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Tag Archives: Kultur

Martin Lange ISS.001

 

Laudatio von Andreas Weber, Mitglied im Stiftungsbeirat der Internationalen Senefelder Stiftung, Offenbach

Die grafische Industrie und mit ihr die Druck-Kunst bilden das Fundament für seine reichhaltigen, vom Erfolg getragenen Aktivitäten. Nach dem Ingenieurstudium startete der gelernte Druckfachmann Martin Lange 1969 seine Laufbahn als Projektingenieur bei Faber & Schleicher, einem damals fast 100-jährigen Unternehmen, das 1871 von Louis Faber und Adolf Schleicher mit Sitz in Offenbach am Main als „Associationsgeschäft zur Produktion von lithografischen Schnellpressen“ gegründet worden war.

Die Zeichen standen von Anfang an auf Innovation: Bereits 1888 wurde die erste eigene Gießerei errichtet. Die Gießerei arbeitete mit Kupolöfen zur eigenen Herstellung von gusseisernen Maschinenteilen. Im Jahr 1911 baute das Unternehmen die weltweit erste Roland-Bogenoffsetrotationsdruckmaschine und erhielt auf der Weltausstellung in Turin eine Goldmedaille.

Einen deutlichen Schub bekam das Unternehmen 1979: Nach der Fusion mit dem Druckmaschinenbereich der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, MAN AG wurde die Tradition der Fertigung von Druckmaschinen ab 1979 unter dem Namen MAN Roland Druckmaschinen AG weitergeführt.

Übrigens: Der Name der ersten Faber & Schleicher-Steindruck-Schnellpresse, mit der man 1871 an den Start ging, war Albatros; benannt nach einer Vogelart mit der 3,5 Meter messenden größten Spannweite, der sich in der Luft wie auch im Wasser und an Land souverän bewegt. Albatros steht aber auch in der Symbolik für Wesentliches: Der Albatros zählt in der Traumdeutung eindeutig zu den Glückszeichen, verbunden mit Hoffnung, Freiheitswunsch und guten Nachrichten.

Dies scheint bei Martin Lange Einfluss und Gleichsinn gefunden zu haben. Seine engagierten Tätigkeiten wurden zu Glücksmomenten nicht nur für MAN Roland AG, sondern für die Druckereizunft insgesamt. Denn in seinen verschiedensten Positionen war es ihm möglich, gute Nachrichten in alle Welt zu tragen. Etwa über die MAN Ferrostaal AG, für die er das Rollengeschäft in Asien, Australien und Südamerika aufbaute. Oder aber als Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Eurografica GmbH, München, in dem er zusammen mit Architekten und Fachingenieuren Konzepte für den Bau von Druckereianlagen entwickelte und somit Referenzen im deutschen Exportmarkt schaffen konnte.

In einer Würdigung vom Dezember 2006 (also kurz nach seinem 60. Geburtstag) heißt es zu Martin Lange: „Martin Lange, Geschäftsführer der VOTRA S.A. Lausanne und Direktor Strategische Allianzen bei MAN Roland, beendet Ende des Jahres nach 40 Berufsjahren in der grafischen Industrie seinen aktiven Dienst. Er übernimmt neue Aufgaben als selbstständiger Industrieberater in der Druck-, Medien- und Verpackungsbranche.

(…)

1987 wurde Lange zum Generalbevollmächtigten Direktor zu MAN Roland nach Offenbach berufen. Hier übernahm er als Vorstand von 1988 bis 1999 die Verantwortung für das Ressort Marketing, Vertrieb und Service für die beiden Geschäftsbereiche Bogen- und Rollenmaschinen. Mit dem Auftrag des Aufsichtsrats übernahm Lange 1999 eine neue Aufgabe: den Aufbau eines eigenen Handels- und Dienstleistungsgeschäfts. Hieraus entstand in den letzten Jahren der erfolgreiche MAN Roland Geschäftsbereich printcom.

Martin Lange war darüber hinaus stark im Segment Verpackungsdruck von MAN Roland und in der PrintCity engagiert. Auf der Basis des PrintCity-Projekts übernahm Lange im weiteren Verlauf die Funktion Strategische Allianzen für MAN Roland, weil für Groß- und Industriekunden der Workflow-übergreifende Systemansatz immer wichtiger wird. ‚Speziell in den 1990-er Jahren hat Martin Lange die Geschicke in Marketing, Vertrieb und Service für unser Bogen- und Rollengeschäft entscheidend mit geprägt’, so Prof. Gerd Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender von MAN Roland, anlässlich der Feier zu Martin Langes 60. Geburtstag im Oktober 2006.“

Soweit die Würdigung aus dem Jahr 2006. — Noch heute ist Martin Lange verdienstvoll tätig, mit ungebrochenem Engagement für die Wirtschaft, die Menschen aus der Druckbranche, für die Stadt Offenbach und darüber hinaus. Die Epple Druckfarben AG, Augsburg, bezeichnete ihn jüngst als ‚gern gesehenen Gast auf dem PraxisDialog‘ und als profunden Praxiskenner im Aufsichtsrat der Firma.

All dies ist wichtig zu wissen, weil es den Kontext herstellt, Verständnis dafür schafft, welch hohe Bedeutung die jahrzehntelange Erfahrung als Top-Manager Martin Lange in die Internationale Senefelder Stiftung (ISS) einbringen konnte und kann. 

 


 

Über viele Jahrzehnte, davon fast 20 Jahre als Beiratsvorsitzender, hat sich der Druck-Kunst-Experte Martin Lange für die Internationale Senefelder Stiftung (ISS) mit Sitz in Offenbach am Main in hervorragender Art eingesetzt. Das Video zeigt einen Ausschnitt aus seiner Begrüßungsrede in der Aula der HfG Offenbach beim Internationalen Kolloquium „Quo Vadis: Saxa Loquuntur“ am  6. Dezember 2017. (Video: Andreas Weber)


 

„Was Martin Lange anpackt, bringt Erfolg. Unnachahmlich, wie er das macht“, lobte ihn mein Vater Prof. Wilhelm Weber, dem Martin Lange nach dessen Tod vor fast 20 Jahren als ISS-Beiratsvorsitzender nachfolgte. Ich kann die Beurteilung durch meinen Vater vollumfänglich bestätigen. Ich selbst habe Martin Lange 1988 (also vor genau 30 Jahren) beruflich über eine Presseveranstaltung des damaligen MAN Roland-Vorstandschef Dr. Hartmut Wohland kennen und schätzen gelernt.

Als Charakteristika von Martin Lange sind und bleiben mir in bester Erinnerung: Elan, dynamische Tatkraft, dabei stets smart, umsichtig, fürsorglich, aufmerksam und verantwortungsbewusst, nach vorne blickend, zupackend, durchsetzungsfähig. Seine von Empathie und Sympathie getragene Persönlichkeit schaffen sofort Vertrauen. 

Und es hilft ihm, seine Kernkompetenz als Meister der strategischen Allianzen voll auszuschöpfen. Wäre er nicht der Drucktechnik und der Druck-Kunst mit Leidenschaft verfallen, so hätte er durchaus im diplomatischen Dienst reüssieren können.

In den vielen Jahrzehnten seines Engagements und den fast 20 Jahren als Beiratsvorsitzender der ISS gab es neben vielen Hochs auch einige Tiefs in stürmischer See zu umschiffen. — Martin Lange hat alles mit Bravour absolvieren können. Ohne Martin Lange säßen wir alle von ISS-Beirat und -Vorstand heute nicht so gut formiert zusammen. Das Scheitern und der Konkurs im November 2011 von manroland AG als finanziellem Unterstützer entfachte auch für die ISS eine Existenz bedrohende Krise; oder bildhaft gesprochen: eine Abenteuer-Tour im Sumpf-Gelände mit ungewissem Ausgang.

Martin Lange ließ sich nicht beirren; insbesondere in den letzten beiden Jahren ist es ihm gelungen, die Internationale Senefelder Stiftung  wieder zu beleben, auch und gerade durch seine Begeisterungsfähigkeit, mit der er Gleichgesinnte, kluge Köpfe, mit ganz unterschiedlichen Talenten und Fertigkeiten, zu einem schlagkräftigen Team formiert. Denn nur als starkes Team konnte es uns gelingen, der ISS die verdiente Anerkennung, hohe Aufmerksamkeit, sowie erste Neu-Erfolge auf internationalem Niveau zu erhalten.

Unsere Dankbarkeit, lieber Martin Lange, kann gar nicht groß genug sein. Wir freuen uns, dass Sie dem Beirat als Mitglied erhalten bleiben und nunmehr am 6. März 2018 den Stab des Vorsitzenden weitergeben. Im neuen Förderverein FISS sind Sie als Vorsitzender aktiv. Wir freuen uns auf viele konstruktive und stets kreative Begegnungen mit Ihnen. Und wir danken für Ihren Einsatz und das segensreiche Schaffen für die Druck-Kunst.

Getreu dem Motto: Was Lange (ge)währt, wird gedeihlich und gut! — Alois Senefelder sehr zur Ehre und Freude!

 

 


 

Bewegende Momente: Nach 16 Jahren gibt Martin Lange (links) den Stifungsbeiratsvorsitz ab und wird herzlich verabschiedet. Neu gewählt wird einstimmig der international erfahrene Druckerei-Manager Gert Kaiser (rechts). Stellvertreter bleibt Roland Walter (vorne, sitzend). — Foto: Andreas Weber.

 


 

Über den Autor: Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice.

Mit der Internationalen Senefelder Stiftung (ISS) ist er seit Studienzeiten verbunden, hat vor über 30 Jahre die Sammlung Garte erstmals geordnet und katalogisiert und gehört seit dem Jahr 2000 dem ISS Stiftungsbeirat an.

 


 

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Die Ankündigung durch die Veranstalter des 2. Forum Bellevue am 30. November 2017 in Berlin klang vielversprechend — ging es doch im Kern auch um das Thema Demokratie und Digitalisierung. Fragestellungen im Vorfeld waren: Wie gehen wir als liberale Gesellschaft mit Anfechtungen der Meinungsfreiheit um? Haben Intellektuelle an Autorität verloren? Wie steht es um das Verhältnis von Literatur und Politik? Wie ist es um die kritisch-aufklärerische Kraft der Literatur und Kunst in Deutschland und weltweit bestellt? Reflektiert die zeitgenössische Literatur die politischen Veränderungen innerhalb der liberalen Demokratien?

Diesen und weiteren Fragen widmen sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gäste am 30. November 2017 in Schloss Bellevue. Mit Sir Salman Rushdie, Eva Menasse und Daniel Kehlmann diskutiert der Bundespräsident, wie es gegenwärtig um die Freiheit des Denkens steht und welche Aufgabe Intellektuellen zukommt, wenn in unseren Gesellschaften neue geistige und emotionale Mauern entstehen, sich immer mehr Menschen aus der gesellschaftlichen Debatte zurückziehen und autoritäre Ideen an Attraktivität gewinnen. Das Gespräch moderiert die Journalistin Luzia Braun.

 


Nachfolgend Exzerpte mit Zitaten und spontanen Anmerkungen während der Live-Übertragung auf Facebook.

My Take:

Interessant, dass die wirklich relevanten politischen Diskussionen zu Demokratie und Digitalisierung derzeit beim Bundespräsidenten stattfinden. Mit Schriftstellern. Und nicht mit Parteien/Parteiführern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Guten Tag in die Runde! Schön, dass schon so viele von Ihnen dabei sind!

Heike Hild (via Livestream): Einfach ein sympathischer Bundespräsident; die ruhige Art, die Stimme und er kann einfach super Diskussionen führen. Zuhören, ausreden lassen und dann erwidern und das gefällt mir 👍

Petra Potthoff (via Livestream): Es ist wunderbar, daß die Schriftsteller die Möglichkeit haben, ihr Denken in Wort und Schrift öffentlich zu Gehör zu bringen, hier in Deutschland! Herr Bundespräsident, Sie sind ein Geschenk für Deutschland, wo die Freiheit des Denkens in unruhigen Zeiten besteht.

  • Andreas Weber (via Livestream): Oha. Bei Tagespolitik sollten sich Schriftsteller nicht aktuell einmischen! Sagt der Schriftsteller Daniel Kehlmann, der das auf dem Podium aber offensichtlich tut. Eva Menasse hält dagegen, dass Schriftsteller sich immer mit aktuellen Details des Lebens beschäftigen und sie persönlich z. B. aus Elternsprechstunden und Alltagsdingen viel Herausziehen könne. Dabei gäbe es in der analogen (realen) Welt, die nach wie vor funktioniere, die beste Sicht der Dinge.

