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Tag Archives: Valy Wahl

01 Anna Grau – Das Buch zu Lilith

 Coverbild des bereits vorliegenden Buches zum Ausstellungsprojekt. Herausgeber: Andreas Weber. Fotos nach den Gemälden von Anna Grau.

 

„Ich male Gefühle!“ — Zur Malerin Anna Grau und ihrem Werk. Gedanken von Andreas Weber.

 

 „Kreative Intelligenz geht einher mit Reflexionsfähigkeit, um zu Erkenntnis zu gelangen. Durch ihren Lilith-Gemäldezyklus und die interaktive Ausstellungskonzeption setzt Anna Grau Maßstäbe. Gut so!“ —Andreas Weber 

 

Die Malerin Anna Grau und Andreas Weber als ihr Mentor und Kurator gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

Vorspiel. Das umfassende bildkünstlerische Engagement von Anna Grau für äußerst wichtige, Zeitgeist-unabhängige und gesellschaftlich-kulturell relevante Themenstellungen in einer besonderen Dimension verdient Anerkennung und Respekt. Zumal Anna Grau als Malerin freischaffend tätig ist. Den im Entstehen befindlichen Lilith-Gemäldezyklus bearbeitet sie in Eigenregie, um unabhängig an den Bildern und ohne überstarken Zeitdruck arbeiten zu können.

Geplant ist eine auf Interaktion ausgelegte Ausstellung des Lilith-Gemäldezyklus mit einer Rahmenprogramm-Inszenierung, die Stimmen anderer Persönlichkeiten aus der Kunstszene, der Forschung, der Wirtschaft, des alltäglichen Lebens umfasst. Ergänzt wird die Ausstellung durch multimediale Präsentationen, etwa zum „Werden“ der jeweiligen Bilder bzw. mit der Darstellung ihrer „digitalen“ Metamorphosen.

 

 

Lilith Thesenpapier

In medias res. Anna Grau lernte ich im November 2015 in Mainz kennen — vor ihrem Gemälde „Meister“, das den 1. Preis beim 26. Mainzer Kunstpreis Eisenturm erhielt. Über 650 Bewerber hatten sich dem gewählten Thema „Kollaps der Moderne?“ im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung gestellt. Die Jury (bestehend aus Kunstwissenschaftlern und vor allem kompetenten Künstlern) hatte unter dieser Vielzahl an Arbeiten das ausdrucksstarke, in seiner Farbgebung herausstechende und dynamisch-expressiv gemalte Werk einstimmig zur Siegerarbeit auserwählt.

In der persönlichen Auseinandersetzung mit Anna Grau als 1. Preisträgerin konnte ich in Mainz von Angesicht zu Angesicht erfahren, was sie empfindet, wenn sie malt. Sie antwortete mir auf die Frage „Was machst Du, wenn Du malst? Denkst Du an Picasso und seine Les Demoiselles D’Avignon?“ kurz und knapp und mit einem versonnenen Lächeln: „Ich male Gefühle!“. 

Diese Gefühlswelt ist die einer in Moskau geborenen Deutsch-Russin, die als 15-jährige nach Berlin kam und dort seit über 20 Jahren lebt. Eine Tochter hat. Die als Europäerin fühlt und denkt! Die Entwicklungen in ihrem Geburtsland mit großer Sorge sieht. Hätte man sie dazu bei der Preisverleihung in Mainz vor dem Publikum direkt gefragt, zu Putin und der Re-Sowjetisierung Russlands, sie hätte gesagt: „Oh nein, ich male keine politischen Bilder. Mich interessiert der Mensch mit seinen Tiefen und Leidenschaften und Schwächen.“ Sie hätte gesagt, wie wichtig Malerei für sie ist. Gerade in einer „digitalen Welt“.

Dem spontanen Kennlernen in Mainz folgte Ende November 2015 ein weiteres Treffen in Berlin; es entwuchs ein seitdem ständiger Kontakt. In der Reflexion dessen, was Anna Grau in Mainz erlebt hatte – vor allem das Zusammentreffen mit den Mainzer Künstlerinnen Prof. Valy Wahl und Fee Fleck – ergab sich die Idee, ein neues, ambitioniertes Vorhaben in die Tat umzusetzen: Den Gemäldezyklus „Lilith“.

