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Tag Archives: future of print

HD Screen Webcast 13082020

 

Von Andreas Weber, CEO INKISH D-A-CH

Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen AG bewegt sich zwar noch immer als Penny-Stock im Keller, stieg aber von € 0,567 im Juni 2020 auf € 0,724 — Stand heute Mittag. Der Grund: Der Plan von CFO Marcus A. Wassenberg scheint momentan aufzugehen. Ein straffes Finanzmanagement steht über allem und erscheint alternativlos. (Siehe Analyse “Heidelberg’s need for money”  von Morten B. Reitoft via INKISH.NEWS).

Als Priorität Nummer Eins nannte Wassenberg heute in der Präsentation der Ergebnisse für Q1 2020/2021: drastische Reduzierung der Verschuldung, gefolgt vom geschickten Handling der Kurzarbeit und Arbeitszeitreduzierung sowie der Portfolio-Bereinigung. Das führte zu einem EBITDA von 60 Millionen (ohne Restrukturierungs-Ergebnis und dank Ertrag der Neuordnung der betrieblichen Altersvorsorge).

Bei bis zu 80 Prozent Kurzarbeit durch COVID-19-Krise bleibt wenig Spielraum. Aber: Ohne Fabrikation keine Lieferungen, ohne Lieferungen keine Umsätze. Und da ist es fast schon zuträglich, dass im Vergleich zum Vorjahresquartal der Umsatz (minus 30 %) und Auftragseingang (minus 44 %) sich dramatisch verschlechtert haben. Damit liegt Heidelberg übrigens bei Umsatzrückgang und AE schlechter als Wettbewerber wie Koenig & Bauer, die allerdings fürs 1. Halbjahr 2020 Verluste ausweisen müssen.

Wassenberg kompensiert diese missliche Lage durch Verkäufe (Gallus, CERN) und Stilllegung von Unternehmensbereichen. Alles in allem sollen so innerhalb der nächsten drei Jahre rund 100 Mio. € eingespart werden. Die Rückholung von Pensionsmitteln dient dem Ausgleich der Schulden und spart rund 12 Millionen Zinszahlungen.


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Facts & Figures von Heidelberg.

 


Schrumpfkur unvermeidlich?

Als künftiges Umsatzziel benennt Wassenberg 2,0 Mrd. € bis 2,1 Mrd. €. Das sind rund eine halbe Milliarde € weniger als in den letzten Jahren. „Wir halten Wort“, betonte Wassenberg, und lobt gleichzeitig die „grandiose Mannschaftsleistung“, nicht nur im Finanzbereich, sondern überall im Unternehmen. Er spricht dabei von einer Belebung auf „niedrigem Niveau“, „mehr Freiheiten zum Investieren“ und einer „schrittweisen Erholung“. Der Wermutstropfen bei Heidelberg sei das (niedrige) Eigenkapital und der Cash Flow, der zwar immer noch negativ sei, sich aber verbessert habe.

CEO Rainer Hundsdörfer bleibt in dieser Lage nur, optimistisch zu sein. Er betont, das Ziel sei, Heidelberg „wetterfest“ zu machen, „überfällige und unabdingbare“ Maßnahmen vorzunehmen, um „erfolgreich und nachhaltig Geld zu verdienen“ sowie das „Kerngeschäft strategisch weiter zu entwickeln“.

Während Wassenberg sehr konkret wird, oder besser: werden muss, zeichnet Hundsdörfer ein letztlich stets vages Zukunftsbild von Heidelberg, das einerseits auf Besitzstandswahrung („Wir tracken online in Echtzeit weltweit die Situation unserer Offsetdruck-Kunden und stellen uns exakt darauf ein“) und andererseits auf Innovationen in Form von zarten Pflänzchen beruht, die mit dem Kerngeschäft nichts zu tun haben: Rund 5 Mio. € wurden im Werk Wiesloch laut Hundsdörfer in eine Produktionsstrecke investiert, um per innovativer „Printed Electronics“ hochwerte Sensoren v. a. für den Medizinsektor zu fertigen.

Wohin geht die Reise?

Nun denn. Für den Moment steht Heidelberg einigermaßen gut dar in Zeiten der Pandemie. Aber ob das so bleibt? Für den weiteren Verlauf wird schicksalhaft, ob der Verkauf von Gallus Bestand haben kann und der hohe Kaufbetrag auch gezahlt wird. Darüber gibt es Zweifel und CFO Wassenberg sprach heute nicht mehr vom Kaufpreis in Cash von 120 Mio. €, sondern ‚nur‘ von einem „erheblichen Betrag“.

