funktionieren. Erheblich später, ab ca. 1460, etablierte sich die gedruckte Kommunikation in Europa. Mit fulminanten Effekten für Gesellschaft, Religion/Kirche, Wirtschaft und Politik. Es bildeten sich überall Druckwerkstätten, die zunächst Eliten bedienten, um dann im Zuge der Aufklärung sowie der allmählichen Demokratisierung mehr und mehr populär zu werden. Das Besondere: Bis kurz nach dem Jahr 1800 waren Drucker immer auch Technik-Tüftler sowie Verleger, die Inhalte medial verfügbar machten. Alles lag in einer Hand, Monopolstrukturen entstanden. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich spezialisierte Zulieferer für Satz-, Bild- und Drucktechnik und die Branche profitierte von der „industriellen Mechanisierung“ im Druck- und Verlagssektor.

Die Geschäftsentwicklung wurde nicht nur durch Technik-Innovationen geprägt sondern vor allem durch eine zunehmende Spezialisierung im Technik-Anwendungsbereich: Es entstand die „Grafische Branche“ mit sog. Vorstufen-Betrieben (Textsatz, Bildreproduktion), reinen Druckereien sowie Buchbinder-/Weiterverarbeitungsbetrieben sowie Design- und Medienproduktionspezialisten, die unabhängig agierten und allesamt aufgrund der steigenden Informationsflut im Industriezeitalter dynamisch wachsen und hochprofitabel wirtschaften konnten. Letztlich entkoppelte sich das Verlagsgeschäft von der Technik. Verlage fokussierten sich auf Inhalte; Druckereien auf Datenvervielfältigung via Papier. Je höher die Auflagen, umso besser!

Mit dem Internet und dem World Wide Web wirkte sich seit den 1990er Jahren ein ungewollter Nebeneffekt der Spezialisierung und Fokussierung aus — mit gravierenden Folgen: Den grafischen Betrieben, vor allem den Druckereien, entglitt die Kontrolle über ihre Märkte. Die Datenaufbereitung für den Druck wie auch die Gestaltung von Druckmedien inkl. Papierauswahl und die Einsatzmöglichkeiten von Print wurden aus der Hand gegeben: Die Kunden der Druckereien bestimmten, was wie wann und sogar zu welchem Preis gedruckt werden soll. Diese Entwicklung hatte nachhaltig Einfluss auf die Techniklieferanten der Druckereien, die sich fast ausschließlich auf die Optimierung von Drucktechnik konzentrierten, um durch Effizienzsteigerungen den Preisverfall durch Mengenwachstum zu kompensieren. Keiner schaute mehr über den Tellerrand! Strukturelle Änderungen im Markt konnten nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Obgleich die Druckbranche seit den 1970er Jahren der Schrittmacher der Digitalisierung im Print- und Publishingbereich war, wurde im Internetzeitalter der Einstieg und letztlich der rechtzeitige Anschluss an das sich ändernde Mediennutzungsverhalten verpasst. Pleiten, Pech und Pannen waren die Folge. Traditionsreiche, zum Teil börsennotierte Vorstufentechnik-Firmen wie Crosfield, Berthold oder Linotype und Hell verschwanden zum Ende des 20. Jahrhunderts vom Markt. Es strauchelten auch Traditionsmarken wie Agfa oder Kodak, die Nischenplayer wurden, und der globale Druckmaschinenkonzern manroland AG musste Ende 2011 Insolvenz anmelden und wurde zerschlagen.


Streng genommen hat sich eine Spaltung im Druckerei-Markt ergeben: 

  • Auf der einen Seite die „Optimierer“, die das Gros der Druck-Betriebe darstellen und auf Effizienz und Verbesserung des Bestehenden setzen ohne konsequenten Fokus auf neue Lösungen und Marktentwicklungen, die geprägt sind von strukturellen Veränderungen durch das Internet. Die Geschäftsmodellphilosophie basiert auf Peer-to-Peer-Verbindungen (wenige Kunden mit möglichst hohem Auftragsvolumen; jeder Auftrag ist quasi eine Sonderanfertigung) und entspricht dem klassischen Pipeline-Prinzip, indem Aufgaben seriell, dem gleichen Modus folgend abgearbeitet und Leistungen vorfinanziert werden müssen. Im Fokus liegen Stammkundengeschäft und Teilnahme an Ausschreibungen. Die Maxime: Kostendeckung bei hohem Investitionsbedarf. Die Profitabilität ist niedrig, zumeist im Bruttogewinnbereich von unter 10 Prozent, und kann nur durch stetes Mengenwachstum gehalten werden. Folge: Wer nicht (mehr) wachsen kann, scheitert!
  • Auf der andere Seite bildeten sich quasi als Neu-Starter die „Pioniere“ — deutlich in der Minderheit, angeführt von sog. Online-Druckereien — die Prozesse und Anwendungen automatisieren sowie das Go-to-Market zeitgemäß innovieren und neue Formen der Kundenorientierung suchen. Die Geschäftmodellphilosophie basiert auf dem Transaktions- und/oder Innovations-Plattform-Prinzip, das den Paradigmen der Vernetzung des Digitalzeitalters folgt. Zur traditionellen Printmedienherstellung mit modernster Technik gesellen sich IT-/Online- und Cloud-Services, Multichannel-Leistungsangebote sowie Supply Chain-Services. Im Fokus liegen die Neukundengewinnung, gerade auch solcher Firmen und Einzelpersonen, die bis dato Print gar nicht oder kaum genutzt haben, sowie spezielle B2B-Services inkl. Kampagnenmanagement. Die Maxime: Preisoptimierte Premiumqualität durch Standardisierung, Echtzeitproduktion inkl. sofortiger Lieferung — meist per ‚Next-Day-Delivery‘ — und crossmediale, perspektivisch individualisierte, Multichannel-Marketing-Kampagnen. Die Wachstumsraten sind hoch (bei 20 Prozent und mehr per anno), ebenso die Profitabilität, die insbesondere bei IT-/Multichannel-Leistungen bis zu 40 Prozent Bruttogewinn liefern kann. [Vgl. hierzu: ValueTrendAnalysis „Transformation — Beam me up Scotty“]

 

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In medias res

A) Starke Wachstumsimpulse für Print durch Digital-Pioniere

Vor allem High-Tech-Firmen aus dem Silicon Valley, wie Adobe, Apple oder auch PARC (Xerox) sorgten frühzeitig für disruptive Veränderungen des Printgeschäfts indem sie das Spektrum grafischer Anwendungen integrativ und prozesstechnisch optimiert erweiterten (zunächst durch Desktop Publishing mit dem Motto: „Jeder sein eigener Gutenberg“, später durch web-basierte Lösungen). Bezeichnender Weise bezogen sich die zumeist kalifornischen Innovatoren in den 1980er Jahren ebenso wie auch die Internet-/Social-Media Unternehmen zur Jahrtausendwende — auf den Erfinder Johannes Gutenberg aus Mainz, den die US-Wirtschaftselite im Jahr 2000 zum Mann des Jahrtausends kürte. (Siehe das Buch des Silicon-Valley-Vordenkers Jeff Jarvis: „Gutenberg the Geek“). 

