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Tag Archives: Berlin

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Anna Grau: Lilith.10 (work in progress), March 2018.

 

By Anna Grau, Berlin | German Version

 

“This exclusion of the outsider runs through the whole history of our culture. Exclusion of a fear-inducing feminine element is always present.“ (Christa Wolf, author, from an interview to ‘Medea. Stimmen’).

“Above all, this includes the figure of Lilith, Adam’s first wife, who is virtually excluded from the biblical tradition as she was not only equal to Adam, but superior, yet she played an important role in the ancient Sumerian and Jewish traditions.“ (Quoted from Andreas Weber, “Fairy spot: Medea – A look back to the front!”, Laudation)

 

Lilith.8

Anna Grau: Lilith 8, 2017. 120×120 cm, oil/canvas.

 

The idea for the “Unleash Lilith!” cycle originated in desire to rethink and visualise in symbolic and contemporary terms the “fear-inducing feminine element” found in a woman.

I believe it is women who carry  this fear-inducing feminine element, and it is epitomised in the image of protohistorical Lilith. She resonates being the originator of unrest, a woman who is a disobedient, provocative, dissenting, emancipated, androgynous outcast, repulsive yet appealing at the same time.

My goal is to create a series of emotionally expressive women’s portrayals. In one aspect they present a new, marginalised, provocative expression of femininity, revealing women in all their beauty and otherness, while their other aspect is manifested through numerous symbolic elements. These include those found in nature, such as wolf, spider, and flowers, as well as somewhat pagan sounding inscriptions on skin, like “God does not exist” written in Russian on Lilith.3; a female slug of a dominatrix which looks oversized in perspective is a symbolic representation of an ’uberwoman’; long hair of Lilith.9 are reminiscent of tree roots or snakes.

 

Lilith 3

Anna Grau: Lilith.3 (God doesn’t exist). 160×100 cm, oil/canvas.

 

This symbiosis between a female body and symbols reveals a new dimension to interpret meanings that are almost mystical. Nature in its origin is seen deeply interwoven with the feminine element. A woman is the origin of everything and she is nature herself, the mother of all things living, or perhaps a witch.

My intent as a painter to raise these deeply philosophical questions through the dubious interplay between the good and evil taking place on the female body. I play up this contrast on canvas and the resulting tension appears to reach deep into the subconscious. Every painting is a symbiotically connected antithesis of the first mother and a witch, beauty and ugliness, irritation and admiration, good and evil, light and shadow.

I present women in an emotionally exaggerated way and save them in a fixed visual form.

 

 

The “Unleash Lilith!” cycle is a study of nature which is specifically female, and at least a part of it relates to a modern woman. I aim to revive the archaic sacral element of life’s origins found in every woman. In this context she is more reminiscent of a pagan goddess than of Madonna with the Child, and this unorthodox vision is expressed it in a new, contemporary form.

Every painting is enhanced by profoundly powerful symbolic elements and is meant to reveal a deep connection to nature and to show a woman the stage of life herself, the symbol of origins of all things living.

 

 


 

NOTE

The “Unleash Lilith!” cycle is not yet completed. Some of the paintings were already shown and very well received at art exhibitiosn like NordArt, Germany. — In partnership with Andreas Weber, Frankfurt/Main, Anna Grau will create an unique exhibition & roadshow concept including publications.

 

Lilith.10 (in Progress)

Anna Grau: Lilith.10, March 2018  (work in progress).

 


 

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Love. Art. Collage

Gesamtansicht und Detail aus dem Gemälde “Love. Art.” von Anna Grau, entstanden Ende des Jahres 2017. Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm.

 

Von Andreas Weber

Auftragsarbeiten sind bei der in Berlin lebenden Malerin Anna Grau eher die Ausnahme. Die Malerin gibt sich am liebsten ihre Themen selbst. Weibliche Figuren. In der Natur. Vor subtil ausgewählten Kulissen, im Raum, im und auf dem Wasser, vor monochromem/farbigem Hintergrund. Nur selten ganzfigurig. Stets ausdrucksstark. Anna Grau beherrscht die Kunst, in leisen Tönen komplexe Bildergeschichten zu erzählen. Sie bildet ein Thema nicht nur ab, sie erzählt als Malerin darüber. Ganz intim. Ganz subtil. Mit vollendetem Farbempfinden. Mit Leidenschaft und Einfühlungsvermögen. Mit Sinn für das Wirkliche, das uns in der vermeintlichen Realität verloren geht.

Der Auftragsarbeit “Love. Art.” gingen über zwei Jahre intensive Gespräche und ein wahrer Strom an weitreichenden, tiefgründigen Gedanken im Austausch voraus. Gegenstand war der Gemäldezyklus “Lilith — die Getarnte”, der bis dato sieben Gemälde umfasst, dem noch weitere zwei oder drei Ölbilder folgen werden. Die Bilder bilden zugleich die Basis für ein umfassendes interaktives Projekt zudem bereits erste Publikationen vorliegen. 

 

LOVE.ART

Dem Gemälde “Love. Art.” liegt eine Programmatik zugrunde: Die Kunst zu Lieben. Einfach nicht in Worte zu fassen!”, die malerisch durch das Porträt des Ehepaars Gunda Vera Schwarz und Andreas Weber erfahrbar werden sollte.  


 

Porträtkunst hat eine lange Tradition. Das Ehepaar-Porträt geht in den neuzeitlich-westlichen Kultur im Wesentlichen auf Jan van Eyck (das Arnolfini Doppelbildnis von 1434, Öl auf Holz, 81,8, x 59,7 cm, National Gallery, London) zurück. Fortgeführt von Peter Paul Rubens und Frans Hals entstanden insbesondere im Humanismus individuelle, nicht mehr exemplarhafte Darstellungen, die sich über die Doppelbestimmtheit der Figuren auf sich selbst und auf den Betrachter definieren. Monotonie durch bloße Aufreihungen müssen vermieden werden; zugleich gilt es beim Ehepaar-Bildnis “zwei völlig gleichwertige und selbstständige Menschen verschiedenen Geschlechts porträthaft in einem Bilde zu vereinen, ohne entweder den einen dem anderen überzuordnen oder, bei völliger Gleichordnung beider, den Eindruck der Bildgeschlossenheit oder Porträthaftigkeit (…) zu schädigen.“ [Zitat nach: Schöne, Wolfgang: „Peter Paul Rubens- Geißblattlaube, Ehebildnis des Künstlers mit Isabella Brant“, S. 15; Reclam Verlag: Stuttgart (1956)]. — Letztlich zeigte die Entwicklung in der Malerei (von Albrecht Dürer bis Hyacinthe Rigaud und Jean Auguste Domonique Ingres bis zu Picasso), daß das Wesen der Porträtkunst nicht die Legitimation einer familiären oder dynastischen, repräsentativen Tradition sein kann, sondern durch das Wesen, Wirken und Wertesystem der Dargestellten geprägt ist. Nicht zuletzt deswegen nimmt das Porträt in der Fotografie einen so hohen Stellenwert ein. [Siehe dazu: ‚Mit anderen Augen – Das Porträt in der zeitgenössischen Fotografie‘, im Kunstmuseum Bonn]

 


 

“Love. Art.” als Programmatik

In dieser kulturell hochentwickelten Tradition der Porträtkunst kommt dem Gemälde “Love. Art.” von Anna Grau zweifellos ein angemessen-wichtiger Stellenwert zu. Vor allem durch eine Besonderheit: Das dargestellte Paar muss nicht erst zueinander finden oder gar seine Zuneigung zur Schau stellen; es wendet sich sym­bi­o­tisch an den Betrachter. Mit einer konkreten Botschaft. Die Bildkomposition wirkt einfach, fast plakativ, ist aber feinsinnig ‘ausgeklügelt’: Die Raum-Konstruktion und die  kontrastreiche Farbgebung bewirken, dass die Kulisse sowie das Licht- und Schattenspiel die Wirkungseffekte im Erfassen des dargestellten Ehepaares und seiner Botschaft verstärkt.

Die Figuren sind unterschiedlich akzentuiert. Die seitlich gezeigte Frauenfigur ist dem Betrachter näher — mit dem außergewöhnlichen Profil zieht sie die Blicke auf sich. Die männliche Figur erscheint dem Betrachter zugewandt. Beide halten die namensgebenden Worte in Händen: Love. Art. Liebe und Kunst als Begriffe, die eine mehrfache Bedeutungskombination eingehen. Die Liebe zur Kunst sowie die Liebe durch Kunst führen zu Die Kunst zu Lieben. Einfach nicht in Worte zu fassen!”.

Das Bildformat, das mit 120 cm unterlebensgroß angelegt ist, sowie der Umstand, dass das Paar in einem abgeschlossenen Raum erscheint, schafft Nähe, Intimität und vermeidet Distanz und Unnahbarkeit. Das an und für sich räumlich trennende, durch die Bildkomposition aber tatsächlich verbindende “Zwischenwand-Element” entpuppt sich für Kenner als Skulptur. Von Richard Serra. Aus der Berliner Sammlung Hoffmann, einem einzigartigen Ort, der Kunst und Lebensraum als Einheit erfasst.

 


 

Video-Animation

 

 


 

Love.Art. Text.

 


 

 

 

Die Ankündigung durch die Veranstalter des 2. Forum Bellevue am 30. November 2017 in Berlin klang vielversprechend — ging es doch im Kern auch um das Thema Demokratie und Digitalisierung. Fragestellungen im Vorfeld waren: Wie gehen wir als liberale Gesellschaft mit Anfechtungen der Meinungsfreiheit um? Haben Intellektuelle an Autorität verloren? Wie steht es um das Verhältnis von Literatur und Politik? Wie ist es um die kritisch-aufklärerische Kraft der Literatur und Kunst in Deutschland und weltweit bestellt? Reflektiert die zeitgenössische Literatur die politischen Veränderungen innerhalb der liberalen Demokratien?

Diesen und weiteren Fragen widmen sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gäste am 30. November 2017 in Schloss Bellevue. Mit Sir Salman Rushdie, Eva Menasse und Daniel Kehlmann diskutiert der Bundespräsident, wie es gegenwärtig um die Freiheit des Denkens steht und welche Aufgabe Intellektuellen zukommt, wenn in unseren Gesellschaften neue geistige und emotionale Mauern entstehen, sich immer mehr Menschen aus der gesellschaftlichen Debatte zurückziehen und autoritäre Ideen an Attraktivität gewinnen. Das Gespräch moderiert die Journalistin Luzia Braun.