 


Die aus meiner Sicht wichtigste Frage: Geht Pluralität durch Soziale Medien zu Lasten der Intellektualität verloren?
Ja, sagt Salman Rushdie. (…) Ich habe nach 6 oder 7 Jahren Twitter verlassen und mich von Social Media distanziert, ergänzt Salman Rushdie.

 


Herausragende Statements/Kommentierungen:

Um Werte zu schützen, brauchen wir in der Demokratie gar nicht so sehr Mut, sondern Wertvorstellungen durch Bewertungsmöglichkeiten, sagt Bundespräsident Steinmeier.

  • Das Internet bewirkte vor allem neue Formen der künstlerisch-visuellen Ausdrucksformen. Schriftsteller sind da anders als Journalisten wenig betroffen. Das Narrative ändert sich allerdings durch Hyperlink-Strukturen, wobei ich hier keine Beispiele kenne. —Salman Rushdie
  • Großartig: Bücher schreiben um etwas Neues zu lernen. —Salman Rushdie.
  • Schriftsteller müssen/können nicht die Stimme des Volkes sein, sagt Salman Rushdie. — My take: Gut so, man darf sich nicht vereinnahmen lassen.

Epilog

Rolf Stöckel via Facebook:

Die “Freiheit des Denkens” war Motor, Freidenker und verfolgte bzw. verbannte Schriftsteller die Avantgarde der gescheiterten bürgerlichen Revolution 1848 gegen die feudalistische Reaktion. Sie waren die Gründerväter der Sozialdemokratie und die ersten Europäer. Diese Tradition und die Funktion aufgeklärter Modernisierer und Gesellschaftskritiker in Deutschland gilt es weiterzuführen.

Link zur Doku des Facebook-Livestreams:

 

Link zu YouTube

 


 

Value Publishing ISS KeyVisual 2017.001

Die Internationale Senefelder-Stiftung veranstaltet am 6. Dezember 2017 ihr erstes Senefelder-Kolloquium in Offenbach.

Dies ist der internationale Tag der Lithographie. Die wichtigsten Topics werden aus dem Keynote-Vortrag, den Kurzbeiträgen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und der moderierten Diskussion über vier Thesen bestehen. — “Am Vorabend werden wir bei einem Empfang vom Oberbürgermeister der Stadt Offenbach begrüßt und uns anschließend gegenseitig kennenlernen. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben, Angaben zu Ort und Übernachtungsmöglichkeit wird Ihnen nach formloser Anmeldung mitgeteilt. Es würde uns sehr freuen, wenn möglichst viele teilnehmen, die aktiv mit der Lithosteinen befasst sind”, erläutert Prof. Dr. Gerhard Kilger, Vorsitzender der Senefelder-Stiftung.

 

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THESEN ZUR LITHOGRAPHIE

1. Die professionelle Lithografie ist im 20. Jahrhundert gestorben. Gegenwärtig gibt es weltweit nur noch wenige Experten, die berufliche Erfahrung in der historischen Drucktechnik besitzen. Um dem Verlust des noch vorhandenen Wissens entgegen zu wirken, sind Weitergabe und Dokumentation des materiellen und immateriellen Erbes notwendig.

2. Die künstlerische Lithografie verwendet die Möglichkeiten des Steindrucks in Verbindung mit experimentellen und kreativen Techniken. Ihr Ziel besteht nicht in der professionellen Vervielfältigung von Vorlagen, sondern im schöpferischen Prozess für die Herstellung von Kunstwerken. Da diese künstlerischen Prozesse eine wichtige Weiterentwicklung der Lithografie darstellen, sind Weitergabe und Dokumentation dieser künstlerischen Prozesse wichtig.

3. Der Wert der originalen Drucktechniken wird gegenwärtig auf dem Markt zu gering bewertet. Obwohl die Herstellung einer Lithografie im Gegensatz zu anderen künstlerischen Techniken sowohl fachlich als auch zeitlich einen meist höheren Aufwand erfordert, wird der Gegenwert allgemein nicht wahrgenommen. Es ist daher notwendig, Kunstexperten, Sammler, Museen, Galeristen und Kunstkritiker davon zu überzeugen, dass Handabzüge von Lithografien in kleiner Auflage als Originale anzusehen sind.

4. Die meisten Lithografie-Werkstätten haben Kenntnis voneinander; es haben auch einige Treffen stattgefunden. Trotzdem ist der Ausbau eines Netzwerkes aller weltweiten Aktivitäten vonnöten. Es sollte unser Bestreben sein, in diesem Netzwerk den Austausch, das Zusammenwirken und die Informationen zu verbessern.

 

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PROGRAMM

“Quo vadis: saxa loquuntur?”

05.12.2017

16.00h Möglichkeit der Besichtigung der Senefeldersammlung / Possibiltiy to visit the Senefelder collection

19.00h Empfang im Rathaus Offenbach / Reception in the Town Hall Offenbach

06.12.2017

09.00h Registrierung / Registration
09.15h Begrüßung / Welcome
09.30h Keynote-Vortrag u. Diskussion / Keynote lecture and discussion
10.30h Kaffeepause / Coffee break
11.00h Panorama 1
12.30h Mittagessen / Lunch
13.30h Panorama 2
15.00h Kaffeepause / Coffee break
15.30h Diskurs: Thesen 1 – 4 / Discourse Theses 1 – 4
17.00h Abreisen / Departure


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Weitere Infos und Anmeldung:

Internationale Senefelder Stiftung Offenbach

Geschäftsstelle:
Dr. Volker Dorsch, Vorstandsmitglied
Dielmannstraße 23
63069 Offenbach am Main

Email: info(at)senefelderstiftung.com

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#drupa2016 Review Teil 1 Key Visual.001

@ 2016 Foto/Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung im Überblick:


Vorbemerkung

Andreas Weber ist Gründer und CEO der Value Communication AG sowie des DigitaldruckForum mit Sitz in der Gutenberg-Stadt Mainz. Seine Spezialität: Brainware&Solutions sowie per ValueTrendRadar.com-Blog klare Analysen zur Zukunft von Print im Kommunikationsmix, die er kontinuierlich mit über 100.000 Fachleuen in über 100 Ländern teilt. Auf der #drupa2016 gründete er mit Christian Kopocz die Expertenplattform MUCHcomm.

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/Hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Pressemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Hinweis: Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

 


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Teil 1 — Die #drupa2016 als Prüfstein für die Kommunikationsfähigkeit der Printbranche

Vorbemerkung

Frage: Warum ist das Thema Kommunikationsfähigkeit wichtig?
Antwort: Weil es in der Printbranche (bei Druckereien wie auch bei deren Lieferanten) riesige Defizite gibt.
Begründung: In der Printbranche ist es üblich, die Geschäfts- wie auch die Fachkommunikation auf die Darstellung dessen, was man tun kann und wie man Produktionsaufgaben löst, hinzuweisen. Und dies zumeist dadurch, dass man das direkte Gespräch sucht. Sinnvoller ist es aber, Kompetenzen, Kundennutzen und -vorteile medial und damit effektiv in den Fokus zu rücken, um Unterscheidungsmerkmale erkennbar und öffentlich zugänglich zu machen. Bedenke: Das Geschäft mit Print ist schon längst kein Produktions-, sondern ein Dienstleistungsgeschäft, das pro-aktiv kommuniziert werden muss, um Dialoge über relevante Fachthemen zu beflügeln! Erfolg bringt, was in der medialen Kommunikation Markt- und Kundenanforderungen ins Zentrum stellt und nicht das eigene Tun!


In medias res

Die #drupa2016 war famos. Ich weiss, wovon ich rede. Es war meine ZEHNTE drupa! Noch nie zuvor konnte man so gut vorbereitet sein (wenn man sich die Zeit nahm), um im Prinzip alles Wesentliche wissen zu können, bevor die #drupa2016 ihre Pforten öffnete. Doch das Detail hat es in sich. In der Rückschau gab es noch nie eine drupa bei der so viele Experten „lost in details“ gingen! Während und vor allem nach der #drupa2016, die von Top-Experten einengend als die „Ink-Jet 2.0“-drupa bezeichnet wurde, stellte sich nämlich heraus, dass entsprechend dem klugen Messe-Konzept von Sabine Geldermann und ihrem drupa-Team alles Mögliche im Fokus stand, aber nicht mehr die Nabelschau der Technik quasi als Maschinen-Bullenprämierung!

„Touch the future“. So lautete das Messe-Motto. Endlich, wirklich endlich war die #drupa2016 thematisch und konzeptionell Meilensteine nach vorne gerückt, um sich der normativen Kraft des Faktischen zu beugen: Am Ende zählen nicht Technik oder die Anwendung (brav in Druck-Muster-Sammlungen präsentiert), sondern der Nutzen daraus. Die Liste der drupa 2016-Highlight-Themen, die Innovationen und neue Wachstumssegmente fokussierten, machte dies im Vorfeld mehr als deutlich: Dem Kernthema „Druck und Papier“ waren die Sektionen Multichannel, 3D Printing, Functional Printing, Packaging und Green Printing als Themengruppen beiseite gestellt. Offenkundig sollte und musste über den Tellerrand geblickt werden. Und das war gut so, um den maximal hohen Erwartungen der Besucher und der Aussteller gerecht werden zu können.

Wie nun aber die #drupa2016 in den Griff bekommen? Man war chancenlos, alle 1.800+ Aussteller in 17 (resp. eigentlich 19) Messehallen zu besuchen. Der Ausweg: Wie noch nie zuvor boten sich durch Google und Social Media (hier besonders: Twitter) eine grandiose Informations-Rundumversorgung! Davon machten leider die Wenigsten auf der drupa 2016 richtig Gebrauch. Am allerwenigsten die über 1.900 Fachjournalisten, darunter einige wichtige Industry Analysts, die aus 74 Ländern angereist waren. Hektisch und fast konfus rannten viele ihren unzähligen Terminen nach, um so viel wie möglich PERSÖNLICH in Augenschein zu nehmen, um anschließend beliebige Aussteller-News zu kolportieren. Dialoge mit Lesern finden über Fachmedien so gut wie nicht statt. Entsprechend lesen sich im Nachgang deren Reports. So manches, was längst vor der drupa 2016 publik war resp. während der drupa Online in Echtzeit Diskussionen prägte — wurde im Nachgang als Entdeckung, Überraschung und/oder bahnbrechende Premiere tituliert. — Puh! — TOTALLY LOST IN DETAILS ?!?

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Kurios und mit leichter Verzögerung von fast 1 Woche: Print folgt Twitter! Foto-Collage: Andreas Weber

Man kann nicht wissen, was man nicht weiss!

Aber auch via Online/Social Media wurde es uns allen nicht leicht gemacht. Viele drupa-Aussteller nutzten Twitter gar nicht — oder wenn doch, dann reichlich unprofessionell als weiteren, notwendigen Push-Kanal zur Selbstdarstellung. Das ist für Social Media aber kontraproduktiv. Gerade über Twitter in aller Kürze und z. B. über LinkedIn für mehr Ausführlichkeit können Dialoge in Gang gesetzt werden. Die Folge, wenn dies wie bei der #drupa2016 zumeist unterbleibt: Die Reichweiten blieben trotz allem Bemühen niedrig. Und der Interaktionsgrad war lausig. Erstrecht erzielt man so nicht die Einbindung neuer Zielgruppen, die per Twitter erreichbar und einzubinden wären, selbst wenn sie gar nicht zur drupa gekommen sind. — Die meisten aus der Printbranche denken wohl: Nun ja, Schuster, bleib bei deinen Leisten… Und warum sollten Print-Fachleute auf einmal werthaltig kommunizieren? Es gehe doch ums Drucken und Technik, so hört man land(a)auf, land(a)ab.

Wollte man dieser drupa 2016 Herr werden, musste man Twitter richtig nutzen — d. h. strategisch klar, zielführend und stringent vorgehen — und sich fast im Sekundentakt informiert halten. Wie gesagt, die Messe Düsseldorf hatte mit ihrem Neu-Konzept exzellente Vorarbeit geleistet. Und Social Media via Twitter war das Top-Kommunikationswerkzeug für die Messe Düsseldorf. Ergänzend kommt v. a. die Idee hinzu,die einzelnen Highlight-Themen durch über die Messehallen verteilte Touchpoints zu präsentieren. Dort konnte man aus erster Hand, Aussteller-übergreifend von Experten das Wichtigste zu den wichtigsten Themen erfahren. Die drupa-Social-Media- sowie drupa daily-Teams machten einen guten Job, um die Messebesucher aktuell zu informieren. Alleine die drupa-Apps waren nicht sehr hilfreich. Die hätte man einfach weglassen können.

