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Tag Archives: Andreas Weber

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Guido Ludes in der Ausstellung zu seinem 60. Fotocollage vor einer Detailsicht des Ölgemäldes Berlin: Potsdamer Platz, 2008, aus der Sammlung Schwarz+Weber, Frankfurt am Main

Lieber Guido!

Ein Auge lacht. Ein Auge weint. Heute, am 12. Mai 2019, begehen wir Deinen 70. Geburtstag. Ich rufe Dir im Kreis meiner Familie zu, auch wenn Du nicht mit uns zusammen sein kannst, hier auf der Erde, die Du so liebtest: Herzlichen Glückwunsch! Wir lieben und wir vermissen Dich! Umringt von vielen kreativen Spuren, die Du bei mir zu Hause hinterlassen hast: Briefe, Notizen, Zeichnungen, PolaroidTransforms, Malereien, Grafiken, Experimentaldrucke, Objekte, Bücher und Schriften, Tausende Fotos (von unseren gemeinsamen Reisen und Erlebnissen) und noch mehr wunderbare Erinnerungen. Dein ganzes Wirken und Tun können wir im Detail nachvollziehen. Jeden Tag aufs Neue. Herzlichen Dank dafür. Das ist nicht selbstverständlich und schon gar nicht üblich. Das Außergewöhnliche hat Dich geprägt. Und damit auch uns und unsere Freundschaft.

 

Wilhelm gemalt von Guido

Detail aus dem Porträtbild von Guido Ludes: Wilhelm Weber zum 70. Geburtstag am 20. Juni 1988. Acryl auf Leinwand, 130 x 100 cm.

 

Obgleich wir über unseren gemeinsamen Lehrer Prof. Dr. Hans-Jürgen Imiela und unseren Freund Dr. Otto Martin während des Studiums Bindungen haben: Bewußt erlebt habe ich Dich das erste Mal im Jahr 1984, als Du den Kahnweiler-Preis in Rockenhausen entgegennehmen konntest. Ich war 25 Jahre alt und Du 35. Mein Vater, Prof. h. c. Wilhelm Weber, Kahnweiler-Freund und Schöpfer resp. Mit-Initiator der Stiftung, war auf Dich als aufstrebender Künstler aufmerksam geworden. Über Deine großartigen Zeichnungen im Mainzer Landesmuseum, die Du zur Dokumentation von Sammlungsgegenständen angefertigt hattest, war das Interesse entflammt. Mein Vater — selbst ausgebildeter Maler, Kunsthistoriker, Museumsmann und Ausstellungsmacher aus Leidenschaft — hatte Dich ins Herz geschlossen. Ihm imponierte Deine Stärke als Bildender Künstler ebenso wie als begnadeter Kommunikator und Kunstvermittler. Was ihn veranlasste, Dir als Gymnasiallehrer ein Gutachten zu schreiben, um Dich erfolgreich als Hochschul-Professor in Wiesbaden zu empfehlen. Von 1994 an bis zu Deinem Tode im Jahr 2013 hast Du unzählige Studenten gefordert und gefördert. Für die meisten warst Du der Favorit, wenn es darum ging, das eigene Kreativpotenzial bestmöglich auszuschöpfen und die Abschlussarbeit bei Dir vornehmen zu können. Du hast wie kein anderer den Studierenden erweiterte Möglichkeiten verschafft, Projekte über Drittmittel zu entwickeln, die wiederum außergewöhnlich und vor allem erfolgreich waren. Immer gab es dazu Publikationen, über 60 an der Zahl, im Print wie auch multimedial. Das hat nachhaltige Beziehungen ermöglicht, die weit über das eigentliche Studium hinausgingen. Überhaupt: Du warst ein Grenzgänger, der allzu gerne Grenzen sprengte.

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Zwei begeistere Maler unter sich: Wilhelm Weber (links) mit einem Blumenstillleben, Paris 1948, Öl auf Holz. Und rechts Guido Ludes mit Berlin, Potsdamer Platz, 2008, Acryl auf Leinwand.

„Hallo Guido“

Unvergessen ist für mich, als wir 2009 gemeinsam in Berlin waren. Unser Berlinbuch war fertig und wir schauten nach Ausstellungsmöglichkeiten. Bei unseren Erkundungen in Berlin Mitte haben wir nicht nur einige Agenturen besucht, die von ‚Ehemaligen‘ / Ludes-Schülern gegründet wurden, sondern wir trafen fast an jeder Ecke Menschen, die Du kanntest. „Hallo Guido — Hallo Herr Ludes“, tönte es viele Male…

Der eigentlich Beginn unserer innigen Freundschaft war ebenfalls außergewöhnlich. Es vollzog sich im Herbst 1998 auf dem Mainzer Wochenmarkt, an einem Samstag-Morgen am Fleischwurst-Stand. „Du musst mich unbedingt mal im Atelier in Finthen besuchen“, schoss es unvermittelt aus Dir raus. Sofort wurde ein Termin vereinbart. Du liebst ja Nägel mit Köpfen… Und der Besuch war in der Tat außergewöhnlich. Denn Du zeigtest mir die Ergebnisse Deines Forschungssemesters, das Dich vor der Jahrtausendwende gezielt für viele Wochen nach NYC führte: Über 400 künstlerische Arbeiten, davon die Mehrzahl in Form der PolaroidTransform-Bilder sowie eine Reihe von Gemälden. Das Hauptwerk „NYC“, signiert und datiert mit „G Ludes 98“, fast monochrom in wuchtigem Rot gehalten, mit einem Format von zwei auf fast drei Meter, durfte ich — im Team mit Gunda — von Dir erwerben, gemeinsam mit zwei weiteren NYC-Malereien. Im Gemälde „NYC“ hast Du über 150 der PolaroidTransforms malerisch verarbeitet. Künstlerisch  perfekt inszeniert, führst Du uns die einzigartige US-Metropole in all ihren Facetten vor Augen. Ein echtes Meisterwerk. So außergewöhnlich wurde New York City und speziell Manhattan selten in Szene gesetzt!

 


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„Du bist Sehnsucht und Utopia, Paradies und Untergang, schön wie ein Brillant von Tiffany und unheilbar krank.“

Udo Lindenberg über NYC. Aus: Der Detektiv, 1979. Zitat und Foto aus unserem Buch: New York Manhattan Zeitenwende, 1999.


 

Mit Deinem Talent, andere zu begeistern, hast Du Gregor Krisztian, Deinen Freund und Hochschul-Kollegen, als Buchgestalter, und mich als Herausgeber und Kommunikator gewonnen, um Deinen außergewöhnlichen Forschungsbericht zu publizieren. — Viele Übersehen: Du warst als Hochschullehrer v. a. auch Wissenschaftler erster Güte! — Gemeinsam entwickelten wir sofort nach dem Atelierbesuch und einem Treffen mit Gregor die Idee, nicht nur ein außergewöhnliches Buch zu schaffen, sondern eine Serie von Publikationen, Ausstellungen, Musikperformances und Events, die von Europa aus ein engagiertes Publikum in NYC und anderswo begeistern sollte. Startpunkt war der 23. April 1999, Welttag des Buches. Im Orchester-Probenraum des Mainzer Staatstheater stellten wir die Maquetten vor. Der damalige Ministerpräsident Kurt Beck war eigens aus einer laufenden Landtagssitzung gekommen, begrüßte und betonte, dass mit unseren Aktivitäten ein kulturell werthaltiger Beitrag zum transatlantischen Dialog erfolge. Das Publikum war begeistert, in einem Rutsch waren 1.000 Bücher vorbestellt und damit ein Drittel der geplanten Auflage verkauft und das Buchprojekt in bester Ausstattung finanziert. Es folgten die Premiere auf der Buchmesse 1999 mit SWR-Kultur-TV-Bericht sowie am 11. November 1999 der absolute Höhepunkt: Die Vorstellung des Projekts in NYC. Udo van Kampen hatte uns ins ZDF-Studio unweit des Chrysler-Building eingeladen, um vor einer Schar erlesener VIP-Gäste zu präsentieren. Die meisten blieben fast zwei Stunden; außergewöhnlich für NYC, wo die meisten auf Vernissagen und Lesungen bereits beim Erscheinen hektisch auf die Uhr schauen, wie uns alteingesessene New Yorker an diesem, unserem Abend bewundernd mitteilten. Last but not least: Unser Buch, das einen eigenen Bericht wert wäre, wurde 2001 vom DDC Deutscher Designer Club ausgezeichnet.

 

 


Apropos: So ganz ‚nebenbei‘ hattest Du zudem den Musiker und Komponisten Peter Knodt gewonnen, eine außergewöhnliche Komposition in Form von Klangspuren zu schaffen. Peter hatte passend zu Deinem Forschungsprojekt in NYC Töne und Sounds allerorten eingefangen und mit Trompete sowie Countertenor-Gesang vermischt. Es gab mehrfach Aufführungen, auch mit einer eigens entwickelten Tanz-Perfomance.


 

 

Mit Blick auf das neue Jahrtausend entstanden 2000/2001 Posterserien, Wand-, Tisch- und Notebook-Kalender, die vom Bertelsmann Verlag publiziert wurden. Benchmark! — Lieber Guido: Summa summarum, das war Extraklasse und zeigte auf höchstem Niveau Deine Gabe als Künstler, Freund und Organisationstalent, das stets auf andere vertrauen konnte. Und gleichzeitig als Inspirationsquelle für vieles weitere gemeinsame: Ob bei den von Gunda und mir als Gastgeber veranstalteten Kreativ-Workshops auf Sylt, bei unseren gemeinsamen Urlaubsreisen in die Provence und die Bretagne oder aber den zahlreichen Silvester-Kochabenden. Unvergesslich auch unsere Besuche beim gemeinsamen Freund und Bildhauer PI Ledergerber in Burgdorf bei Bern sowie die Winterwanderung durchs zauberhafte Emmental. Du hast im Nachgang die reliefartige, grossformatige Collage ‚Projekt Rekonstruktion EMME’ geschaffen, die den Lauf des Flusses malerisch interpretiert, und mir zum meinem 45. Geburtstag am 3. Januar 2004 gewidmet.

 

 

Und selbst wenn Du fern warst, auf Deiner 1. Expedition in Australien im Herbst 2005, hast Du unmittelbar im Nachgang uns teilhaben lassen mit der Object-Trouvé-Collage ‚Terra Australis‘.

 

 

Das kleinformatige, kraftvoll gearbeitet Aquarell ‚Tunesische Impressionen‘ von 2002 ist ein Kronjuwel unserer Sammlung. Im Übrigen war es nicht nur für mich ein Vergnügen, mit Dir Kunstausstellungen zu besuchen oder Spaziergänge in freier Wildbahn, am besten in Rheinhessen, zu machen. Als kundiger, hochgebildeter, belesener, stets neugieriger  Mensch hattest Du immer etwas zu sagen: Zur Natur, zu Kunst- und Kulturgeschichte, zum Schaffen anderer, zu Politik, Sport, Gesellschaft, Religion… Außerordentlich war Deine Gabe, egal wo  wann und wie mit Menschen aller Couleur ins Gespräch zu kommen. Ganz natürlich, ganz offen, ganz vorurteilsfrei. Es war eine Wonne, mit Dir zu fachsimpeln. Gerade auch bei unserer gemeinsamen Arbeit z. B. für die Hauptjury des Mainzer Kunstpreises Hans-Jürgen Imiela-Gedächstnispreis, zu der unser Freund Dr. Otto Martin in die MVB Mainzer Volksbank geladen hatte.

Lieber Guido: Danke, danke, danke! Du warst stets der Motor und der Ankerpunkt zugleich für das liebevollste Miteinander, das ich mir, das wir uns alle vorstellen können. 

Und Du warst kaum zu stoppen. Viele weitere Projekte folgten: Kunstbücher, die ich herausgab im Team mit Dir und einigen Deiner Student*Innen, u.a. zu Martin Schläpfer und seinem ‚ballettmainz‘. Oder aber „Gestaltungsstrategien der Moderne: Ideenpool und Nachschlage-Werk für kreative Kommunikation“ von Judith Biesenbach. Ein Werk, das viele kreative Köpfe aus der GWA-Agenturszene begeisterte. Nicht zu vergessen: Auch für die Print&Publishing-Industrie hast Du Außergewöhnliches vollbracht. Ich konnte z. B. den Kontakt herstellen mit dem Schriftenhaus Linotype zu Dir und der Hochschule, um beim internationalen Fachkongress der typo:media 2000 in Mainz eine lesenswerte Event-Doku in Buchform zu schaffen; später konntet ihr im Team mit Linotype das 2005 vom DDC prämierte Buch trytype publizieren. Auf der internationalen Fachmesse FESPA 2010 in München konnten wir im Team mit HP einen künstlerischen Experimentaldruck vorstellen, bei dem Du eine PolaroidTransform-Bildcollage aus dem Berlin-Projekt mit einem neuen Inkjet-Verfahren auf Spezialpapier geschaffen hast. All dies und noch viel mehr führten wir mehr als eine Dekade unter dem Label ‚Zeitenwende‘; mein Mainzer Büro im Empirestil diente als Galerie- und Event-Ort. Deine Werke waren stets präsent.

Familienbande

Lieber Guido, soviel wunderbares konnte uns in den Jahren bis zu Deiner plötzlichen, schweren und letztlich tödlichen Erkrankung geschehen. Nach dem Erfolg von New York Manhattan Zeitenwende entstanden weitere Bücher gemeinsam: Mainz Stadtlandschaften II oder Berlin Different View. Jedes für sich ein Kunstwerk, wiederum gestaltet von Gregor. 

