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#drupa2016 Review Teil 1 Key Visual.001

@ 2016 Foto/Collage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung im Überblick:


Vorbemerkung

Andreas Weber ist Gründer und CEO der Value Communication AG sowie des DigitaldruckForum mit Sitz in der Gutenberg-Stadt Mainz. Seine Spezialität: Brainware&Solutions sowie per ValueTrendRadar.com-Blog klare Analysen zur Zukunft von Print im Kommunikationsmix, die er kontinuierlich mit über 100.000 Fachleuen in über 100 Ländern teilt. Auf der #drupa2016 gründete er mit Christian Kopocz die Expertenplattform MUCHcomm.

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/Hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Pressemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Hinweis: Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

 


drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001


Teil 1 — Die #drupa2016 als Prüfstein für die Kommunikationsfähigkeit der Printbranche

Vorbemerkung

Frage: Warum ist das Thema Kommunikationsfähigkeit wichtig?
Antwort: Weil es in der Printbranche (bei Druckereien wie auch bei deren Lieferanten) riesige Defizite gibt.
Begründung: In der Printbranche ist es üblich, die Geschäfts- wie auch die Fachkommunikation auf die Darstellung dessen, was man tun kann und wie man Produktionsaufgaben löst, hinzuweisen. Und dies zumeist dadurch, dass man das direkte Gespräch sucht. Sinnvoller ist es aber, Kompetenzen, Kundennutzen und -vorteile medial und damit effektiv in den Fokus zu rücken, um Unterscheidungsmerkmale erkennbar und öffentlich zugänglich zu machen. Bedenke: Das Geschäft mit Print ist schon längst kein Produktions-, sondern ein Dienstleistungsgeschäft, das pro-aktiv kommuniziert werden muss, um Dialoge über relevante Fachthemen zu beflügeln! Erfolg bringt, was in der medialen Kommunikation Markt- und Kundenanforderungen ins Zentrum stellt und nicht das eigene Tun!


In medias res

Die #drupa2016 war famos. Ich weiss, wovon ich rede. Es war meine ZEHNTE drupa! Noch nie zuvor konnte man so gut vorbereitet sein (wenn man sich die Zeit nahm), um im Prinzip alles Wesentliche wissen zu können, bevor die #drupa2016 ihre Pforten öffnete. Doch das Detail hat es in sich. In der Rückschau gab es noch nie eine drupa bei der so viele Experten „lost in details“ gingen! Während und vor allem nach der #drupa2016, die von Top-Experten einengend als die „Ink-Jet 2.0“-drupa bezeichnet wurde, stellte sich nämlich heraus, dass entsprechend dem klugen Messe-Konzept von Sabine Geldermann und ihrem drupa-Team alles Mögliche im Fokus stand, aber nicht mehr die Nabelschau der Technik quasi als Maschinen-Bullenprämierung!

„Touch the future“. So lautete das Messe-Motto. Endlich, wirklich endlich war die #drupa2016 thematisch und konzeptionell Meilensteine nach vorne gerückt, um sich der normativen Kraft des Faktischen zu beugen: Am Ende zählen nicht Technik oder die Anwendung (brav in Druck-Muster-Sammlungen präsentiert), sondern der Nutzen daraus. Die Liste der drupa 2016-Highlight-Themen, die Innovationen und neue Wachstumssegmente fokussierten, machte dies im Vorfeld mehr als deutlich: Dem Kernthema „Druck und Papier“ waren die Sektionen Multichannel, 3D Printing, Functional Printing, Packaging und Green Printing als Themengruppen beiseite gestellt. Offenkundig sollte und musste über den Tellerrand geblickt werden. Und das war gut so, um den maximal hohen Erwartungen der Besucher und der Aussteller gerecht werden zu können.

Wie nun aber die #drupa2016 in den Griff bekommen? Man war chancenlos, alle 1.800+ Aussteller in 17 (resp. eigentlich 19) Messehallen zu besuchen. Der Ausweg: Wie noch nie zuvor boten sich durch Google und Social Media (hier besonders: Twitter) eine grandiose Informations-Rundumversorgung! Davon machten leider die Wenigsten auf der drupa 2016 richtig Gebrauch. Am allerwenigsten die über 1.900 Fachjournalisten, darunter einige wichtige Industry Analysts, die aus 74 Ländern angereist waren. Hektisch und fast konfus rannten viele ihren unzähligen Terminen nach, um so viel wie möglich PERSÖNLICH in Augenschein zu nehmen, um anschließend beliebige Aussteller-News zu kolportieren. Dialoge mit Lesern finden über Fachmedien so gut wie nicht statt. Entsprechend lesen sich im Nachgang deren Reports. So manches, was längst vor der drupa 2016 publik war resp. während der drupa Online in Echtzeit Diskussionen prägte — wurde im Nachgang als Entdeckung, Überraschung und/oder bahnbrechende Premiere tituliert. — Puh! — TOTALLY LOST IN DETAILS ?!?

ValuePublishing Mike Hilton News Review 24062016.001

Kurios und mit leichter Verzögerung von fast 1 Woche: Print folgt Twitter! Foto-Collage: Andreas Weber

Man kann nicht wissen, was man nicht weiss!

Aber auch via Online/Social Media wurde es uns allen nicht leicht gemacht. Viele drupa-Aussteller nutzten Twitter gar nicht — oder wenn doch, dann reichlich unprofessionell als weiteren, notwendigen Push-Kanal zur Selbstdarstellung. Das ist für Social Media aber kontraproduktiv. Gerade über Twitter in aller Kürze und z. B. über LinkedIn für mehr Ausführlichkeit können Dialoge in Gang gesetzt werden. Die Folge, wenn dies wie bei der #drupa2016 zumeist unterbleibt: Die Reichweiten blieben trotz allem Bemühen niedrig. Und der Interaktionsgrad war lausig. Erstrecht erzielt man so nicht die Einbindung neuer Zielgruppen, die per Twitter erreichbar und einzubinden wären, selbst wenn sie gar nicht zur drupa gekommen sind. — Die meisten aus der Printbranche denken wohl: Nun ja, Schuster, bleib bei deinen Leisten… Und warum sollten Print-Fachleute auf einmal werthaltig kommunizieren? Es gehe doch ums Drucken und Technik, so hört man land(a)auf, land(a)ab.

Wollte man dieser drupa 2016 Herr werden, musste man Twitter richtig nutzen — d. h. strategisch klar, zielführend und stringent vorgehen — und sich fast im Sekundentakt informiert halten. Wie gesagt, die Messe Düsseldorf hatte mit ihrem Neu-Konzept exzellente Vorarbeit geleistet. Und Social Media via Twitter war das Top-Kommunikationswerkzeug für die Messe Düsseldorf. Ergänzend kommt v. a. die Idee hinzu,die einzelnen Highlight-Themen durch über die Messehallen verteilte Touchpoints zu präsentieren. Dort konnte man aus erster Hand, Aussteller-übergreifend von Experten das Wichtigste zu den wichtigsten Themen erfahren. Die drupa-Social-Media- sowie drupa daily-Teams machten einen guten Job, um die Messebesucher aktuell zu informieren. Alleine die drupa-Apps waren nicht sehr hilfreich. Die hätte man einfach weglassen können.

Bye Bye „Push-PR“ — Twitter kann es besser!

Nur ganz wenige Pressekonferenzen auf der #drupa2016 waren lohnenswert. Vor allem diejenigen, die von Ausstellern ohne PR-Agenturhilfe gestaltet wurden, lieferten gute Inhalte, die für Social Media-Kommunikation tauglich waren! — Twitter entpuppte sich als unverzichtbare Top-Plattform: Und zwar

  • a) als beste Nachrichten- und Interaktionsquelle — zur Erinnerung: auf Twitter tummeln sich die engagierten, kompetenten Fachleute, die an Innovation und qualitativen News/Facts & Meinungen/Kommentierungen in Echtzeit interessiert sind;
  • und b) als hervorragende Analyseplattform. Denn wer als Besucher wie auch als Aussteller auf Zack war, konnte durch Twitter Seismografie-ähnlich erfahren, was gerade die wichtigen Gespächsthemen war, wie Neuheiten ankamen und bewertet wurden, was sich lohnt und was eben nicht. Zugleich kann man im Nachgang bis auf Einzelne runter brechen, wer sich für was interessiert bzw. wer was honorierte. Denn Tweets mit Hashtags sind sozusagen „for ever“ und können außerhalb von Twitter von allen per Google gefunden werden.

Grosse Bedeutung und Wirkung haben sog. Twitterlisten, die sich nach relevanten Hashtags ausrichten und von Twitternutzern geführt werden. Und Analysetools wie z. B. Keyhole sind hilfreich, da sie die wichtigsten Hashtags, Tweets, User/Influencer, geographische Lokalisierungen, Nutzungs-/Device-Ergebnisse sowie Word-Clouds in Echtzeit erfassen und Mehrwerte liefern. So entstand, wenn man weiss wie es geht, zum ersten Mal auf einer drupa mit und durch Twitter ein iterativer Informations-, Bewertungs- und Erkenntnisprozess. Mit dem erstaunlichem Ergebnis: Das, was Fachleute, Journalisten und Analysten zumeist als Top-Themen im Nachgang kolportieren, spielte eigentlich auf Twitter kaum keine Rolle — und wenn, dann eine untergeordnete. (Hinweis: Im Fall meiner Aktivitäten war von besonderem Vorteil, in deutsch und englisch zu kommunizieren sowie den ValueBlog und ValueStorifys einbinden zu können.)

Analysiert man die per Analyse-Tool generierte Word-Cloud zum Hashtag #drupa2016 im Nachgang (bewusst gewählte Post-drupa Stichtag-Zeitpunkte: 18. Juni 2016 bis 20. Juni 2016), so erscheinen als Echo folgende Begriffe als maßgeblich — nachfolgend in Form einer Top-Ten gelistet:

  1. #drupa2016
  2. #BigData
  3. #Print
  4. #Innovation
  5. #Storify (zur Doku/Visualisierung von relevanten Tweets)
  6. #unleashprint (das Canon-Motto)
  7. #cloud
  8. #mail
  9. #digitalcutting
  10. #drupa (viele hatten dies als Hashtag genutzt, statt sinnvollerweise #drupa2016)

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.037


Zwei drupa-Aussteller tauchen im Umfeld der Top-Ten namentlich auf: Heideldruck
(der Börsenkurz-Name der Heidelberger Druckmaschinen AG) sowie Canon — wie gesagt als einziger Aussteller durch sein Twitter-konformes drupa-Motto #unleashprint herausragend, somit exzellent gewählt und positioniert (mehr dazu in Teil 3).

Von „Insidern“ benutzte Hype-Begriffe wie Inkjet/Inkjet-Druck, Workflow, Print 4.0, Digitalisierung u.a.m. tauchen im Top-Ten-Ranking ebenso wenig im öffentlichen Social-Media-Interesse auf, wie z. B. der „größte“ Aussteller, HP, oder der mit den angeblich meisten Besuchern, Landa. Erstaunlicherweise fehlt auch Xerox, obgleich Xerox über das wohl engagierteste und kundigste Social-Media-Team auf der #drupa2016 verfügte. Und mit XMPie verfügt Xerox über eine Weltklasse-Multichannel-Kommunikationslösung, die von Xerox zur #drupa2016 erst gar nicht eingesetzt wurde. Das könnte daran liegen, dass Xerox für die eigene Marketing-Kommunikation den nutzen von XMPie völlig verkennt und/oder mit seiner Corporate-Social-Strategie bis dato  zwar große Reichweite, aber zu wenig Interaktion erzielt.

Viele andere, gleichrangig hoch frequentierte Hashtag-Begriffe zeigen das weite Spektrum, an dem man sich orientieren muss, wenn man das Thema Print künftig weiter entwickeln und bei Kunden populär machen und im Gespräch halten möchte:

  • virtual, strategy, automation, client, multichannel, success, review, geospital sowie gis, interactivevideo, marketing, iIoT (als das industrielle Internet-of-Things) sowie communications, 3d printing und youtube.
  • Als einziger Produktname taucht „clarity“ auf, der die neue, wegweisende Cloud-Lösung von Pitney Bowes bezeichnet. Nebenbei: Als mir bis dato einzig bekannter drupa-Aussteller setzt Pitney Bowes Twitter global als wesentliche Säule des Business Development ein.

Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


Fortsetzung folgt mit Teil 2:
Worauf kam es bei der #drupa2016 wirklich an?


Some insights

Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

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drupa2016 - In Medias Res ValuePublishing REVIEW 2.001

Die drupa ist stets ein Ort der Top-Gespräche und einzigartigen Momente, wie mit Didier Gombert (großes Foto am Stand von Objectif Lune). Foto/Collage: Andreas Weber

 

Kritische und bewusst streng gehaltene, selektive Analyse von Andreas Weber, Head of Value, im Rückblick auf die famose #drupa2016 — Lesezeit: 10 Minuten. Halbwertzeit min. bis zur #drupa2020 — Die Themengliederung aller drei Berichte im Überblick:


Fazit Teil 1

Kommunikation über Print ist wahrhaft eine Kunst. Wer sich auch nach der #drupa2016 über Print adäquat informieren will, muss maximale Online-/Twitter-Kompetenz besitzen. Sonst landet man im Nirwana des Lost in details“-Syndroms und holt aus seinem hohen Messe-Investment viel zu wenig raus! — Übrigens ist es anders als über Twitter/Posten kaum möglich, in Echtzeit das Wichtigste auf den Punkt zu bringen und multimedial durch Text, Foto, Video in einer digitalen und globalen Welt erlebbar zu machen! Dies gelingt vor allem durch ValueStorifys. Siehe: #drupa2016 review — All about the role of print in the communications mix sowie #drupa mc — print re-invented!


 

Frage: Ist es möglich, das Angebot einer drupa als globale Leitmesse komplett zu erfassen?
Antwort: Nein! Das ist auch gar nicht nötig. Das beste Prinzip lautet: Reduktion auf das maximal Wichtige. Daher nachfolgend eine analytisch-subjektive Selektion dessen, was aus ValuePublishing-Sicht relevant war!


Vorspiel: Wo bleibt der Bezug zu dem, was die Printbranche voranbringt?

„Rund 260.000 Besucher (2012: 314.248 Besucher) aus 188 Ländern und rund 1.900 Journalisten aus 74 Ländern sind nach Düsseldorf gereist, um sich über technologische Innovationen, Weiterentwicklungen und neue Geschäftsfelder zu informieren,“ verlautbarte die Messe Düsseldorf am 10. Juni 2016 stolz. Und mit 76 Prozent lag die Quote der internationalen Besucher um 16 Prozentpunkte höher als im Jahr 2012. Deutschland markiert damit einen riesigen Besucherrückgang! Quelle: drupa/Messe Düsseldorf

Ob die Zahl der Besucher den Ausschlag für nachhaltigen Erfolg gibt, sei dahingestellt. Aber eine Schrumpfung um fast 55.000 Besucher im Vergleich zur drupa 2012 ist in jedem Fall bedenkenswert. Zu behaupten, das sei OK, weil die Messedauer ja verkürzt worden sei, erscheint ungefähr so „logisch“ wie das Argument, gutes Essen schmecke umso besser, je mehr man davon mengenmässig verspeist.