Fakt ist, dass in der Folge Giganten des Internetzeitalters wie Amazon sowie Apple als global wertvollste Marke die Welt des Print nicht bekämpfen, sondern im Gegenteil Print einen hohen Stellenwert einräumen: Amazon startete mit dem Online-Verkauf gedruckter Bücher und dominiert bis heute den globalen Markt auch als Autoren-Verlag; Amazon Jeff Bezos hat nach der Übernahme der Washington Post das Zeitungsgeschäft innoviert; er lässt Journalisten und Ingenieure eng zusammenarbeiten, um Print und Online medial zu orchestrieren. Mitte September 2016 setzte Amazon in den USA den Startschuss für „Amazon Prints“ , ein Online-Service zum Drucken von Fotos, Fotobüchern, Grußkarten und Kalendern, das den US-Marktführer Shutterfly preislich unterbietet und laut Bloomberg sofort für einen Kursrutsch bei Shutterfly-Aktien sorgte. Amazon bietet für sein Prime und Drive-Kunden Vorzugspreise bei freier Lieferung ab Mindestbestellwert von 15 US-Dollar.

 

 

Apple ist einer der größten Promotoren von Print: neben hunderten Millionen von iMacs, MacBooks und iPads werden seit 2007 bis zum Jahresende 2016 rund 1 Milliarde iPhones auf Premium-Niveau durch Print edel verpackt; den Neustart von Apple im Jahr 1997 ermöglichte v. a. Print-Werbung, um Steve Jobs „Think-Different“-Kampagne sichtbar zu machen über Außenwerbung sowie Print-Anzeigen. Apple ist zugleich durch hunderte Millionen Kunden auch der größte Aggregator resp. „Verleger“ von gedruckten Premium-Fotobüchern inkl. Grusskarten etc., die vom Kunden digital gefertigt und via Webservice direkt in Auftrag gegeben werden. Mit global bereits mehr als 20 Mrd. Euro Jahresumsatz ist die Fotobuch-Branche dabei, den klassischen Buchverlagen den Rang abzulaufen!

Das Internet-Auktionshaus eBay wie auch der Online-Händler Zalando setzen schon über 5 Jahre auf Printmagazine und/oder gedruckte, individualisierte Kataloge, die generell im Versandhandel die Umsatzgaranten sind. (Siehe: Geschäftsfeld Print-Kataloge — Gewinner und Verlierer – und was wir daraus folgern können). 

Weitere bedeutende Beispiele mit extrem hohem Printvolumen sind Firmen, die sich im Online-Handel profilieren müssen und dabei auf Print setzen: die Ottogroup mit über 100 Katalogen, aber auch das Möbelhaus IKEA mit dem auflagenstärksten Verkaufskatalog der Welt (über 210 Millionen Exemplare pro Ausgabe).

 

Der unvergessliche IKEA YouTube-Film, der humorvoll-intelligent Print gegen Apple eBooks antreten lässt: „Experience the power of a bookbook™“, https://youtu.be/MOXQo7nURs0

Die Kennziffern des Online-Handels sind beeindruckend, vor allem in Deutschland: 

  • Die deutschen Online-Händler verzeichneten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 46,9 Milliarden Euro.
  • Der Umsatz des Interaktiven Handels – der Online- und Versandhändler umfasst – betrug im vergangenen Jahr 52,4 Milliarden Euro. 
  • Der Anteil des Online-Handels am Interaktiven Handel beträgt damit 89,6 Prozent. (Quelle: E-Commerce-Verband bevh, Januar 2016)
  • Das Volumen der Top-100-Anbieter umfasste in Deutschland im Jahr 2015 rund 24,4 Milliarden Euro (Vorjahr 2014: 21,6 Mrd. Euro, das entspricht einem Wachstum von über 13 Prozent). Wobei die Top-4 fast 50 Prozent des Umsatzes für sich verbuchen.
    Siehe: http://www.internetworld.de/e-commerce/zahlen-studien/groessten-deutschen-webshops-1125047.html
  • Mindestens 5 bis 10 Prozent dieses Umsatzes werden für Print (inkl. Distribution) aufgewendet. Die Menge der Printbeilagen in Paketaussendungen steigt signifikant an.

 

 

 

FAZIT

Internet-Firmen wie auch Plattformbetreiber und vor allem Online-Handel-/E-Commerce-Anbieter sind wichtige, wenn nicht sogar die wichtigsten Wachstumstreiber und Impulsgeber für Print! 

Zusatzaspekte: Big Data, das Internet-of-Things sowie Mobile Shopping werden dem interaktiven Handel zusätzlich dynamischen Auftrieb geben. Automatisiert werden zum Beispiel Online-Bestellungen aggregiert, die verpackt und mit gedruckten Beilagen angeliefert werden müssen.

 


 

B) Online Print — das derzeit dynamischste Wachstumssegment

Zur Definition: Online-Print hat seit den 1990er Jahren seinen Ursprung im sog. Web-to-Print und wird synonym auch als E-Business Print bezeichnet. Es umfasst systemisch angelegte Produktionsverfahren zur internetbasierten Übermittlung von Produktionsdaten zur Erstellung von Drucksachen aller Art. Der Vertrieb erfolgt automatisiert über Online-Shops (offene und geschlossene).

Die wichtigsten Online-Print-Produkttypen sind (in kleinen, mittleren und großen Auflagen bis 100.000 Exemplaren):

  • Bücher (vor allem: Fotobücher)
  • Zeitungen, Zeitschriften/Magazine
  • Kataloge, Preislisten, Technische Dokumentationen
  • Kalender
  • Werbemittel (z. B. Flyer, Poster/Plakate, Aufkleber, Werbeschilder; neuerdings: Großformatdrucksachen/Außenwerbung, Planen)
  • Mailings
  • Geschäftsdrucksachen (z. B. Visitenkarten, Briefbogen, Briefkuverts, Blöcke, Stempel)
  • Verpackungen (inkl. Umverpackungen und Wellpappe)
  • Etiketten
  • Werbe-, Streuartikel (z. B. für Textilien, Kugelschreiber)
  • Industrieprodukte, (z. B. Bedrucken von Haushaltswaren, Möbeln, Tapeten/Inneneinrichtungen)
  • Sonderform: 4D-Printing (individuelles Bedrucken dreidimensionaler Objekte), die v. a. am Point-of-Sales vom Endkunden editiert und bestellt werden.