Am eindrücklichsten und bewegtesten für mich war es, mit Dir zusammen am 1. und 2. Mai 2009 Deine Heimat zu erkunden. Du hattest mich darum gebeten, mit Dir eine ‚Bruderreise‘ zu unternehmen und alles arrangiert, damit ich Deine Heimat Saar-Pfalz, die ganz nahe meiner Heimat im Saarland liegt, mit Dir erleben kann. Erster Landepunkt von Mainz aus war Trier. Wir atmeten den Hauch von über 2000 Jahren Kulturgeschichte. Und hatten Freude. Der Höhepunkt der Reise: Der Besuch am Grab Deiner Eltern in Saarburg. Du hättest mich glatt am schön gelegeneren Friedhof vorbeifahren lassen! Wenn ich nicht gefragt und insistiert hätte. Du warst, obgleich Dein Vater schon über 25 Jahre verstorben war, Deine Mutter rund 10 Jahre, noch nie dort gewesen! Da das Grab erst nach einer gewissen Suche gefunden wurde, gab es ein Momentum, das mich erschaudern ließ. Keine zehn Meter von mir weg warst Du zuerst fündig geworden. „Ich habs!“, hast Du verhalten gerufen. Und bist sodann minutenlang erstarrt, als ich eilig ankam und erstaunt — mit Blick auf die riesige Doppelgrabplatte aus politiertem Granit — rief: „Deine Eltern heissen ja Maria und Josef!“

 


Intermezzo

Lieber Guido, Du fragtest mich, welchen Künstler, welches Werk ich mit Dir und Deiner Person in Verbindung bringe. Meine Antwort aus heutiger Sicht: Den ‚Pierrot, dit autrefois Gilles’! Das außergewöhnliche Gemälde des französischen Malers Antoine Watteau, den wir beide verehren, und dessen Sinnhaftigkeit schier unermesslich ist. — entstanden wohl 1718/1719, also ziemlich exakt vor 300 Jahren.   

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Foto: Archiv Andreas Weber


 

Deinen Vater hast Du als Despoten gesehen, der Dein Talent, Deinen Freiheitsdrang, Deine Kreativität nicht anerkannte, alles sogar bekämpfte, da er ohne Rücksicht auf Verluste nur seinen Interessen nachgegangen ist. Du hast als Teenager rebelliert und mit ihm gebrochen. Gerade und vielleicht weil Du Rockmusik als Sänger in einer Band zelebriert hast. Zudem gab es nach dem Tod des Vaters Streit mit Deinem Bruder und dadurch im Verlauf auch keinen Kontakt mehr zur Mutter bis zu deren Tod. Und trotz allem zeigtest Du eine unbändige Leidenschaft für Deine Herkunft, Deine Region, Deine Erfahrungen. Dass wir beide Hugenotten als Vorfahren haben sowie Deine Annahme, mein Vater sei für meine Familie auch schwierig zu ertragen gewesen, hat uns aus Deiner Sicht noch enger zusammengeschweisst. Was mich im Nachgang erstaunte: Du hast stets Dinge von Anfang zum Ende gebracht. Nur mit Deinem Vater und seiner Familie konntest Du nicht abschließen. Da hast Du Dich bis zum Schluss entzogen wie das fliehende Pferd. Und hast als Familienvater mit Frau und zwei Söhnen stets gemäß der Leitlinie gehandelt, alles anders zu machen, als es Dein Vater tat. Letztlich hast Du Dein durch Deinen Vater geprägtes Familienbild auf alle übertragen, die Dir lieb und wert waren. Der Sister Sledge-Song „We Are Family“ hat uns sozusagen immer als Grund-Melodie begleitet. Übrigens: Während ich Dir diesen Brief schreibe, höre ich Led Zeppelin und Pink Floyd…

Kreativer Ungehorsam

Lieber Guido, Deine letzte große Einzel-Ausstellung nach der in Ingelheim von 2006 („25 Jahre kreativer Ungehorsam“) hast Du wie für Dich üblich selbst inszeniert. „60 Jahre Guido Ludes – 35 Jahre Mainzer Künstler. Landschaften und Städtebilder“. Ich durfte in der prall gefüllten Mainzer Rathausgalerie am 1. September 2009 eröffnen. Alle waren erstaunt, festzustellen, dass man meinen könnte, Dich und Deine Arbeit zu kennen, aber vom Facettenreichtum und der Innovationskraft Deines Schaffens eines besseren belehrt wird. Die Publikation meines Vortrags erfolgte als Privatdruck 2010 und später dann im meinem Blog, ausgebaut zum Nachruf für Dich: Ich habe Dich darin ‚Meister der Inspiration‘ genannt und dokumentiert, dass Dein Schaffen und Deine künstlerische Manifestation kulturgeschichtlich fest verankert, aber außergewöhnlich ist und bleibt. Tausende Freunde, Blog-Leser, Facebook-Partner, alle zutiefst betroffen, konnten Anfang Januar 2014 Dein Leben und Schaffen Revue passieren lassen. So bist Du zwar von uns gegangen und doch stets präsent. In unserer Erinnerung, in unseren Herzen. In der Provence, unserem temporären Erlebnisparadies der Sinne und Freuden, sagest Du beim Abendessen in unserem Garten zu Gunda und mir: „Es macht mich sehr, sehr traurig, dass wir irgendwann tot sind und uns nicht mehr sehen, sprechen, umarmen können.“ — Heute antworte ich Dir: „Guido ist tot. Lang lebe Guido!“

Lieber Guido, mein Freund, mein Bruder im Geiste! Du warst, bist und bleibst ein Außergewöhnlicher. Es gibt noch soviel über Dich und durch Dich zu entdecken. 

Herzlichst,
Dein
Andreas, auch im Namen von Gunda, meiner Schwester Eva Maria sowie der gesamten Familie Schwarz

 

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Postscriptum

PS: Die Kulturverantwortlichen und Kunstschaffenden der Stadt Mainz haben Dich mit zwei Ausstellungen zu Deinem Siebzigsten geehrt. Das ist sehr lobenswert. Aus meiner Sicht wird dabei deutlich, wie schwer es sich manche Leute tun — mit Dir und Deinem künstlerischen Erbe, selbst diejenigen, die Dich kennen und schätzen. Die Ausstellung im Mainzer Rathaus zeigt eine Seite von Dir, die melancholisch betrübt erscheint. Und so gar nicht typisch ist für das, was Dich und Dein Leben ausmachte. Als ich dort war, unterhielten sich zwei Damen, die neugierig vor allem die Mainz-Motive betrachtete. Eine der Damen sagte ehrfürchtig: „Der Künstler muss ein sehr trauriger, vielleicht sogar deprimierter Mensch gewesen sein.“ Dieses Urteil von unbefangenen Besuchern fand ich bemerkenswert sowie auch die Tatsache, dass viele Deiner Hauptwerke und Themen nicht würdig oder pointiert genug vertreten sind. Der NYC-Werkkomplex, Dein Meisterwerk schlechthin, mit der Einheit aus Gemälden, Zeichnungen und den PolaroidTransforms wurde nicht erfahrbar. Letztere fanden sich als Auswahl isoliert im Eisenturm, ohne eben den Bezug zu Deinen Malereien. Das hättest Du selbst als Kurator sicher ganz anders gemacht.

PPS: Es entstand für die Mainzer Ausstellungen auch ein Katalogbuch. Das ist ebenfalls lobenswert, auch wenn aus meiner Sicht ein Werkverzeichnis oder zumindest eine Festschrift angebracht gewesen wäre. Beides fehlt. Der zur Ausstellung erschiene Katalog spaltet Dein Werk auf, das doch eine Einheit ist, und zeigt, dass es in der Rückschau sehr schwierig sein muss, Dich als Künstler, Kunstvermittler und Persönlichkeit richtig einzuschätzen. Das hat weniger mit den inhaltlichen Lücken und Schwachstellen der Publikation zu tun, deren Gestaltung es enorm schwer macht, mit Freude und Leichtigkeit darin zu lesen. Sondern vielmehr damit, dass man Dir mit  selbstverliebter Gestaltung und feuilletonistischer Betrachtungsweise nicht nahe kommt, sondern in die Irre geleitet wird. Schon der Titel: „Die Atemlose Kunst des Guido Ludes“ lässt mich schaudern. Soll das heißen, Dir und Deiner Kunst sei die Luft ausgegangen? Oder raubt es den Betrachtern die Luft zum Atmen? Oder wird sogar auf die Schlager-Dame Helene Fischer und ihren Atemlos-Super-Hit angespielt, der mich vor allem durch Parodien entzückt? — Weiter schaudern lässt nicht folgende Textpassage: „Einfach Eindrücke sammeln, Wind schnuppern, Füße hochlegen, all das ist mit ihm [Guido Ludes] nicht zu machen. Immer hat er ein Projekt im Gepäck.“ — Lieber Guido, Du musst ein Doppel-, Drei-, Vierfach-Leben geführt haben. Denn so kennen wir Dich nicht. Es war immer Entspannung pur mit Dir, Neues zu erkunden und daraus Ideen zu entwicklen. Du hast das sogar von anderen eingefordert. Mit dem Hinweis: „Wer viel arbeitet, hat immer Zeit!“ Vielleicht hast Du andere, die nicht mit Dir auf Augenhöhe sein konnten, vermutlich sogar Deine eigene ‚Guido-Familie‘, durch Deine Fürsorge, Dynamik, Umtriebigkeit, Schnelligkeit, Präzision und Power überfordert und sogar unmündig werden lassen? Ich bin sicher, Du wirst mir diese Frage nicht beantworten. Sondern wirst mir zur De-Eskalation sagen: „Äh, was kostet hier nochmals ein Kubikmeter Mutterboden?“. Und dann wirst Du lachen!

 

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Schatten-Dasein. Bildcollage für Guido zum 70. von Andreas Weber.

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#ThinkPaper Quo Vadis Print&Paper

 

Von Andreas Weber, Head of Value

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 6 | Hinweis: Der Beitrag erscheint in der Print-Version in DRUCKMARKT Ausgabe 120.

Moderne Digitaltechnologien ermöglichen, das Individuum und den individuellen Nutzen in den Fokus zu stellen. Dadurch wurde ein neues Szenario eröffnet, geprägt vom „Ich. Jetzt. Hier. Sofort.“ Smartphone- und Tablet-Nutzer kennen das von Anfang an. Printmedien-Nutzer erfahren das Schritt für Schritt. Denn die Digitaltechnik im Print ist ausgereift und eroberte sich eine Spitzenposition unter den Medientechnologien.

Der Wandel wird durch neue Anwendungen und kreative Print-Konzeptionen deutlich sichtbar. Bis dato war es wichtig und ökonomisch alternativlos, Print als Massenmedium einsetzen zu können. Je höher die Auflagen, umso günstiger der Stückpreis in der Fertigung. Der Fokus lag stets auf optimierten Herstellungskosten. 

Der Blick auf bestmögliche Wirkungsmöglichkeiten von und mit Print geriet dabei ins Hintertreffen. Ebenso wie die Sorgfalt, Inhalte, Design und Papier sowie neue Verfahrenstechniken bestens aufeinander abzustimmen. Doch gerade das macht den Erfolg von Print im Digitalzeitalter aus. Und hilft ganz entscheidend, Print als Medium auf Premium-Niveau zu positionieren.

 

Video Animation: Andreas Weber.
Fotos: Mondi, Studio Beryll, Michael Braun.

 


Zwischenspiel: Papier trifft Print trifft Zeitgeist!

Papier ist geduldig. Stimmt! — Mediennutzer sind ungeduldig. Warum? Befragt man junge Leute, die mit dem Smartphone in einer mobilen Welt aufwachsen, so stellt man fest, dass es gegen Printmedien kaum Vorbehalte gibt. Vorausgesetzt, Inhalte sind relevant, weil maßgeschneidert (Stichwort: Customization) oder sogar selbst erstellt. 

Über den Einsatz von außergewöhnlichen Papieren kann sogar echte Begeisterung geschaffen werden. Geschätzt wird vor allem, dass Drucksachen in Besitz genommen werden können. Man hebt sie sogar gerne auf, wenn sie mit Liebe und Sorgfalt gemacht wurden. Daten dagegen kann man nicht besitzen, man kann sie nur verwalten, so die Erkenntnis. 

Überprüfen kann dies jeder von uns in seinem persönlichen Umfeld. Im Kreise meiner Familie und Freunde habe ich einen Test gemacht. Mit Nichten, Neffen, Patenkindern im Teenageralter. Alle haben regelmäßig Kontakt mit Print. Und alle wissen zu differenzieren: Informative, massenhaft hergestellte Drucksachen wie Prospekte, Werbesendungen etc. sowie Zeitschriften und Zeitungen stießen auf wenig bis gar kein Interesse. Bücher, Verpackungen, Postkarten und Poster aber umso mehr. Ebenso wie individualisierte Druckprodukte, vom Bierdeckel bis zur Tapete. Am höchsten zeigte sich die Freude über ungestrichene Papiere. „Das fühlt sich gut an, weil so natürlich“, lautete das Urteil. Recycling und Reduktion von Verpackungsmüll haben ebenfalls bei den Jungen einen hohen Stellenwert.


