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Tag Archives: Verpackung

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Technologie-Entwicklungen im Print entfesseln die Marken-Kunst des Packaging | Im Fokus: Customer Experience und Mass Customized Marketing

Eine Analyse von Andreas Weber, Head of Value

Apple, Procter & Gamble (P&G), Nestle, Adidas, Chanel, Swarovski und viele andere Top-Marken tun es: Sie definieren sich im Digitalzeitalter verstärkt über High-End-Lösungen an der wichtigsten ‚realen’ Schnittstelle zum Kunden: Der Verpackung. 

Jährlich werden weltweit weit mehr als 1.000 Milliarden Euro aufgewendet, um Verpackungen zu konzipieren, gekonnt zu gestalten, zu produzieren und am Point-of-Sales in bestmöglicher Form zu präsentieren. Die talentiertesten kreativen Köpfe werden von Top-Marken eingesetzt, verstärkt auch „Techies“ und Media-Fachleute, um Verpackungen ständig weiter zu entwicklen. Verpackungen werden inzwischen als eigenständiges Medium im Kommunikationsreigen begriffen.

Die Verpackung als Markenbotschafter ist für Marken genauso wichtig wie das Produkt selbst. David Taylor, CEO, Chairman & President von P&G als größtem Werbungtreibenden der Welt, erklärte daher ‚Packaging‘ zur Chefsache und sagte vor kurzem: „Die Verbraucher erwarten von den Marken, denen sie vertrauen, überdurchschnittliche Leistungen und helfen dabei, einige der komplexesten Herausforderungen unserer Welt zu lösen. Unsere globale Reichweite, unser Verständnis der fünf Milliarden Verbraucher, denen wir dienen, und unsere Innovationsfähigkeit geben uns die einzigartige Möglichkeit, einen positiven Unterschied zu machen.“

Laut Taylor gehe P&G noch „bewusster vor, um die Verbraucher zu erfreuen und verantwortungsvollen Konsum zu ermöglichen.“ Er spricht damit nicht nur das Thema „Sustainability“ an (90 % der P&G-Verpackungen sind recyclebar), sondern auch technische Innovationen, die helfen, die sog. „Customer Experience“ zu beflügeln. [Quelle]

 

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P&G stellt bei seinem Internet-Auftritt seine Produkte inkl. Verpackung ins Zentrum – auch auf der Seite für Investoren.


 

Der „positive Unterschied“: Persönlich, individuell und kundenspezifisch

„You guys could take the lead in mass customization“, brachte es der US-Amerikaner Mark Schaefer auf einer Multichannel-Konferenz Anfang November 2017 in Orlando, Florida, auf den Punkt. Schaefer gehört zu den globalen Top-12 der Marketing-Gurus, ist Pionier im Social Media und ein gefeierter Bestseller-Autor gedruckter Bücher. 

Schaefer hatte sich im Detail mit seinem Publikum, die Elite der printkundigen Multichannel-Dienstleister aus aller Welt, und ihrem Innovations- und Leistungsangebot beschäftigt. Neben dem Mass Customization bei Produkten fasziniert ihn die Möglichkeiten des Mass Customized Marketing. Individualisiert gedruckte Verpackungen gehören dabei ins Bild.

Zugleich wurde aber offensichtlich: Es gibt ein Dilemma! Selbst die fortschrittlichsten Multichannel- und Print-Dienstleister sind kaum in der Lage, sich in der fachlichen, öffentlichen Diskussion gegen die puristischen „Only-Online-is-beautiful“-Propheten durchzusetzen. Mark Schaefer empfahl eindringlich, sich auch für Print (und damit v. a. für den Verpackungsdruck) kommunikativ besser in Szene zu setzen. 

 


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Info-Box —Boom-Markt Verpackung entfesselt neue Print-Techniken 

Rund 60 Prozent der jährlichen, globalen Investments von mehr als 1.000 Milliarden Euro liegen in der Kreation, den IT- und Workflow-Management-Prozessen. 40 Prozent, und damit über 400 Millionen Euro werden aufgewendet, um Verpackungen aller Art inkl. Etiketten und Umverpackungen zu drucken.

Damit wird deutlich, warum die Druck- und Papierbranche mit großer Wucht auf die Innovation durch die aufmerksamkeitsstarke Differenzierung von Verpackungen setzt. Bis dato waren dies vor allem außergewöhnliche Veredelungsmöglichkeiten wie Lacke sowie Metallfarben und speziell für den Verpackungsdruck konzipierte Sonderkonfigurationen von Maschinen und Medien.

Bedruckt und veredelt werden Verpackungen bisher vor allem im Flexo-, Offset-, Tief- und Siebdruckverfahren. Dies trägt den hohen Auflagen sowie Qualitäts- und Kostenanforderungen Rechnung. Gemeinsam decken Flexo- und Offsetdruck aktuell rund zwei Drittel des Weltmarkts für Verpackungsdruck ab.

Der Anteil des Digitaldrucks ist mit weniger als 10 % noch relativ klein, bietet also genug Raum für Wachstum. Dies wird sich mittelfristig durch die Fortschritte bei industriellen digitalen Drucktechniken ändern, denn auch bei den Verpackungen sinken die Auflagen. Hinzu kommt der Trend zur Individualisierung.

Übrigens: Innovative Verpackungshersteller setzen mittlerweile auf Online-Shops um auf diesem Wege den Kunden und Markeninhabern noch einfacher und schneller die Möglichkeit für individualisierte Verpackungen anzubieten. Ein gelungenes und professionell ansprechendes Beispiel hierfür ist www.designyourpackaging.de (siehe nachfolgend den Screenshot).


 

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Print ist ziemlich digital: Ein Online-Shop für Verpackungsdesign und -druck zeigt alle zeitgemäßen Möglichkeiten auf.


 

Innovations-Dilemma

Die Zahl der technischen Innovationsmöglichkeiten explodiert. An jedem Tag, praktisch im Minutentakt, werden Markeninhaber wie auch Agenturen mit neuen „digitalen“ Sensationen bombardiert. Die Print-Fraktion gerät dabei ins Hintertreffen. Für mich unverständlich, da man sich im Print-Sektor nicht zu verstecken braucht.

Denn Print ist „High-Tech-at-its-best“. Allerdings hat Print auch den höchsten Erklärungsbedarf und leidet unter zahlreichen Missverständnissen. Es gibt hierzulande auch kaum spannend inszenierte Fachveranstaltungen, bei denen sich Marketing-Fachleute wie auch die unterschiedlichsten Talente der Kreativ- und Agentur-Branche informieren können. 

Zumeist begnügt sich die Druckbranche damit, unter sich zu bleiben, Markenvertreter und Agenturen auf die Bühne zu holen, damit sie vor Druckereifachleuten reden, statt sie im Publikum sitzen zu haben. Das sollte und wird sich ändern. 


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Mein Tipp für Neugierige aus der Agentur- und Marken-Welt 

Im naturverbundenen Baiersbronn (Nordschwarzwald) hat die Firma colordruck Baiersbronn eine aus meiner Sicht folgerichtige und gut durchdachte Initiative ergriffen: „printSPIRATION: Think Digital“. 

Es geht um Innovationsthemen wie Mass Customization im Kontext mit neuen Gestaltungsmöglichkeiten mit Blick auf Time-to-Market durch höhere Relevanz, Flexibilität und Individualität. Den Auftakt bildet ein Workshop-Tag am 12. Juni 2018.

Kontakt und weitere Infos

www.colordruck.net/printspiration 

Merlanie Bengel LinkedIn

Melanie Bengel
T +49 7442 830-206
Email M.bengel@colordruck.net

 

Anmeldungen sind auch über Facebook möglich.


 

Zum Autor

Andreas Weber ist Gründer und CEO von Value Communication AG. Als Analyst & Berater für Erfolg mit Print im Digitalzeitalter ist er zugleich auch globaler Netzwerker und Publizist. Sein Blog www.valuetrendradar.com inspiriert Nutzer/Leser aus über 130 Ländern.

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#drupa2016 Review Teil 1 Key Visual.001

@ 2016 Foto/Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung im Überblick:


Vorbemerkung

Andreas Weber ist Gründer und CEO der Value Communication AG sowie des DigitaldruckForum mit Sitz in der Gutenberg-Stadt Mainz. Seine Spezialität: Brainware&Solutions sowie per ValueTrendRadar.com-Blog klare Analysen zur Zukunft von Print im Kommunikationsmix, die er kontinuierlich mit über 100.000 Fachleuen in über 100 Ländern teilt. Auf der #drupa2016 gründete er mit Christian Kopocz die Expertenplattform MUCHcomm.

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/Hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Pressemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Hinweis: Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

 


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Teil 1 — Die #drupa2016 als Prüfstein für die Kommunikationsfähigkeit der Printbranche

Vorbemerkung

Frage: Warum ist das Thema Kommunikationsfähigkeit wichtig?
Antwort: Weil es in der Printbranche (bei Druckereien wie auch bei deren Lieferanten) riesige Defizite gibt.
Begründung: In der Printbranche ist es üblich, die Geschäfts- wie auch die Fachkommunikation auf die Darstellung dessen, was man tun kann und wie man Produktionsaufgaben löst, hinzuweisen. Und dies zumeist dadurch, dass man das direkte Gespräch sucht. Sinnvoller ist es aber, Kompetenzen, Kundennutzen und -vorteile medial und damit effektiv in den Fokus zu rücken, um Unterscheidungsmerkmale erkennbar und öffentlich zugänglich zu machen. Bedenke: Das Geschäft mit Print ist schon längst kein Produktions-, sondern ein Dienstleistungsgeschäft, das pro-aktiv kommuniziert werden muss, um Dialoge über relevante Fachthemen zu beflügeln! Erfolg bringt, was in der medialen Kommunikation Markt- und Kundenanforderungen ins Zentrum stellt und nicht das eigene Tun!