Aufhänger für „Lilith“ war der Bilderzyklus von Fee Fleck „Medea – die Fremde“, das die Künstlerin speziell zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 2012 geschaffen hatte. Anna Grau war fasziniert, dass eine wesentlich ältere und bedeutendere  Kollegin ihrem eigenen Menschenverständnis so nah kam. Wobei sich Anna Grau in ihrer unendlichen Bescheidenheit nie mit Fee Fleck in eine Reihe sehen würde… — Beide Künstlerinnen haben übrigens am gleichen Tag Geburtstag, wenn auch zwei Generationen auseinander! — Fee Fleck setzt sich als Holocaust-Überlebende gegen das Vergessen ein. Und für die Rolle der Frau im Besonderen. Der damalige Bundespräsident Gauck überreichte Fee Fleck für ihr Engagement, ihre Lebensleistung im Jahr 2012 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Beide Künstlerinnen, Fee Fleck wie auch Anna Grau, beziehen in einer von Männern dominierten Kunstszene eine besondere und nach meiner Ansicht herausragende Position: Sie widmen sich den Extremen wie Ausgrenzung, Vernichtung, Unterdrückung ohne jegliche Aggression; vielmehr in einer behutsamen Bestimmtheit und Deutlichkeit, die den Betrachter ins Nachdenken und letztlich zu neuen Erkenntnissen bringt. Mehr kann man nicht erreichen. Anna Grau hat Anfang 2016 begonnen, den Lilith-Bilderzyklus auszugestalten. Bis dato sind sechs (unterschiedlich formatige, bis zu 120 x 180 cm große) Gemälde fertig, acht oder zehn sollen es insgesamt werden. In meinem ValueBlog und über Facebook kann man den Entstehungsprozess verfolgen.

Anna Grau hat selbst dazu einen lesenswerten Text verfasst, der in einem eigenen Buch abgedruckt ist: „Auf den Spuren von Lilith…“

 

 

 

Kerngedanke ist es, „Lilith — die Getarnte!“ in all ihren Facetten lebensnah zu inszenieren. Dies alles bietet aus meiner Sicht einen kompakten Einblick in das bildkünstlerische Schaffen von Anna Grau, das sie von anderen unterscheidet und besonders macht. Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Ausstellung sowie Wettbewerben zeigt, dass Anna Grau nicht nur Aufmerksamkeit findet, sondern auch hohe Wertschätzung.

 


 

Unbekannte Fakten zu Lilith

Aus der Antike gibt es Überlieferungen, die wir beiseite geschoben haben. Das berichten Quellen der altsumerischen wie altbabylonischen Zeit gleichermassen. Auch im Talmud wird aufgegriffen, was in der biblischen Überlieferung und in den Schriften der christlichen Kirche verschwiegen wird:  Der Anfang der Menschheitsgeschichte wurde durch ein Wesen geprägt, das Gutes tut, aber durch seine Überlegenheit Männern Angst einflösste, weil es ihre Macht und ihre Bedeutung in Frage stellte.

Gemeint ist Lilith. In der männlich dominierten Welt wurde sie als Dämon, sogar als Kindsmörderin diffamiert. In der jüdisch-feministischen Theologie wird Lilith im Midrasch als eine Frau dargestellt, die sich nicht Gottes, sondern Adams Herrschaft entzieht und im Gegensatz zu Eva resistent gegen den Teufel und die Verführung zum Bösen ist. Sie symbolisiert die gelehrte, starke und unbeugsame Frau. Parallel wird angemerkt, dass Lilith die Urmutter der Menschheit darstellt und als erste Frau Adams Gott dazu brachte, ihr seinen heiligen Namen zu verraten. Das Wissen um den Namen verlieh ihr unbegrenzte Macht. Lilith verlangte von Gott Flügel, um das Paradies resp. Adam zu verlassen; und sie flog davon. In Lilith sehen einige auch den Gegenentwurf zur biblischen Eva, die wie später Maria als Mutter Gottes in der patriarchalen Tradition stehe.