 


Nachfolgend Exzerpte mit Zitaten und spontanen Anmerkungen während der Live-Übertragung auf Facebook.

My Take:

Interessant, dass die wirklich relevanten politischen Diskussionen zu Demokratie und Digitalisierung derzeit beim Bundespräsidenten stattfinden. Mit Schriftstellern. Und nicht mit Parteien/Parteiführern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Guten Tag in die Runde! Schön, dass schon so viele von Ihnen dabei sind!

Heike Hild (via Livestream): Einfach ein sympathischer Bundespräsident; die ruhige Art, die Stimme und er kann einfach super Diskussionen führen. Zuhören, ausreden lassen und dann erwidern und das gefällt mir 👍

Petra Potthoff (via Livestream): Es ist wunderbar, daß die Schriftsteller die Möglichkeit haben, ihr Denken in Wort und Schrift öffentlich zu Gehör zu bringen, hier in Deutschland! Herr Bundespräsident, Sie sind ein Geschenk für Deutschland, wo die Freiheit des Denkens in unruhigen Zeiten besteht.

  • Andreas Weber (via Livestream): Oha. Bei Tagespolitik sollten sich Schriftsteller nicht aktuell einmischen! Sagt der Schriftsteller Daniel Kehlmann, der das auf dem Podium aber offensichtlich tut. Eva Menasse hält dagegen, dass Schriftsteller sich immer mit aktuellen Details des Lebens beschäftigen und sie persönlich z. B. aus Elternsprechstunden und Alltagsdingen viel Herausziehen könne. Dabei gäbe es in der analogen (realen) Welt, die nach wie vor funktioniere, die beste Sicht der Dinge.

 


Die aus meiner Sicht wichtigste Frage: Geht Pluralität durch Soziale Medien zu Lasten der Intellektualität verloren?
Ja, sagt Salman Rushdie. (…) Ich habe nach 6 oder 7 Jahren Twitter verlassen und mich von Social Media distanziert, ergänzt Salman Rushdie.

 


Herausragende Statements/Kommentierungen:

Um Werte zu schützen, brauchen wir in der Demokratie gar nicht so sehr Mut, sondern Wertvorstellungen durch Bewertungsmöglichkeiten, sagt Bundespräsident Steinmeier.

  • Das Internet bewirkte vor allem neue Formen der künstlerisch-visuellen Ausdrucksformen. Schriftsteller sind da anders als Journalisten wenig betroffen. Das Narrative ändert sich allerdings durch Hyperlink-Strukturen, wobei ich hier keine Beispiele kenne. —Salman Rushdie
  • Großartig: Bücher schreiben um etwas Neues zu lernen. —Salman Rushdie.
  • Schriftsteller müssen/können nicht die Stimme des Volkes sein, sagt Salman Rushdie. — My take: Gut so, man darf sich nicht vereinnahmen lassen.

Epilog

Rolf Stöckel via Facebook:

Die “Freiheit des Denkens” war Motor, Freidenker und verfolgte bzw. verbannte Schriftsteller die Avantgarde der gescheiterten bürgerlichen Revolution 1848 gegen die feudalistische Reaktion. Sie waren die Gründerväter der Sozialdemokratie und die ersten Europäer. Diese Tradition und die Funktion aufgeklärter Modernisierer und Gesellschaftskritiker in Deutschland gilt es weiterzuführen.

Link zur Doku des Facebook-Livestreams:

 

Link zu YouTube

 


 

01 Anna Grau – Das Buch zu Lilith

 Coverbild des bereits vorliegenden Buches zum Ausstellungsprojekt. Herausgeber: Andreas Weber. Fotos nach den Gemälden von Anna Grau.

 

„Ich male Gefühle!“ — Zur Malerin Anna Grau und ihrem Werk. Gedanken von Andreas Weber.

 

 „Kreative Intelligenz geht einher mit Reflexionsfähigkeit, um zu Erkenntnis zu gelangen. Durch ihren Lilith-Gemäldezyklus und die interaktive Ausstellungskonzeption setzt Anna Grau Maßstäbe. Gut so!“ —Andreas Weber 

 

Die Malerin Anna Grau und Andreas Weber als ihr Mentor und Kurator gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

Vorspiel. Das umfassende bildkünstlerische Engagement von Anna Grau für äußerst wichtige, Zeitgeist-unabhängige und gesellschaftlich-kulturell relevante Themenstellungen in einer besonderen Dimension verdient Anerkennung und Respekt. Zumal Anna Grau als Malerin freischaffend tätig ist. Den im Entstehen befindlichen Lilith-Gemäldezyklus bearbeitet sie in Eigenregie, um unabhängig an den Bildern und ohne überstarken Zeitdruck arbeiten zu können.

Geplant ist eine auf Interaktion ausgelegte Ausstellung des Lilith-Gemäldezyklus mit einer Rahmenprogramm-Inszenierung, die Stimmen anderer Persönlichkeiten aus der Kunstszene, der Forschung, der Wirtschaft, des alltäglichen Lebens umfasst. Ergänzt wird die Ausstellung durch multimediale Präsentationen, etwa zum „Werden“ der jeweiligen Bilder bzw. mit der Darstellung ihrer „digitalen“ Metamorphosen.

 

 

Lilith Thesenpapier

In medias res. Anna Grau lernte ich im November 2015 in Mainz kennen — vor ihrem Gemälde „Meister“, das den 1. Preis beim 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm erhielt. Über 650 Bewerber hatten sich dem gewählten Thema „Kollaps der Moderne?“ im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung gestellt. Die Jury (bestehend aus Kunstwissenschaftlern und vor allem kompetenten Künstlern) hatte unter dieser Vielzahl an Arbeiten das ausdrucksstarke, in seiner Farbgebung herausstechende und dynamisch-expressiv gemalte Werk einstimmig zur Siegerarbeit auserwählt.

In der persönlichen Auseinandersetzung mit Anna Grau als 1. Preisträgerin konnte ich in Mainz von Angesicht zu Angesicht erfahren, was sie empfindet, wenn sie malt. Sie antwortete mir auf die Frage „Was machst Du, wenn Du malst? Denkst Du an Picasso und seine Les Demoiselles D’Avignon?“ kurz und knapp und mit einem versonnenen Lächeln: „Ich male Gefühle!“. 

Diese Gefühlswelt ist die einer in Moskau geborenen Deutsch-Russin, die als 15-jährige nach Berlin kam und dort seit über 20 Jahren lebt. Eine Tochter hat. Die als Europäerin fühlt und denkt! Die Entwicklungen in ihrem Geburtsland mit großer Sorge sieht. Hätte man sie dazu bei der Preisverleihung in Mainz vor dem Publikum direkt gefragt, zu Putin und der Re-Sowjetisierung Russlands, sie hätte gesagt: „Oh nein, ich male keine politischen Bilder. Mich interessiert der Mensch mit seinen Tiefen und Leidenschaften und Schwächen.“ Sie hätte gesagt, wie wichtig Malerei für sie ist. Gerade in einer „digitalen Welt“.

Dem spontanen Kennlernen in Mainz folgte Ende November 2015 ein weiteres Treffen in Berlin; es entwuchs ein seitdem ständiger Kontakt. In der Reflexion dessen, was Anna Grau in Mainz erlebt hatte – vor allem das Zusammentreffen mit den Mainzer Künstlerinnen Prof. Valy Wahl und Fee Fleck – ergab sich die Idee, ein neues, ambitioniertes Vorhaben in die Tat umzusetzen: Den Gemäldezyklus „Lilith“.

Aufhänger für „Lilith“ war der Bilderzyklus von Fee Fleck „Medea – die Fremde“, das die Künstlerin speziell zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 2012 geschaffen hatte. Anna Grau war fasziniert, dass eine wesentlich ältere und bedeutendere  Kollegin ihrem eigenen Menschenverständnis so nah kam. Wobei sich Anna Grau in ihrer unendlichen Bescheidenheit nie mit Fee Fleck in eine Reihe sehen würde… — Beide Künstlerinnen haben übrigens am gleichen Tag Geburtstag, wenn auch zwei Generationen auseinander! — Fee Fleck setzt sich als Holocaust-Überlebende gegen das Vergessen ein. Und für die Rolle der Frau im Besonderen. Der damalige Bundespräsident Gauck überreichte Fee Fleck für ihr Engagement, ihre Lebensleistung im Jahr 2012 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Beide Künstlerinnen, Fee Fleck wie auch Anna Grau, beziehen in einer von Männern dominierten Kunstszene eine besondere und nach meiner Ansicht herausragende Position: Sie widmen sich den Extremen wie Ausgrenzung, Vernichtung, Unterdrückung ohne jegliche Aggression; vielmehr in einer behutsamen Bestimmtheit und Deutlichkeit, die den Betrachter ins Nachdenken und letztlich zu neuen Erkenntnissen bringt. Mehr kann man nicht erreichen. Anna Grau hat Anfang 2016 begonnen, den Lilith-Bilderzyklus auszugestalten. Bis dato sind sechs (unterschiedlich formatige, bis zu 120 x 180 cm große) Gemälde fertig, acht oder zehn sollen es insgesamt werden. In meinem ValueBlog und über Facebook kann man den Entstehungsprozess verfolgen.

Anna Grau hat selbst dazu einen lesenswerten Text verfasst, der in einem eigenen Buch abgedruckt ist: „Auf den Spuren von Lilith…“

 

 

 

Kerngedanke ist es, „Lilith — die Getarnte!“ in all ihren Facetten lebensnah zu inszenieren. Dies alles bietet aus meiner Sicht einen kompakten Einblick in das bildkünstlerische Schaffen von Anna Grau, das sie von anderen unterscheidet und besonders macht. Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Ausstellung sowie Wettbewerben zeigt, dass Anna Grau nicht nur Aufmerksamkeit findet, sondern auch hohe Wertschätzung.

 


 

Unbekannte Fakten zu Lilith

Aus der Antike gibt es Überlieferungen, die wir beiseite geschoben haben. Das berichten Quellen der altsumerischen wie altbabylonischen Zeit gleichermassen. Auch im Talmud wird aufgegriffen, was in der biblischen Überlieferung und in den Schriften der christlichen Kirche verschwiegen wird:  Der Anfang der Menschheitsgeschichte wurde durch ein Wesen geprägt, das Gutes tut, aber durch seine Überlegenheit Männern Angst einflösste, weil es ihre Macht und ihre Bedeutung in Frage stellte.