Der Verkauf von Gallus ist für Heidelberg nicht nur wichtig, um Verluste auszugleichen, sondern vor allem um rund 450 Mitarbeiter aus der Kostenliste zu bekommen.

Schau’n wir mal. Es bleibt spannend!


PS: Übrigens war heute, so mein Empfinden, das Interesse der Presse an dem Heidelberg Webcast zum Quartals-Ergebnis erstaunlich gering. Ebenso wie die Fragen an CEO Hundsdörfer und CFO Wassenberg, die nur von der Regionalpresse kamen und nicht von von FAZ, Handelsblatt, Reuters oder DPA.


 

 

 

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Nur noch ein Schatten seiner selbst? Oder lautet das Prinzip: Malen nach Zahlen? — Screenshot aus dem Titel des neuen Heidelberg Geschäftsberichts 2019/2020.

 

Von Andreas Weber

Auf seiner virtuell Bilanzpressekonferenz am 10. Juni 2020, ab 10 Uhr, also vor rund einer Stunde, hatte der Heidelberg-Vorstand wenig Neues zu vermelden. Weder zu dem am 31. März 2020 abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 noch für das laufende. 

  • Das Nachsteuer-Ergebnis weist einen hohen Verlust von 343 Mio. Euro aus.
  • Der Free-Cashflow konnte sich nur positiv entwickeln durch die Übertragung von 380 Mio. € aus dem Treuhandvermögen des Heidelberg Pension Trust e.V. im März 2020 (225 Mio. Euro gegenüber Vorjahr -93 Mio. Euro).
  • Der Umsatz ging um fast 150 Mio. Euro auf 2,349 Mrd. Euro zurück.
  • Für das laufende Geschäftsjahr will der Vorstand mit Bezug auf die anhaltende Corona-Pandemie und die dadurch schweren ökonomischen Schwierigkeiten keinen verbindlichen Ausblick geben, rechnet aber bis zum 31. März 2021 mit einen negativen Nachsteuer-Ergebnis.

Laut CEO Rainer Hundsdörfer treibe Heidelberg die Neuausrichtung zügig voran. Wobei „Neuausrichtung“ in diesem Fall bedeutet: Heidelberg reduziert sich auf das traditionelle Kerngeschäft, den Bogenoffset, und damit diesen in seinem verkleinerten Portfolio nur noch auf den Mittelformat-Bereich.

Gleichzeitig baut Heidelberg weiterhin massiv Personal und Fertigungskapazitäten ab. Erstmals seit dem Börsengang im Herbst 1997 sinkt die Zahl der Beschäftigten bei Heidelberger Druckmaschinen AG auf unter 10.000 durch den nach Unternehmensangaben sozialverträglichen Abbau von 1.600 Stellen. In Hochzeiten beschäftigte Heidelberg einst über 25.000 Mitarbeiter.

„Die Zeiten in denen Heidelberg rein durch Größe punkten konnte, sind vorbei“, so CEO Rainer Hundsdörfer. Es gehe ihm nicht mehr um Größe und Wachstum um jeden Preis. Vielmehr bestehe der Kulturwandel bei Heidelberg in der Wandlung vom Konzern zum flexiblen Mittelständler. Im Unternehmen herrsche Aufbruchstimmung — was sich aus meiner Sicht im Zuge von massenhaften Entlassungen ambivalent auslegen lässt!

Auch die Zahl der Vorstandsmandate wurde deutlich verringert, halbiert auf jetzt noch zwei, das des CFO und das des CEO. Das Vorstandsressort für Technik wurde bereits im Herbst 2019, das des Chief Digital Officers im März 2020 aufgelöst.

Die Quadratur des Kreises

Das Umsatzpotenzial für Offsetdruck-Maschinen ist ebenfalls dramatisch geschrumpft. Waren es bis zum Krisenjahr 2008 noch rund 9 Milliarden Euro per anno, sind es nach kontinuierlichen Rückgängen bis dato noch maximal 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dies bezieht allerdings auch Formatklassen und technische Verfahren ein, die Heidelberg nicht mehr bedienen will und kann (Klein- und Grossformat sowie Rolle). Im Vergleich dazu: Das Marktpotenzial für Digitaldruck-Lösungen im Produktionsdruck (Akzidenzen, Verpackungen, Sign & Display) macht bereits rund doppelt soviel aus.