In medias res

Die #drupa2016 war famos. Ich weiss, wovon ich rede. Es war meine ZEHNTE drupa! Noch nie zuvor konnte man so gut vorbereitet sein (wenn man sich die Zeit nahm), um im Prinzip alles Wesentliche wissen zu können, bevor die #drupa2016 ihre Pforten öffnete. Doch das Detail hat es in sich. In der Rückschau gab es noch nie eine drupa bei der so viele Experten „lost in details“ gingen! Während und vor allem nach der #drupa2016, die von Top-Experten einengend als die „Ink-Jet 2.0“-drupa bezeichnet wurde, stellte sich nämlich heraus, dass entsprechend dem klugen Messe-Konzept von Sabine Geldermann und ihrem drupa-Team alles Mögliche im Fokus stand, aber nicht mehr die Nabelschau der Technik quasi als Maschinen-Bullenprämierung!

„Touch the future“. So lautete das Messe-Motto. Endlich, wirklich endlich war die #drupa2016 thematisch und konzeptionell Meilensteine nach vorne gerückt, um sich der normativen Kraft des Faktischen zu beugen: Am Ende zählen nicht Technik oder die Anwendung (brav in Druck-Muster-Sammlungen präsentiert), sondern der Nutzen daraus. Die Liste der drupa 2016-Highlight-Themen, die Innovationen und neue Wachstumssegmente fokussierten, machte dies im Vorfeld mehr als deutlich: Dem Kernthema „Druck und Papier“ waren die Sektionen Multichannel, 3D Printing, Functional Printing, Packaging und Green Printing als Themengruppen beiseite gestellt. Offenkundig sollte und musste über den Tellerrand geblickt werden. Und das war gut so, um den maximal hohen Erwartungen der Besucher und der Aussteller gerecht werden zu können.

Wie nun aber die #drupa2016 in den Griff bekommen? Man war chancenlos, alle 1.800+ Aussteller in 17 (resp. eigentlich 19) Messehallen zu besuchen. Der Ausweg: Wie noch nie zuvor boten sich durch Google und Social Media (hier besonders: Twitter) eine grandiose Informations-Rundumversorgung! Davon machten leider die Wenigsten auf der drupa 2016 richtig Gebrauch. Am allerwenigsten die über 1.900 Fachjournalisten, darunter einige wichtige Industry Analysts, die aus 74 Ländern angereist waren. Hektisch und fast konfus rannten viele ihren unzähligen Terminen nach, um so viel wie möglich PERSÖNLICH in Augenschein zu nehmen, um anschließend beliebige Aussteller-News zu kolportieren. Dialoge mit Lesern finden über Fachmedien so gut wie nicht statt. Entsprechend lesen sich im Nachgang deren Reports. So manches, was längst vor der drupa 2016 publik war resp. während der drupa Online in Echtzeit Diskussionen prägte — wurde im Nachgang als Entdeckung, Überraschung und/oder bahnbrechende Premiere tituliert. — Puh! — TOTALLY LOST IN DETAILS ?!?

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Kurios und mit leichter Verzögerung von fast 1 Woche: Print folgt Twitter! Foto-Collage: Andreas Weber

Man kann nicht wissen, was man nicht weiss!

Aber auch via Online/Social Media wurde es uns allen nicht leicht gemacht. Viele drupa-Aussteller nutzten Twitter gar nicht — oder wenn doch, dann reichlich unprofessionell als weiteren, notwendigen Push-Kanal zur Selbstdarstellung. Das ist für Social Media aber kontraproduktiv. Gerade über Twitter in aller Kürze und z. B. über LinkedIn für mehr Ausführlichkeit können Dialoge in Gang gesetzt werden. Die Folge, wenn dies wie bei der #drupa2016 zumeist unterbleibt: Die Reichweiten blieben trotz allem Bemühen niedrig. Und der Interaktionsgrad war lausig. Erstrecht erzielt man so nicht die Einbindung neuer Zielgruppen, die per Twitter erreichbar und einzubinden wären, selbst wenn sie gar nicht zur drupa gekommen sind. — Die meisten aus der Printbranche denken wohl: Nun ja, Schuster, bleib bei deinen Leisten… Und warum sollten Print-Fachleute auf einmal werthaltig kommunizieren? Es gehe doch ums Drucken und Technik, so hört man land(a)auf, land(a)ab.

Wollte man dieser drupa 2016 Herr werden, musste man Twitter richtig nutzen — d. h. strategisch klar, zielführend und stringent vorgehen — und sich fast im Sekundentakt informiert halten. Wie gesagt, die Messe Düsseldorf hatte mit ihrem Neu-Konzept exzellente Vorarbeit geleistet. Und Social Media via Twitter war das Top-Kommunikationswerkzeug für die Messe Düsseldorf. Ergänzend kommt v. a. die Idee hinzu,die einzelnen Highlight-Themen durch über die Messehallen verteilte Touchpoints zu präsentieren. Dort konnte man aus erster Hand, Aussteller-übergreifend von Experten das Wichtigste zu den wichtigsten Themen erfahren. Die drupa-Social-Media- sowie drupa daily-Teams machten einen guten Job, um die Messebesucher aktuell zu informieren. Alleine die drupa-Apps waren nicht sehr hilfreich. Die hätte man einfach weglassen können.

Bye Bye „Push-PR“ — Twitter kann es besser!

Nur ganz wenige Pressekonferenzen auf der #drupa2016 waren lohnenswert. Vor allem diejenigen, die von Ausstellern ohne PR-Agenturhilfe gestaltet wurden, lieferten gute Inhalte, die für Social Media-Kommunikation tauglich waren! — Twitter entpuppte sich als unverzichtbare Top-Plattform: Und zwar

  • a) als beste Nachrichten- und Interaktionsquelle — zur Erinnerung: auf Twitter tummeln sich die engagierten, kompetenten Fachleute, die an Innovation und qualitativen News/Facts & Meinungen/Kommentierungen in Echtzeit interessiert sind;
  • und b) als hervorragende Analyseplattform. Denn wer als Besucher wie auch als Aussteller auf Zack war, konnte durch Twitter Seismografie-ähnlich erfahren, was gerade die wichtigen Gespächsthemen war, wie Neuheiten ankamen und bewertet wurden, was sich lohnt und was eben nicht. Zugleich kann man im Nachgang bis auf Einzelne runter brechen, wer sich für was interessiert bzw. wer was honorierte. Denn Tweets mit Hashtags sind sozusagen „for ever“ und können außerhalb von Twitter von allen per Google gefunden werden.

Grosse Bedeutung und Wirkung haben sog. Twitterlisten, die sich nach relevanten Hashtags ausrichten und von Twitternutzern geführt werden. Und Analysetools wie z. B. Keyhole sind hilfreich, da sie die wichtigsten Hashtags, Tweets, User/Influencer, geographische Lokalisierungen, Nutzungs-/Device-Ergebnisse sowie Word-Clouds in Echtzeit erfassen und Mehrwerte liefern. So entstand, wenn man weiss wie es geht, zum ersten Mal auf einer drupa mit und durch Twitter ein iterativer Informations-, Bewertungs- und Erkenntnisprozess. Mit dem erstaunlichem Ergebnis: Das, was Fachleute, Journalisten und Analysten zumeist als Top-Themen im Nachgang kolportieren, spielte eigentlich auf Twitter kaum keine Rolle — und wenn, dann eine untergeordnete. (Hinweis: Im Fall meiner Aktivitäten war von besonderem Vorteil, in deutsch und englisch zu kommunizieren sowie den ValueBlog und ValueStorifys einbinden zu können.)

Analysiert man die per Analyse-Tool generierte Word-Cloud zum Hashtag #drupa2016 im Nachgang (bewusst gewählte Post-drupa Stichtag-Zeitpunkte: 18. Juni 2016 bis 20. Juni 2016), so erscheinen als Echo folgende Begriffe als maßgeblich — nachfolgend in Form einer Top-Ten gelistet:

  1. #drupa2016
  2. #BigData
  3. #Print
  4. #Innovation
  5. #Storify (zur Doku/Visualisierung von relevanten Tweets)
  6. #unleashprint (das Canon-Motto)
  7. #cloud
  8. #mail
  9. #digitalcutting
  10. #drupa (viele hatten dies als Hashtag genutzt, statt sinnvollerweise #drupa2016)

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.037


Zwei drupa-Aussteller tauchen im Umfeld der Top-Ten namentlich auf: Heideldruck
(der Börsenkurz-Name der Heidelberger Druckmaschinen AG) sowie Canon — wie gesagt als einziger Aussteller durch sein Twitter-konformes drupa-Motto #unleashprint herausragend, somit exzellent gewählt und positioniert (mehr dazu in Teil 3).

Von „Insidern“ benutzte Hype-Begriffe wie Inkjet/Inkjet-Druck, Workflow, Print 4.0, Digitalisierung u.a.m. tauchen im Top-Ten-Ranking ebenso wenig im öffentlichen Social-Media-Interesse auf, wie z. B. der „größte“ Aussteller, HP, oder der mit den angeblich meisten Besuchern, Landa. Erstaunlicherweise fehlt auch Xerox, obgleich Xerox über das wohl engagierteste und kundigste Social-Media-Team auf der #drupa2016 verfügte. Und mit XMPie verfügt Xerox über eine Weltklasse-Multichannel-Kommunikationslösung, die von Xerox zur #drupa2016 erst gar nicht eingesetzt wurde. Das könnte daran liegen, dass Xerox für die eigene Marketing-Kommunikation den nutzen von XMPie völlig verkennt und/oder mit seiner Corporate-Social-Strategie bis dato  zwar große Reichweite, aber zu wenig Interaktion erzielt.

Viele andere, gleichrangig hoch frequentierte Hashtag-Begriffe zeigen das weite Spektrum, an dem man sich orientieren muss, wenn man das Thema Print künftig weiter entwickeln und bei Kunden populär machen und im Gespräch halten möchte:

  • virtual, strategy, automation, client, multichannel, success, review, geospital sowie gis, interactivevideo, marketing, iIoT (als das industrielle Internet-of-Things) sowie communications, 3d printing und youtube.
  • Als einziger Produktname taucht „clarity“ auf, der die neue, wegweisende Cloud-Lösung von Pitney Bowes bezeichnet. Nebenbei: Als mir bis dato einzig bekannter drupa-Aussteller setzt Pitney Bowes Twitter global als wesentliche Säule des Business Development ein.

Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


Fortsetzung folgt mit Teil 2:
Worauf kam es bei der #drupa2016 wirklich an?


Some insights

Value Publishing About @drupa2016.001

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Die drupa ist stets ein Ort der Top-Gespräche und einzigartigen Momente, wie mit Didier Gombert (großes Foto am Stand von Objectif Lune). Foto/Collage: Andreas Weber

 

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung aller drei Berichte im Überblick:


Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


 

Frage: Ist es möglich, das Angebot einer drupa als globale Leitmesse komplett zu erfassen?
Antwort: Nein! Das ist auch gar nicht nötig. Das beste Prinzip lautet: Reduktion auf das maximal Wichtige. Daher nachfolgend eine analytisch-subjektive Selektion dessen, was aus ValuePublishing-Sicht relevant war!


Vorspiel: Wo bleibt der Bezug zu dem, was die Printbranche voranbringt?

„Rund 260.000 Besucher (2012: 314.248 Besucher) aus 188 Ländern und rund 1.900 Journalisten aus 74 Ländern sind nach Düsseldorf gereist, um sich über technologische Innovationen, Weiterentwicklungen und neue Geschäftsfelder zu informieren,“ verlautbarte die Messe Düsseldorf am 10. Juni 2016 stolz. Und mit 76 Prozent lag die Quote der internationalen Besucher um 16 Prozentpunkte höher als im Jahr 2012. Deutschland markiert damit einen riesigen Besucherrückgang! Quelle: drupa/Messe Düsseldorf

Ob die Zahl der Besucher den Ausschlag für nachhaltigen Erfolg gibt, sei dahingestellt. Aber eine Schrumpfung um fast 55.000 Besucher im Vergleich zur drupa 2012 ist in jedem Fall bedenkenswert. Zu behaupten, das sei OK, weil die Messedauer ja verkürzt worden sei, erscheint ungefähr so „logisch“ wie das Argument, gutes Essen schmecke umso besser, je mehr man davon mengenmässig verspeist.

Fakt ist vielmehr: Der allseits herausgestellte Dreiklang der modernen Druckindustrie — Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung, kurz mit Print 4.0 in Anspielung an Industrie 4.0 charakterisiert – hat zur Folge, dass immer weniger Betriebe mit immer weniger Personal ein inzwischen wieder dynamisches Produktionsvolumen stemmen. Ergo: Weniger ist mehr! ABER: Für die #drupa2016 hätte die beste Voraussetzung bestanden, neue Zielgruppen zu motivieren und zu mobilisieren, um die ambitionierte globale Leitmesse zu besuchen. Das hat aber (wie schon 2012) nur marginal/punktuell geklappt, aber nicht breitenwirksam. Denn neue Besuchergruppen sind durch „Wir können Print 4.0“-Rufe und „Wie toll, was wir da machen-Selbstdarstellungen von Ausstellern nicht zu mobilisieren. Aus meiner Sicht ist eine riesige Chance vergeben worden. Viele Marktteilnehmer werden sich dadurch unnötig schwer tun, um das zu kompensieren. 

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.001

Der kompakte Vortrag mit dem #drupa2016 Review von Andreas Weber kam sehr gut an auf dem Swiss Publishing Day 2016 am 30. Juni 2016 in Winterthur. — Doku via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Zu vielen Ausstellern muss es wohl egal sein, was die Kunden ihrer Kunden denken. Einige Hersteller betonten, das Wichtigste sei, dass sie weit über ihre Erwartungen hinaus Verkaufsabschlüsse tätigten.

  • Beispiel: Landa verkaufte nach eigenem Bekunden für über 450 Millionen EURO Nano-Druckmaschinen, die (allerdings) immer noch nicht lieferfähig sind. — Siehe dazu meine Traumgeschichte „Danke Benny. Touch the future again and again…”
  • Seriöser resp. sinnvoller aus meiner Sicht: Heideldruck erwähnte bei seiner Annual Analyst Conference am 8. Juni 2016 über 1.000 Kaufverträge über lieferfähige Produkte und Lösungen, um Kunden zu ermöglichen, ihr Kerngeschäft Offsetdruck zu stärken und/oder gleichzeitig sich der Herausforderung „Digitaldruck auf industriellem Fertigungsniveau“ anzunehmen; mehr als 5.500 Heideldruck-Kunden meldeten sich für den neuen Heidelberg eShop an.
  • HP Inc. rühmte sich, mit der kompletten Halle 17 im Gepäck, der größte Aussteller der drupa 2016 gewesen zu sein, und lobt sich selbst: „HP experienced its best attended drupa ever with sales far exceeding expectations, achieving 150 percent of our sales goal,” urteilte laut Branchendienst WhatTheyThink.com Francois Martin, Global Marketing Lead Graphics Solutions Business HP Inc. Fast schon pingelig wird aufgezählt, wieviel Maschinen man verkauft habe, um zu dokumentieren, dass man die eigenen Lösungen zur Marktführerschaft gebracht habe. — Nur mit dem von HP vielgelobten PrintOS, dem neuen und ultimativen Betriebssystem fürs Drucken, kam man laut divergierenden Medienmitteilungen mit 200 resp. 500 Subskribenten, in jedem Falle also weniger als 5% aller Kunden, nicht so weit. — Damit ist HP entgegen der eigenen Einschätzung vom Mainstream weit entfernt und  immer noch nicht vollständig im Print 4.0-Zeitalter der durchgängigen Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung angekommen.

Die Umsätze bei Heidelberg wie auch bei KBA, Canon, Xerox, Ricoh und KonicaMinolta liegen allesamt höher als beim „größten“ Aussteller der #drupa2016, der zudem deutlich höhere Stand- und Werbekosten zu verzeichnen hat. (Kann man so etwas einen Pyrrhussieg nennen?). Allein drei Aussteller als Newcomer aus Israel konnten in Summe HP’s Umsätze weit übertreffen resp. eine sehr viel bessere Relation zwischen Invest und Return-on-Invest erzielt haben; neben Landa sind dies Highcon und Scodix, wie der israelische Wirtschaftsdienst Globes vermeldet hat. — Learning: Wer wie HP darauf setzt, sich Erfolg erkaufen zu wollen, muss nicht automatisch erfolgreicher sein als andere. Zumal, wenn wie im Falle HP zur #drupa2016 eigentlich nur Optimierungen der bestehenden HP-Lösungen geboten wurden. Tatsächlich Neues und für die Print-Branche im Sinne des „Touch the future“ insgesamt Relevantes hat sich für mich bei HP auf der #drupa2016 nicht erschlossen. Schon gar nicht durch HP’s mediale Kommunikationsarbeit!

ValuePublishing #drupa20150 Review.001

Petra Lüftner kommentierte am 4. Juli 2016 per XING als Reaktion auf mein Traum-Erlebnis — Danke, Benny! Touch the future again and again… — wie folgt: „Ich war total traumatisiert von so viel Zukunftsvisionen und der ernsthaften Frage, für WEN und welchen MARKT all dieses dort stattgefunden hat. Die Realität sieht meines Erachtens heute und auch in den kommenden Jahren ganz anders aus. Verkaufen, nur um des Verkaufens Willen, ohne fachliche und zeitnahe Analyse der Marktes? Wie oft schon wurde in der Vergangenheit der Hype um neue Technologien zum Untergangsszenario mancher Firma 🙁  Denn nicht die ‚Technology’ ist es, was wir zuerst überdenken müssen, vielmehr die Wertschöpfungskette und die Anwendbarkeit des vorhandenen Instrumentariums.  Ein erfolgreiches Unternehmen zeichnet sich durch einen realistischen Bezug zum Markt und die darauf optimierten Prozesse und Produkte, nicht durch blinkende Displays aus.  So stellte sich am Ende meines Traums die Frage, ist alles was glänzt Gold oder sollte man doch den guten alten Fadenzähler zur genaueren Betrachtung des Ganzen nutzen? Herzliche Grüße in die Stadt des URSPRUNGS, die Gutenberg-Stadt Mainz“.

In medias res: Willkommen im digitalen Printmedienkosmos

Wichtiger erscheint mir, der Nabelschau einiger Top-Aussteller nicht zum Opfer zu fallen, sondern stattdessen konkret aufzuzeigen, welchen Einfluss tatsächlich innovative Technologien-Angebote auf der #drupa2016 für die Branchenentwicklung haben. Denn, wie und ob Print gewinnt, hängt nicht von Boxen-Verkäufen, sondern von Lösungskompetenz und drei zentralen Faktoren ab:

  1. Welche Rolle spielt Print im Kommunikationsmix? Gerade mit Blick auf BigData, Cloud, Social Media und IoT.
  2. Wie und warum definiert Inkjet-Druck die industrielle Herstellung von Printmedien neu?
  3. Wer als Aussteller hat auf der #drupa2016 die Messe-Leitidee „Touch the future“ tatsächlich am besten verkörpert und nach vorne gebracht?

Zeit also für eine an der Realität orientierte Bestandsaufnahme, die alle (kaum noch zu überblickenden) Neuheiten der #drupa2016 zusammenfasst, plausibel bewertet und in den Kontext mit den gewachsenen Anforderungen im Digitalzeitalter stellt.