Die Druckprodukte, die online erstellt, bearbeitet oder beauftragt werden, müssen strickt bestimmten Prozessstandards folgen – vor allem in Bezug auf die Bedruckstoffe/Papierauswahl, das Papierformat, die Anzahl der Farben, den Seitenumfang oder die Gestaltung. Neben der Standardisierung sind die Bedienung per Internetbrowser durch die Benutzer und die Automatisierung von Arbeitsabläufen weitere wichtige Kennzeichen für Online-Print. In diesem Kontext wird in Analogie zu Industrie 4.0 von Print 4.0-Fertigungsweise gesprochen. Die Bezahlung erfolgt zumeist Online bei Bestellung, also vor der Lieferung, so dass Aufträge von der Online-Druckerei nicht vorfinanziert werden müssen. Online-Druckereien sind so gesehen E-Commerce-Unternehmen, die Online-Bestellungen direkt und zumeist über Nacht produzieren und in kürzester Zeit liefern. Das Prozessmanagement für Bestellung und Produktion muss stets gekoppelt sein mit dem gesamten Businessmanagement inkl. Logistik sowie einer maximalen Kompetenz für Online-Marketing. Klassische Vertriebsaufgaben entfallen vollständig. Somit sind, das stützt sich auch durch die Meinung anderer Experten, Online-Druckereien anwenderseitig die Schrittmacher der „digital Transformation“ im Printgeschäft.

Anschaulich wird das am Beispiel der deutschen Firma Onlineprinters, die mit ihrer Marke „diedruckerei.de“ nicht nur seit dem Jahr 2004 national agiert, sondern durch 15 Onlineshops über 500.000 (!) Kunden aus 30 Ländern Europas erfolgreich bedient. Produziert wird auf 42.000 qm Fläche zentral im fränkischen Neustadt a.d. Aisch. 90 Prozent der Kunden stammen aus dem B2B (Geschäftskundenbereich), darunter auch viele konventionelle Druckereien. Ca. 3.000 bis 4.000 Aufträge werden pro Tag bearbeitet. Über 90 Prozent der Produkte mit einer jährlichen Gesamtauflage von 2,1 Milliarden Drucksachen werden im Offsetdruck hergestellt (Onlineprinters ist die größte Offsetdruckerei Europas mit über 120 Druckwerken im sog. IIIb-Format 70×100 cm), der Rest per Digitaldruck, Großflächendigitaldruck, Latexdruck, UV-Druck, Textildruck (Sublimationsverfahren). Insgesamt umfasst das streng nach Standards produzierte Portfolio 1.400 Produkte in über 10 Millionen Varianten. (Stand: April 2016).

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Grafik: Facts Sheet von Onlineprinters

Kennzahlen zum Online-Print-Markt in Deutschland, Österreich und Schweiz

  • Marktanteil im Akzidenzdruck: rund 30 Prozent am Gesamtvolumen.
  • Insgesamt rund 6,7 Mrd. € Jahresumsatz, Wachstumsprognose knapp 10 Prozent in 2016.
  • Rund 2,6 Mrd. Euro Umsatz durch 1.950 Open Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz. — Hinweis: Die Mehrzahl sind Partnershops großer Anbieter; die tatsächliche Zahl liegt bei rund 250 relevanten Shops.
  • Rund 4,1 Mrd. Euro Umsatz durch 6.100 Closed Shops (nicht öffentlich, für einzelne Kunden individuell eingerichtet).
    (Stand: 2015. Quelle: Bernd Zipper, Review Online-Print-Symposium, März 2016.)

 

Trends: 

  • Shops der 1. Generation stagnieren, da Funktionalitäten und der Servicelevel eingegrenzt sind.
  • Das starke Wachstum der Top-5-Anbieter neuestes Generation geht auf Kosten der mittleren und kleinen Anbieter, da die Top-5 voraussichtlich um 22 Prozent – von 1,23 Mrd. Euro auf 1,5 Mrd. Euro Umsatz — wachsen, und einige kleinere Anbieter weiter in den Closed-Shop für den B2B-Sektor abwandern, um dort an besseren Wachstumschancen teilzuhaben. (Grund hierfür ist gemäß Expertenurteil vor allem, dass die Services der „Großen“ zeitgemäß attraktiver angeboten werden und die Preissituation sich eher negativ für die kleineren Anbieter gestalten wird. Wobei „klein“ hier nur eine verhältnismäßige Größenordnung ist, da immerhin von Unternehmen unterhalb der 80 Millionen Euro Umsatz gesprochen wird.)
  • Print-Discounter (Trader), die bei starken Online-Print-Marken einkaufen und mit Zuschlag weiterverkaufen, verzeichnen das stärkste Wachstum; ihr Fokus liegt auf Marketing und Preisoptimierung.
  • Der Boom bei der Mass Customization im Print wird die Branchenentwicklung weiter beschleunigen. Ebenso Coopetition (Zusammenarbeit über Wettbewerbsgrenzen hinaus), Cognitive Commerce, Mobile Business und High-End Print (mit Special Effects).

Fazit

Als Schrittmacher und auf bereits starkem Umsatz-Niveau verzeichnet der Online-Print-Sektor mehr als alle anderen Bereiche der Druckbranche ein zweistelliges und damit deutlich höheres Wachstum sowie maximale Profitabilität durch Standardisierung und Automatisierung.

Relevante technische Innovationen werden äußerst schnell identifiziert und so umgesetzt, dass sie sofort zur Wertschöpfung beitragen.

 

Ein Meisterstück für die Darstellung von Print — Nicht nur Headquarter, sondern Kreativtempel für moderne Druckkunst, der sogar Digital Natives begeistert: Der globale Online-Print-Marktführer CIMPRESS setzt für seine wichtigste Marke VISTAPRINT einen Meilenstein. 

 

 


 

C) Zukunftsweisend: 4D Printing eröffnet neue Dimensionen

4D Printing leitet sich in Anspielung auf 3D Printing ab, das auf der globalen Print-Leitmesse drupa 2016 erstmals als stark vertretenes Segment hohe Aufmerksamkeit fand. Klar wurde dabei auch, dass 3D Printing mit der traditionellen Herstellung von Drucksachen kaum etwas gemein hat; 3D Printing bezeichnet eine additive Verfahrenstechnik (Additive Manufacturing, bei Erfindung Mitte der 1980er Jahre ‚Stereolithography‘ genannt), bei der Werkstücke aus unterschiedlichsten flüssigen oder festen Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen computergesteuert aufgebaut werden. Durch physikalische und chemische Härtungs- und Schmelzprozesse werden solide dreidimensionale Objekte erzeugt, etwa für die Herstellung von Prototypen oder aber auch von Einzelstücken ganzer Häuser, Autos, Musikinstrumente und vieles mehr. (Siehe: Definition 3D Printing). 

Der sinnvolle weitere Schritt: 2013 wurde in den USA von einem M.I.T.-Lab in Cambridge, MA, das 4D Printing in der Weise vorgestellt, dass es durch 3D-Drucker erzeugte Objekte in Form und Aussehen verändert(Siehe: Wissenschaftsbericht „What is 4D Printing?“ inkl. Video  sowie „4D Printing — An introduction and overview).