Dass die Heidelberg Bogenoffset-Druckmaschinen immer leistungsfähiger und die Rüstzeiten drastisch verkürzt wurden, löst das Problem der dramatischen Marktpotenzial-Schrumpfung nicht.

Neue Vertriebsmodelle, die Heidelberg unter dem Schlagwort „Subscription“ bietet, sind zwar vom Konstrukt her zeitgemäß und bewähren sich bei Software-Angeboten (SaaS), nicht aber unbedingt bei Hardware, da durch lange Vertrags-Laufzeiten von fünf Jahren wenig flexibel agiert werden kann und in Summe kaum finanzielle Vorteile gegenüber andere Finanzierungsformen erreicht werden.

Dies wirkt sich gerade auf die aktuelle Situation im Akzidenzdruck, der sich radikal wandeln muss, ungünstig aus. Denn Druckerei-Unternehmer müssen am vorhandenen Equipment und den festgelegten, auf Standardisierung fixierten Produktionsprozessen für Commodity-Produkte festhalten, die aber kaum noch Nachfrage haben. Spezialitäten sind dagegen gefragt. 

Wachstum im Markt bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz für Heidelberg

Da mit der „Neuausrichtung“ bei Heidelberg auch der Ausstieg aus dem industriellen Inkjet-Druck einher geht, stellt sich die Frage: Wie will Heidelberg in Zukunft Wachstum generieren?

CEO Hundsdörfer betonte auf der Pressekonferenz in seiner kurzen Wettbewerbs-Einschätzung, dass Heidelberg alleine im Verpackungsdruck mehr Offsetdruck-Maschinen verkaufe als der wichtigste Wettbewerber an Maschinen  insgesamt, also auch im Akzidenzdruck. Was soll das heißen? Gemeint sein kann ja nur die Koenig & Bauer AG. Und die hat ein viel weiter gefasstes Produkt- und Lösungsportfolio als Heidelberg und engagiert sich extrem smart im Digitaldrucktechnik-Sektor (u. a. Kooperationen mit HP sowie Joint-Venture-Unternehmungen mit DURST AG).

Pikant: Die auf den Verpackungsmarkt fokussierte Firma BOBST Group SE (Umsatz;: Über 1,6 Mrd. CHF)  hat Hundsdörfer wohl gar nicht auf dem Radar! BOBST, weitaus solider als Heidelberg mit einer Marktkapitaliseriung von über 1 Millarde)  schickt sich aber an, den Markt für Verpackungsdruck ‘digital’ aufzumischen. Hierzu findet wie vermeldet heute, um 13 Uhr, eine internationale Pressekonferenz statt.

Die COVID-19-Krise hat nachweislich den Akzidenzdruck-Markt als wichtigsten Stammmarkt von Heidelberg komplett schachmatt gesetzt. Dies ergibt sich aus den Echtzeit-Analysen des Cloud-Daten-basierten PMI-Klima-Bericht als wichtigem Bestandteil des Heidelberg #We4You Programms. Hier teilt Heidelberg seine von Kunden betriebenen und in der Heidelberg Cloud gebündelten Maschinen-Informationen über die Auslastung von über 10.000 Speedmaster-Druckmaschinen rund um den Globus (davon 5.000 Installationen für Verpackungsdruck).

 



 

Entgegen der Aussage von Heidelberg spiegelt der PMI-Klima-Bericht aber nicht die Marktsituation in der Print-Branche wieder, sondern Produktionskennzahlen ausgewählter Heidelberg-Kunden im Akzidenzdruck- und Verpackungsdruck-Sektor. Es zeigt sich, dass speziell Heidelberg-Kunden im Akzidenzdruck mehrheitlich existenzbedrohende Einbussen von 40 % und mehr verzeichnen müssen und sich wirtschaftlich im freien Fall befinden. Das trifft sogar die Elite der Heidelberg-Kunden im Online-Druck-Sektor. (Siehe hierzu die INKISH D-A-CH Expertenanalyse von Rainer Wagner).