Das Prinzip der Digitalisierung im Kontext mit Print erklärte Heideldruck-CEO Dr. Gerold Linzbach im Vorfeld der drupa 2016 ganz exzellent (Siehe „drupa ante portas: Automatisierung, Flexibilisierung, Digitalisierung machen Print zum Top-Wachstumsmarkt!“). Auf der drupa präsentierten Dr. Linzbach und sein Vorstandsteam am 8. Juni 2016 souverän vor hochrangigen Finanzanalysten, was Heidelbergs Comeback ausmacht  — übrigens von der drupa-Community kaum bemerkt, führte die gelungene Konferenz für #Heideldruck zu einem Kurssprung nach oben, inklusive Kaufempfehlung der Analysten:

  1. Ein radikales Umdenken und Umschwenken Richtung Print 4.0
  2. Maximale Markt- und Kundenorientierung mit Fokus auf ‚Customer Journey‘ (im Sonne von: Welchen Weg wird mein Kunde gehen, wenn er neue Lösungen einsetzen möchte?)
  3. Neupositionierung Richtung autonomes Drucken sowie das „Amazon-für-Printherstellung“ durch eine integrierte Heideldruck eShop-Lösung

07-drupa2016 ValuePublishing Storify on HeideldruckWeitere Informationen zum Comeback von Heideldruck: ValueStorify „drupa 2016 — #Heideldruck: Back to profitable growth!“ mit Live-Texten, -Fotos, -Videos.

Heideldruck sieht für sich gute Chancen, die „alte“ Welt des Offset-Druckens mit der neuen Welt des „digitalen“ Druckens zu vereinen. Das wird belohnt: Wie Mike Hilton in seinem Global News Review dokumentiert, erhielt Heideldruck in mehreren Kategorien den IDG Business Media and Dimension Data Deutschland’s Digital Leader Award 2016.

Daran anknüpfend ist zu beachten, dass der Umgang mit dem Phänomen „Big Data“ in der Printproduktion mehrere Dimensionen und eine dynamisch stärker werdende Priorität aufweist:

  • Aus dem Web resp. der Social Media-Welt und via Cloud-Services explodiert die Datenmenge dessen, was aus der virtuellen Welt ins Print überführt wird;
  • Inhalte können dabei automatisiert auf Basis von intelligenten Algorithmen zusammengestellt werden für massenhaft individuelle, bedarfsgerechte Druckprodukte.
  • Zum anderen müssen riesige Datenströme beim Produktionsmanagement intelligent gehandhabt werden, um effizient, qualitätvoll, ohne Medienbrüche und möglichst schnell, das heisst in Tagesfrist fertigen und liefern zu können.

Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen, wobei im Web verstärkt Systemarchitekturen zur freien Verfügung stehen, die nahtlos Druckdaten automatisiert erzeugen und per Internet an selektiertere Dienstleister/Drucksysteme transferieren können. Die einfachste Form sind Drucke beliebiger Daten via Smartphone oder Tablet. Apple mit AirPrint oder Google mit CloudPrint waren die Pioniere der Generation X; Drucksystemhersteller wie Canon oder HP folgten mit eigenen ePrint-Lösungen. Zum Anderen werden Daten aus Wiki—Plattformen zum Beispiel per PediaPress-Technologie in Bücher verwandelt, auf Basis der vom Internetnutzer online selektierten Wikipedia-Artikel. Weiterhin können Social-Media-Nutzer per Knopfdruck ihre Chroniken auf Twitter, Instagram oder Facebook in Publikationen verwandeln, um gedruckte Poster z.B. der Facebook—/Instagram-Freunde, Leinwanddrucke  oder Tagebuch-Chroniken in Buchform aus Twitter und Facebook automatisiert zu erstellen (siehe mySocialBook, Twenty20 oder boomf mit Druck von Instagram-Fotos auf essbare Marshmellows).

Diese Services werden von Konsumenten ebenso genutzt wie von Unternehmen für Werbezwecke, die solche Projekte in ihre digitalen Marketingkonzepte einbinden (Siehe den ValuePublishing drupa-Vorbericht zum Highlight-Thema Multichannel). Bei den reinen Unternehmensanwendungen werden Marketing- und IT-Daten automatisiert ohne Medienbruch zusammengefügt und daraus Cross-Media-Kundenkampagnen erstellt, die Unternehmensangebote wie zum Beispiel Vertragsverlängerungen bei Versicherungen koppeln mit den Feedbacks von zehntausenden Kunden, die dann an die Unternehmens-IT und deren CRM-Systeme zurückgespielt werden, um die Kundenprofile aktuell zu halten und sogar einzelne Transaktionen zu dokumentieren. Alle Unterlagen sind dann sowohl digital als auch gedruckt verfügbar. Der Kunde entscheidet, welche Form er bevorzugt.

 Als Lesetipp empfehle ich die brillanten Kommentare von Christian Kopocz auf LinkedIn, der als Entrepreneur und Finanz-, Marketing-, Digitaldruck- und Multichannel-Profi exzellent twittern sowie bloggen kann und sein #drupa2016-Erleben aus Sicht des kundigen Fachbesuchers schildert:

Druckers Dilemma: „Herrje! Was habe ich denn mit Social Media und Big Data zu tun? — Eigentlich will ich doch einfach nur drucken!“

Naturgemäß stellen Big Data resp. Social Media die Welt der Druckereiunternehmer auf den Kopf. Das Denken und die Technik-Ausstattung in Druckereien sind darauf ausgerichtet, dass der Kunde/Drucksachenbesteller die Pre-Media-Arbeit selbst erledigt. Und der Druckerei druckbare PDF-Dateien übergibt. Man bedient einen Nachfragemarkt. Denn bis dato folgen Printproduktionsprozesse einem starren, linearen Ablaufschema: Daten werden digital editiert, mit Expertenwerkzeugen formatiert und dann unveränderlich für den Druck aufbereitet und an Druckereien übergeben. Der Mensch diktiert sozusagen der Maschine, was sie tun muss. Die Druckerei lebt vom Bereithalten von Produktionsmitteln und -kapazitäten — mit dem Vorsatz bzw. der Verpflichtung, Bedürfnisse der Kunden bestmöglich zu erfüllen. Damit sind Drucker wie ihre Lieferant glücklich. Aber: Tatsächlich haben beide Fraktionen im Drucksektor die Kontrolle über den Markt längst abgeben. Und wer kennt schon durch Innovationen hervorgerufene Bedürfnisse, die sich erst noch entwickeln können, wenn das neue auch bekannt ist? Wie gesagt, die Kunden der Druckerei waren kaum auf der #drupa2016 zugegen und können sich auch nicht über klassische Fachmedien oder durch bloggende Marktforscher  informieren, weil die sich in Details verlieren…


 Zwischenruf: Anders agieren!

Kai Büntemeyer„Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist auf der drupa einfach eine Maschine zu kaufen, ohne vor- und nachgelagerte Prozesse zu bedenken!“ — Kai Büntemeyer, Vorsitzender VDMA Druck- und Papiertechnik sowie Geschäftsführender Gesellschafter von Kolbus GmbH & Co KG auf der pre-drupa-Pressekonferenz des VDMA am 4. April 2016.


Der einzig mögliche Innovationsansatz ist daher, den starren Prozess aufzulösen, indem Daten von verschiedener Seite stationär und mobil bearbeitet werden, also von Analog zu Digital und umgekehrt als iterativer Prozess nahtlos automatisiert transformiert, inhaltlich angereichert sowie individuell und „on-demand“ per Digitaldruck ausgegeben werden können. Workflow-technisch gesehen, wird ein Pipeline-Prozess in ein vernetztes, interaktives, individuell auszugestaltendes  Plattform-Konzept überführt, das neue Formen der Konnektivität bietet.

Ganz nah an Big Data: Print 4.0 braucht Communication 4.0

Auf der drupa 2016 konnte man darüber mit Pionieren und Unternehmern wie Didier Gombert, einer der Gründer und Vorstandsvorsitzender des Technologie-Entwicklers Objectif Lune (OL), bestens und auf hohem Niveau diskutieren. Gombert hatte vor einiger Zeit schon den technischen Umbau aller seiner Software-Lösungen vorgenommen. HTML, CSS und JavaScript bilden nunmehr den Ausgangspunkt. Der Fokus liegt auf digitalem Business Communication Management (kurz: ccm). Print kann sich dort stets nahtlos „andocken“ und wird Teil digitaler Kommunikations- und Geschäftsprozesse.

„In der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung hat sich die Printmedienbranche lange auf die Steigerung der Herstellungseffizienz fokussiert. Entsprechend folgt jede Art Printmedienherstellung stets digitalen Prozessen. Das ist gut so. Aber: Die Effektivität von Print als vernetzbarem Medium im Digitalzeitalter kam zu kurz und hat jetzt höchste Priorität“, stellt Gombert fest. Der visionäre Unternehmer gilt seit über 20 Jahren als Vorreiter einer neuen „digitalen“ Philosophie, die Printmedien zeitgemäß im Kommunikationsmix einbindet. Grundlage bildet für Gombert das „Connect“-Prinzip. Aus einem „digitalen“ Baukasten verschiedenster Lösungen entwickelte sich ein skalierbares Lösungsszenario, das Einsteigern wie Profis hilft, Print in der Geschäfts-/Kundenkommunikation optimal einzusetzen und stets mit digitalen Kommunikationsprozessen einfach und kostengünstig zu vernetzen. Themenhighlights zur drupa 2016 sind für Gombert sozusagen „beyond technology“ neue Kommunikationsaufgaben wie „Customer Experience“ und „Customer Journey“. Darunter wird verstanden, hundertprozentig markt- und kundenorientiert Produkte und Lösungen im Dialog mit Kunden (weiter) zu entwicklen. Im Fokus: Optimale Schnittstellen zwischen Mensch-Maschine — Maschine-Maschine — Maschine-Mensch. Kein Wunder, dass Gombert auf der drupa 2016 mit allen seinen wichtigen Kunden und Partnern zusammentraf, um den Ball weiter zu spielen. Dazu gehören Konzerne wie Canon, Konica Minolta Pitney Bowes und Ricoh.

ValuePublishing Big Data Visuals.001Ganz nah an Big Data ist auch der Titel eines Reports, den Andreas Weber für das #drupa2016-Print-Special der führenden Technik&Innovations-Zeitung VDI nachrichten verfasste. — Erweiterte Fassung des Reports als Trendanalyse (in englischer Sprache).