Bye Bye „Push-PR“ — Twitter kann es besser!

Nur ganz wenige Pressekonferenzen auf der #drupa2016 waren lohnenswert. Vor allem diejenigen, die von Ausstellern ohne PR-Agenturhilfe gestaltet wurden, lieferten gute Inhalte, die für Social Media-Kommunikation tauglich waren! — Twitter entpuppte sich als unverzichtbare Top-Plattform: Und zwar

  • a) als beste Nachrichten- und Interaktionsquelle — zur Erinnerung: auf Twitter tummeln sich die engagierten, kompetenten Fachleute, die an Innovation und qualitativen News/Facts & Meinungen/Kommentierungen in Echtzeit interessiert sind;
  • und b) als hervorragende Analyseplattform. Denn wer als Besucher wie auch als Aussteller auf Zack war, konnte durch Twitter Seismografie-ähnlich erfahren, was gerade die wichtigen Gespächsthemen war, wie Neuheiten ankamen und bewertet wurden, was sich lohnt und was eben nicht. Zugleich kann man im Nachgang bis auf Einzelne runter brechen, wer sich für was interessiert bzw. wer was honorierte. Denn Tweets mit Hashtags sind sozusagen „for ever“ und können außerhalb von Twitter von allen per Google gefunden werden.

Grosse Bedeutung und Wirkung haben sog. Twitterlisten, die sich nach relevanten Hashtags ausrichten und von Twitternutzern geführt werden. Und Analysetools wie z. B. Keyhole sind hilfreich, da sie die wichtigsten Hashtags, Tweets, User/Influencer, geographische Lokalisierungen, Nutzungs-/Device-Ergebnisse sowie Word-Clouds in Echtzeit erfassen und Mehrwerte liefern. So entstand, wenn man weiss wie es geht, zum ersten Mal auf einer drupa mit und durch Twitter ein iterativer Informations-, Bewertungs- und Erkenntnisprozess. Mit dem erstaunlichem Ergebnis: Das, was Fachleute, Journalisten und Analysten zumeist als Top-Themen im Nachgang kolportieren, spielte eigentlich auf Twitter kaum keine Rolle — und wenn, dann eine untergeordnete. (Hinweis: Im Fall meiner Aktivitäten war von besonderem Vorteil, in deutsch und englisch zu kommunizieren sowie den ValueBlog und ValueStorifys einbinden zu können.)

Analysiert man die per Analyse-Tool generierte Word-Cloud zum Hashtag #drupa2016 im Nachgang (bewusst gewählte Post-drupa Stichtag-Zeitpunkte: 18. Juni 2016 bis 20. Juni 2016), so erscheinen als Echo folgende Begriffe als maßgeblich — nachfolgend in Form einer Top-Ten gelistet:

  1. #drupa2016
  2. #BigData
  3. #Print
  4. #Innovation
  5. #Storify (zur Doku/Visualisierung von relevanten Tweets)
  6. #unleashprint (das Canon-Motto)
  7. #cloud
  8. #mail
  9. #digitalcutting
  10. #drupa (viele hatten dies als Hashtag genutzt, statt sinnvollerweise #drupa2016)

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.037


Zwei drupa-Aussteller tauchen im Umfeld der Top-Ten namentlich auf: Heideldruck
(der Börsenkurz-Name der Heidelberger Druckmaschinen AG) sowie Canon — wie gesagt als einziger Aussteller durch sein Twitter-konformes drupa-Motto #unleashprint herausragend, somit exzellent gewählt und positioniert (mehr dazu in Teil 3).

Von „Insidern“ benutzte Hype-Begriffe wie Inkjet/Inkjet-Druck, Workflow, Print 4.0, Digitalisierung u.a.m. tauchen im Top-Ten-Ranking ebenso wenig im öffentlichen Social-Media-Interesse auf, wie z. B. der „größte“ Aussteller, HP, oder der mit den angeblich meisten Besuchern, Landa. Erstaunlicherweise fehlt auch Xerox, obgleich Xerox über das wohl engagierteste und kundigste Social-Media-Team auf der #drupa2016 verfügte. Und mit XMPie verfügt Xerox über eine Weltklasse-Multichannel-Kommunikationslösung, die von Xerox zur #drupa2016 erst gar nicht eingesetzt wurde. Das könnte daran liegen, dass Xerox für die eigene Marketing-Kommunikation den nutzen von XMPie völlig verkennt und/oder mit seiner Corporate-Social-Strategie bis dato  zwar große Reichweite, aber zu wenig Interaktion erzielt.

Viele andere, gleichrangig hoch frequentierte Hashtag-Begriffe zeigen das weite Spektrum, an dem man sich orientieren muss, wenn man das Thema Print künftig weiter entwickeln und bei Kunden populär machen und im Gespräch halten möchte:

  • virtual, strategy, automation, client, multichannel, success, review, geospital sowie gis, interactivevideo, marketing, iIoT (als das industrielle Internet-of-Things) sowie communications, 3d printing und youtube.
  • Als einziger Produktname taucht „clarity“ auf, der die neue, wegweisende Cloud-Lösung von Pitney Bowes bezeichnet. Nebenbei: Als mir bis dato einzig bekannter drupa-Aussteller setzt Pitney Bowes Twitter global als wesentliche Säule des Business Development ein.

Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


Fortsetzung folgt mit Teil 2:
Worauf kam es bei der #drupa2016 wirklich an?


Some insights

Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

drupa2016 - In Medias Res ValuePublishing REVIEW 2.001

Die drupa ist stets ein Ort der Top-Gespräche und einzigartigen Momente, wie mit Didier Gombert (großes Foto am Stand von Objectif Lune). Foto/Collage: Andreas Weber

 

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung aller drei Berichte im Überblick:


Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


 

Frage: Ist es möglich, das Angebot einer drupa als globale Leitmesse komplett zu erfassen?
Antwort: Nein! Das ist auch gar nicht nötig. Das beste Prinzip lautet: Reduktion auf das maximal Wichtige. Daher nachfolgend eine analytisch-subjektive Selektion dessen, was aus ValuePublishing-Sicht relevant war!


Vorspiel: Wo bleibt der Bezug zu dem, was die Printbranche voranbringt?

„Rund 260.000 Besucher (2012: 314.248 Besucher) aus 188 Ländern und rund 1.900 Journalisten aus 74 Ländern sind nach Düsseldorf gereist, um sich über technologische Innovationen, Weiterentwicklungen und neue Geschäftsfelder zu informieren,“ verlautbarte die Messe Düsseldorf am 10. Juni 2016 stolz. Und mit 76 Prozent lag die Quote der internationalen Besucher um 16 Prozentpunkte höher als im Jahr 2012. Deutschland markiert damit einen riesigen Besucherrückgang! Quelle: drupa/Messe Düsseldorf

Ob die Zahl der Besucher den Ausschlag für nachhaltigen Erfolg gibt, sei dahingestellt. Aber eine Schrumpfung um fast 55.000 Besucher im Vergleich zur drupa 2012 ist in jedem Fall bedenkenswert. Zu behaupten, das sei OK, weil die Messedauer ja verkürzt worden sei, erscheint ungefähr so „logisch“ wie das Argument, gutes Essen schmecke umso besser, je mehr man davon mengenmässig verspeist.

Fakt ist vielmehr: Der allseits herausgestellte Dreiklang der modernen Druckindustrie — Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung, kurz mit Print 4.0 in Anspielung an Industrie 4.0 charakterisiert – hat zur Folge, dass immer weniger Betriebe mit immer weniger Personal ein inzwischen wieder dynamisches Produktionsvolumen stemmen. Ergo: Weniger ist mehr! ABER: Für die #drupa2016 hätte die beste Voraussetzung bestanden, neue Zielgruppen zu motivieren und zu mobilisieren, um die ambitionierte globale Leitmesse zu besuchen. Das hat aber (wie schon 2012) nur marginal/punktuell geklappt, aber nicht breitenwirksam. Denn neue Besuchergruppen sind durch „Wir können Print 4.0“-Rufe und „Wie toll, was wir da machen-Selbstdarstellungen von Ausstellern nicht zu mobilisieren. Aus meiner Sicht ist eine riesige Chance vergeben worden. Viele Marktteilnehmer werden sich dadurch unnötig schwer tun, um das zu kompensieren. 

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.001

Der kompakte Vortrag mit dem #drupa2016 Review von Andreas Weber kam sehr gut an auf dem Swiss Publishing Day 2016 am 30. Juni 2016 in Winterthur. — Doku via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Zu vielen Ausstellern muss es wohl egal sein, was die Kunden ihrer Kunden denken. Einige Hersteller betonten, das Wichtigste sei, dass sie weit über ihre Erwartungen hinaus Verkaufsabschlüsse tätigten.

  • Beispiel: Landa verkaufte nach eigenem Bekunden für über 450 Millionen EURO Nano-Druckmaschinen, die (allerdings) immer noch nicht lieferfähig sind. — Siehe dazu meine Traumgeschichte „Danke Benny. Touch the future again and again…”
  • Seriöser resp. sinnvoller aus meiner Sicht: Heideldruck erwähnte bei seiner Annual Analyst Conference am 8. Juni 2016 über 1.000 Kaufverträge über lieferfähige Produkte und Lösungen, um Kunden zu ermöglichen, ihr Kerngeschäft Offsetdruck zu stärken und/oder gleichzeitig sich der Herausforderung „Digitaldruck auf industriellem Fertigungsniveau“ anzunehmen; mehr als 5.500 Heideldruck-Kunden meldeten sich für den neuen Heidelberg eShop an.
  • HP Inc. rühmte sich, mit der kompletten Halle 17 im Gepäck, der größte Aussteller der drupa 2016 gewesen zu sein, und lobt sich selbst: „HP experienced its best attended drupa ever with sales far exceeding expectations, achieving 150 percent of our sales goal,” urteilte laut Branchendienst WhatTheyThink.com Francois Martin, Global Marketing Lead Graphics Solutions Business HP Inc. Fast schon pingelig wird aufgezählt, wieviel Maschinen man verkauft habe, um zu dokumentieren, dass man die eigenen Lösungen zur Marktführerschaft gebracht habe. — Nur mit dem von HP vielgelobten PrintOS, dem neuen und ultimativen Betriebssystem fürs Drucken, kam man laut divergierenden Medienmitteilungen mit 200 resp. 500 Subskribenten, in jedem Falle also weniger als 5% aller Kunden, nicht so weit. — Damit ist HP entgegen der eigenen Einschätzung vom Mainstream weit entfernt und  immer noch nicht vollständig im Print 4.0-Zeitalter der durchgängigen Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung angekommen.

Die Umsätze bei Heidelberg wie auch bei KBA, Canon, Xerox, Ricoh und KonicaMinolta liegen allesamt höher als beim „größten“ Aussteller der #drupa2016, der zudem deutlich höhere Stand- und Werbekosten zu verzeichnen hat. (Kann man so etwas einen Pyrrhussieg nennen?). Allein drei Aussteller als Newcomer aus Israel konnten in Summe HP’s Umsätze weit übertreffen resp. eine sehr viel bessere Relation zwischen Invest und Return-on-Invest erzielt haben; neben Landa sind dies Highcon und Scodix, wie der israelische Wirtschaftsdienst Globes vermeldet hat. — Learning: Wer wie HP darauf setzt, sich Erfolg erkaufen zu wollen, muss nicht automatisch erfolgreicher sein als andere. Zumal, wenn wie im Falle HP zur #drupa2016 eigentlich nur Optimierungen der bestehenden HP-Lösungen geboten wurden. Tatsächlich Neues und für die Print-Branche im Sinne des „Touch the future“ insgesamt Relevantes hat sich für mich bei HP auf der #drupa2016 nicht erschlossen. Schon gar nicht durch HP’s mediale Kommunikationsarbeit!