 

Auch wenn mein persönlicher ‚Test‘ keinesfalls repräsentativ ist, so liefert er doch wichtige Indikatoren und Erkenntnisse, die sich mit denen decken, die man von Papierspezialisten erfahren kann. In meinem Fall mit Experten des Geschäftsbereichs Mondi Uncoated Fine Paper aus der Mondi Group (kurz: Mondi), dem Marktführer bei Digitaldruck-Papier und Spezialist für ungestrichene Papiere, die digital und/oder im Offsetdruck verwendet werden können. Neben Büchern, Magazinen und Corporate Design stehen Innovationen bei der Verpackung im Fokus.

Türöffner für Papier-Genuss

„Unsere Erfahrungen mit jungen und kreativen Zielgruppen zeigen deutlich, dass gerade über Social Media Plattformen – in unserem Fall schwerpunktmäßig Instagram und Facebook – großes Interesse für Papier auf Premium-Niveau geweckt werden kann“, sagt Markus Widmer, Team Lead Customer Experience bei Mondi Uncoated Fine Paper in Wien. Über Bilder und Kurztexte wird das Erlebnis im Umgang mit Papier fokussiert. Daraus entstehen wichtige Neukontakte und konkrete Leads für das Zusenden von Mustern, Informationen oder Event-Einladungen. Hinzu kommen Podcasts zu B2B-Themen.

 

 

Um die Vorzüge von Papier im Digitalzeitalter umfassend anschaulich zu machen, startete Mondi seit dem Jahr 2017 eine besondere Initiative: Um das Premium-Papier Pergraphica in voller Bandbreite erfahrbar zu machen, wurden nicht nur ein Showbook (mit dutzenden Beispielen) und Feelbook (zum ‚Begreifen‘ der Haptik) sowie ein Swatchbook (Musterbuch) produziert, sondern auch ein Fotokunst-Band der besonderen Art: „Vienna Stories“. Im Team mit dem in Wien geborenen Autor, Regisseur und Fotograf David Rühm sowie engagierten Designern, Vorstufen- und Farbspezialisten, Druckern und Buchbindern entstand ein einzigartiges Werk, dass alle Register der Druckkunst im Digitalzeitalter zieht. Und es zeigt, wie die komplexe Zusammenarbeit von der Idee bis zur Realisierung optimal gestaltet werden kann. 

Das Buch wurde wie ein Film respektive ein Filmdrehbuch angelegt. In 12 Szenen wird nicht nur das Erleben der Heimstadt Wien durch den Künstler David Rühm inszeniert, sondern auch die Möglichkeiten, per Print unnachahmliche Erlebnisse zu schaffen. Alle möglichen Finessen von Drucktechnik und Weiterverarbeitung, die die Intention des Autors David Rühm unterstützen, werden aufgeboten: Stanzungen, Prägungen, UV-Lackierungen mit Reliefeffekten, Applikationen, Panoramadarstellungen durch Ausklappen, das Mischen von Digital- und Offsetdruck sowie ein Design, dass brillante Fotos, Illustrationen, handschriftliche Notizen, und kurze, lesenswerte Texte zu einer Einheit formt. Da Vienna Stories im DIN A4-Überformat und querformatig angelegt ist, können sich beim Betrachten durch Aufklappen buchstäblich neue Horizonte auftun.


Foto von Zsolt Marton

Foto: Mondi

INFOBOX

Premium-Papier für Perfektion im Print

PERGRAPHICA wurde 2015 als neue Premium-Papiermarke für Offset- und Digitaldruck vorgestellt. Es entstand ein Portfolio an Premium-Papieren, um der Kreativ- und Druckindustrie neue Möglichkeiten zu verschaffen, damit Print zum echten Erlebnis werden kann. Das Credo: Die Wahl des Papiers ist nicht nur ein Detail von vielen — sondern es muss Differenzierungen ermöglichen. Papier erweckt Ideen zum Leben und verleiht der kreativen Arbeit taktile und emotionale Dimensionen.

PERGRAPHICA soll mit unterschiedlichen Färbungen, Haptiken und Grammaturen inspirieren und bietet drei Farbtönen: High White, Classic und Natural, alle in den taktilen Empfindungen Rough und Smooth. Neu, speziell für Buchpublikationen, ist Pergraphica Ivory Rough 1.5. Darüber hinaus kann man aus einer Vielzahl von Grammaturen auswählen. Neu zu den Weißtönen ist das Schwarz — Infinite Black genannt — hinzugekommen. Hochwertige kreative Druck- und Verpackungsmaterialien, um z. B. Einkaufstaschen, Geschenkboxen, Covers oder Beilagen in sanfter Haptik und sattem Schwarz zu entwickeln. Den Veredelungsideen sind kaum Grenzen gesetzt: z. B. bei Faltschachteln, dem Prägen oder Lackieren, gerade auch wenn lebensmittelechtes Papier benötigt wird.

Für die internationale Fachmesse RosUpack wurde eine Infinite Black-Sammelbox erstellt, um die vielfältigen Möglichkeiten für kreative Lösungen zu demonstrieren. Eine tief-schwarze Tasche mit schwarzen Griffen aus Seidenband trägt die Sammelbox. Die Box selbst enthält fünf innere Musterboxen, mit Veredelungsmöglichkeiten wie Folienprägen, selektivem UV-Lack oder Siebdruck. Zur Übersicht wurde ein Informationsblatt in Weiß auf Schwarz (!) gedruckt. Es beschreibt alle verwendeten Papiermaterialien sowie die verwendeten Druck- und Veredelungstechnologien für die gesamte Sammelbox.

PERGRAPHICA gibt es in den Grammaturen 90, 100, 120, 150, 240, 300 g/qm sowie in den Formaten 64 x 90 und 72 x 102 cm; Sonderformate auf Anfrage. Bezug über den Fachhandel.

Kontakt

Für Auskünfte steht Stephanie Kienapfel, Team Lead Professional Printing Papers at Mondi Paper Sales, Wien zur Verfügung. Telefon: +43 1 790 130. Web-Adresse: www.pergraphica.com

Foto von Zsolt Marton

Stephanie Kienapfel bei der Vorstellung des Vienna Stories-Buch in Wien. Foto: Mondi.


Keine Effekthascherei, sondern neue Erlebniswelten bieten!

„Das ist Weltklasse! Und bringt mir als Fan von Special Effects im Print totale Freude“, stellt Günter Thomas bei der Begutachtung von Vienna Stories fest. Der Gründer und Chef von GT Trendhouse42 in Gelsenkirchen ist international für seine exklusiven Spezialitäten im Druck bekannt. Seine Welt kennt bis dato nur hochwertige Spezialeffekte per Flexo-/Offsetdruck, oft in Verbindung mit Folien-Prägungen, auf gestrichenen Papier erzielen zu können. „Spannend ist für mich zu sehen, wie bei Pergraphica mit ungestrichenen Papieren super Ergebnisse erzielt werden können. Das habe ich so nicht erwartet“, führt Günter Thomas weiter aus. „Ich bin ziemlich neugierig auf Ergebnisse, wenn wir künftig damit experimentieren können.“

 

 

Diese Begeisterung von Günter Thomas kommt nicht von ungefähr. Mondi setzt in Marketing und Vertrieb auf Customer Experience und hat ein qualifiziertes Spezialisten-Team aufgebaut, das europaweit auf anspruchsvolle Druckereien zugeht, vor Ort informiert, Fachgespräche führt und Anregungen aufgreift. „Das passiert nicht alle Tage: Auf den Hunkeler Innovationdays in Luzern entsteht am 27. Februar spontan die Idee, dass Mondi am Beispiel von Pergraphica den Nutzen von Premium-Papieren auf einem unserer Kreativ-Workshops für junge Designer vorstellt. Und keine 10 Tage später, am 8. März, findet der Event bei uns im Hause schon statt“, freut sich Jeroen van Druenen, Geschäftsführer von Jubels print&more in Amsterdam. 

Jubels hat sich international einen Namen gemacht und seit mehr als einer Dekade per Digitaldruck hochwertige und innovative Produkte und Lösungen kultiviert. Die Wahl der Papiere erfolgt immer sorgsam und mit Bedacht: „Premium im Print muss auf viele Facetten setzen — von Multichannel-Einbindung zur Personalisierung bis zu Sonderfarben und -effekten per Digitaldruck. Unabdingbar ist aber die Premium-Qualität beim Papier. Das sehen nicht nur wir so, sondern auch unsere Kunden, viele davon Markenartikler. Insofern freut es uns, dass Mondi sich als solider, innovativer und kompetenter Partner für Premium-Print-Lösungen zeigt“, ergänzt Jeroen van Druenen.

Lukrative kommerzielle Vorteile

„Premium-Papier trägt entscheidend zur Differenzierung im Print bei — eine Chance, die Druckereien unbedingt wahrnehmen sollten“, ist sich Bernhard Cantzler, Head of Marketing & Innovation bei Mondi Uncoated Fine Paper, sicher. Das bedeutet für Druckereien ein Umdenken. Papier wird von den meisten als hoher Kostenfaktor angesehen, der stetig steigt. Doch gerade hierin liege die Chance, bei den Kunden der Druckereien zu punkten, wie Bernhard Cantzler ausführt: Eine „billige“ Drucksache sei dann extrem teuer, wenn sie ihren Zweck nicht erfülle und mehr oder weniger direkt im Abfall landet, ohne beachtet zu werden. Bei Massenauflagen kann das Prinzip „weniger ist mehr“ helfen. Ansonsten sticht als Trumpfkarte das Prinzip „Klasse statt Masse“. Maßgabe für Mondi sei daher, Papiere wie Pergraphica anzubieten, die hybride Druckproduktionen möglich machen, indem höhere Auflagen im Offsetdruck mit Individualisierungen oder auch Spezialeffekten durch Digitaldruck zu kombinieren.

Übrigens: Ein neues, hinreißend-ungewöhnliches Kochbuch des Brandstätter Verlag Wien setzt auf diese Differenzierungsmöglichkeiten mit Pergraphica Natural Rough. Und das bei einem erschwinglichen Preis von 30 Euro pro Buch. Titel: „Asado“. Ort der Buchvorstellung war das Genusswirtshaus in Göttlesbrunn, Österreich, von Adi Bittermann, der das Werk mit den Co-Autoren Franz Größing, Jürgen Kernegger und Leo Gradl realisierte. Die Fotos stammen von Thomas Apolt. 

Autoren, Fotograf und Verlag verbinden ihre gemeinsame Leidenschaft für das Grillen über offenem Feuer – kurz „Asado“ –, für das es nicht mehr braucht als zwei Ziegelsteine, einen Rost und viel Glut. Das gewählte Papier war ideal, um die Intention des Buches im Druck umzusetzen und Appetit zu wecken. Kulinarisches und Print als Dream-Team: Die Qualität des „Materials“ muss stimmen. Denn erstklassige Zutaten sind ein Muss. Und schaffen unvergessliche Erlebnisse. 

Mein Fazit

Auch im Zeitalter der Digitalisierung gilt, wir als Menschen bleiben analoge Wesen. Wie am Beispiel von Innovationen wie Pergraphica deutlich und unwiderlegbar zu erkennen ist: Premiumpapiere stellen aus meiner Sicht die wichtigste Schnittstelle dar, um mit Hilfe modernster Digitaltechnik im Print einzigartige Erlebniswelten für Menschen als Leser oder Nutzer zu eröffnen. 

 


 

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Bernhard Cantzler, Mondi Uncoated Fine Paper, Wien. Foto: Mondi

KURZINTERVIEW 

Perspektiven im Print: Customization ist Trumpf

Mondi Uncoated Fine Paper unterstützt die von Andreas Weber gestartet #Think!Paper-Initiative. Ziel ist es, eine neue Debattenkultur für Print im Digitalzeitalter zu schaffen und ein globales Expertennetzwerk zu gründen. Im Zentrum steht die Frage: Was kann Print leisten, um die Transformation im Digitalzeitalter zu beflügeln? Seitens Mondi gibt als Experte Bernhard Cantzler Auskunft zu drei zentralen Aspekten:

Was ist das Besondere von Print im digitalen Zeitalter?

Gedruckte Kommunikation ist in Bezug auf Personalisierung ebenso flexibel wie digitale Kommunikation. Das Zauberwort lautet: Customization. Print wird im Reigen der Medien von vielen immer noch als zuverlässiger und vertrauenswürdiger angesehen. Darüber hinaus ist es eine natürliche ‚digitale Entgiftung‘ und unterstützt das tiefere Denken.

Alles im mobilen Zeitalter ist extrem schnell. Warum ist die Anpassung von Innovationen der Digitaldrucktechnologie scheinbar so langsam?

Langsam ist relativ… Ich würde sagen, dass Drucksacheneinkäufer und ihr Fokus auf einen möglichst niedrigen Einkaufspreis pro 1000 Exemplare der Schlüsselfaktor sind. Wenn diese Käufer Kampagneneffizienz kaufen würden, würden sie vielleicht weniger drucken, aber die Inhalte per Digitaldruck personalisieren. Sie würden tatsächlich ‚Kampagneneffektivität‘ erwerben, wenn Print und Online optimal zusammenwirken können.

Was sind die Haupttreiber für ein leistungsfähiges und erfolgreiches Druckerei-Unternehmen heute und welche wird es in Zukunft sein?

Basierend auf dem, was ich oben geäußert habe: Stoppen Sie den Verkauf von Druckfarbe auf Papier. Beginnen Sie mit dem Verkauf von werthaltigen Kommunikationsergebnissen, Kampagnenergebnissen, reduzierten Contact Center-Anrufen pro Kunde oder anderen wertorientierten KPIs, die der Druck unterstützen kann.

