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Monthly Archives: July 2015

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Fee Fleck vor einem der Med-Bilder in ihrem Atelier in Mainz. Foto: Andreas Weber

Laudatio von Andreas Weber, zum Ausstellung im Landesmuseum Mainz anlässlich des 80. Geburtstag von Fee Fleck

Es geschah am 27. Tag eines Monats, dem 27. Dezember des Jahres 1950, im Herzen einer Weltmetropole beim Spazierengehen. Ein Mann bricht auf offener Strasse zusammen und stirbt in Sekundenschnelle an Herzversagen. Zuvor hatte er intensiv an der Vollendung eines Meisterwerkes in Form eines Triptychons gearbeitet. Was war geschehen? Endet, wenn das Werk vollendet ist, gleichzeitig auch das Leben des Künstlers? — Der Mann starb übrigens in der Fremde. Das Triptychon wurde sein Vermächtniswerk, in dem er vieles bündelte, was sein Leben und Wirken ausmachte.

Es geschieht am 27. Tag eines Monats, dem 27. Januar des Jahres 2012. Im Mainzer Landesmuseum wird eine Ausstellung eröffnet:

Fee Fleck: Medea – die Fremde. 

Zufall, oder auch nicht? Der in der Fremde Verstorbene hatte seinem gerade noch vollendeten Triptychon zunächst den Arbeitstitel „Die Künstler“ und dann final den Namen ”Die Argonauten“ verliehen. Wir sehen im Mittelbild, das an ganz frühe Darstellungen des Künstlers anschließt, den antiken Helden Jason in der Mitte seines Bootes Argo, umgeben von einem Gefährten, geheimnisvollen Himmelserscheinungen und einem bärtigen Greis, der aus dem Meer heraufsteigt. „Die Botschaft der Gestirne und des Ozeans ist freilich verschlüsselt“ (Friedhelm W. Fischer, Max Beckmann, Köln 1972, Seite 88). Ebenso wie der Bildtitel, der wohl aus einem Traum heraus entstand. Das Triptychon bietet keine „typische“ Mythologiedarstellung, eher eine archaisch-archetypische oder sogar auch allegorische mit zeitgenössischer Projektion. Auf dem linken Flügel sieht man einen Maler vor der Staffelei und eine auf abgeschlagenem Kopf sitzende Frau mit überdimensioniertem Dolch, der wie ein Schwert wirkt. Soll das Medea sein? Rechts sitzen junge Frauen beim Musizieren.

Warum erzähle ich das? — Die Antwort gibt Friedhelm W. Fischer: Der Künstler – die Rede ist, wie zu merken war, von Max Beckmann – habe „an einem Sinn des Daseins oft genug gezweifelt, aber er hielt an einer Arbeitshypothese fest. (…) in allem, was wir wahrnehmen und erleben, ist eine Botschaft verschlüsselt. (…) manchmal hat er sich auch seltsam bestätigt gefühlt in der Annahme, die Welt habe einen verborgenen Sinn.“ Fischer konstatiert, der Maler habe sich in seinem Denken und Spekulieren immer wieder in den unauflösbaren Widerspruch zwischen menschlichem Bewusstsein und grenzenlosem Universum verfangen. Und schreibt selbst in seinem Tagebuch: „Wir müssen an unendliche Beziehungen glauben, meist sinnlos für unser Denken und unentwirrbar, doch ist es sicher die einzige Möglichkeit, nicht sein Heimatgefühl im Cosmos zu verlieren.“

Die Fremde kann also überwunden werden durch Sinnlosigkeit des Denkens, das als unbeeinflussbare Nebenwirkung Heimatgefühle erzeugen kann, egal wo wir sind.

In diesem Kontext ist zu hinterfragen: Was meint Fee Fleck mit dem Titel „Medea – Die Fremde“, den sie für einen ganzen Bilderzyklus gewählt hat?

Um diese Frage zu beantworten, muss vorausgeschickt werden, dass unser Bild von Medea kaum etwas mit dem Ursprung zu tun hat. Die Medea-Saga gehört zu den Ur-Mythen und datiert fast 3.500 Jahre zurück. Über die verschiedensten Erzählstationen – von Homer, Pindar, Euripides, bis zu Ovid und Seneca und später dann Franz Grillparzer und Hanns Henny Jahnn – wird Medea bis in die Neuzeit des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich von Männern kolportiert. 1950 widmet ihr Elisabeth Langgässer einen Roman, es folgen 1963 Sylvia Plath sowie 1977 Helga Novak. 1996 erscheint nur kurz nach dem Literaturstreit und einer Verleumdungskampagne in deutschen Medien der Roman „Medea. Stimmen“ von Christa Wolf; ein Roman, der äußerst anspruchsvoll gehalten ist und weltweit ein Bestseller wird – übersetzt in 27 Sprachen – und das in Anbetracht der Ablehnung durch die deutsche Literaturkritik. Christa Wolf setzte sich beim Publikum durch und revidierte das Bild der Medea grundlegend.

Kurz danach, 1998, wurde in Linz  der Kulturverein Medea von der Medienpädagogin und bildenden Künstlerin Andrea Reisinger gegründet. Die Zielsetzung lautet: „Initiative Medienarbeit und Integration in neue Felder der Kunst. Medea verstehe Kunst als Bearbeitung gesellschaftlicher Oberflächen, die von konkreten Menschen gebildet werden. — Insgesamt gibt es bis dato über 300 künstlerische Bearbeitungen der Medea.

Wie die Berliner Literaturwissenschaftlerin Inge Stephan in ihrem lesenswerten Buch „Medea – Multimediale Karriere einer mythologischen Figur“, aus dem Jahre 2006 schreibt, beschäftigen sich seit der Nachkriegszeit, also ab 1945, Frauen intensiv mit Medea. Medea ist aber nicht nur ein Literaturtopos, sondern findet Niederschlag in der Oper, im Theater, im Film (Pasolini lässt Maria Callas 1968 die Medea spielen) und in der bildenden Kunst. Hier reicht das Spektrum von Meistern wie Th. Géricault und Eug. Delacroix über Anselm Feuerbach im 19. Jahrhundert. Andere Künstlergrößen der Moderne folgten. Inge Stephan attestiert Männern wie Max Beckmann und in der Folge auch Anselm Kiefer, dass sie in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Argonauten-Saga zwar großartige Kunstwerke schufen, die Medea aber nur als weibliche Staffage einsetzen, um den Helden Jason und die mit ihm verbundenen Geschehnisse überhöhen und optimal in Szene setzen zu können.

Für Künstlerpersönlichkeiten mit überwiegend männlichen Genen ist Medea eine Gestalt, die Männern Furcht einflösst und Schrecken verbreitet; bei der man gerne auf Klischeevorstellungen zurückgreift und Medea als grausame Gattin, Giftmischerin/Hexe und sogar als Bruder- und Kindsmörderin darstellt. Nicht jedem gelingt dies so eindrücklich und vorurteilsfrei wie Lars von Trier in seinem Medea-Film von 1988, nach dem Buch von Carl Theoder Dreyer und Preben Thomsen auf Basis der Schilderung des Euripides. Ausschnitte des Films finden sich auf YouTube. Der TV-Kultursender Arte sendete wohl 2005 den ganzen Film. In der Ankündigung/Dokumentation heisst es:

Medea, die Zauberin, hilft Jason, das Goldene Vlies zu rauben, das ihr Vater in Besitz hat. Anschließend flieht sie mit ihm. Halb göttliche, halb menschliche Heroine schenkt sie Jason ihre bedingungslose Liebe und tötet sogar den eigenen Bruder, um den sie verfolgenden Vater aufzuhalten. In Korinth finden die beiden mit ihren Söhnen eine neue Heimat – bis Jason Medea verläßt und sich mit Glauke, der Tochter von König Kreon, vermählt. Medea soll mit den Kindern das Land verlassen, denn Jason fürchtet die Rache der Barbarin, die nur die Gewalt, nicht aber das Gesetz kenne. Medea überlistet Jason und vergiftet aus Schmerz über seinen Verrat an ihrer Liebe nicht nur Glauke und Kreon, sondern tötet auch die gemeinsamen Kinder.