Etwa zur gleichen Zeit begann man in Deutschland bei Heidelberger Druckmaschinen das 4D-Printing-Prinzip auf die Print-Branche zu übertragen. Per Inkjet-Druck und hochpräziser Robotik werden Druckdaten auf solide Objekte übertragen — etwa für die Beschriftung/Bebilderung von Autos, Fussbällen oder Dosen. Jede Fläche, ob eben oder gekrümmt, kann bedruckt werden. Im April 2014 erstmals prototypisch vorgestellt, gab es bereits 2015 erste Installationen, zum Beispiel bei BVD Druck + Verlag AG in Liechtenstein.

 

Vorreiter: Das Online-Start-up mymuesli.com setzte in seinem Ladengeschäft in Heidelberg bereits Ende 2015 auf 4D Printing von Heideldruck.

 

Ende 2015 folgte die wohl spektakulärste Anwendung durch das Online-Startup mymuessli.com: In einem der mymuessli-Ladengeschäfte wurde ein vor Ort in Heidelberg installiertes 4D-Drucksystem vorgestellt, das Müsli-Dosen individuell farbig mit Texten und Bilder bedruckt. Eingabestation ist ein iPad, das der Kunde im Laden selbst bedient. Im Hintergrund arbeitet eine Web-to-Print-Softwarearchitektur zur professionellen Aufbereitung der Druckdaten. Minutenschnell ist die selbst gestaltete Dose fertig produziert, um das aus eigens ausgesuchten Komponenten individuell konfigurierte Müsli individuell zu verpacken. (Siehe Anwendungsbericht inkl. Video.) 

Zur drupa 2016 wurde die erweiterte, marktreife neue Baureihe Jetmaster Dimension von Heidelberger Druckmaschinen ausgestellt. (Siehe: 4D Printing with Jetmaster Dimension – The New Dimension in Printing sowie das ValuePublishing-Interview mit Heidelberg-Vorstand Dr. Stephan Plenz — Heideldruck: „Wir wollen ganz vorne dabei sein, wenn es um die Realisierung von funktionierenden, industriellen, digitalen Lösungen geht.“ 

Parallel zeigte auf der drupa 2016 als zweiter Technologie-Entwickler Xerox den Prototyp einer Drucklösung für das Bedrucken von Aluminium-Getränke-Dosen. (Siehe Technik-Bericht: „Xerox Direct to Object Inkjet-Drucksystem.)

Fazit

Das druckgrafische 4D Printing-Verfahren zählt zu den wichtigsten „Emerging Technologies“ (Gartner) und startet gerade erst im Markt. Noch ist es zu früh, um mit validen Marktdaten und Kennziffern aufzuwarten. Schaut man aber auf das dynamische Wachstum von 3D Printing insgesamt, lassen sich Parallelen erkennen und bewerten. 

Den Prognosen zufolge werden die weltweiten Ausgaben zum 3D-Druck bis 2020 auf 35,4 Milliarden US-Dollar steigen. Der weltweite Umsatz mit 3D-Druckern und 3D-Druck-Dienstleistungen würde sich damit in den kommenden 4 Jahren verdoppeln (Quelle: Marktforschungsunternehmen IDC, August 2016. (Siehe: https://www.3d-grenzenlos.de/magazin/marktforschung/verdopplung-3d-druck-umsatz-bis-2020-27185463.html)

Die hohe Bedeutung und exzellente Perspektive von 4D Printing ist in jedem Fall klar: Es werden nicht nur Druckereien respektive agile Online Print-Betriebe eingebunden, sondern auch Unternehmen aller Art, Konsumgüterhersteller, der Handel und sogar Online-Start-ups. Das Go-to-Market wird sich bei 4D Printing aber deutlich von der Vermarktung „regulärer“ Drucktechnik unterscheiden müssen.

 


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D) Packaging: Königsdisziplin mit weltweitem größtem Wachstumsvolumen

Fast die Hälfte des globalen Umsatzes mit Print entsteht durch „Packaging“, den Verpackungs- und Etikettendruck: Bis 2018 werden es rund 472 Milliarden Euro sein (2015: rund 390 Milliarden Euro). Die Gründe hierfür sind zum Ersten der steigende Bedarf an Verpackungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufgrund zunehmenden Wohlstands und wachsender Bevölkerungen. China liegt an der Spitze. Zum Zweiten profitiert die Verpackungssparte in den westlichen Industrieländern von zunehmender Sortenvielfalt und mehr Wettbewerb im Handel. Und drittens nimmt das Volumen von Verpackungen zu, wie hierzulande die Verbraucherberatung NRW feststellte. Denn 40 Prozent der Verpackungen enthielten Luft, sind also größer als nötig. Zudem bietet der Verpackungsmarkt noch ein riesiges Potential an (noch) nicht bedruckten Verpackungen, da der Markt insgesamt um 4 Prozent pro Jahr wächst und bis 2018 ein Volumen von rund 865 Milliarden Euro ausmachen wird.

Damit wird deutlich, warum die Druck- und Papierbranche mit großer Wucht auf die Innovation durch die aufmerksamkeitsstarke Differenzierung von Verpackungen setzt. Bis dato waren dies vor allem außergewöhnliche Veredelungsmöglichkeiten wie Lacke sowie Metallfarben und speziell für den Verpackungsdruck konzipierte Sonderkonfigurationen von Maschinen und Medien.

  • Bedruckt und veredelt werden Verpackungen bisher vor allem im Flexo-, Offset-, Tief- und Siebdruckverfahren. Dies trägt den hohen Auflagen sowie Qualitäts- und Kostenanforderungen Rechnung. Gemeinsam decken Flexo- und Offsetdruck aktuell rund zwei Drittel des Weltmarkts für Verpackungsdruck ab.
  • Der Anteil des Digitaldrucks ist mit weniger als 10 Prozent noch relativ klein. Dies dürfte sich aber mittelfristig durch die Fortschritte bei digitalen Drucktechniken ändern. Hinzu kommt der Trend zur Individualisierung.
  • Bedruckte und lackierte Kartonagen sowie Blechtafeln dürften vorerst eine Domäne des Bogen-Offsetdrucks bleiben. Der Digitaldruck tastet sich aber allmählich in diesen Markt hinein. Bei flexiblen Verpackungen dominiert in Europa und Amerika der Flexodruck, in Asien der Tiefdruck. Letzterer verliert aber aufgrund der teuren Druckform an Boden.
  • Bei Wellpappe und Etiketten ist der Flexodruck ebenfalls noch der am meisten genutzte Prozess, obwohl bei Etiketten der Digitaldruck stark im Kommen ist. Der Siebdruck wurde bisher vor allem bei Schildern, Displays und Hohlkörpern eingesetzt. In der Zukunft wird das digitale Inkjet-Druckverfahren an Bedeutung gewinnen. Experten gehen davon aus, dass die heute im Online-Handel/E-Commerce üblichen braunen Umverpackungen aus Wellpappe zunehmend farbiger werden.

