In eigener Sache: Kurs halten!

Rettung in letzter Sekunde 🙂

Oder: Mit Zuversicht und innerer Stärke zurück ins Leben

Die vergangenen Monate waren eine Reise, wie ich sie nie erwartet hätte. Nach mehreren komplexen Herzoperationen, die letzte erst am 9. Juni dieses Jahres, fand ich mich in einer Situation wieder, die weit über das Physische hinausging. Eine unerwartete innere Blutung, die fast zum Exitus geführt hätte, und die anschließende Flüssigkeitsansammlung im Gewebe waren die sichtbaren Zeichen eines Körpers im Ausnahmezustand. Doch anstatt mich davon unterkriegen zu lassen, begann für mich ein neuer, bewusster Weg zurück zur Stärke.

Der Körper als Partner – nicht als Gegner

Nach den Operationen bemerkte ich eine deutliche Gewichtszunahme, die nicht auf meine Ernährung zurückzuführen war. Es war Gewebewasser, eine mechanische Last, die sich durch Medikamente allein nicht vertreiben ließ. Die Lösung? Eine Kombination aus gezielter Bewegung und professioneller Unterstützung.

In der ambulanten Nach-Reha, dem #Herzwerk, wurde ein speziell auf meine kardiologischen Befunde abgestimmtes Trainingsprogramm entwickelt. Dreimal bis viermal pro Woche sitze ich nun auf dem Ergometer, trainiere meinen Kreislauf und meine Ausdauer – immer im sicheren Pulsbereich. Quasi wie ein Belastungs-EKG. Ergänzt wird dies durch Übungen zur Mobilisierung des Oberkörpers und leichtes Krafttraining für die Beinmuskulatur. Besonders das Laufen hat Wunder gewirkt: Ein langes Wochenende in Weimar mit 15.000 Schritten pro Tag ließ zwei Kilogramm einfach verschwinden. Dies zeigte mir klar: Aktive Bewegung ist der Schlüssel, um dem Körper zu helfen, sich selbst zu heilen.

Manuelle Lymphdrainage: Sanfte Technik, große Wirkung

Seit Anfang August setze ich nun auf Lymphdrainage, um die hartnäckigen Wassereinlagerungen gezielt anzugehen. Es ist faszinierend zu erleben, wie diese sanfte, oberflächliche Technik das Gewebewasser mobilisiert und dem Lymphsystem hilft, es abzutransportieren. Es fühlt sich an, als würde man einem gestauten Fluss einen neuen, freien Weg bahnen. Bereits nach der ersten Behandlung war der Unterschied spürbar – das Gewebe fühlt sich weicher und leichter an. Ein wunderbares Gefühl, das Zuversicht schenkt und zeigt: Wir haben die Werkzeuge, um den Heilungsprozess aktiv zu unterstützen.

Mentale Stärke als Kompass

Doch die größte Veränderung fand im Kopf statt. Eine gescheiterte Operation lehrt einen demütig, aber auch unglaublich widerstandsfähig zu werden. Ich habe gelernt, mir klare, erreichbare Ziele zu setzen. Fünf Wochen nach der letzten OP stand ich in Kopenhagen auf einer Bühne und moderierte eine internationale Veranstaltung. Ein gewagter Schritt, aber er war mein persönlicher Beweis, dass ich die Kontrolle über mein Leben zurückerwerbe.

Diese Erfahrungen teile ich seit über einem Jahr in meinem Podcast “Besser leben, schöner sterben”, den ich gemeinsam mit David Sonntag, Facharzt für Psychosomatik, produziere. Wir sprechen über Themen wie Selbstwirksamkeit, Dankbarkeit und den bewussten Umgang mit der eigenen Endlichkeit. Es geht nicht darum, dem Tod einen Schrecken zu nehmen, sondern ihn als Teil des Lebens zu akzeptieren, um jeden Tag bewusster und kraftvoller zu gestalten.

Die Reise ist noch nicht zu Ende, aber der Kurs ist klar. Jeder Schritt, jede Trainingseinheit und jede neue Erkenntnis ist ein Sieg. Es ist ein Weg, der zeigt, dass wir selbst mit den größten Herausforderungen nicht nur überleben, sondern gestärkt und mit einem neuen, tieferen Verständnis für das Leben daraus hervorgehen können. Die Zukunft ist kein vages Versprechen, sondern ein Plan – und ich freue mich darauf, ihn zu gestalten.


Zum Besser-Leben-Podcast:

http://bit.ly/3SMjfBo

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