Fakt ist vielmehr: Der allseits herausgestellte Dreiklang der modernen Druckindustrie — Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung, kurz mit Print 4.0 in Anspielung an Industrie 4.0 charakterisiert – hat zur Folge, dass immer weniger Betriebe mit immer weniger Personal ein inzwischen wieder dynamisches Produktionsvolumen stemmen. Ergo: Weniger ist mehr! ABER: Für die #drupa2016 hätte die beste Voraussetzung bestanden, neue Zielgruppen zu motivieren und zu mobilisieren, um die ambitionierte globale Leitmesse zu besuchen. Das hat aber (wie schon 2012) nur marginal/punktuell geklappt, aber nicht breitenwirksam. Denn neue Besuchergruppen sind durch „Wir können Print 4.0“-Rufe und „Wie toll, was wir da machen-Selbstdarstellungen von Ausstellern nicht zu mobilisieren. Aus meiner Sicht ist eine riesige Chance vergeben worden. Viele Marktteilnehmer werden sich dadurch unnötig schwer tun, um das zu kompensieren. 

Vortrag Andreas Weber Swiss Publishing Days 2016.001

Der kompakte Vortrag mit dem #drupa2016 Review von Andreas Weber kam sehr gut an auf dem Swiss Publishing Day 2016 am 30. Juni 2016 in Winterthur. — Doku via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Zu vielen Ausstellern muss es wohl egal sein, was die Kunden ihrer Kunden denken. Einige Hersteller betonten, das Wichtigste sei, dass sie weit über ihre Erwartungen hinaus Verkaufsabschlüsse tätigten.

  • Beispiel: Landa verkaufte nach eigenem Bekunden für über 450 Millionen EURO Nano-Druckmaschinen, die (allerdings) immer noch nicht lieferfähig sind. — Siehe dazu meine Traumgeschichte „Danke Benny. Touch the future again and again…”
  • Seriöser resp. sinnvoller aus meiner Sicht: Heideldruck erwähnte bei seiner Annual Analyst Conference am 8. Juni 2016 über 1.000 Kaufverträge über lieferfähige Produkte und Lösungen, um Kunden zu ermöglichen, ihr Kerngeschäft Offsetdruck zu stärken und/oder gleichzeitig sich der Herausforderung „Digitaldruck auf industriellem Fertigungsniveau“ anzunehmen; mehr als 5.500 Heideldruck-Kunden meldeten sich für den neuen Heidelberg eShop an.
  • HP Inc. rühmte sich, mit der kompletten Halle 17 im Gepäck, der größte Aussteller der drupa 2016 gewesen zu sein, und lobt sich selbst: „HP experienced its best attended drupa ever with sales far exceeding expectations, achieving 150 percent of our sales goal,” urteilte laut Branchendienst WhatTheyThink.com Francois Martin, Global Marketing Lead Graphics Solutions Business HP Inc. Fast schon pingelig wird aufgezählt, wieviel Maschinen man verkauft habe, um zu dokumentieren, dass man die eigenen Lösungen zur Marktführerschaft gebracht habe. — Nur mit dem von HP vielgelobten PrintOS, dem neuen und ultimativen Betriebssystem fürs Drucken, kam man laut divergierenden Medienmitteilungen mit 200 resp. 500 Subskribenten, in jedem Falle also weniger als 5% aller Kunden, nicht so weit. — Damit ist HP entgegen der eigenen Einschätzung vom Mainstream weit entfernt und  immer noch nicht vollständig im Print 4.0-Zeitalter der durchgängigen Digitalisierung, Automatisierung und Flexibilisierung angekommen.

Die Umsätze bei Heidelberg wie auch bei KBA, Canon, Xerox, Ricoh und KonicaMinolta liegen allesamt höher als beim „größten“ Aussteller der #drupa2016, der zudem deutlich höhere Stand- und Werbekosten zu verzeichnen hat. (Kann man so etwas einen Pyrrhussieg nennen?). Allein drei Aussteller als Newcomer aus Israel konnten in Summe HP’s Umsätze weit übertreffen resp. eine sehr viel bessere Relation zwischen Invest und Return-on-Invest erzielt haben; neben Landa sind dies Highcon und Scodix, wie der israelische Wirtschaftsdienst Globes vermeldet hat. — Learning: Wer wie HP darauf setzt, sich Erfolg erkaufen zu wollen, muss nicht automatisch erfolgreicher sein als andere. Zumal, wenn wie im Falle HP zur #drupa2016 eigentlich nur Optimierungen der bestehenden HP-Lösungen geboten wurden. Tatsächlich Neues und für die Print-Branche im Sinne des „Touch the future“ insgesamt Relevantes hat sich für mich bei HP auf der #drupa2016 nicht erschlossen. Schon gar nicht durch HP’s mediale Kommunikationsarbeit!

ValuePublishing #drupa20150 Review.001

Petra Lüftner kommentierte am 4. Juli 2016 per XING als Reaktion auf mein Traum-Erlebnis — Danke, Benny! Touch the future again and again… — wie folgt: „Ich war total traumatisiert von so viel Zukunftsvisionen und der ernsthaften Frage, für WEN und welchen MARKT all dieses dort stattgefunden hat. Die Realität sieht meines Erachtens heute und auch in den kommenden Jahren ganz anders aus. Verkaufen, nur um des Verkaufens Willen, ohne fachliche und zeitnahe Analyse der Marktes? Wie oft schon wurde in der Vergangenheit der Hype um neue Technologien zum Untergangsszenario mancher Firma 🙁  Denn nicht die ‚Technology’ ist es, was wir zuerst überdenken müssen, vielmehr die Wertschöpfungskette und die Anwendbarkeit des vorhandenen Instrumentariums.  Ein erfolgreiches Unternehmen zeichnet sich durch einen realistischen Bezug zum Markt und die darauf optimierten Prozesse und Produkte, nicht durch blinkende Displays aus.  So stellte sich am Ende meines Traums die Frage, ist alles was glänzt Gold oder sollte man doch den guten alten Fadenzähler zur genaueren Betrachtung des Ganzen nutzen? Herzliche Grüße in die Stadt des URSPRUNGS, die Gutenberg-Stadt Mainz“.

In medias res: Willkommen im digitalen Printmedienkosmos

Wichtiger erscheint mir, der Nabelschau einiger Top-Aussteller nicht zum Opfer zu fallen, sondern stattdessen konkret aufzuzeigen, welchen Einfluss tatsächlich innovative Technologien-Angebote auf der #drupa2016 für die Branchenentwicklung haben. Denn, wie und ob Print gewinnt, hängt nicht von Boxen-Verkäufen, sondern von Lösungskompetenz und drei zentralen Faktoren ab:

  1. Welche Rolle spielt Print im Kommunikationsmix? Gerade mit Blick auf BigData, Cloud, Social Media und IoT.
  2. Wie und warum definiert Inkjet-Druck die industrielle Herstellung von Printmedien neu?
  3. Wer als Aussteller hat auf der #drupa2016 die Messe-Leitidee „Touch the future“ tatsächlich am besten verkörpert und nach vorne gebracht?

Zeit also für eine an der Realität orientierte Bestandsaufnahme, die alle (kaum noch zu überblickenden) Neuheiten der #drupa2016 zusammenfasst, plausibel bewertet und in den Kontext mit den gewachsenen Anforderungen im Digitalzeitalter stellt.

Das Prinzip der Digitalisierung im Kontext mit Print erklärte Heideldruck-CEO Dr. Gerold Linzbach im Vorfeld der drupa 2016 ganz exzellent (Siehe „drupa ante portas: Automatisierung, Flexibilisierung, Digitalisierung machen Print zum Top-Wachstumsmarkt!“). Auf der drupa präsentierten Dr. Linzbach und sein Vorstandsteam am 8. Juni 2016 souverän vor hochrangigen Finanzanalysten, was Heidelbergs Comeback ausmacht  — übrigens von der drupa-Community kaum bemerkt, führte die gelungene Konferenz für #Heideldruck zu einem Kurssprung nach oben, inklusive Kaufempfehlung der Analysten:

  1. Ein radikales Umdenken und Umschwenken Richtung Print 4.0
  2. Maximale Markt- und Kundenorientierung mit Fokus auf ‚Customer Journey‘ (im Sonne von: Welchen Weg wird mein Kunde gehen, wenn er neue Lösungen einsetzen möchte?)
  3. Neupositionierung Richtung autonomes Drucken sowie das „Amazon-für-Printherstellung“ durch eine integrierte Heideldruck eShop-Lösung

07-drupa2016 ValuePublishing Storify on HeideldruckWeitere Informationen zum Comeback von Heideldruck: ValueStorify „drupa 2016 — #Heideldruck: Back to profitable growth!“ mit Live-Texten, -Fotos, -Videos.

Heideldruck sieht für sich gute Chancen, die „alte“ Welt des Offset-Druckens mit der neuen Welt des „digitalen“ Druckens zu vereinen. Das wird belohnt: Wie Mike Hilton in seinem Global News Review dokumentiert, erhielt Heideldruck in mehreren Kategorien den IDG Business Media and Dimension Data Deutschland’s Digital Leader Award 2016.

Daran anknüpfend ist zu beachten, dass der Umgang mit dem Phänomen „Big Data“ in der Printproduktion mehrere Dimensionen und eine dynamisch stärker werdende Priorität aufweist:

  • Aus dem Web resp. der Social Media-Welt und via Cloud-Services explodiert die Datenmenge dessen, was aus der virtuellen Welt ins Print überführt wird;
  • Inhalte können dabei automatisiert auf Basis von intelligenten Algorithmen zusammengestellt werden für massenhaft individuelle, bedarfsgerechte Druckprodukte.
  • Zum anderen müssen riesige Datenströme beim Produktionsmanagement intelligent gehandhabt werden, um effizient, qualitätvoll, ohne Medienbrüche und möglichst schnell, das heisst in Tagesfrist fertigen und liefern zu können.

Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen, wobei im Web verstärkt Systemarchitekturen zur freien Verfügung stehen, die nahtlos Druckdaten automatisiert erzeugen und per Internet an selektiertere Dienstleister/Drucksysteme transferieren können. Die einfachste Form sind Drucke beliebiger Daten via Smartphone oder Tablet. Apple mit AirPrint oder Google mit CloudPrint waren die Pioniere der Generation X; Drucksystemhersteller wie Canon oder HP folgten mit eigenen ePrint-Lösungen. Zum Anderen werden Daten aus Wiki—Plattformen zum Beispiel per PediaPress-Technologie in Bücher verwandelt, auf Basis der vom Internetnutzer online selektierten Wikipedia-Artikel. Weiterhin können Social-Media-Nutzer per Knopfdruck ihre Chroniken auf Twitter, Instagram oder Facebook in Publikationen verwandeln, um gedruckte Poster z.B. der Facebook—/Instagram-Freunde, Leinwanddrucke  oder Tagebuch-Chroniken in Buchform aus Twitter und Facebook automatisiert zu erstellen (siehe mySocialBook, Twenty20 oder boomf mit Druck von Instagram-Fotos auf essbare Marshmellows).

Diese Services werden von Konsumenten ebenso genutzt wie von Unternehmen für Werbezwecke, die solche Projekte in ihre digitalen Marketingkonzepte einbinden (Siehe den ValuePublishing drupa-Vorbericht zum Highlight-Thema Multichannel). Bei den reinen Unternehmensanwendungen werden Marketing- und IT-Daten automatisiert ohne Medienbruch zusammengefügt und daraus Cross-Media-Kundenkampagnen erstellt, die Unternehmensangebote wie zum Beispiel Vertragsverlängerungen bei Versicherungen koppeln mit den Feedbacks von zehntausenden Kunden, die dann an die Unternehmens-IT und deren CRM-Systeme zurückgespielt werden, um die Kundenprofile aktuell zu halten und sogar einzelne Transaktionen zu dokumentieren. Alle Unterlagen sind dann sowohl digital als auch gedruckt verfügbar. Der Kunde entscheidet, welche Form er bevorzugt.

 Als Lesetipp empfehle ich die brillanten Kommentare von Christian Kopocz auf LinkedIn, der als Entrepreneur und Finanz-, Marketing-, Digitaldruck- und Multichannel-Profi exzellent twittern sowie bloggen kann und sein #drupa2016-Erleben aus Sicht des kundigen Fachbesuchers schildert:

Druckers Dilemma: „Herrje! Was habe ich denn mit Social Media und Big Data zu tun? — Eigentlich will ich doch einfach nur drucken!“

Naturgemäß stellen Big Data resp. Social Media die Welt der Druckereiunternehmer auf den Kopf. Das Denken und die Technik-Ausstattung in Druckereien sind darauf ausgerichtet, dass der Kunde/Drucksachenbesteller die Pre-Media-Arbeit selbst erledigt. Und der Druckerei druckbare PDF-Dateien übergibt. Man bedient einen Nachfragemarkt. Denn bis dato folgen Printproduktionsprozesse einem starren, linearen Ablaufschema: Daten werden digital editiert, mit Expertenwerkzeugen formatiert und dann unveränderlich für den Druck aufbereitet und an Druckereien übergeben. Der Mensch diktiert sozusagen der Maschine, was sie tun muss. Die Druckerei lebt vom Bereithalten von Produktionsmitteln und -kapazitäten — mit dem Vorsatz bzw. der Verpflichtung, Bedürfnisse der Kunden bestmöglich zu erfüllen. Damit sind Drucker wie ihre Lieferant glücklich. Aber: Tatsächlich haben beide Fraktionen im Drucksektor die Kontrolle über den Markt längst abgeben. Und wer kennt schon durch Innovationen hervorgerufene Bedürfnisse, die sich erst noch entwickeln können, wenn das neue auch bekannt ist? Wie gesagt, die Kunden der Druckerei waren kaum auf der #drupa2016 zugegen und können sich auch nicht über klassische Fachmedien oder durch bloggende Marktforscher  informieren, weil die sich in Details verlieren…


 Zwischenruf: Anders agieren!

Kai Büntemeyer„Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist auf der drupa einfach eine Maschine zu kaufen, ohne vor- und nachgelagerte Prozesse zu bedenken!“ — Kai Büntemeyer, Vorsitzender VDMA Druck- und Papiertechnik sowie Geschäftsführender Gesellschafter von Kolbus GmbH & Co KG auf der pre-drupa-Pressekonferenz des VDMA am 4. April 2016.


Der einzig mögliche Innovationsansatz ist daher, den starren Prozess aufzulösen, indem Daten von verschiedener Seite stationär und mobil bearbeitet werden, also von Analog zu Digital und umgekehrt als iterativer Prozess nahtlos automatisiert transformiert, inhaltlich angereichert sowie individuell und „on-demand“ per Digitaldruck ausgegeben werden können. Workflow-technisch gesehen, wird ein Pipeline-Prozess in ein vernetztes, interaktives, individuell auszugestaltendes  Plattform-Konzept überführt, das neue Formen der Konnektivität bietet.