Deutsche Druckmaschinenbauer suchen im Digitaldruck Kooperationspartner

Besonders die deutschen Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer (KBA) und Heidelberger Druckmaschinen setzen hier seit Jahren ihren Schwerpunkt auf den Verpackungsdruck und führen deutlich den Markt an. Seit der drupa 2016 liegt ein weiterer Fokus auf dem industriellen Digitaldruck, der von globalen Kooperationen profitieren soll:

Viele neue Player, die zusätzliche Verfahren entwickelten, kommen durch den Trend zum Verpackungsdruck ins Spiel, vor allem aus Israel. Dazu gehören neuartige Digitaldrucktechnologien wie die von Landa Nanography, die aber auch nach über acht Jahren der Entwicklung noch immer nicht marktreif installiert ist. Scodix entwickelt digitale Veredelungsmaschinen und Highcon setzt auf laserbasierte Hochgeschwindigkeitsmaschinen für die Faltschachtelherstellung. Auch reine Digitaldrucktechnikexperten wie z. B. Canon, Konica Minolta oder Xerox wollen bei Print-Anwendungen die Potenziale bei Verpackungen inklusive des Etikettendrucks heben. Dies schließt Printed Electronics und die Integration von Near Field Communication (NFC) ein, die beim Inkjetdruck mit verarbeitet werden kann.

 

 

Was im klassischen Drucksektor leicht übersehen wird, ist das Zusammenspiel von Multichannel-Lösungen beim Marketing, „Augmented Reality“ und individualisierter Werbung. Diese Kombination kann jede Art von Verpackung über die „Augmented Reality“ zum Startpunkt neuer Kontakt- und Dialogmöglichkeiten mit dem Käufer machen und stellt daher ein ungeheures Potenzial für Markenunternehmen dar. Um dies zu realisieren, ist der Digitaldruck unerlässlich. Nur durch ihn kann das Druckbild ad hoc variiert werden. So ermöglichen neuartige Multichannel-Softwarelösungen wie die von der Xerox-Tochter XMPie, Verpackungen zu individualisieren und sie zu einem Teil von messbaren Marketingkampagnen werden zu lassen. Via XMPie kann jede Art von Drucktechnik-Prozess angesteuert werden. (Siehe ValueDialog mit XMPie-Präsident Jacob Aizikowitz)

Gründe für das starke, nachhaltige Wachstum bei Verpackungen

  1. Bedruckte Verpackungen haben für ihren Inhalt eine Schutz-, Konservierungs-, Werbe- und zunehmend auch eine Kommunikationsfunktion. Man denke hier nur an das Thema Verbraucherschutz mit entsprechenden Hinweisen auf der Verpackung.
  2. Verpackungen können nicht durch Flat-Screens oder Smartphones ersetzt werden. Anders als gedruckte Zeitungen oder Kataloge sind sie nicht vom veränderten Medienverhalten betroffen, sondern profitieren eher davon.
  3. Die Weltbevölkerung und der internationale Wohlstand wachsen. In Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien wächst die kaufkräftige Mittelschicht. Mit dem Wohlstand wächst der Konsum und wo mehr konsumiert wird, wird mehr verpackt und bedruckt, zumal auch in Schwellenländern Shopping Malls aus dem Boden schießen.
  4. Die Bedeutung von Verpackungen am Point of Sale nimmt zu. Verpackungen werden immer raffinierter und edler, um höchste Aufmerksamkeit zu finden. Dieser Trend bringt mehr Wertschöpfung für die Druckbranche und aufwendiger ausgestattete Maschinen für die Lieferindustrie.
  5. Mehr Single-Haushalte mit einer Vorliebe für Fertiggerichte und der boomende Online-Versandhandel sind ebenfalls Wachstumstreiber.

Kennziffern zum Verpackungsmarkt: Starkes globales Wachstum bis 2018

  • Marktprognosen gehen von einem deutlichen Umsatzanstieg im globalen Verpackungsmarkt aus.
  • Mit jährlichen Raten von 4 Prozent werde das Umsatzvolumen bis 2018 auf 975 Milliarden US-Dollar steigen, prognostiziert die Marktforschungsberatung Smithers Pira. Umgerechnet sind das ca. 865 Milliarden Euro. Der Anteil der bedruckten Verpackungen soll dann bei 472 Milliarden Euro liegen.
  • Wichtigste Treiber sind die steigende Weltbevölkerung insgesamt sowie im Speziellen die wachsenden Mittelschichten in den BRIC-Staaten.
  • Technische Weiterentwicklung, sinkende Kosten sowie der Bedarf an nachhaltigen recyclingfähigen Verpackungen sollen den Markt zusätzlich antreiben.
  • Asien bietet mit sechsprozentigen Wachstumsraten die besten Aussichten. Bis 2018 soll der asiatische Verpackungsmarkt 40 Prozent des Weltmarktes ausmachen.

Quelle: Smithers Pira, VDMA.

Trends bei Techniklieferanten

  • Für Maschinenbauer aus dem Bereich Druck- und Papiertechnik soll positive Marktentwicklung die Chance bieten, anderweitig rückläufige Geschäfte zu kompensieren.
  • Auch wenn digitale Druckverfahren im Verpackungsmarkt weit überdurchschnittlich zulegen – die Analysten prognostizieren jährliche Wachstumsraten von 13,4 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts – bleiben herkömmliche Verfahren im Verpackungsbereich die Umsatzgaranten und dürfen nicht ausgeklammert werden.
  • Das Umsatzvolumen des digitalen Verpackungsdrucks bezifferte sich 2015 auf 10,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet circa 9,35 Milliarden Euro), was knapp 2,5 Prozent Marktanteil am Weltmarkt für Verpackungsdruck entspricht.

Quelle: Smithers Pira, VDMA.

Trends bei Druckdienstleistern

  • Im Bereich Packaging zeigen sich ähnliche Entwicklungen wie im Online Print-Geschäft ab: Konzentration auf wenige, marktführende Druckereien und die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen stehen im Vordergrund.
  • Leistungsstarke Verpackungsdruckereien folgen meist ihren globalen Kunden (Grosskonzerne wie z. B. Unilever oder Nestlé) und suchen dann vor Ort nach verlässlichen und gut reputierten Anbietern.
  • Generell ist der Verpackungsdruckmarkt dadurch sehr in Bewegung, Übernahmen und Zusammenschlüsse sowie Erschließung neuer Märkte wie z. B. in Asien stehen im Fokus. Druckereikonzerne suchen auch in kleineren Märkten nach lokalen Druckern in Vietnam, Indonesien, etc. Dort zählen die Qualität der Maschinen (auch bei älteren Modellen), Standardisierung und der Service vor Ort.
  • In den westlichen Industrieländern teilen sich jeweils drei Anbieter fast 50 Prozent des Markets. In den USA sind es Westrock (Meadwestvaco und Rocktenn), Graphic Packaging und MPS. In Europa sind es Mayr Melnhof, Autajon und A&R Carton.
  • Andere große Anbieter wie Edelmann wachsen vor allem durch Zukäufe.
  • Führende Online-Print-Anbieter wie die börsennotierte CIMPRESS investieren in Verpackungsdrucktechnik und evaluieren strategisch neue Markteintrittsmöglichkeiten im Endkundengeschäft und im B2B.

