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Value Art+Com: Bruno K. — Der Weg ergibt sich aus dem Laufen!

Value Art+VCom | ValueCheck Bruno k. Ingelheim.003

 

Inszenierung einer Eröffnungsrede zu Bruno K. am 11. September 2014 in Ingelheim

Von Andreas Weber, Mainz

 

Einfache Frage:

Wer bin ich? — Experte für Kunst + Kommunikation, Beirats-Mitglied im Vorstand des Kunstverein Eisenturm, dem KEM, sozusagen Geburtshelfer des Kunstverein Ingelheim und der Ausstellung hier. Hebamme ist aber Dietmar Gross…

 

Offene Frage: 

Wer ist dieser Bruno K.? Was soll das hier, was er mit uns veranstaltet?

Und wo überhaupt liegt VOLXHEIM, wo er lebt und arbeitet? Ingelheim ist ja schon schwierig genug zu finden, für uns Grossstädter…

Oh je, das macht Ärger. Aufregung. Sorgen. Kummer. Verzweiflung. — Panikidee: Du kommst gar nicht erst. Das fällt in dem Chaos in der Binger Str. 26 gar nicht auf. — Doofe Idee. Ich hatte es Dietmar Gross versprochen.

Also doch auf nach Ingelheim. Aber noch mehr Fragen …

  1. Was zieh ich denn bloß an, wenn ich vor Publikum in einem Abrisshaus reden soll? Brauche ich einen Schutzhelm?
  2. Warum denn ausgerechnet Ingelheim?
  3. Warum ausgerechnet dieses Datum 11.9.? An dem ausgerechnet der Joachim Fuchsberger hochbetagt verstorben ist? Und mir/uns nicht mehr mit seiner Klugheit beiseite stehen kann oder will…
  4. Was soll überhaupt dieser merkwürdige Ausstellungs-Titel?

Saalwächter 20/14 — Eine skulpturale Intervention? 

Diese Wortkombi kennt noch nicht mal mein Rechtsschreibhilfeprogramm am iMac. — Ist Intervention nicht, was unser Aussenminister Steinmeier ständig macht, wie einige vor ihm auch schon? — Kommt dann am Ende noch der Putin und annektiert Ingelheim oder gar Rheinhessen?

 

Skulpturale geht ja noch: Steht sogar im Duden.

„in der Art, der Form einer Skulptur”

Beispiel

skulpturale Formen“

Das Wort kann man sogar trennen.

 

Und Intervention? —  steht für:

 

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

Liebes Publikum: Wer rettet mich/uns? Oder hilft uns/mir aus?

Mich quält, nein ich hatte schlaflose Nächte. Ständig erschien mir im Traum mein Kunstgeschichts-Professor Imiela und frotzelt-blöckt: „Weber, was haben Sie sich denn dabei schon wieder Gedacht? Es geht immer um hehre Kunst!“ — Oh je, Oh je, Oh je. — Ich sah schon den von Hans-Jürgen Imiela hoch geschätzten Julius Meier-Graefe im Grab rotieren.

Meine Damen und Herren. Alles QUATSCH! Lassen Sie sich von mir nicht ins Boxhorn jagen. 

Ich habe erstens eine Überdosis Psychopharmaka genommen. Und seitdem freue ich mich heute hier zu sein. Und zu reden. Und zu gucken.

Und um Ihnen zu gestehen, dass ich gerne in Ingelheim bin, hier vor 8 Jahren im Alten Rathaus eine wundervolle Guido Ludes Ausstellung eröffnen durfte.

Und dass ich Bruno K. gegoogelt und gescreent habe. — Er ist mehr als OK. Erist ein Ausnahmetalent. Er ist ein Künstler, der alles im Blick hat. Er gestaltet Kunst und inszeniert sie wie kein Zweiter. Er macht dies seit Jahrzehnten und wandelt zwischen „Retro“ und dem heute. — Er hat eine solide Bildhauer-Ausbildung bei Michael Croissant zum Bildhauer absolviert. War Assistent bei Leo Kornbrust. Beide sind mir seit Kindheitstagen bekannt und ich verbriefe mich für sie. — Also warum nicht auch für Bruno K.?

Ich möchte Ihnen etwas vorlesen. Und gestehen: ich war genau vor einer Woche schon mal hier. Mit einem Gast aus Istanbul, Şükran Ceren Salalı, einer jungen, hochtalentierten Fachfrau für Kommunikation, Kino und Kunst.