Detail aus Lilith.8

Anna Grau: Detail aus Lilith.8

Warum ist das auch heutzutage relevant?

Es wäre zu einfach zu sagen, dass es um Emanzipation oder Geschlechterkampf geht. Wobei die Unterdrückung der Frau durch den Mann noch immer in fast allen Kulturkreisen stattfindet. Der ‘Lilithmythos’ steht vielmehr für die Selbständigkeit der Menschen und den (bereits biblischen) Versuch einer Seite, vorwiegend der Männer, mittels einer höheren Autorität andere zu unterdrücken. Sei es mit Gewalt, mit Aggression und Einschüchterung, mit Waffen oder mit Geld und Macht. Das alles, was von Gott so erschaffen scheint, wie es ist, verabscheut Lilith und entzieht sich.

Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt? Betrachtet man das, was sich bis heute erhalten und wohl in der Zukunft weiter fortsetzen wird, erkennen wir, dass vieles was wir tun, Traditionen und Gepflogenheiten folgt, die in ihren Wurzeln weder wahr noch ehrenhaft sind. Das Prinzip der Unterdrückung, der Ellbogenmentalität, des Handelns in der richtig geglaubten (aber tatsächlich falschen) Überzeugung und ohne Mitmenschlichkeit setzt sich fort.

 


 

Anna Grau und Andreas Weber im Martin-Gropius-Bau zu Berlin (Nov 2015)

Zur Person: Andreas Weber ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Value Communication AG sowie u.a. Beiratsmitglied des Vorstands des Kunstverein Eisenturm Mainz e.V. KEM, Beiratsmitglied der Internationalen Senefelderstiftung, Offenbach, Lehrbeauftragter der Hochschule RheinMain, Wiesbaden. | LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/andreasweber | Blog/ValuePublishing:  https://valuetrendradar.com 

Zu Anna Grau und ihrem Schaffen: http://www.annagrau.de  — Anna Grau und Andreas Weber gestalten gemeinsam das „Lilith“-Projekt.

 

 

 


 

Work in progress

Lilith 7: Zustandsfotos im Atelier (Oktober 2017)

Lilith.7 in progress 2

Lilith 7 Work in Progress 10-2017

 


Lilith 9: Zustandsfoto im Atelier (Januar 2018)

Lilith.9 in Progress

 


 

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ValuePublishing Mike Hilton News Review 25072016.001

Photo @2016: Andreas Weber, ValuePUBLISHING, Mainz/Germany.

 

Graphic Repro On-line News Review to Friday 22 July 2016

Welcome to this week’s roundup of another 30 selected news articles for the week, plus five new additions to our drupa Newsroom from Elitron, KBA-Flexotecnica, Manroland Sheetfed, and SEI Laser; as well as a new entry in Online Features Downloads from Two Sides, as it publishes the findings of its Global Reach Survey 2016, where you will find the introductory article complete with link to download the complete 15-page findings and report as a PDF.


There will no Verdigris environmental Blog for the next couple of weeks as Laurel Brunner is taking a short break. She will be back during the second half of August. I shall also take a break as news is in very short supply due to the main holiday season in Europe and it has been difficult this past week or so to put together a reasonable selection of good newsworthy stuff each day. As with last week’s key news announcements (Xaar on Monday and Screen Europe on Tuesday) I have drawn on the assistance of Gareth Ward at Print Business UK for two key articles again this week, for the Anton Group and Kodak Inkjet announcement on Wednesday; and then for Xerox and RR Donnelley on Friday, in order to bring you up to date with that.


Other news leaders this week came from HP on Monday, with its plans for Photokina 2016 in Cologne in September. Tuesday was led by Canon Europe as it ships Goloseo children’s books produced at drupa 2016 to South Africa to support the Room to Read Literacy Programme. On Thursday, Two Sides took the lead as it announces availability of its Global Research Survey 2016 in PDF format; and while consumers still value print and paper, there are numerous environmental misunderstandings that persist due to a serious lack of awareness, says Two Sides. Please don’t skip it. The 15-page Report is well worth studying for anyone involved with publishing, print and paper wherever you are.