 


 

Fazit

Der Markt für Verpackungs- und Etikettendruck expandiert derzeit um rund 25 Milliarden Euro pro Jahr und wird bald über 50 Prozent der globalen Druckvolumen ausmachen. Der Online-Handel sowie Multichannel-Anwendungen mit Kommunikation am Point-of-Sales sind zentrale Wachstumstreiber. 

Als wichtigste Verfahrenstechniken dominieren der Offset- und Flexodruck äußert stark und werden auch in 10 Jahren noch das Gros der Produktionen bewältigen müssen. Digitaldruck-Techniken wachsen überdurchschnittlich, v. a. durch Kooperationen von Herstellern, aber auf niedrigem Niveau. 

Die Nase vorn haben diejenigen Druckereien, die integrierte Lösungen kundenorientiert und mit hoher Automatisierung/Standardisierung sowie digitaler Prozesskompetenz anbieten. 

 


 

Der Beitrag wird wie folgt fortgesetzt: 

 

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Consumers associate printed newspapers with waste, but correcting this impression doesn’t seem to be a priority for the newspaper industry.

 

Graphic Repro On-line News Review to Friday 07 October 2016

Welcome to another roundup with 28 news articles posted during the past week, plus Laurel Brunner’s latest Verdigris Blog added on Friday, entitled Newspapers and Change. In her opening paragraph Laurel states: ‘Newspaper publishers should be doing much more to counter perception that print is bad for the environment. Consumers associate printed newspapers with waste, but correcting this impression doesn’t seem to be a priority for the newspaper industry. This has to change, even though publishers may have other things on their minds like the precipitous decline in print sales.’ You can read the rest of the article by using the link in the Verdigris section below.

The latest and No 10 in the series of Wild Format Technology Guides by Sonja Angerer was added this week. Entitled The Art and Science of Very Fine Drops, it explains why Inkjet is unique amongst printing technologies, where there is no other option to print on such a wide varieties of substrates with such efficiency and ease. Enjoy it. You can download an illustrated PDF from the link in the article below.

Upcoming events that feature prominently this week include The Print Show 2016, which opens its doors at the NEC in Birmingham tomorrow. You’ll find news from several exhibitors, including Sawgrass on Tuesday, and Intec on both Thursday and Friday, with the lead article on Friday taken from Gareth Ward at the Print Business, devoted to his take on the show, now in its second year and with an increase in demand for space this time around. It’s on until Thursday 13 October and has some nice offerings.

Domino Digital Printing Solutions will showcase a range of technologies at All4pack 2016 in Paris from 14 to 17 November. The show was previously known as Emballage. On Tuesday, Martin Bailey at Global Graphics led the news, as Global announced it is to chair a new ISO task force for a new PDF production workflow standard that will make it possible to describe what a final printed piece is supposed to look like. Leading the news on Thursday: KBA Report 49 is now available either as a printed version or to download online in multiple languages from KBA using the link in the article. The theme is ‘Print is on the up once more’, as this latest issue takes a closer look at some of innovations unveiled at drupa 2016.

There’s so much more for you is you scroll down, including some nice orders and installations including Ricoh in multiple European countries including France, The Netherlands and Finland; Muller Martini in Ghana; Highcon in Germany; Heidelberg UK, Xeikon with ThermoFlexX also in the UK; IFS with Foliant in the UK, Heidelberg USA, Taopix in Germany for an online platform; and MPS in The Netherlands.

As my tailender this week is Wednesday’s lead article as UPM Raflatac partners on the reforestation project of Jaguari River in Brazil to help protect this vital ecosystem; with a stunning pic to go with it.

My main MacBook’s screen decided to pack up this morning which is rather hampering the way I usually work, so that’s all until next time. Until then. My best regards,

Mike Hilton


the-print-show-2016

Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative and Wild Format Technology Guides from Digital Dots, as well as our Drupa and FESPA Newsrooms which can be accessed from the Index on our Home Page. We also have News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 

Headline News
Over 28,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news page

Mon 03 October…   
Sun Chemical in Flint Group European Ink acquisition
Sun Chemical has announced its intention to acquire Flint Group’s European Publication Gravure Ink Business…

Author Mural runs through Hachette’s Carmelite House
The new mural is a bold ‘river of authors’ representation of the River Thames that runs by
Hachette UK’s new home…

Ricoh’s continuous feed VC60000 makes its mark with IDC
High-end digital press helps Ricoh secure second spot for worldwide unit shipments in IDC’s Tracker…

MCTdigital and Blackman & White awarded at SGIA
New VersaTech2 ‘All in One’ digital cutter wins SGIA Product of the Year Award for finishing-routers/cutters…

Domino awarded in PPMA Group Industry Awards 2016
Domino’s SerialTrac named ‘Most Innovative Processing or Packaging Machine’ at the PPMA 2016 Awards…

WAEC Ghana boosts in-house finishing with Muller Martini
The West African Examinations Council invests in its first Muller Martini Primera saddle stitcher for its plant in Ghana…

Tue 04 October…   
Global Graphics chairs new ISO task force for PDF workflow
New PDF production workflow standard will make it possible to describe what a final printed piece is supposed to look like…

Xeikon X-800 5.0 with enhanced production capabilities
Xeikon has unveiled X-800 5.0 software to support faster, more effective production and colour reproduction…

Sawgrass set for a colourful Print Show UK 2016
Sawgrass to show the possibilities bright and vibrant 8-colour inks can offer at the NEC, 11 – 13 October…

Sun Chemical to debut SunTex Encore at Heimtextil 2017
Sun Chemical to present its portfolio of SunTex textile inkjet inks at Heimtextil in Frankfurt, 10 – 13 January 2017…

Sign & Digital UK from 28 – 30 March 2017
Sign & Digital UK to celebrate 30th anniversary with brand new Website and show focus for 2017 event…

Wed 05 October…   
UPM Raflatac supports Brazil Reforestation Project
UPM Raflatac partners on the reforestation project of Jaguari River in Brazil to help protect this vital ecosystem…

Gelato leads with print on location model
Print on demand is about to be joined by print on location as new businesses emerge to exploit these possibilities…

The Inkjet Revolution
This article relating to continuous feed inkjet is by Benoit Chatelard, vice president, Production Printing, Ricoh Europe…

Digital technology turns Label’Or into a winner
The Xeikon CX3 is the third Xeikon press in operation at Belgium-based label manufacturer Label’Or…

Highcon digital cutting and creasing for Colordruck
Baiersbronn in Germany says yes to digital cutting and creasing up to B1-size with a Highcon Beam order…