 

Deutsche Fassung des ValueCheck! von Şükran Ceren Salalı, Value Art+Com Fellow,
— her preview experience, September 4th., 2014 (Übersetzt von Andreas Weber)

„Für mich war der Zeitpunkt gekommen, meine Abreise aus Mainz vorzubereiten. Dazu gehörte, noch einige Orte in der Region zu sehen, die bislang fehlten. Zufall oder nicht, Andreas Weber hatte die Idee, eine kurze  Fahrt nach und durch Rheinhessen zu unternehmen, um währenddessen die Zeit meines Aufenthaltes, die damit verbundenen Erfahrungen und die Ergebnisse unserer Projektarbeiten im Rahmen meiner Erasmus Internship abschließend zu besprechen.

Auf unserem Weg durch die wunderbaren Landschaften Rheinhessens, durchfuhren wir einige Orte und landeten (für mich unvermittelt) in Ingelheim. Wir hielten an einem besonderen Gebäude an, das wie eine Mischung aus Weinlager und Weinfabrik aussah. Dort trafen wir Bruno K. alias Bruno Kleber, einen Künstler, der eine für mich disruptive Art und Weise pflegt, Kunst zu schaffen. Und das seit über 30 Jahren. Die jetzige, hiesige für mich überraschende Ausstellung “Saalwächter 20/14 — Eine skulpturale Intervention”, die vom 11. September bis 12. Oktober 2014 im neuen temporären Ambiente des Kunstvereins Ingelheim stattfindet, verändert die Räumlichkeiten, indem sie transformiert werden. Und das in einer Art und Weise wie ich das noch nie sehen konnte.

Als erste Besucher einer Ausstellung, die noch nicht eröffnet, also noch “under construction” war, konnten wir beeindruckende Installation sehen. Und wir konnten persönlich mit Bruno K. sprechen, der sehr charmant, voller Ideen und humorvoll ist. Im Zentrum: Eine Weinabfülllagerhalle, nun Raketenbasis — die Werk- und Arbeitsräume werden in eine wundervolle Atmosphäre versetzt, die alle Räume erfasst und künstlerisch transformiert. Damit erreicht der Kunstverein Ingelheim aus dem Stand heraus das Premium-Niveau eines “Art Centers”. Das Gebäude verfügt über zahlreichen Räume (über mehre Etagen verteilt), die Bruno K. mit unterschiedlichen Themenideen bestückt, um- und ausgestaltet. Oft mit Versatzstücken aus dem Soldatenmilieu und Militärbereich. Zum Beispiel widmet er in der grossen Halle unter dem utopischen Namen “Apollonia” (gegenüber der faszinierenden Figur der Olga!) in eine Ragte mit Abschussbasis um, wobei man nur den ganz unteren, kleinen Teil der Rakete sehen kann. Alles ist umgeben mit militärisch anmutendem Equipment. Jedes Detail stellt aber einen künstlerisch geprägten Inhalt dar, verstärkt durch Sound Systeme, die zum Beispiel Melodien von alten Western Filmen wieder geben. Es bleibt aber nicht nur bei Klangeffekten, der Künstler setzt mit hohem Geschick die unterschiedlichsten wirkungsstarken Beleuchtungseffekte ein.

Es lohnt sich diese disruptive Kunstauffassungen, das disruptive Kunstschaffen mit einer wundervollen Sammlung von Installationen im Raum (und in einem Ensemble von Räumen) im Detail zu erkunden und zu erleben. Bruno K.’s Ausstellung wird der außergewöhnlichen, inspirierenden und letztlich ungewöhnlichen sowie einzigartigen Umgebung gerecht. — Sorry, dass ich nicht selbst bei der Eröffnung dabei sein kann. Ich musste schon nach Istanbul reisen. Genießen Sie es und lassen Sie sich inspirieren. — Dankeschön. Tschüss. Vielleicht bin ich ja bald wieder zurück!“

 

Was kann ich noch tun, da mir jetzt vor Aufregung und Ergriffenheit die Worte fehlen — und ich soll ja hoer sprechen zu Ihnen, möglichst klug und passend. Nun,  ich darf dem werten Künstler mein Redemanuskript überreichen, damit er noch etwas vernünftiges vortragen kann, das zu seiner Ausstellung passt. Und an die wunderbare Kunst des Dr. François Lachenal erinnert, meinem väterlichen Freund, der mich als Student mitunter mitarbeiten ließ, der die Internationalen Ingelheimer Tage im letzten Jahrtausend stets zu Höhenflügen geführt hat.

So, lieber Bruno, jetzt mach, lese bitte meine (im Stil des humorvollen François L.) gefasste Rede vor, damit die Leute noch was gescheites hören ausser meinem Gejammer. Da es ein toller, geistreicher Redetext ist, habe ich ihn gleich in einem verstaubten alten Rähmchen eingeglast. Zum an die Wand hängen.  Bitte schön, lieber Bruno…

 

Hier klicken, um die erste Value Art+Com Kurz-Doku anzuschauen!

 

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