Die filmische Adaptation von Carl Theodor Dreyer und Lars von Trier folgt eng der klassischen Tragödie. Eigentlicher Protagonist des Films aber ist die Natur des Nordens: Seelenlandschaften der Einsamkeit, der Düsternis und Verzweiflung. Medea, deren Element das Wasser ist, führt ihre Klage vor einem verhangenen weiten Himmel. Aus dem Nebel taucht sie vor Kreon auf, im Regen begegnet sie Jason. Feuer brennen in unterirdischen Verliesen und erleuchten Kreons Palast wie einen Vorhof zur Unterwelt. Immer wieder brausen Windböen über eine menschenleere Küstenlandschaft, treiben die Geschehnisse unwiederbringlich weiter, bis zuletzt Medeas schwarzer Schleier im Wind auffliegt und Jason leblos auf der Erde liegt. Zwei Schiffe, ein paar Pferde und Hunde, Schwärme von Vögeln über langen Einstellungen von Wolken und Wasser – aus diesen Elementen erschafft Lars von Trier eine archaische Welt. Sein Film ist weit mehr als eine Umsetzung der Handlung in Bilder – er visualisiert die Kraft des Mythos.“

Soweit die Beschreibung des TV-Senders Arte.

Wie gesagt, das Stimmungsbild das Lars von Trier geschaffen hat, ist eindrucksvoll. Er adapiert aber uneingeschränkt das von Männern kolportierte Bild einer Medea, die es so nicht gegeben haben kann.

Die erwähnte Schriftstellerin Christa Wolf hat fast detektivisch-akribisch im Austausch mit Wissenschaftlern und Kennern das überkommene Medea-Bild analysiert, rekonstruiert und neu formuliert.  Das ambivalente Bezugsfeld, das sich mit Medea aufbaut, ist ebenso reichhaltig wie polarisierend: Leidenschaft und Liebe, Mord, Intrige, heilende Zauberei, Fürsorge, Hoffnung und Zweifel, Flucht und Aufbruch, kurzum alle Sonnen- und Schattenseiten des Daseins werden angesprochen, auf persönlicher wie auf gesellschaftlicher und politischer Ebene. Das der Medea unterstellte Gewaltpotenzial, dem Männer nichts entgegenzusetzen haben, provoziert sich in einer Tabuisierung: Medea als Zauberin, als Intellektuelle, als Heilkundige, als Mutter, als Politikversierte und als Frau, die Schuld auf sich nimmt, durchläuft in ihrer Rezeptionsgeschichte einen extremen Wandel. Zur Erinnerung: Der Medea-Mythos gehört zu den „Urtexten der Zivilisation“, wie Inge Stephan es nennt. Und schreibt weiter: „Als umstrittene Täterin und maßlos gedemütigtes Opfer erinnert sie an die Dunklen, tabuisierten Seiten des Eros und der Mutterliebe und rührt an die zerstörerischen Impulse, die im Verlauf des Zivilisationsprozesses nur mühsam humanitär oder christlich übertüncht worden sind.“ Wie Odysseus- oder Ödipus-Mythos schaffe Medea ein „blutiges Erbe“, das nicht zuletzt deshalb so schwer anzunehmen sei, „weil Medea eine Frau ist und als Täterin die Ordnung der Geschlechter fundamental in Frage stellt.“

„Medea – Die Fremde“ ist in der Wahrnehmung von Fee Fleck Täter und Opfer in einem. Auf ihre eigene Art und Weise, inspiriert vor allem durch Christa Wolf, aber auch kritisch wachsam das beeindruckende Opern-Werk von Aribert Reimann reflektierend, entwirft Fee Fleck ihr ganz eigenes Medea-Szenario. Nebenbei: Wir hörten Aribert Reimanns Medea-Musik kurz, dank an den Schott Musikverlag in Mainz. Der Uraufführung der Reimann-Oper am 28. Febr. 2010 in der Wiener Staatsoper wohnte Fee Fleck persönlich bei, in Reihe 7 auf Platz 12!

Reimann vertonte Medea als ein „Doppeldeutiges Wesen“, das ihn in der Komposition drei Jahre lang beschäftigte, eine Zeit in der er der Welt fast abhanden gekommen ist, wie er sagt, als sein schwierigstes Werk, das sein ganzes Fühlen und Denken in Anspruch nahm, bis hin zur völligen Erschöpfung.

Fee Fleck goutiert Reimann voller Demut und Anerkennung. Ihr Medea-Szenario, das in der Konzeption im Jahr 2009, also noch vor Reimanns Partitur-Fertigstellung begann und bis dato 8 von 10 geplanten großformatige Gemälde umfasst, geht aber ganz andere Wege.

Fee Fleck schuf Medea-Bildwerke, die an Frische, Originalität und Kraft kaum zu übertreffen sind. Und die sich so deutlich in Inhalt und Themenwahl von anderen Bildwerken unterscheiden.

Man fragt sich, wie dies das Werk einer nunmehr 80jährigen Künstlerin sein kann, längst selbst schon Mutter und Großmutter. Wer Fee Flecks „Tafelbilder für Ingeborg-Bachmann“ durch die Ausstellung hier im Landesmuseum in Mainz aus dem Herbst 2007 kennt, kann eine Vorahnung entwickeln und ist auf das Medea-Szenario vorbereitet. Die Journalistin Rebecca Wilhelm urteilte damals in der Mainzer Allgemeinen Zeitung: „Starke Farben für die Dichterin“: (…) In zwölf großformatigen Tafelbildern in ausdrucksstarken Farben und kalligrafischen Elementen interpretierte die Mainzer Künstlerin Arbeit und Leben der Dichterin.“ Anlass der Ausstellung vor fast 5 Jahren war der 80. Geburtstag Ingeborg Bachmanns. Bachmanns Männerbeziehungen kamen zur Sprache, wie der Zeitungsbericht anmerkt, geprägt von Liebe, Sehnsucht, Tod. „Bachmanns Liebesverhältnis zum Lyriker Paul Celan gestaltete Fee Fleck positiv hell, die tragische Beziehung zu Schriftsteller Uwe Johnson in schwarzen Tönen“. (Quelle: Allgemeine Zeitung vom 15. September 2007).

Wie auch damals bei den Bachmann-Tafelbildern bereitete Fee Fleck ihr Medea-Szenario exakt und planmäßig vor.  Ein wunderbares, reichhaltiges Arbeitsbuch – das in der Ausstellung in Vitrinen ausliegt – kombiniert Bildentwürfe und Textnotizen. Fee Fleck hat nicht nur einen Plan entwickelt, sondern eine bis ins kleinste Detail durchdachte Programmatik. Zwischengestreut im Medea-Arbeitsbuch findet man Notizzettel mit Gedankenimpulsen, die ad hoc entstanden – meist in der Nacht. Als Regieanweisung ist notiert, welches der acht Bilder/Themen in der Gemälde-Fassung als Hoch- oder Querformat angelegt werden muss. Naturgemäß gibt es Entwicklungen und damit Abweichungen von der Skizze zum fertigen Gemälde. Dies lohnt sich, in Ruhe nachzuvollziehen. Ebenso die Gedanken, die Fee Fleck wie kurze Essays niederschrieb, um die inhaltliche Leitlinie präzise zu erfassen und dadurch ganz befreit den Malprozess gestalten zu können. Ihr Medea-Szenario wird dadurch verdichtet, fokussiert, aber gleichzeitig völlig entkrampft und vielfältig. Den roten Faden in ihrer vielschichtigen Medea-Interpretation verliert Fee Fleck dabei nicht. Und das obgleich die acht Bilder jedes für sich individuell angelegt sind. Es gibt keine durchgängige Gestaltungslinie oder einen Gestaltungsrahmen – etwa wie bei Bilderserien des Barock – speziell bei Peter Paul Rubens.

