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„Von der Fläche zur Form“: Kunstverein Eisenturm Mainz präsentiert Reinhold Petermann

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Foto: Aus der Einladungskarte für Reinhold Petermann zur Ausstellungstrilogie, Mainz 2015.

Reinhold Petermann: Retrospektive zum 90. Geburtstag an drei Ausstellungsorten

Eröffnung: Kunstverein Eisenturm: „Von der Fläche zur Form“
Zeichnungen und Plastiken von 1945 – 1985

Eröffnung: Freitag, 9. Oktober 2015, 19 Uhr

Begrüßung: Dietmar Gross, 1. Vorsitzender

Grußworte zur Ausstellung: Walter Schumacher, Kulturstaatssekretär des Landes Rheinland-Pfalz

Einführung: Reinhold Petermann

Kuratorin: Dagmar C. Ropertz, stellv. Vorsitzende

Dauer der Ausstellung: 10. Oktober bis 8. November 2015

Begleitveranstaltung im Eisenturm: 15. Oktober 2015, 19 Uhr
Gespräch und Führung durch die Ausstellung
„Reinhold Petermann und die Mainzer Künstler nach 1945“

Die Ausstellung im Kunstverein Eisenturm Mainz eröffnet die Retrospektive seines Ehrenmitglieds Reinhold Petermann mit dem zeichnerischen und plastischen Frühwerk. Exponate von 1946 bis 1985 zeigen seine erste Schaffensphase beginnend mit „der Stunde Null“ nach dem 2. Weltkrieg.

Die Ausstellung umfasst eine Vielzahl unbekannter Arbeiten, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden!

Weitere Ausstellungsorte:

— Rathausgalerie der Landeshauptstadt Mainz

— Galerie Mainzer Kunst!


Notizen zur Eröffnung im Kunstverein Eisenturm von Andreas Weber

Die frühmittelalterlichen Räume im Kunstverein Eisenturm Mainz (KEM) waren prall gefüllt. Mit einzigartigen Kunstwerken (Zeichnungen und Skulpturen) und Menschen. Rund 100 Gäste wohnten der Eröffnung der Retrospektive von Reinhold Petermann bei. „Ich möchte eine Verbeugung machen vor dem Künstler und seinem Werk!“, sagte Kulturstaatssekretär Walter Schumacher. Er freute sich zugleich, dass auch nach 40 Jahren der KEM hohe Wirkung und Strahlkraft erzielt. Kunst und Künstlern sowie Kunstinteressierte würden dadurch aufs Beste vereint. Der Künstler selbst konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein, stellvertretend war die Familie erschienen. Und hat sich wunderbar engagiert. Der Schwiegersohn Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz trug einen von ihm aufzeichneten Text vor, den Reinhold Petermann zuvor per Tonband verfasst hatte.


„Unverwechselbar ausdrucksstark, treffsicher in der Form, versöhnlich im Ausdruck“

Die KEM-Ausstellung stellt das Frühwerk des Künstlers bis zum Jahr 1985 in den Fokus, wie Dietmar Gross, 1. Vorsitzender des KEM, erläuterte. Er dankte dem Amt für Kultur und Bibliotheken der Stadt Mainz, vertreten durch Martin Paul Janda von der Kulturabteilung, sowie dem Galeristen Rolf Weber-Schmidt und der Kuratorin Dagmar Ropertz, stv. Vorsitzende des KEM, für ihr unermüdliches, wenn auch nicht immer einfaches Engagement bei den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten. Galt es doch bei gleich drei Ausstellungen (im KEM, in der Mainzer Rathaus-Galerie sowie in der Galerie Mainzer Kunst), die simultan geplant wurden, viele spezifische Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Erstmals konnten im KEM flankierend zu Skulpturen als Vergößerungen dargestellt Zeichnungen aus einem kleinformatigen Skizzenbuch gezeigt werden, die 1946 entstanden sind, als Reinhold Petermann sein Studium an der Landeskunstschule in Mainz begann. Selten und einzigartig, so die Resonanz aus dem Publikum, dass ein Bildhauer wie Reinhold Petermann so variantenreich und vielseitig arbeiten kann. Und das über mehr als 70 Jahre hinweg.