Fazit Teil 2

Print als Medientechnologie spielt nicht mehr eine Sonderolle quasi als Analog-Relikt in einer digitalen Welt. Print ist und bleibt die tragende Säule der Geschäfts- und Kommunikationswelt und kann nahtlos in digitale Geschäfts- und Kommunikationsprozesse eingliedert werden! Um in der neuen Welt des Print bestehen zu können, erfordert es seitens der Druckereien den Neustart-Knopf zu drücken. Mit Technik-Käufen oder dem Versuch, durch Technik-Einsatz gar neue Geschäftsmodelle zu entwicklen, kommt keiner weiter. Alle sind aufgefordert, das Zusammenspiel von Brainware, Software und Hardware neu zu definieren und daraus Markt-konforme Lösungsangebote im Dialog mit Kunden zu entwickeln.


Fortsetzung folgt mit Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)


Hinweis

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Presemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001

Great work. Great tweets. Great results. And a lot of fun beyond technology by LOVRA’s amazing chill-out sessions. Last but not least: Many THANKS to the Xerox Social Media team members Stefan, Bill, Jenna.

#drupa2016 Review: Print wins! If…

Dear friends of drupa!

Please read and share our unique series of #drupa2016 reports. We are proud to enable a real multimedia and multichannel experience. And we are happy to interact with a huge global audience covering 120+ countries.

Kick-off: splendid #drupa2016

Our ValuePUBLISHING TRILOGY — a quite critical, selective analysis looking back at the splendid #drupa2016 (in german language)

Topics Outline Overview:
• Part 1 – Proof of concept: Does the printing community communicates properly?
• Part 2 – Crucial: Reduce to the max — don’t get lost in details!
• Part 3 – The crux of the matter: #unleashprint 

 


Back to the future: Some fun

#drupa2050 — TX to Benny: Touch the future again and again…
#drupa2050 — Danke, Benny! Touch the future again and again…


Enjoy ValuePUBLISHING’s #Storify stories the most valuable way to catch up all major topics of #drupa2016 in a smart multimedia format. Convenient to navigate, wonderful to explore and easy to share. Our guideline: Less is more — so reduce to the max!

 

Note: We are proud of the fact that around the globe hundreds of thousands of unique viewers follow us already and interact with our content — shared via Twitter (@ValueCommAG plus @zeitenwende007), Facebook, LinkedIn, XING and Google+. — More than 70 % of our viewers are leading innovators dedicated to all kind of graphic communications applications. 

 

 

The secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

 

 

GENERAL OVERVIEW

drupa2016 REVIEW — ValuePublishing Storify:
All about the role of print in the communications mix

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Pre-drupa media conference March 2016

 

 

 

IN MEDIAS RES

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Ready for #unleashprint? YES WE CAN(on)

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck back to profitable growth

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck Press Conference Feb 2016

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
PitneyBowes reinvented mail (live at drupa may/June 2016)

drupa2016 – ValuePublishing Storify:
Objectif Lune put business communications to the next level

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Automated Digital Cutting made by Zünd Systemtechnik

 

Das Geheimnis der #drupa2016 in 23 Sekunden — Von Andreas Weber, Head of Value.

 


In addition for extended reading check out our focused trend reports via ValueBlog posts by Andreas Weber

Note: Almost all Blog posts are available in english and german.

 

ValuePublishing Storify Review 18062016.001


As well you can find a whole series of ValueDialog stories:

ValueDialog — Christian Kopocz: “Multichannel ensures relevance!”

To get access to more ValueDialog stories use our Blog search tool.

 

Value Publishing About @drupa2016.001

 

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Von Andreas Weber

Hinweis: Der Fachartikel erschien in abgewandelter Form im Auftakt-drupa-Special von VDI-nachrichten, Ausgabe vom 13. Mai 2016. VDI-nachrichten spricht als Premium-Leserzielgruppe über 310.000 Technik- und Innovations-Experten der deutschen Wirtschaft an.  

Mehr als die Hälfte aller Verpackungsumsätze weltweit entfällt auf bedruckte Verpackungen – Tendenz steigend. Der Verpackungsdruck wird somit zum wichtigsten Zukunftsmarkt des Druckmaschinenbaus. Dies spiegelt sich wider auf der kommenden Weltleitmesse der Branche, der Drupa (Düsseldorf, 31. 05.2016 bis 10. 06.2016). Die Verpackungsindustrie boomt seit Jahren. 2012 erlöste sie weltweit rund 600 Mrd. €, 2018 sollen es satte 758 Mrd. € sein. Das jedenfalls prognostiziert das britischen Marktforschungsunternehmen Smithers Pira.

Die Gründe hierfür sind zum Ersten der steigende Bedarf an Verpackungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufgrund zunehmenden Wohlstands und wachsender Bevölkerungen. China liegt an der Spitze. Zum Zweiten profitiert die Verpackungssparte in den westlichen Industrieländern von zunehmender Sortenvielfalt und mehr Wettbewerb im Handel. Und drittens nimmt das Volumen von Verpackungen zu, wie hierzulande die Verbraucherberatung NRW feststellte. Denn 40 % der Verpackungen enthielten Luft.

 

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Boom-Markt Verpackung entfesselt neue Print-Techniken 

Damit wird deutlich, warum die Druck- und Papierbranche mit großer Wucht auf die Innovation durch die aufmerksamkeitsstarke Differenzierung von Verpackungen setzt. Bis dato waren dies vor allem außergewöhnliche Veredelungsmöglichkeiten wie Lacke sowie Metallfarben und speziell für den Verpackungsdruck konzipierte Sonderkonfigurationen von Maschinen und Medien.

Bedruckt und veredelt werden Verpackungen bisher vor allem im Flexo-, Offset-, Tief- und Siebdruckverfahren. Dies trägt der hohen Auflagen sowie Qualitäts- und Kostenanforderungen Rechnung. Gemeinsam decken Flexo- und Offsetdruck aktuell rund zwei Drittel des Weltmarkts für Verpackungsdruck ab. Laut Smithers Pira hatte er 2015 ein Volumen von 415 Mrd. $.

Der Anteil des Digitaldrucks ist mit weniger als 10 % noch relativ klein, bietet also genug Raum für Wachstum. Dies dürfte sich aber mittelfristig durch die Fortschritte bei digitalen Drucktechniken ändern, denn auch bei den Verpackungen sinken die Auflagen. Hinzu kommt der Trend zur Individualisierung.

Bedruckte und lackierte Kartonagen sowie Blechtafeln dürften vorerst eine Domäne des Bogen-Offsetdrucks bleiben. Der Digitaldruck tastet sich aber allmählich in diesen Markt hinein. Bei flexiblen Verpackungen dominiert in Europa und Amerika der Flexodruck, in Asien der Tiefdruck. Letzterer verliert aber aufgrund der teuren Druckform an Boden.

Bei Wellpappe und Etiketten ist der Flexodruck ebenfalls noch der am meisten genutzte Prozess, obwohl bei den Labels der Digitaldruck stark im Kommen ist. Der Siebdruck wurde bisher vor allem bei Schildern, Displays und Hohlkörpern eingesetzt. Auch dort gewinnt das digitale Inkjet-Druckverfahren an Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass die heute im E-Commerce üblichen braunen Umverpackungen aus Wellpappe zunehmend farbiger werden.

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Foto: Gundlach Group.

Deutsche Druckmaschinenbauer suchen im Digitaldruck Kooperationspartner

Besonders die deutschen Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer (KBA) und Heidelberger Druckmaschinen setzen hier seit Jahren ihren Schwerpunkt auf den Verpackungsdruck. Nunmehr liegt er im industriellen Digitaldruck, der von globalen Kooperationen profitieren soll: KBA kooperiert mit HP Inc., um den Inkjetdruck für sich über HPs eigene Pagewide-Drucktechnologie nutzbar zu machen.

Heidelberg entwickelte mit der japanischen Fujifilm und dessen Expertise in der Tintenstrahldrucktechnik binnen 15 Monaten eine neue Technologieplattform. Die erste darauf basierende Maschine, Primefire genannt, zielt mit Inkjetdruck für Bögen im Großformat (70 cm x 100 cm) auf Verpackungsdruck in Premiumqualität.

Event-Tipp: Im drupa cube findet auf der drupa 2016 in Halle 5 am 2. Juni ein Fachtag zu Packaging und Printed Electronics statt. Anmeldungen über www.drupa.de.

Viele neue Player, die zusätzliche Verfahren entwickelten, kommen durch den Trend zum Verpackungsdruck ins Spiel, vor allem aus Israel. Dazu gehören neue Digitaldrucktechnologien wie die von Landa Nanography. Scodix entwickelt digitale Veredelungsmaschinen und Highcon setzt auf laserbasierte Hochgeschwindigkeitsmaschinen für die Faltschachtelherstellung. Auch reine Digitaldrucktechnikexperten wie Canon oder Xerox wollen bei Print-Anwendungen die Potenziale bei Verpackungen inklusive des Etikettendrucks heben. Dies schließt über printed electronics die Integration von Near Field Communication (NFC) ein, die beim Inkjetdruck mitverarbeitet werden kann.

KBA-Chef Claus Bolza-Schünemann bricht in seiner Funktion als Präsident der Weltleitmesse Drupa daher eine Lanze für den Verpackungsdruck. Bedruckte Verpackungen habe für ihren Inhalt eine Schutz-, Konservierungs-, Werbe- und zunehmend auch eine Kommunikationsfunktion. Man denke hier nur an das Thema Verbraucherschutz mit entsprechenden Hinweisen auf der Verpackung. Zudem könnten Verpackungen nicht durch Flatscreens oder Smartphones ersetzt werden. Anders als gedruckte Zeitungen oder Kataloge seien sie nicht vom veränderten Medienverhalten betroffen, sondern profitierten eher davon. Mehr Single-Haushalte mit einer Vorliebe für Fertiggerichte und der boomende Onlineversandhandel seien ebenfalls Wachstumstreiber.

Was im klassischen Drucksektor leicht übersehen wird, ist das Zusammenspiel von Multichannel-Lösungen beim Marketing, „Augmented Reality“ und individualisierter Werbung. Diese Kombination kann jede Art von Verpackung über die „Augmented Reality“ zum Startpunkt neuer Kontakt- und Dialogmöglichkeiten mit dem Käufer machen und stellt daher ein ungeheures Potenzial für Markenunternehmen dar.