Ganz nah an Big Data: Print 4.0 braucht Communication 4.0

Auf der drupa 2016 konnte man darüber mit Pionieren und Unternehmern wie Didier Gombert, einer der Gründer und Vorstandsvorsitzender des Technologie-Entwicklers Objectif Lune (OL), bestens und auf hohem Niveau diskutieren. Gombert hatte vor einiger Zeit schon den technischen Umbau aller seiner Software-Lösungen vorgenommen. HTML, CSS und JavaScript bilden nunmehr den Ausgangspunkt. Der Fokus liegt auf digitalem Business Communication Management (kurz: ccm). Print kann sich dort stets nahtlos „andocken“ und wird Teil digitaler Kommunikations- und Geschäftsprozesse.

„In der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung hat sich die Printmedienbranche lange auf die Steigerung der Herstellungseffizienz fokussiert. Entsprechend folgt jede Art Printmedienherstellung stets digitalen Prozessen. Das ist gut so. Aber: Die Effektivität von Print als vernetzbarem Medium im Digitalzeitalter kam zu kurz und hat jetzt höchste Priorität“, stellt Gombert fest. Der visionäre Unternehmer gilt seit über 20 Jahren als Vorreiter einer neuen „digitalen“ Philosophie, die Printmedien zeitgemäß im Kommunikationsmix einbindet. Grundlage bildet für Gombert das „Connect“-Prinzip. Aus einem „digitalen“ Baukasten verschiedenster Lösungen entwickelte sich ein skalierbares Lösungsszenario, das Einsteigern wie Profis hilft, Print in der Geschäfts-/Kundenkommunikation optimal einzusetzen und stets mit digitalen Kommunikationsprozessen einfach und kostengünstig zu vernetzen. Themenhighlights zur drupa 2016 sind für Gombert sozusagen „beyond technology“ neue Kommunikationsaufgaben wie „Customer Experience“ und „Customer Journey“. Darunter wird verstanden, hundertprozentig markt- und kundenorientiert Produkte und Lösungen im Dialog mit Kunden (weiter) zu entwicklen. Im Fokus: Optimale Schnittstellen zwischen Mensch-Maschine — Maschine-Maschine — Maschine-Mensch. Kein Wunder, dass Gombert auf der drupa 2016 mit allen seinen wichtigen Kunden und Partnern zusammentraf, um den Ball weiter zu spielen. Dazu gehören Konzerne wie Canon, Konica Minolta Pitney Bowes und Ricoh.

ValuePublishing Big Data Visuals.001Ganz nah an Big Data ist auch der Titel eines Reports, den Andreas Weber für das #drupa2016-Print-Special der führenden Technik&Innovations-Zeitung VDI nachrichten verfasste. — Erweiterte Fassung des Reports als Trendanalyse (in englischer Sprache).


Fazit Teil 2

Print als Medientechnologie spielt nicht mehr eine Sonderolle quasi als Analog-Relikt in einer digitalen Welt. Print ist und bleibt die tragende Säule der Geschäfts- und Kommunikationswelt und kann nahtlos in digitale Geschäfts- und Kommunikationsprozesse eingliedert werden! Um in der neuen Welt des Print bestehen zu können, erfordert es seitens der Druckereien den Neustart-Knopf zu drücken. Mit Technik-Käufen oder dem Versuch, durch Technik-Einsatz gar neue Geschäftsmodelle zu entwicklen, kommt keiner weiter. Alle sind aufgefordert, das Zusammenspiel von Brainware, Software und Hardware neu zu definieren und daraus Markt-konforme Lösungsangebote im Dialog mit Kunden zu entwickeln.


Fortsetzung folgt mit Teil 3 — Des Pudels Kern: #unleashprint („entfessele Print“)


Hinweis

Im Fokus dieses umfassenden #drupa2016 Review stehen drei wesentliche Überlegungen als Leitlinie, die sich durch meine umfassenden Vor-drupa-2016-Analysen bereits abzeichneten:

  • Was bringt die Branche und den Markt tatsächlich voran?
  • Wie ordnet sich Print in der Big Data-Welt ein?
  • Welche Player/hidden Champs sind wichtig?

Da sich dieser Sachverhalt nicht trivial erschließen lässt, indem man einfach eine Vielzahl an Neuheiten und Presemeldungen auflistet, nachfolgend mein Bericht in drei Teilen, der das #drupa2016-Messegeschehen bewertet, plausibel in den Kontext stellt, Hintergründe erläutert und am Beispiel des für mich gelungensten Messeauftritts detailliert erklärt, welche Lösungsansätze Sinn machen. — Stichwort: #unleashprint!

Wer sich für alles bis ins feinste Detail informieren möchte, kann dies im ValueBlog in besonderer Form tun. Unter dem Suchwort: „Mike Hilton’s Global News“ finden sich über 600 Pressemeldungen zu allen relevanten drupa-2016-Neuheiten. — Siehe auch den Vortrag mit dem kompakten #drupa2016 Review auf dem Swiss Publishing Day 2016 in Winterthur vom 30. Juni 2016 via YouTube (Live-Video-Doku) oder via Slideshare (42 Min.-Video plus alle Charts).

Value Publishing About @drupa2016.001

ValuePublishing Storify Review 18062016.001

drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001

Great work. Great tweets. Great results. And a lot of fun beyond technology by LOVRA’s amazing chill-out sessions. Last but not least: Many THANKS to the Xerox Social Media team members Stefan, Bill, Jenna.

#drupa2016 Review: Print wins! If…

Dear friends of drupa!

Please read and share our unique series of #drupa2016 reports. We are proud to enable a real multimedia and multichannel experience. And we are happy to interact with a huge global audience covering 120+ countries.

Kick-off: splendid #drupa2016

Our ValuePUBLISHING TRILOGY — a quite critical, selective analysis looking back at the splendid #drupa2016 (in german language)

Topics Outline Overview:
• Part 1 – Proof of concept: Does the printing community communicates properly?
• Part 2 – Crucial: Reduce to the max — don’t get lost in details!
• Part 3 – The crux of the matter: #unleashprint 

 


Back to the future: Some fun

#drupa2050 — TX to Benny: Touch the future again and again…
#drupa2050 — Danke, Benny! Touch the future again and again…


Enjoy ValuePUBLISHING’s #Storify stories the most valuable way to catch up all major topics of #drupa2016 in a smart multimedia format. Convenient to navigate, wonderful to explore and easy to share. Our guideline: Less is more — so reduce to the max!

 

Note: We are proud of the fact that around the globe hundreds of thousands of unique viewers follow us already and interact with our content — shared via Twitter (@ValueCommAG plus @zeitenwende007), Facebook, LinkedIn, XING and Google+. — More than 70 % of our viewers are leading innovators dedicated to all kind of graphic communications applications. 

 

 

The secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

 

 

GENERAL OVERVIEW

drupa2016 REVIEW — ValuePublishing Storify:
All about the role of print in the communications mix

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Pre-drupa media conference March 2016

 

 

 

IN MEDIAS RES

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Ready for #unleashprint? YES WE CAN(on)

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck back to profitable growth

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck Press Conference Feb 2016

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
PitneyBowes reinvented mail (live at drupa may/June 2016)

drupa2016 – ValuePublishing Storify:
Objectif Lune put business communications to the next level

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Automated Digital Cutting made by Zünd Systemtechnik

 

Das Geheimnis der #drupa2016 in 23 Sekunden — Von Andreas Weber, Head of Value.

 


In addition for extended reading check out our focused trend reports via ValueBlog posts by Andreas Weber

Note: Almost all Blog posts are available in english and german.

 

ValuePublishing Storify Review 18062016.001


As well you can find a whole series of ValueDialog stories:

ValueDialog — Christian Kopocz: “Multichannel ensures relevance!”

To get access to more ValueDialog stories use our Blog search tool.

 

Value Publishing About @drupa2016.001

 

 

Graphic Repro On-line News Review to Friday 17 June 2016

Welcome to this first post-drupa news roundup, with over 50 news items for you in the headlines since last Monday, plus late additions to the pre-drupa News in our own dedicated Newsroom from Asahi, Fujifilm and Agfa Graphics, and another important initial 20 ‘at-show and post-show’ announcements… from Heidelberg, Koenig & Bauer, Kodak, EFI, Muller Martini, Leonhard Kurz, Manroland Web Systems, and Fujifilm with Heidelberg; and especially from drupa 2016 show organiser Messe Düsseldorf with its end-of-show closing announcement, following what has been described as ‘the best drupa since 2000’. This drupa article also contains 21 endorsements and personal comments from key exhibitors, such as Guy Gecht, EFI; Benny Landa; Gerold Linzbach, Heidelberg; Jean-Pascal Bobst; Francois Martin, HP; John Blyth, Ricoh Europe; and 15 others. All of the above articles and announcements do not include the mass of at-show sales successes which appeared in our daily news columns throughout the week – with masses still to come, and with more still arriving on a daily basis.

What is the secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

Then we have a really exciting new addition for you in our drupa Newsroom. If you weren’t at the show, or even if you were at this year’s event in Düsseldorf, you can now get your hands on all nine daily issues of the drupa daily show magazine, with complete PDFs of each issue to download. These are jam-packed with news and highlights and a daily ‘Red Sofa’ interview with key exhibitors’ starting with drupa President and Koenig & Bauer chief executive Claus Bolza-Schünemann; followed by Canon EMEA president and chief executive Rokus van Iperen; Benny Landa; Enrique Lores, HP president of Imaging and Printing; Konica Minolta’s Olaf Lorenz general manager Business Solutions Europe; Jean-Pascal Bobst; Eijiro Hori, president of post-press kit manufacturer Horizon; Kodak chief executive Jeff Clarke, and lastly, Marabu chief exec utive York Boeder, talking to two of Europe’s top trade press editors: Thomas Fasold of Druck&Medien, Germany; and Daryl Danielli, of PrintWeek UK. 

The drupa daily also includes some of the hottest show technology, sales and products that were the buzz words at drupa 2016, sourced, curated and produced by a team of the industry’s leading journalists throughout the show. Comments and rumours, photos and all that made it ten fantastic days at drupa and in drupacity Düsseldorf.
The world’s biggest and most important trade fair for print and cross-media solutions also announced that it is to stick to its proven four-year cycle and drupa will be held again in Düsseldorf from Tuesday, 23 June, to Friday, 3 July 2020. 
Please scroll down very carefully this week. You will also find three Verdigris Blogs from Laurel Brunner, all published since our last update. There is a message from Laurel in her most recent Blog for the drupa organisers, who missed a great opportunity in not taking a sustainability lead at this year’s event, and hopes the environment will be in sharper focus in 2020.
I hope you enjoy this week’s selection.
Until next time, when I shall strive to bring you lots more.
My best regards,
 
Mike Hilton

Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative from Digital Dots. Our Drupa and FESPA Newsrooms can be accessed from the Index on our Home Page, as well as News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 



Headline News
Over 28,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news pages 

Mon 13 June…   
Decisive impulses for the global print industry at drupa 2016
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

Novus Holdings South Africa adds Kodak Prosper S-Series
Kodak and Novus Holdings South Africa celebrate biggest Kodak Prosper Installation in Southern Hemisphere at drupa 2016…

Caxton and CTP in African first with Kodak Prosper Inkjet
Kodak and Thunderbolt Solutions to Change the Face of Leading South African Newspapers with Prosper S-Series variable inkjet…

NXP Europe invests in new DM-Liner from Leonhard Kurz
British digital printing company NXP Europe is first worldwide to invest in B2 format Digital Metal technology from Leonhard Kurz…

Ricoh SA dedicates June as Eco Action Month
Ricoh puts the green muscle of over 100 000 employees globally, behind World Environment Day on Sunday 5 June…

EDP Awards Heidelberg Omnifire 250 for colour 4D printing
The European Digital Press Association selected the Omnifire 250 4D printing system for ‘Technical Committee Award’ 2016…

New super-fast Epson SureColor printer wins EDP Award
Epson’s new SureColor SC-P20000 won ‘Best Photographic Printer’ at the European Digital Press Association Awards…

Rotometrics European Open House in September 2016
BPIF Labels to partner this key biennial event in the label calendar since 2012, with additional 40% space for this year…

The next InPrint in Munich, Germany in 2017
From 14 to 16 November, InPrint offers exhibitors a platform for showing cutting-edge printing technology…

drupa to stick to its proven 4-year cycle
The No. 1 trade fair for print and cross-media solutions to be held in Düsseldorf again from 23 June to 3 July 2020…

Tue 14 June…   
Sappi continues move to biomaterials and bio-energy
Sappi to construct a second-generation renewable sugar extraction demonstration plant at its Ngodwana Mill in South Africa…

Print makes strong comeback at the ‘Best drupa since 2000’
Claus Bolza-Schünemann, CEO and president of Koenig & Bauer and drupa president 2016, announced a positive closing verdict…

Heidelberg on course for growth
Heidelberger Druckmaschinen AG set the course for growth and sustained profitability in the financial year 2015/2016…

CTP Printers Cape Town launches new Lithoman IV
Special 24 hour print event in May at CTP Printers Cape Town introduced the latest Manroland Lithoman IV web press…

Kodak demonstrates leadership through innovation at drupa
Kodak generates significant industry buzz at the largest print show on earth with outstanding results 181% of target…

BHS Corrugated and Screen announce partnership
Screen and BHS to develop high-volume inline industrial digital printing solution for the corrugated board industry…

Adare SEC to add two full-colour Ricoh Pro VC60000s
UK-based Adare SEC makes multi-million pound commitment to colour personalisation with two Ricoh Pro VC60000s at drupa 2016…

EDC Expert first to invest in Ricoh Pro VC60000
EDC Expert (former Emerson DC) invests in Eastern Europe’s first Ricoh Pro VC60000 continuous feed inkjet platform…

Antalis Packaging offers free audits in UK
Free comprehensive packaging auditing services now available through latest Antalis Packaging investment…

Tipografic signs drupa order for Christmas delivery
Label producer Tipografic signs with Heidelberg UK for latest Speedmaster XL 106-7+L, Polar 115 Autotrim, and Bander…

Wed 15 June…   
Muller Martini’s drupa leaves a convincing impression
Muller Martini CEO, Bruno Müller, looks back at the company’s successful participation at drupa 2016 and Finishing 4.0…

Springfield buys third Screen Truepress digital label press
Springfield Solutions, UK, invests in third Truepress Jet L350UV press at drupa to keep pace with steady growth…

Heidelberg grows with digital as 1000th Versafire sold
Heidelberg has sold its 1000th Versafire digital printing system worldwide (formerly named Linoprint prior to drupa)…

Ricoh SA has chosen to focus on the Western Cape
Ricoh SA Western Cape assembles top industry teams for services-led operations in document imaging and production print…

Mimaki hat-trick at European Digital Press Awards
Accolades for Mimaki UJV55-320, Mimaki UJF-7151 plus and Mimaki TX300P-1800 at the EDP Awards presented at drupa 2016…