Gemeint ist Lilith. In der männlich dominierten Welt wurde sie als Dämon, sogar als Kindsmörderin diffamiert. In der jüdisch-feministischen Theologie wird Lilith im Midrasch als eine Frau dargestellt, die sich nicht Gottes, sondern Adams Herrschaft entzieht und im Gegensatz zu Eva resistent gegen den Teufel und die Verführung zum Bösen ist. Sie symbolisiert die gelehrte, starke und unbeugsame Frau. Parallel wird angemerkt, dass Lilith die Urmutter der Menschheit darstellt und als erste Frau Adams Gott dazu brachte, ihr seinen heiligen Namen zu verraten. Das Wissen um den Namen verlieh ihr unbegrenzte Macht. Lilith verlangte von Gott Flügel, um das Paradies resp. Adam zu verlassen; und sie flog davon. In Lilith sehen einige auch den Gegenentwurf zur biblischen Eva, die wie später Maria als Mutter Gottes in der patriarchalen Tradition stehe.

Detail aus Lilith.8

Anna Grau: Detail aus Lilith.8

Warum ist das auch heutzutage relevant?

Es wäre zu einfach zu sagen, dass es um Emanzipation oder Geschlechterkampf geht. Wobei die Unterdrückung der Frau durch den Mann noch immer in fast allen Kulturkreisen stattfindet. Der ‘Lilithmythos’ steht vielmehr für die Selbständigkeit der Menschen und den (bereits biblischen) Versuch einer Seite, vorwiegend der Männer, mittels einer höheren Autorität andere zu unterdrücken. Sei es mit Gewalt, mit Aggression und Einschüchterung, mit Waffen oder mit Geld und Macht. Das alles, was von Gott so erschaffen scheint, wie es ist, verabscheut Lilith und entzieht sich.

Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt? Betrachtet man das, was sich bis heute erhalten und wohl in der Zukunft weiter fortsetzen wird, erkennen wir, dass vieles was wir tun, Traditionen und Gepflogenheiten folgt, die in ihren Wurzeln weder wahr noch ehrenhaft sind. Das Prinzip der Unterdrückung, der Ellbogenmentalität, des Handelns in der richtig geglaubten (aber tatsächlich falschen) Überzeugung und ohne Mitmenschlichkeit setzt sich fort.

 


 

Anna Grau und Andreas Weber im Martin-Gropius-Bau zu Berlin (Nov 2015)

Zur Person: Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG sowie u.a. Beiratsmitglied des Vorstands des Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, Beiratsmitglied der Internationalen Senefelderstiftung, Offenbach, Lehrbeauftragter der Hochschule RheinMain, Wiesbaden. | LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/andreasweber | Blog/ValuePublishing:  https://valuetrendradar.com 

Zu Anna Grau und ihrem Schaffen: http://www.annagrau.de  — Anna Grau und Andreas Weber gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

 

 

 


 

Work in progress

Lilith 7: Zustandsfotos im Atelier (Oktober 2017)

Lilith.7 in progress 2

Lilith 7 Work in Progress 10-2017

 


Lilith 9: Zustandsfoto im Atelier (Januar 2018)

Lilith.9 in Progress

 


 

drupa2016 - In Medias Res ValuePublishing REVIEW 2.001

Die drupa ist stets ein Ort der Top-Gespräche und einzigartigen Momente, wie mit Didier Gombert (großes Foto am Stand von Objectif Lune). Foto/Collage: Andreas Weber

 

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung aller drei Berichte im Überblick:


Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


 

Frage: Ist es möglich, das Angebot einer drupa als globale Leitmesse komplett zu erfassen?
Antwort: Nein! Das ist auch gar nicht nötig. Das beste Prinzip lautet: Reduktion auf das maximal Wichtige. Daher nachfolgend eine analytisch-subjektive Selektion dessen, was aus ValuePublishing-Sicht relevant war!


Vorspiel: Wo bleibt der Bezug zu dem, was die Printbranche voranbringt?

„Rund 260.000 Besucher (2012: 314.248 Besucher) aus 188 Ländern und rund 1.900 Journalisten aus 74 Ländern sind nach Düsseldorf gereist, um sich über technologische Innovationen, Weiterentwicklungen und neue Geschäftsfelder zu informieren,“ verlautbarte die Messe Düsseldorf am 10. Juni 2016 stolz. Und mit 76 Prozent lag die Quote der internationalen Besucher um 16 Prozentpunkte höher als im Jahr 2012. Deutschland markiert damit einen riesigen Besucherrückgang! Quelle: drupa/Messe Düsseldorf

Ob die Zahl der Besucher den Ausschlag für nachhaltigen Erfolg gibt, sei dahingestellt. Aber eine Schrumpfung um fast 55.000 Besucher im Vergleich zur drupa 2012 ist in jedem Fall bedenkenswert. Zu behaupten, das sei OK, weil die Messedauer ja verkürzt worden sei, erscheint ungefähr so „logisch“ wie das Argument, gutes Essen schmecke umso besser, je mehr man davon mengenmässig verspeist.

Fakt ist vielmehr: Der allseits herausgestellte Dreiklang der modernen Druckindustrie — Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung, kurz mit Print 4.0 in Anspielung an Industrie 4.0 charakterisiert – hat zur Folge, dass immer weniger Betriebe mit immer weniger Personal ein inzwischen wieder dynamisches Produktionsvolumen stemmen. Ergo: Weniger ist mehr! ABER: Für die #drupa2016 hätte die beste Voraussetzung bestanden, neue Zielgruppen zu motivieren und zu mobilisieren, um die ambitionierte globale Leitmesse zu besuchen. Das hat aber (wie schon 2012) nur marginal/punktuell geklappt, aber nicht breitenwirksam. Denn neue Besuchergruppen sind durch „Wir können Print 4.0“-Rufe und „Wie toll, was wir da machen-Selbstdarstellungen von Ausstellern nicht zu mobilisieren. Aus meiner Sicht ist eine riesige Chance vergeben worden. Viele Marktteilnehmer werden sich dadurch unnötig schwer tun, um das zu kompensieren. 

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.001

Der kompakte Vortrag mit dem #drupa2016 Review von Andreas Weber kam sehr gut an auf dem Swiss Publishing Day 2016 am 30. Juni 2016 in Winterthur. — Doku via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Zu vielen Ausstellern muss es wohl egal sein, was die Kunden ihrer Kunden denken. Einige Hersteller betonten, das Wichtigste sei, dass sie weit über ihre Erwartungen hinaus Verkaufsabschlüsse tätigten.

  • Beispiel: Landa verkaufte nach eigenem Bekunden für über 450 Millionen EURO Nano-Druckmaschinen, die (allerdings) immer noch nicht lieferfähig sind. — Siehe dazu meine Traumgeschichte „Danke Benny. Touch the future again and again…”
  • Seriöser resp. sinnvoller aus meiner Sicht: Heideldruck erwähnte bei seiner Annual Analyst Conference am 8. Juni 2016 über 1.000 Kaufverträge über lieferfähige Produkte und Lösungen, um Kunden zu ermöglichen, ihr Kerngeschäft Offsetdruck zu stärken und/oder gleichzeitig sich der Herausforderung „Digitaldruck auf industriellem Fertigungsniveau“ anzunehmen; mehr als 5.500 Heideldruck-Kunden meldeten sich für den neuen Heidelberg eShop an.
  • HP Inc. rühmte sich, mit der kompletten Halle 17 im Gepäck, der größte Aussteller der drupa 2016 gewesen zu sein, und lobt sich selbst: „HP experienced its best attended drupa ever with sales far exceeding expectations, achieving 150 percent of our sales goal,” urteilte laut Branchendienst WhatTheyThink.com Francois Martin, Global Marketing Lead Graphics Solutions Business HP Inc. Fast schon pingelig wird aufgezählt, wieviel Maschinen man verkauft habe, um zu dokumentieren, dass man die eigenen Lösungen zur Marktführerschaft gebracht habe. — Nur mit dem von HP vielgelobten PrintOS, dem neuen und ultimativen Betriebssystem fürs Drucken, kam man laut divergierenden Medienmitteilungen mit 200 resp. 500 Subskribenten, in jedem Falle also weniger als 5% aller Kunden, nicht so weit. — Damit ist HP entgegen der eigenen Einschätzung vom Mainstream weit entfernt und  immer noch nicht vollständig im Print 4.0-Zeitalter der durchgängigen Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung angekommen.

Die Umsätze bei Heidelberg wie auch bei KBA, Canon, Xerox, Ricoh und KonicaMinolta liegen allesamt höher als beim „größten“ Aussteller der #drupa2016, der zudem deutlich höhere Stand- und Werbekosten zu verzeichnen hat. (Kann man so etwas einen Pyrrhussieg nennen?). Allein drei Aussteller als Newcomer aus Israel konnten in Summe HP’s Umsätze weit übertreffen resp. eine sehr viel bessere Relation zwischen Invest und Return-on-Invest erzielt haben; neben Landa sind dies Highcon und Scodix, wie der israelische Wirtschaftsdienst Globes vermeldet hat. — Learning: Wer wie HP darauf setzt, sich Erfolg erkaufen zu wollen, muss nicht automatisch erfolgreicher sein als andere. Zumal, wenn wie im Falle HP zur #drupa2016 eigentlich nur Optimierungen der bestehenden HP-Lösungen geboten wurden. Tatsächlich Neues und für die Print-Branche im Sinne des „Touch the future“ insgesamt Relevantes hat sich für mich bei HP auf der #drupa2016 nicht erschlossen. Schon gar nicht durch HP’s mediale Kommunikationsarbeit!