Es bleibt auch zweifelhaft, ob und wie Heidelberg von der gestiegenen Auslastung und einem höheren Produktionsausstoß im Verpackungsmarkt profitieren kann, da Heidelberg nicht an den lukrativen Substraten, Kartonagen, Wellpappe, fexiblen Verpackungen etc. verdient. Und eine höhere Auslastung sowie steigende Nachfrage im Verpackungssektor ist nicht zwingend mit Maschinen-Neuanschaffungen im Mittelformat verbunden.

Übrigens: Alle Hoffnungen von CEO Rainer Hundsdürfer ruhen auf China. Aus seiner Sicht werden Druckereien in West-Europa und den USA kein signifikantes Wachstum mehr für Heidelberg liefern können. 

Mein Fazit

Der Heidelberg-Vorstand verfolgt konsequent seine Ziele, die Firma durch Gesundschrumpfen am Leben zu halten. Allerdings ohne eine glaubhafte und Vertrauen-fördernde Strategie präsentieren zu können. Denn das Motto „Heidelberg goes digital“ ist lediglich eine Willensbekundung. Oder Worthülse.

Aus meiner Sicht wurde bei Heidelberg eine wirksame Strategie durch den fast panischen Aktionismus „Rette, was zu retten ist“  ersetzt. Von den tatsächlichen Entwicklungen im Markt hat man sich abgekoppelt bzw. ignoriert diese gänzlich.

Die Frage bleibt völlig offen, wie Heidelberg künftig im Markt noch Impulse setzen will und Kunden (vor allem im Akzidenzdruck-Sektor) Entscheidendes liefern kann, um am Leben zu bleiben.

Wie der Heidelberg-Vorstand auf diese Art und Weise seine sog. Ziele „Profitabilität — Wettbewerbsfähigkeit — Zukunftssicherung“ erreichen will, bliebt mir ein Rätsel. Und offen bleibt auch: Gelten diese Ziele nur für Heidelberg oder tatsächlich auch für Heidelberg-Kunden?

 


 

Future Key Visual.001

Thoughts by Andreas Weber

 

#drupa2020 ante portas: Is it enough to focus on the future, inevitably through a lot of promises or even speculation?

The fact is: tomorrow is determined by yesterday. But what about today?

Most struggle with the present, the here and now. — An essential aspect for me. And the explanation why we have to experience the greatest reluctance to invest ever in the #print industry.

#Rethink #StrategiesforToday #ThinkPaper #Confidence

 


 

#drupa2020 ante portas: Reicht es, die Zukunft in den Fokus zu stellen, zwangsläufig durch viele Versprechen oder gar Spekulationen?

Fakt ist: Das Morgen wird durch das Gestern bestimmt. Doch was ist mit dem Heute?

Die meisten hadern mit der Gegenwart, dem Hier und Jetzt. — Für mich ein wesentlicher Aspekt. Und die Erklärung, warum wir in der #Print-Branche die wohl größte Investitionszurückhaltung aller Zeiten verzeichnen müssen.

#Umdenken #StrategienFürsHeute #ThinkPaper #Zuversicht

 


 

 

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Von Andreas Weber, Head of Value | English version via INKISH.News

 


Selbst mehr als eine Dekade nach dem Aufkommen von Social Media und den damit verbundenen dramatischen Veränderungen in der Kommunikation tut sich insbesondere die Print-Branche schwer mit der neuen, digitalen Art, Geschäftskommunikation per Social Media zu betreiben, um das Go-to-Market zeitgemäß und nachhaltig erfolgreich zu gestalten.

 


 

Für die #drupa2020 als globale Leitmesse einer Branche, die global pro Jahr rund 1.000 Milliarden Euro umsetzt, wird es wichtiger denn je, vor, während und nach der Messe wirkungsvoll zu kommunizieren und zu interagieren. Das gilt für alle: Messeveranstalter, Aussteller, Besucher und vor allem für Fachmedien.

Keine Frage: Es ist zwingend, einen eigenen Weg zu finden, um Kunden und Interessenten medial direkt anzusprechen. Und es gibt auch sinnvolle Möglichkeiten. Nur: Es werden teils wirre Thesen vertreten und kolportiert.

Viele folgen dem Prinzip ‚Gewollt, aber nicht gekonnt‘. Gerade auch Print-Fachmedien, die ihre Print-Titel mit Websites ergänzt haben, seit Jahren an Lesern, Reichweite und damit Bedeutung verlieren, und sich daher mit dem gewohnten Redaktionskonzept hilfesuchend auf Social Media stürzen, um auch dort die gleichen Inhalte zu publizieren.