Agfa Graphics Jeti Mira recognised in EDP Awards
European Digital Press Association rewards Agfa Jeti Mira as ‘Best wide-format flatbed printer up to 250 sq/m hour’…

SPGPrints PIKE digital textile printer wins EDP Award
SPGPrints’s PIKE digital textile printer has won the European Digital Press Award for ‘Best Industrial Textile Solution’…

Canon South Africa makes moves to become carbon neutral
Canon SA is steadfast in its commitment to optimise resource efficiency and contribute to environmental sustainability…

EFI and Esko to bring combined workflow solution to market
EFI and Esko announced a LOI at drupa for workflow collaboration in the high-growth packaging segment…

Ricoh partners with EFI Vutek for large-format inkjet
Ricoh partners with EFI Vutek to offer market-leading large-format flatbed printing solutions…

Thu 16 June…   
HP’s largest customer deal in HP Indigo history
Shutterfly signs for 25 HP Indigo 12000 Digital Presses to capture 2016 holiday peak season production demands…

UPM: Students need fluent reading skills
The Finnish Reading Centre to organise 100 literacy workshops for technical studies students with UPM’s support…

EDP Awards with three product wins for HP Inc. at drupa
HP SmartStream Mosaic, HP PrintOS and HP DesignJet T830 were each named the best product in their category…

Exclusive carbon-neutral Eco-Range boxes from Antalis
Antalis Packaging in the UK has launched its Eco-Range of single wall corrugated box products…

LED-UV and perfecting from KBA bound for Glasgow
Two Rapida 106s for J Thomson Colour Printers in a two-press deal signed at drupa: a six colour and a ten-colour…

World’s first Book of One Bookline for NBD Biblion
The world’s first Muller Martini Diamant MC Digital Book of One Bookline goes to NBD Biblion in The Netherlands…

CEWE adds three Versafire CPs from Heidelberg
Europe’s biggest photo service provider CEWE chooses Versafire CP digital printing systems from Heidelberg…

Vale Press unveils B2 expansion with drupa purchase
Huge success following its move into B2 two years ago has led Vale Press back to Heidelberg…

Two iconic newspapers now printed in Turenki, Finland
Hansaprint prints Financial Times and International New York Times on the World’s First Ricoh Pro VC60000…

Crossprint adds perfect binding to support new business
Isle of Wight commercial printer adds Horizon perfect binder and three-side trimmer to expand in-house services…

Fri 17 June…   
Manroland Web: Strong drupa performance with great prospects
The fully networked production for the future: Manroland Web Systems is very satisfied with its showing at drupa 2016…

EFI acquires Optitex and its 3D design technology
EFI acquires emerging and fast-growing Optitex to extend its leadership in the digital transformation of the textile industry…

Konica Minolta wins two cut-sheet EDP Awards
Konica Minolta’s new AccurioJet KM-1 sheetfed B2+ UV inkjet digital press and bizhub PRESS C71hc awarded…

From web to corrugated with Highcon Axis at LxBxH
Beta site LxBxH Verpackung, has gone live with its online customisable corrugated box ordering system…

World’s first LED-UV on high speed web offset press
The Goss M-600 press surpasses expectations with first installation of LED UV drying and VITS Sheeter…

Walsh snaps up Heidelberg’s new high output Stahlfolder
First Irish company to purchase the new Stahlfolder TH 82-P that was launched by Heidelberg at drupa…

CFI Technologies orders second Ricoh Pro VC60000
Galiote Prenant Group has ordered a second line just months after becoming first in France with a Ricoh Pro VC60000…

IME by Estimprim orders KBA Rapida 105 PRO
Eight-colour KBA B1 perfector for French book specialist…

KMS Litho seeks digital expansion with Versafire CV
KMS Litho undertook extensive research into digital options and came down in favour of the Heidelberg Versafire CV…

Micropress orders Primera MC saddle stitcher at drupa
The new Muller Martini Primera MC will boost Micropress UK’s productivity…

Last lead article from previous update…  

Last issue’s lead article…

UPM is changing its corporate structure in Finland
UPM-Kymmene Corporation is proceeding with the plan announced last December, to change its corporate structure in Finland…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2016 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’, and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2016 Website.

Online Feature articles 2014 – 2016
There were again well over 70 last year, 90 in 2014, and 92 articles in 2013 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years’ via Search Archives (option 2).

Technology-related Chapter 02

Previous…   
Asahi mini-white paper: Water- vs Solvent-washable
Making flexographic printing more sustainable and efficient with water-washable flexo plates as compared to conventional solvent-washable plates…

Online Features May/Jun Chapter 05

Previous…   
Canon SA a sponsor for South African Disabled Golf Open
Canon SA was proudly part of the 2016 Nedbank South African SA Disabled Golf Open at Zwartkop Country Club in Pretoria from 2 to 4 May 2016…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blogs 2016

Preparing for drupa 2020
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 17 Jun

Paperlab Update
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 10 Jun

Energising
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Sun 05 Jun

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use… but you must scroll down to view each Chapter when you visit the Newsroom

drupa daily to download as PDFs
These jam-packed drupa daily news issues are ready to read now. You can download each one complete as a PDF…

drupa daily issue No 1 on 31 May 2016
Includes drupa President and Koenig & Bauer chief executive Claus Bolza-Schünemann’s Red Sofa chat with Thomas Fasold…

drupa daily issue No 2 on 2 June 2016
Includes Canon EMEA president and chief executive Rokus van Iperen’s talk with Darryl Danielli about the importance of merging cultures…

drupa daily issue No 3 on 3 June 2016
Includes Landa Digital Printing founder and chairman Benny Landam as he tells Darryl Danielli how he has been retired for 50-plus years…

drupa daily issue No 4 on 4 June 2016
Includes Enrique Lores, HP president of Imaging and Printing talking to Darryl Danielli about growth…

drupa daily issue No 5 on 5 June 2016
Includes Olaf Lorenz, GM of Konica Minolta Business Solutions Europe, as he discusses the KM-C with Darryl Danielli…

drupa daily issue No 6 on 6 June 2016
Includes Jean-Pascal Bobst, chief executive of Swiss manufacturer
Bobst talking to Darryl Danielli about the importance of family…

drupa daily issue No 7 on 7 June 2016
Includes Eijiro Hori, president of post-press kit manufacturer Horizon sharing his thoughts on the importance of partnerships with Darryl Danielli…

drupa daily issue No 8 on 8 June 2016
Includes Kodak chief executive Jeff Clarke talking to Darryl Danielli about the business’s evolution and how it’s getting back to its roots…

drupa daily issue No 9 on 9 June 2016
Includes Marabu chief executive York Boeder talking with Thomas Fasold about digitisation in printing and the strengths of screen printing…

drupa 2016 Exhibitors’ show + post-show News
Latest additions can be accessed in our drupa Newsroom.

Fujifilm and Heidelberg target growth potential of the industry
Successful partnership between Fujifilm and Heidelberg confirmed as CEOs agree to target growth potential of the industry…

Manroland: Strong drupa performance with great prospects
The fully networked production for the future: Manroland Web Systems is very satisfied with drupa 2016…

Muller Martini’s drupa leaves a convincing impression
Muller Martini CEO, Bruno Müller, looks back at the company’s successful participation at drupa 2016…

Print makes strong comeback at the ‘Best drupa’ since 2000
Claus Bolza-Schünemann, CEO and president of Koenig & Bauer (KBA) and drupa president 2016, announced a decidedly positive closing verdict…

Kodak demonstrates leadership through innovation at drupa
Kodak generates significant industry buzz at the largest print show on earth with outstanding results at 181% of target…

Decisive impulses for the global print industry at drupa 2016
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

drupa to stick to its proven 4-year cycle
The No. 1 trade fair for print and cross-media solutions to be held in Düsseldorf again from 23 June to 3 July 2020…

Agfa Graphic’s next generation thermal plate system
Always innovating, Agfa Graphics announced its new generation thermal plates solution at drupa 2016…

EFI adds new, scalable blade-based Fiery DFEs
Power the latest generation of ultra high-speed inkjet presses supporting packaging and transactional applications…

EFI launches new, cloud-based Fiery Navigator software
A new cloud-based product that gives digital print service providers insight into their production data…

EFI newest Midmarket Print Suite European debut at drupa
The updated Productivity Suite, with EFI Pace as the core MIS and a rich collection of print specific components, delivers certified, end-to-end business and production workflows…

EFI’s advanced portfolio showcased in Hall 9 at drupa
Fueling Customer Success: EFI’s Breakthrough New Digital Print Platforms at drupa spark New ‘Imaging of Things’ opportunities for Print Providers…

EFI’s Groundbreaking LED inkjet single-pass platform for corrugated
EFI launches revolutionary single-pass inkjet press for high-speed corrugated board production…

Heidelberg’s ‘Simply Smart’ motto for drupa 2016
drupa 2016: Heidelberg continues growth course – new market opportunities in the digital age…

Heidelberg Cloud forms the basis for future-oriented services
Smart Collaboration: Heidelberg Cloud, Heidelberg Assistant, and Heidelberg eShop are setting new standards in customer/supplier relationships…

Heidelberg’s Primefire 106: World premiere for industrial inkjet
drupa 2016: With the Primefire 106 Heidelberg presented a world premiere for industrial inkjet printing in 700 x 1000 format…

HP unleashes industry-leading digital printing portfolio
At drupa, HP reimagines possibilities of printing with new Pagewide, Indigo, HP JetFusion 3D printing solutions and more…

NXP Europe invests in new DM-Liner from Leonhard Kurz
British digital printing company NXP Europe is first worldwide to invest in B2 format Digital Metal technology from Leonhard Kurz…

Push to Stop – Heidelberg makes autonomous printing a reality
The new generation Speedmaster ushered in a paradigm shift in industrial print production with its new ‘Push to Stop’ operating philosophy…

World premiere of the new drupa-generation Speedmaster XL 106
Peak performance redefined: drupa-generation Speedmaster XL 106 revolutionises industrial print production…

drupa ante portas Blogs 2016
The tenth and final article in this series from Andreas Weber in Mainz, Germany…

Previous…   
drupa ante portas: Big Data Up Close
Digital technologies impact the entire cosmos of print media and complete workflow, too. By Andreas Weber, Mainz/Germany…

drupa 2016 News from Exhibitors (now in alphabetical order)
Latest additions can now be accessed in our drupa Newsroom.

Asahi: Gearing Up for drupa 2016
At Asahi Photoproducts, we are busy getting ready for drupa. We hope we will see you there; we’ll be located in Hall 11, stand A60, at the show, and we have some great technologies to share!…

Fujifilm ‘5D Printing Strategy’ at drupa 2016
Fujifilm to unveil its 5D Printing Strategy at drupa 2016 in partnership with EPAC Technologies…

Agfa to demo new Arkitex Production at drupa
Agfa Graphics announces latest Arkitex Production newspaper prepress workflow to be demonstrated at drupa in Hall 8a…

post-drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

Decisive impulses for the global print industry at drupa
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

drupa to stick to its proven 4-year cycle
The No. 1 trade fair for print and cross-media solutions to be held in Düsseldorf again from 23 June to 3 July 2020…

FESPA Newsroom
The dedicated FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Federation News in 2016

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by: 

Antalis South Africa, Canon SA, Screen Europe,  Drupa 2016,  Esko,  FESPA.  Heidelberger Druckmaschinen AG,  HP Graphic So lutions, Kemtek Imaging Systems,  Krause-Biagosch,  Leonhard Kurz Stiftung,   Manroland Web Systems GmbH, Muller Martini AG,  Ricoh Europe,  Sappi LimitedThunderbolt Solutions, and UPM-Kymmene.

If you would like to send news for consideration for the Graphic Repro On-line Website (ISSN 1814-2915) or to submit comments, please e-mail Mike Hilton at: graphicrepro.za@gmail.com.


BEST WAY TO UNDERSTAND #drupa2016:

Click to get access to our unique Value Storify to get all relevant facts and comments in a few minutes.

 

08-drupa2016 Review ValuePublishing Storify on Role of Print in the Communication Mix.png

 

HP Love Planet Francois Hollande Paris

The French President François Hollande reading the Love Planet book manufactured by HP Indigo. Photo: HP Inc.

 

Graphic Repro On-line News Review to Friday 12 February 2016

 
Welcome to another week of news highlights which has seen only 30 news items and articles go online since last Monday, including one new addition to our FESPA Newsroom from Esko; plus six in our drupa Newsroom, as we add a new ‘drupa ante portas Blogs’ section from Andreas Weber. We also have the two most recent Laurel Brunner Verdigris environmental Blogs from both Monday and Friday, as Laurel gets back on track. We decided to also include the Monday Blog as our Monday News leader, to remind you of this valuable environmental section on our Website [since 2008], which can be accessed via the Index link at any time. All of Laurel’s Blogs and articles are still accessible in our archives.

Kay financial news leaders this week came from Langley Holdings [Manroland Sheetfed] on Tuesday, reporting that Manroland Sheetfed, the largest of the group’s divisions, was in positive territory for the fourth year in succession following increases in sales and orders; and then on Wednesday from Heidelberger Druckmaschinen, which has increased sales and recorded a net profit after taxes in its third financial quarter 2015/2016; and lastly from Sappi, also on Wednesday, which has seen its first quarter profits triple on significantly stronger performance. Wonderful news considering the seriously negative news surrounding major markets and currencies this past week.

drupa 2016 newsroom Multichannel

Thursday saw EFI take the lead at the recent Cevisama 2016 in Valencia, where the manufacturer won the Spanish Society of Ceramics and Glass ‘Alfa de Oro’ award for machinery innovation. You’ll also find a report from Ricoh SA following new Ricoh research, which claims that junk mail is pushing European consumer loyalty to the limits, further citing that 84% of consumers will take action over irrelevant, non-personalised communications. It is a recurring topic which perhaps warrants debate, but we’ve heard it before and nothing much seems to have changed. Antalis took the lead on Friday, as it unveils a new information-packed Website to support customers in the packaging and logistics markets.

As for recent key sales and installations successes, you will several this week led by Durban-based CDR Repro, a printing and production company on Monday, which has doubled its digital printing output with a Xerox J75 press. Then we have Cestrian Imaging UK which has added two EFI Vutek HS Pro high-volume inkjet presses. Tuesday saw a third Muller Martini FlexLiner added at PVS in Austria, as the growing demand for inserts continues to increase. Also Mimaki in the UK for badge and promotional merchandise production at WCM&A.

On Wednesday, KBA reported that Ultimate Paper Box in North America is investing in a third large-format press, a Rapida 145, underscoring its commitment to excellence in fast-growing quality custom packaging; while Potts Print Printers in the UK has selected Fujifilm as its partner for future growth with two Acuity inkjet machines. On Friday, Heidelberg USA reported that the Linoprint CV digital press is providing new business opportunities for customers across the United States; while Heidelberg UK reported that growth in business in both litho and digital services spurred Linoprint CV and Suprasetter CTP investments at Spectrum Printing in Leicester. Last but not least, POLAR reports the installation of its 600th cutter in Russia at  APD printshop in Nizhniy Novgorod.