Fee Flecks Medea-Gemälde verbreiten Stille, aber keinesfalls Ruhe. Sie sprengen sämtliche Klischees, wie wir sie noch aus dem Schulunterricht kennen. Ich bin sicher, mancher „Alterthums“-Oberstudienrat und Bildungsbürger wird entsetzt oder zumindest verstört sein. Ich sage nur: Gut so! Und ich sage: Bravo, Bravissimo, liebe Fee Fleck, dass Sie uns mit Ihrer Kreativität, Erfahrung, Bildung, menschlichen Größe und vor allem Ihrem Talent neue Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnen.

Meine Empfehlung: Es lohnt sich für alle von uns, die Fee Flecks Medea-Szenario betrachten, dies eher in Form einer Meditation zu tun, als in einer klassisch kunsthistorisch „verbildeten“ Herangehensweise. Wir brauchen neue Dimensionen einer Hermeneutik, die dem Prinzip folgen: Wir können uns als Menschheit, gerade wenn und weil wir uns als kultiviert und zivilisiert empfinden, nicht von unserer Geschichte und unserer Schuld befreien. Das, was Medea ausmacht, und das, was mit Medea geschah, ruht in uns allen. Unauslöschlich und kaum unterdrückbar. Ebenso steht Medea für einen Werte-Canon, der sich nie und nimmer ändert. Wer in diesen modernen Zeiten vom Wertewandel spricht, hat nicht verstanden oder begriffen, worum es geht. Ein Wert ist ein Wert und kann sich nicht ändern. Was sich ändert ist die Einstellung zu Werten, die uns als Menschheit ausmachen. Und mit den Konsequenzen aus dieser eigenen Um-Bewertung vom Wert zur Entwertung müssen wir klarkommen. Oder anders: Medea ist Medea. Und: Fee Fleck ist Fee Fleck.

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Fee Fleck kurz vor der Ausstellungseröffnung im Landesmuseum Mainz. Foto: Andreas Weber

Fee Fleck redet oder malt oder zeichnet oder filmt oder inszeniert uns die Welt eben nicht schöner oder schrecklicher als sie ist. Fee Fleck ist von Künstlern der Romantik ebenso weit entfernt wie von Hieronymus Bosch oder Matthias Grünewald. Selbst wenn ihr stilistisches Repertoire, ihre Ausdrucksweise als Malerin als äußerst modern bezeichnet würde, hat Fee Fleck mit dem Zeitgeist nichts zu tun. Zeitgeist ist immer opportunistisch – oder wie mein Vater Prof. Wilhelm Weber gerne sagte: „Wer heute den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwer.“ Fee Fleck steht für das Wahrhaftige, für Aufrichtigkeit und Ehrlichsein.

So erklären sich ihre Themen: Vor der Medea entstand das Filmwerk über die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Katinka Zitz, die sonst vergessen oder besser: verdrängt wäre. Hinzu kommen die Werke/Installationen über Autowracks und Flugzeugwracks, die Wüste in Arizona, die Installation „Gegen den Krieg“ in der Unterhaus Entree-Galerie der Stadt Mainz oder aber das Projekt „Warschauer Aufstand“. Vieles andere aus dem Wirken und Werken von Fee Fleck lässt sich aufzählen und in Erinnerung rufen, bis hin zur Mitgliedschaft bei „Gegen vergessen für Demokratie“ Rheinland-Pfalz oder die Mitgliedschaft im Kunstbeirat der Gedenkstätte Osthofen. Nicht zuletzt lebt und arbeitet Fee Fleck in einer aussergewöhnlichen Wohnetage in der Mainzer Walpodenstrasse in einem Haus, das eine Gedenktafel trägt, mit der Aufschrift:

„Historisches Mainz

Gedenken

Mahnen

Handeln

Dieses Haus wurde 1938 nach dem November-Pogrom von den Nationalsozialisten zu einem der „Judenhäuser“ deklariert.

35 jüdische Kinder, Frauen und Männer wurden von hier aus vom 20. März bis 30. September 1942 deportiert und ermordet.“

An einem solchen Ort zu wohnen und zu arbeiten ist für mich persönlich als Nachkriegskind und somit Spätgeborener bewundernswert in der Reflektion dessen, wie Fee Fleck mit unserer und damit auch ihrer Geschichte, ihren eigenen Erfahrungen (sie wurde mit Mutter und Schwestern 1944 in das Lager Radom deportiert und 1945 von russischen Truppen befreit). In tiefer Demut und mit allem Respekt darf ich mich vor einer so großen Frau und Künstlerin verbeugen. Und gleichzeitig schelmisch hinterfragen: Wie lautet nochmals der Titel der heutigen Ausstellung?

Fee Fleck: Medea – Die Fremde.

Stimmt das? Oder könnte es lauten:

Fee Fleck – die Medea?

Fee Fleck – die Fremde?

Urteilen Sie selbst. Meine Sichtweise und sicher die vieler anderer lautet: Fee Fleck ist ein durch und durch politischer, mitdenkender, mitgestaltender und sozial- wie emotional verantwortlich handelnder und denkender kritischer Geist. Ohne dabei dogmatisch, besserwisserisch oder bevormundend zu sein. Die Künstlerin befreit uns aber nicht von der hohen Eigenverantwortung, über unser Tun und dessen Konsequenzen nachzudenken und der Forderung nachzukommen, Korrekturen vorzunehmen, sobald wir Fehler erkennen. Dies manifestiert sich im Medea-Szenario auf das Wunderbarste. Vor allem im Gemälde „Gier“, das sich auf das goldenen Vlies und seinen Missbrauch in Kolchis oder die maßlose Habgier in Korinth genauso beziehen kann wie auf die aktuelle Finanzkrise und den Habitus eines Hedgefonds- oder Investment-Banking-Schurken.

Fee Fleck wählt mit dem Medea-Thema einen Topos, der weit, sehr weit zurück ragt in die Geschichte und trotz allem so aktuell ist wie kaum etwas anderes. Dies mag der Beweggrund sein, weshalb Fee Fleck Christa Wolf verehrt und ihren Roman „Medea. Stimmen“ so sehr schätzt. Christa Wolf hatte die Chuzpe, den von Männern umbewerten Medea-Mythos quasi „zurückzubewerten“, in eine Art „Urzustand“ rückzuführen. Christa Wolf widmet sich der Medea, wie sie durch den Sinn ihres Namens charakterisiert wird. Medea heisst in der Namenbedeutung „die, die Rat gibt, Sorge trägt, waltet“. Oder wie Christa Wolf es umschreibt: „Die guten Rat Wissende, die Heilerin“. Prinzipiell völlig ohne Belang erscheint mir, ob dies nun historisch-faktisch belegbar ist oder nicht. Christa Wolf hat die Medea in die Gegenwart zurückgeholt. Sie hat sie von Verleumdungen befreit. Sie hat sie zur „Bewältigungsfigur“ entwickelt. Sie hat ihre menschliche, gesellschaftliche und politische Dimension neu eröffnet. Eine solche Figur weist alle nachfolgenden Frauenidole in die Schranken oder auf die Plätze. Und schüttelt jegliche Verklärung oder Idealisierung ab. Gerade auch in Bezug auf christliche Frauengestalten bis hin zur Jungfrau-Mutter Maria…

Aber Vorsicht, meine Damen und Herren, bitte beachten: Fee Flecks Medea-Szenario ist in keinerlei Weise als Illustration zum Buch von Christa Wolf gedacht. Fee Fleck fühlt sich dem Esprit, der Literaturkunst und wie erwähnt der Chuzpe von Christa Wolf innig verbunden. Ihr verdankt Fee Fleck wichtige Impulse. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fee Fleck beschäftigt natürlich auch das Bezugsfeld „Frauenbewegung“, sprich die Medea-Entwürfe in feministischen Diskursen. Die bereits zitierte Literaturwissenschaftlerin Inge Stephan widmet diesem Bezugsfeld ein lesenswertes Kapitel in ihrem Medea-Buch. Und präsentiert als Motto ein Zitat der „Penthesileia“, einem Frauenbrevier für Männerfeindliche Stunden von 1907. Ich zitiere: „Sag mir, Medea, war Jason nicht eigentlich zu unbedeutend, um deiner Rache würdig zu sein? Aber ich vergaß, Du liebtest ihn noch. Die Liebe einer bedeutenden Frau gibt einem mittelmäßigen Manne immer noch soviel Gewicht, daß ihre Rache an ihm sie nicht lächerlich macht.“