On Friday, management board chairman and CEO of Heidelberger Druckmaschinen AG, Dr. Gerold Linzbach, announced that he will not renew his contract which runs until August 2017. Following a successful turnaround of the company, he will not seek to extend his contract and aims at pursuing new professional challenges and will continue to serve the company until the end of his contractual term, to enable the Supervisory Board time to find a replacement.


You will find some new sales and installations announcements below from Andi Druk in the Netherlands, as it invests in the first Canon Océ and Müller Martini integrated continuous feed inkjet and digital finishing lines for magazine and book production; and also for Manroland Sheetfed in Brazil with another Roland 700 – both on Monday. On Tuesday, Witherbys in London increases automation and output with a new Speedmaster XL 75-6 and automated Stahlfolder CH 56; Inci.Flex in Italy becomes the first to automate its flexo platemaking process with Esko’s new CDI Crystal 5080 XPS flexo platemaker, debuted at drupa. We also have Toppan Forms, which is now the biggest Kodak Prosper Inkjet customer in the world, as it adds a fifth Prosper Stream Inkjet press – a Prosper 6000C; while German commercial printer Nino-Druck made its first steps into the personalised photo market with Taopix at drupa.

On Wednesday we announced that Anton Group UK will be the first in the world to work with the new Kodak Ultrastream printhead shown in tests at drupa. This was followed by corrugated packaging printer Grupondunova in Catalonia, which becomes the first Spanish company to invest in the Inca Onset X large-format inkjet flatbed press, complete with ClinchTech Robotics. Then we had Park Communications in the UK, which has added a four-clamp Horizon BQ470 PUR perfect binder to deliver cost effective fast turnarounds. Thursday saw IBW Industrial Binding in Belgium increase its investment in Muller Martini kit with a new Diamant MC 60 bookline, and an Alegro perfect binder with extremely short changeover times, to use with the new hard-cover line.

On Friday, to round off the week, we included Xerox with early adopters at drupa 2016 snapping up no less than 120 Xerox Production Inkjet presses, including continuous feed and more. Then we have Seaway Printing in the U.S., which expects a 50 per cent increase in productivity with its new Speedmaster XL 106-4+L from Heidelberg USA. You will find lots of new kit this week if you check out the news announcements carefully. These include Canon SA on Monday as it launches its new imageRUNNER Advance C5500 series, intelligent multifunctional devices aimed at today’s modern working environment. Xitron on Tuesday. KBA-Flexotecnica on Wednesday, as well as SEI Laser. On Thursday, EFI released Packaging Suite 4.0 debuted and shown at drupa; and then we have KBA with the Varijet B1 Xerox-powered digital press (also from Gareth Ward, Print Business); and then Elitron with three new digital cutting machines which were shown at drupa.

On Friday we have Fujifilm with its new processless plate, the Superia ZD, which is UV-compatible and designed for longer runs. Lastly, from Ricoh South Africa with new wide-format multifunction printer which it is aimed at the CAD/GIS and graphics markets in EMEA.

The tailender for this week: On Monday, Manroland Web Systems opened the doors of its new digital web STORE. So, now you have a 24-hour, fast shopping ability on-line.

That’s all until next time.
My best regards,
Mike Hilton

ValuePublishing Mike Hilton News Review 15072016.002


Our e-News comprises:  Headline News – Online Feature Articles – the Verdigris initiative from Digital Dots. Our Drupa and FESPA Newsrooms can be accessed from the Index on our Home Page, as well as News in Review, which provides a weekly overview and listing of all news added to the site. 