 


 

Impressionen: Von der Kreation zum Druck 

 

 


 

Über den Autor

Andreas Weber begleitet als Wissensarbeiter/Advisor die Kommunikation mit Medien — geprägt durch eine Vorliebe für Print-Innovationen im Digitalzeitalter. 

Bis dato hat er über 500 Innovations-/Transformations-Projekten realisiert, diverse Lehraufträge wahrgenommen (u.a an der School of Visual Arts/NYC, Hochschule Liechtenstein, Hochschule RheinMain) und Vorträge in über 30 Ländern gehalten. 

Sein Blog valuetrendradar.com (ISSN-zertifiziert) inspiriert Entscheider aus mehr als 150 Ländern.

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PortraitGudrunZapf : Foto Frank Lübke

Gudrun Zapf-von Hesse, fotografiert von Frank Lübke, 2018.

 

»Die Schönheit und Modernität oder besser gesagt die Zeitlosigkeit des Schaffens von Gudrun Zapf-von Hesse erscheint nachhaltiger denn je. Das möchte ich getrost und voller Demut ›unaufdringliche Vollkommenheit‹ nennen.«

Andreas Weber, Frankfurt am Main

 

Ich besuchte Gudrun Zapf-von Hesse im August 2015, knapp drei Monate nach dem Tod ihres Mannes. Es war das erste Mal, dass wir uns alleine trafen. Sie hatte Tee und Kuchen vorbereitet. Wir residierten auf der Terrasse und sie bedankte sich bei mir für den Nachruf auf Prof. Hermann Zapf, den ich verfasst und in deutsch sowie englisch ›digital‹ publiziert hatte. Ich konnte ihr zudem ein von mir angelegtes Dossier übergeben mit Berichten aus aller Welt, speziell für sie ausgedruckt. Freudig blätterte sie darin, während ich erläuterte, dass vor allem Online, in Blogs und Websites sowie per Social Media, weltweit hohe Anteilnahme gezollt wurde. Gerade von Jüngeren aus der Digital-Zunft. Sie wirkte sehr zufrieden und schien doch ein wenig überrascht, dass ihrem Mann und durchweg immer auch ihr selbst solch hohe Wertschätzung widerfahre.

Süffisant und mit dem für sie typischen verschmitzten Lächeln merkte sie an, dass sie stets das Zeitgemäße schätze, wobei Zeit, ihre Zeit, nunmehr fast vier Generationen ausmachten, von denen sie beruflich über 80 Jahre aktiv war. Wir beschlossen den Nachmittag mit einer ausgiebigen Visite ihres Ateliers und ihrer großartigen Arbeiten. In Summe: Eine berührende, nachhaltige und wunderbare Begegnung, die ich nicht missen möchte. Und für die ich auf ewig dankbar sein werde.

Über ihr Leben hat Gudrun Zapf-von Hesse in Wort, Schrift und Bild selbst Auskunft gegeben: »Mein Berufsleben begann mit einer Buchbinder-Lehre bei Prof. Otto Dorfner in Weimar. Während dieser Zeit begann ich, mich mit Kalligraphie zu beschäftigen — in der Auseinandersetzung mit Büchern von Robert Koch und Edward Johnston [die Gudrun Zapf-von Hesse als Jugendliche abendlich von Hand abschrieb!]. Nach meinem Abschluss als Buchbinder-Meisterin arbeitete ich in Berlin und konnte kurzzeitig den Schriftunterricht von Johannes Boehland besuchen. Von da an war ich von Schriftkunst und Satzschriften begeistert. Von 1946 bis 1955 betrieb ich eine eigene Buchbinderwerkstatt in Frankfurt am Main. Ich dieser Zeit unterrichtete ich auch Schriftkunst an der Städel-Schule.«

 

Zapf Werkzeuge imgtoolkit.culturebase.org

 

Und weiter schildert Gudrun Zapf-von Hesse: »1948 führte ich die ersten Satzschriften-Entwürfe für die Schriftgiesserei D. Stempel AG in Frankfurt am Main aus. Die Schriften Diotima, Diotima Antiqua, Ariadne Initials und die Headline-Schrift Smaragd (Emerald) erschienen in den Jahren 1951 bis 1954 als Bleisatz-Schriften. Später wurden diese Schriften auch für die Linotype Setzmaschinentechnik übertragen. In den nachfolgenden Jahren habe ich weitere andere Alphabete gestaltet: Shakespeare Roman und Italian als Exklusivschriften für Hallmark Cards Inc. in Kansas City, und Carmina für Bitstream Inc. in Cambridge/Mass., gefolgt von Nofret und Christiana für die H. Berthold AG in Berlin sowie Alcuin und Columbine Script für URW in Hamburg. 1991 erhielt ich für mein Werk den Frederic W. Goudy Award, den renommiertesten Preis für Buch- und Schriftdesign in den Vereinigten Staaten von Amerika.«

Mit dieser ›Selbstauskunft‹ — und vor allem mit ihrer monografischen Buchveröffentlichung aus dem Jahr 2002 — hatte sie auf ihre Art, bescheiden, kompetent und äußerst würdevoll mit dem 20. Jahrhundert abgeschlossen. Das vollendet ausgestattete Buch, gesetzt aus der Nofret Antiqua, gestaltet von Hermann Zapf, erschien als deutsche Ausgabe bei der Gesellschaft zur Förderung der Druckkunst in Leipzig und auf Englisch mit dem Titel ›Gudrun Zapf Bindings Handwritten Books Typefaces Examples of Lettering and Drawings‹, verlegt durch Mark Batty, West New York/NJ.

 

 

Doch es sollte sich im 21. Jahrhundert noch weiteres und ganz bedeutendes tun. Gudrun Zapf-von Hesse schuf gemeinsam mit Akira Kobayashi, dem Leiter des Linotype-Schriften-Ateliers, die Diotima Classic als Digitalschrift, die 2008 publiziert wurde. Insgesamt entstanden 8 Schriftschnitte, unterstützt werden mindestens 33 Sprachen in den Formaten Pro / OT CFF. Und mit Hilfe des Berliner Typografen und Schriftforschers Ferdinand Ulrich schuf sie die Schriftfamilie ›Hesse Antiqua‹, indem ihre Entwürfe aus dem Jahr 1947f. in die digitale Welt übertragen wurden. Das Schriftenhaus Monotype publizierte die neue Schriftfamilie pünktlich zum 100. Geburtstag von Gudrun Zapf-von Hesse am 2. Januar 2018. 

Im darauffolgenden Herbst, am 8. November 2018, dem 100. Geburtstag von Hermann Zapf, wurde Gudrun Zapf-von Hesse eine besondere Ehre zuteil: Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling kürte sie zum Ehrenmitglied der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft Mainz. Gundela Kleinholdermann hat die Urkunde exzellent gestaltet, gesetzt aus Smaragd und Palatino, um die beiden eigenständigen Künstler mit zweien ihrer Glanzwerke der Schriftkunst zu vereinen. Zu diesem Anlass gab es eine Filmpremiere im Gutenberg-Museum. ›Alphabet Magic‹ ist die filmische Dokumentation betitelt, die das Leben und Wirken des Schrift- und Buchkunst-Ehepaares Zapf würdigt. Initiatoren des Films sind ihre Nichte, die Modedesign-Professorin Alexandra Albrand, sowie ihr Neffe Georg Grabkowsky. Die beiden arbeiteten seit 2013 an der Umsetzung. Regie führte Marita Neher. »Die Dokumentation schaut, auch unter Nutzung des Nachlasses von Hermann Zapf in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, den Künstlern über die Schulter und gibt mit Statements auch von Weggefährten und Kollegen einen Einblick in die Lebensgeschichte und das Werk der beiden«, wie Silvia Werfel in einer Zeitungsbesprechung anmerkte. 

 

Alphabeth Magic Exhibition NY 2019

 

Das Besondere in der Beziehung von Gudrun und Hermann Zapf — beide lernten sich 1948 kennen und heirateten im Jahr 1951 — ist kaum durch Worte zu beschreiben. Umso wichtiger, dass im März 2016 eine Würdigungen ganz besonderer Art stattfand. Die Ilke und Berthold Roland-Stiftung zeichnete das Schriftkünstler-Ehepaar mit seinem Kunstpreis aus. Ort des Gesehenes war wiederum das Gutenberg-Museum, im Beisein von Generaldirektor Thomas Metz, Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz, als Vertreter des Landes, und einer erlauchten Schar von Gästen. Museums-Direktorin Dr. Annette Ludwig schien es problemlos möglich, ad hoc aus eigenen Sammlungsbeständen zur Kunstpreis-Verleihung eine kleine, aber feine Ausstellung mit Werken beider Preisträger zu arrangieren, um ihre Laudatio abzurunden.

Dem Gutenberg-Museum als hehrem Ort der Buchdruck-Kunst tat es sichtlich gut, das Erbe Gutenbergs, dem man sich mit Leidenschaft widmet, mit der Kultur der Zapf’schen Schriftkunst zu verbinden. Es wurde für alle Anwesenden ersichtlich: Die vollendete, meisterhaft inszenierte Form hebt die gedruckten Inhalte auf das Siegerpodest — quasi ein Leitmotto im Schaffen der beiden Kunstpreisträger. Zapf&Zapf sind als Schriftentwerfer und Kalligraphen von Weltrang nicht ›Konkurrenten‹, sondern ein ›Dream-Team‹, wie man es sich besser gar nicht vorstellen kann. Sogar im Herzen des Silicon Valley war man sich dessen bewusst, als man im Jahr 2001 in der renommierten Public Library in San Francisco das ›Zapfest‹ als Mischung aus Ehrung, Ausstellung und Kolloquium organisierte. — Übrigens: Mit der Ausstellung von The Grolier Club of New York »Alphabet Magic: A Centennial Exhibition of the Work of Hermann & Gudrun Zapf«, die seit Februar 2019 bis zum 27. April 2019 zu sehen ist, setzt sich die hohe Wertschätzung für das Ehepaar Zapf in den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgreich fort.

Wobei, das hat auch Hermann Zapf so gesehen und mir gegenüber persönlich geäussert, das künstlerische Schaffen seiner Frau deutlich weiter gefächert ist als das Seinige. Denn Gudrun Zapf-von Hesse hat ein perfekt ausgeprägtes künstlerisches Talent, das mit technischer Handwerkskunst auf höchster Ebene gekoppelt ist, wie gerade ihre freien Arbeiten belegen.

 


 

»Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler«

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Am 14. April eröffnete die Ausstellung »Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler« mit den Schriftkünstlern Gudrun Zapf-von Hesse und Helmut Matheis. Sie sind die ältesten noch lebenden Schriftkünstler der westlichen Welt und zählen (jeder!) 101 Jahre. Katharina Pieper und der Stiftung Schriftkultur e.V. in Homburg (Saar) ist damit ein echter, weltweit einzigartiger Coup gelungen. ist uns gelungen, beide in einer Ausstellung zu vereinen. Rechts: Heiner Müller mit Helmut Matheis in Bad Bergzabern. Der nachfolgende Text über Gudrun Zapf-von Hesse wurde für den Katalog verfasst.

Impressionen von der Eröffnung

#Weltklasse! Es lebe die Schriftkultur. Ein kleiner Schritt für die Kalligraphie, ein großer für die Menscheit. Katharina Pieper, Heiner Müller und ihre Mitstreiter bei der Stiftung Schriftkultur e.V. in Homburg (Saar) begeisterten am 14. April 2019 mit über 100 Exponaten mehr als 100 Besuchern für zwei über 100 Jahre alte, noch lebende Schrift-Künstler: Gudrun Zapf-von Hesse und Helmut Matheis faszinieren mit ihrem Lebenswerk. Kreativ, vollkommen, zeitlos entfaltet sich eine künstlerische Perfektion, die ihres Gleichen sucht. BRAVO 👏 BRAVISSIMO! — Der exzellente Katalog kann über Katharina Pieper zum Verkaufsreis von Euro 15,00 bezogen werden (ggf. fallen Versandkosten an). 

Foto-/Video-Animation: Andreas Weber

 


 

Dr. Hans A. Halbey, verdienstvoller früherer Direktor des Gutenberg-Museums sowie des Klingspor-Museums in Offenbach, merkte in seiner umfassenden wissenschaftlichen Würdigung von Gudrun Zapf-von Hesse aus dem Jahr 2002 wie folgt an: »Das Schreiben und Schriftentwerfen sowie das Buchbinden erfordern unbedingte Disziplin in der technischen Präzision und ganze Hingabe. Bei Gudrun Zapf-von Hesse kommt das angeborene Gefühl für Maß und Proportion hinzu, ihre Werke beweisen das, besonders an ihren Einbänden, wo Maßhalten und Sichbescheiden im Dekor ihren künstlerischen Stil bestimmen. Schließlich ist ihre Liebe zur Natur und zu den kleinen Dingen in ihren oft hauchzarten Zeichnungen und in den farblich verhaltenen Aquarellen erkennbar.«

Ich darf aus meiner Sicht ergänzend anmerken: Gudrun Zapf-von Hesse gehört zu den Universal-Talenten unserer Kunst- und Kulturgeschichte und könnte, auch heute noch, mit der Präzision eines Schweizer Spitzen-Uhrmachers oder eines Edel-Goldschmiedes mithalten. Nach der Perfektionierung des Schreibens von Hand begann sie als junge Frau, Messingstempel gemäß eigenen Buchstaben und Zeichen zu schneiden, um vor allem Goldprägungen vornehmen zu können. Testformen gab es keine, alles gelang auf Anhieb! Ihre Bucheinbände sind Unikat-Kunstwerke, wie man gleiches kaum zu finden vermag. Ihre von Hand geschriebenen Bücher sind Meilensteine der Buchkunst, bei denen man auf den ersten Blick nicht glauben mag, dass sie nicht mit perfekten Satzschriften gefertigt wurden. Ihre kalligraphisch-geprägten Aquarelle verzaubern. Seit 1952 stellte sie auf internationaler Ebene ihre Werke aus und erntete von allen Seiten Lob, Anerkennung und Bewunderung. Bis heute ist Gudrun Zapf-von Hesse vor allem der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach herzlich verbunden. Im Wohnhaus in Darmstadt werden, wie eingangs dargelegt, ihre Werke sorgsam bewahrt und inszeniert. Unaufdringlich, aber fulminant in der Wirkung. Wer immer dort sein darf, kommt aus dem Staunen nicht raus!