Auch das sind „Medea.Stimmen“. Und für uns wichtige Bezüge. Denn Penthesilea, die sagenumwobene Amazonenkönigin, konterkariert die männliche, vorherrschende Vorstellungswelt von Frau-Sein und Weiblichkeit. Die Rezeptionsgeschichte der Penthesiliea ist übrigens ebenso männlich dominiert und umgestaltet wie die der Medea. Wäre da nicht Heinrich von Kleist, der sich um das Jahr 1800 mit alten Überlieferungen beschäftigt. Und – wie später Christa Wolf – den Mythos umdeutet bzw. eine Variante aufgreift, die aus der Antike stammt, sich aber nicht durchsetzte: Nicht Achill besiegt Penthesilea im Kampf und verliebt sich in dem Moment unsterblich, als er sie schon tödlich verletzt hatte. Nein, Kleist greift die Version auf, in der Achill hörte, die schöne Amazonen-Königin könne sich nur in denjenigen verlieben, den sie persönlich im Kampf besiegt und unterworfen hat. Zum Schein geht er darauf ein, flammender Liebe folgt die Tragödie, als Penthesilea den Schwindel enttarnt. Sie tötet darauf hin Achill und zerfleischt ihn gemeinsam mit ihren Hunden.

Anzumerken ist, dass dieser Bezug Medea/Penthesilea und Kleist/Wolf bislang noch nicht in die Rezeptionsbetrachtung eingeflossen ist. Das bleibt noch zu tun. Zumal Kleist damals wohl auch bei Männern Angst und Schrecken provozierte, was J.W. von Goethe veranlasste, Kleist abzuurteilen. Die Kleist‘sche Penthesilea wurde von Goethe wie mit einem Bannstrahl behaftet und war nach Erscheinen des Dramas im Jahr 1808 als Theaterstück für rund drei Generationen tabu.

Es gibt ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Penthesilea- und Medea-Mythos: Beide Mythen zehren von dem Verlust matriarchalischer Ordnungsprinzipien, die fast 100.000 Jahre lang die Menschheit in ihrer Frühgeschichte zur Entwicklung brachten. Die Amazonen sind der Gegenentwurf zur Männerherrschaft und Medea deckt auf, was in ihrer Heimat Kolchis ebenso feststellbar war, wie an ihrem Fluchtort Korinth: Die Männerherrschaft brauchte die Unterdrückung der Frau, um jeden Preis. Reglements, Gewalt, Verleumdung, Mord und Totschlag, jedes Mittel war recht. Die Entwicklung der männlichen Repressalien (nicht nur Frauen gegenüber, sondern generell anders denkenden und anders artigen Menschen) hat sich über die klassische Antike bis in die Christenzeit erhalten. Und wurde in den Schriften manifestiert. Christa Wolf spricht dies unter anderem an, indem sie in einem Interview sagte: „Ich begann 1990/1991 mich mit der Medea-Figur auseinanderzusetzen. Es zeigte sich mir in jenen Jahren, dass unsere Kultur, wenn sie in Krisen gerät, immer wieder in die gleichen Verhaltensmuster zurückfällt: Menschen auszugrenzen, sie zu Sündenböcken zu machen, Feindbilder zu züchten, bis hin zu wahnhafter Realitätsverkennung.“ (zitiert nach Inge Stephan, Seite 154f). Christa Wolf nimmt dann Bezug auf die von ihr nicht gutgeheissene Eingliederung der DDR in die BRD und die entstandene Abwehrhaltung. Und fährt fort: „Diese Ausgrenzung des Fremden zieht sich durch die ganze Geschichte unserer Kultur. Immer schon vorhanden ist die Ausgrenzung des angstmachenden weiblichen Elements.“  Dazu gehört vor allem die Figur der Lilith, der ersten Frau des Adam, die, von den biblischen Überlieferungen quasi ausgeklammert, weil sie dem Adam nicht nur ebenbürtig, sondern überlegen war, in den alten sumerischen und jüdischen Überlieferungen aber eine wichtige Rolle spielte. Lilith verkörpert eine der Medea im Wolf‘schen und Fleck‘schen Sinne verwandte Seele.

Der Diskurs über das Fremde wird auch in jüdischen Medeen von Berthold Brecht und George Tabori fassbar. Beide entwerfen Medea als jüdische Frau.

Brecht verfasste das Gedicht „Die Medea von Lodz“

Da ist eine alte Märe

Von einer Frau, Medea genannt

Die kam vor tausend Jahren

An einen fremden Strand.

Der Mann, der sie liebte

Brachte sie dorthin.

Er sagte: Du bist zu Hause

Wo ich zu Hause bin.

Sie sprach eine andere Sprache

Als die Leute dort

Für Milch und Brot und Liebe

Hatten sie ein anderes Wort.

Sie hatte andere Haare

Und ging ein anderes Gehn

Ist nie dort heimisch geworden

Wurde scheel angesehn.

Wie es mit ihr gegangen

Erzählt der Euripides

Seine mächtigen Chöre singen

Von einem vergilbten Prozeß.

Nur der Wind geht noch über die Trümmer

Der ungastlichen Stadt

Und Staub sind die Stein, mit denen

Sie die Fremde gesteinigt hat.

Da hören wir mit einem mal

Jetzt die Rede gehn

Es würden in unseren Städten

Von neuem Medeen gesehn.

Zwischen Tram und Auto und Hochbahn

Wird das alte Geschrei geschrien

1934

In unserer Stadt Berlin.

Das Fremde, so Inge Stephan (Seite 69), wird „stets als das sexuell und/oder ethnisch andere konnotiert. Sexismus und Rassismus bilden von jeher das Koordinatennetz, in das die Phantasien der Autoren und Autorinnen eingelassen sind. Medea wird farbig, mal Zigeunerin, mal Asiatin, mal Osteuropäerin, mal Afrikanerin.

 

 

Resümee und Ausblick

Das Szenario „Fee Fleck: Media – die Fremde“, das uns die Künstlerin präsentiert, erfasst Medea in allen ihren Facetten und Bedeutungsebenen. Aus heutiger Sicht gesehen, eröffnet die Bedeutung der Medea-Geschichte vier große Konfliktfelder, die durch Medea als Person verkörpert werden:

Identifikationsfigur des Geschlechterkampfs (seit 1968 im Kontext mit den Emanzipationsbewegungen)

Bewältigungsfigur zur Lösung der Krise in Familie und Politik (Schuldfrage, Matriarchat)

Projektionsfigur bei Rassismus und ethnischen Debatten

Reflexionsfigur in der Bewältigung von Gewalt und Auseinandersetzungen

Medea als Reflexionsfigur hat aktuell wohl den stärksten Bezug zu unserer „modernen“ Kulturwicklung. Inge Stephan sei dazu abschließend zitiert (Seite 4f):

„Die Frage nach der Legitimität von Gewalt stellt sich im Falle von Medea in besonderer Schärfe, da sie mit ihren [den ihr unterstellten, Anm. des Autors] Taten in archaische Praktiken der Blutrache und des Menschenopfers zurückfällt, die in den politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart eine bestürzende Aktualität gewonnen haben.“

Das Thema „Medea – die Fremde“ kann von Fee Fleck nicht zufällig gewählt worden sein, um heute, kurz nach ihrem 80. Geburtstag, uns hier im Landesmuseum in Mainz präsentiert zu werden. Die Künstlerin legt – bei allem Charme, der ihr innewohnt, und aller Freundlichkeit im Wesen – gerne den Finger in die offene Wunde.

Ihr Auftrag als bedeutende Künstlerin ist es wie gesagt unsere Wahrnehmung zu wecken und zu schärfen. Erst die Wahrnehmung ermöglicht das Streben nach der Sinnhaftigkeit unseres Tuns. Dies gestaltet sich als Prozess, den Fee Fleck hier und heute initiiert. In diesem Sinn ist die heutige Ausstellungseröffnung nicht der Endpunkt, sondern der Beginn von etwas, was uns noch bevorsteht: Die Auseinandersetzung mit uns Menschen als Wesen, die vermutlich allzu lange „kulturentwicklungshörig“ glaubten, die Dinge würden besser, weil wir (angeblich) zivilisierter und kultivierter werden. Doch wie soll das gehen, wenn wir willkürlich agieren? Wenn wir unsere Geschichte manipulieren resp. so auslegen, wie es Strategie und Taktik unseres gegenwärtigen und geplanten Tuns aus subjektiver Sicht erfordern?