ValuePublishing #drupa20150 Review.001

Petra Lüftner kommentierte am 4. Juli 2016 per XING als Reaktion auf mein Traum-Erlebnis — Danke, Benny! Touch the future again and again… — wie folgt: „Ich war total traumatisiert von so viel Zukunftsvisionen und der ernsthaften Frage, für WEN und welchen MARKT all dieses dort stattgefunden hat. Die Realität sieht meines Erachtens heute und auch in den kommenden Jahren ganz anders aus. Verkaufen, nur um des Verkaufens Willen, ohne fachliche und zeitnahe Analyse der Marktes? Wie oft schon wurde in der Vergangenheit der Hype um neue Technologien zum Untergangsszenario mancher Firma 🙁  Denn nicht die ‚Technology’ ist es, was wir zuerst überdenken müssen, vielmehr die Wertschöpfungskette und die Anwendbarkeit des vorhandenen Instrumentariums.  Ein erfolgreiches Unternehmen zeichnet sich durch einen realistischen Bezug zum Markt und die darauf optimierten Prozesse und Produkte, nicht durch blinkende Displays aus.  So stellte sich am Ende meines Traums die Frage, ist alles was glänzt Gold oder sollte man doch den guten alten Fadenzähler zur genaueren Betrachtung des Ganzen nutzen? Herzliche Grüße in die Stadt des URSPRUNGS, die Gutenberg-Stadt Mainz“.

In medias res: Willkommen im digitalen Printmedienkosmos

Wichtiger erscheint mir, der Nabelschau einiger Top-Aussteller nicht zum Opfer zu fallen, sondern stattdessen konkret aufzuzeigen, welchen Einfluss tatsächlich innovative Technologien-Angebote auf der #drupa2016 für die Branchenentwicklung haben. Denn, wie und ob Print gewinnt, hängt nicht von Boxen-Verkäufen, sondern von Lösungskompetenz und drei zentralen Faktoren ab:

  1. Welche Rolle spielt Print im Kommunikationsmix? Gerade mit Blick auf BigData, Cloud, Social Media und IoT.
  2. Wie und warum definiert Inkjet-Druck die industrielle Herstellung von Printmedien neu?
  3. Wer als Aussteller hat auf der #drupa2016 die Messe-Leitidee „Touch the future“ tatsächlich am besten verkörpert und nach vorne gebracht?

Zeit also für eine an der Realität orientierte Bestandsaufnahme, die alle (kaum noch zu überblickenden) Neuheiten der #drupa2016 zusammenfasst, plausibel bewertet und in den Kontext mit den gewachsenen Anforderungen im Digitalzeitalter stellt.

Das Prinzip der Digitalisierung im Kontext mit Print erklärte Heideldruck-CEO Dr. Gerold Linzbach im Vorfeld der drupa 2016 ganz exzellent (Siehe „drupa ante portas: Automatisierung, Flexibilisierung, Digitalisierung machen Print zum Top-Wachstumsmarkt!“). Auf der drupa präsentierten Dr. Linzbach und sein Vorstandsteam am 8. Juni 2016 souverän vor hochrangigen Finanzanalysten, was Heidelbergs Comeback ausmacht  — übrigens von der drupa-Community kaum bemerkt, führte die gelungene Konferenz für #Heideldruck zu einem Kurssprung nach oben, inklusive Kaufempfehlung der Analysten:

  1. Ein radikales Umdenken und Umschwenken Richtung Print 4.0
  2. Maximale Markt- und Kundenorientierung mit Fokus auf ‚Customer Journey‘ (im Sonne von: Welchen Weg wird mein Kunde gehen, wenn er neue Lösungen einsetzen möchte?)
  3. Neupositionierung Richtung autonomes Drucken sowie das „Amazon-für-Printherstellung“ durch eine integrierte Heideldruck eShop-Lösung

07-drupa2016 ValuePublishing Storify on HeideldruckWeitere Informationen zum Comeback von Heideldruck: ValueStorify „drupa 2016 — #Heideldruck: Back to profitable growth!“ mit Live-Texten, -Fotos, -Videos.

Heideldruck sieht für sich gute Chancen, die „alte“ Welt des Offset-Druckens mit der neuen Welt des „digitalen“ Druckens zu vereinen. Das wird belohnt: Wie Mike Hilton in seinem Global News Review dokumentiert, erhielt Heideldruck in mehreren Kategorien den IDG Business Media and Dimension Data Deutschland’s Digital Leader Award 2016.

Daran anknüpfend ist zu beachten, dass der Umgang mit dem Phänomen „Big Data“ in der Printproduktion mehrere Dimensionen und eine dynamisch stärker werdende Priorität aufweist:

  • Aus dem Web resp. der Social Media-Welt und via Cloud-Services explodiert die Datenmenge dessen, was aus der virtuellen Welt ins Print überführt wird;
  • Inhalte können dabei automatisiert auf Basis von intelligenten Algorithmen zusammengestellt werden für massenhaft individuelle, bedarfsgerechte Druckprodukte.
  • Zum anderen müssen riesige Datenströme beim Produktionsmanagement intelligent gehandhabt werden, um effizient, qualitätvoll, ohne Medienbrüche und möglichst schnell, das heisst in Tagesfrist fertigen und liefern zu können.

Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen, wobei im Web verstärkt Systemarchitekturen zur freien Verfügung stehen, die nahtlos Druckdaten automatisiert erzeugen und per Internet an selektiertere Dienstleister/Drucksysteme transferieren können. Die einfachste Form sind Drucke beliebiger Daten via Smartphone oder Tablet. Apple mit AirPrint oder Google mit CloudPrint waren die Pioniere der Generation X; Drucksystemhersteller wie Canon oder HP folgten mit eigenen ePrint-Lösungen. Zum Anderen werden Daten aus Wiki—Plattformen zum Beispiel per PediaPress-Technologie in Bücher verwandelt, auf Basis der vom Internetnutzer online selektierten Wikipedia-Artikel. Weiterhin können Social-Media-Nutzer per Knopfdruck ihre Chroniken auf Twitter, Instagram oder Facebook in Publikationen verwandeln, um gedruckte Poster z.B. der Facebook—/Instagram-Freunde, Leinwanddrucke  oder Tagebuch-Chroniken in Buchform aus Twitter und Facebook automatisiert zu erstellen (siehe mySocialBook, Twenty20 oder boomf mit Druck von Instagram-Fotos auf essbare Marshmellows).

Diese Services werden von Konsumenten ebenso genutzt wie von Unternehmen für Werbezwecke, die solche Projekte in ihre digitalen Marketingkonzepte einbinden (Siehe den ValuePublishing drupa-Vorbericht zum Highlight-Thema Multichannel). Bei den reinen Unternehmensanwendungen werden Marketing- und IT-Daten automatisiert ohne Medienbruch zusammengefügt und daraus Cross-Media-Kundenkampagnen erstellt, die Unternehmensangebote wie zum Beispiel Vertragsverlängerungen bei Versicherungen koppeln mit den Feedbacks von zehntausenden Kunden, die dann an die Unternehmens-IT und deren CRM-Systeme zurückgespielt werden, um die Kundenprofile aktuell zu halten und sogar einzelne Transaktionen zu dokumentieren. Alle Unterlagen sind dann sowohl digital als auch gedruckt verfügbar. Der Kunde entscheidet, welche Form er bevorzugt.

 Als Lesetipp empfehle ich die brillanten Kommentare von Christian Kopocz auf LinkedIn, der als Entrepreneur und Finanz-, Marketing-, Digitaldruck- und Multichannel-Profi exzellent twittern sowie bloggen kann und sein #drupa2016-Erleben aus Sicht des kundigen Fachbesuchers schildert:

Druckers Dilemma: „Herrje! Was habe ich denn mit Social Media und Big Data zu tun? — Eigentlich will ich doch einfach nur drucken!“

Naturgemäß stellen Big Data resp. Social Media die Welt der Druckereiunternehmer auf den Kopf. Das Denken und die Technik-Ausstattung in Druckereien sind darauf ausgerichtet, dass der Kunde/Drucksachenbesteller die Pre-Media-Arbeit selbst erledigt. Und der Druckerei druckbare PDF-Dateien übergibt. Man bedient einen Nachfragemarkt. Denn bis dato folgen Printproduktionsprozesse einem starren, linearen Ablaufschema: Daten werden digital editiert, mit Expertenwerkzeugen formatiert und dann unveränderlich für den Druck aufbereitet und an Druckereien übergeben. Der Mensch diktiert sozusagen der Maschine, was sie tun muss. Die Druckerei lebt vom Bereithalten von Produktionsmitteln und -kapazitäten — mit dem Vorsatz bzw. der Verpflichtung, Bedürfnisse der Kunden bestmöglich zu erfüllen. Damit sind Drucker wie ihre Lieferant glücklich. Aber: Tatsächlich haben beide Fraktionen im Drucksektor die Kontrolle über den Markt längst abgeben. Und wer kennt schon durch Innovationen hervorgerufene Bedürfnisse, die sich erst noch entwickeln können, wenn das neue auch bekannt ist? Wie gesagt, die Kunden der Druckerei waren kaum auf der #drupa2016 zugegen und können sich auch nicht über klassische Fachmedien oder durch bloggende Marktforscher  informieren, weil die sich in Details verlieren…


 Zwischenruf: Anders agieren!

Kai Büntemeyer„Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist auf der drupa einfach eine Maschine zu kaufen, ohne vor- und nachgelagerte Prozesse zu bedenken!“ — Kai Büntemeyer, Vorsitzender VDMA Druck- und Papiertechnik sowie Geschäftsführender Gesellschafter von Kolbus GmbH & Co KG auf der pre-drupa-Pressekonferenz des VDMA am 4. April 2016.


Der einzig mögliche Innovationsansatz ist daher, den starren Prozess aufzulösen, indem Daten von verschiedener Seite stationär und mobil bearbeitet werden, also von Analog zu Digital und umgekehrt als iterativer Prozess nahtlos automatisiert transformiert, inhaltlich angereichert sowie individuell und „on-demand“ per Digitaldruck ausgegeben werden können. Workflow-technisch gesehen, wird ein Pipeline-Prozess in ein vernetztes, interaktives, individuell auszugestaltendes  Plattform-Konzept überführt, das neue Formen der Konnektivität bietet.

Ganz nah an Big Data: Print 4.0 braucht Communication 4.0

Auf der drupa 2016 konnte man darüber mit Pionieren und Unternehmern wie Didier Gombert, einer der Gründer und Vorstandsvorsitzender des Technologie-Entwicklers Objectif Lune (OL), bestens und auf hohem Niveau diskutieren. Gombert hatte vor einiger Zeit schon den technischen Umbau aller seiner Software-Lösungen vorgenommen. HTML, CSS und JavaScript bilden nunmehr den Ausgangspunkt. Der Fokus liegt auf digitalem Business Communication Management (kurz: ccm). Print kann sich dort stets nahtlos „andocken“ und wird Teil digitaler Kommunikations- und Geschäftsprozesse.