Ähnlich tun es viele Unternehmen, die ihre Pressemitteilungen unverändert an Fachmedien senden, auf ihren Websites selbst publizieren und auf Plattformen wie Twitter, Facebook, XING oder LinkedIn teasern. Dass dies nicht wirken kann, ist evident: die meisten schaffen keinen nennenswerten Response, ihre Botschaften verpuffen.

Richtig oder Falsch? — Einige Tipps

Falsch: Social Media bietet viele Kanäle.

Richtig: Social Media ist ein Überbegriff für zahlreiche spezifische, auf Interaktion ausgerichtete Plattformen der digitalen Kommunikation. Plattformen für Bilder (z.B. Instagram), für Videos (z.B. YouTube oder auch Facebook), für Kurznachrichten (allen voran Twitter), fürs Geschichten erzählen (Blogs via WordPress, Medium u.a.), für Spaß und Unterhaltung (TikTok), für Podcasts (v.a. iTunes)  für persönliches Netzwerken (z. B. WhatsApp, Messenger, WeChat) und für B2B-Kommunikation (v.a. LinkedIn). Und last but not least: für kollaboratives Publizieren von Fachinhalten (z.B. für Print durch INKISH.TV und INKISH.News).

Falsch: Social Media lebt von vielen kurzen Meldungen, die gepusht werden, um möglichst viel Reichweite aufzubauen.

Richtig: Jede Art von Inhalt kann individuell, höchst spezifisch und multimedial genutzt werden, um Interaktionen zu erzeugen und Dialoge herzustellen. Fast wie bei einem persönlichen Gespräch.

Falsch: Social Media führt zur Informationsüberflutung.

Richtig: Wer per Social Media lernt, die richtigen Plattformen für seine Absichten auszuwählen, seine „Botschaften“ spezifisch gestaltet, inkl. dem Feedback-Management und der passenden Verschlagwortung, und sich bestens vernetzt, wird nicht Opfer von (sinnloser) Information, sondern deren Gestalter. Nebeneffekt: Kosten entstehen dabei kaum. Und sich kurz zu fassen, auf den Punkt zu kommen, um für sich und seine Inhalte Sympathie zu schaffen, ist ein riesiges Plus!

Falsch: Social Media ist oberflächlich und kurzlebig — Inhalte erleiden das Schicksal von Eintagsfliegen.

Richtig: Die wichtigsten Inhalte, ob beruflich oder privat, finden sich heute und morgen auf Social Media-Plattformen, sind messbar, werden grossteils von Google dauerhaft indiziert und sind stets auffindbar. Zudem ist die Interaktionsbereitschaft der Nutzer maximal hoch, da die Plattformen einfach zu bedienen sind, man sich nicht mit Anwendungstechniken, Updates etc. beschäftigen muss, sondern voll und ganz auf Inhalte fokussieren kann.

Lichtblick

Social Media hat sich bei Innovatoren und Start-ups im Print bereits erfolgreich etabliert. Smarte Anbieter von Fotobuch-Applikationen sowie Spezialanwendungen bei Textil- oder Tapetendruck, Mass Customization, Postkarten, Postern etc. begründen ihr Geschäftsmodell auf Social-Media-Plattformen. Die meisten tun dies für mobile Kommunikation via Smartphone und Tablet.

Zudem lassen sich Social Media-Inhalte und -Aktivitäten in Multichannel-Szenarien einbinden, was allerdings bei Druckereien wie auch bei ihren Lieferanten kaum richtig bewertet bzw. eingesetzt wird. Wie sonst könnte man darauf kommen, Social Media als Erweiterung von überkommenem Direktmarketing und damit als neuen Push-Kanal zur Informationsvervielfältigung dessen zu nutzen?

Fazit

Das Wesentliche ist aus meiner Sicht, auf Dialoge/Konversationen und Interaktionen zu setzen, sowie die Befindlichkeit der Einzelnen auf den unterschiedlichen Plattformen zu evaluieren und darauf einzugehen, was problemlos funktioniert, da Social Media erlaubt, Marktforschung in Echtzeit zu betreiben.

Damit könnte der neuen Maßgabe gedient werden, die das Digitalzeitalter zwingend macht: Nicht was ich kundtun will, ist relevant, sondern das, was ich lernen kann durchs Zuhören, Diskutieren, Durchdenken, Bewerten usw., um daraus kundenorientierte, maßgeschneiderte Angebote zu gestalten.