Unsere Schuld, unser Falschtun werden wir dadurch nicht los. Und die Welt wird keinesfalls besser. Lassen wir uns also auf den Dialog ein, den Fee Fleck mit ihrem Medea-Szenario mit uns und für uns eröffnet.

Denn Fee Fleck wäre nicht Fee Fleck, würde sie nicht diesen Dialog suchen. Der Ausstellung ist ein wichtiges Momentum vorausgegangen. Der Entschluss von Fee Fleck, sich im Rahmen ihres Medea-Szenarios mit Christa Wolf in Verbindung zu setzen. Fee Fleck musste sich, wie sie sagt, einiges trauen. Deutsch, das sie perfekt beherrscht, ist nicht ihre Muttersprache. Sie wollte und hat aber einen Brief an Christa Wolf in deutscher Sprache verfasst, den ich Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, gerne kurz vorlesen möchte, um anschließend mit der Künstlerin darüber und über ihre künstlerische Intention und Auffassung zu sprechen.

Am 4. Oktober 2011 schrieb Fee Fleck an Christa Wolf (nicht wissend, was kommen wird, und dass Christa Wolf am 1. Dezember 2011 von uns gehen würde, weshalb der Brief ohne Antwort blieb):

4. Oktober 2011

Sehr verehrte, liebe Christa Wolf,

was für ein Unterfangen, sich mit menschlichen Unzulänglichkeiten bildnerisch auseinanderzusetzen. Ich habe es gewagt, aber nur mit Ihrer Hilfe. Der Weg war lang.

Zaghaft habe ich mich mit Euripides, Seneca und vielen anderen auseinandergesetzt, doch Ihre „Medea. Stimmen“ haben mich gefangen genommen. Explosionsartig habe ich die einzelnen Stimmen wie Medea, Jason, Akamas, Presbon, Oistros und andere in mein Arbeitsbuch aufgenommen und meine Intentionen skizziert.

Aus meinem Arbeitsbuch:

Wie verhält sich eine Fremde? Wann war ich eine Fremde? Es ist ein Ohnmachtsgefühl, wenn man sich dessen bewusst wird. 

Ich kann mich nicht erinnern einmal Medea gewesen zu sein, stark in der Finsternis. Wird es für mich eine Offenbarung? Ich bekomme Angst. Was muß sein, was darf nicht sein!

Wann werde ich es wissen, während ich hier schreibe, wenn ich nachts alles überdenke, oder wenn der Prozess auf der Leinwand beginnt? Das wird ein Kampf.

Zehn Aussagen sollte der Zyklus haben, bis dato sind es vier.

Der Malprozess begann mit dem Bild „Symbiose“. Das Bild „Gerücht“ ist eine wichtige Begründung für den ganzen Zyklus „Medea – Die Fremde“, hier entwickelt sich die große Tragödie bis zum Endpunkt des Bildes „Universum“.

Nicht nur die geistige, sondern auch die praktische Auseinandersetzung wie Farbe, Leinwand, Größe, Hochformat, Querformat ist eine wichtige Entscheidung. Mit der Farbe kann ich intensiv umgehen, hier ist mein Wissen gefordert.

Verehrte, liebe Christa Wolf, ein kleiner Überblick meiner Arbeit „Medea – Die Fremde“. Sobald der Zyklus beendet ist, werde ich Ihnen weiteres Material senden.

Ihre Fee Fleck

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Weitere Informationen im exklusiven, kostenfrei erhältlichen iBook auf Apple iTunes:

https://itunes.apple.com/de/book/medea/id561925330?mt=11

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Value-Sells-not-technology

Source: David Baldaro, crossmediaconsultancy.co.uk

By Andreas Weber

Interesting. If you research current reports and blog posts on disruption/disruptive innovation and multi-channel innovation you will discover: both topics don’t relate.

David Baldaro recommends just to change your focus from ’how’ to ’why‘ to profit from Multi-channel marketing communications.  His key message: ”Value sells. Technology doesn’t“. 

”As a client, I really don’t care what technology you have. Yes you might have spent a small fortune on the latest printer or software but that is irrelevant to me. What’s relevant to me is what will it do for me for my bottom-line or my customers. In the same way we promote getting the right message to the right customer at the time, we need to do the same when promoting the technology.“, Baldaro stated.

Last year, McKinsey published an report on ’Remaking the industrial economy’ and presented ”A regenerative economic model—the circular economy“ which is starting to help companies to create more value while reducing their dependence on scarce resources.

Frank Diana continues the discussion. His main question: „Is any industry safe from disruption?“. His answer: No! Even a non-digital business is save anymore. Everything in business will be technology driven.

disruptive-scenarios

Source: Frank Diana

Beside other aspects, ’response generation‘ seems to be a key issue. BUT: Eather McKinsey nor Frank Diana talk about the impact of disruptive innovation of communications via multi-channel innovation.

Our take: Both parties, the marketing communications experts and the strategic consultants have to talk to each other. Relevant and effective multi-channel concepts are crucial for both of them. To get all insights you need please check our current report on #xug15eu, the 1st. Multi-Channel Innovation conference which took place in Berlin end of May 2015.

Value Communication — About us 2014.013
Graphic Repro On-line News from 29 June 2015
By Mike Hilton
graphicrepro.za@gmail.com

Welcome to another roundup of news highlights and Laurel Brunner’s Verdigris Blog for Friday 26 June which looks at capturing rainwater as a source of environmental impact reduction and to benefit local communities.  There are also two additions to Online Features Chapter 06, as Heidelberg underlines its reorientation with the launch of a new brand identity to be adopted globally in the run-up to drupa 2016, which also led the news on Wednesday. Then we have Andreas Weber’s interview with Oliver Zünd which is also among Friday’s news headlines. 

In Chapter 02 (Technology-related articles) you will find the very latest from Bobst as its ‘Competence 15 – Inspiring Business Solutions’ event drew close to 300 packaging experts from around the globe to the Bobst Competence Centre in Mex, Switzerland in June. This is followed by Heidelberg announcing the latest version of its Prinect Image Control with CIP4-PPF for both packaging and commercial printers – without the use of colour control strips, to enable materials savings which can be significant, so don’t skip it please. Finally we have the comprehensive report-back on KBA‘s LED-UV and traditional UV Conference held in Radebeul last month.

On Monday Two Sides took the lead with comment on its latest survey in the UK which posed the following thought provoking question: Reading from paper or reading from screens. What do consumers prefer? Tuesday saw EFI announce the launch of its latest Digital Front End for digital printing systems, to be available from Q3 this year. As mentioned above, Heidelberg took the lead on Wednesday with its new corporate brand update. On Thursday EFI actually took the two top spots yet again as it announced the acquisitions of both Reggiani Macchine in Italy for textiles injet printing; following by the acquisition of Matan Digital Printers product range and technology to boost its presence in superwide-format display graphics.

To round off the week on Friday, Manroland Web Systems‘ participation in the London Book Printing Forum took the lead as it continues to promote the value of its FormerLine in industrial scale digital book production. There were only 21 news articles selected this week as the European holiday season takes hold and incoming news has cooled off, unlike the weather, but you will find a nice cross section of news if you scroll down carefully.

As the tailender this week I felt I had to draw attention to Sappi‘s announcement on Thursday, with the sale of its Enstra Mill recycled containerboard and kraft papers business to Corruseal Group. For Sappi die-hards this must be quite a wrench, as it is here on a farm in Geduld near Springs in the then Eastern Transvaal in 1937, that the fledgling Sappi began life with the construction of its first mill named ‘Enstra’ (short for Enterprise Straw) for its early beginnings in the production of strawboard and later a range of kraft papers. We wish Corruseal every success with the ongoing business and future of the Entra Mill.