You’ll find new kit from Kodak on Thursday, as it adds new anti-counterfeiting Thermal Transfer Ribbon for its Kodak Traceless Anywhere protection system; and then from Flint Group on Friday as it equips its flexographic and letterpress platemaking systems with high intensity UV-A lamps of the latest generation.

A tailender from HP this week, as HP Indigo teamed up with Paris Match to deliver a unique Climate Change Initiative first book at the UN COP21 Conference. Please don’t miss the article on Tuesday, which also features President François Hollande of France, viewing the printed ‘Love Planet’ book at COP21 in opulent surroundings.

That’s it. There’s more for you to explore below if you scroll down carefully.

I’ll be back next week around the same time.

With my best regards,

Mike Hilton 

 

Bildschirmfoto 2016-02-15 um 08.06.14

 

Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative from Digital Dots. Our Drupa and FESPA Newsrooms can be accessed from the Index on our Home Page, as well as News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 

Headline News
Over 27,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news pages

Mon 08 Feb…   Environmental Laws: Laurel Brunner’s Verdigris Blog
For Monday 08 February still appears in our Verdigris environmental section. This introduction provides an added reminder and link…

Callas Software in the ECM Solutions Park at CeBIT

CeBIT 2016 14 to 18 March, 2016: Callas Software to focus on digital projects based on ISO PDF/A…

Sign & Digital UK 2016 to enhance visitor experience
New show features announced for April 2016 show at the NEC…

CDR Repro doubles digital output with Xerox
The Durban-based printing and production company has doubled its digital printing output with a Xerox J75 press…

Cestrian Imaging completes dual EFI Vutek purchase
Cestrian Imaging UK increases production levels with two EFI Vutek HS Pro high-volume inkjet presses…

Tue 09 Feb…   Langley Holdings publishes positive 2015 results
Manroland Sheetfed, the largest of the group’s divisions, was in positive territory for the fourth year in succession…

Top topic for 2016: Print in the communications mix
New series of ‘drupa ante portas’ discussions with leading multichannel experts. Introduction and the first four Blogs: by Andreas Weber…

First-ever planet-related photograph petition at COP21
HP Indigo teamed up with Paris Match to deliver a unique Climate Change Initiative first at the UN COP21 Conference…

Muller Martini FlexLiners meet growing demand for inserts

The Muller Martini FlexLiner is a heavy-duty machine for large insert volumes provides efficiency in the mailroom…

WCM&A adds new Mimaki UJF-7151 Plus
British badge and promotional merchandise manufacturer adds UK’s first Mimaki UJF-7151 Plus from distributor CMYUK…

Wed 10 Feb…   Heidelberg announces Third Quarter 2015/2016 results
Heidelberger Druckmaschinen AG increases sales and records a net profit after taxes in its third financial quarter…

Sappi announces its First Quarter 2015/2016 results
First quarter profits triple on significantly stronger performance…

Esko to feature efficient workflow at FESPA 2016
End-to-end integration aids profitable production for sign, display and wide-format businesses…

Ultimate Paper Box invests in new KBA Rapida 145
Investment in a third large-format KBA press underscores commitment to excellence in fast-growing quality custom packaging…

Potts Print installs UK’s first Fujifilm Acuity F flatbed printer
Potts Print selects Fujifilm as its perfect partner for future growth and installs two Acuity inkjet machines…

Thu 11 Feb…   
EFI Cretaprint wins prestigious Alfa de Oro award
At Cevisama 2016 in Valencia, EFI won the Spanish Society of Ceramics and Glass ‘Alfa de Oro’ award for machinery innovation…

Junk mail pushes European consumer loyalty to breaking point

According to new Ricoh research, 84% of consumers will take action over irrelevant, non-personalised communications…

Kodak expands Traceless Brand Protection system
Kodak adds new anti-counterfeiting Thermal Transfer Ribbon for its Kodak Traceless Anywhere protection system…

Fri 12 Feb…   Antalis Packaging launches new customer-centric Website
Antalis has unveiled a new information-packed Website to support customers in the packaging and logistics markets…

Customers reaping cost-effective benefits of Linoprint

Linoprint CV from Heidelberg provides new business opportunities for customers across the United States…

600th POLAR cutter in Russia installed at APD

APD printshop in Nizhniy Novgorod has installed the 600th POLAR cutter in Russia – a N 137 AT HD model…

Spectrum Printing beefs up CTP and digital press capacity

Growth in business in both litho and digital services spurs Linoprint CV and Suprasetter CTP investments from Heidelberg UK…

Higher intensity Nyloflex and Nyloprint exposures

Flint Group Flexographic Products equips flexographic and letterpress platemaking with high intensity lamps…

Lead article from Friday in last week’s update…

Last Friday’s leads…   drupa cube: The Medici Group to spur out-of-the-box thinking
Best selling author Frans Johansson and other thought leaders to deliver keynotes in the cube during drupa 2016…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2016 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’ and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2016 Website.

Online Feature articles 2014 – 2015
There were again well over 90 last year, including nine downloads, as well as 92 articles in 2013 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years’ via Search Archives (option 2) on the Website.

Technology-related 2016 Chapter 02
You will find 20 current feature articles in this Chapter, with the most recent from Heidelberg.

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TCL Packaging teams with Creation Reprographics and Asahi Photoproducts to deliver premium performance and to challenge gravure…

Online Features 2016 Jan/Feb  Chapter 03

EXCLUSIVE Report…   EFI Connect 2016: Welcome to the Future of Printing
At EFI Connect 2016, EFI revealed its clear and focused picture of the future of printing, and how the company plans to respond to market changes…

Major order for Heidelberg from Atta.45 in Sweden
Swedish print shop invests ?13 million: Biggest part is comprehensive product, service and consumables package….

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blog 2016

Stepping Back to Step Forward
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 12 Feb

Environmental Laws
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Mon 08 Feb

Previous…    Doing It
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Mon 01 Feb

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index, as well as via the special Newsroom button on the right of the Home Page near the top. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use…

drupa 2016 Expert Article Series
Can be found in our Drupa Newsroom via the Index on the Home page.

LATEST…   Large Format and Wide Format inkjet printing
Touch the future. Drupa Expert Article No 7 by international independent consultant Sophie Matthews-Paul who has been involved at the start of wide-format developments following their evolution into the devices they are today…

drupa ante portas Blogs 2016

drupa ante portas – Top topic for 2016: Print in the communications mix!
This is a new series of extraordinary conversations with leading multichannel experts. We invite you to read the introduction and the first four discussions / blogs: By Andreas Weber

Highlight topic Multichannel: ‘Individual solutions are in demand’
This is the fifth in this new series of conversations with leading multichannel experts. We also invite you to read the introduction and the first four discussion blogs (above): By Andreas Weber

drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

LATEST…   drupa cube: The Medici Group to spur out-of-the-box thinking
Best selling author Frans Johansson and other thought leaders to deliver keynotes in the cube during drupa 2016…

drupa cube: Die Medici Group ist Innovationspartner der drupa

Bestseller-Autor Frans Johannsson und zwei weitere Vordenker halten die Keynotes im cube während der drupa 2016…

Attractive offers for travel and accommodation
Use Print@home and free transport to drupa by bus and train. The online ticket shop opened on 2 January, 2016…

Passende Angebote für Anreise und Unterkunft

Print@home und kostenlos zur drupa mit Bus und Bahn. Online-Ticketshop geöffnet am 2. Januar 2016…

MUST READ…    2nd drupa Global Insights Report Executive Summary
Touch the future – Applications that can create growth. Printfuture (UK) and Wissler & Partner (Switzerland) were appointed by Messe Düsseldorf to conduct these two report series…

drupa 2016 News from Exhibitors
Latest additions can now be accessed in our Drupa Newsroom.

Last time…   Lake Image Systems at drupa 2016 in Hall 11
Lake to showcase a full range of variable data integrity and print quality inspection for packaging, labels and commercial print…

Xerox at drupa 2016 in Hall 8b
Helping print service providers transform and grow…

FESPA Newsroom
The dedicated FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Digital 2016 in Amsterdam

Esko to feature efficient workflow at FESPA 2016
End-to-end integration aids profitable production for sign, display and wide-format businesses…

Last time…    J-Teck3’s portfolio of five collections at FESPA
J-Teck3 to showcase its market-leading digital inks for textile and graphics applications at FESPA Digital…

Sawgrass will showcase full portfolio at FESPA Digital
Sawgrass to present award-winning Virtuoso 630mm 8-Colour HD Product Decorating System at FESPA Digital in Amsterdam in March,,,

Kiian to showcase wide variety of textiles at FESPA
Kiian Digital to present diverse applications achievable with its full sublimation range at FESPA Digital…

Mimaki set to inspire Digital Print Heroes at FESPA Digital 2016
The future of digital printing for signs & display graphics and textiles is available today…

European debut for Onyx 12 at FESPA Digital
Onyx Graphics driving ONYX Thrive software at FESPA Digital…

Fujifilm reveals more for FESPA Digital in March
Fujifilm the perfect business partner at FESPA Digital 2016…

FESPA Federation News 2016

Last week…   FESPA Awards gala dinner to showcase incredible talent
Book now for the glittering ceremony which will take place at Beurs van Berlage, Amsterdam on Wednesday 9 March 2016…

FESPA Textile partner lineup revealed
8 – 11 March: The biggest textile event with the most comprehensive showcase of digital textile print technologies in Europe this year…

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KEM-Gedanken Kunstpreis 2015.001

“Der 26. Mainzer Kunstpreis hat wesentlich dazu beigetragen, sich dem komplexen Thema „Kollaps der Moderne?“ konstruktiv-kritisch anzunähern, um eine Position finden zu können. Und die heißt für mich persönlich (#JeSuisAndreas): Den eigentlichen „Kollaps der Moderne“ — den verursach(t)en wir selbst! Wir, die wir in Silos denken, die wir uns voller Impetus solidarisch erklären mit was auch immer, ohne uns für die Sache persönlich zu engagieren oder die Hintergründe zu erfragen. Die wir eine Kultur der Ignoranz entwickelt haben, als Mitläufer in einer post-industriellen Wissensgesellschaft, die nicht mehr verstehen will und kann. Und sich mehrheitlich von der bildenden Kunst und ihren Erschaffern nicht nur distanziert,  sondern ihnen das Gespräch, den Dialog verweigert. Getreu dem Motto: „Ein Bild spricht für sich selbst“ — Puh. Wie dumm ist das denn?” —Andreas Weber

Die Ausschreibung des 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm — Hans-Jürgen Imiela Gedächtnispreis mit der Verleihung am 5. November 2015 hätte keine dramatischere Widerspiegelung durch die normative Kraft des Faktischen erfahren können. Acht Tage nach der Ausstellungseröffnung im Mainzer MVB Forum verdeutlicht die hinterhältige Terror-Anschlag-Serie in Paris als unangefochtene Kulturhauptstadt der Moderne, dass und in welchem Ausmaß unsere Kultur und damit unsere Gesellschaft und unser aller Leben am Abgrund stehen und kollabieren. Die wichtige Frage manifestiert sich sich: Welchen Beitrag können in diesem Kontext bildende Künstler, speziell per Malerei, leisten?

Das diesjährige Kunstpreis-Thema „Kollaps der Moderne?“ trifft den Nerv der Zeit und war so attraktiv in ganz Deutschland, dass über 650 Künstler ihre Malereien einreichten. 39 Finalisten wurden präsentiert, davon drei Gewinner. Spiegelt man nun die drei Gewinnerarbeiten mit dem, was sich am 13. November 2015 in Paris abspielte, wird es spannend und interessant, weil dies sozusagen ein „Proof of Concept via Worst Case“ darstellt. Auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Perspektiven, wovon ich drei herausgreifen möchte:

  1. Wie wurde das Wettbewerbsthema aufgefasst, umgesetzt und verstanden?
  2. Wie können die Künstler und ihre Arbeiten zur aktuellen Situation beitragen und uns aus einer existentiell bedrohlichen Dauerkrise heraus leiten?
  3. Räumt die Gesellschaft — und mit ihr die wichtigsten Kräfte, die entscheidungsbefähigt sind, um unser gemeinsames Schicksal zu lenken — der Kunst überhaupt adäquat Raum ein? Oder wird Kunst als Unterhaltungsprogramm bewertet, sozusagen für Schönwetter-Perioden?

Zu Letzterem zuerst: Über 50 Prozent der deutschen Bevölkerung lehnen es ab, sich in Museen oder Galerien oder Künstlerateliers zu begeben. Sie räumen damit der bildenden Kunst keinen Stellenwert in ihrem Leben ein. Von den verbleibenden fast 50 Prozent gehen wiederum nur etwas mehr als die Hälfte in Museen, Galerien, Kunsthallen und -vereine, um Sammlungen oder Ausstellungen anzuschauen. Noch weniger, höchstens fünf Prozent der deutschen Bevölkerung, kaufen gelegentlich oder sammeln beständig Kunstwerke. Selbst in den Sozialen Medien fehlt der Bezug zur bildenden Kunst auf breiter Ebene. Und das, obgleich sich Hunderttausende Deutsche wie immer bei Katastrophen, Terroranschlägen und unmenschlichen Grausamkeiten in den Online-Foren tummeln und aktiv beteiligen. Das, was Künstler wie Otto Dix, Max Beckmann, Picasso und viele, viele andere bis heute beigetragen haben, um unser Verständnis zu wecken und das Bewusstsein gegen Krieg, Terror, Gewalt und Mord zu schärfen, bleibt ausser acht. Ebenso die Fähigkeit von Künstlern nicht nur retrospektiv Erlebtes aufzuarbeiten, sondern „Bedrohliches“ zu antizipieren. Bevorzugt wird, dass man eigene Bilder schafft. Im Januar und Februar 2015, nach dem feigen Anschlag auf die Satiriker von Charlie Hebdo tönte es millionenfach per Bild/Foto-Post: #JeSuisCharlie“. Nunmehr, nach den Terroranschlägen des 13. November 2015, passiert ähnliches.

Bewirkt hat dieses m. E. nach falsch verstandene kollektive Bewusstsein wenig bis nichts. Denn keiner von uns ist „Charlie“. Wir sind alle jeweils immer wir selbst. Sich per #JeSuisCharlie zu tarnen, heisst, sich ein Alibi zu geben, ohne selbst etwas aktiv gegen Missstände zu unternehmen. Und, da es so gut tut, sich solidarisch zu zeigen, machen wir so weiter. Die tragische Logik scheint zu sein: Wenn es schon nicht wirkt, was wir tun, indem wir die Kunst und die Künstler ausblenden, führen wir das gerade so fort. Millionen Facebook-Nutzer überblenden seit dem 13. November 2015 ihr Porträt mit der französischen Nationalflagge. Die wenigsten äußern sich konstruktiv dazu, was getan und geändert werden muss, damit so etwas nicht mehr passiert. Im Gegenteil: Ohne wirklich zu wissen, was man tut, konterkariert man das Schaffen der Künstler, die genau wissen worum es geht. Das Gemälde „Charles de Gaulle“ des in Sidney, Australien, geborenen, Libanon-stämmigen Künstlers Sid Chidiac www.sidchidiac.com ist ein Beleg dafür und zerlegt subtil, wie inhaltlich und personal beliebig/austauschbar solche Selbst-Mach-Bild-Solidaritäts-Bekundigungen sein können. Sid Chidiac lässt De gaukle vor der französisches Flagge posieren. Das „Rouge“ der Tricolore tropft hinab auf seine Uniform und verwandelt sich in Blut! — In Paris selbst würde aktuell ein Besuch im Grand Palais bei „Picasso.Mania“ zeigen, wie sich Picasso, der Meister der Moderne, mit dem „Kollaps der Moderne“ zu seiner Lebenszeit auseinandersetzte. Und wie Künstler rund um die Welt auf ihn und sein Werk reagierten. Aber all dies scheint momentan vergessen oder wird nicht beachtet.