Um dies zu realisieren, ist der Digitaldruck unerlässlich. Nur durch ihn kann das Druckbild ad hoc variiert werden. So ermöglichen neuartige Multichannel-Softwarelösungen wie die von der Xerox-Tochter XMPie, Verpackungen zu individualisieren und sie zu einem Teil von messbaren Marketingkampagnen werden zu lassen.

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Foto: Heideldruck.

Kunterbunte Müslidosen sind der Zukunftsmarkt

Doch gibt es auch Hemmnisse: Die Münchner Forschungsgemeinschaft Druck (Fogra) hat herausgefunden, dass die Druckbildqualität per Inkjetdruck leicht ein zu sehr „ausgefranstes“ Druckbild ergeben kann. Das ist mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, bereitet aber vor allem bei Barcodes Probleme. Die hochsensiblen Barcode-Lesegeräte erzeugen dann Fehlermeldungen. Wer als Druckerei hohe Auflagen mit schlecht gedruckten Barcodes erzeugt hat, die dann Lesefehler verursachen, hat ein Riesenproblem.

Eines der derzeit spannendsten Verpackungsdruckprojekte hat Heidelberg im Team mit dem Online-Start-up mymuesli.com bereits zur Jahreswende realisiert. Mymuesli.com ist ein Versandhandel für individuell konfigurierte Müslis. Nach ersten Erfolgen eröffnete die Onlinefirma Ladengeschäfte und es entstand durch den Online-Printexperten Bernd Zipper die Idee, dass der Müslikäufer vor Ort per iPad seine Müsliverpackung – und nicht nur ein Etikett – selbst bedruckten kann.

Möglich macht das eine Drucktechnik von Heidelberg, genannt 4D, die in der Kabine der Druckmaschine den zu bedruckenden Gegenstand im Raum fixiert und dann mit beweglichen Tintenstahldruckköpfen bedruckt. Das Online-Editier- und Prozessmanagement stammt von Longo, Augsburg. Heraus kommt die Müslidose mit individuellem Text, selbst gestaltet und in Echtzeit produziert. Das kommt bei Kunden bestens an und soll nun in Serie gehen.

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Foto: KBA.

 

ValuePublishingFacts

KBA-Chef Claus Bolza-Schünemann bricht in seiner Funktion als drupa-2016-Präsident eine Lanze für den Verpackungsdruck. Seine Argumente für das starke, nachhaltige Wachstum bei Verpackungen:

  1. Bedruckte Verpackungen haben für ihren Inhalt eine Schutz-, Konservierungs-, Werbe- und zunehmend auch eine Kommunikationsfunktion. Man denke hier nur an das Thema Verbraucherschutz mit entsprechenden Hinweisen auf der Verpackung.
  2. Verpackungen können nicht durch Flatscreens oder Smartphones ersetzt werden. Anders als gedruckte Zeitungen oder Kataloge sind sie nicht vom veränderten Medienverhalten betroffen, sondern profitieren eher davon.
  3. Die Weltbevölkerung und der internationale Wohlstand wachsen. In Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien wächst die kaufkräftige Mittelschicht. Mit dem Wohlstand wächst der Konsum und wo mehr konsumiert wird, wird mehr verpackt und bedruckt, zumal auch in Schwellenländern Shopping Malls aus dem Boden schießen.
  4. Verpackungen werden immer raffinierter und edler. Nur so finden sie am Point of Sale die nötige Aufmerksamkeit. Dieser Trend bringt mehr Wertschöpfung für die Druckbranche und aufwendiger ausgestattete Maschinen für die Lieferindustrie.
  5. Mehr Single-Haushalte mit einer Vorliebe für Fertiggerichte und der boomende Online-Versandhandel sind ebenfalls Wachstumstreiber.

 

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@ 2016 Großes Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann. Kleines Foto und Bildcollage: Andreas Weber, Mainz.

 

Kommentar zur #drupamc von Andreas Weber | Englisch version available

Alle haben zur drupa media conference (kurz: #drupamc) vom 29. Februar bis 2. März 2016 einen super Job gemacht: Die Messe Düsseldorf, insbesondere das drupa2016-Team, die 15 Aussteller mit ihren Vorträgen, AD Communications als Organisationsagentur und zu guter Letzt die rund 100 anwesenden Fachjournalisten aus aller Welt, davon erfreulich viele Neulinge. Das ist gut so. Die Branche braucht neuen Schwung. Und ein neues Denken, dem die richtigen Taten folgen. Dafür soll die drupa 2016 stehen: Touch the Future, lautet das Motto, das drupa-Direktorin Sabine Geldermann ausrufen lässt. Gut so! — Aber: Nahezu unbeachtet bleibt weiterhin, die Kunden der Druckereien als maßgebliche Innovationsentscheider ins Boot zu holen. Insofern: Print kommt technologisch rasant voran, aber die Branche bremst sich selbst!

Auf einen Blick:

  • #drupamc war ein voller Erfolg.
  • HP will die Leitfunktion im Print übernehmen (begeht aber kommunikativ leider echte Patzer!).
  • Heideldruck ist der heimliche Star (dank der Partner Fujifilm und Ricoh).
  • Kodak wirkt „retro“ und Xerox tut sich ziemlich schwer trotz Produktneuheiten.
  • Canon überzeugt am stärksten mit #Unleashprint.
  • Bis zur drupa 2016 bleibt viel zu tun, um Kommunikationsdefizite auszugleichen, die Nutzendarstellung in den Fokus zu stellen (beyond technology) und endlich die Kunden der Druckereien zu mobilisieren.

Unbestreitbar: Aufbruchsstimmung und Zukunfts-Zuversicht sind wieder da (siehe auch: 3. drupa Insights Report). Das zeigten seitens der Technikanbieter fast alle Präsentationen, vor allem auch diejenigen von „kleineren“ und hochspezialisierten Ausstellern wie Kolbus, Bobst, Hybrid, Global Graphics, Datalase und v. a. von Pitney Bowes, einem Global Player, der den meisten drupa-Besucher noch unbekannt sein wird (siehe Zusammenfassung aller Firmenvorträge im ValuePublishing-Echtzeit-Report per Storify).

Schon im Vorfeld versprach die #drupamc hochspannend zu werden: Der Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen (Heideldruck) war mit seinem drupa-Slogan „Simply Smart“ und einer disruptiv neuer Strategie voran geprescht. Es geht beim Erfolg mit Print nicht mehr primär um Maschinen, sondern um neuartige, integrierte Lösungen, die dem Digitalzeitalter und dem veränderten Medien-Nutzungsverhalten gerecht werden. Entsprechend sind neue Begriffe relevant: Internet-of-Things, Industrie 4.0, Cloud, Big Data, Apps, Automation, 3D, 4D, aber auch Customer Centricity u. a. m. Und natürlich neue Technologien, im Kern Cloud-Services sowie eine neue Generation von industriellen Inkjet-Produktionssystemen (siehe die Analyse und Bewertung von Bernd Zipper auf beyondprint.de).

Heideldruck war zwar nicht mit Vorträgen auf der #drupamc vertreten — man setzte auf eigene Pressekonferenzen im Vorfeld, was sich als kluger Schachzug erweisen kann. Trotz allem war Heidelberg omnipräsent. Vor allem, weil Heideldruck-Partner wie Ricoh und Fujifilm sich expressis verbis auf die Kompetenz von Heidelberg als wichtigste Stütze bezogen. Schließlich ist man bei Heideldruck führend in allen Belangen, die es braucht, um ein Druckerei-Geschäft erfolgreich managen zu können. Genau an der Stelle will HP mit seinem Graphic Solution Business (GSB) ansetzen, um Heideldruck den Rang abzulaufen. Nachdem man bei HP rund 12 Jahre auf „Heavy Metal“ gesetzt hat, wurde zur #drupamc die Kernkompetenz von HP als IT-Konzern aus dem Hut gezaubert: „PrintOS“ heisst das Zauberwort, mit dem HP nunmehr als flächenmäßig größter drupa-Aussteller Druckereien für sich gewinnen will. 

 

 

Bringt HP’s PrintOS die Wende?

In der Ankündigung heisst es vielversprechend: „HP Inc. eröffnet Druckanbietern auf der drupa 2016 neue Möglichkeiten — Cloud-basierte mobile Plattform HP PrintOS vereinfacht und automatisiert das Management der Druckproduktion“. Es gehe um „Neuentwicklungen, mit denen Druckdienstleister neue Geschäftsmöglichkeiten entdecken können“. HP Top-Manager Rob Le Bras-Brown, Global Head of Print Marketing, äußert sich medial wie folgt: „HP zeigt auf der drupa 2016 die ganze Leistungsfähigkeit seines umfassenden Portfolios (…) Mit der heutigen Präsentation von HP PrintOS und weiteren Ankündigungen, die wir noch vor der drupa machen werden, folgt HP seinem Motto ‚Keep reinventing‘. Dies bedeutet, dass wir über die verschiedenen Bereiche der Druckbranche hinweg Neuentwicklungen vorstellen werden, mit denen unsere Kunden neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen können.“ Und François Martin, HP GSB Worldwide Marketing Director, fand smarte Worte, um zu betonen, dass es im Print-Business vor allem darum gehe, die analoge und digitale Welt perfekt aufeinander abzustimmen.