That’s it until next time, my best regards,

Mike Hilton

Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative from Digital Dots. Our Drupa and FESPA Newsrooms can be accessed from the Index on our Home Page, as well as News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 

Headline News
Over 26,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news pages 

From Monday 22 June

Mon 29 Jun…    Survey of UK consumers undertaken by Two Sides
Two Sides releases results of a new UK survey. Reading from paper or reading from screens. What do consumers prefer?…

Kolbus UK MD Robert Flather is new Picon chairman
Robert Flather has been elected as chairman of Picon and succeeds Bob Usher, managing director of Apex Digital Graphics…

MTEX opening of new central European showroom 7 – 9 July
MTEX to stage grand opening of its new central European showroom for complete digital textile print solutions, in northern France…

SPGPrints to present live demos at Labelexpo 2015
Live demos to highlight business-transforming potential of SPGPrints’ DSI digital UV-curable inkjet workflow at Labelexpo Europe….

Tue 30 Jun…   EFI announces next-generation Fiery DFE
EFI to launch the next-generation of its industry-leading Fiery digital front end platform for digital printing systems in July…

New white paper sponsored by Ricoh Europe for free download
Ricoh Europe encourages printers to expand use of Web to Print: Extend their reach, generate new revenues, and gain new clients…

Heidelberg releases new Prinect Image Control with CIP4-PPF
Print shops use less material and benefit from lower costs thanks to new software from Heidelberg…

LED-UV & Traditional UV Conference at KBA in Radebeul

Practical knowledge transfer on cutting-edge LED-UV and Traditional UV sheetfed offset which drew over 1000 print experts to Radebeul…

Wed 01 Jul…   New brand identity underscores Heidelberg’s reorientation
Heidelberg has undergone extensive strategic development and reorientation and is underlining this with a new brand identity…

SPGPrints DSI raises the bar with digital UV inkjet
Canada’s ’29 février’ maple syrup brand sees cost-efficiency leap thanks to Multi Action Labels’ DSI digital UV-inkjet workflow…

Abacus welcomes latest opportunities of Linoprint CV technology

Abacus Print switched from Xerox to Konica technology, but its third generation digital press will be a Linoprint CV from Heidelberg…

Rufford targets 20% turnover lift with IFS spend
Increase anticipated following investment in Horizon SPF/FC200A stitch/fold/trim line supplied by Intelligent Finishing Systems…

Thu 02 Jul…   EFI enters inkjet textile printing with Reggiani acquisition
EFI establishes industry-leading presence in high-growth textile printing with strategic acquisition of Reggiani Macchine…

EFI also announces acquisition of Matan Digital Printers
Deal solidifies EFI’s leadership in production inkjet for display graphics with addition of Matan product line and technology platform…

Sappi sells Enstra Mill business in Springs to Corruseal
Sappi announces sale of Enstra Mill recycled containerboard and kraft papers business to Corruseal Group…

Competence 15: New solutions and inspiring perspectives
‘Competence 15 – Inspiring Business Solutions’ drew 300 packaging makers from around the globe to Bobst in Mex, Switzerland…

Fri 03 Jul…   
Manroland Web at Digital Book Printing Forum London
Digital finishing solutions developed and engineered by Manroland Web Systems will help to save the printed book…

ValueTalk – Oliver Zünd: ‘Forward thinking is our forte’
It’s a truly impressive success story. Zünd Systemtechnik AG, a family-owned business with operations worldwide…

Xaar appoints Director of Advanced Manufacturing
Xaar targets growth in manufacturing applications with the appointment of Keith Smith to the new US-based role…

Pensord looks forward to turn-of-the-year ten-colour
Pensord Press to take delivery of its first ten-colour press and the first Heidelberg Speedmaster SX 102-10P in the UK…

OTT commissions a new Pantera Perfect Binder
Hybrid design clinches decision to invest in the softcover solution from Muller Martini for the French Alsace-based firm…

Lead article from Friday 26 June in previous update… 

Previous…   ‘Surprise. The Art of Print!’: Your support would be welcome!
Now there is the second step and a new Non-Profit project will start, developed in Mainz, Germany by Andreas Weber…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.< /a>

Electronics For Imaging  (EFI) is a world leader in digital imaging and print management solutions for the commercial printing market. Its portfolio of integrated solutions span production and superwide format printing, graphic arts, advanced professional printing software, and industrial inkjet systems. Its technologies increase productivity by automating print and business processes To find out more visit the EFI Website.

Kodak Commercial Imaging  (Kodak) is a leading provider of innovative solutions for conventional, digital and hybrid print production environments. With the most expansive portfolio for the graphic communications market,  Kodak features technologies, products and services that help print providers streamline processes, optimise efficiencies, broaden services, and grow businesses. To find out more, visit the Kodak Graphics Website.

drupa 2016 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’ and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2016 Website.

Online Feature articles 2014 – 2015
There were again well over 90 last year, including nine downloads, as well as 92 articles in 2013 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years’ via Search Archives (option 2) on the Website.

July/Aug 2015 Chapter 06

ValueTalk – Oliver Zünd: ‘Forward thinking is our forte’

It’s a truly impressive success story. Zünd Systemtechnik AG, a family-owned business with operations worldwide, specialises in developing and manufacturing digital cutting systems…

New brand identity underscores Heidelberg’s strategic reorientation
The company is underlining this reorientation with the launch of a new brand identity to be adopted globally in the run-up to drupa 2016…

Technology-related articles Chapter 02

Bobst Competence 15 presented new solutions and inspiring perspectives

‘Competence 15 – Inspiring Business Solutions’ drew close to 300 packaging makers from around the globe to the Bobst Competence Centre in Mex, Switzerland in June…

Heidelberg releases new Prinect Image Control with CIP4-PPF
Print shops use less material and benefit from lower costs thanks to new software from Heidelberg…

LED-UV & Traditional UV Conference at KBA in Radebeul

Practical knowledge transfer on cutting-edge UV sheetfed offset…

May/Jun 2015 Chapter 05

Previous…    KBA Rapida LED press a ‘marketing dream’ for Blackmore
Dorset’s premier print house hits new heights with UK’s first B1 LED press…

Neuenstein-based HEPACK undertakes 12 million Heidelberg investment
HEPACK Druck+Verpackung GmbH reorganises production with new large-format equipment, workflow and services from Heidelberg…

Renowned book producer Kösel invests in KBA RotaJET 76
The KBA RotaJET 76 inkjet press from Koenig & Bauer is about to enter the digital book printing market at Kösel in Altusried, Germany…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blog 2015

Water Water Everywhere
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 03 July

Previous…    Invisible Print is a Source of Environmental Impact Reduction
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 26 June

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index, as well as via the special Newsroom button on the right of the Home Page near the top.

drupa 2016 Expert Articles series

Previous…    Smarter print to market
Touch the future. drupa expert Article no 1, June 2015, by Gareth Ward, Editor and Publisher of Print Business in the UK…

FESPA Newsroom
The dedicated FESPA Newsroom can be found in the Index on our Home Page.

FESPA 2015 and FESPA News

Previous…    FESPA 2015 attracted record numbers from Benelux
Regional interest in FESPA spikes ahead of FESPA Digital 2016 in Amsterdam…

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by:

Antalis South Africa, Dainippon Screen,  Drupa 2016,  EFI and EFI Vutek, Esko,  Epson Europe BV,  FESPA. Goss International Inc,  Heidelberger Druckmaschinen AG,  HP Graphic Solutions,  Kodak,  Koenig + Bauer AG,  Kemtek Imaging Systems,  Krause-Biagosch,  Leonhard Kurz Stiftung,   Manroland Web Systems GmbH,  Muller Martini AG,  POLAR-Mohr, QuadTech Inc,  Quark Inc,  Ricoh Europe,  Sappi LimitedThunderbolt Solutions, and UPM-Kymmene.

If you would like to send news for consideration for the Graphic Repro On-line Website (ISSN 1814-2915) or to submit comments, please e-mail Mike Hilton at: graphicrepro.za@gmail.com.