ValuePublishing #drupa20150 Review.001

Petra Lüftner kommentierte am 4. Juli 2016 per XING als Reaktion auf mein Traum-Erlebnis — Danke, Benny! Touch the future again and again… — wie folgt: „Ich war total traumatisiert von so viel Zukunftsvisionen und der ernsthaften Frage, für WEN und welchen MARKT all dieses dort stattgefunden hat. Die Realität sieht meines Erachtens heute und auch in den kommenden Jahren ganz anders aus. Verkaufen, nur um des Verkaufens Willen, ohne fachliche und zeitnahe Analyse der Marktes? Wie oft schon wurde in der Vergangenheit der Hype um neue Technologien zum Untergangsszenario mancher Firma 🙁  Denn nicht die ‚Technology’ ist es, was wir zuerst überdenken müssen, vielmehr die Wertschöpfungskette und die Anwendbarkeit des vorhandenen Instrumentariums.  Ein erfolgreiches Unternehmen zeichnet sich durch einen realistischen Bezug zum Markt und die darauf optimierten Prozesse und Produkte, nicht durch blinkende Displays aus.  So stellte sich am Ende meines Traums die Frage, ist alles was glänzt Gold oder sollte man doch den guten alten Fadenzähler zur genaueren Betrachtung des Ganzen nutzen? Herzliche Grüße in die Stadt des URSPRUNGS, die Gutenberg-Stadt Mainz“.

In medias res: Willkommen im digitalen Printmedienkosmos

Wichtiger erscheint mir, der Nabelschau einiger Top-Aussteller nicht zum Opfer zu fallen, sondern stattdessen konkret aufzuzeigen, welchen Einfluss tatsächlich innovative Technologien-Angebote auf der #drupa2016 für die Branchenentwicklung haben. Denn, wie und ob Print gewinnt, hängt nicht von Boxen-Verkäufen, sondern von Lösungskompetenz und drei zentralen Faktoren ab:

  1. Welche Rolle spielt Print im Kommunikationsmix? Gerade mit Blick auf BigData, Cloud, Social Media und IoT.
  2. Wie und warum definiert Inkjet-Druck die industrielle Herstellung von Printmedien neu?
  3. Wer als Aussteller hat auf der #drupa2016 die Messe-Leitidee „Touch the future“ tatsächlich am besten verkörpert und nach vorne gebracht?

Zeit also für eine an der Realität orientierte Bestandsaufnahme, die alle (kaum noch zu überblickenden) Neuheiten der #drupa2016 zusammenfasst, plausibel bewertet und in den Kontext mit den gewachsenen Anforderungen im Digitalzeitalter stellt.

Das Prinzip der Digitalisierung im Kontext mit Print erklärte Heideldruck-CEO Dr. Gerold Linzbach im Vorfeld der drupa 2016 ganz exzellent (Siehe „drupa ante portas: Automatisierung, Flexibilisierung, Digitalisierung machen Print zum Top-Wachstumsmarkt!“). Auf der drupa präsentierten Dr. Linzbach und sein Vorstandsteam am 8. Juni 2016 souverän vor hochrangigen Finanzanalysten, was Heidelbergs Comeback ausmacht  — übrigens von der drupa-Community kaum bemerkt, führte die gelungene Konferenz für #Heideldruck zu einem Kurssprung nach oben, inklusive Kaufempfehlung der Analysten:

  1. Ein radikales Umdenken und Umschwenken Richtung Print 4.0
  2. Maximale Markt- und Kundenorientierung mit Fokus auf ‚Customer Journey‘ (im Sonne von: Welchen Weg wird mein Kunde gehen, wenn er neue Lösungen einsetzen möchte?)
  3. Neupositionierung Richtung autonomes Drucken sowie das „Amazon-für-Printherstellung“ durch eine integrierte Heideldruck eShop-Lösung

07-drupa2016 ValuePublishing Storify on HeideldruckWeitere Informationen zum Comeback von Heideldruck: ValueStorify „drupa 2016 — #Heideldruck: Back to profitable growth!“ mit Live-Texten, -Fotos, -Videos.

Heideldruck sieht für sich gute Chancen, die „alte“ Welt des Offset-Druckens mit der neuen Welt des „digitalen“ Druckens zu vereinen. Das wird belohnt: Wie Mike Hilton in seinem Global News Review dokumentiert, erhielt Heideldruck in mehreren Kategorien den IDG Business Media and Dimension Data Deutschland’s Digital Leader Award 2016.

Daran anknüpfend ist zu beachten, dass der Umgang mit dem Phänomen „Big Data“ in der Printproduktion mehrere Dimensionen und eine dynamisch stärker werdende Priorität aufweist:

  • Aus dem Web resp. der Social Media-Welt und via Cloud-Services explodiert die Datenmenge dessen, was aus der virtuellen Welt ins Print überführt wird;
  • Inhalte können dabei automatisiert auf Basis von intelligenten Algorithmen zusammengestellt werden für massenhaft individuelle, bedarfsgerechte Druckprodukte.
  • Zum anderen müssen riesige Datenströme beim Produktionsmanagement intelligent gehandhabt werden, um effizient, qualitätvoll, ohne Medienbrüche und möglichst schnell, das heisst in Tagesfrist fertigen und liefern zu können.

Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen, wobei im Web verstärkt Systemarchitekturen zur freien Verfügung stehen, die nahtlos Druckdaten automatisiert erzeugen und per Internet an selektiertere Dienstleister/Drucksysteme transferieren können. Die einfachste Form sind Drucke beliebiger Daten via Smartphone oder Tablet. Apple mit AirPrint oder Google mit CloudPrint waren die Pioniere der Generation X; Drucksystemhersteller wie Canon oder HP folgten mit eigenen ePrint-Lösungen. Zum Anderen werden Daten aus Wiki—Plattformen zum Beispiel per PediaPress-Technologie in Bücher verwandelt, auf Basis der vom Internetnutzer online selektierten Wikipedia-Artikel. Weiterhin können Social-Media-Nutzer per Knopfdruck ihre Chroniken auf Twitter, Instagram oder Facebook in Publikationen verwandeln, um gedruckte Poster z.B. der Facebook—/Instagram-Freunde, Leinwanddrucke  oder Tagebuch-Chroniken in Buchform aus Twitter und Facebook automatisiert zu erstellen (siehe mySocialBook, Twenty20 oder boomf mit Druck von Instagram-Fotos auf essbare Marshmellows).

Diese Services werden von Konsumenten ebenso genutzt wie von Unternehmen für Werbezwecke, die solche Projekte in ihre digitalen Marketingkonzepte einbinden (Siehe den ValuePublishing drupa-Vorbericht zum Highlight-Thema Multichannel). Bei den reinen Unternehmensanwendungen werden Marketing- und IT-Daten automatisiert ohne Medienbruch zusammengefügt und daraus Cross-Media-Kundenkampagnen erstellt, die Unternehmensangebote wie zum Beispiel Vertragsverlängerungen bei Versicherungen koppeln mit den Feedbacks von zehntausenden Kunden, die dann an die Unternehmens-IT und deren CRM-Systeme zurückgespielt werden, um die Kundenprofile aktuell zu halten und sogar einzelne Transaktionen zu dokumentieren. Alle Unterlagen sind dann sowohl digital als auch gedruckt verfügbar. Der Kunde entscheidet, welche Form er bevorzugt.

 Als Lesetipp empfehle ich die brillanten Kommentare von Christian Kopocz auf LinkedIn, der als Entrepreneur und Finanz-, Marketing-, Digitaldruck- und Multichannel-Profi exzellent twittern sowie bloggen kann und sein #drupa2016-Erleben aus Sicht des kundigen Fachbesuchers schildert:

Druckers Dilemma: „Herrje! Was habe ich denn mit Social Media und Big Data zu tun? — Eigentlich will ich doch einfach nur drucken!“

Naturgemäß stellen Big Data resp. Social Media die Welt der Druckereiunternehmer auf den Kopf. Das Denken und die Technik-Ausstattung in Druckereien sind darauf ausgerichtet, dass der Kunde/Drucksachenbesteller die Pre-Media-Arbeit selbst erledigt. Und der Druckerei druckbare PDF-Dateien übergibt. Man bedient einen Nachfragemarkt. Denn bis dato folgen Printproduktionsprozesse einem starren, linearen Ablaufschema: Daten werden digital editiert, mit Expertenwerkzeugen formatiert und dann unveränderlich für den Druck aufbereitet und an Druckereien übergeben. Der Mensch diktiert sozusagen der Maschine, was sie tun muss. Die Druckerei lebt vom Bereithalten von Produktionsmitteln und -kapazitäten — mit dem Vorsatz bzw. der Verpflichtung, Bedürfnisse der Kunden bestmöglich zu erfüllen. Damit sind Drucker wie ihre Lieferant glücklich. Aber: Tatsächlich haben beide Fraktionen im Drucksektor die Kontrolle über den Markt längst abgeben. Und wer kennt schon durch Innovationen hervorgerufene Bedürfnisse, die sich erst noch entwickeln können, wenn das neue auch bekannt ist? Wie gesagt, die Kunden der Druckerei waren kaum auf der #drupa2016 zugegen und können sich auch nicht über klassische Fachmedien oder durch bloggende Marktforscher  informieren, weil die sich in Details verlieren…


 Zwischenruf: Anders agieren!

Kai Büntemeyer„Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist auf der drupa einfach eine Maschine zu kaufen, ohne vor- und nachgelagerte Prozesse zu bedenken!“ — Kai Büntemeyer, Vorsitzender VDMA Druck- und Papiertechnik sowie Geschäftsführender Gesellschafter von Kolbus GmbH & Co KG auf der pre-drupa-Pressekonferenz des VDMA am 4. April 2016.


Der einzig mögliche Innovationsansatz ist daher, den starren Prozess aufzulösen, indem Daten von verschiedener Seite stationär und mobil bearbeitet werden, also von Analog zu Digital und umgekehrt als iterativer Prozess nahtlos automatisiert transformiert, inhaltlich angereichert sowie individuell und „on-demand“ per Digitaldruck ausgegeben werden können. Workflow-technisch gesehen, wird ein Pipeline-Prozess in ein vernetztes, interaktives, individuell auszugestaltendes  Plattform-Konzept überführt, das neue Formen der Konnektivität bietet.

Ganz nah an Big Data: Print 4.0 braucht Communication 4.0

Auf der drupa 2016 konnte man darüber mit Pionieren und Unternehmern wie Didier Gombert, einer der Gründer und Vorstandsvorsitzender des Technologie-Entwicklers Objectif Lune (OL), bestens und auf hohem Niveau diskutieren. Gombert hatte vor einiger Zeit schon den technischen Umbau aller seiner Software-Lösungen vorgenommen. HTML, CSS und JavaScript bilden nunmehr den Ausgangspunkt. Der Fokus liegt auf digitalem Business Communication Management (kurz: ccm). Print kann sich dort stets nahtlos „andocken“ und wird Teil digitaler Kommunikations- und Geschäftsprozesse.

„In der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung hat sich die Printmedienbranche lange auf die Steigerung der Herstellungseffizienz fokussiert. Entsprechend folgt jede Art Printmedienherstellung stets digitalen Prozessen. Das ist gut so. Aber: Die Effektivität von Print als vernetzbarem Medium im Digitalzeitalter kam zu kurz und hat jetzt höchste Priorität“, stellt Gombert fest. Der visionäre Unternehmer gilt seit über 20 Jahren als Vorreiter einer neuen „digitalen“ Philosophie, die Printmedien zeitgemäß im Kommunikationsmix einbindet. Grundlage bildet für Gombert das „Connect“-Prinzip. Aus einem „digitalen“ Baukasten verschiedenster Lösungen entwickelte sich ein skalierbares Lösungsszenario, das Einsteigern wie Profis hilft, Print in der Geschäfts-/Kundenkommunikation optimal einzusetzen und stets mit digitalen Kommunikationsprozessen einfach und kostengünstig zu vernetzen. Themenhighlights zur drupa 2016 sind für Gombert sozusagen „beyond technology“ neue Kommunikationsaufgaben wie „Customer Experience“ und „Customer Journey“. Darunter wird verstanden, hundertprozentig markt- und kundenorientiert Produkte und Lösungen im Dialog mit Kunden (weiter) zu entwicklen. Im Fokus: Optimale Schnittstellen zwischen Mensch-Maschine — Maschine-Maschine — Maschine-Mensch. Kein Wunder, dass Gombert auf der drupa 2016 mit allen seinen wichtigen Kunden und Partnern zusammentraf, um den Ball weiter zu spielen. Dazu gehören Konzerne wie Canon, Konica Minolta Pitney Bowes und Ricoh.