Martin Joppen Honorarfrei bei Urheberangabe/ Belegexemplar

Gudrun und Hermann Zapf während einem von Linotype organisierten Ehrenabend im Schloßhotel Kronberg, Hessen. Foto: Linotype


 

Hermann Zapf war ein glücklicher Mensch. Bis in den Tod hinein. Er durfte sich stets unbeschadet im Schatten seiner geliebten Frau sonnen. Ein Leben lang. Und er stand trotzdem immer im Mittelpunkt. Außer manchmal, wie bereits einige Male in der Gutenberg-Stadt Mainz, und nunmehr bei der Stiftung Schriftkultur e.V. im Gut Königsbruch, Homburg. Da stand und steht Gudrun Zapf-von Hesse im Mittelpunkt. Mit ungebrochener Freude und Dankbarkeit für ihr Leben und Wirken sowie für den Mann an ihrer Seite, den sie vermisst, der ihr aber nie fern sein wird.

 


Zapf Schiller

Diese Zeilen von Friedrich Schiller, die Gudrun Zapf-von Hesse vollendet in einem kalligraphischen Werk inszenierte, wurden im Goethe-Haus zu Frankfurt am Main von Frühjahr bis Herbst 2017 neben anderen Arbeiten von ihr ausgestellt.

Der Dialog mit der Kunst der Goethe-Zeit, vor allem auch mit Friedrich Hölderlin, hat Gudrun Zapf-von Hesse von früh an geprägt und lebenslang angespornt. — »Der Mensch ist aber ein Gott, so bald er Mensch ist. Und ist er ein Gott, so ist er schön.« (Aus: Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XXX, S. 141).


 

Die Schönheit und Modernität oder besser gesagt die Zeitlosigkeit des Schaffens von Gudrun Zapf-von Hesse erscheint nachhaltiger denn je. Das möchte ich getrost und voller Demut ›unaufdringliche Vollkommenheit‹ nennen.

Andreas Weber, Frankfurt am Main

 


 

Zum Autor

 

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Gudrun Zapf-von Hesse mit Andreas Weber im Gutenberg-Museum zu Mainz aus Anlass der Verleihung des Kunstpreises der Ilke und Berthold Roland-Stiftung am 6. März 2016. Foto: Andreas Weber.

Der in Homburg (Saar) geborene Andreas Weber studierte Geisteswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz. Über berufliche Stationen im Druck- und Verlagswesen, der Printtechnik-Industrie sowie durch eigene Unternehmens-Gründungen entwickelte er sich zu einem international anerkannten Experten für Kunst und Kommunikation. Gudrun Zapf-von Hesse und Hermann Zapf lernte er in den 1980er Jahren persönlich kennen. Der enge Kontakt zur Schriftbranche sowie gemeinsamen Freunden aus der Typografie- und Buchkunst-Szene — allen voran Gisela und Hermann Rapp — schafften stets eine große Verbundenheit.

 


 

Lesetipp

Im Blog www.valuetrendradar.com von Andreas Weber finden sich Beiträge zu Gudrun Zapf-von Hesse und Prof. Hermann Zapf (in deutscher und englischer Sprache):

»Meisterlich: RS-Kunstpreis für Gudrun Zapf-von Hesse und Hermann Zapf« vom 6. März 2017

»Nachruf auf Hermann Zapf: Mit Präzision und Leidenschaft zur Meisterschaft!« vom 8. Juni 2015

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Gestern. Heute. Morgen. Der Print-Branche tut es gut, sich mit jungen Menschen auseinanderzusetzen. Denn die Generation Smartphone schätzt Print-Innovationen.

Kommentar von Andreas Weber, Head of Value

 

Mit der Premiere des Heidelberg Digital Print Forum 2019 ist auf Anhieb ein wirklicher Überraschung-Coup gelungen. Ambiente, Themen und Programmgestaltung im Wieslocher Print Media Center weichen vom Üblichen ab. Das Auditorium: grossartig, aufgeschlossen, neugierig, aber auch kritisch und wachsam. Mit anderen Worten: Ich habe mich extrem wohlgefühlt — wie die insgesamt über 170 anderen Teilnehmer und Co-Referenten auch.

Alles was ich heute erleben konnte, deckt sich mit meiner Analyse, die ich vorgetragen habe: Print als Medium und Druckereien als Kompetenzpartner profitieren dann, wenn der Nutzen in den Vordergrund gestellt wird. Das begeistert die, die als Kunde/Auftraggeber oder als Mediennutzer persönlich angesprochen, oder besser berührt werden wollen. Drucken kann nicht nur Inhalte vervielfältigen, sondern auf höchstem Niveau höchst individuell inszenieren.

 


 

Fotos: Andreas Weber


 

Ob auf dem Podium oder beim Marktplatz oder den informativen kurzen Fachvorträgen, es hat sich gezeigt, dass die Print-Welt im Wandel ist, aber durchaus zum Schrittmacher im Digitalzeitalter werden kann.

Meiner Auffassung nach: Druckereien brauchen sich nicht zu verstecken. Sie können mutig und pro-aktiv nach vorne gehen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen bzw. Bestehendes zu reformieren.

Die moderne Digitaltechnik im Print steht an der Spitze der Medientechnologien. Und erfüllt die Anforderungen um zeitgemäß und zukunftssicher profitabel Geschäft zu machen.

Die Veranstaltung hat aus meiner Sicht nicht nur wichtige Fragestellungen geliefert, sondern auch konkrete, nützliche Ergebnisse, die für die Branche wichtig sind.


 

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Erfolgreiches Team (v.l.n.r.): Matthias Langner, Laura Sturm, Andreas Weber, Laura Breitner, Manuela Gomez, Daniel Szkutnik, Marc Schmitz. Foto: Heidelberg.

Ein Plädoyer für Print aus anderer Perspektive: Andreas Weber beginnt mit seinen Lieblingsbüchern, u.a Designing for Print und Vienna Stories. Foto: Juliette Pickl, Business Development Manager at Mondi Uncoated Fine Paper

 

Aus meiner Sicht als Referent ist folgendes wichtig:

Customization rückt in den Fokus! — Und hilft, den Akzidenzdruck zu reformieren.

Social Media kann ein Eldorado für Print sein! V.a. Facebook, Instagram im B2C und LinkedIn im B2B beflügeln neue Geschäftsmodelle.

Der Nutzen rückt in den Vordergrund. Digitaltechnik im Print ermöglicht das.

Das Marktpotential ist erheblich größer als man denkt und bietet Chancen für profitables Wachstum!


 

Eine von zahlreichen Innovation: Spektakuläre Neon-Bilder im Toner-Digitaldruckdruck

Video: Andreas Weber


Impressionen vom Forum und Statements der Organisatoren und Referenten

 

Video: Heidelberger Druckmaschinen AG/HDU


Alle Charts zum Vortrag von Andreas Weber via SlideShare.net

 

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ThinkPaper TagDerDruckkunst 15032019.001

 

Von Prof. Dr. Gerhard Kilger, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Senefelder-Stiftung

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 4

 


Von einigen noch unbemerkt — vor allem in der Print- und Verlagsbranche — aber von vielen engagierten kreative Köpfen getragen, wurde am 15. März 2019 in über 200 Einrichtungen deutschlandweit der ›Tag der Druckkunst‹ begangen. Die Internationale Senefelder Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main hatte zu einem besonderen Event eingeladen: Im Druck-Studio der Stiftung führte Prof. Dr. Kilger praktisch vor, wie man künstlerisch mit Steindruck umgehen kann. Über 100 Gäste zeigten sich begeistert. Im nachfolgenden Beitrag, erstmals publiziert als Leitartikel in der Zeitschrift ›kultur politik‹, Ausgabe 1/2019 ›Kulturerbe Druckkunst‹ des BBK Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V., Berlin, erläutert Gerhard Kilger, welchen Wert Druckkunst gestern, heute und morgen darstellt. Und welchen Nutzen Drucktechnik stiftet. Aus meiner Sicht eine Pflichtlektüre für alle, die sich kreativ, künstlerisch und technisch mit Print beschäftigen. — Andreas Weber


»Wer in der Drucktechnik lediglich den Wert der Vervielfältigung sieht, hat die eigentlichen Potentiale nicht wahrgenommen.«

 

Es war im vergangenen Jahr 2018 ein großer Erfolg: Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen sind von der Deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis ›Immaterielles Kulturerbe‹ aufgenommen worden. 

Damit sind die von Generationen über Jahrhunderte überlieferten Techniken nicht nur zu bewahren, sondern auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Es war sehr klug, dass die UNESCO – erst seit wenigen Jahren – nicht nur materielles Kulturerbe, sondern kulturelle Formen gelebter Praxis vor dem Vergessen schützen möchte. Denn »Das Wesen der Dinge liegt in ihrem Gebrauch« – um diese wichtige Sichtweise des Philosophen Ludwig Wittgenstein auszudrücken und anzuwenden. 

In der Begründung der Auszeichnung durch die Kommission heißt es deswegen: »Gedruckte Text- und Bildmedien sind fester Bestandteil der europäischen Kultur und Wissenschaftsgesellschaft. Künstler nehmen sich den traditionellen Drucktechniken kreativ an und entwickeln diese weiter (…)«. Gut bekannt sind Johannes Gutenberg und Albrecht Dürer, die am Anfang der damals innovativen Drucktechniken vor über 500 Jahren stehen, ebenso bekannt ist der damalige Einfluss der erstmaligen Vervielfältigung der Bibel auf die Reformation und neuzeitliche Entwicklungen. 

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Drucktechniken für Bildung und Demokratie 

Weniger bekannt ist allerdings das seitdem hoch entwickelte Niveau handwerklicher Praxis, das für die Qualität von Druckerzeugnissen in hohen Auflagen bestimmend war. Das galt nicht nur für Texte, sondern vor allem für Abbildungen, die bis Ende des 18. Jahrhunderts fast ausschließlich durch Holzschnitt, Holz- oder Kupferstich möglich waren. Weniger bekannt ist auch, dass im 19. Jahrhundert durch die Erfindung von Alois Senefelder die Lithographie als Flachdruck die Industrialisierung des Bilderdrucks möglich machte. Neben Bildung und bunter Vielfalt im öffentlichen Raum wären die gesellschaftlichen Entwicklungen zu Demokratie und Sozialstaat nicht denkbar gewesen. Später kamen neuere Verfahren wie Lichtdruck, Durchdruck und Siebdruck dazu. 

Photolithographische Techniken und Flachdruck auf Metallplatten führten im 20. Jahrhundert zum heutigen Offsetdruck, der spätestens seit den 1990er Jahren durch ganz unterschiedliche digitale Techniken ergänzt oder abgelöst wurde. Hinter all diesen professionellen Techniken standen Berufsbilder, für die hohes fachliches Wissen erforderlich war, sowie Menschenschicksale, auf deren Biographien technische Umwälzungen oft dramatischen Einfluss hatten. Heute sind traditionelle Kenntnisse der Drucktechnik industriell nicht mehr anwendbar. 

Allerdings enthält die Auszeichnungsbegründung durch die Kommission eine wichtige Feststellung: »Künstler nehmen sich den traditionellen Drucktechniken kreativ an und entwickeln diese weiter«. Eine solche Feststellung kommt bei allen anderen Auszeichnungen immateriellen Erbes nicht zu Wort. Im Gegenteil: Während fast alle Kulturgüter mit dem Wegfall ihrer eigentlichen Funktion meist leblos in Museen konserviert oder in laienhafter Liebhaberei künstlich als Folklore entfremdet werden, erleben die traditionellen Drucktechniken in den Künstler-Werkstätten einen lebendigen Umgang und eine kreative Weiterentwicklung auf vielerorts ganz unterschiedliche Art und Weise. 

Natürlich sind das ursprüngliche Fachwissen und die industrielle Berufserfahrung von professionellen Drucktechniken bei heutigen und zukünftigen Künstlerinnen und Künstlern nicht mehr zu erreichen – deren praktische Kenntnisse entsprechen eher denen von versierten Sportseglern, die heute auch keinen historischen Viermaster steuern könnten – aber sie haben hohe Kenntnis von diesen Techniken, obwohl ihr beruflicher Alltag ganz andere Absichten und Gewohnheiten verfolgt, als dies traditionell nötig war. 