Das traurige Ergebnis zu Punkt 3: Die Gesellschaft räumt der Kunst, speziell der Malerei, keinen gebührenden Raum ein. Malerei ist und bleibt „L’art pour l’art“. Quasi etwas von Schön-Geist-Eliten für Schön-Geist-Eliten. — Etwas läuft also falsch! Wir müssen dringend gegensteuern. 


Kommen wir zurück auf Punkt 1: Wie wurde beim 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm das Wettbewerbsthema aufgefasst, umgesetzt und verstanden?

Der Andrang zur Kunstpreis-Ausstellungs-Eröffnung im Mainzer MVB Forum war groß, die Ambitionen hoch (siehe meinen separaten Bericht zur Eröffnung: “Meister der Adaption”). Denn seitens der einst von Mainzer Bürgern gegründete Bank MVB als tatkräftiger Förderer, der Stadt Mainz als Partner sowie der Mitglieder und des ehrenamtlichen Vorstands des Kunstverein Eisenturm Mainz (KEM) als Initiatoren erfolgte ein außerordentlich hohes Engagement. Galt es doch, den 26. Kunstpreis im 40. Jahr seit Gründung des KEM gebührend zu würdigen. Ob in der Breite, bei den beteiligten Künstlern wie bei den Besuchern, das Wettbewerbsthema im Sinne der Ausschreibung richtig und umfassend aufgenommen wurde, bleibt fraglich, liegt aber nicht in der Verantwortendes KEM. Das klingt hart, ist aber als konstruktiv-kritischer Einwand berechtigt.

Zur Erinnerung — Dies fragte der Kunstverein Eisenturm mit der Ausschreibung seines 26. Kunstpreises „Kollaps der Moderne?“:

„Steht der Begriff der Moderne immer noch für Innovation, Aufbruch, Zeitgeist, Fortschritt, Erneuerung – Avantgarde? Oder ist er zum einengenden Korsett und Dogma erstarrt und reflektiert den Pluralismus unserer Gesellschaft nicht mehr? Wie sehen Künstler die momentane Diskussion, die mittlerweile einen Großteil der gestalterischen Erzeugnisse der Zeit nach 1945 erfasst hat?“

Betrachtet man die Finalistenarbeiten insgesamt, zeigt sich, dass sich die Künstler mit der Moderne schwer tun. (Anders die Gewinner:  Die drei gewählten Preisträger stellen sich würdig und herausragend dar! Siehe unten.) Von Innovation, Aufbruch, Fortschritt, Erneuerung, Avantgarde zeigte sich mehrheitlich kaum etwas. Die meisten der Finalisten frönen dem Zeitgeist. Also einem aus meiner Sicht unsäglichen Begriff, der das o. g. #JeSuisCharlie-Syndrom befeuert: Etwas zu tun in bester Absicht, ohne auf die Sinnhaftigkeit zu achten. Diesem Prinzip folgte auch die Laudatio am Preisverleihungs-Abend. Mit dem leider kläglichen Versuch, die eingereichten Arbeiten in einen kunsthistorischen Kontext einzuordnen. Dabei wurden Bezugssysteme aufgebaut, die missverständlich waren, auf die fälsche Fährte führen und bei den beteiligten Künstlern mitunter nur Kopfschütteln verursachten.

Übrigens: Der 1999 verstorbene Prof. Wilhelm Weber, Maler, Kunsthistoriker/Professor und Museumsdirektor (zuletzt am Landesmuseum Mainz) wurde nie müde, das Bonmot von Otto von Habsburg zu zitieren: „Wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet, ist morgen verwitwet!“. Recht so!

Insofern ist die Frage „Kollaps der Moderne?“ unmittelbar verbunden mit der Frage „Kollaps der (gängigen) kunsthistorisch-medialen Interpretation der Moderne?“. Dies spricht für die Hilflosigkeit und durchaus auch Ignoranz bei (professionellen) Interpreten moderner bildender Kunst, die  ihr Fachwissen über das Talent der lebenden Künstler stellen, die direkt gar nicht mehr befragt werden. Dieser Dialog-Ausschluss erhält einen Multiplikationseffekt durch die sich darauf beziehende Zeitungsberichterstattung über den 26. Mainzer Kunstpreis. Es wurde auf Basis der Laudatio der Ausstellung und den beteiligten Künstlern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Unter der Überschrift „Fragezeichen unter schönen Farben“ nahm die Reporterin Marianne Hoffmann einen Verriss vor. Auszug: „Was gezeigt wird, ist brave Malerei, ohne Ecken und Kanten, technisch perfekt. Ein einziges Mal hat es einer gewagt, den „Kollaps der Moderne” [sic! — Das wichtige Fragezeichen nach Kollaps wurde vergessen!] auf zwei Kartons in Acryl darszustellen [sic!], wobei dem Menschen auf Karton I ein Messer ins Gesicht gerammt wird. Überhaupt, ist das nicht ein Edward Hopper, ein Zitat nach René Magritte, Roy Lichtenstein, Marcel Duchamp, Georges Braque oder Max Bill? Das solllte [sic!] jedenfalls dort zu sehen sein, geht es nach der Kunsthistorikerin Sabine Idstein. Sie verstieg sich sogar so weit, dass sie das Werk der Künstlerin Anna Grau aus Berlin, die den ersten Preis erhielt, so beschrieb: „Ihr Gemälde bringt ,Les Demoiselles d’Avignon’ auf den neuesten Stand.” Gezeigt wird ein Mann oder eine Frau mit wulstigen Lippen und üppiger Frisur, betrachtet durch ein Butzenglas, das die Konturen so schön verwischt und die verwendeten Rot- bis Pinktöne so schön leuchten lässt. Heike Negenborn aus der Nähe von Bingen bringt ihre „Net Scape” [sic!] verdrahtete Landschaft auf Platz zwei, und Marcus Günther, der Kulissenmaler aus Düsseldorf, schafft es mit Pink und Grün und dem Sujet „Science Fiction” auf Platz drei. Helles Pink, zwei Menschen in grasgrünen Raumanzügen, ein eye-catcher. Was Andy Warhols Farbspektrum und plakative Werbeästhetik mit diesem Werk gemeinsam haben, das scheint der Kollaps der Moderne zu sein.“

Das für mich Ärger und Erstaunen provozierende Ergebnis zu Punkt 1: Das wichtige, angemessene und wegweisende Thema des 26. Kunstpreises „Kollaps der Moderne?“ konnte nicht adäquat verstanden werden, weil die Kommunikation darüber kunsthistorisch eitel-verbrämt und damit irritierend missverständlich geführt wurde. Es stellt sich die berechtigte Frage: Warum hat für die Laudatio und die Pressekritik niemand die Preisträger selbst und direkt angesprochen? Sie waren verfügbar. Und bei der Preisverleihung persönlich anwesend. Es hat sie nur keiner zu Wort kommen lassen. Damit wird Ihnen die angemessene Bedeutung geraubt. Dies könnte postum Hans-Jürgen Imiela, an den der Mainzer Kunstpreis Eisenturm erinnert, einen Temperamentsausbruch bescheren. 

Bildschirmfoto 2015-11-15 um 17.34.53Dabei sind Gespräche mit Künstlern und unter Künstlern so wichtig.

Genannt sei nur das legendäre sog. „Ravensburger Gespräch“ von Joseph Beuys mit dem Autor Michael Ende („Momo“) im Jahr 1982 zu „Kunst und Politik“.

Beuys, jahrzehntelang die schillernde, redegewandte Figur der deutschen Nachkriegs-Moderne und Vater des „Erweiterten Kunstbegriffs“, sagte im Gesprächsverlauf zu Michael Ende: „Jeder Mensch ist ein Künstler“; worauf Ende, der durchweg substantiell tief gehender argumentierte als Beuys, diesen aufklärte: „Jeder Mensch ist ein Mensch!“

Foto. Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Die Preisträger folgen (stumm) der Laudatio. Foto. Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Kollaps der Moderne: „Wir machen die Kunst und die Künstler sprachlos!“

Die PreisträgerInnen hätten zu den o. g. Punkten wie auch ihrem Schaffen selbst Antworten und Gedanken beitragen können. V. a. durch die Frage: „Wie können die Künstler und ihre Arbeiten zur aktuellen Situation beitragen und uns aus einer existentiell bedrohlichen Dauerkrise heraus leiten?“

Marcus Günther, von der Mainzer Zeitungskritik als „Kulissenmaler aus Düsseldorf“ abgetan, hätte den bewusst provokativen Stil seines Gemäldes „Fakt“ als Drittplatzierter verständlich erläutern können. Aus meiner Sicht ungefähr so: „Eine Candy-Cinderella-Welt, die wir Modernen uns schaffen, findet durch Malerei ihre Entsprechung!“ — Heike Negenborn hätte nicht nur zur Intention ihres Gemäldes „Net-Scape“ verbal Auskunft gegeben, ohne den Betrachter plumb vereinnahmen zu wollen. Sie hätte auch kundgetan, was sie auf ihrer Facebook-Seite im Nachgang äusserte: „Mein Beitrag zum Hans-Jürgen Imiela-Gedächtnispreis: ‚Net-Scape – Landschaft im Wandel‘ 2014, Acryl auf Leinwand, 125 x 150 x 6 cm — In Gedenken an Prof. Hans-Jürgen Imiela ist es mir noch ein besonderes Anliegen zu erwähnen, dass ich das Glück hatte, ihn noch persönlich kennen- und schätzen gelernt zu haben. Im Rahmen meines Kunststudiums an der Akademie für Bildende Künste in Mainz habe ich zahlreiche seiner höchstinformativen und mitreißenden Kunstgeschichtsseminare und -vorlesungen besucht. Viele Generationen von Studenten und Interessierten verdanken ihm noch heute ihr kunstgeschichtliches Wissen. Bei einigen meiner eigenen Ausstellungen hatte ich sogar die Ehre, ihn persönlich begrüßen zu dürfen (u. a. zur Verleihung des Mainzer Stadtdruckerpreises 1998 und zu meiner Stipendiatenausstellung in Bad Münster am Stein–Ebernburg 2004). Für mich hat der Hans-Jürgen Imiela-Gedächtnispreis in Erinnerung an diesen einzigartigen Menschen eine ganz besondere und persönliche Bedeutung.“ — GROSSARTIGES STATEMENT! Denn Heike Negenborn bringt zum Ausdruck, dass sie Dank des persönlichen Kontakts zu einem überaus kundigen, sich der klassischen wie der zeitgenössischen Moderne verpflichtenden Kunstwissenschaftlers und langjährigen KEM-Vorsitzenden keinen „Kollaps der Moderne“ für sich selbst erfahren musste! Im Übrigen: Die von Dr. Otto Martin und mir mitherausgegebene Festschrift für Hans-Jürgen Imelda zu dessen 70. Geburtstag im Jahr 1997 trug auf Imielas Wunsch den Titel „Rück-Sicht“! 

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Anna Grau vor ihrem Gemälde „Meister“, das den 1. Preis erhielt.

In der persönlichen Auseinandersetzung mit der 1. Preisträgerin, Anna Grau, hätte man erfahren können, was sie empfindet, wenn sie malt. Sie antwortete mir im persönlichen Gespräch, beim Zusammensein nach der Preisverleihung, auf die Frage „Was machst Du, wenn Du malst? Denkst Du an Picasso und seine Les Demoiselles D’Avignon?“ kurz und knapp und mit einem versonnenen Lächeln: „Ich male Gefühle!“. Diese Gefühlswelt ist die einer Russin, die als 15-jährige nach Berlin kam und dort seit 20 Jahren lebt. Eine Tochter hat. Die als Europäerin fühlt und denkt! Die Entwicklungen in ihrem Geburtsland mit großer Sorge sieht, sich bisweilen ohnmächtig fühlt. Die nicht immer mit der Welt, in der sie lebt, zurecht kommt, auch wenn es eine freiheitlich-demokratisch-rechtsstaatliche ist. Hätte man sie direkt gefragt, zu Putin und der Re-Sowjetisierung Russlands, sie hätte gesagt: „Oh nein ich male keine politischen Bilder. Mich interessiert der Mensch mit seinen Tiefen und Leidenschaften und Schwächen.“ Sie hätte gesagt, wie wichtig Malerei für sie ist. Gerade in einer „digitalen Welt“. Sie hätte gesagt, dass ihr in Mainz prämiertes Werk „Meister“ eine Sonderrolle in ihrem Schaffen spielt — weg von realistisch-surrealer Darstellungsweise hin zur Emotion pur! (Etwas, was sich dem Betrachter nur erschließt, wenn er andere Werke von Anna Grau sehen kann, was in Mainz nicht möglich sein kann). — „Hast du vergessen? Ich male Gefühle!“

Fee Fleck Event Keyvisuals a la Caravaggio.004

Kollaps der Moderne? — In Mainz kann man dies derzeit (wie auch schon über die Jahrhunderte hinweg) hautnah nachvollziehen. 

Zeitgleich mit der Ausstellung zum 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm arbeitet die Mainzer Malerin Fee Fleck an einem monumentalen Gemälde-Zyklus zum Thema „Drohnen“, also jenen fliegenden Kampfsystemen, die ferngesteuert in Krisengebieten wie Afghanistan, Irak, Jemen oder Syrien Tod und Verderben per Joystick bringen. Da der Gemälde-Zyklus im Ganzen noch nicht fertig gestellt ist, traute sich das langjährige KEM-Mitglied Fee Fleck wohl nicht, ein Einzelbild aus 18 Tafeln herauszulösen, um es beim 26. Kunstpreis-Wettbewerb im Sommer 2015 einzureichen. Das wäre spannend gewesen. Zumal Fee Fleck von Anfang an, also bereits während der Entstehungsphase ihrer Bildtafeln, aktive Dialoge durch persönliche Gespräche initiiert, wie am 10. November 2015 in meinem Mainzer Kommunikationsparadies unter dem Thema „Im Reich der Drohnen! — Mutig. Schonungslos. — Ein Aufschrei. Gegen das Vergessen, das Verdrängen, die Ignoranz.“ Das Publikum brachte sich aktiv ein. Die Bildwerke wie die Interaktionen mit „Betrachtern“ wird in die Ausstellung im März 2016 im Frankfurter Hof in Mainz mit einfliessen. Ein ähnliches Szenario, wie es die Künstlerin entwickelte, hätte auch dem 26. Kunstpreis gut tun können.