ValuePublishing Big Data Visuals.001Ganz nah an Big Data ist auch der Titel eines Reports, den Andreas Weber für das #drupa2016-Print-Special der führenden Technik&Innovations-Zeitung VDI nachrichten verfasste. — Erweiterte Fassung des Reports als Trendanalyse (in englischer Sprache).


Fazit Teil 2

Print als Medientechnologie spielt nicht mehr eine Sonderolle quasi als Analog-Relikt in einer digitalen Welt. Print ist und bleibt die tragende Säule der Geschäfts- und Kommunikationswelt und kann nahtlos in digitale Geschäfts- und Kommunikationsprozesse eingliedert werden! Um in der neuen Welt des Print bestehen zu können, erfordert es seitens der Druckereien den Neustart-Knopf zu drücken. Mit Technik-Käufen oder dem Versuch, durch Technik-Einsatz gar neue Geschäftsmodelle zu entwicklen, kommt keiner weiter. Alle sind aufgefordert, das Zusammenspiel von Brainware, Software und Hardware neu zu definieren und daraus Markt-konforme Lösungsangebote im Dialog mit Kunden zu entwickeln.


Fortsetzung folgt mit Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)


Hinweis

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Presemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001

Great work. Great tweets. Great results. And a lot of fun beyond technology by LOVRA’s amazing chill-out sessions. Last but not least: Many THANKS to the Xerox Social Media team members Stefan, Bill, Jenna.

#drupa2016 Review: Print wins! If…

Dear friends of drupa!

Please read and share our unique series of #drupa2016 reports. We are proud to enable a real multimedia and multichannel experience. And we are happy to interact with a huge global audience covering 120+ countries.

Kick-off: splendid #drupa2016

Our ValuePUBLISHING TRILOGY — a quite critical, selective analysis looking back at the splendid #drupa2016 (in german language)

Topics Outline Overview:
• Part 1 – Proof of concept: Does the printing community communicates properly?
• Part 2 – Crucial: Reduce to the max — don’t get lost in details!
• Part 3 – The crux of the matter: #unleashprint 

 


Back to the future: Some fun

#drupa2050 — TX to Benny: Touch the future again and again…
#drupa2050 — Danke, Benny! Touch the future again and again…


Enjoy ValuePUBLISHING’s #Storify stories the most valuable way to catch up all major topics of #drupa2016 in a smart multimedia format. Convenient to navigate, wonderful to explore and easy to share. Our guideline: Less is more — so reduce to the max!

 

Note: We are proud of the fact that around the globe hundreds of thousands of unique viewers follow us already and interact with our content — shared via Twitter (@ValueCommAG plus @zeitenwende007), Facebook, LinkedIn, XING and Google+. — More than 70 % of our viewers are leading innovators dedicated to all kind of graphic communications applications. 

 

 

The secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

 

 

GENERAL OVERVIEW

drupa2016 REVIEW — ValuePublishing Storify:
All about the role of print in the communications mix

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Pre-drupa media conference March 2016

 

 

 

IN MEDIAS RES

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Ready for #unleashprint? YES WE CAN(on)

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck back to profitable growth

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck Press Conference Feb 2016

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
PitneyBowes reinvented mail (live at drupa may/June 2016)

drupa2016 – ValuePublishing Storify:
Objectif Lune put business communications to the next level

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Automated Digital Cutting made by Zünd Systemtechnik

 

Das Geheimnis der #drupa2016 in 23 Sekunden — Von Andreas Weber, Head of Value.

 


In addition for extended reading check out our focused trend reports via ValueBlog posts by Andreas Weber

Note: Almost all Blog posts are available in english and german.

 

ValuePublishing Storify Review 18062016.001


As well you can find a whole series of ValueDialog stories:

ValueDialog — Christian Kopocz: “Multichannel ensures relevance!”

To get access to more ValueDialog stories use our Blog search tool.

 

Value Publishing About @drupa2016.001

 

ValuePublishing Big Data Visuals.001

Digital technologies impact the entire cosmos of print media and complete workflow, too.

By Andreas Weber

 

Note: The latest market trend analysis by Andreas Weber is the extended version of an article which will be published by the leading technology newspaper VDI-nachrichten. VDI-nachrichten addresses a premium reader target group of more than 310,000 technical and innovation experts in German industry.  — See as well market trend analysis “Focus Packaging”.

 

The internet is the enemy of print. That had long been the perception in the print media branch. A blind eye was turned to the fact that technologically for decades, digital high-performance networks and data transfer have been indispensable for print technology development. 

This occurs on various levels, whereby online, a system architecture is freely available that automatically generates print data and transfers it by internet to selected service providers / printing systems. The simplest form is prints of any data via smartphone or tablet. The first were Apple with AirPrint and Google with CloudPrint; print system manufacturers such as Canon and HP followed with proprietary e-print solutions. On the other hand, data from Wiki platforms such as PediaPress technologies, are transformed into books based on Wikipedia articles selected by the user online. Furthermore, social media users can transform their chronicles on Twitter, Instagram or Facebook into publications at the push of a button to automatically create, for instance, printed posters of Facebook/Instagram friends, canvas prints or diary chronicles in book form from Twitter and Facebook (see mySocialBook, Twenty20 or boomf with the printing of Instagram photos on edible marshmallows).

 

A few samples how Social Media became already the source for new print applications (driven by innovative suppliers).

 

These services are used for promotional purposes by both consumers and companies who include such projects in their digital marketing concepts. For pure business applications, marketing and IT data are automatically merged without media disruption to create cross-media customer campaigns that couple a company offer such as an insurance contract extension with feedback from tens of thousands customers, which is then exported to the company’s IT and CRM systems for keeping customer profiles up-to-date and even documenting individual transactions. All documents are then available in both digital and printed form. The customer chooses which form he prefers.

Background
The internet protocol TCP/IP got its breakthrough by enabling large amounts of data to be transferred quickly and reliably, especially for publishing and print applications. The user interface/mouse and particularly PostScript as a page description language revolutionised the generation of print data and print media production already in the 1980s. The sheer unlimited and ubiquitously available storage options through the internet for large amounts of data stemming from all areas of life and industry gave rise to the big data “phenomenon” — with the lure of evaluating unstructured or semi-structured data in relational databases for analyses of any type. 

 

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Digitalisation sets the pace

Two aspects were the logical result for the print media branch: 

  • first, all production workflow has to be “digitally” optimised;
  • and secondly, much more data is easily available through the internet that can be printed without media disruption.

The Internet becomes tool and marketplace in one. Accordingly, the online printing sector has grown dynamically: new specialised firms led by CIMPRESS/Vistaprint, Flyeralarm, Onlineprinters/diedruckerei.de or United Printers have accounted since 2009 in Germany alone for a trebling of volume that will most likely surpass the 3+ billion Euro mark in 2016. Popular applications/products are photo books, posters, flyers/mailings, brochures and more.

Key to success for online printing are the principles that characterise the 2016 motto “Touch the future” of drupa, the world’s leading print trade fair: automation, flexibilisation, digitalisation form the basis of “Print 4.0” — a new term borrowed from “Industry 4.0”, the highly commended industry standard from the Hannover Messe 2016. The rudiments of “4.0” have already been established in the printing branch for more than 10 years. The basis: JDF. The digital “Job Definition Format” allows made-to-order production to be taken care of automatically. Added to that is the complete cross-linking of production workflow and production machines including online remote services.

 

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The print technology manufacturers have readied themselves for that. Heidelberger Druckmaschinen has developed a new digital strategy integrating all print technologies and is going one step further at drupa 2016: The “Heidelberg Cloud” moves into focus with its smart print-shop concept. That is a new, extended approach that cross-links fully automated production with business aspects for the transparent and efficient operation of a printing business — incl. engagement with the customers/print buyers who are informed of the status of their orders online or per mobile. Even the automatic ordering of consumables and printing paper is integrated. In the digital printing sector, HP is doing likewise with its “PrintOS” platform that is to be launched at the end of May 2016 and cross-links the proprietary HP systems/technologies used by its customers.

 

Background:

HP PrintOS wants to enable the processing as simply as possible of any number of print orders from order acceptance to mailing, to work efficiently with partners and colleagues and exploit new growth potential. On a cloud-based, and according to HP open and absolutely secure platform, users have access at any time – no matter where they happen to be. However, PrintOS can only be used by those who have HP printing solutions (HP Indigo digital presses, HP PageWide web presses, HP Scitex presses and HP Latex printers). https://youtu.be/Rd2x2hRnikE

 

Internet as tool and marketplace in one

The internet, including the online and mobile worlds, is thus becoming an integral part of any type of print media production. Even imaging specialist Canon, the only exhibitor that can cover all drupa highlight themes, backs digital cross-linked transformation and synchronisation of all production, communication and business processes. The social media-conforming Canon motto #UnleashPrint particularly substantiates the drupa 2016 aspiration.

From 3D applications to printing products “cross-linked” through augmented reality, application scenarios that pool all of Canon’s expertise will be shown at drupa 2016. The driver in the “background” is Canon’s solutions skill for accelerating digital transformation through customised software and the merging of proprietary and third-party (such as Microsoft, Oracle, etc.) solutions. Canon gave a taste of what was to come at its future show “Canon Expo” in October 2015 in Paris: It was demonstrated live and explained in presentations how a (fictive) brand of mountain bikes can be staged in media and communications right from the start, from the photo shoot to marketing materials up to e-commerce with a web shop. Everything cast from the same mould, everything seamlessly interwoven. And this, too, at the point-of-sales, for example, where the quality of digitally printed packaging is determining the way forward. Equally impressive was the “creative” zone which showed what a consumer experience is like when everything that one imagines can become reality: From the perception of the world “out there” to one’s own home — everything is supported by Canon in multimedia, by image/photo, video, printed photo book, iPad app, etc.

 

The Art of Print – Rembrandts revival!

Causing a sensation worldwide recently was “The Next Rembrandt” project: On the initiative of art experts at the Het Rembrandthuis Museum in Amsterdam and scientists from the Delft University of Technology with the support of technology partner Microsoft, all available data and information left behind by Rembrandt was evaluated – some 15 terabytes of data in total. “The Next Rembrandt” was to be made up of 168,263 Rembrandt painting components derived from 3D scans that resulted from a laborious, digital 3D composition in a synthesised new painting. However, no 3D printer was used as reported by the media, but a digital printing system. It is not public yet what kind of digital printing system they used. But: Mid of March 2016 at the Canon Business Days in Venlo, The Netherlands a printed copy of the „The Next Rembrandt“ was shown. It could be produced by advanced Océ VariaDot Imaging-Technologies which are already used to reproduce image motifs in relief, based preferably on 3D scans, such as for the reproduction of old fabric wall coverings formerly created by artists. [See the exclusive ValuePublishing story „Rembrandt verleiht Print postum eine ganz neue Bedeutung“ (in german language)]. 

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Print 4.0 needs Communication 4.0

“In dealing with digitalisation, the print media branch focussed a long time on increasing production efficiency. Accordingly, any type of print media product always followed digital processes. That is a good thing. But, the effectiveness of print as a cross-linkable medium in the digital age was given short shrift and now has top priority,” stated Didier Gombert, founder and CEO of technology developer Objectif Lune (OL). For more than 20 years, the visionary entrepreneur has been a pioneer of a new “digital” philosophy that integrates print media topically in the communications mix.

For Gombert, the foundation is the “connect” principle. From one “digital” building block of various solutions, a scalable solution scenario develops that helps both beginners and pros to optimally use print in business and customer communications and always cross-links easily and affordably with digital communication processes. His success proves him right: With 240 employees and 3 development centres in North America, Europe and Australia, OL serves more than 20,000 companies around the world and is supported by a network of qualified partners. For Gombert, theme highlights at drupa 2016 are new communications tasks that are “beyond technology” so to say, such as “customer experience” and “customer journey”. This is understood to (further) develop 100% market and customer-oriented products and solutions in a dialogue with the customer. In focus: optimal interfaces between man-machine — machine-machine — machine-man.

 

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From Pipelines to Platforms

Up to now, print production processes have followed a rigid, linear workflow scenario: Data are edited digitally, formatted with expert tools and then prepared unalterably for print. People tell the machine, so to say, what to do. An innovative approach, therefore, is to dissolve this rigid process, whereby data from various sources can be processed online or offline, from analogue to digital and vice-versa — quasi as an iterative process – seamlessly transformed and automatically enriched with customised and “on-demand” output per digital printing. Seen from a technical workflow angle, a pipeline process is transferred to a cross-linked interactive platform concept that offers new forms of connectivity.