„In der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung hat sich die Printmedienbranche lange auf die Steigerung der Herstellungseffizienz fokussiert. Entsprechend folgt jede Art Printmedienherstellung stets digitalen Prozessen. Das ist gut so. Aber: Die Effektivität von Print als vernetzbarem Medium im Digitalzeitalter kam zu kurz und hat jetzt höchste Priorität“, stellt Gombert fest. Der visionäre Unternehmer gilt seit über 20 Jahren als Vorreiter einer neuen „digitalen“ Philosophie, die Printmedien zeitgemäß im Kommunikationsmix einbindet. Grundlage bildet für Gombert das „Connect“-Prinzip. Aus einem „digitalen“ Baukasten verschiedenster Lösungen entwickelte sich ein skalierbares Lösungsszenario, das Einsteigern wie Profis hilft, Print in der Geschäfts-/Kundenkommunikation optimal einzusetzen und stets mit digitalen Kommunikationsprozessen einfach und kostengünstig zu vernetzen. Themenhighlights zur drupa 2016 sind für Gombert sozusagen „beyond technology“ neue Kommunikationsaufgaben wie „Customer Experience“ und „Customer Journey“. Darunter wird verstanden, hundertprozentig markt- und kundenorientiert Produkte und Lösungen im Dialog mit Kunden (weiter) zu entwicklen. Im Fokus: Optimale Schnittstellen zwischen Mensch-Maschine — Maschine-Maschine — Maschine-Mensch. Kein Wunder, dass Gombert auf der drupa 2016 mit allen seinen wichtigen Kunden und Partnern zusammentraf, um den Ball weiter zu spielen. Dazu gehören Konzerne wie Canon, Konica Minolta Pitney Bowes und Ricoh.

ValuePublishing Big Data Visuals.001Ganz nah an Big Data ist auch der Titel eines Reports, den Andreas Weber für das #drupa2016-Print-Special der führenden Technik&Innovations-Zeitung VDI nachrichten verfasste. — Erweiterte Fassung des Reports als Trendanalyse (in englischer Sprache).


Fazit Teil 2

Print als Medientechnologie spielt nicht mehr eine Sonderolle quasi als Analog-Relikt in einer digitalen Welt. Print ist und bleibt die tragende Säule der Geschäfts- und Kommunikationswelt und kann nahtlos in digitale Geschäfts- und Kommunikationsprozesse eingliedert werden! Um in der neuen Welt des Print bestehen zu können, erfordert es seitens der Druckereien den Neustart-Knopf zu drücken. Mit Technik-Käufen oder dem Versuch, durch Technik-Einsatz gar neue Geschäftsmodelle zu entwicklen, kommt keiner weiter. Alle sind aufgefordert, das Zusammenspiel von Brainware, Software und Hardware neu zu definieren und daraus Markt-konforme Lösungsangebote im Dialog mit Kunden zu entwickeln.


Fortsetzung folgt mit Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)


Hinweis

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Presemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001

Great work. Great tweets. Great results. And a lot of fun beyond technology by LOVRA’s amazing chill-out sessions. Last but not least: Many THANKS to the Xerox Social Media team members Stefan, Bill, Jenna.

#drupa2016 Review: Print wins! If…

Dear friends of drupa!

Please read and share our unique series of #drupa2016 reports. We are proud to enable a real multimedia and multichannel experience. And we are happy to interact with a huge global audience covering 120+ countries.

Kick-off: splendid #drupa2016

Our ValuePUBLISHING TRILOGY — a quite critical, selective analysis looking back at the splendid #drupa2016 (in german language)

Topics Outline Overview:
• Part 1 – Proof of concept: Does the printing community communicates properly?
• Part 2 – Crucial: Reduce to the max — don’t get lost in details!
• Part 3 – The crux of the matter: #unleashprint 

 


Back to the future: Some fun

#drupa2050 — TX to Benny: Touch the future again and again…
#drupa2050 — Danke, Benny! Touch the future again and again…


Enjoy ValuePUBLISHING’s #Storify stories the most valuable way to catch up all major topics of #drupa2016 in a smart multimedia format. Convenient to navigate, wonderful to explore and easy to share. Our guideline: Less is more — so reduce to the max!

 

Note: We are proud of the fact that around the globe hundreds of thousands of unique viewers follow us already and interact with our content — shared via Twitter (@ValueCommAG plus @zeitenwende007), Facebook, LinkedIn, XING and Google+. — More than 70 % of our viewers are leading innovators dedicated to all kind of graphic communications applications. 

 

 

The secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

 

 

GENERAL OVERVIEW

drupa2016 REVIEW — ValuePublishing Storify:
All about the role of print in the communications mix

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Pre-drupa media conference March 2016

 

 

 

IN MEDIAS RES

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Ready for #unleashprint? YES WE CAN(on)

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck back to profitable growth

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck Press Conference Feb 2016

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
PitneyBowes reinvented mail (live at drupa may/June 2016)

drupa2016 – ValuePublishing Storify:
Objectif Lune put business communications to the next level

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Automated Digital Cutting made by Zünd Systemtechnik

 

Das Geheimnis der #drupa2016 in 23 Sekunden — Von Andreas Weber, Head of Value.

 


In addition for extended reading check out our focused trend reports via ValueBlog posts by Andreas Weber

Note: Almost all Blog posts are available in english and german.

 

ValuePublishing Storify Review 18062016.001


As well you can find a whole series of ValueDialog stories:

ValueDialog — Christian Kopocz: “Multichannel ensures relevance!”

To get access to more ValueDialog stories use our Blog search tool.

 

Value Publishing About @drupa2016.001

 

Von Anna Grau | Animation: Andreas Weber

 

Lilith — die Getarnte!

„Diese Ausgrenzung des Fremden zieht sich durch die ganze Geschichte unserer Kultur. Immer schon vorhanden ist die Ausgrenzung des angstmachenden weiblichen Elements.“ (Christa Wolf)  

„Dazu gehört vor allem die Figur der Lilith, der ersten Frau des Adam, die, von den biblischen Überlieferungen quasi ausgeklammert, weil sie dem Adam nicht nur ebenbürtig, sondern überlegen war, in den alten sumerischen und jüdischen Überlieferungen aber eine wichtige Rolle spielte.” (Andreas Weber)

Quelle: “Fee Fleck: Medea. Ein Blick zurück nach vorne!”

 

lilith5

Anna Grau: Lilith.5, 2016. Öl/Leinwand, 120 x 120 cm.

 

Die Idee zum ‚Lilith‘-Zyklus entsprang dem Wunsch, das aus männlicher Perspektive ‚angstmachende weibliche Element’ in einer Frau symbolhaft und emotional überhöht zu bearbeiten und auf die Leinwand bringen.

Für mich schwingt in den Frauen, die dieses Element in sich tragen, das Bild der frühgeschichtlichen Lilith mit: Lilith die Unruhestifterin, die Ungehorsame, die Provokateurin, die Andersdenkende, die Emanzipierte, die Androgyne, die Ausgestoßene, die Abstoßende — und doch zugleich die immerfort Lockende!

 

Lilith 6.jpg

Anna Grau: Lilith.6, 2017. Öl/Leinwand, 180 x 120 cm

 

Mit meinem Zyklus habe ich eine Reihe emotional-expressiver Frauendarstellungen geschaffen, die einerseits die Frau in ihrer ganzen Schönheit entfaltet, anderseits genau diesem Symbolgehalt entspricht. Letzteren erreiche ich zum Beispiel durch bestimmte Elemente aus der Natur (Wolf, Spinne, Blumen), Inschriften auf der Haut (Lilith.3 — ‚Gott existiert nicht’ auf Russisch), den perspektivisch vergrößerten Frauenschoß einer Domina zur Darstellung einer Überfrau (Lilith.6) oder auch überlange, an Baumwurzeln oder Schlangen erinnernde Haare (Lilith.9).

Die Symbiose aus weiblichem Körper und symbolischen Elementen eröffnet neue, durchaus mystische Möglichkeiten der Interpretation, die Natur und Frau miteinander in Verbindung setzen: Die Frau ist der Ursprung der Natur, sie ist die Urmutter alles Lebenden, heidnische Göttin und Hexe zugleich. Ich bilde diese spannungsreichen Zusammenhänge derart ab, dass in jedem Bild die Antithese zwischen ‚der Schönen und dem Biest’, Irritation und Bewunderung, Gut und Böse, Licht und Schatten zu finden ist.

 

Lilith 7

Anna Grau: Lilith.7, 2017. Öl/Leinwand, 160 x 110 cm.

 

Somit ist der Lilith-Zyklus eine Studie der weiblichen Natur, wie sie nicht unbedingt der klassischen, männerdominierten Perspektive entspricht. 

Das archaisch-sakrale Element des Ursprungs des Lebens in einer Frau, das in diesem Rahmen eher an die Heidnische Göttin als an die Madonna mit dem Kind erinnert, soll wiederbelebt und in einer zeitgemäßen Form zum Ausdruck gebracht werden.

 


 

Die Lilith-Bilderserie umfasst 12 mittelgroße Gemälde (im Format ca. 100 auf 140/160 cm), Öl auf Leinwand. Der Zyklus entstand in den Jahren 2016 bis 2018.

Siehe auch den Kommentar von Andreas Weber “Anna Grau und ihr Werkzyklus ‘Lilith – die Getarnte’.

 


 

 


 

Lilith.8

Anna Grau: Lilith.8, 2017. Öl/Leinwand, 120×120 cm.

 


 

 

Lilith.9

Anna Grau: Lilith.9, 2018. Öl/Leinwand, 150×100 cm.

 

 


 

 

 


 

Lilith.12

Anna Grau: Lilith.12, 2018. Öl/Leinwand, 110×90 cm.


 

 

Anna Jericho Caro Zeitenwende

Nicht so laut vor Jericho: Anthony Caro zieht in seinen Bann! Foto: Andreas Weber. Mit der Künstlerin Anna Grau im Gropiusbau Berlin, Ausstellung der Sammlung Würth. 

 

 

Wie überleben wir den Digital-Tsunamie? — Spannend zu sehen, wie professionelle Kulturschaffende, Künstler und Technologieexperten die Herausforderungen durch die Digitalisierung angehen. Und scheitern!