MEIN FAZIT: Der 26. Mainzer Kunstpreis hat wesentlich dazu beigetragen, sich dem komplexen Thema „Kollaps der Moderne?“ konstruktiv-kritisch anzunähern, um eine Position finden zu können. Und die heißt für mich persönlich (#JeSuisAndreas): Den eigentlichen „Kollaps der Moderne“ — den verursach(t)en wir selbst! Wir, die wir in Silos denken, die wir uns voller Impetus solidarisch erklären mit was auch immer, ohne uns für die Sache persönlich zu engagieren und die Hintergründe zu erfragen. Die wir eine Kultur der Ignoranz entwickelt haben, als Mitläufer in einer post-industriellen Wissensgesellschaft, die nicht mehr verstehen will und kann. Und sich mehrheitlich von der bildenden Kunst und ihren Erschaffern nicht nur distanziert,  sondern ihnen das Gespräch, den Dialog verweigert. Getreu dem Motto: „Ein Bild spricht für sich selbst“ — Puh. Wie dumm ist das denn?

HINWEIS: Exzellent, was Gabor Steingart als Herausgeber in seinem Handelsblatt Morning Briefing am 16.11.2015 schreibt: “Weltkrieg III. / Lesen Sie meine Meinung zu den Geschehnissen in Paris”. Unterfüttert die Basis für das, was ich in meinem Blog zu “Kollaps der Modern?” geschrieben habe. 

Bernard Schultze Aquarell 1982

@ 2015: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt. Bildvorlage: Bernard Schultze.” Landschaft mit Vogel” (Detail), 1982, Aquarell und Feder/Papier, 29,3 x 73,9 cm (Sammlung Weber-Schwarz, Mainz/Frankfurt am Main).

Von Andreas Weber

Zufall oder nicht? Am grausam erschütternden, brutalen Terror-Tag, dem 13. November 2015, kam mir nachmittags, vor den schrecklichen Abend-Ereignissen in Paris, Bernard Schultze in den Sinn, der dort lebte und oft und gerne in der Seine-Metropole weilte. Wie auch mein Vater. Und ich selbst, der gerade erst im Oktober 2015 dort weilte und die Picasso.Mania-Ausstellung im Grand Palais bestaunte. Denn 33 Jahre zuvor, am 13. November 1982, hatte mich Bernard in meinem damaligen Mainzer Zuhause besucht. 

Der 1915 im damaligen Schneidemühl, Westpreußen, geborene und 2005 in Köln gestorbene Bernard Schultze war ein deutscher bildender Künstler und gilt noch heute als ein Vertreter der Kunstrichtung Informel. Was eigentlich gar nicht zutrifft! Phantasie und Disziplin, im Wechsel von spontanem Einfall und geistiger Kontrolle, zeichnen sein Schaffen aus — „mit weitläufigen Erzählungen innerer Welten“. Kurzum: Schultze ist Schultze-ist, der den Schultzeismus formte! Wer ihn persönlich kannte — für mich als junger Kunstgeschichte-Student war er ein wichtiger Mentor und Inspirator — kann dies bestätigen. Mein Schlüsselerlebnis: 1982 besuchte er mich in meiner Mainzer Studentenbude. Locker und gelöst saß er mir gegenüber auf dem Sofa, griff den gerade frisch gedruckten Katalog zu seiner Ausstellung im Mainzer Landesmuseum, die am 13. November 1982, also auf den Tag genau vor 33 Jahren, öffnete! Er fragte mir regelrecht Löcher in den Bauch, um mein Denken über Kunst und Künstler und auch das Studium zu erfahren; all das, während er in den Katalog zeichnete. Quasi eine bildnerische Widmung für mich. Das Zeichnen hielt ihn nicht vom Reden und Zuhören ab. Ein intensiveres Gespräch kann man sich kaum vorstellen. Die wunderbare Zeichnung halte ich in Ehren! — Ich habe von Bernard Schultze in einigen Gesprächen und gemeinsamen Erlebnissen, auch bei ihm und seiner Frau „Spinne“ in Köln oder beim legendären Darmstädter Dialog mit Prof. Dr. Adolf Schmoll genannt Eisenwerth mehr über Kunst und Kunstgeschichte gelernt als in vielen Vorlesungen und Seminaren während des Studiums.

Aus Anlass der Mainzer Ausstellung vor 33 Jahren und des 100. Geburtsjahres von Bernard Schultze publiziere ich in Auszügen zwei lesenswerte Aufsätze: Von meinem Vater Prof. Wilhelm Weber, damals Landesmuseum-Direktor in Mainz. Und von Bernard Schultze selbst (beide Beiträge erschienen auch im Katalog, siehe Quellenangabe am Schluss).

Über eine unvermeidliche Sache nicht trauern.
Zu neuen Arbeiten von Bernard Schultze

Von Wilhelm Weber

Seinen Namen habe ich erstmals im Herbst 1950 gehört, Bilder von Ihnen zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort gesehen: in der Zimmergalerie Franck in Frankfurt am Main, die mich zu einem Vortrag “Zeitgenössische Kunst in Paris” eingeladen hatte. Seit dem Winter 1946 ich mich in Paris auf, hatte mich umgesehen in Ateliers und Galerien. Als einzigen “französischen Bezug” konnte ich in Schultzes Bildern eine gewisse Verwandtschaft mit André Masson ausmachen. Hier wie dort eine „imaginäre Welt, eine doppeldeutige Spielart der Metamorphosen, heimliche und flüchtige Natur, unberechenbares im Flug erhaschen und bannen (Michel Leiris über Masson).

So einzigartig es klingen mag: als ich die späteren Bilder von Bernard Schultze sah, auch die Migofs und Environments, — bei aller Distanz zwischen den Werken von Schultze und von Masson –, musste ich immer noch an diesen französischen Maler und Zeichner denken, wenn Bernard Schultze, der seit 1952 immer wieder nach Paris kommt, vorübergehend Riopelle, Fautrier und Dubuffet näher stand. Eine sist sicher: trotz der tachistishcen Bilder (von „le tache“, der Fleck), die Schultze als Zugehöriger zur „Frankfurter Quadriga“ bei Klaus Franck im Dezember 1952 ausstellte, zeichnet und malt er „diesseits der Natur“. Auch für ihn trifft zu, was Michel Leiris über Masson sagt: „Es hat den Anschein, als verwerfe er jede Perspektive außer der der Kosmogonien, und als zähle für ihn nichts, was nicht als Aufblühen oder als Offenbarung in Erscheinung tritt, die Geburt der Wesen und dinge, das Auftauchen von Figuren und Ideen in den Schlupfwinkeln unseres Geistes“.

Erika Kiffl Atelier von Bernard Schultze, Köln 1978 Silbergelatine auf Barytpapier, 29,1 x 29,1 cm Museum Kunstpalast, AFORK, Düsseldorf

Atelier von Bernard Schultze, Köln, 1978. Foto: Erika Kiff. Silbergelatine auf Barytpapier, 29,1 cm auf 29,1 cm. Museum Kunstpalast, AFORK, Düsseldorf.

Schultze bekannte, daß seine schweifende Bild-Phantastik, auch von den „Chimären Kubins“ beeinflußt wurde. Sein „kulturelles Reservoir“ hat sich in durch Vertiefen in die Werke von Grünewald, Altdorfer, auch in die Graphik und Malerei von James Ensor gebildet. Sein gedanklicher Fundus ist viel zu groß, seine ständige Bereitschaft zu meditieren viel zu lebendig, als daß er sich nur mit der Steuerung materieller Macharten von Bildern hätte begnügen können. Natürlich überstürzten ihn die Bilder von Pollock und Riopelle, diese „Farbfelder-Orgien und Erdbeben-Bilder“, aber die Grundtendenz seines Schaffens — „im Detail wechselnd, doch im Ganzen unwandelbar“ — blieb das Visionäre, die Lust zu verwirrendem Spiel, „zu Abenteuer hinter der Dornenhecke des Märchens zu immer leuchtenderen Labyrinthen“.

Seit 1952 geisterte das Wort „Informel“ durch Pariser Ateliers, Galerien und Feuilletons. Michel Tapié hatte es mit flinker Zunge in Umlauf gebracht, wie es Andere vor ihm mit der Erfindung der Begriffe „Impressionisme“ oder „Cubisme“ getan hatten. Das französische „informe“ heißt unförmig, ungestaltet. Aber genau dies sind die malerischen und gezeichneten Schemen von Bernard Schultze nicht, dessen horror vacui das ordnende Sehen herausfordert. Und wenn das Kunst-Wort „Informel“ auch Bezug haben soll zum französischen „informer“, wobei sicherlich gilt, daß die „Informellen“ sich beim ungesteuerten Malprozess mehr oder weniger bewußt „informieren“, — auch in diesem Falle gab es nur vorübergehend einige Berührungen von Schultze mit dem, was als „Informel“ bezeichnet wird.

So sehr seine Bilder in brodelnder Malerei hintreiben, und seine Zeichnungen aus nervöser, zasseliger Ecriture hervorgehen, — sie zielen auf Gestaltetes ab, saugen sich voll mit der Mühsal des Malens und Zeichnens, um die „Schlupfwinkel des Geistes“  nur zu verlassen, wenn die Umgrenzung gesichert ist. Nicht das Wuchern ins Grenzenlose, sondern das Abgrenzen, das Bestehen des Grenzenlosen, treibt ein gemaltes Bild, eine Zeichnung in das nächste Bild, in die nächste Zeichnung. „Das Labyrinth ist mein Schutz“, hat er selbst lapidar formuliert. Mit dem Schlagwort „Informel“ wird er sich nicht malträtieren lassen.

In seinem Katalog-Beitrag, den Bernard Schultze für die Ausstellung im Mittelrheinischen Landesmuseum Mainz schrieb, äußert sich der Maler und Zeichner zu seinen neuen Arbeiten.

(…)

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Bernard Schultze, 1968. Foto: Wikipedia.

Über meine neuen Arbeiten

Von Bernard Schultze (geschrieben im August 1982)

Was hat sich verändert seit den Bildern aus den fünfziger Jahre, der sogenannten tachistischen Periode? Damals wurde die Leinwand am Boden liegend gleichsam geschunden, mit Farbbrei beschmiert, begossen mit verflüssigter Farbe, um mit Pinseln tätowiert, malträtiert zu werden, Striemen und Einsprengsel hinterlassend. Verwundert betrachtete ich Tage später, was ich da angerichtet hatte, was an Farb-Lachen und Verkrustungen übriggeblieben war. Mit dem ‚musée imaginaire’ im Kopf wurden Bezüge zu Barock, zu Delacroix und Makart geschaffen. Das musée gab das Stichwort. Ich versuchte, den vor mir liegenden Farbzustand kostbarer zu machen, durch Lasuren Schicht über Schicht. Wann aber sollte ich aufhören, denn das ist die entscheidende Tat, wie es schon Paul Klee notierte. Die Folge der Zerstörungen führte zum Endzustand, dass „es stimmt“, mußte erreicht werden.

Und heute, meine neuen Bilder, was hat sich geändert. Der Machensvorgang damals — übrigens die gebräuchlichste Vokabel in tachistischer Zeit — gab dem Zufall der Malmaterial-Manipulationen zu viel Bedeutung. Dem Lesbaren unter dem Diktat des Unbewußten (Breton) wurde zuwenig Raum gelassen. Das automatische Zeichnen, die ‚écriture automatique‘ war immerhin reinster Ausdruck solcher Willenlosigkeit, dem Sichtreibenlassen, ganz Objekt, vom Unbewußten genährt zu werden. Wie gesagt, das schöne Bild, das Ästhetische  war nicht das Entscheidende, war sogar Ablenkung, Ausweichen solcher Konsequenz. Es ging allein um den Wahrheitsgehalt im psychologischen Bereich, also nicht zum Beispiel um Cézannes Bild-Wahrheit vor der „schrecklichen Natur“, sondern um Sichtbarmachung eines inneren Zustands tiefer Schichten, von denen C. G. Jung sprach, als dem kollektiven Unbewußten.

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Bernard Schultze: Handbarriere. Mischtechnik auf Karton, 49,3 cm auf 64,3 cm-1965

Bernard Schultze erzählte bei seinem Besuch bei mir in Mainz, als er simultan zeichnete und redete, dass er ein schicksalhaftes Erlebnis hatte, das ihm die Augen öffnete: Er war im Kunstmuseum Basel, sah sich Zeichnungen von Joseph Beuys an. Er wanderte umher, ging um eine Ecke. Und stand staunend und beeindruckt vor Zeichnungen von Cézannes… —Andreas Weber

Solcher Automatismus ist am reinsten durch das Werk des zeichnenden, schreibenden Pinsel möglich, in einem dem inneren So-Sein im Augenblick der Handlung entsprechenden Zustand, „Brush-Work“ von den Amerikanern genannt.

Es gibt Stellen auf den Bildern von Soutine, Kokoschka und Ensor, nicht zu vergessen die beinahe somnabule Faktur des späten Corinth, selbst wenn sie alle die Natur als Sprungbrett noch nehmen. So ergeben sich Bezüge zu spätimpressionistischer bis expressiver Pinselschrift in meinem neuen Bildern, wie ich die Farbfleckreihung und Überlappung eines Cézanne benutze, ohne damit die Konzeption Cézannes auch nur im geringsten zu streifen. Vielmehr gestattet die Pinselschrift, eine weitläufige Erzählung innerer Welten zu realisieren.

Das gibt mir das Stichwort zu dem, was H. Stachelhaus als General-Titel zu meinen neuen Bildern bemerkte: innere Landschaften. Damals, in den fünfziger Jahren waren es tektonische Formationen, eine Art Erdbeben-Bilder der Gegenwart, an Carus Wortschöpfung denkend.

Ich glaube, meine Migofs der sechziger und siebziger Jahre mit ihrem breiten Stammbaum bis zu den Verzweigungen der Environments, haptische dreidimensionale Geschöpfe bereiteten jetzt den Umschlag vor., Unsichtbares, innere Konstellationen, ja Landschaften neuerer Art darzustellen. Natürlich fließen Fragmente von schon Gesehenem in Natur und Kunstgeschichte mit hinein, machen die Entzifferung solcher Bilder zweideutiger, schaffen Verunsicherungen, wie das Stammeln in der Trance.

Noch etwas zum Grundsätzlichen meines So-seins: Beaucamp [gemeint: Eduard Beaucamp, langjähriger Feuilleton-Redakteur der FAZ] nannte in einem Text über mich diese Situation Disziplin und Fantasie. Ich glaube, es ist eine manieristische Parole, die ich ganz bejahe und auch den Bruch zwischen Natur und Leben. Kein erweiterter Kunstbegriff soll es sein, im Gegenteil, Flucht in erträumte Welten, in ein Land Orplid, im Turm aus Elfenbein lebend.