Interesting stimuli are also coming in this context from post-press processing and paper technology. For automation, paper technology specialist BW Papersystems banks on a new type of online remote service such as its ExpertOnline. Originally conceived as a technical services support, it soon became apparent that masses of machine data from giant paper production plants could be exported and intelligently analysed. From this, production workflows and techniques could be optimised.

On the other hand, BW Papersystems is the first specialised technology manufacturer to rely on dialogue throughout the entire value chain in print production – that is, from pre-media, print, paper and processing technology and application specialists – to enable continuous, fully-automated processes. No continuity in print production can be ensured otherwise. This type of automation is important, especially for online printing and particularly for the latest digital print productions as print production facilities become more efficient in their output and vast amounts of data are accrued. At Onlineprinters/diedruckerei.de, for example, 500,000 customers are served, with up to 4,000 orders carried out per day on an annual average and 1.25 million deliveries per annum.

 

Conclusion

The handling of “big data” in print production has several dimensions: From the web and social media world or via cloud services, the amount of data is exploding that is being transferred from the virtual world to print; content can be automatically compiled on the basis of intelligent algorithms for masses of customised, needs-oriented print products. On the other hand, huge data streams have to be handled intelligently in production management to be able to produce and deliver efficiently, with quality, without media disruption and as quickly as possible, that is, within the deadline of a day.

 

Tip for drupa visit

  1. Exhibitors such as Objectif Lune in Hall 7a/E23 and BW Papersystems, Hall 10/D20 on automation through digitalisation from pre-media to post-press processing

  2. In the drupa innovation parc, Hall 7, new digital innovative solutions are grouped, which are also explained in technical presentations

  3. Different to all other drupa exhibitors Canon covers all drupa high-light topics in once. The motto #UnleashPrint comes to life. Hall 8a/B50.

Graphic Repro On-line News Review to Friday 13 May 2016

Welcome to another roundup of 29 news highlights for the past week together with Laurel Brunner’s Verdigris Blog on Friday, which this week discusses the World Economic Forum and its Project Mainstream’s most recent white paper, which deals with paper.

We also have three new additions in Online Features Chapter 05, highlighting UPM Biofore in Beijing with a unique project which has little to do with printing or paper, but is just too beautiful and stunning to ignore; then we have the BPIF’s Printing Outlook for Q2; and then SF Taylor in the UK with its new KBA Rapida 75.

You will also find a new drupa ante portas Blog article featuring Objectif Lune, by Andreas Weber, as well as another 14 new additions in our drupa Newsroom from Exhibitors. These are led by KBA Digital, Hybrid Software, Heidelberg Workflow, Heidelberg CTP, Durst Inkjet, Tecnau, Agfa Graphics CTP, Leonhard KURZ with a new foil; Chili Publish, Domino with high-speed Inkjet; Fujifilm wide-format Inkjet, Alwan Color Expertise, and Techawa, and these latest additions now bring the total of pre-show announcements to 188, with just two weeks to go before the show opens its doors a fortnight tomorrow on Tuesday 31 May.

Major news leads with week came from Sappi on Monday with its Q2 and half-year 2016 results which were excellent; then on Tuesday from Heidelberg with its preliminary figures for 2015/2016 and also very positive and correspond to a Euro 100 million turnaround. On Wednesday, KBA announced its new Website for the Group; and on Thursday we had KBA’s interim Q1 report for 2016. Friday saw the BPIF’s Printing Outlook for Q2 take the lead.

This week has seen a few nice sales and installations successes, and also some new kit which is non-drupa related, specifically from Agfa Graphics with PrintSphere, a cloud-based data exchange service for PSPs, and from Quark on Friday. You’ll also find a couple of software upgrades.

Recent sales and installations kicked off on Monday with IFS and Horizon at Windsor Print; Tuesday saw Bertelsmann Printing Group’s direct mail and document solutions division, Campaign, opts for Screen’s Truepress Jet 520ZZ inkjet system for direct marketing; also ProImage with OnColor in the USA. On Wednesday, Muller Martini highlighted 13 Presto and Presto Digital saddle stitcher installations in the UK and Ireland over the past year, this was followed by Xeikon at DOCUsystem in Frankfurt, Germany. Thursday saw Portuguese fashion printer Blur extend its direct-to-garment business with Kornit Digital‘s Allegro and a Zund cut solution. To round off the week on Friday, Cheadle, UK-based Cestrian Imaging announced a UK first with its EFI Reggiani PRO 340 digital textile inkjet printer purchase; and lastly Manroland Sheetfed highlighted its latest eight-colour Roland 700 press installation in China.

The tailender this week goes to the Ghent Workgroup, which welcomed two new members on board: Ricoh and CHILI Publish, in the headlines on Wednesday. 

That’s it until next time. I hope you find more of interest among the links below.
With my best regards, 
Mike Hilton 

 

Heidelberg Figures 2015:2016.png

Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative from Digital Dots. Our Drupa and FESPA Newsrooms can be accessed from the Index on our Home Page, as well as News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 



Headline News
Over 28,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news pages

Mon 09 May…   
Sappi Second Quarter and Half Year Results 2016
Sappi profits double for second quarter and half-year ended March 2016, with repositioning well on track…

Hybrid Software and Cerm create new partnership
provides significant opportunities for label printers to improve efficiency and profitability…

Alwan to showcase complete CxF/X-4 solution at drupa
Alwan to showcase CxF/X-4 solution for brand owners and designers to accurately define, predict and reproduce their spot colours…

Alwan to demonstrate inline profiling at drupa in Hall 7
Alwan enables printers to automatically calibrate and profile print devices without any dedicated resources or print sessions…

Windsor Print creates new finishing production landscape
Horizon bookletmaker and Foliant spend with IFS brings greater control, cuts costs and reduces outsourcing…

Tue 10 May…   
Heidelberg announces preliminary figures for 2015/2016
Heidelberg grows and records significant annual net profit for FY 2015 / 2016 that corresponds to a Euro 100 million turnaround…

Campaign chooses Screen Truepress Jet520ZZ for Gütersloh
Bertelsmann Printing Group’s direct mail and document solutions division opts for Screen inkjet for direct marketing…

Goss and DG press announce partnership for packaging
Goss International acquires the Thallo press system as part of the agreement, enhancing Goss’ portfolio of packaging solutions…

Kurz: Print finishing that will make people look twice
The new stamping foil changes colour at different viewing angles. KURZ will be at drupa 2016 in Hall 3, in dip in Hall 7, and in Hall 12…

Fujifilm to debut new Acuity LED 3200R at drupa
Fujifilm announces new wide-format Acuity LED 3200R UV inkjet printer at drupa 2016 in Hall 8b…

OnColor ECO Ink Optimization for The Sun Chronicle
The Sun Chronicle taps into ProImage OnColor ECO Ink Optimization Software to reduce ink consumption and cost…

Wed 11 May…   
New Internet Website for the KBA Group
Printing press manufacturer Koenig & Bauer AG has completely redesigned and modernised its Internet Website…

Durst single-pass inkjet for corrugated and labels at drupa
Durst to unveil new corrugated packaging & display printing segment with single-pass and multi-pass technologies, and more…

Agfa to launch Advantage N Essentials CTP series at drupa
Agfa Graphics now offers a series of low-cost engines that take CTP technology for newspaper prepress back to its essence…

Ricoh and CHILI Publish join the Ghent Workgroup
The Ghent Workgroup (GWG) is pleased to welcome two new members on board: Ricoh and CHILI Publish…

Muller Martini Presto: 817 job changes in nine days
In one year, 13 UK and Ireland companies have invested in a Presto II or Presto II Digital Saddle Stitcher from Muller Martini…

Xeikon helps DOCUsystem open new market opportunities
Flyers, invoices, photo wallpapers and more: Rödermark-based DOCUsystem leverages the Xeikon 8500 for expansion…

Thu 12 May…   
Koenig & Bauer Group interim Q1 report for 2016
A positive start for the KBA Group with revenue in the first quarter up 46 per cent and EBT up ?18m year-on-year…

Hybrid Software to debut PACKZ RoundTrip at drupa
Hybrid Software provides missing link between package design in Adobe Illustrator format and production…

CHILI publish to highlight Asian expansion at drupa 2016
Move supports increased demand for the production of personalised, shorter runs of marketing materials in the APAC region…

The Smart Print Shop for everyone: thanks to Prinect
With the new Prinect Production Manager, print shops of all sizes can completely automate their production processes…

GMG announces release of OpenColor 2.0.4
OpenColor 2.0.4 offers separation profiles for GMG ColorServer, packaging editors, and Adobe Photoshop…

New Kornit Allegro joins Barcelos-based Blur’s press fleet
Portuguese fashion printer Blur, extends direct-to-garment business with Kornit Digital’s Allegro and Zund Cut solution…

Fri 13 May…   
BPIF Printing Outlook Report Q2 2016
UK printing industry has a case of the wobbles in Q1 – confidence and trade expected to recover in Q2…

Agfa Graphics launches PrintSphere in the cloud
Agfa Graphics launches PrintSphere, a cloud-based data exchange service for print service providers…

QuarkXPress 2016 to ship on 24 May
Limited time left to take advantage of special offers on upgrades and pre-order promotions…

Heidelberg non-stop plate production at drupa 2016
Smart print shop: Heidelberg to showcase a fully automatic production line for CTP plate imaging at drupa…

Cestrian first in UK with EFI Reggiani PRO 340 for textiles
Cheadle, UK-based Cestrian Imaging drives growth with EFI Reggiani PRO 340 digital textile inkjet printer…

Ruicheng Yang Sen Packaging adds first Roland 700
Pharmaceutical packaging printer Shanxi Ruicheng Yang Sen Packaging: a professional service all round…

Last lead articles from previous update…  

Last Friday’s leads…
KURZ: Innovative die technologies for hot stamping
Hinderer + Mühlich presenting novel die designs and setup aids at drupa as a co-exhibitor with the stamping foil manufacturer…

Industrial Inkjet on customer-finding mission at drupa 2016
IIJ targeting 200 new OEM customers for Konica Minolta at drupa on Konica Minolta’s stand in Hall 8b…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2016 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’, and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2016 Website.

Online Feature articles 2014 – 2016
There were again well over 70 last year, 90 in 2014, and 92 articles in 2013 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years’ via Search Archives (option 2).

Technology-related Chapter 02

Previous…   
Sappi extends an invitation to innovate flexible packaging
With integrated barriers and heat sealing properties this new Sappi paper is suitable for flexible packaging applications…

Online Features May/Jun Chapter 05

NEW…   
The Biofore Tea House at ‘Moi Helsinki’ event in Beijing, China
UPM and Tongji University combine Chinese tea culture with innovative biomaterials for the Biofore Tea House, from 13 – 15 May…

BPIF’s Printing Outlook for the Second Quarter 2016
The UK printing industry has a case of the wobbles in Q1 – confidence and trade expected to recover in Q2…

SF Taylor improves efficiencies and reduces waste with KBA
The Stockport, UK company has doubled its press output by investing in a KBA Rapida 75 4-colour with perfecting…

Online Features Mar/Apr Chapter 04

Previous…   
Traderplus South Africa expands with further IIJ investment
Traderplus South Africa secures a major advantage with additional Industrial Inkjet (IIJ) technology, to be added in July…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blogs 2016

Paper Chains
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 13 May

Previous…   
Sustainable by Design
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 06 May

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index, as well as via the special Newsroom button on the right of the Home Page near the top. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use… but you must scroll down to view each Chapter when you visit the Newsroom

drupa ante portas Blogs 2016

Objectif Lune: Innovative solutions for interactive communications
drupa ante portas: Simply clever – OL turns data into personalised cross-media solutions! By Andreas Weber, Mainz/Germany

Previous…   
BW Papersystems’ strong brands at drupa 2016
drupa ante portas: Interview with BW Papersystems’ Patrick Walczak, who relies completely on customer orientation and individual solutions! By Andreas Weber…

drupa 2016 News from Exhibitors
Latest additions can now be accessed in our drupa Newsroom.