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GraphicRepro.Net e-News (ISSN 1814-2923)  provides weekly updates from the Graphic Repro On-line Website and is  compiled and
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Formel-1-Syndrom — Sebastian Vettel: „Wir müssen über den Schatten springen!“.001

Eine Manöverkritik aus aktuellem Anlass.

Von Andreas Weber

Über 200.000 Menschen wurden rund um den Grand Prix in Monaco zur Formel 1 befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Zu teuer, zu technisch, zu langweilig. Sebastian Vettel muss im Interview per ARD Morgenmagazin am 3. Juli 2015 gesendet, unverblümt zugeben, dass man sich im Rennzirkus wohl zu sehr mit sich selbst beschäftige. Und zuwenig mit den Zuschauern. Die Interessen der Veranstalter und Rennställe decken sich nicht mehr mit denen der Zuschauer. Die Fahrer leiden darunter, wie Sebastian Vettel und andere Rennfahrer einräumen. Vettel empfiehlt, zu überdenken, was man da tue. Und fordert auf, über den eigenen Schatten zu springen.

Das ist eine Steilvorlage, um im Rennen um werthaltige Kommunikation seine Position zu überdenken. Und das betrifft uns alle. In den letzten Wochen tun sich geradezu Abgründe auf, da auf breiter Front das Ziel verfehlt wird. Und der Dilettantismus Oberhand gewinnt. Beispiel: Die Messe Nürnberg schafft es mit der CO-REACH als Fachmesse für Dialogmarketing (mit Fokus auf Print, Online, Crossmedia) einen Dialog über das Messegeschehen gar nicht erst stattfinden zu lassen. Fast tragik-komisch: Auf Facebook lässt die Messegesellschaft auf der CO-REACH-Seite Bilder von Vorträgen posten, die Chart-Inhalte zeigen, die sagen, worum es heute geht, wenn man Erfolg haben will: Dialoge über Social Media führen, Bloggen als aktive Form der qualifizierten Kommunikation nutzen, um Dialoge zu initiieren, die Interaktionen in Gang setzen u.v.m. — Doch nichts davon passiert. Es gab bis zum Messeende am 25. Juni 2015 kaum likes oder Re-Tweets. Scheinbar verfolgt auch niemand im Management der Messegesellschaft, was da vor sich geht, ebenso wenig auf Twitter. Hier war die Messe Nürnberg so clever, gleich verschiedene Hashtags zu initiieren, statt nur einen. Folge: Die Resonanz versickert bzw. bleibt aus. Es interessiert kaum jemanden. Dies wird noch übertroffen durch Fachmedienpartner der CO-REACH, die emsig-bemüht, aber ziemlich amateurhaft agieren. Gerade, wenn man mit Kritik aufwartet. So geht es, wenn Printmagazine meinen, Online- und Social-Media-Kommunikation zu beherrschen, indem man klassisch Meldungen pusht und auf Feedback in Echtzeit gar nicht erst vorbereitet ist. Zugleich ist natürlich eine große Angst vorhanden, die Kontrolle zu verlieren.

Kommunikation: Ein Milliarden-Euro-Grab?

Spannend: Die Aussteller, die viel Geld für ihre Messebeteiligung ausgeben, lässt das völlig kalt. Sie bekommen es nicht mit, weil Sie unter dem oben beschriebenen Formel-Eins-Syndrom leiden. Dabei hätte man auf der CO-REACH nur zuhören müssen. Ausreichend qualifizierte Vorträge wurden geboten. Allen voran der von Mr. Media, Thomas Koch, aka @ufomedia. Er verzichtete auf Charts, und las der Branche besonnen, aber zielgenau die Leviten. Sein Thema: „Das Ende der Werbung“. Fazit: Nichts ist mehr, wie es war. Die Medien und die Werber haben nicht im Ansatz verstanden, was heute vor sich geht. Und profitieren davon, dass ihre Kunden es zumeist auch nicht besser wissen. Übrigens: Von der Rede von Thomas Koch konnte man nur Kenntnis erhalten, weil er im Anschluss an seinen Vortrag selbst wirksam darüber kommunizierte. Per Twitter und Facebook teilte er den Link zur Videoaufzeichnung seines Vortrags.

Dazu passt bestens eine weitere Beobachtung von Thomas Koch: Die Rolle von Chefredakteuren der Medien wurde von der Bloggerszene übernommen. News werden über uns alle nicht nur kolportiert, sondern qualifiziert wie auch emotionalisiert bewertet. Das Dilemma aber ist: Es wird soviel Geld für Kommunikation ausgegeben wie nie zu vor. Und noch nie wurde so wenig Wirkung wie heute damit erzielt. Angeblich fehle es an validen Messgrößen, weshalb sich Google und Facebook verbiegen, um mit den Mediaexperten ins Gespräch zu kommen, weil sich die Auftraggeberschar mehrheitlich noch auf deren Rat verlässt. Jeder, der Begriffe wie „Content Marketing“ oder „Targeting“ nur einigermaßen richtig aussprechen kann, erhält einen Auftrag. Unabhängig davon , ob die tatsächlich erreichbaren Möglichkeiten sinnvoll ausgeschöpft werden.  Beispiel: Social Media-Projekte werden in Unternehmen zu gerne über die Werbeabteilung per Outsourcing an „Agenturen“ vergeben, deren Wissen und Können oft nur darin besteht, per neuen Technologien die gleichen alten Push-Inhalte unters Volk zu bringen wie vorher auch schon. So entstehen Facebook-Seiten, die keine Interaktion hervorrufen. Und auch Facebooks Stärke, das beste Targeting zu bieten, gar nicht richtig nutzen. Per Blog-Technik entstehen Corporate Blogs genannte Sub-Websites, die per „Copy and Paste“ Inhalte erfassen, die längst ubiquitär sind und daher vielerorts im Netz schon aufgetaucht sind. So zahlen Kunden für angebliche Blogs, die streng genommen gar nicht der Bloggerkultur entsprechen, weil die Inhalte weder persönlich noch exklusiv sind; und somit zu keiner nutzbringenden Meinungsbildung führen können. Das geht alles bis dato soweit gut, weil der Auftraggeber es nicht bemerkt. Oder, weil kritische Geister, die es bemerken, sich in den Firmen ducken, weil angeblich die konservative Firmenstruktur es nicht anders zulasse. Oh je…

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CO-REACH: Ziel verfehlt! Am Ende der Messe in Nürnberg gab es kaum Resonanz per Social Media.

Liebe Leute, ganz ehrlich: Ich bin in meiner Kritik noch zurückhaltend bis zaghaft. Es ist schlimm. Der blanke Irrsinn, was da auf breiter Front geschieht. Hört doch einfach auf Thomas Koch. Und auch auf Sebastian Vettel. Überdenkt, was ihr tut. Stellt es in Frage. Lernt dazu. Und besinnt Euch darauf, worum es geht: Kommunikation werthaltig zu gestalten. 

EMPFEHLENSWERT:
Videoaufzeichnung des Vortrags von Thomas Koch “Das Ende der Werbung”

PS: Rückblick

Die Besucherzahlen der CO-REACH sind übrigens gegenüber 2014 kaum gestiegen: 6.000 Besucher aus 12 Ländern vermeldet die Messe Nürnberg per 26. Juni 2015. 2014 waren es 5.778 Besucher aus 20 Ländern. Und 2009, als die CO-REACH noch Mailingtage hieß, war es 8.150 Besucher. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/CO-REACH sowie http://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/Abschlussbericht-mailingtage-2009-%96-Erfolgreich-am-Puls-der-Zeit/17235

Dies Ausstellerzahl war 2015 mit 266 gegenüber 2014 leicht rückläufig, da waren es noch 269 Aussteller. 2009 wurden noch 400 Aussteller vermeldet.

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© 2015 by printmanufaktur, Christian Kopocz, Lübeck.