Thu 06 October…  
KBA Report No. 49: drupa review and practice reports
Print is on the up once more. Issue 49 of KBA Report takes a closer look at some of innovations unveiled at drupa 2016…

Domino at All4pack 2016 in Paris (previously Emballage)
Domino Digital Printing Solutions to showcase range of technologies at All4pack 2016 from 14 to 17 November…

Intec adds ‘Flare’ at The Print Show 2016 at the NEC
Intec continues its worldwide launch of finishing equipment to add premium decorative effects to digitally printed media…

Brightsea Print Group breaks through the 10m mark
Brightsea achieves over 10 million impressions in the last three months on the Speedmaster XL 75 installed this year…

Reproflex3 expands with ThermoFlexX 80-D imager
Installation of the UK’s second dual-head ThermoFlexX 80-D digital flexo plate imager expands Reproflex3′ plate services…

Agfa Fortuna 10 at Security Printers Conference in Seville
Agfa Graphics has announced the new version of Fortuna design and assembly software for high-security printing…

Fri 07 October…   
The Print Show 2016 prepares a tasty buffet
The main course may be missing from regional and national shows, says Gareth Ward, but there are plenty of morsels to sharpen any appetite for manageable investment…

Intec to unveil ColorCut 500 at The Print Show
Intec Printing Solutions to debut of the ColorCut digital die-cutter for sheet labels and packaging at the NEC next week…

Heidelberg hosts Open House at SunDance Marketing Orlando
Open House for X-Package and Prinect at SunDance showcased doubled productivity with Heidelberg’s Speedmaster CD 102…

Work win prompts Ruddocks’ Foliant laminator buy
Winning new worked prompted Lincoln, UK printer to invest in an IFS-supplied Foliant Vega 530 SF laminator…

Klartext Göttingen goes online with Taopix platform
German crossmedia directprint24.de brand has invested in a new photo commerce platform from Taopix UK…

Geostick Group adds two MPS EXL-Packaging presses
Two EXL-Packaging presses sold to Geostick B.V. in Uithoorn and Clever Labels & Flexibles in The Hague in The Netherlands…

Lead article from Friday in previous update… 

UPM Paper Asia to be renamed UPM Specialty Papers
New name highlights the business area’s strategic focus on specialty papers and global operations…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2020 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’, and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2020 Website.

Online Feature articles 2014 – 2016
Only 35 so far this year, with well over 70 last year, and over 90 in 2013 and in 2014 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years in our Archives.

Downloads 2016 Chapter 01

Technology-related Chapter 02

Online Features Sep/Oct Chapter 07

Previous…   
Model Zagreb’s robot-assisted Bobst case maker
Model Zagreb in Croatia has installed a highly automated Bobst FFG 618 – a case maker known for its shelf-ready capabilities…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blogs 2016

Newspapers and Change
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 07 Oct

Most recent…   
Data Basis
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 23 Sep

Technology Guides – from Digital Dots

Technology Guides for Wild Format 2016
This is the brand new series for 2016 – 2017 of new guides. The first ten can now be found in this special section in the Index on the Home Page of our Website. All have illustrated PDFs for downloading.

NEW this week and No 10… The Art and Science of Very Fine Drops
Inkjet is unique amongst printing technologies, there is no other option to print on such a wide varieties of substrates with such efficiency and ease. By Sonja Angerer

9… The basics of printheads
In many respects the printhead is the heart of an inkjet printer, directly responsible for placing each individual drop of ink on the substrate. By Nessan Cleary

FESPA Newsroom
The FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Federation News in 2016

Previous…   
10th Anniversary FESPA Mexico in September 2017
Visitors and exhibitors hail FESPA Mexico 2016 as a resounding success, with 10th Anniversary event announced for next year…

FESPA and ARED gearing up for FESPA Eurasia in December
FESPA and its Turkish Member Association ARED show commitment to the Eurasian region through local initiatives…

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use… but you must scroll down to view each Chapter when you visit the Newsroom

drupa daily to download as PDFs
These eleven jam-packed drupa daily news issues are ready to read now. They contain hundreds of superb articles, interviews, features and news. You can download each one complete as a PDF…

drupa 2016 Exhibitors’ at show + post-show News
Latest additions of 86 in total are now in alphabetical order can be accessed in our drupa Newsroom.

drupa 2016 News from Exhibitors (now in alphabetical order)
The series of over 240 pre-show articles can be accessed in our drupa Newsroom in alphabetical order.

post-drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

Decisive impulses for the global print industry at drupa
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

drupa ante portas Blogs 2016
Includes the tenth and final article in this series from Andreas Weber in Mainz, Germany…

drupa 2016 Expert Articles – and more
Includes the eleventh and final article in this series from Claus Bolza-Schünemann, CEO and president of Koenig & Bauer (KBA) and drupa president 2016…

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by: 

Antalis South Africa, Canon SA, Screen Europe,  Drupa 2020,  Esko,  FESPA.  Heidelberger Druckmaschinen AG,  HP Graphic So lutions, Kemtek Imaging Systems,  Krause-Biagosch,  Leonhard Kurz Stiftung,   Manroland Web Systems GmbH, Muller Martini AG,  Ricoh Europe,  Sappi LimitedThunderbolt Solutions, and UPM-Kymmene.

If you would like to send news for consideration for the Graphic Repro On-line Website (ISSN 1814-2915) or to submit comments, please e-mail Mike Hilton at: graphicrepro.za@gmail.com.

ValuePublishing ValueTrendRadar Analysis 2016 2.001.jpeg

Hochattraktiv für Start-Ups wie PastBook, Amsterdam: Print in Kombination mit Social Media erschließt weltweit neue Kundengruppen. Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Executive Summary der Analyse von Andreas Weber, Head of Value

Siehe auch den Kommentar zur Analyse!  |  English Version

 

Nicht nur an den Börsen, sondern v. a. bei professionellen Investoren ist Print ein zunehmend relevantes Thema. 

Aber: Für Aussenstehende resp. Branchenfremde tun sich im Detail viele Fragen und sogar Widersprüche auf; es ist fast unmöglich, sich aus dem Stand einen Überblick über die Lage von „Print als Business“ zu verschaffen. Der Grund: „Print is big“ – mit rund 898 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2015 (ca. 830 Milliarden Euro).