KBA at drupa: A strong focus on packaging producers
The press manufacturer is the market leader in several packaging segments and generates 70% of its revenue in the packaging market…

Hybrid Software to debut PACKZ RoundTrip
Hybrid Software provides missing link between package design in Adobe Illustrator format and production…

The Smart Print Shop for everyone: thanks to Prinect
With the new Prinect Production Manager, print shops of all sizes can completely automate their production processes precisely in line with requirements…

Heidelberg non-stop printing plate production at drupa
Smart print shop: Heidelberg showcasing a fully automatic production line for CTP plate imaging at drupa…

Durst to unveil single-pass inkjet for corrugated and labels
Durst to unveil its new corrugated packaging & display printing segment with single-pass and multi-pass technologies, along with its successful Tau 330 portfolio for label production…

Tecnau show debut for the Libra 800 at drupa
Tecnau to exhibit the Libra 800 automated and variable book finishing line for first time at an industry event at drupa 2016…

Agfa launches Advantage N Essentials CTP series @drupa
Agfa Graphics now offers a series of low-cost engines that take CTP technology for newspaper prepress back to its essence…

Kurz: Print finishing that will make people look twice
New Kurz stamping foil changes colour at different viewing angles…

CHILI publish highlights Asian expansion at drupa
Move supports increased demand for the production of personalized, shorter runs of marketing materials in the APAC region…

Domino to showcase its K630i high-speed inkjet in Hall 5
Domino to launch a high speed variable-pagination digital booklet printing solution with Kern and IBIS at drupa 2016…

Fujifilm to debut new Acuity LED 3200R at drupa
Fujifilm announces new wide-format Acuity LED 3200R UV inkjet printer at drupa 2016 in Hall 8b…

Alwan to showcase ccmplete CxF/X-4 solution at drupa in Hall 7
Alwan to showcase its complete CxF/X-4 solution for brand owners and designers to accurately define, predict and reproduce their spot colours…

Alwan to demonstrate inline profiling at drupa in Hall 7
Alwan Color Expertise enables printers to automatically calibrate and profile their print devices without any dedicated resources or print sessions…

Tichawa Vision CIS innovation at drupa in Hall 3
100% print inspection: Tichawa to present a multicolor Contact Image Sensor (CIS) offering adaptable resolution with minimum space requirements…

Previous…   
Kurz: Innovative die technologies for hot stamping
Hinderer + Mühlich is presenting novel die designs and setup aids at drupa as a co-exhibitor with the stamping foil manufacturer Leonhard Kurz…

Industrial Inkjet on customer-finding mission at drupa
IIJ targeting 200 new OEM customers for Konica Minolta at drupa on Konica Minolta’s stand in Hall 8b…

Masterwork’s extensive postpress for packaging at drupa
At drupa, Masterwork will debut automatic sheet inspection machines, die-cutting and embossing, and folder gluers…

CRON brings major diversification to its drupa campaign
Six new products illustrate company’s dedication to improve value chain from plate to printed product…

MGI to showcase the Future of Print at drupa
MGI Digital Technology announces exclusive world premieres of new products for digital and offset applications…

Adphos Digital Printing at drupa in Hall 6
adphosNIR – drying, curing and other thermal processes at the speed of light at drupa 2016…

Feldmuehle at drupa 2016 in Hall 4
With a focus on VivaCard and MediaLiner high-white, matt materials for holistic packaging design…

The touchpoint 3D fab + print: at drupa
Visionary ideas, best cases and hands-on state of the art…

HP introduces three wide-format Latex Printers for drupa debut
HP Inc. propels print service providers’ profitability with new latex printers as company’s third-generation Latex portfolio delivers new levels of productivity and affordability…

The next step in colour communication at dip on 2 and 8 June
Colour management specialist Erik Koldenhof on stage at the drupa innovation park: ‘Embrace open standards for print quality communication’…

Steinemann at drupa in Hall 1 with new dmax systems
New narrow-format dmax digital varnishing machines attracting great interest. The dmax 106 will be shown live at drupa…

Leonhard Kurz named a HP SmartStream Solutions Partner
The Kurz DM-Liner for creating glossy, metalised surfaces with digital print, to be presented on HP’s stand at drupa in Hall 17…

Kodak’s latest version of Insite Creative Workflow in Hall 5
Kodak Insite Creative Workflow improves collaboration and security with HTML5 will be demonstrated at drupa…

Duplo products to raise the bar in Hall 6 at drupa
Duplo International will be using Hall 6 at drupa as the launch pad for a raft of new, faster, smarter, better, state-of-the-art products…

CP Bourg at drupa in Hall 6 and in Hall 17 with HP Indigo
CP Bourg announces advanced integration with the new HP Indigo 7900 Digital Press and HP Indigo Direct-to-Finish to be debuted in Hall 17…

Unilux to introduce two LED strobes at drupa
Lightweight stroboscopes deliver brighter light, more even coverage, enhanced ability to inspect UV-visible inks, security elements or coatings…

drupa 2016 Expert Article Series and more
Can be found in our Drupa Newsroom via the Index on the Home Page.

Final article in the series…   
Digital versus traditional packaging print
Touch the future. Drupa Expert Article No 8 by Michael Seidl, publisher and editor-in-chief of various specialist publications in Central and Eastern Europe including Print & Publishing, Packaging and Visual Communication….

drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

Previous…   
touchpoint 3D fab + print:
Visionary ideas, best cases and hands-on state of the art…

touchpoint 3D fab + print:
Visionäre Ideen, Best Cases & State-of-the-Art zum Anfassen…

drupa cube 2016: With full programme PDF to download
Inspiration and innovation in some 60 keynotes, panel discussions and presentations from international experts…

drupa cube 2016: Mit komplette Programm PDF zum download
Inspiration und Innovation in rund 60 Keynotes, Panel-Discussions und Präsentationen internationaler Experten…

FESPA Newsroom
The dedicated FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Federation News in 2016

Most recent…   
FESPA’s Regional events in 2016
FESPA’S worldwide regional events reinforce the central Profit For Purpose philosophy which drives FESPA…

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by: 

Antalis South Africa, Canon SA,  Screen Europe,  Drupa 2016,  EFI,  Esko,  FESPA.  Goss International Inc,  Heidelberger Druckmaschinen AG,  HP Graphic Solutions,   Koenig + Bauer AG,  Kemtek Imaging Systems,  Krause-Biagosch,  Leonhard Kurz Stiftung,   Manroland Web Systems GmbH,  Muller Martini AG,  POLAR-Mohr, QuadTech Inc,  Quark Inc,  Ricoh Europe ,  Sappi Limited Thunderbolt Solutions, and UPM-Kymmene
If you would like to send news for consideration for the Graphic Repro On-line Website (ISSN 1814-2915) or to submit comments, please e-mail Mike Hilton at: graphicrepro.za@gmail.com.

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GraphicRepro.Net e-News (ISSN 1814-2923)  provides weekly updates from the Graphic Repro On-line Website and is  compiled and published by Mike Hilton, graphicrepro.netPO Box 10 Peterburgskoe Shosse 13/1, 196605 Pushkin 5, St. Petersburg,  Russia.  e-mailgraphicrepro.za@gmail.com

Valy im Dialog mit Valy 2015 - Bilder.002

© 2015 By Valy Wahl & Andreas Weber, Mainz/Germany.

Prof. Valy Wahl im Dialog mit Valy, der Malerin

Ich will Neues gestalten, formen, verändern. Nur wenn ich forme, verändere ich. Ich provoziere, dass sich Materialien unvollständig ergießen, in der Flächenausdehnung gestört werden und erstarren. Das heißt, ich gehe von neu entstandenen Strukturen aus, die mir Halt geben, aber auch meine inneren Welten anregen, um darin spazieren gehen zu können. Visuell erfahrbare Bewegungen in den Strukturen entfachen körperliche Vibrationen, die sich in figuralen Gegenständlichkeiten niederschlagen. Deshalb braucht die Malerei meine ganze Körperlichkeit. Der Körper im Bild braucht meinen gesamten Körperschwung, geleitet durch den spirituell ausgerichteten Geist meiner Gefühle und die Sehkraft meiner Augen. Frei von äußeren Zwängen, allein mit dem Raum, der Fläche, den Strukturen und meinen Händen werden meine Bilder in Schwarz auf weißem Grund geschrieben. Schwarz-Weiß setzt scharfe Grenzen, steht im Gegensatz zu dem fließenden Rhythmus des Machens. Diese Härte der Kontraste bringt manchmal die Spannung zum Zerbersten. Diese Zerstörung hält man nicht aus, aber formal können die Ergebnisse richtiggehend „schön” sein.

Die permanente Konfrontation von Lieben und Leben, mit dem Sterben und dem Tod vor Augen, ist eine kaum erträgliche Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit quält im Unterbewusstsein und zwingt diese Gestalten ans Licht, zum Beispiel: „Figuren in Angst und Hass”, „Verlorene Seelen”, „Körper trifft Seele”.

Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee. Die starke Konzentration auf den Moment festigt (mit hoher Geschwindigkeit über die malende Hand) die Struktur, um zur Form des Figurativen und ihrem bildnerischen Raum zu gelangen. Farbigkeit spielt kaum eine Rolle. Oft lenken Farben nur vom eigentlichen Geschehen ab. Ich setze sie bewusst und beinahe spärlich ein.

Ich liebe Farben, sogar in kräftigen Tönen und Kontrasten, aber für meine Malereien nutze ich fast ausschließlich Schwarz-Weiß.

Der Anfang meiner kreativen Arbeit ist spontan und intuitiv. Der Zufall bestimmt meine Formgebung. Die sich daraus entwickelnden Formen fordern mich, immer wieder wähle ich neue Wege, um letztlich Herrin der magischen Kräfte zu bleiben.

Die Bildsituation, respektive der Bildbezug, entwickelt sich beim ersten Arbeitsgang, dem Experimentieren mit dem im Moment gewollten Material. Der aktuelle Bezug erfährt beim Machen seine Realität. Der Titel des Bildes entsteht dann im Nachhinein. Manche Bilder oder Objekte brauchen keinen Titel. Denn sie sind fähig sich selbst mitzuteilen.

Steht aber die Idee eines Titels, so ist eine konträre Bildgestaltung durch die konzeptionelle Vorarbeit nötig. Worte des Titels werden bildnerisch übersetzt. Die Herangehensweise, die Materialien und ihre Verarbeitung ändern sich zwangsläufig, mitunter total. Die Atmosphäre der Aussage trifft eher die Wirksamkeit eines Plakats. So kommt meine Erfahrung als Gebrauchsgrafikerin oder Grafik-Designerin zum Tragen.

In meiner jetzigen kreativ-künstlerischen Arbeit bin ich von großer Ungeduld getrieben. Deshalb sind meine Arbeitsvorgänge von maximaler Geschwindigkeit geprägt. Bewegung schafft Hoffnung. Und umgekehrt. Hoffnung ist Bewegung.  

Für mich war und ist die entscheidende Frage, im Rückblick auf meine jahrzehntelange Gestaltungsarbeit und Lehrtätigkeit, im Streben nach der Kunst/Existenz und Kunst/Qualität: „Was ist für mich geblieben, über welche Kräfte verfüge ich noch, vor allem: Wie viel Kraft ist mir vergönnt, um weiterhin schöpferisch zu sein?” — 45 Jahre Power! Alles gegeben, vor allem um zu helfen, dass an der Hochschule junge Menschen selbständige Persönlichkeiten werden und dass sie selbst zu ihrer eigenen Persönlichkeit finden.

Die verbleibende Schaffenszeit trägt die Ungeduld, die sich in den Bildmotiven, der Farbigkeit und dem Neuerschaffen von Strukturen und Formen mitteilt.

Aktuelle Informationen (zu neuen Arbeiten/Aktivitäten und Ausstellungen)

Animation auf YouTube

Fee Fleck Einladung 10112015.001

@ 2015 by Value Communication AG, Mainz. Collage/Gemäldefoto und Text: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt/Main. Foto (Kasten): AZ / hbz/Jörg Henkel. Gemälde: Fee Fleck, Mainz

Von Andreas Weber

„Ich klage mit meiner Arbeit niemanden an, ich bin auch keine Richterin. Ich sehe das Thema Drohnen nicht aus politischer Sicht, sondern aus gesellschaftlich-kultureller und menschlicher Perspektive, die mir unendlich Angst bereitet. Als Künstlerin ist es meine Pflicht, Missstände und Untaten zu entdecken, darauf hinzuweisen und zum Diskurs aufzufordern.“ —Fee Fleck

„Sie sind Malerin!“ —„Woher wissen Sie das?“ — „Ich habe Sie in der Zeitung gesehen.“ Ein kurzer Dialog, der auf dem Mainzer Wochenmarkt stattfand, als die Marktfrau beim Einkauf die Künstlerin Fee Fleck ansprach. Und die Marktfrau ist „nur“ eine von vielen. Eine solch hohe und weit gefächerte Aufmerksamkeit hat Fee Fleck, die Unermüdliche, in ihrer langen Künstlerlaufbahn noch selten erfahren. Jüngst am 17. Juli 2015 beim Pressefest der Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Vom frühen Abend bis Mitternacht ergab sich Gelegenheit, mit vielen klugen Köpfen aus Politik, Medien und Kunstszene Gespräche zu führen. Was Fee Fleck Freude und Unbehagen gleichermaßen beschert. Freude, weil sie hohe Aufmerksamkeit erfährt für ein schwieriges neues Thema: Drohnen als militärisch-perfektionierte Waffensysteme, die gnadenlose Zerstörung und plötzlichen Tod auf hinterhältige Art und Weise bringen. Und zu oft Unschuldige als Opfer treffen. — Unbehagen, weil Fee Fleck „normalerweise“ still und ungestört im Atelier ihrer Arbeit nachgeht. Und das Werk erst dann einem Publikum präsentiert, wenn es vollendet ist.