Impressionen vom Tag der Druckkunst im Druck-Studio der Internationalen Senefelder Stiftung in Offenbach am Main. Fotos/Video: Andreas Weber

 


Von Hand geschaffene Originale 

Warum haben sich viele Künstlerinnen und Künstler diese aufwändigen Praktiken und das Wissen erworben, und welcher Wert wird darin von diesen gesehen? Worin unterscheidet sich ein von Künstlerhand gedrucktes Erzeugnis von üblichen Druckerzeugnissen? Welche Bedeutung haben zukünftig die traditionellen Drucktechniken für Kunst und Kultur? 

In der Bildenden Kunst gilt, was ebenso für Musiker ganz offensichtlich ist: Jedes Instrument hat seinen Klang, seine unverwechselbare Ausdrucksform. Gerade Drucktechniken haben ihre werkspezifischen Charaktere, die mit anderen Techniken nicht zu schaffen sind. Zudem können durch Variation und Experiment bei Drucktechniken unzählige »Klänge« erzeugt werden, die für neue Kompositionen beste Voraussetzungen bieten. Ebenso wie mit Klängen kann unbegrenztes und überraschendes Neuland durch Experimente gefunden werden. 

Wer in der Drucktechnik lediglich den Wert der Vervielfältigung sieht, hat die eigentlichen Potentiale von Radierung, Holzschnitt, Lithographie, Siebdruck und allen Mischformen nicht wahrgenommen. Längst hat ein künstlerischer Druck nicht mehr den Wert in hoher Auflage, jeder Abzug hat heute die Qualität eines von Hand geschaffenen Originals. Meist machen deswegen Künstlerinnen und Künstler keine hohen Auflagen, sondern beschäftigen sich lieber mit dem Schaffensprozess des Druckträgers als mit dem – demgegenüber monotonen – Drucken einer hohen Auflage. 

 

 

Lebendige Weiterentwicklung überlieferter Kenntnisse 

Natürlich sind auch dafür sowohl die Einrichtung und der Betrieb einer historischen Werkstatt, als auch eine hohe Kenntnis von Material und Prozess notwendig. Diese ist heute sogar noch anspruchsvoller als damals, weil nun die Vollzüge ganzheitlich angelegt werden müssen: Gab es früher noch die Arbeitsteilung von Druckvorlagenherstellung, Andruck und Fortdruck, so muss man dies heute selbst beherrschen; wurden früher die Materialien aus dem Handel bezogen, so gilt es nun, nach alten Rezepten oder aus fernen Landen das notwendige Material zu beschaffen oder sogar selbst zu schaffen. Weil darüber hinaus in früheren Zünften die beruflichen Kenntnisse überwiegend als Geheimwissen betrachtet wurden, wurden schon seit Jahren die letzten Profis von künstlerischen Fachleuten noch zu Lebzeiten ausgefragt oder es mussten bestimmte Techniken durch Experimente neu entdeckt werden. 

Heute kann man das Kulturerbe der Drucktechniken in den Händen von Künstlerinnen und Künstlern als qualitativ hohe Praxis bezeichnen, welche die historischen Techniken zwar nicht identisch reproduzieren, jedoch als lebendige Weiterentwicklung aus den überlieferten Kenntnissen alte und neue Formen der Drucktechniken lebendig werden lassen. 

Aufgaben der Museen 

Auch in einigen wenigen Museen leben diese handwerklichen Techniken weiter. Vor allem dort, wo nicht nur nach sammlungsorientierten Konzeptionen museale Gegenstände in Vitrinen präsentiert werden, sondern Kontexte für zugehörige Arbeitsvollzüge und Lebensgewohnheiten geschaffen werden. Auch dort werden Vorführungen oft von Künstlerinnen oder Künstlern gemacht, weil es für die Museen nicht einfach ist, das zugehörige Personal dafür zu schulen. Langfristig wird es für die Museen zur Aufgabe, das Immaterielle Kulturerbe neben dem Aufbau und der Pflege von Sammlungen zu bewahren. 

Dabei werden sie sowohl das Weiterleben der experimentellen Drucktechniken dokumentieren als auch die besten Ergebnisse künstlerischer Arbeiten in ihre Sammlungen übernehmen. Hier ist auch einer der Gründe dafür ersichtlich, warum die Beantragung der Anerkennung der künstlerischen Drucktechniken als Immaterielles Kulturerbe gemeinsam vom BBK-Bundesverband und dem Museum für Druckkunst Leipzig erfolgt ist. 

Nachdem es für die künstlerischen Drucktechniken in den letzten Jahren sowohl durch meist ungenügende Wertschätzung bei Ausbildungsgängen in den Hochschulen als auch bei der Haltung von Kuratoren, Sammlern und Händlern manche Enttäuschung gab und darüber hinaus die künstlerische Auseinandersetzung mit digitalen Medien die Sicht auf »alte Techniken« verstellt hat, ist nun zu erwarten, dass die Wahrnehmung für den echten Stellenwert dieser Kunstform wieder zunimmt. 

 


 

Zur Person

 

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Prof. Dr. Gerhard Kilger ist Museums-Fachmann, Physiker, freier Künstler und Dozent für Lithographie. Er war Gründungsdirektor der »DASA – Arbeitswelt Ausstellung« in Dortmund und ist Vorstandsvorsitzender der Internationalen Senefelder Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main. www.senefelderstiftung.de 


Zur Internationalen Senefelder Stiftung

»Die ISS macht durch die Verbindung von Tradition und Moderne den Wert von Print als unverzichtbarer Kulturtechnik anschaulich. Und zeigt auf, wie sich die kreative Techniknutzung durch künstlerisches Schaffen im Digitalzeitalter verankern lässt.« 

Zur Erinnerung: Der Erfinder Alois Senefelder hat um das Jahr 1800 mit dem chemischen Druck vom Stein und von Metallplatten die Print-Branche in ein neues Zeitalter geführt. Noch heute profitieren wir davon, nicht nur bei der Drucktechnik, sondern sogar in der Halbleiter-Technologie. Zugleich wurde der Steindruck zum einzigartigen künstlerischen Medium mit anhaltend weltweiter Bedeutung.

Die ISS verfügt über einen hochkarätig besetzten Beirat (Vorsitz: Gert Kaiser) und seit 1. Januar 2019 über ein neues Vorstandsteam mit Prof. Dr. Gerhard Kilger (Vorsitz), Dr. Volker Dorsch (stv. Vorsitz), Hans-Jörg André, Eckhard Gehrmann, Andreas Weber und Dr. Ralph Philipp Ziegler.

Die ›Freunde und Förderer der Internationalen Senefelder Stiftung e.V.‹ (FISS) sind mit Wirkung vom 7. November 2017 ein im Vereinsregister eingetragener, gemeinnütziger Verein (VR 5784). 

Somit bestehen für Einzelpersonen wie auch für Firmen individuelle Möglichkeiten zur Mitgliedschaft und Förderung der Internationalen Senefelder Stiftung.

Kontakt:

Dr. Volker Dorsch, Mitglied im Vorstand und Leiter der ISS- und FISS-Geschäftsstelle im Bernardbau
Herrnstr. 61 | 63065 Offenbach am Main

T: 069-98340506
F: 069-98340507
W:www.senefelderstiftung.de
E: info@senefelderstiftung.com

 

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ThinkPaper Quo Vadis PrintTends.001

Die Druckbranche ist angeblich auf dem Sprung in die Zukunft! Gelingt die Landung?

 

#Think!Paper Edition 2 / Volume 1

Von Andreas Weber, Head of Value, Initiator der Think!Paper-Initiative

Wer sich krampfhaft mit der Zukunft beschäftigt, verliert den Bezug zur Gegenwart!

Prolog

Da kommt vermeintlich Freude auf: „Druck ist die stabilste Währung“, lautet die Erkenntnis vom Print Trend Day 2019, den der Verband Druck & Medientechnik Österreich in Wien organisierte. In bewährter Manier präsentierten Experten Technologie- und Geschäftslösungen von morgen. Die Maßgabe war: Wie macht sich die Druckbranche zukunftsfit? Die Experten sind wie üblich zumeist Vertreter der Lieferindustrie, die auch den Event sponsern. 

Wir lernen: „Die Druckbranche ist [im Schulterschluss von Zulieferern und erfolgreichen Druckereien] bereit für den Sprung in die Zukunft. Die Digitalisierung schafft großartige neue Möglichkeiten, die nun mit vorausschauenden Investitionen und cleverem Marketing ergriffen werden.“

Und auch die „Print Trends zur Zeitenwende“ werden angesprochen: Print-Technologie-Experte Bernd Zipper stellte in Wien klar: „Online, Print, TV, Radio — all das sind Bestandteile des Medienkanons, den wir für unsere Information und Marktwirtschaft dringend benötigen.“

Lichtblick statt nur Ausblick: Heidelbergs Chef Digital Officer Dr. Ulrich Hermann, dynamischer Treiber der digitalen Transformation des Branchenprimus, empfiehlt, sich an den Besten der Branche zu orientieren, um „besser gerüstet für die ständig wachsenden Anforderungen der Kunden“ zu sein. Und er betont: „Print-Medien-Industrie 4.0 bedeutet hochflexible Produktion von individualisierten Druckprojekten, wobei die Druckerei in die digitale Lieferkette des Kunden eingebettet ist“. Das trifft ins Schwarze, kennzeichnet aber die Gegenwart und darf nicht als Zukunftsmusik gedeutet werden.

Gewollt, aber nicht gekonnt?

Warum mäkle ich an einem durchaus ehrenwerten Verbands-Event rum? Nun, er steht symbolisch für eine Vielzahl solcher Events, die mit viel Aufwand für Veranstalter, Redner, Sponsoren und auch fürs Auditorium verbunden sind; und zumeist nicht erfüllen können, was versprochen wird.

Mit Tunnelblick suhlt man sich im eigenen Saft und tauscht sich mit KollegInnen aus, ohne gemeinsam Botschaften zu entwickeln, die Kunden / Nutzer und Prospects von Print-Medien begeistert und ins Gespräch bringen kann. 

Sprich: Es entsteht wenig Nutzen und führt aus meiner Sicht kaum weiter. Denn hinterfragen wir, was eigentlich gemeint sein soll und wie die Gegenwart im Spiegel der sog, Trends aussieht,  kommen wir zu überraschenden Überlegungen, die von Absurdität geprägt sind: 

  • Muss man tatsächlich in die Zukunft ‚springen‘ können oder wollen, zumal diese doch von alleine kommt, selbst wenn man stehen bleibt oder sogar rückwärts läuft?
  • Ist Print tatsächlich eine ‚Währung‘? Wenn ja, was kann man z. B. mit einem exzellent gedrucktem Hochglanz-Prospekt ganz real bezahlen? 
  • Besteht der Medienkanon tatsächlich aus ‚Online, Print, TV und Radio‘? Was ist mit den Boom-Bereichen Blockchain, Streaming, KI, Mobile etc, die bereits im Hier & Jetzt alles auf den Kopf stellen?

Der Schlüssel zum Erfolg: Das Hier & Jetzt begreifen!

Während ich über die digital kolportierten ‚Print Trend Tag 2019’-Resultate sinniere und mich über die Tunnelblick-Mentalität wundere, erfahre ich parallel, was in der Welt tatsächlich wichtiges passiert. Zum Beispiel, dass Amazon quasi aus dem Stand heraus nach Google und Facebook die Nummer 3 im Werbemarkt geworden ist. Mit über 10 Milliarden US-Dollar Umsatz in 2018 und einer gigantischen Wachstumskurve. Das ist fast schon soviel, wie die OTTO Group, die gerade den gedruckten Hauptkatalog beerdigt hat, jährlich an Konzernumsatz erwirtschaften kann. Und weitaus mehr, als die auch international ambitionierten deutschen Großverlage Werbeeinnahmen generieren. So traurig das klingen mag: Print spielt bei dieser Art des profitablen und hochwirksamen Werbegeschäfts keine Rolle.

Ich erfahre auch, dass ein Bollwerk deutscher Finanzkunst wie die Deutsche Bank taumelt und im internationalen Vergleich zum Winzling geworden ist. Im Gegensatz zu N26, einem neuen FinTech-Unternehmen, das Geldgeber begeistert und schon einen Marktwert im mittleren Milliarden-Euro-Bereich verzeichnet. Das meint: Nutzenstiftende Innovation schlägt Tradition. 

Und fast noch spannender erscheint: Ich lerne als neuer Autor und Experte der europaweiten „MoreThanDigital“-Initiative von Benjamin Talin, Zürich, das sich die wissensdurstige Klientel — kleinere und mittlere Unternehmen aller Art, die an Transformation interessiert sind — bis dato mit allem auseinandersetzt, nur nicht mir Print! — Nun, das kann man ‚Zeitenwende‘ nennen, oder?

Meine Empfehlung

Wir sollten uns aktiver, cleverer und ehrlicher mit der Gegenwart auseinandersetzen, die immer Klärwerk und Katalysator für die Zukunft ist. Um die Gegenwart zu begreifen, gehört nämlich, die Vergangenheit richtig einschätzen zu können, um daraus Erkenntnisse für das hier und jetzt zu gewinnen. Damit tut man sich, warum auch immer, in der Print-Branche verdammt schwer. Und über den Tellerrand zu blicken, kann nicht schaden. Aber bitte nicht in der o. g. Form, die Trends verspricht und bisweilen wohlklingend Absurdes liefert.