Ratschläge

  • Position überdenken — Perspektive wechseln!
  • Fundamental-Irrtümer unterlassen.
  • Sich persönlich durch aktive Social-Media-Arbeit kundig machen, um einen klaren Fokus zu finden.
  • Das Wesen moderner Kommunikation im Digitalzeitalter verinnerlichen: „Interaktion durch Konversation“ in den Mittelpunkt stellen und stringent verfolgen, um sich smart ins Gespräch zu bringen und als attraktiver Partner für Innovation und Transformation zu profilieren.
  • Nicht mehr den falschen Propheten folgen, sondern lieber eigene Wissensnetzwerke aufbauen.
  • Angesichts der Tatsache, dass sich im Zuge der Transformation der Print-Branche die bereits enorm große Komplexität noch steigert, z. B. durch Themen wie Künstliche Intelligenz, IoT, Subskritions-Modelle, Blockchain etc., sind kontinuierliche Konversationen in Netzwerken und auf Plattformen zwingend.

Wer das tut, wird schnell angenehm überrascht sein und wandelt sich im besten Fall zum exzellent vernetzten Wissensarbeiter!

Addendum

Ich selbst nutze Social Media von der ersten Stunde an. Und habe einen systematischen Ansatz entwickelt, die für mich relevanten Plattformen zu identifizieren und erfolgreich zu nutzen. Mit meinen Blogs erreiche ich über 150k Profis aus fast 160 Ländern, bin per LinkedIn mit fast 23k Entscheidern direkt im Kontakt, ergänzt durch zusammengefasst rund 10k weitere per LinkedIn, Twitter, Facebook, XING. Zahlose spannende Kontakte und Projekte konnten so generiert werden. 

Gerne gebe ich Interessierten weitere Tipps und Hilfestellung.

 


 

Hinweis

Für Innovationsinteressierte empehle ich die Lektüre von #hotspotsubscription, meinem neuen Fach-Blog zu digitaler Transformation durch neue Geschäftsmodelle via #subscription. Der Blog kann kostenfrei subskribiert werden!

 

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ThinkPaper Wortbild PRINT

 

By Andreas Weber, Head of Value  |  German Version

With regard to dramatically falling stock market prices: Are printing press manufacturers and, with them, the printers (once again) in a deep crisis? The answer is “no, but …” — because the most sensitive thing is that the structural change in the print media business has a deeper impact than previously thought. And most underestimated that.

Status quo: Nothing goes any further!

  1. The vast majority of printers and their suppliers can no longer produce organic growth.
  2. Cost-cutting measures are largely exploited resp. certainly not a guarantee of success in the long run.
  3. The tried and tested measures for the industry in critical situations — the switch to new technologies for print media production (eg inkjet printing) — does not pull anymore, as it has not really got going for years and therefore only looks like a drop in the bucket.
  4. Last but not least, according to the feedback from the audience: media-effective, public events such as press conferences at trade shows or financial press conferences are usually completely overcrowded, dripping and riddled with insider details that prevent them from gaining an eye for the essentials.

Are ad hoc measures still possible? Yes and no. — Too much has to change fundamentally, as the valuable #Think!Paper expert analysis shows. Over the past eight days, leading minds from Europe and America have come to the heart of their assessment of the future of print. Tenor: Print has a future and fits perfectly into the digital age. Provided the business philosophy is radically refurbished and new go-to-market strategies and implementation solutions are found accordingly

 


If you want to know how this affects suppliers, read the #Subscription blog in an interview with Dr. Ulrich Hermann, Chief Digital Officer of Heidelberger Druckmaschinen AG: “Subscription & Print: Insights, Developments and Market Scenario”.


 

Thanks to Fraser Church from the UK, the most important finding for print shops is that the industry actually has the best chance. Because print as a medium delivers through its outstanding core properties — Trust and Value – exactly what print companies and their suppliers have to use and assert.

This is best achieved through exemplary multichannel marketing campaigns designed for conversations, which make print appear brilliant in networked communication scenarios. — But far from that there is nothing to see. Functioning genre marketing has always been foreign to the industry! Everyone always cooks their own soup. Pity!


 

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Further reading

The current and exclusive #Think!Paper expert analyzes in the form of short interviews at a glance: 

Rüdiger Maaß: Put the strengths of print in the right place!