Soviel vorab: In Deutschland wurde nicht nur alles verschlafen. Sondern es werden durch Old-School-Kunstverwalter horrende Gelder bei den Kulturinstituten verschwendet. Die Verantwortlichen sind äußerst aktiv. Wissen aber gar nicht, was sie tun. Und grenzen das Publikum durch Kommunikationsunfähigkeit aus. Das zeigte sich schon durch die Hilflosigkeit prominenter Vertreter von SPK oder Städel. Oder durch den Veranstalter selbst, der weder selbst twitterte noch ein frei zugängliches WLAN zur Verfügung stellte.

Trotz allem: Das FAZ Forum Digitalisierung war den Besuch wert, gerade weil es von vielen Unzulänglichkeiten dominiert war.

Text, Fotos/ Videos und Animationen:
Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Das Traditionshaus F.A.Z. ließ durch sein Frankfurter Allgemeine Forum am 25. und 26. November 2015 eine erkenntnisreiche Konferenz durchführen zu “Digitalisierung — Kunst |Museen | Markt — Bleibt alles anders?”. Der Schuss ging zwar nicht nach hinten los. Brachte aber jede Menge Kollateralschaden. Sowohl der FAZ Herausgeber Jürgen Kolbe also auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr.  Hermann Parzinger schossen sich ins Abseits. Sie beschrieben das “Digitale” als Zukunftsvision, auf die man(n) sich künftig einstellen müsse. Und skizzierten aus Old School-Bildungsbürgertum-Sichtwiese eine schwierige Situation, die man nur meisten kann, wenn man (umständlich mit riesigen Ressourcen) das, was da ist, digitalisiere. OH JE!

 

Bitte anschauen: Meine umfassende Video-Doku per YouTube, mit zahlreichen Kurzfilmen im Originalton.

 

 

Willkommen im Digital-Nirwana!

Beide Herren wurden in der Folge krass widerlegt (waren dann aber schon wieder weggegangen!). Eigentlich schon am Vorabend durch Berlins Kulturminister Tim Renner beim Empfang im Café Moskau. Nomen est Omen: Die (digitale) Revolution Frist ihre Kinder. Renner, der eigentlich genau weiss, wovon er redet, hat alles, nur keine Lösung parat. Zu sehr macht Renner wohl die normative Kraft des Faktischen zu schaffen. Er hat viele Ideen und Erkenntnisse, stößt spannende Projekt an, erntet aber viele Anfeindungen. Und er stösst in den Kulturinstitutionen auf Mitarbeiter, die nicht wissen und erst gar nicht tun können, um was es gehen muss. Konservieren heisst allerorten das Motto. Und das Publikum muss auf hohem Niveau unterhalten werden. Die Expertise liegt bei den Museums- und Kultur-Fachleuten, die gerne schlau dozieren, aber sehr schlecht zeitgemäß kommunizieren. — Wie auch, wenn der SPK-Chef Parzinger ihnen die Budgets für Social Media (Twitter) streicht? — Beim FAZ Forum zeigte sich das Kommunikationsdesaster durch den (Teilzeit-)Moderator und Kunstkritiker Boris Pofalla, einen großgewachsenen Blondschopf, der blass wirkte und blass blieb. Die einfachsten Regeln der Moderationskunst beherrschte er nicht. Und brachte dementsprechend mit Top-Partnern keine engagierte Diskussion zustande. Über ein in die Länge gezogenes Blablabla kam er nicht hinaus.

 

Netzwerken FAZForum 2015

 

Was für eine Jammer der verpatzten Chancen! —  Wann kann man schon eine Wendy Woon vom Education Department des Museum of Modern Art in NYC oder eine Lynn Hershman Leeson, die Übermutter der Digital Media Art, in Gespräche verwickeln? Gott sei Dank hatten beide Damen eigene Vortragseinheiten. Und versetzten in Erstaunen. Das angeblich Neue, ist schon längst (seit mehr als 30 Jahren!) fest durch Künstler etabliert. Und beim MoMA im Alltag solide verankert. Ohne Interaktion über Apps und Social Media geht gar nichts. Und das Wichtigste ist, Gespräche über digitale Plattformen zu initiieren, bei denen Besucher ihre persönliche Erfahrungen mit anderen austauschen können. Der Mehrwert liegt auf beiden Seiten. Die Feststellung von Lynn, dass es problematisch ist, digitale Kunst auf Dauer sichtbar zu machen, da die Technik sich weiter entwichelt, wurde in der Podiumsdiskussion gar nicht vertieft. Trotz allem zeigt Lynn neue Weg: Sie entwickelt ihre Digitalkunst mit Wissenschaftlern und Technikern zusammen. Da passte gut, dass Google aus seinem Pariser Cultural Institute Laurence Gaveau entsandt hatte. Der Franzose belegte eindrucksvoll, wie Google das Mission Statement “Make the world’s culture accessible to anyone, anywhere” mit Leben füllt: Über 800 Partner in 60 Ländern, denen Google mit seiner Technik hilft, sowie Artist in Residence Programme und Events mit Künstlern zeigen, was möglich ist. Deutsche Kulturinstitutionen verweigern sich Google. Sie machen alles selbst, vergeuden Unsummen und erhalten Ergebnisse, die nur sie selbst begeistern können. Bei Stiftungen wie SPK, Kunstsammlungen NRW oder dem Städel in Frankfurt am Main sollte man mal genau nachfragen.

 

 

“Innen zeigen, was zeitgleich außen passiert”

Der deutsche Prof. Dr. Martin Roth, Chef des traditionsreichen Londoner Victoria and Albert-Museum, ist seinen Landsleuten weit voraus. Nicht etwa, weil er sich auf Verdiensten anderer ausruhen kann. Sondern weil er strategisch klug agiert und innoviert. Am Tag vor seiner Reise nach Berlin bekam er vom britischen Schatzkanzler trotz Geldknappheit keine Budgetkürzungen, sondern eine Aufstockung  um 50 Millionen Pfund! Warum? Er konnte die Regierung in UK überzeugen, dass Kunst und Kultur gerade in schwierigen Zeiten einen wichtigen Beitrag leisten. “Wir müssen innen im Museum zeigen, was außen zeitgleich passiert!” — “Total Accessibility” nennt das Roth. Und erläuterte in Berlin exakt und äußerst anschaulich alles, was sich als Folge daraus ableitet. Er zieht in ein neues Gebäude. Er positioniert die Arbeit seiner Kuratoren um, die Services für Besucher als “Kunden” erbringen müssen. Er will, dass das Wissen der Besucher aus aller Welt einfließt in die Museumsarbeit. Dass Besucher sich in einer halben bis einer Stunde  eigene Ausstellungen aufbauen können. Die Frage rund um Digitalisierung stellt sich gar nicht mehr. Dies sei längst schon Fakt, inklusive hoher E-Commerce-Umsätze. Es gäbe auch keine singuläre Digitalstrategie, sondern ganz viele für viele einzelne Bereiche, die miteinander verwoben sind.

 

 

Wunderbar. SPITZE! Das hat gut getan, was Martin Roth ganz zum Schluss vorgetragen hat. Und knüpft an das an, was von Künstlerseite durch David Claerbout vorgetragen wurde, der buchstäblich einen Volltreffer landete. Der Künstler zeigte, wie er digital inspiriert und online recherchiert Projekte angeht, indem er wie im Fall seiner kritischen  Shell-Nigeria-Ölarbeiter-Arbeit ein niedrig aufgelöstes Internetbild in fünfjähriger Arbeit digital mit eigens entwickelten Kamerasystemen und 3D-Technik aufarbeitete. Das Endergebnis: Ein analoges Kunstwerk. Und das aus gutem Grund, wie Claerbout darlegte:  “Der Digital-Tsunamie hat uns überrollt. Wir können nur überleben mit Texten/Gesprächen, realen Büchern und analoger Kunst.” Dazu braucht es aber digitale Kompetenz!

 — Ende! Mehr ist erst einmal nicht zu sagen. — Ich freue mich, die Diskussion zum Thema Digitalisierung im persönlichen Gespräch vorzuführen. Gerne auch in meinem Mainzer Kommunikationsparadies.

 

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DOKUMENTATION IN ECHTZEIT:
Trotzdem kein WLAN angeboten wurden, konnte ich einen aufschlussreichen Echtzeit-Report via Facebook und Twitter publizieren. Hier das Storify dazu:

#FAZForum Digitalisierung 2015: Kunst auf neuen Wegen?

Bildschirmfoto 2015-11-29 um 14.38.24

 

#FAZForum Digitalisierung 2015: Kunst auf neuen Wegen?

“Der Digital-Tsunami hat uns voll erfasst!” — Künstler auf der Überholspur, klassische deutsche “Kunstverwalter” im Abseits! | MoMa in NYC und V&A in London weit vorne!

 Das wichtigste inkl. Kommentaren und Videos von @zeitenwende007 zum #fazforum per Facebook https://t.co/muNpPnPSkR https://t.co/vrJLPNmX7I
  1. Das wichtigste inkl. Kommentaren und Videos von @zeitenwende007 zum #fazforum per Facebook  https://www.facebook.com/zeitenwende007 pic.twitter.com/vrJLPNmX7I
  2. Gleich geht es los im Café Moskau. #Berlin#FAZFORUMDigitalisierung #Kunst#Museen
    Bildschirmfoto 2015-11-29 um 12.49.02
  3. Die wahre Bedeutung der #Digitaliserung wird gründlich verkannt. #FAZFORUM#Kunst #Museen #FAZ #Dummheit pic.twitter.com/sS9EcaxnDS
  4. Puh. MINUSPUNKT. Bei dem Thema sollte es ein öffentliches WIFI geben beim Event im Café Moskau. #Berlin #FAZFORUM…  http://fb.me/2kyqzjzxa 
    Netzwerken per Netzstrümpfe. COOL! Kompatibel mit Event-Broschüre. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ https://t.co/fE3VZ2zf96
  5. Netzwerken per Netzstrümpfe. COOL! Kompatibel mit Event-Broschüre.#FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZpic.twitter.com/fE3VZ2zf96
  6. Die Unterschiede sind dramatisch gross zw. Deutschland und den USA sowie UK. #fazforum #digitalisierung
    Die wahre Bedeutung der #Digitaliserung wird gründlich verkannt. #FAZFORUM#Kunst #Museen #FAZ #Dummheit pic.twitter.com/sS9EcaxnDS
    Dilemma: Finden Themen richtiges Publikum, das versteht, worums geht? #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ https://t.co/qdDn6YCETa
  7. Dilemma: Finden Themen richtiges Publikum, das versteht, worums geht? #FAZFORUM#Digitalisierung#Kunst#Museen#FAZpic.twitter.com/qdDn6YCETa
    #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst: Das Wichtigste im Überblick, kommentiert per Facebook https://t.co/muNpPnPSkR https://t.co/BrmDuvUWh1
  8. SPITZE: Martin Roth @V_and_A zeigt wies geht, spielt alle an die Wand.#TotalAccessibility #FAZFORUM #Digitalisierungpic.twitter.com/lGIFw2y2Ig
    Big Bang at the end of #Fazforum: Martin Roth berichtet, dass er gestern fürs #V&A von der britischen Regierung…  http://fb.me/26DLU1ZBD 
  9.  zeitenwende007
    Martin Roth, #V&A beim #fazforum: “Im Museum zeigen, was außen passiert: Alle, die sich Digital bewegen, sind…  http://fb.me/3C61rc64x 
  10.  Schwierig. Auch die Schlauen wie Tim Renner haben keine Lösung. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ https://t.co/gwupRte59l
    Schwierig. Auch die Schlauen wie Tim Renner haben keine Lösung. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZpic.twitter.com/gwupRte59l
  11. Marc Tamschick kreiert Multimedia-Dialoge und liefert #Entertainment. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ https://t.co/eNcnaSnAjl