Mein Resümee

Wer sich krampfhaft mit der Zukunft beschäftigt, verliert den Bezug zur Gegenwart! — Nichts für ungut, sich wie in Wien und anderswo unter Kollegen zu treffen, mag hilfreich sein, ist aber aus meiner Sicht in der geschilderten Form keinesfalls zielführend, um akute Probleme der Gegenwart zu lösen. Ebensowenig wie Zukunftsprognosen, die an anderer Stelle der VDMA als einer der Träger der #drupa2020 Ende des Jahres 2018 publizierte — sinngemäß: auch im Jahr 2040 wird noch gedruckt (!). Das sind für mich wie vieles andere im allzu wirren Trend-Geschehen nichts als teuer erkaufte Nebelkerzen.

Apropos drupa: Irre ich mich oder ist es so still wie nie zuvor um die globale Leitmesse der Print-Medien-Industrie geworden, die doch schon nächstes Jahr stattfinden soll? Schaun wir mal.

Vorher können wir uns bei dem für mich im Jahr 2019 wichtigsten internationalen Event, dem 7. Online Print Symposium (#OPS2019) Anfang April in München, selbst ein Bild machen, ob und welche Trends wirklich relevant ins Feld geführt werden. Und wie sich die Resonanz nach außen entwickelt.


 

Tipp zum Schnuppern

Die Plattform MoreThanDigital zeigt ganz hervorragend, wie man den Wissenstransfer und das Netzwerken rund um Innovation und Transformation im Digitalzeitalter erfolgreich gestaltet. Uns allen aus der Print-Branche ist das Anschauen&Mitmachen sehr zu empfehlen. Die Subskription des Newsletters ist kostenfrei möglich. Die Inhalte sind in deutsch und englisch gefasst.

 

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Über den Autor

Andreas Weber begleitet als Wissensarbeiter/Advisor die Kommunikation mit Medien — geprägt durch eine Vorliebe für Print-Innovationen im Digitalzeitalter. Bis dato hat er über 500 Innovations-/Transformations-Projekten realisiert, diverse Lehraufträge wahrgenommen (u.a an der School of Visual Arts/NYC, Hochschule Liechtenstein, Hochschule RheinMain) und Vorträge in über 30 Ländern gehalten. Sein Blog valuetrendradar.com (ISSN-zertifiziert) inspiriert Entscheider aus mehr als 150 Ländern.

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Ein Meister der Inszenierung von Literatur: Hermann Rapp vor seinen Exponaten “Hinterlassenschaft einer Zukunftsidee” im Jahr 2011. — Foto: Nachlass Hermann Rapp.

„Etwas Altes wird etwas Neues!“ – Das künstlerische Werk von Hermann Rapp (1937—2015) führt uns zum Wesentlichen aus dem sich das Werthaltige formiert: Der Inszenierung von Literatur durch einzigartige Buchkunst. 

Das Goethe-Haus des Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main zeigt zur Jahreswende 2018/2019 eine Auswahl an Werken von Hermann Rapp; in diesem besonderem Mix aus Inhalt und Form, Idee und Materialhaftigkeit, Demut und Wirksamkeit, muss man als kunstfertige Visualisierung und Manifestierung der Rhetorik, die spätestens seit Cicero in der Antike als hochentwickelte Form der Kunst galt. Der kreative Diskurs, getragen von Empathie, Dialektik, Interaktion und Kritikfähigkeit findet mehrfach, auf vielen Ebenen statt.

Die Art und Weise, wie Hermann Rapp Literatur inszenieren konnte, ist weltweit einzigartig. Dies führt über das, was wir an Buchkunst kennen und schätzen, weit hinaus. Um so wichtiger, dass sich das Goethe-Haus seiner Kunst widmet. Welch besseren Ausstellung-Ort kann man sich wünschen?“, erläutert Andreas Weber, der die Laudatio halten wird.  — Zur Einstimmung auf die Eröffnung und Ausstellung ist auf den Nachruf für Hermann Rapp und  auf seine Liebe insbesondere zu Hölderlin hinzuweisen.


 

Als wunderbarer Vorgeschmack auf die Ausstellung im Goethe-Haus: Hermann Rapp inszeniert “Goethe — Die Natur” durch ein herausragendes Kassettenwerk von 1999 mit 21 doppelseitigen, im Linoldruck illustrierten Bögen. Auflage: 11 Exemplare plus zwei Vorzugsausgaben mit einem Gobelin auf der Kassettendecks von Gisela Rapp.

Goethes Text folgt einer Ausgabe der Büchergilde Gutenberg von 1958 und ist im Bleisatz aus der von Georg Trump 1968 entworfenen ‘Mauritius’ gesetzt.

Für den handwerklichen Druck in seiner Offizin Die Goldene Kanne nutzte Hermann Rapp ein normalerweise kaum zu bedruckendes Naturpapier, das im Himalaya aus dem Bast des Lokta-Strauches geschöpft wird (geliefert von Japico, Dietzenbach). Die Kassette fertigte Harald Kühn in Kelkheim.


Infobox

„… die Schönheit der Sprache jedoch strahlt“. — DER BUCHKÜNSTLER HERMANN RAPP

Ausstellung im Goethe-Haus zu Frankfurt am Main vom 3. Dezember 2018 bis 3. Februar 2019

Eröffnung: 2. Dezember 2018, 11.00 Uhr
Laudatio: Andreas Weber

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage, 10.00-17.30 Uhr
Geänderte Öffnungszeiten: 24., 25., 31. Dezember, 1. Januar geschlossen

PLakat Goethe-Haus zu Hermann Rapp

BEGLEITPROGRAMM

Offene Werkstatt: Anlässlich der Ausstellung des Buchkünstlers Hermann Rapp bietet das Freie Deutsche Hochstift eine offene Werkstatt zum Mitmachen an. Museumsbesucher haben einmalig die Gelegenheit, mit den originalen Druckplatten des Künstlers ihre eigenen Blätter kunstvoll zu bedrucken. Ab 5 Jahren. Im Eintrittspreis inklusive.

2. Dezember 2018, 12.30 bis 14.30 Uhr und 9. Dezember 2018, 11.00 bis 14.00 Uhr

Führungen für Gruppen und Schulklassen richten wir auf Anfrage gern ein.

Weitere Informationen: Tel. (069) 13880-0 | E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de


 

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Hermann Rapp vor seinen Exponaten “Hinterlassenschaft einer Zukunftsidee” im Jahr 2011. — Foto: Nachlass Hermann Rapp.

 

Dr. Joachim Seng, Leiter der Bibliothek Freies Deutsches Hochstift Frankfurter Goethe-Museum und Kurator der Ausstellung, fasst das aus seiner Sicht Wichtige wie folgt zusammen:

Hermann Rapp, Schriftsetzer, Holzschneider und Graphiker, zählt zu den bedeutenden Buchkünstlern der Gegenwart. Nach vielen Jahren als Schriftsetzer und Künstlerischer Leiter eines Frankfurter Verlagshauses gründete er 1989 mit seiner Frau Gisela eine eigene Bleisatzwerkstatt: die Offizin ‚Die Goldene Kanne‘ in Neuweilnau im Taunus. Der Name ist auch inspiriert von Goethes Mutter, die ihre letzten Jahre im Haus zum Goldenen Brunnen am Roßmarkt verbrachte. Rapps Offizin pflegte er die klassische und experimentelle Typographie mit Bleisatz und Originalgraphik. 

Dabei verwendete Rapp neugegossene und alte, aufgefundene Schriften sowie handverlesene Bütten-und Konsumpapiere. Dem Leitspruch berühmter Vorbilder folgend, dass ein Buch aus den fünf Elementen Text, Schrift, Farbe, Papier und Einband besteht, aus denen eine zeitlose Einheit enstehen müsse, schuf er nach den alten Regeln für Satz und Druck Bücher von vollendeter Schönheit. 

 


 

Nachtrag: Die Ausstellungseröffnung war ein grandioser Erfolg. Impressionen in Kurzform (Videoanimation: Andreas Weber)

 

 


 

Schwerpunkt der ausgewählten Literatur liegt bei Texten von Goethe und Schiller, eine besondere Zuneigung gilt jedoch dem Werk Hölderlins, mit dem auch die Nähe zu den altgriechischen Denkern und Dichtern gesucht wird. Zu den Dichtern der Offizin Die Goldenen Kanne gehören daher auch Homer, Sappho und Sophokles. 

Und auch die Deutsche Romantik inspirierte Rapp. Zu einem Manuskript aus dem Kreis um Hegel, Schelling, Hölderlin, das erst 1917 als ältestes „Systemprogramm des deutschen Idealismus“ veröffentlicht wurde, schuf er unter dem Titel ‚Hinterlassenschaft einer Zukunftsidee‘ einen einzigartigen Pressendruck mit mehrfarbige Original-Graphiken als Linolschnitte. 

Rapps Editionen erschienen alle in kleinsten Auflagen und finden sich längst in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, wie der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar oder dem Gutenberg.Museum Mainz. 

Dank einer großzügigen Schenkung von Gisela Rapp verfügt das Freie Deutsche Hochstift heute über die umfangreichste Sammlung mit Werken der Offizin Die Goldene Kanne. Einige der schönsten Stücke der Offizin, in denen Klassik und Romantik kunstvoll miteinander in Beziehung gesetzt werden, sind nun in der Ausstellung zu sehen.

 

Hermann Rapp auf der Buchmesse 2009 mit Schillerbuch

Hermann Rapp mit seinem Stand auf der Buchmesse 2009 mit Schillerbuch. — Foto: Nachlass Hermann Rapp

 


 

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Xerox is fully committed to digital transformation, turning pressure equipment into Workplace Assistants.— Photo: Andreas Weber

By Andreas Weber, Head of Value | German Version

Note: The translation of the original German version was done by xeroxtranslates.com

“Our biggest challenge is to meet the demands of the people in the mobile age,” notes Mark Boyt. In its function as a global of solutions marketing at Xerox he presented head at an analyst meeting in Uxbridge, UK, strategy, and news about the ConnectKey platform, workplace Assistant, and e-commerce. The development and marketing of business apps is a focus. To do this, Xerox has collaborated extensively partner companies with qualified and authorized Xerox.

 


 


 

“To be still attractive for our customers and to create new business ideas, we have developed by the device vendor to the solution provider, and now to the service partner for our customers”, explains Marcus Putschli, CEO of e-dox AG, Leipzig/Germany. In the Centre is thus not only the hardware product portfolio, but the creative and consulting-oriented performance, to create a maximum customer benefit. Partner developed Putschli in other Xerox as a series from around the world with his team apps that offer new, specific application solutions notably based on technology infrastructure provided by Xerox.

Putschli said: “in addition to the managed print solutions we offer our customers the possibility of digitizing and data protection solutions in the enterprise to anchor. We are various document management partner provider, Microsoft-365-partner-certified app developers for Xerox, and support our customers in many IT issues advice to the page”. The app development takes place through the project area e-dev/> and can be accessed on 10 years of experience. The highlight: the apps are tailored to and run on existing multi-function printers.

 

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Info box to current example — the Convert2PDF app e-dev

Usable via subscription Convert2PDF app, it will be possible to take advantage of the full functionality and benefits of Convert2PDF easily directly from the Xerox, each ConnectKey device by Xerox device i.e. workflows and document processes by simple To control the app user interface.

Systems provides a particular advantage when using the app with Xerox VersaLink. The Convert2PDF app has extended the product range VersaLink in conjunction with Convert2PDF quasi often missing workflow scanning and allows the use of different Scanprofilen for different tasks or workflows. Users as well as administrators in companies are significantly relieved. The Convert2PDF scanning and workflow can be easily managed thanks to the app and also operated. Sources of error for incorrect processes are eliminated so in a comfortable way.The app is also offered on the redesigned Xerox app Gallery.

Xerox’s according to his own admission, that ConnectKey apps accelerate the digital transformation for companies. In the focus are three areas of action:

  1. Support for mobile workers, Office workers and teachers
  2. Smooth workflows for each company
  3. The advanced Xerox app Gallery to facilitate search and install and purchase transactions

 


My take: everything will be fine. Thanks Appiness!

Good news: print is an important pillar of the transformation of companies and their business communication processes. But: It is no longer sufficient to optimize existing, but sometimes are disruptiv new ways to follow, which provide the benefits for all those involved in the focus.

The so-called digital transformation simplifies and accelerates not only processes, but provoked new business goals and opportunities. All of us could benefit from this but only if we also transform to become creative consultants. Our customers have to become partners and customer service is a central issue. And this new, tailor-made apps play a central role. In this sense: Everything is fine. “Appiness” thanks!

 

 


 

Background information

New Xerox ConnectKey Apps Speed Digital Transformation for Enterprises, SMBs

  • Apps support office workers, mobile workforce; educators 
  • Frictionless workflows for any business
  • Enhanced Xerox App Gallery makes browsing, installing and purchasing easier

UXBRIDGE, U.K., Oct. 10, 2018 – Organisations can now better connect staff to popular business platforms such as Salesforce, QuickBooks Online and Concur, supporting customer relationship management, accounting and invoicing, plus streamline additional processes with new apps for Xerox ConnectKey® devices. Purchasing and implementing the apps is simple with a new e-commerce-enabled site.

The Morrell Group, a full-service automation controls design and engineering services organisation, has experienced the power of ConnectKey apps. The company saved 25 percent by automating its product distribution process with the Sign Me app, built by MidAmerica Technology, a Xerox Personalised Application Builder developer. The app digitises the document-laden process, accelerating the speed in which products get out the door. 

“Sign Me is a breakthrough app that has greatly improved our business – we’ve gained efficiencies that impact our bottom line,” said David Hajciar, operations manager, Morrell Group.   