Fraser Church: „Use print when you need something considered or need to promote trust and value!

Hamilton Costa: „Print is not a common thing anymore! But it’s still relevant!“

Peter Gunning: „Print creates an unspoken trust!“

François Martin: „Print will remain but it will never be what it was!“

Jeroen van Druenen: „Print is always the start of a good conversation“

Bernhard Cantzler: „Print is a natural ’digital detox’ and helps deeper thinking!“

Morten B. Reitoft: „Print has a way higher impact than mobile and web!“

 


 

ThinkPpaer-Key-Visual-Blog-Post.001

 

#Think!Paper — the key facts at a glance

What we do
We evaluate and profile print and its proponents as an effective driving force for transformation – across all industries!

Our mission
We show, first and foremost, that print is by no means driftwood in an ocean of transformation (with Titanic-style effects) but rather a solid anchor for the ‘tsunamis in our heads’!

Our USP

  • We are bringing together the brightest minds to form interdisciplinary #Think!Teams with a global outlook.
  • We are building up the finest pool of expertise with a clear focus on interaction, discourse, customer experience and sustainable conversations.
  • We are reinforcing the bedrock of any successful ‘digital’ transformation – proficient, dynamic and meaningful communication.

Benefits for our partners
We help our partners make new and market-relevant discoveries that inspire them and inject new energy into their development.

 


 

ThinkPaper Wortbild PRINT.png

Von Andreas Weber, Head of Value | English Version

Mit Blick auf dramatisch sinkende Börsenkurse: Stecken Druckmaschinenhersteller und mit ihnen die Druckereien (wieder einmal) in einer tiefen Krise? Die Antwort lautet: „Nein, aber…“ — Denn äußerst heikel ist, dass der Strukturwandel im Geschäft mit Printmedien tiefergehende Auswirkungen hat, als bislang angenommen.Und das haben die meisten unterschätzt.

Status quo: Nichts geht mehr vom Fleck weg!

  1. Die überwiegende Zahl der Druckereibetriebe kann ebenso wie ihre Lieferanten kein organisches Wachstum mehr erzeugen.
  2. Kostensenkungs-Maßnahmen sind weitgehend ausgenutzt resp. schon gar kein Erfolgsgarant auf lange Dauer.
  3. Die für die Branche probate Massnahmen in kritischen Situationen — das Umschwenken auf neue Technologien zur Printmedien-Herstellung (z.B. Inkjet-Druck) — zieht nicht mehr, da es seit Jahren nicht richtig in Schwung kommt und wirkt daher nur wie ein Tropfen auf den heissen Stein.
  4. Last but not least, gemäß Stimmen aus der Analystenszene: Medienwirksame, öffentliche Veranstatungen wie Pressekonferenzen auf Messen/Kongressen oder Bilanzpresse-Konferenzen sind zumeist völlig überfrachtet, verkropft und gespickt mit Insider-Detailinfos, die verhindern, den Blick für das Wesentliche zu erhalten.

Sind trotzdem Ad hoc-Maßnahmen möglich? Ja und nein. — Zuviel muss sich grundlegend ändern, wie die lesenswerte #Think!Paper-Expertenanalyse zeigt. In den letzten acht Tagen haben führende Köpfe aus Europa und Amerika ihre Einschätzung zur Zukunft von Print auf den Punkt gebracht. Tenor: Print hat Zukunft und passt bestens ins Digitalzeitalter. Vorausgesetzt, die Geschäftsphilosophie wird radikal renoviert und entsprechend neue Go-to-Market-Strategien und -Umsetzungslösungen gefunden werden.

 


Wer wissen will, wie sich das auf Lieferanten auswirkt, kann die im #Subscription-Blog nachlesen im Interview mit Dr. Ulrich Hermann, Chief Digital Officer bei Heidelberger Druckmaschinen: „Subscription & Print: Einblicke, Entwicklungen und Marktszenario“.


 

Die wichtigste Erkenntnis für Druckereien verdanken wir Fraser Church aus UK: Eigentlich hat die Branche beste Chancen. Denn Print als Medium liefert durch seine herausragenden Kerneigenschaften — Trust and Value – genau das, was Print-Betriebe und ihre Lieferanten für sich nutzen und geltend machen müssten.