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Foto: Andreas Weber, Mainz

Der PrintOS-Senior Manager bei HP, Simon Lewis, lieferte eine überzeugende Präsentation. Seine Stimme überschlug sich fast beim Vortragen, gerade auch bei den Nachfragen der Fachjournalisten. Die Spezifikationen klingen vielversprechend und sollen laut HP unter anderem folgende Anwendungen umfassen:

  1. Box, ein Tool, das die Erstellung von Druckaufträgen aus nichtautomatisierten Quellen, wie E-Mail und File-Transfer-Services, vereinfacht. Häufig erfordert laut HP die Auftragsabwicklung im Vorfeld der Produktion einen unverhältnismäßig großen Zeit- und Arbeitsaufwand. Box standardisiert viele Prozesse und reduziert damit diesen Mehraufwand. Damit haben Anwender ein Werkzeug in der Hand, um ihre Auftragskapazität zu steigern und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.
  2. Site Flow, ein Tool, das automatische Auftragserteilung, die Druckvorstufe und Shopfloor Management in sich vereint. Die Anwendung soll für Druckdienstleister in den Bereichen Business-to-Business und Business-to-Business-to-Consumer gleichermaßen geeignet sein. Site Flow ermögliche es Druckdienstleistern, ihren Kunden attraktivere Preise zu bieten. Zudem könnten sie damit ihren Service verbessern und noch einfacher täglich hunderte, tausende oder zehntausende individueller personalisierter Druckaufträge produzieren und bis zum Endkunden liefern.

 

Live-Video: Andreas Weber via iPad.

 

Nutzer von HP Indigo und HP PageWide Web Press sollen die PrintOS ab dem 31. Mai 2016 nutzen, Nutzer von HP Latex und Scitex voraussichtlich ab 2017. Viele Anwendungen sollen dem HP-Kunden mit bestehenden Serviceverträgen ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Für bestimmte Anwendungen seien monatliche Nutzungsgebühren fällig. — Soweit die Ankündigungen, die wirklich vielversprechend klingen.

Zwischenruf: Man kann nicht nicht kommunizieren!

HOPPLA: Sind Kommunikations-Pannen bei HP die Ausnahme? Oder fehlt bei HP noch ein gesunder Mix aus  IT-Kompetenz und Kommunikationsbereitschaft? — Der Marketing-Aufwand, mit dem HP Inc. seine drupa-Neuheiten und vor allem PrintOS bei Druckereien promotet, ist gross. Die Budgets für Messeauftritte riesig. Die Wirkung wird durch mangelndes mediales Kommunikationstalent aber ziemlich beeinträchtigt. Auf Flickr hat HP eine eigene Sektion eingerichtet. Per 12. März 2016 haben die bis dato acht eingestellten Fotos aber nur 16 Aufrufe generiert. Überhaupt: Das Social-Media-Engagement von HP wirkt halbherzig: Man ist fast überall dabei, ohne aber tatsächlich Interaktionen zu erreichen. Views auf YouTube mit aufwendig produzierten HP-Videos z. B. werden zumeist wohl durch eigene Mitarbeiter generiert. Google-Suchen gestalten sich bei HP-Themen als schwierig. 

Gravierend sind handwerkliche Fehler: Der in der Pressemeldung vom 29.02.2016, 16:01 Uhr, von der PR-Agentur über F&H Porter Novelli, München, verschickte PR—Lobpreisungstext zu PrintOS bietet einen Link an, der noch am 12. März 2016, 15:44 Uhr, ins Nichts führte. „Oops. We can’t find that page for you“, wird lapidar angezeigt. PEINLICH. Denn es ist nicht das erste Mal, dass einem auf der HP-Website solches widerfährt.

Und last but not least: Presseanfragen, die über den Inhalt von Pressemeldungen hinausführen, stoßen of auf Unverständnis oder werden kaum beantwortet, wie auch zahlreiche Kollegen aus verschiedenen Ländern monieren; wer nicht einen HP-GSB-Manager persönlich kennt und/oder direkten Zugang hat, wird alleine gelassen.

Fazit: Will HP GSB seine angestrebte Leadership in Print glaubhaft machen, muss endlich professionell, marktorientiert und innovativ über Innovationen kommuniziert werden! 

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Chance abermals vertan? — Die Nutzendarstellung für Kunden der Druckereien wurde nicht thematisiert!

Zu kurz kommt allerdings das wirklich Wichtige: Welche Vorteile bringt HP damit dem Kunden der Druckereien? Hierzu wurde nichts verlautbart. Und das scheint mir sträflich. Denn nur darauf abzuzielen, dass Druckereien durch PrintOS einfacher und kostengünstiger ihrer Arbeit nachgehen, wird Print im Kommunikationsmix kaum stärken. Genau hierin liegt aber das, wofür die drupa 2016 stehen muss. Touch the future bezieht sich ja nicht nur auf Druckereien, die auf der drupa 2016 wiederum Milliardensummen für Technologien ausgeben sollen, um fit für die Zukunft zu werden. Sondern Touch the future ist eine Botschaft an alle, die die Innovation der Kommunikation vorantreiben müssen, um profitables Geschäft zu machen.

Apropos Profit und Wachstum: Ob gewollt oder ungewollt, HP stärkt mit PrintOS das Thema E-Business Print und den Online-Printing-Sektor ungemein, der alleine in Deutschland schon 2,5 Milliarden Jahresumsatz bringt (Quelle: EPOs Studie, https://www.epos-studie.de). Dies ist wichtig zu erkennen, weil E-Business Print und Online-Printing im Messeangebot als übergeordnete, eminent wichtige Gattungsbegriffe für die Zukunft der Printbranche nicht vorkommen.

Immerhin: HP Inc. hat sich aus der Deckung gewagt, was man von anderen Platzhirschen wie Kodak oder Xerox nicht sagen kann. Die Kodak-Präsentation wirkte wie ein Schritt zurück ins 20. Jahrhundert. Nichts innovatives, eigentlich nur Verbesserungen des bestehenden Angebotes und ein Bekenntnis, dass man auch die analoge Welt des Druckens brav bedient. Ähnlich bei Xerox: Neue Inkjet-Drucksysteme wurden vorgestellt. Und zugleich wurde versichert, dass trotz des im Februar 2016 angekündigten Firmen-Splits alles beim Alten bleiben wird. Hoppla: Ist das eine gute gute oder eine schlechte Nachricht?

Aus deutscher Sicht ist Xerox im Profi-Druckmarkt nahezu diffundiert. Und wird bei Professional Print nur noch über ein paar engagierte und kompetente Handels- und Systemhäuser am Leben gehalten. Konzern-weit gesehen, gingen bei Xerox vor knapp 2 Jahren ein Drittel der Umsätze mit Printtechnik verloren. Wesentliche Impulse muss Xerox aber aus sich selbst heraus schöpfen, zum Beispiel, indem Xerox „beyond Print“ denkt und eigene Lösungen wie XMPie besser in den Fokus rückt, da per XMPIe die Kluft zwischen Print- und Online-Kommunikation per Multichannel-Szenarien perfekt geschlossen wird.

 

Impressionen von der #drupamc, inkl. der von EFI CEO Guy Gecht vorgestellten neuen drupa-Musik! Video-Anmination: Andreas Weber.

 

Um so eindrucksvoller war zu sehen, wie harte Xerox Wettbewerber wie Konica Minolta oder auch Ricoh exzellent aufgestellt sind. Ebenso Fujifilm und Epson, die fast bescheiden auftraten und für viele Fachkollegen zahlreiche Überraschungen aufboten. Zu nennen ist neben dem Fujifilm/Heideldruck Inkjet-Kooperationsprojekt „Primefire 106“ vor allem das Epson PaperLab, eine kompakte Maschine, mit der man selbst DIN A4/A3-Recycling-Papiere herstellen kann. (Wobei das Epson PaperLab seit Anfang Dezember 2015 bekannt ist, also keine Neuheit zur #drupamc war). Sogar der sich zum Mischkonzern entwickelnde Spezialitätenanbieter EFI präsentierte mitreissender und weitsichtiger als Xerox, worauf es ankommt. EFI CEO Guy Gecht nutzte in seiner berühmt-berüchtigt-humorvollen Darbietungsweise die Traumfabrik Hollywood, um die Zukunft von Print begeisternd als dynamischen Wachstumsmarkt darzulegen. Zum Abschluss präsentierte Guy Gecht einen eigens neu vorgetragenen Song, der Billy Joel’s „We didn’t Start the Fire“ mit einem für die drupa und die globale Print-Branche neu geschaffenen Text versieht. GROSSARTIG!

 

Mark Lawn and Peter Wolff, Canon Europe, erläuterten den neuen #UnleashPrint-Kommunikationsansatz des Imaging-Konzerns.


#UnleashPrint — Canon trumpft auf und beeindruckt nachhaltig!

Allen voran trat Canon fulminant auf. Der global führende Imaging-Konzern lieferte ein überzeugendes Bekenntnis zu Print und zum Markt für professionelles Drucken auf industriellem Niveau. Wer die Gelegenheit hatte, im Oktober 2015 bereits in New York City, Paris, Shanghai oder Tokio die Canon Expo zu besuchen, konnte gewappnet sein. Dabei war ersichtlich, dass Canon tatsächlich über das breiteste Anwendungsspektrum verfügt: Als einziger drupa-Aussteller deckt Canon alle sechs drupa Highlight-Themen ab: Print, Packaging, Green Printing, Functional Printing und 3D-Printing sowie Multichannel. Das ist insofern spezifisch für die drupa 2016 und generell für die Print-Branche wichtig, da Canon als Marke die größte Strahlkraft hat, im B2B wie im B2C!

Natürlich zeigt Canon wie andere Aussteller auch innovative Technik. Aber alles im Kontext mit Lösungen, die Druckereien wie auch deren Kunden zugänglich sind respektive klare Vorteile bringt. Entsprechend wird der Canon Messestands Anwendungsbereiche widerspiegeln, damit alle Besucher die für sie interessantesten Lösungen auf Anhieb finden können. Im Einzelnen sind das:

  • Akzidenzduck
  • Geschäftskommunikation, einschließlich Transaktions- und Direct Mail Druck
  • Publishing, einschließlich Büchern, Zeitschriften und Zeitungen
  • Werbe- und Kreativbereich, einschließlich Display-Grafiken
  • Funktions-/Industriedruck einschließlich 3D-Druck
  • Verpackungsdruck
  • Fotografie-Produkte

Wahrlich, das ist das volle Spektrum dessen, was heutige und künftige Marktanforderungen erfüllen kann! Canon setzt dabei nach eigenem Bekunden auf die Kombination von marktführender Technologie, Know-how und kontinuierlichem Kundendialog, um Druckdienstleister bei der Implementierung von kundenorientierten digitalen Geschäftsmodellen zu unterstützen, die ihr gesamtes Geschäftspotenzial freisetzen.