Quellennachweis:

Beitrag von Wilhelm Weber. In: http://d-nb.info/830172181
Bernard Schultze: Bilder aus den Jahren 1977 – 1982 ; Mittelrhein. Landesmuseum Mainz, 13. November – 12. Dezember 1982 / [Hrsg.: Mittelrhein. Landesmuseum Mainz. Red.: Wilhelm Weber u. Wolfgang Venzmer]

Ausstellungsbilder: WDR “Bernard Schultze in Köln und Düsseldorf: Abstraktion und Poesie” 

Schultze, Bernard:  Ausstellungsbuch mit dreidimensionalem Cover.
Baden-Baden, Staatliche Kunsthalle, 1974 (Exemplar Sammlung Weber-Schwarz, Mainz/Frankfurt am Main)

ValuePublishing Canon Expo 2015

„You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as one“
John Lennon, Songtext aus „Imagine“

Von Andreas Weber, Paris/Mainz

Imagine (im Sinne von John Lennon) und Imaging (im Sinne von Canon) liegen näher beisammen, als man denkt. Und die Welt des Imaging spielte sich Mitte Oktober 2015 in Paris, dem europäischen Standort der Canon Expo Events (neben New York, Tokio, Shanghai) auf extrem hohem Niveau ab. Entsprechend zeigte sich das Publikum, die Rede war von 14.000 Besuchern an drei Tagen, begeistert. Und begeisterte uns Journalisten und Analysten ob seiner Neugier, Aufgeschlossenheit und hohen Eigenmotivation, sich für Neues zu öffnen. Dies ist kaum mehr zu vergleichen mit sonstigen Fachmessen oder Firmenveranstaltungen, die man landläufig kennt und besucht.

Hinweis: Wie relevant die Canon Expo 2015 ist, zeigte sich durch unsere ValuePublishing-Liveberichterstattung per Facebook, Twitter und LinkedIn. Meine Kurzkommentare und Videostatements in Echtzeit erreichten in 24 Stunden über 10.000 Experten, mit hohem Interaktionsgrad.

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Foto: Screenshot Canon Expo 2015 Paris-Website

Canon setzt hier Maßstäbe, sozusagen „beyond Apple“ mit seinen Eigendarstellungsschauen. Nicht nur bei greifbaren Produkten, Lösungen und Prototypen aus den Labors, die frei zugänglich wurden. Sondern bei der Inszenierung eines Unternehmens, das voller frische den Wert des Markenkerns von Canon erfahrbar macht („Come and see”), um zu zeigen, was man für eine bessere Welt tun kann. Allen, die sich Fachthemen und spezifischen Innovationsbereichen widmeten, wurde klar, wie weit das Spektrum auf Konsumentenseite wie auch im Business-to-Business heute gehen kann  — und wie bis dato getrennte Bereiche verschmelzen können: „Redefine our live, our businesses and our society“ — der global aktive Imaging-Konzern Canon macht es möglich und kümmert sich. Die Welt der Fotos, des Filmes, der Druck-Kunst und der Spezialitäten, wie 3D Printing, Multichannel, Information Technology, die Struktur unseres Zusammenlebens in Städten und im eigenen Heim u. a. mehr.

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Canons Vorstandsvorsitzender, Fujio Mitarai, machte dies in seiner Eröffnungsrede deutlich: „The Internet of Things will depend on the imaging of things. 80 percent of the things that we encounter on a daily basis, we process visually. This imaging data makes our lives easier, better and safer. [In terms of capacity to deliver this], no one is positioned better than Canon.“ Und er versäumte auch nicht, der Rolle Europas gerecht zu werden: „The way the European Union works is a good model for the future of Canon,“ sagte Fujio Mitarai. „No one has all the answers – a collaborative approach achieves the best result for the greater good.“

Dies unterstrich auch Canon Europa-Chef Rokus van Iperen, der die drei strategisch wichtigsten Kernbereiche von Canon näher beschrieb: 3D Printing, Graphic Arts und Network Visual Solutions. Dem Professional Printing räumte van Iperen eine maximal hohen Stellenwert wein, nicht zuletzt bei Canon durch die Übernahme von Océ, wodurch man sich als „Global Leader“ an die Spitze gesetzt habe.

In Summe hat man bei Canon verstanden, dass es keine Konflikte oder Ausgrenzungen zwischen „Analog“ und „Digital“ gibt. Vielmehr ist das kreative, Grenzen überwindende Zusammenspiel beider Welten wichtig. Motto: No more Limits. — Konkret: Wenn zum Beispiel die (Video)Kameratechnik auf 360 Grad/8K aufrüstet, muss Print mithalten können. Und kann es auch dank Canons 8k-Printing-Technologie mit atemberaubenden Effekten.

Anschauliche Dokumenation per EXPO TV

Viele Ausstellungssektionen wurden aufgeboten, um beispielsweise zu zeigen, wie aus dem Stand eine (fiktive) Marke für Mountain Bikes medial und kommunikativ in Szene gesetzt werden kann, vom Foto-Shooting über die Marketingmaterialen bis hin zum E-Commerce mit Online-Verkaufsshop. Alles aus einem Guss, alles nahtlos miteinander verwoben. Und dies beispielsweise auch am Point-of-Sales, wo die Qualität von digital gedruckten Verpackungen in Zukunft die Marschrichtung vorgibt. Ebenso überzeugte die „Creative“-Zone, die zeigte, wie das Konsumentenerlebnis aussieht, indem alles, was man sich vorstellt, Wirklichkeit werden kann: Von der Wahrnehmung der Welt „da draußen“ bis hin zum eigenen Heim — alles wird von Canon multimedial unterstützt, per Bild/Foto, Video, gedrucktem Fotobuch, iPad App usw.

Besonders beeindruckend war zu beobachten, wie sich im Professional Printing-Bereich bereits etablierte Canon-Drucktechnologien weiterentwickeln. Sowohl im Large Formatbereich wie auch im Commercial Printing durch die erweiterte und „aufgerüstete“ ImagePress-Baureihe, die in punkto Produktivität und Bebilderungsqualität den bisherigen Platzhirschen Xerox und HP schwer zusetzt bzw. sogar das Wasser abgraben kann. Canon liefert gleichwertige und sogar bessere Resultate mit Systemen, die preislich deutlich niedriger liegen können. „Imagine“ durch Imaging erhält durch Canon wie gesagt eine ganz neue Bedeutung.

Übrigens: Im internationalen Kollegengespräch wurde im Umfeld der Pressekonferenz diskutiert, wie ein Ereignis wie die Canon Expo 2015 überhaupt noch übertroffen werden kann. Vor allem, wenn man bei Graphic Arts und Professional Printing an die im späten Frühjahr bevorstehende drupa 2016 denkt.

Und: Wer Zeit hatte, konnte parallel zur Canon Expo 2015 in Paris im Grand Palais die fulminante Ausstellung “Picasso.Mania” anschauen. Hier wurde das Canon-Thema “Imaging” aufs Beste in der Praxis erfahrbar: Den Originalkunstwerken waren Grossbildschirme mit Videokunst, Apps, Videoprojektionen sowie eine unfassbare Vielzahl an Drucksachen zur Seite gestellt. Sprich: Bilder sind nicht l’art pour l’art, sondern wurden in einen passenden Kontext gestellt, der Verständnis erwecken kann!

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Impressionen (Fotos: Andreas Weber)

Tipp für weitere Informationen:

Canon hält umfangreiche Berichte in Text, Bild und Online-Video parat. Siehe:

http://www.canon.de/about_us/press_centre/press_releases/corporate_news/overview_expo_paris_2015.aspx

http://www.canon.de/about_us/press_centre/press_releases/business_solutions_news/2h15/b2b_expo_paris_2015.aspx

http://www.canon-europe.com/about_us/press_centre/european_events/events_2015/canon_expo_2015_paris_image_library/

Lohnenswert:

Die Canon Expo 2015 Sektion auf Facebook (mit einer Serie von EXPO TV Videos).

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Die Canon Expo Paris 2015 fand statt in der “Grande Halle de la Villette – Paris”.

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#TuEsPablo — #JeSuisAndreas: Die Ausstellung Picasso.Mania im Pariser Grand Palais

Notizen und (launig-besinnlich-kritische) Gedanken von Andreas Weber

Der Zugang zu Picasso, dem Kunst-Großmeister der westlichen Moderne, ist bisweilen schwierig. Bei der Suche nach der ihm gewidmeten Ausstellung Picasso.Mania landete ich bei einem Pulk gut gekleideter, auf den ersten Blick schöner Menschen an einem Seiteneingang des Pariser Grand Palais. Mich empfingen aber nicht die Les Demoiselles d’Avignon, sondern die Jünger von YVS, neuerdings kurz St. Laurent genannt, die im kleinen Kreis die neue (von der klugen Mode-Kritik am gleichen Tag verrissene) Kollektion vorstellten. Mein “Zugang” zu Picasso lag aber am anderen Ende…

Ein Chanson von Jacques Dutronc kommt mir in den Sinn. — Paris (l’art) s’éveille!

“Il est cinq heures
Paris s’éveille 

Les travestis vont se raser
Les stripteaseuses sont rhabillées
Les traversins sont écrasés
Les amoureux sont fatigués

Les journaux sont imprimés
Les ouvriers sont déprimés
Les gens se lèvent, ils sont brimés
C’est l’heure où je vais me coucher
…”

Die Massen strömten. Man muss Karten (online) buchen, um zu bestimmten Uhrzeiten den Einlass zu ergattern. Hat man die Hürden genommen, wird es schön, fast heimelig und äußerst gesittet. Mit meinem Presseausweis gewappnet, wurde ich wie ein König behandelt, der den Kaiser besucht. Spontan entschloss ich mich, mein Erlebnis durch eine Reihe von Selfies (Fotos sowie einige wenige Kurzfilme via iPhone) festzuhalten. Zu sehr war und bin ich überwältigt. Von der Ausstellungskonzeption (gezeigt wurden Arbeiten Picassos, Filme/Szenen mit ihm und die Reflexionen seines Werkes durch andere Künstler wie u. a. Hockney, Warhol, Saura, Lichtenstein, Samba, Kippenberger Jaspar Johns, Condo, Hamilton, Oldenburg, Golub, Ringgold, Lavier, Morley Dijkstra, Colescott und Rauschenberg), über die Ausstellungsarchitektur sowie das Verhalten des Publikums. Letzteres teilte sich in drei Gruppen aus aller Herren Länder: Die einen fotografierten soviel es ging und eilten weiter. Die anderen hatten ständig den Audio-Führer am Ohr; und die dritte Gruppe zog schwärmend und fasziniert umher. Ob die alles verstanden haben, was sie sehen/erleben konnten? Sei es drum, in jedem Fall ist Picasso für alle ein Gott, eine Ikone, eine Heiliger, ein Unerreichbarer — frisch, unverbraucht, inspirierend. Und das ungebrochen noch fast zwei Generationen nach seinem Tod.

Bei den ausgewählten Künstlern konnte ich zwei Positionen ausmachen: Die einen, die aus Bewunderung für Picasso seine Werke zitieren und in eigener Weise, durch Picasso inspiriert reflektieren oder interpretieren. Die anderen, die fast als Trittbrettfahrer agieren und den „Meister“ nutzen, um sich zu profilieren. So taucht in der Ausstellung als Exponat auch per Großfoto der Spross eines Königshauses auf, der vor Picassos Guernica-Gemälde posiert und redet.

Albern? Respektlos? Ehrenrührig? Das frage ich mich beim Rausgehen nochmals. Der Weg führt durch die „Einkaufsmeile“, vom Katalog, über Publikationen aller Art bis hin zu Kleidungsstücken und Nippes. Alles da. Hübsch arrangiert. Und stark frequentiert. Damit man etwas mitnimmt, als Erinnerung, zum Nachlesen oder Vertiefen. In der Ausstellung selbst wird wenig Gebrauch davon gemacht, sich vor den Originalen mit anderen über die Originale zu unterhalten. Dabei war Picasso so dialogfreudig, so lebensnah. So bodenständig und voller Lust. Apropos: Die Ausstellung klammert thematisch aus, welche Anregungen Picasso selbst im Lauf seines Lebens erfahren hat. Durch Reisen (vor allem nach Pompeji); durch Max Beckmann, den Picasso wie 1947 persönlich gegenüber meinem Vater Wilhelm Weber geäussert hat, mit kritischer Distanz bewunderte und wohl als seinen stärkten Konkurrenten empfand; durch seine Begegnung mit dem grossen Meister traditioneller chinesischer Malerei, Wang Xuetao, der Europa 1956 besucht hatte und u.a. für Picasso vor dessen Augen in wenigen Minuten, aber dafür in höchster Perfektion einen Adler malte. Picasso war perplex. Und voller Demut, indem er sagte: „Die wahre Kunst liegt im Fernen Osten.“ (Siehe: China in Mainz — Ein Hoch auf die Kunst von Jian Xu und seiner Familie). Über diese Einflüsse auf Picasso mehr zu erfahren, das hätte ich mir im Kontext der „Picasso.Mania“-Ausstellung gewünscht, zumindest in kurzer knapper Form. Aber vielleicht war das zu sehen oder erfahrbar. Und ich war nur zu überwältigt, um es wahrzunehmen. Wer weiß. Die Ausstellung öffnet noch bis 29. Februar 2016. Zeit und Gelegenheit genug, nochmals hinzugehen. Und darüber nachzudenken, ob die Kunstkritik in ihrer Einschätzung der Ausstellung und des Werkes von Picasso hilfreich ist oder nicht. Vieles bleibt offen oder wird nicht gerade einsichtig kommentiert. Aber es bleibt uns die Möglichkeit, uns selbst einen Eindruck zu verschaffen. Durch genaues, unvoreingenommenes Hinsehen, durch den Dialog mit anderen und uns selbst, um zu Verständnis zu gelangen. #TuEsPablo — #JeSuisAndreas — #NousSommesNous.

Nachtrag: Beim Ausgang der Picasso.Mania-Ausstellung, im Foyer des Grand Palais, kauerte eine Gruppe Schulkinder am Boden. Sie wirkten ermattet und vergnügt zugleich. Und redeten miteinander, über das, was sie in der Ausstellung erlebt haben. Drei Tage später (ich eilte von Paris aus weiter nach Wien zu einer Konferenz) sehe ich im Wiener Hauptbahnhof bei meiner Abreise ebenfalls Kinder am Boden kauernd. Sie sind auch ermattet. Reden aber nicht, sondern schauen stumm und erschreckt vor sich hin oder schlafen vor Erschöpfung in den Armen ihrer Eltern/Verwandten. Es schaudert mich und wird noch schlimmer, als ich in der Bahn bei Passau die Grenzkontrollen miterlebe. Unmenschlich, was da passierte. Diskriminierend. Ohne Mitgefühl seitens der „Ordnungshüter“. Ich schäme mich und bin betroffen ob unserer Ohnmacht, wie auch andere Fahrgäste. — Was Picasso aus diesem, meinem Erlebnis wohl gemacht hätte? Sicher wenig im Stile derer, die im Grand Palais auf ihn Bezug nehmen. Und damit glänzen.

TIPP ZUM ANSCHAUEN ALLER BILDER ALS VIDEOANIMATION!

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