Am besten gelingt dies durch vorbildhafte, auf Konversationen ausgelegte, Multichannel-Marketing-Kampagnen, die Print in vernetzten Kommunikations-Szenarien fulminant wirken lassen. — Doch davon ist bis dato weit und breit nichts zu sehen. Funktionierendes Gattungsmarketing war der Branche schon immer fremd! Jeder kocht immer sein eigens Süppchen. Schade!

 


Lesetipps

Die aktuellen und exklusiven Think!Paper-Experten-Analysen in Form von Kurz-Interviews im Überblick:

Rüdiger Maaß: Put the strengths of print in the right place!

Fraser Church: „Use print when you need something considered or need to promote trust and value!

Hamilton Costa: „Print is not a common thing anymore! But it’s still relevant!“

Peter Gunning: „Print creates an unspoken trust!“

François Martin: „Print will remain but it will never be what it was!“

Jeroen van Druenen: „Print is always the start of a good conversation“

Bernhard Cantzler: „Print is a natural ’digital detox’ and helps deeper thinking!“

Morten B. Reitoft: „Print has a way higher impact than mobile and web!“

 

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#Think!Paper — the key facts at a glance

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#Think!Paper — Edition 3, Vol. 3

Interview by Andreas Weber, Head of Value

 


It’s always a great pleasure to meet Jeroen van Druenen (fun included!). By chance you will meet him anyway: in Portugal, UK, Poland, the USA, Australia, Hongkong,.. and also sometimes (!) in Amsterdam. Haha! However in any case you will have a great conversation. There are not a lot like him around the globe. So read carefully what he has to tell us!


 

What is the beauty of print in the digital age?


Jeroen van Druenen: The beauty of print… The start of a good conversation. The attention prints get instead of an email. You see it happen every day. —  According to Erik B. Nordstrom (Co-President Nordstrom), their results were in part hurt by their decision to stop using printed direct mail to reach its customer for their loyalty program.

Even tech companies like Google and Facebook use print to communicate with their audience nowadays.

It’s there when you have time, it’s on your coffee table, ready to use. In DM we see (much) more ROI, and when it’s tailored and personalized the ROI will dramatically get higher.

And, yes, it’s more expensive than for example email but with much more revenues. And to be very clear, I am not against email, we embrace the digital age. We use it in a multi-channel way. We can automate a reaction on a personalized webpage to start a print job and vice versa. It’s not do this and don’t do that. No, it’s usage of every channel in every way.

Everything in the Mobile Age is so fast. Why is the adaption of digital printing technology innovations so slow? 


Jeroen van Druenen: Our industry has more fights.

  • Our industry is not sexy.
  • Our business partners are not digital savvys or they don’t understand the power of “personalized” print.
  • We need to educate our customers with more case studies, success cases etc.
  • We need to show that print in any form is sustainable and that we don’t pollute our environment.

What are the key drivers for a powerful & successful print service biz today and what will it be in the future?

Jeroen van Druenen: Key drivers to have a successful and profitable print service biz today are in my opinion the offering of multi-channel communications. By all means, printing as a service can be done everywhere. But adding value to paper is something different. Getting the right message for the right customer. Be relevant to them. Adding response mechanism to paper (purls/QR/AR etc.). And if you are relevant for the end customer it will be profitable for your customer and for your own company. So knowledge of marketing, knowledge of databases, knowledge how to get the information you want to use out of these databases, concepting, copy, design of all different channels etc.etc. And, yes, not every expertise is inside your company, so partner up with specialists to work together and built a strong relation with your customer.

Thank you very much for the great conversation!


 

About

 

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Good friends for many years: Jeroen van Druenen, Jacob Aizikowitz, former President of XMPie, Andreas Weber. Photo: Jannie van Druenen.

Jeroen van Druenen, CEO @ Jubels — print and more. Based in Amsterdam, the Netherlands. A privately held marketing communication service provider and printing company. With more than 25 years of experience in the Graphic Arts and Communications industry Jubels offers customers effective, on demand, integrated crossmedia communications.

Specialties: 1:1 marketing, crossmedia campaigns, printing – offset & digital, fulfillment activities, web to print applications, personalized url’s & images.

Jeroen van Druenen is also President of the XMPie Users Group and Board Member of the global Xerox Premier Partner network. And at least as one of the active members of the Think!Paper initiative, he is always giving great advice to all of us.

 


ThinkPpaer Key Visual Blog Post.001

#Think!Paper — the key facts at a glance

What we do

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