Damit dies verständlich und auch ubiquitär kommunizierbar wird, geht Canon bis dato als einziger Aussteller zeitgemäß-neue Kommunikationswege: Der Hashtag #UnleashPrint (zu deutsch: „entfessele Print“) soll im Rahmen einer Multichannel-Kommunikationskampagne auf den relevanten Plattformen nicht nur Print-Dienstleister ansprechen, sondern auch Innovations-Entscheider, die sich für Print im Kommunikationsmix und damit verbundene Technologien wie auch Dienstleistungen interessieren.

 

Live-Video: Andreas Weber in a 1 min. interview with Canon’s Mark Lawn via iPad.

 

Mark Lawn von Canon Europe erläuterte den ungewöhnlichen Ansatz mit #UnleashPrint wie folgt: Jeder Bereich des Canon-Messestands werde #UnleashPrint mit Leben erfüllen, um Canons Leidenschaft für Print als einzigartiges, leistungsstarkes Medium zu verdeutlichen. Der Wert von Print solle zelebriert werden und sein noch ungenutztes Potenzial freisetzen. Zentral sei zudem, aufzuzeigen wie die Implementierung intelligenter neuer Geschäftsmodelle erfolgen kann, um das Potenzial von Print im Digitalzeitalter zur besseren Erfüllung der sich ständig ändernden Kundenanforderungen zu veranschaulichen.

In der entsprechenden Presseverlautbarung von Canon heisst es weiterhin: „In jedem Bereich des Canon-Stands werden außergewöhnliche und kreative Druckanwendungen zu sehen sein, die die Besucher dazu animieren sollen, ihr Produktportfolio zu erweitern und die Grenzen von Print auszureizen. Auf der Entdeckungsreise durch die unendliche Print-Vielfalt wird Canon den Fachbesuchern auch zeigen, wie sie die Effektivität von Print durch die Integration in digitale Plattformen zur Schaffung von Multichannel-Kommunikationskampagnen steigern können, die eine bessere Kundenerfahrung bieten, zum Dialog anregen und Print zu einem weiteren messbaren Tool im Kommunikationsmix machen.“

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Print gewinnt nur, wenn es sich im Kommunikationsmix bewährt!

Das ist auf den Punkt gebracht, worum es geht. Und deckt sich mit unseren ValuePublishing-Analysen, die wir im Vorfeld der #drupamc gemacht und mit Kunden der Druckereien, Agenturen und Verlagen persönlich besprochen haben. (Siehe die Analyse „Print gewinnt!“ von Andreas Weber per slideshare.com)

Die Kernthesen, die sich ableiten, führen die fachlich spannenden Ergebnisse der #drupamc weiter und lauten wie folgt:

  1. Das Ziel ist erreichbar: Print gewinnt! Und behauptet sich als wichtigste Säule in allen zeitgemäßen Marketing und Kommunikationsszenarien.
  2. Denn: Print gehört seit über Tausend Jahren zu den global wichtigsten Kulturtechniken, um Innovationen Wirklichkeit werden zu lassen! Warum sollte das heute anders sein?
  3. ABER: Der Markt hat sich radikal verändert! Statt Masse ist zunehmend Klasse gefragt. Der Trend: Mehrwerte nutzen durch mehr Sorgfalt und höhere Effektivität von Drucksachen im Kommunikationsmix!
  4. Das Dilemma: Alle Kommunikationstreibenden suchen nach Digital-Strategien, um Inhalte (unisono) überall zu pushen. Übersehen wird oft, sich mit Print-Innovationen zu beschäftigen, die durch Interaktionen zum Dialog führen. Das leistet aber nur Multichannel in Kombination mit Print! Und das muss via drupa 2016 besser und klarer kommuniziert werden.
  5. Print wird durch völlig neuartige Software- und Cloud-Lösungen und E-Business-Geschäftsmodelle v. a. im Kontext mit Individualisierung zur wichtigsten Säule. Es geht nicht mehr nur um Reichweite, sondern um ›One Conversation‹!
  6. Multichannel-Innovationen, die Print einschließen, machen analoge Medien nicht überflüßig, sondern integrieren sie nahtlos.
  7. Print steigert so nachhaltig den Geschäftserfolg durch die Interaktion, durch Dialoge mit dem Publikum (Kunden, Partner, Interessenten); getragen von individueller, zeitlich abgestimmter Relevanz — über Berührungspunkte, die das volle Medienspektrum von Print bis Digital abdecken.
  8. Print im Team mit Multichannel und E-Business ist ein neuer, rasch wachsender Dienstleistungsbereich. Fokus: Innovationen vorantreiben! Neue Print-Techniken wie Inkjet sind dabei wichtig, aber „nur“ Mittel zum Zweck.
  9. Alle müssen lernen, worum es geht: In der Kommunikationen sind nicht mehr Reichweiten das Maß aller Dinge, sondern relevante Dialoge und durchgängige Konversationen.
  10. Print gewinnt nachweislich und wird durch IoT, Cloud, BigData und Multichannel Services in seiner Bedeutung gestärkt, weil es die Kommunikation wirkungsstark, relevant und menschengerecht macht.

 

Fazit

Wie gesagt, es war eine äußerst gelungene und erkenntnisreiche #drupamc. Bis zum drupa 2016-Beginn am 31. Mai 2016 bleibt aber noch viel zu tun. Das probate Motto aus meiner Sicht: „Weg mit dem Silo-Denken! Touch the future now! Geht in die Kommunikationsoffensive!“ — Die Kommunikation der Aussteller darf sich nicht nur einsilbig auf das Bewerben von neuer Technik für Druckereien beziehen. Und dies über klassische Print-Fachmedien darstellen wollen. Es muss per Innovationskommunikation vielmehr passieren, per Social Media, per Mobile, um die Nutzendarstellung in den Fokus zu rücken. Nur so können für die Wirtschaft insgesamt und insbesondere für die Entscheider von Innovationsprojekten in der Industrie, im Handel, bei den Markenunternehmen erreicht werden, um Print in neuer Form erfahrbar und begreifbar dazustellen. Canon macht es bis dato als einziger Aussteller überzeugend vor, wie es funktionieren muss und hat damit die Messlatte definiert: #UnleashPrint!

 

Hinweis: Per ValuePublishing konnten wir die #drupamc über unsere Echtzeit-Berichterstattung zum Quotensieger werden lassen. Über 750.000 Viewers wurden in rund 72 Stunden erreicht, die per Kurzberichte und Kommentare live erlebten, was in Düsseldorf passierte. 

 

DruckmarktImpression Ausgabe 82

© 2014 by Druckmarkt, Klaus-Peter Nicolay, Fankel, Mosel/Germany

 

Von Klaus-Peter und Julius Nicolay, Chefredaktion Druckmarkt
http://www.druckmarkt.com

 

 

Fast könnte man glauben, in der Druckindustrie drehe sich alles nur noch um die Verpackung. Eine Veranstaltung zu diesem zweifellos hoch interessanten Thema jagt die andere, Heidelberg kauft sich in den Etiketten- und Faltschachteldruck von Gallus ein, Digitaldruckmaschinenhersteller visieren den Markt an und auch die Kartonhersteller geben Gas. Alle Zeichen stehen also Richtung Verpackung.

Und die Verlockung scheint groß. Viele Hersteller (vor allem aus dem Lager der Hersteller von Digitaldruckmaschinen) bewerben den Markt der Verpackung gegenüber ihren Kunden als lukrative Wachstumsbranche, die Platz für neue Geschäftsmodelle biete und damit auch gut für neue Umsatzquellen sei. Dieses Werben ist durchschaubar, denn natürlich sollen auf diese Weise Maschinen verkauft werden.

Es ist also sehr wohl nachzufragen, wie groß dieser Markt eigentlich ist? Ist er wirklich groß genug für alle Teilnehmer, die jetzt zusätzlich auf diesen Zug aufspringen wollen? Dabei bleiben doch einige Fragezeichen. Denn trotz der prognostizierten 3,3% Wachstum über die nächsten Jahre geht es auch im Verpackungsmarkt um Verdrängung. Es wird über kurz oder lang ein Hauen und Stechen geben wie im Akzidenzmarkt. Wenn es nicht längst eingesetzt hat. Denn warum sonst schließen sich große Verpackungsdruckereien zu noch größeren Einheiten zusammen?

Dass die Auflagen im Verpackungsdruck kleiner werden und ein Trend zu Print-on-Demand beziehungsweise Wiederholungsaufträgen mit kleinen Auflagen eingesetzt hat, ist unbestritten. Produkte mit unterschiedlichen Modellvarianten tun ein Übriges ebenso wie saisonale Verpackungen zum Valentins- und Muttertag, zu Ostern, Weihnachten oder zu Großveranstaltungen wie der Fußball-WM (unser Titelbild zeigt eine typische Anwendung, wie sie zur EM 2012 produziert wurde). Solche Marketing-Aktionen splitten die Großauflagen, an ihre Stelle treten zeitlich begrenzte Verpackungen mit vergleichsweise kleinen Auflagen. Die Zahl der Jobs steigt, die Menge nicht. Doch selbst die kleinen Auflagen, von denen die Rede ist, sind für den Digitaldruck immer noch zu groß, um dem Offset Paroli zu bieten (siehe auch unsere Beiträge ab Seite 14). Das versprochene Wachstum für digital hergestellte Verpackungen muss also auf andere Weise generiert werden. Und das geht nur über neue Ideen, neue Angebote und vielleicht eine neue Form der Verpackung und deren Vermarktung. Um entsprechende Geschäftsmodelle zu entwickeln, sind aber in erster Linie Marktkenntnisse und eine gehörige Portion Grips notwendig. Mit Maschinen alleine – auch wenn sie noch so digital sein mögen – lässt sich das nicht bewerkstelligen.

 

Die komplette Ausgabe von Druckmarkt Impressions 
gibt es kostenfrei auf: 
http://www.druckmarkt.com

 

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