Nichts ist mehr wie es einmal sein wird! — Eigentlich arbeitete Fee Fleck nach der Fertigstellung des großartigen Gemäldezyklus „Medea — Die Fremde“ im Jahr 2012 an einer Serie von Porträts, die während langer Sitzungen und Gespräche entstanden. Und plötzlich, im Spätsommer 2014, hat sie ein Thema gepackt, das sie nun nicht mehr loslässt. „Bei meiner Lebensgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass ich zutiefst betroffen und innerlich bewegt bin, wenn Drohnen zum Kriegführung eingesetzt werden”, erklärt Fee Fleck. Drohnen als fliegende Kampfmaschinen, ferngesteuert und anonym, die das Leben Anderer, zumeist Unschuldiger, so grausam und schonungslos auslöschen. Zunächst hat sie wie gewohnt ihre Ideen, Gedanken, Recherche-Notizen und bildhafte Skizzen akribisch in einem Arbeitsbuch eingetragen. Gerade auch während und nach der Lektüre des Buches von Grégoire Chamayou „Ferngesteuerte Gewalt. Eine Theorie der Drohne“. (Deutsche Ausgabe, Passagen Verlag, Wien: 2014; siehe Literaturkritik von Jakob Christoph Heller). Der Autor gibt detailliert und seitenlang Kostenproben, wie Dialoge des militärischen „Drohen-Teams“ beim Einsatz ablaufen. Eindrücklicher und schauriger geht es kaum.

In Chamayous Reflexion wird die Drohne – genauer: das unbemannte, bewaffnete Flugzeug – zu einem verwirrenden „‚unidentifizierten Gewaltobjekt‘ […]: Sobald man in etablierten Kategorien über sie nachzudenken versucht, erfasst eine intensive Verwirrung so elementare Vorstellungen wie Gebiet oder Ort (geografische und ontologische Kategorien), Tugend oder Tapferkeit (ethische Kategorien), Krieg oder Konflikt (zugleich strategische und politisch-rechtliche Kategorien).“ Heller schlussfolgert in seiner Buchbesprechung: „Während die Apologeten der Ausschaltung menschlicher Kontrolle – des Wandels von der Drohne zum Roboter – gerade die Menschlichkeit, da Emotions- und Affektlosigkeit, der automatisierten Entscheidung betonen, sieht Chamayou darin zum einen die Ausschaltung der Menschenwürde: ‚Maschinelle Akteure mit jenem Tötungsrecht auszustatten, das Kämpfenden in einem Krieg zukommt, würde bedeuten, das Töten eines Menschen auf dieselbe Ebene mit der Zerstörung einer bloßen materiellen Sache zu stellen’ – und zum anderen eine bedrohliche Krise juridischer Kategorien, deren implizite Ontologie die Unterscheidung von Waffe und Akteur benötigt. Mit der Identität von Waffe und Akteur, dem Verzicht auf einen intentionalen, menschlichen Akteur, diffundiert Verantwortung: ‚Ein Roboter begeht ein Kriegsverbrechen. Wer ist verantwortlich? Der General, der ihn eingesetzt hat? Der Staat, der sein Eigentümer ist? Der Industrielle, der ihn hergestellt hat? Die Informatiker, die ihn programmiert haben?‘ 

Entscheidungsträger ist, so Chamayou, letztlich ein Programm und die in ihm vorgenommenen Spezifikationen für Zielidentifizierung, Waffeneinsatz, Kollateralschadentoleranz. Chamayou zielt hierbei auf eine bedenkenswerte Pointe: Indem die einfache Setzung der Variablen, die Entscheidung über die Entscheidung, jeweils als Programm umgesetzt ‚vielfach multiplizierte, sehr konkrete – allzu konkrete – Effekte‘ hat, ist die ‚gewöhnliche militärische Gräueltat […] im Recht […]. Die modernen Formen der Grausamkeit sind massiv legalistisch. Sie funktionieren im Regelzustand, nicht im Ausnahmezustand. Wenn sie schließlich zu einer Art Ausnahme werden, dann weniger durch Aussetzung des Gesetzes als durch seine Spezifikation, indem man es entsprechend der eigenen Interessen soweit präzisiert, dass es ohne viel Widerstand katapultiert.‘ Bei allem Materialreichtum der Untersuchung, Detailverliebtheit und polemischer Schärfe ist vielleicht diese Pointe zum Souveränitätskonzept im Zeitalter der Drohnen-Kriegsführung ein sowohl diskussions- wie kritikwürdiger Höhepunkt von Chamayous lesenswertem Werk.“

Eine besondere Rolle nimmt beim Einsatz von Drohnen der Predator” wahr. Er verfolgt im Team mit anderen den Flug der Drohne und entscheidet über den todbringenden Knopfdruck. Ein grausames Rollenspiel, wie Grégoire Chamayou ausführlich darlegt.  In der Folge der Reflexion dieser Schilderungen entwickelte sich die künstlerische Arbeit von Fee Fleck anders als sonst…

Fee Fleck Einladung 10112015.003

Mutig. Schonungslos. — Ein Aufschrei. Gegen das Vergessen, das Verdrängen, die Ignoranz.

„Die Pein bei meiner Arbeit am Drohnen-Zyklus war so groß und erschreckend“, sagt Fee Fleck. So qualvoll, dass sie darüber reden musste. Mit Freunden, mit Kollegen, mit ihrer Tochter. Und sie hat Öffentlichkeit gesucht, um sich mitzuteilen. Zeitungsreporter kommen in ihr Atelier. Sogar aus Japan, durch die Vermittlung des Philosophieprofessors Kakao Ito. Kulturredakteur Michael Jacobs von der Allgemeinen Zeitung schrieb einen exzellenten und eindrücklichen Besuchsbericht, mit dem Titel „Tod per Joystick“; er schreibt unter anderem: „Dem Drohnenkrieg, der perfidesten Form militärischen Tötens, hat die Mainzer Künstlerin Fee Fleck einen monumentalen Bildzyklus gewidmet, der in seinen der Flugbahn ferngesteuerter Kampfroboter nachführenden Szenenfolgen gewöhnliche Ausstellungsdimensionen sprengt. (…) Bis Jahresende will die Künstlerin ihr aufrüttelndes Großwerk gegen das technisierte Töten, dem eine ebenso ausladende Motivfolge mit Darstellungen der Liebe und Lebensfreude kontrastiv entgegengesetzt wird, fertig haben.“

Monumental heißt: Zwei Mal je fünf Bilder im Format zwei auf drei Meter. Also zwei mal 15 Meter Bildstrecke für den todbringenden Drohen-Flug durch die Welt sowie als Gegenpol die friedvolle Glückseligkeit als höchstes Gut des Menschseins. Plus ein dreidimensionales Objekt, das den „Wirkungsraum“ des Predators zeigt, jener zentralen Figur, die den „Todes-Knopf“ bedient.

Durch die gründliche, monatelang Vorarbeit, die vielen Gespräche und inspirierende Dialoge ging Fee Fleck das Umsetzen der Ideen auf der Leinwand flink von der Hand. Wer die Malereien im Original sieht, erkennt, wie ungebrochen durchgängig und fließend der Malduktus ist, bei völliger Andersartigkeit der einzelnen Bildtafeln. Eine Besonderheit im Arbeitsfluss entstand: Die Motive waren blitzartig klar definiert. Weniger als eine Kopfsache, denn per Herzensangelegenheit, wurde die Hand der Malerin bei der Arbeit gelenkt. Manches konnte aus Fee Flecks eigener Sicht von ihr fast nicht schnell genug gemäß den vorliegenden Skizzen umgesetzt werden.

Noch während der Fertigstellung der ersten Staffel mit den fünf Drohnen-Bilder entschloss sich Fee Fleck, „Verbündete“ zu suchen. Sie bildete ein Kuratorium, dem Prof. Valy Wahl (Künstlerin), Dr. Otto Martin (Kunsthistoriker) und Andreas Weber (Experte für Kunst & Kommunikation) angehören. Im ersten Schritt wurde ein Konzept ausgearbeitet, um das Thema des Bilderzyklus unter der Überschrift „Im Reich der Drohnen“ ins Gespräch zu bringen. Am 10. November 2015 wird es in Mainz eine Diskussionsrunde geben. Das Datum ist kein zufälliges, sondern bezeichnet den UNESCO Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung. Danach soll über den besten Ausstellungsort entschieden werden. Dies soll weniger ein „gewöhnlich“ musealer Ort sein, im Stil einer Werkschau. Vielmehr soll es eine persönliche Begegnung mit dem Bilderzyklus, der Künstlerin und dem Kuratorium werden, um Menschen in den Dialog zu bringen.

„Erstaunlicherweise sind viele, denen ich von meinen Drohnen-Bildern erzähle, zunächst geradezu entzückt. ‚Meine Kinder besitzen so etwas und spielen damit‘, wurde mir gesagt. Auch, dass man künftig damit Pakete zustellen soll… Meine Wahrnehmung ist hierbei aber eine ganz andere, geprägt durch die militärische Nutzung, gekoppelt mit Tod und Verderben. Nicht einmal die beteiligten Solodaten kommen unbeschadet davon. Auch wenn sie fern ab sind, nur durch Monitore schauen, leiden sie nach dem Einsatz an schwersten psychischen Störungen. Denn anders als der Bomberpilot, der nicht unmittelbar sieht, was er anrichtet, schaut der Predator zu…“, stellt Fee Fleck fest.

Wichtig ist für die Künstlerin festzustellen: „Ich klage mit meiner Arbeit niemanden an, ich bin auch keine Richterin. Ich sehe das Thema Drohnen nicht aus politischer Sicht, sondern aus gesellschaftlich-kultureller und menschlicher Perspektive, die mir unendlich Angst bereitet. Als Künstlerin ist es meine Pflicht, Missstände und Untaten zu entdecken, darauf hinzuweisen und zum Diskurs aufzufordern.“

Der SWR (Landesstudio Rheinland-Pfalz)  drehte im September 2015 ein kurzes, beeindruckendes Porträt von Fee Fleck, gesendet am 28. September 2015 in der Landesschau, Rubrik: “Persönlich”. Redaktion: Regine Hennenlotter. Kamera: Oliver Kachlicki. Schnitt: Michael Schwarz. Titel: “Kunst gegen das Vergessen”. Hierin kommt zum Ausdruck, dass das Drohnen-Projekt getragen wird durch die Erfahrungen und Erkenntnis eines bedeutsamen Lebens. 

“Sie ist unbequem, provokant und wissbegierig. Wenn sie einmal nicht mehr malen könne, meint sie, dann ist sie tot. Die Künstlerin Fee Fleck aus Mainz.” —Regine Hennenlotter


Hinweise:

Wer sich beteiligen möchte, ist hiermit gerne eingeladen. Zur Diskussion, zu neuen Ideen, zum Finden des besten Ausstellungsortes. Denn: Wir tragen alle Verantwortung für das, was in unserem Namen und/oder in unserem Sichtfeld geschieht.

Angesichts der Wichtigkeit und Aktualität des Themas von Fee Fleck gehen wir in der begleitenden Kommunikation ganz neue Wege. Social Media spielt eine zentrale Rolle. Per Blog liefern wir die Hintergründe. Die für das „Drohnen“-Projekt eigens Fee Fleck gewidmete Facebook-Seite fasst aktuelle Neuigkeit zusammen (begleitet durch Twitter-Nachrichten sowie Videos). Geplant ist zudem ein digitales Buch per Apple iBook-Technik, erhältlich im iTunes Store.

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