    Marc Tamschick kreiert Multimedia-Dialoge und liefert #Entertainment#FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZpic.twitter.com/eNcnaSnAjl
  12. Analoges Denken wird dem Digitalen nicht gerecht. #ERROR, lieber #FAZ Herausgeber Kaube. #FAZFORUM #Digitalisierung https://t.co/fznSZE463x

    Analoges Denken wird dem Digitalen nicht gerecht. #ERROR, lieber #FAZHerausgeber Kaube. #FAZFORUM #Digitalisierung pic.twitter.com/fznSZE463x
  13. #SPK-Chef Parzinger investiert Millionen in #Digitalarchive. Hat #Twitter deleted! #FAZFORUM #Digitalisierung #kunst https://t.co/sTOeKOI8hg

    #SPK-Chef Parzinger investiert Millionen in #Digitalarchive. Hat #Twitterdeleted! #FAZFORUM #Digitalisierung #kunst pic.twitter.com/sTOeKOI8hg
  14. "My life changed because of #Google, and so did yours," says #MoMA's Wendy Woon #fazforum #Berlin https://t.co/Qy0sp7ExtE

    “My life changed because of #Google, and so did yours,” says #MoMA‘s Wendy Woon #fazforum #Berlin pic.twitter.com/Qy0sp7ExtE
  15.  Beim @Moma weiss wie’s geht. Und hat Erfolg. V.a. bei jungen Publikum #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZpic.twitter.com/b9AS7WaBtC
  16. Sorry to say: Unsere deutschen #Kulturbosse machen Fehler, die Kinder nie begehen würden. #FAZFORUM #Digitalisierung https://t.co/BIP5Bh6INf

    Sorry to say: Unsere deutschen #Kulturbosse machen Fehler, die Kinder nie begehen würden. #FAZFORUM #Digitalisierung pic.twitter.com/BIP5Bh6INf
  17. Durchblick bei Künstlern wie @lynnhershman. Problem: #DigitalArt wird unsichtbar #FAZFORUM #Digitalisierung #kunst https://t.co/km58AP6Nyr

    Durchblick bei Künstlern wie @lynnhershman. Problem: #DigitalArt wird unsichtbar #FAZFORUM #Digitalisierung #kunst pic.twitter.com/km58AP6Nyr
  18. Musste mich mal kurz drüben ereifern über @faz_forum#fazforum#fazdigital und den lausigen Umgang mit Twitter:  http://on.fb.me/1XteinA 
  19. Sehr gute Kritik von @sinnundverstand an @faz_forum. PS: Es gibt für die Teilnehmer kein #WIFI. #fazforum https://t.co/U0RPhdtp8n

    Sehr gute Kritik von @sinnundverstand an @faz_forum. PS: Es gibt für die Teilnehmer kein #WIFI#fazforum pic.twitter.com/U0RPhdtp8n
  20. Erschreckendes Zwischenfazit: Sie (in D) wissen nicht, was sie tun. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ https://t.co/Y70xlxQBPu

    Erschreckendes Zwischenfazit: Sie (in D) wissen nicht, was sie tun. #FAZFORUM#Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ pic.twitter.com/Y70xlxQBPu
  21. Lichtblick: #Museum für Neue Kunst des #ZKM. Wissenschaft und #Kunst als Team. #FAZFORUM #Digitalisierung #FAZ https://t.co/lqxncvAeex

    Lichtblick: #Museum für Neue Kunst des #ZKM. Wissenschaft und #Kunst als Team. #FAZFORUM #Digitalisierung #FAZ pic.twitter.com/lqxncvAeex
  22. Traurig: Kunstkritiker ohne Moderationstalent. Holt beim Panel wenig raus. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museum https://t.co/nrwSkkq8oz

    Traurig: Kunstkritiker ohne Moderationstalent. Holt beim Panel wenig raus. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museum pic.twitter.com/nrwSkkq8oz
  23. #Google bietet #Museen/#Künstler Digitalsierungsservices kostenfrei an. In D kaum genutzt #FAZFORUM #Digitalisierung https://t.co/5Ue5MGwWhi

    #Google bietet #Museen/#Künstler Digitalsierungsservices kostenfrei an. In D kaum genutzt #FAZFORUM #Digitalisierung pic.twitter.com/5Ue5MGwWhi
  24. Treppenwitz: Während #Google präsentiert zeitgleich beim Googeln KEINE Anzeige #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst https://t.co/ZxQyu5VYhu

    Treppenwitz: Während #Google präsentiert zeitgleich beim Googeln KEINE Anzeige #FAZFORUM#Digitalisierung#Kunstpic.twitter.com/ZxQyu5VYhu
  25. Google ist Partner des heutigen FAZ-Forum, denn auch uns faszinieren die diesjährigen Themen rund um…
  26. Reise wert: Lab des #Google #Cultural Institute in #Paris. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #Museen #FAZ https://t.co/1UrFdVxmxO

  27. #Digitalkunst als #VirtualRisk. Wie AxaArt sein Geschäftsmodell überdenkt. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #museum https://t.co/WywfBe745b

    #Digitalkunst als #VirtualRisk. Wie AxaArt sein Geschäftsmodell überdenkt. #FAZFORUM #Digitalisierung #Kunst #museum pic.twitter.com/WywfBe745b
  28. #Siemens Manager: #Digitalisierung verschlafen/#Kunst Basis für #innovation stellt Wirtschaft auf den Kopf #FAZFORUM https://t.co/7z1I1LMSUe

    #Siemens Manager: #Digitalisierung verschlafen/#Kunst Basis für #innovationstellt Wirtschaft auf den Kopf #FAZFORUM pic.twitter.com/7z1I1LMSUe
  29. Panel @faz_forum: "Das Museum neue denken im digitalen Zeitalter. Aber nicht nachbauen." @staedelmuseum #fazforum https://t.co/pEBdpeBr2c

    Panel @faz_forum: “Das Museum neue denken im digitalen Zeitalter. Aber nicht nachbauen.” @staedelmuseum #fazforum pic.twitter.com/pEBdpeBr2c
  30. #Digitalsierung & Museum: Zugang erleichtern, Barrieren abbauen, Zielgruppen spezifischer ansprechen @faz_forum #fazforum Panel @museumsbund
  31. “people look 3 sec. @ art” @wendywoon. To fill the gap btw modern art & you @MuseumModernArt stuctures art by subject, not by time #fazforum
    IMG_4355
  32.  sinnundverstand
  33.  K_SammlungNRW
    #fazdigital #fazforum: Letzte Session mit Perspektiven aus der Praxis.Mit dabei #NinaQuabeck zur #Digitalisierung von #ThomasHirschhorn #K21
  34. Ivo Wessel: Digitalisieren und Verschwinden ist identisch #fazforum https://t.co/Pe55vbKRgj

    Ivo Wessel: Digitalisieren und Verschwinden ist identisch #fazforumpic.twitter.com/Pe55vbKRgj
  35.  zeitenwende007
    GÄHN! Geplapper von deutschen Koryphäen. #Sinnhaftigkeit der Kommunikation nicht erwähnt! #FAZFORUM #Digitalisierungpic.twitter.com/tPHTVhifBg
  36.  zeitenwende007
    #FAZForum#Digitalisierung — Abschluss im #Gropiusbau#Sinnfrage — Sind wir nur ein Schatten von uns selbst?…  http://fb.me/5PJ2ho3yr 
  37.  zeitenwende007
    Fantastischer Ausklang (2) zum #FAZForum#Digitalisierung. Analoge Kunst im Berliner #Gropiusbau. Sammlung #Würth…  http://fb.me/5yjlGftD9 
    Sammlung Würth
  38.  Fantastischer Ausklang zum #FAZForum #Digitalisierung. Analoge Kunst im Berliner #Gropiusbau. Sammlung #Würth pic.twitter.com/MJpI60vvqA
XUG15EU PURL 1

HURRAY! It is all about me! — Perfect individualized Multi-Channel Campagne at #XUG15EU for all attendees and partners. Created ©2015 by Prindoz, Lübeck/Germany via XMPIE Software Solutions.


“WIE ERREICHT MAN OHNE STREUVERLUSTE EINE ORGANISCHE REICHWEITE VON ÜBER 1,5 MILLIONEN TWITTER-VIEWS INNERHALB WENIGER STUNDEN? — DURCH MULTICHANNEL INNOVATION!” —Andreas Weber

CHAPEAU! — Hut ab! Das gesamte Organisations-Team der XMPie User Group (XUG), insbesondere XUG Board Member Christian Kopocz, haben einen sensationellen Job gemacht. Fast aus dem Stand heraus, innerhalb von weniger als 10 Wochen, konnte eine neue, internationale Konferenz aus der Taufe gehoben werden. Das anspruchsvolle und in seiner Weise neuartige Thema lautete: “Multichannel Innovation”. 