Welche Bedeutung das Schaffen von Reinhold Petermann hat, legte die Tochter Barbara Petermann mit ihrer Buch-Dokumentation dar. Titel: „Am Anfang war das Holz — Ein Künstler wird 90 Jahre“ (MedienVerlag Reiser, Hardcover, 190 Seiten, 24,00 Euro; Bestellungen im Buchhandel oder über www.reinhold-petermann.de).

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In der Buchankündigung heisst es: „Wie kommt ein junger Mensch in den letzten Kriegsjahren dazu, sich die Welt zu erschnitzen? Wodurch definierte sich die künstlerische Avantgarde der Nachkriegszeit? Inwieweit zehrt der Meisterschüler Emy Roeders bis heute von deren Erfahrungen? Welcher Art war seine Begegnung mit Karl Schmidt-Rottluff? Wovon hat der junge Künstler sich distanziert? Wo liegt der Fokus seines Schaffens? Was verbindet das Figürliche mit dem Abstrakten? Und was hat es mit den „nackten Weibern“ auf sich? Diese und viele andere Fragen um den Künstler Reinhold Petermann, sein Schaffen und seine Zeit beantwortet die Tochter des Bildhauers, Barbara Petermann, in dieser reich bebilderten Dokumentation.“

Und Barbara Petermann schreibt dazu in der Einleitung: „Anfänglich war es der reine Spieltrieb des kleinen Jungen aus Boos an der Nahe, der ihn veranlasste, Rennwagen der Marke Mercedes oder Flugzeugmodelle zu schnitzen. Baumrinde, die er von seinen Streifzügen in den umliegenden Wald mitbrachte, war sein Material.

Auch wenn er bereits als Vierjähriger fasziniert die Arbeiten in einer Steinmetzhütte bewunderte, so sollte Reinhold Petermann sich noch lange Zeit auf Holz beschränken und darin seine Stärke entdecken, sich Dinge anzueignen, indem er es mit dem Messer in die gewünschte Form brachte. Bei den alten Höhlenmalereien sei es ähnlich gewesen, sagt er. Die Menschen hätten damit die Ordnung der Dinge zu begreifen versucht, um sie sodann in ihre eigene zu übersetzen.

Mehr als 70 Jahre später kann Reinhold Petermann auf ein Leben voller Plastiken und Bilder blicken, mit denen er sich die Ordnung der unterschiedlichsten Gegebenheiten, Zustände und Motive angeeignet hat. Mittlerweile sind sie aus Eisen, Bronze oder Polyester, gegenständlich oder abstrakt. Jedes Mal aber erkennt man den Übersetzer in seinem Werk und das nicht nur bei den ‚nackten Weibern‘, die es ihm immer so angetan haben. Nein Hunde, Katzen, Frösche, Vögel und Pferde sind auch dabei. Kirchenausstattungen und Brunnengestaltungen, es gibt viele Petermänner klein als Standplastik oder am öffentlichen Bau themenbezogen aber eben doch ein Petermann. Unverwechselbar ausdrucksstark, treffsicher in der Form, versöhnlich im Ausdruck, ruinös in der Oberfläche oder konsequent durchgestaltet.“

Neben dem Buch gibt es übrigens ein ungebrochen starkes Echo in den Sozialen Medien zu Reinhold Petermann und den ihm gewidmeten Mainzer Ausstellungen. Die Ausstellungsankündigungen sowie die Kurzdokumentationen der Eröffnung im KEM am 9. Oktober 2015 wurden von vielen tausenden Menschen angesehen und auch von vielen hunderten kommentiert per „Gefällt mir“ und geteilt. Fazit: Erlesene Kunst, erstklassige Ausstellungskonzepte und die zeitgemäße vernetzte Kommunikation darüber bilden eine wirksame Einheit.

Hinweis: Andreas Weber, Beirat und Vorstandsmitglied im KEM, hat ad hoc eine Videodokumentation der Eröffnung im KEM erstellt, die per YouTube angeschaut werden kann, inklusive Ausschnitten aus den Einführungsreden. 

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