Um Print richtig einschätzen zu können, müssen drei Betrachtungsebenen untersucht und bewertet werden:

  1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung
  2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft
  3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten

 


1. Print in seiner (globalen) wirtschaftlichen Bedeutung

  • Der Print-Markt ist hoch bedeutend und braucht sich kaum hinter dem Automobilbau, dem Finanzsektor oder der Werbebranche verstecken. Dies ist eigentlich kein Novum, sondern seit Generationen so!
  • Ein wichtiger Trend im Druckereimarkt: Druckereien verschlanken sich; dennoch muss selbst bei sinkenden Produktionsvolumen die Wertschöpfung steigen. Druckereien müssen daher nach wie vor investieren, um effizienter produzieren oder neue Wachstumsfelder erschließen zu können.
  • Es wurde durch die drupa 2016 auf globaler Ebene klar, dass Printmedien keinesfalls aus der Zeit geraten sind, sondern wirkungsvoller denn je eingesetzt werden können. Schwarzmalererei ist also falsch. Die Aussichten sind bestens!
  • Aber: Die Wertschöpfung mit Print wächst nur dann, wenn die Nachfrage nach zeitgemäßen Print-Produkten nachhaltig stimuliert wird. Print ist kein Selbstläufer!
  • Die Zukunft von Print wird getragen durch fulminante, marktkonforme, neuartige Konzeptionen, die die professionelle Herstellung, Distribution und Nutzung von Printmedien integrativ angeht.
  • Erfolgskritisch ist, sich im Print nicht nur vertikal in einzelnen Anwendungsbereichen zu positionieren, sondern spezifisch auf Kunden- und Marktbedürfnisse einzugehen und dauerhaft eine Innovationsführerschaft zu übernehmen.

Der Weltmarktführer bei Online Print, CIMPRESS, hat mit seinem neuen Headquarter an der US-Ostküste einen kreativen Tempel für die Kunst des Druckens geschaffen, der talentierte Digital Natives als Mitarbeiter anzieht. Fotos: Screenshots aus Architektur-Video vom mp-architects. 


2. (Unvermutete) Wachstumstreiber im Print-Geschäft

A) Starke Wachstumsimpulse für Print durch Digital-Pioniere

B) Online Print — das derzeit dynamischste Wachstumssegment

  • Als Schrittmacher und auf bereits starkem Umsatz-Niveau verzeichnet der Online-Print-Sektor mehr als alle anderen Bereiche der Druckbranche ein zweistelliges und damit deutlich höheres Wachstum sowie maximale Profitabilität durch Standardisierung und Automatisierung.
  • Relevante technische Innovationen werden äußerst schnell identifiziert und so umgesetzt, dass sie sofort zur Wertschöpfung beitragen. 
  • Der Boom bei der Mass Customization im Print wird die Entwicklung beschleunigen.

C) Zukunftsweisend: 4D Printing eröffnet neue Dimensionen

  • Das druckgrafische 4D Printing-Verfahren zählt zu den global wichtigsten „Emerging Technologies“ (Gartner) und startet erst im Markt. Noch ist es zu früh, um mit validen Marktdaten/Kennziffern aufzuwarten. Schaut man aber auf das dynamische Wachstum von 3D Printing insgesamt, lassen sich Parallelen erkennen und bewerten.
  • Die hohe Bedeutung und exzellente Perspektive von 4D Printing ist in jedem Fall klar: Es werden nicht nur Druckereien resp. agile Online Print-Betriebe eingebunden, sondern auch Unternehmen aller Art, Konsumgüterhersteller, der Handel und sogar Online-Start-ups.

D) Packaging: Königsdisziplin mit weltweitem stärkstem Wachstum

  • Fast die Hälfte des globalen Umsatzes mit Print entsteht durch „Packaging“, den Verpackungs- und Etikettendruck: Bis 2018 werden es rund 472 Milliarden Euro sein (2015: rund 390 Milliarden Euro).
  • Der Markt für Verpackungs- und Etikettendruck expandiert derzeit um rund 25 Milliarden Euro pro Jahr und wird bald über 50 Prozent des globalen Druckvolumen ausmachen. Der Online-Handel sowie Multichannel-Anwendungen mit Kommunikation am Point-of-Sales sind zentrale Wachstumstreiber.
  • Als wichtigste Verfahrenstechniken dominieren der Offset- und Flexodruck äußert stark und werden auch in 10 Jahren noch das Gros der Produktionen bewältigen müssen. Digitaldruck-Techniken (speziell Inkjet-Druck) wachsen überdurchschnittlich, v. a. durch Kooperationen von Herstellern, aber auf niedrigem Niveau.
  • Die Nase vorn haben diejenigen Druckereien, die integrierte Lösungen kundenorientiert und mit hoher Automatisierung/Standardisierung sowie digitaler Prozesskompetenz anbieten.

 


3. Positionierung und Strategien der Techniklieferanten – Vom Silo-Denken zur kundenorientierten Ganzheitlichkeit

  • Die Zahl der Techniklieferanten für Druck- und Papiertechnik geht in die Tausende. Kunden aus der Druckindustrie sind mit einer Vielzahl von Angeboten konfrontiert, die sich mehrfach überlagern respektive deckungsgleich sind.
  • Trotz allem und wohl auch durch die Omnipräsenz der Digitaldruckhersteller, die allzu gerne den Untergang von Print prophezeiten, falls nicht in Digitaldruck investiert werde, gerieten die traditionellen Hersteller von Offset-, Tief-, Flexodruck-Technologien scheinbar ins Hintertreffen.
  • Aber: Die Traditionskonzerne Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) und Koenig & Bauer AG (KBA) mussten zwar heftige, existenzbedrohende Krisen durchlaufen, haben aber ihre starke Position behauptet und sich komplett erneuert.
  • Die (totgeglaubte) Offsetdruck-Welt hat einen Neustart erfolgreich vollzogen und die Digitaldruck-Welt pro-aktiv integriert. Wohingegen die Digitaldrucktechnik-Welt mehrheitlich mit ihren (Stand-alone-)Eigen-Lösungen in Silos verhaftet bleibt und auf Verdrängung durch Substitution setzt.
  • Anleger und die Börse haben den Neustart der deutschen Maschinenbauer KBA und Heideldruck zur drupa 2016 honoriert. Entsprechend entwickelten sich die Umsatz- und Ertragslage der beiden Firmen positiv — mit zuversichtlichen Prognosen für eine steigende Kursentwicklung.
  • Demgegenüber haben sich die Ambitionen und der hohe Forschungsaufwand auf die Börsenkurse der reinen Digitaldrucktechnik-Firmen bis dato nicht positiv ausgewirkt.
  • Die beiden deutschen Druckmaschinenhersteller KBA und Heideldruck, als Branchenprimus, verteidigen erfolgreich ihre Führungspositionen und wachsen wieder profitabel; wobei Heideldruck aus heutiger Sicht durch seine ganzheitlich durchdachte und zielführende Strategie zur Digitalisierung mit Fokus auf Print die besten Perspektiven bietet, um seine dominante Markposition auch im Digitalzeitalter weiter auszubauen.
  • Im Ergebnis ist Heideldruck zum Schrittmacher der digitalen Transformation der globalen Druckbranche geworden. Denn es werden nicht nur unterschiedliche Printtechniken, sondern das gesamte Druckerei-Management inklusive der digitalen Administrations- und Prozessteuerung sowie Cloud-basierte Services zur optimalen Vernetzung einbezogen. Die Maßgabe ist dabei die bestmögliche Kundenorientierung.

 

 


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