Über 130 Teilnehmer aus 17 Ländern kamen (trotz Pfingstferienzeit!) am 26. Mai 2015 nach Berlin, einem Zentrum der Start-up- und Innovationsszene. Namhafte Partner unterstützten und präsentierten in Fachvorträgen und Demos, wie man analog, online und mobil alle Register zieht. Vorausgegangen war eine umfangreiche, hoch wirksame Multichannel-Kampagne, die Christian Kopocz mit seiner Firma Prindoz, Lübeck, per Print, Purl, Online-Marketing und vor allem Social Media realisierte. Auch persönliche Kontakte fanden länder- und kontinentübergreifend statt. Die Teilnehmer wurden am Konferenztag mit individualisierten Drucksachen ausgestattet, u.a. in Form eines auf edlen Materialien gedruckten Event-Books. Eine personalisierte Website erlaubte ganz individuell auch online das Programm zu verfolgen und per Voting die Vorträge und Sessions zu bewerten, wovon  rund die Hälfte der Teilnehmer Gebrauch machte.

Flankierend wurde per Social Media die Veranstaltung vorbereitet, aufbereitet und nachbearbeitet. Im Team mit dem XUG15EU-Partner Value Communication AG wurde mit Christian Kopocz ein Szenario entwickelt und realisiert, das vor allem auf Twitter setzte, im Verbund mit Facebook, LinkedIn und XING. Das Ergebnis ist atemberaubend:

  • In etwas über 48 Stunden — vom Vorabend der #XUG15EU bis zum Tag danach — wurden alleine per Twitter eine Total Reach von über 1,5 MILLIONEN aufgebaut. Am Eventtag selbst wurde die Millionengrenze fast schon überschritten. Hinweis: Das alles ohne Werbegelder, also per organischem Reichweitenaufbau.
  • Darin enthalten waren über 253.000 Unique Reachs.
  • 980 Posts wurden erstellt, um die Konferenz zu kommentieren, die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse zu erfassen und zu teilen.
  • Die Beteiligung der anwesenden Konferenzteilnehmer war sehr hoch: Über 30 % posteten aktiv, über 80 % teilten die Posts und haben so ihre spezifische Netzwerke eingebunden. Und 100 % der Organisatoren und Partner schickten Posts und Re-Tweets rund um den Globus.
  • Am Tag nach der Konferenz resümierten zudem noch sehenswerte Storify-Zusammenfassungen sowie Blogposts die Ergebnisse.
  • Auch journalistisch tat sich einiges. Das im DACH-Raum führende 4c-Magazin, Wien, übermittelte mit persönlichem Anschreiben von Chefredakteur Martin Schwarz seine exklusive Print-Deutschlandausgabe und präsentierte vor Konferenz-Beginn ein Interview mit Christian Kopocz. Live wurde vor Ort vom Londoner Output Magazin online berichtet (per Blogpost und Online-Newsletter an über 20.000 Subskribenten); Chefredakteur James Matthews-Paul war eigens angereist und konnte seine exklusiv für die Teilnehmer digital gedruckte Spezial-Edition, Output One, an die Konferenzteilnehmer übergeben. Der Fachblog ValueTrendRadar von Andreas Weber hatte zuvor über einige Wochen Interviews und Kommentare publiziert und sogar Vortragsthemen “anmoderiert” und in Echtzeit dokumentiert (mit tausenden Viewers aus mehr als 40 Ländern).

“Alles in allem lässt sich sagen: Das, was wir gemeinsam erreicht haben, stellt nicht nur für uns als XMPie User Group, sondern für alle Innovations-interessierten Profis der Kommunikations-Branche einen Meilenstein dar”, resümiert Christian Kopocz. Und ergänzt: “Das ist nur gelungen, weil wir praktizieren, was wir predigen. Und weil es uns gelingt, auch bei neuen und bisweilen äußerst komplexen Themenstellungen, die Multichannel Innovation prägen, auf höchstem Niveau nicht nur zu informieren, sondern zu motivieren und zu begeistern.”

Panorama CGGxhHYWgAAEX8r

© 2015 by Christian Kopocz, Prindoz, Lübeck/Germany.

Entsprechend liegt der Wert all dieser Kommunikationserfolge im maximalen Interaktionsgrad der Teilnehmer, der Redner, der Partner sowie der Mediatoren, die per Social Media involviert waren. Es zeigt sich vor allem, dass man B2B-Themen sinnvoll popularisierien kann. Und das nicht nur als Einmalaktion im Sekundentakt, sondern dauerhaft. Denn alle diese Inhalte und Botschaften sind auch noch vorhanden (und neuerdings als Twitter-News per Google indiziert), wenn die Konferenz zu Ende ist. Übrigens: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Vom 25. bis 28. Oktober 2015 findet die amerikanische XUG-Konferenz in Miami, Florida, statt. Dabei sein lohnt sich. So oder so!

Nachlese: Die auf der #XUG15 EU im Schlussvortrag und bei der Panneldiskussion dargelegten Thesen und Erkenntnisse haben sich in vollem Umfang bestätigt. Die Kernaspekte sind:

  1. Multi-Channel Innovation bedingt: “Discover. Watch. Love. Share. Talk about it!”
  2. Multi-Channel Innovation setzt einen “Mind Shift” voraus: “It’s a disruptive lifestyle philosophy!”
  3. Multi-Channel Innovation verbindet und vereint Social/Smart Technologies und “Human-to-Human” Bedürfnisse. Denn: Bedürfnisse sind das Maß aller Dinge.

Zum Erstaunen der Teilnehmer wurde die Frage beantwortet, wer resp. welches Unternehmen wohl der “Global Leader” bei Multichannel Innovation sei… Nämlich Apple! Warum? Erstens, weil Steve Jobs Multichannel-konform das Paradigma prägte, dass Erfolg nur möglich ist, wenn die Digital Lifestyle-Erfahrung hundertprozentig in der Realität der Menschen ankommt. Und zweitens, weil Apple die besten Webservices und Online-Shops sowie die besten “realen” Flaggship-Stores bietet. Und fast “nebenbei” die besten Printanwendungen möglich macht — von AirPrint bis zu digital gedruckten iPhoto Books und vollendetem Packaging. Und das alle garniert mit einer aussergewöhnlichen Marktorientierung und herausragenden “Customer Experience”.

© 2015 Lünendonk GmbH

© 2015 Lünendonk GmbH

ValueCheck! und ValueLesetipp zu Multichannel Innovationen.
Quelle: Lünendonk GmbH,  http://luenendonk.de

Keine Frage: Getrieben durch die dynamischen Entwicklungen bei Mobile, Cloud Services und Social Media rücken immer mehr Fragen rund um Multichannel Innovationen in den Fokus. Die Marktforscher und Wissensarbeiter der Lünendonk GmbH haben sich im Team mit Salt Solutions per Trendstudie dem Thema angenommen. Ihre Analyse legt den Fokus auf den Einzelhandel in Deutschland. Und zeigt, dass noch einige Herausforderungen zu meistern sind. Aber: Der Wille ist da seitens der Einzelhändler. Wichtiger Faktor: Die Teamfähigkeit bei Planung und Umsetzung. — Autoren der Trendstudie sind Hartmut Lüerßen, Partner Lünendonk GmbH und Bernhard Blüthner, Geschäftsführer Salt Solutions GmbH. (aw)

Im Überblick

„Die Fragen, welchen Stellenwert große Einzelhandelsunternehmen dem Thema Multichannel-Strategie beimessen, wie weit sie in der Umsetzung vorangeschritten sind und welche Herausforderungen die Unternehmen für die Umsetzung aus geschäftlicher, organisatorischer und technologischer Perspektive sehen, waren die Motivation für die Lünendonk-Trendstudie 2015 „Einzelhandel in der Multichannel-Zeitfalle“, die von der Lünendonk GmbH in fachlicher Zusammenarbeit mit Salt Solutions GmbH durchgeführt wurde.

Für die vorliegende Trendstudie wird der Begriff Multichannel wie folgt verstanden: Es gibt mehrere Kanäle, mindestens aber die Kanäle stationär und online. Der Kunde wählt für jeden Kontakt mit dem Händler jeweils den von ihm präferierten Kanal situativ aus. So kann zum Beispiel ein Online-Kauf auch über einen anderen Kanal rückabgewickelt werden. Teilweise gibt es auch Definitionen, bei denen Multichannel allein das Vorhandensein mehrerer Vertriebskanäle bedeutet (z. B. Katalog, Online-Shop oder Callcenter). Solche Definitionen werden jedoch der Komplexität, die bei der Integration eines stationären Handels mit verschiedenen Online- und Versandkanälen herrscht, nicht gerecht.”

Zur Trendstudie

Für die Lünendonk®-Trendstudie 2015 „Einzelhandel in der Multichannel-Zeitfalle“ wurden im Zeitraum August bis Oktober 2014 insgesamt 83 Interviews mit Entscheidern großer Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Rahmen einer CATI-gestützten Befragung geführt.

Als Zielgruppe für die Befragung wurden Einzelhandelsunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro definiert. Denn bei Unternehmen dieser Größe wirkt sich die Verlagerung der Umsätze in die verschiedenen Vertriebskanäle, wie sie gesamtwirtschaftlich beobachtet werden kann, sehr direkt aus. Nischeneffekte, dass beispielsweise ein Geschäft in sehr guter Lage mit einem neuen Label oder einer Produktgruppe eine Wachstumsstory schaffen kann, relativieren sich bei deutschlandweiter Präsenz, hohem Wettbewerb und Umsätzen in dieser Kategorie.

Es zeigt sich: Multichannel ist nach Ansicht der Studienteilnehmern ein „Thema, an dem kein Weg vorbei führt“. Und die Multichannel-Strategie ist Chefsache. Das Top- Management hat sich dieser Aufgabe verschrieben. In diesem Zusammenhang erhält auch die IT hohe Aufmerksamkeit.

Abgerundet wird die Trendstudie mit einem aktuellen Fallbeispiel:
„Prominentes Multichannel-Format im Lebensmittel-Handel: EMMAS ENKEL!“.

Weitere Infos und Bezug der Trendstudie:

http://luenendonk.de

Zum Thema Multichannel Innovation empfehlen wir auch die Fachkonferenz #XUG15EU am 26. Mai 2015 in Berlin. Hier werden neueste Technologie- und Anwendungsmöglichkeit von führenden europäischen Experten diskutiert.

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