“Klasse. Ein smartes und überzeugendes Plädoyer für Print. Hübsches Design und farbenfroher Druck war gestern. Umsichtig erstellte und stringent inszenierte Inhalte, die im Kommunikationsmix höchste Wirkung entfalten, sind Heute und Morgen das Maß aller Dinge!” —Andreas Weber

Es ist bezeichnend: Die derzeit besten Printprodukte stammen nicht mehr von klassischen Designern, Agenturkreativen oder Druckereien und ihrer Lieferanten. Sie kommen von Unternehmern, die sich vorwärtsgerichtet den Anforderungen des Digitalzeitalters stellen. Und sich klug dafür einsetzen. Wie Christian Kopocz, Inhaber der prindoz-Firmenguppe; er ist gelernter Kaufmann. Nach der überaus erfolgreichen Organisation und Durchführung der 1. Multichannel Innovation-Konferenz #XUG15EU Ende Mai 2015 in Berlin, hat Christian Kopocz sein Wissen und seine Erfahrungen in einem lesenswerten, gedruckten Magazin publiziert. Der Name: “Lösungsheft”. Herausgegeben und produziert im eigenen Unternehmen, der Printmanufaktur. Das Credo: „Mich nervt das ewig gestrige Denken der Kollegen in der Branche. Dabei schließe ich Agenturen nicht aus. Innovatoren waren Sie einst, der Drucker und der Werber. Was ist geblieben? Es ist mühsam sich gegen den Strom der Innovationsverweigerer zu stemmen, doch es lohnt sich wenn man die Erfolge betrachtet.“

Das Ergebnis, das Christian Kopocz liefert, überzeugt. „Nicht belehrend, sondern unterhaltend, kurzweilig, motivierend zum Dialog und nur im Notfall als Unterlegscheibe für wackelnde Möbel zu gebrauchen“, so der Anspruch des printmanufaktur Gründers mit einem Augenzwinkern.

Im Blogpost zum neuen Magazin heisst es weiter: “Flankierend zum gedruckten haptischen Erlebnis kommen die digitalen Kanäle, genauer Twitter, Facebook und Pinterest zum Einsatz. Hier baut die printmanufaktur auf Ideen, Gedanken, Bilder, die den Dialog geradezu einfordern. ’Denn der Kunde entscheidet über den bevorzugten Kanal, nicht der Absender’, spätestens hier kann Christian Kopocz seine Wurzeln in der Multichannel-Kampagnenwelt nicht verbergen.”

Der seit Frühjahr 2015 neue Standort für Christian Kopocz ist übrigens die Hansestadt Lübeck. Der reichen Tradition erfolgreicher Kaufleute fühlt er sich verpflichtet. Denn Print muss sich rechnen und sein Geld verdienen. Nicht mehr. Nicht weniger. Und das geht nur, wenn die Kommunikation stimmt und die gewünschten Wirkungseffekte eintreten. Na dann! Weíter so.

Kopocz Lösungsheft Bildkollektion

© 2015 by printmanufaktur, Christian Kopocz, Lübeck.

CEO Talk on Innovation Oliver zünd.002

@ 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Composing: Andreas Weber. Photo Oliver Zünd: Zünd Systemtechnik AG.

It’s a truly impressive success story. Zünd Systemtechnik AG, a family-owned business with operations worldwide, specializes in developing and manufacturing digital cutting systems. The Zünd name represents Swiss Quality and is synonymous with precision, performance, and reliability.

The company description states: “Since 1984 Zünd has been developing, manufacturing, and marketing modular cutting systems and is globally recognized as market leader. The Zünd customer base consists of manufacturers and suppliers in many different industries, including graphics, packaging, garment and leather, as well as technical textile and composites. Zünd maintains headquarters in Altstätten, Switzerland, where the company’s R&D, marketing, and production facilities are located. Besides Zünd’s own sales and service organizations in Hong Kong (China), India, Italy, the Netherlands, and the United States, Zünd relies on a worldwide network of long-standing, independent distribution & service partners.”

In a recent Value CEO Interview, Andreas Weber asked Oliver Zünd to explain some of the reasons for his company’s success.


Why has the history of Zünd Systemtechnik AG become such a success story?

Oliver Zünd: What really distinguishes us — our true forte — is “thinking forward”, that is, focusing on long-term strategies rather than short-term, quarterly goals. This gives us a great deal more flexibility and is something we, as a family business established in 1984, are in a position to do. Of great importance to us are the close relationships we have established with our customers and our many regional ties. 80 percent of all Zünd machine components originate within a 30-kilometer radius of our factory. We are also very focused. We know exactly what our strengths are and have specialized in developing a solid, modular cutting platform that serves vertical and highly specialized markets. The advantages are twofold: 1. Better risk management on our part. 2. Customers benefit in their ability to upgrade and expand their systems as needed.

What are your sources of inspiration for further company expansion and product development?

Oliver Zünd: We rely on a very well-educated workforce and have an R&D staff of more than 40 employees. For a company of our size, this represents an unusually high ratio. Our strategy is to stay in close contact to our markets so we can react as nimbly as possible to any changes. This means that our business has to involve direct customer contact wherever possible, which is why we serve the D-A-CH (Germany-Austria-Switzerland) region directly from our headquarters in Altstätten, Switzerland. This allows us to remain very close to end-users. Our steady involvement in numerous industry tradeshows also helps us stay on top of different markets and developing trends.

Can you cite an example?

Oliver Zünd: A good example is Fespa , which took place in May 2015 in Cologne, Germany. We were able to present to an international audience a variety of brand-new automation solutions. We introduced a state-of-the-art picking robot, which will be available in Q4. In addition, we showed the new Automatic Router Bit Changer – ARC. This feature automatically selects the correct router bit based on the material at hand, which significantly decreases setup time and reduces the potential for operator error. Our main focus at these tradeshows is the direct contact and dialog with our end-users.

How do you gauge the relevance of your products and solutions, particularly in terms of innovation and customer/market value?

Oliver Zünd: When it comes to new product developments, we try to work wherever possible with beta customers in close proximity. This is how we test features, such as the picking robot, and optimize them as necessary for real-life production environments. For customers at greater distances – by now more than 6,000 in 113 countries — we make sure they have continuous support throughout the product life-cycle. We continually gather and evaluate customer feedback, so that in principal, we are able to capture and implement relevant suggestions in max. 12 months.

What is your take on the general state of printing in the digital age, as it pertains to your customers?

Oliver Zünd: In our view, digital printing continues to have a great deal of potential; however, competition among production houses will no doubt continue to rise as printing volumes get redistributed. Because of the continued trend towards digital, the structure of print jobs changes, especially in terms of volume per job, which is steadily decreasing as orders become more customized. This benefits us as well as our customers, of course, since it fuels the need for digital cutting, particularly in conjunction with increased print customization. From our standpoint, the best PSPs know how to find new customers for digital printing and can thereby establish new markets, especially through the use of new materials. They manage to distinguish themselves from the crowd through new applications and the use of our high-performance cutting systems.

What would you be doing if you weren’t involved in digital cutting?

Oliver Zünd: Something completely different, most likely related to some kind of sport that would take me around the world. I’m very happy with the way things are though, since no sport allows you to grow old.

This interview was conducted by Andreas Weber via Skype on June 10, 2015. Our gratitude to Daniel Bischof, Zünd Systemtechnik AG, for his assistance.

 

GERMAN TEXT VERSION

SOME IMPRESSIONS VIA FESPA 2015

Our interviewee:

Oliver Zünd (39) became head of sales and marketing at his father’s company after completing his studies in economics at the Hochschule Chur. In 2004 he transferred to the United States where he oversaw the establishment and initial development of Zünd America in Milwaukee, Wisconsin. In 2006 Oliver Zünd returned to Zünd Systemtechnik AG management in Altstätten, Switzerland, and became COO in 2011. He is currently pursuing an Executive MBA in business engineering at the University of St. Gallen.

Please click for further Informationen

Zünd at Discovery Channel:
https://youtu.be/jhopvuv5nm8?list=PLlisgYauQkmnqbBQsZwE1ynm52JkYjBjr

Zünd Corporate movie:
https://youtu.be/Y4x70tZbfHM

Zünd Homepage:
http://www.zund.com/de/

Zünd on Facebook:
https://www.facebook.com/ZundCutter

Zünd Screenshot WeTransfer

Photo: Zünd Systemtechnik AG