 

Transformation: Xerox turns multifunction printers into Workplace Assistants. Video: Xerox


New apps make work easier 

The ongoing development of its ConnectKey-enabled portfolio underscores Xerox’s position as a print technology powerhouse. The latest enhancements make labour-intense, time-consuming efforts easier and offer new twists on traditional ways of working.  

The Xerox VersaLink® and Xerox AltaLink® series are the launch pads for apps such as:  

  • Xerox Connect App for Salesforce: access to Salesforce’s Customer Relationship Management system right at the multifunction printer (MFP); upload and share sales management information to client folders by scanning the documents directly into Salesforce. 
  • Xerox Audio Documents App: securely transforms hardcopy documents into audio files allowing commuters, multitaskers, or audio enthusiasts to listen on the go instead of reading. 
  • Xerox Connect App for QuickBooks Online: offers a hassle-free expense reimbursement process with multi-receipt scanning. Receipt data is extracted into an expense report and submitted with notifications sent to reviewers for timely approval. For Concur users, a similar receipt management app will be available by year’s end.   
  • Xerox Forms Manager App: simplifies management of multiple forms while reducing paper-based filing risks. With intelligent routing capabilities via embedded QR codes, scanned forms are automatically routed to the appropriate email address.
  • Xerox Quick Link App: enables a fast start to printing without IT support. This intuitive app sends an email directly from the device containing appropriate links to install, and connects computers or mobile devices with the drivers and configuration settings. 

 



 

Making the grade with educators

With insights gained from working with thousands of education customers, Xerox responds with apps that increase productivity for teachers and students:

  • Xerox Connect App for Blackboard: provides access to an industry-leading learning management system; documents are digitised and stored into their Blackboard Learn account from the MFP.    
  • Xerox Proofreader Service: checks for writing elements in the English language, such as spelling, grammar, style and plagiarism.  

Extra Value for Channel Partners 

Alongside an improved design for a better user experience, the e-commerce-enabled Xerox App Gallery provides a global marketplace for channel partners to promote and sell apps. Also, channel partners can share in the revenue when their customers purchase an app. 

Channel partners will learn more about how they can boost recurring post-sale revenues with the new ConnectKey apps and how the new e-commerce model helps them create, market and sell their own apps at the European Personalised Application Builder (PAB) Forum taking place November 7-8 at Xerox’s Innovation Centre in Uxbridge, UK. 

Availability 

Xerox’s newest ConnectKey-enabled apps will be added to the Xerox App Gallery in select geographies between fourth-quarter 2018 and first-quarter 2019. 

Source: Xerox

 


 

At a glance — via Twitter Moments

 

 

 

ValueCheck Trends ThinkPaper 001

#Think!Paper Edition 1, Volume 6

Von Andreas Weber, Head of Value  | English Version

 

„Denk ich ans Print-Geschäft in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ — Diesem in Anlehnung an die Nachtgedanken von Heinrich Heine formulierten Statement hätte ich bis vor kurzem auch zugestimmt. Doch: Nachdenken und Nachprüfen hilft. Und das gelingt mit einer multi-perspektivischen #Think!Paper-Sichtweise, die Print ins rechte Licht rückt.


Bestandsaufnahme

Trends zuverlässig in Erfahrung zu bringen, ist gar nicht einfach. 

Man denkt zunächst an hochkarätige Messen. Aber: Z. B. die Themen-Highlights sowie die Nomenklatur der Messe Düsseldorf für die drupa als weltweiter Leitmesse der Print-Branche sind naturgemäß Konstrukte, um möglichst viele und neue Aussteller anzusprechen. 

Messeangebote spiegeln daher keinesfalls umfassend die relevanten Trends wider, die die Print-Branche kennzeichnen.

Ebenso sind die gängigen Marktforschungs- und Trendberichte nicht zielführend, da stets rückwärtsgewandt angelegt, spekulativ und höchstens als Indikator für künftiges Investitionsverhalten etablierter Druckbetriebe wirksam.

Meta-Trends

Die Print-Branche ist seit jeher innovationsgetrieben. Seinerzeit ging es immer um die Anreicherung und Steigerung der bisherigen Möglichkeiten. Heute gestaltet sich alles ganz anders. Und vor allem nicht mehr linear. Ein Umdenken ist zwingend:

  1. Disruptive Erneuerung der Pre-Media-Prozesse (Template-frei), mit dem Ziel, flexibel und in Echzeit Daten jeder Art drucken zu können.
  2. Smarte Print-Produktion: Automatisierung der Prozesse vom Druck über die Auslieferung bis zum Go-to-Market von Druckereien, inkl. digitales Supply-Chain-Management.
  3. #hyperpersonalization durch künstliche Intelligenz, Blockchain, virtuelle Realität und medien-übergreifend dialogische Kommunikations-Szenarien.

BusinessModel-Trends

Das Top-Thema, spätestens seit es Digitaldruck gibt, ist die Geschäftsmodell-Veränderung für Druckereien. Zwei wesentliche Entwicklungen sind zu unterscheiden:

  • Polarisierung im Dienstleistungsmarkt — Smarte Fabriken (mit fokussiertem Portfolio/Commodity-Angeboten) vs. High-Tech-Manufakturen (mit unzähligen Nischenanwendungen und höchster Innovationskraft). Aber Achtung: Beide Bereiche befruchten oder durchdringen sich gegenseitig, wie in einem iterativen Zyklus. Am besten nachzuvollziehen, wenn man sieht wie sich CIMPRESS entwickelt.
  • Kundenspezifische Konfiguration von modular komponierten, ubiquitären Produktionsanlagen. — Beispiel: CADIS Engineering.

Technologie-Trends

Die Trends beim Einsatz relevanter Technologien ordnen sich drei wesentlichen Aspekten zu:

  1. Unfassbar, aber wahr: Der Markt für Print-Lösungen (Technik+Produktion+Handel) ist um ein vielfaches größer als gemeinhin dargestellt. Das Ökosystem Druckindustrie ist weit gefasst und macht alleine in Deutschland eine dreistelligen Milliardenbetrag aus. (Hinweis: Die genauen Übersichten und Zahlen werden noch im Fachmedium DRUCKMARKT dargelegt).
  2. Fast 2/3 der Gesamtumsätze werden von wenigen hundert industrialisierten Druckfabriken erwirtschaftet.
  3. Wachstumsfelder gestalten sich dabei ganz anders, als bis dato prognostiziert: z.B. für Inkjet Printing liegen bis auf den Bücherdruck kaum in der Substitution von Offsetproduktionen, sondern v.a. in der von Tonerdrucksystemen. Wichtig: ‚Inkjet-to-Go‘ beflügelt neue Anwendungen ausserhalb der Print-Branche, direkt bei deren Kunden.

 


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Die vorausgehenden Erkenntnisse der #Think!Paper Trend-Analyse standen auf der #EMGE2018 Konferenz in Amsterdam im Podiumsgespräch von Jeroen van Druenen und Andreas Weber zur Diskussion mit einem internationalen Publikum.


 

Den Erfolg im Geschäft mit Print und der Verwendung von Print erfordert eine Neuorientierung, die Kreativität und Mut erfordern. Hierbei gilt es zu unterscheiden:

Hemmfaktoren

  • Eine aufwändige Marktforschung, die sich nur auf Investitionsmöglichkeiten in Hard- und Software fokussiert, auf wagen Vermutungen beruht und relevante Marktbedürfnisse nicht wahrnimmt.
  • Events aller Art, die sich vertikal ausrichten, sprich sich quasi monolithisch nur auf die Herstellerthemen und die Verwendung ihrer Produkte beziehen.
  • Anhaltend ungenügende, nicht mehr zeitgemäße  Branchenkommunikation, die allzuoft Fehleinschätzungen kolportiert und dadurch Verwirrung stiftet.

Beschleunigungsfaktoren

  • Fokus auf neue Formen des Go-to-Markets von Druckereien, die den Nutzen von Print fürs Digitalzeitalter propagieren, und nicht mehr die Verfahrenstechniken zur Herstellung von Print.
  • Pro-aktive, Social Business-getriebene Diskurse mit potentiellen neuen Auftraggebern, die sich bereits auf die Digital Transformation Journey begeben haben, und für die Print zum ‚Hidden-Champ‘ werden kann.
  • Mehr Experimente und Pioniertaten wagen, Regeln brechen und durch einen Perspektiv-Wechsel auf breiter Front durch relevante Inhalte und gute Erzählungen inspirieren und faszinieren.

 


 

Über den Autor

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Blogger und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice. — Mit seinem Blog www.valuetrendradar.com inspiriert er Leser aus über 150 Ländern der Welt.

 

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#Think!Paper #PDA Sommer Weber.001

Peter Sommer, Member of the Elanders Board, and Andreas Weber, Head of Value, met in Waiblingen, near Stuttgart, to discuss their ideas. Their meeting resulted in the #Think!Paper initiative.

 

#Think!Paper — Edition 1, Volume 1. | German Version

 

“We are launching an initiative that highlights the importance of print not only in but also for the digital era. What counts is not what we do or how we do it, but rather why print delivers sustainable success. The focus needs to be on the unique benefits that professional print production delivers. And that applies whether you’re looking at the past, present or future!” – Peter Sommer and Andreas Weber

A special kind of summit on print and transformation: Peter Sommer, Member of the Elanders Board, and Andreas Weber, Head of Value, met in Waiblingen, near Stuttgart, Germany. This European city is a major hub for the most dynamic solutions portfolio for print and demonstrates with high volumes and strong profits just how big a contribution print (based on digital printing) can make in the digital age. 

“I find it astounding and completely incomprehensible how poorly print is portrayed – especially by the print media industry itself. Why is that?” asks Sommer. The meeting picked out core issues that led to the establishment of the Think!Paper initiative. These points also represent the key thrust of the Think!Paper activities, offering a constructive and critical basis for further discussion.

Taking stock

The print media industry is underselling itself and taking far too little interest in what is going on elsewhere. It likes to keep to itself. There is usually little more than speculation about the challenges set by the digital age. Many positive aspects go unnoticed, and there is a failure to grasp the opportunities that change could bring.

Core arguments

Status quo: The industry has built its own funeral pyre and is fervently stoking the fire beneath it. However, the prospects for print shops in the digital age are far better than the image the industry is presenting, both within and beyond its own ranks.

The mistake being made is that print shops and print buyers are following false prophets.

Clarification: Print is a perfected medium with a pedigree, potential and the capacity for profitable new business. 

Consider the facts:

  • Print represents an exceptionally valuable form of communication – made by people, for people!
  • Improved functionality is exponentially increasing the benefits that print offers in the digital age.  
  • Print isn’t just about duplicating data – it can package text, images and special effects in a very special, highly personal format that moves people profoundly. 
  • As a communication medium, print has the most lasting effect and can therefore be used to great advantage. 
  • As part of the marketing mix, print is constantly raising the bar and creating new potential for customer relationships in the most effective ways possible.
  • And, when it comes to transformation – if anything has to change, then it is how print is handled as a premium product.

Paradigm: Print was, is and will remain an indispensable catalyst for cultural, social and economic developments. That is something ‘digital leaders’ such as Google, Amazon, Facebook and Apple have long since recognized. Indeed, these giants of the digital age are highly adept at using print to their benefit. 

Plea: Print will continue to be a winner in the digital era, if it can strike the right balance between what is useful on a technical level and people’s real needs. The facts are on the table. Now is the time to communicate them clearly and comprehensibly! Let’s put the beauty and diversity of print in the right light!

Aims and measures

We are kicking off creative conversations that cut to the chase with a clear focus. This is how we want to present a vivid and forward-looking picture that highlights effective solutions for using print in all types of communication where it can harness its full potential and strengths. 

We are kindling enthusiasm for innovative and exceptional communication solutions that use print.

We are reinforcing business development with print by identifying and integrating areas of the market that have so far been under-utilized but can rapidly and effectively benefit from innovation solutions using print. 

We are organizing round tables, VIP events and social media-based interactive communication using print.

We are providing clear and concise concept papers as part of the new Think!Paper activities. These include elements such as dossiers, reports with analyses, and guidelines for top decision-makers in business.

We are launching a global ideas competition. 

We are setting up and managing the international “Think!Team”, an interdisciplinary panel of experts.

 


 

Note

A number of hand-picked partners have already been found for Think!Paper, including first and foremost Mondi Group, GT Trendhouse 42 and DRUCKMARKT. More news to follow shortly.


Contact

If you are interested in the Think!Paper initiative or want to get involved, please get in touch:

Twitter @PrintDigitalAge

Andreas Weber (coordination) via LinkedIn

Hashtag: #PDA #printforthedigitalage #creativity #printinnovation #transformation

 


 

#Think!Paper the key facts at a glance

What we do

We evaluate and profile print and its proponents as an effective driving force for transformation – across all industries!

Our mission

We show, first and foremost, that print is by no means driftwood in an ocean of transformation (with Titanic-style effects) but rather a solid anchor for the ‘tsunamis in our heads’!

Our USP

We are bringing together the brightest minds to form interdisciplinary #Think!Teams with a global outlook. 

We are building up the finest pool of expertise with a clear focus on interaction, discourse and sustainable conversations.

We are reinforcing the bedrock of any successful ‘digital’ transformation – proficient, dynamic and meaningful communication.

Benefits for our partners

We help our partners make new and market-relevant discoveries that inspire them and inject new energy into their development.


 

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