Headline News
Over 28,000 news items have now gone online since we launched our Website in September 2001. News for the past 24 months can still be accessed via the Home Page and its continuation news pages

Mon 18 July…   
HP’s new business growth opportunities at Photokina 2016
Photo finishers and professional Photo labs will experience the new HP Indigo 12000 and new applications from the HP Latex 570…

Sun Chemical at GlassTec 2016 in Düsseldorf
Sun Chemical to present its latest SunVetro offerings at GlassTec 2016, taking place at Messe Düsseldorf, from 20 – 23 September…

The new Manroland web STORE opens its digital doors
The time has come: Having been announced over the past two months and having been greeted enthusiastically…

Fully automated digital inkjet for Andi Druk Netherlands
Andi Druk invests in first Canon Océ and Müller Martini integrated continuous feed inkjet for magazine and book production…

Brazilian book publisher achieves goals with Roland 700
Multi Marcas Editoriais Ltda (Editora Construir) promotes education and literacy through innovative books…

Canon’s new imageRUNNER Advance C5500 series
Canon SA launches new flagship, intelligent multifunctional devices for today’s modern working environment…

Tue 19 July…   
Canon Europe and Goloseo support Room to Read
Canon to ship Goloseo children’s books produced at drupa 2016 to South Africa for the Room to Read Literacy Programme…

Xitron begins shipments of USB/SCSI Interface
Replaces obsolete SCSI cards in Trendsetter CTP installations with an economical alternative and provide an extended ROI…

Witherbys invests in Heidelberg automation and productivity
Witherbys in London increases automation and output with new Speedmaster XL 75-6 and automated Stahlfolder CH 56…

Inci.Flex first with Esko’s CDI Crystal 5080 XPS
Gravure quality with flexo plates coming from an integrated unit that simplifies and automates flexo platemaking…

Japan’s first Kodak Prosper 6000C Press for Toppan Forms
Toppan Forms is now the biggest Kodak Prosper customer in the world with a fifth Prosper Stream Inkjet press…

Nino-Druck targets personalised print with Taopix
The German commercial printer made its first steps into the personalised photo market with Taopix at drupa…

Wed 20 July
Anton to become world’s first with new Kodak printhead
Anton Group UK will be the first in the world to work with the new Kodak Ultrastream printhead shown in tests at drupa…

Ricoh SA appoints head of Production Print Business Group
Ricoh South Africa has appointed Frank de Afonseca to head up its Production Printing Business Group…

The new KBA-Flexotecnica NEO XD LR ‘Hybrid’
First fully hybrid extremely innovative machine for all popular flexo technologies drew the crowds at drupa…

SEI Laser: Digital die-cutting and creasing a reality
SEI Laser impressed the industry with the models PaperOne 5000, 3500 and with Packmaster OEM WD at drupa…

Inca Onset X1 with ClinchTech Robotics for Grupondunova
Corrugated packaging pioneer Grupondunova becomes the first Spanish company to invest in the Onset X…

Park further invests in digital department with Horizon buy
Park Communications adds a four-clamp Horizon BQ470 PUR perfect binder to deliver cost effective fast turnarounds…

Thu 21 July…   
Two Sides Global Research Survey 2016 available
Consumers still value print & paper, but numerous environmental misunderstandings persist due to a serious lack of awareness…

EFI releases Packaging Suite 4.0
EFI Packaging Suite 4.0, shown at drupa, offers new value for label, folding carton and flexible packaging converters…

KBA takes the modular approach to inkjet
The Varijet was not shown at Drupa, but is KBA’s pitch for the B1 digital press market has its eyes focused on carton printing…

Elitron’s drupa hat-trick with a focus on automation
Elitron has significantly increased its product range, and chose the drupa stage to launch three new digital cutting solutions…

IBW enters Hardcover Segment with Diamant MC bookline
IBW Industrial Binding in Belgium increases its investment in Muller Martini kit with a new bookline, and a perfect binder…

Drytac Europe announces enhanced Emerytex
An improved textured anti-slip laminating film for indoor and outdoor applications, including floor graphics…

Fri 22 July…   
Dr. Gerold Linzbach to leave Heidelberg in 2017
Management board chairman and CEO, Dr. Gerold Linzbach will not renew his contract which runs until August 2017…

Deal too far as Xerox rebuffs Donnelley’s approach
RR Donnelley believed there was potential in combining with Xerox’s technology, but Xerox found it an offer they could refuse…

Xerox at drupa: More than 120 initial sales successes
Early adopters at drupa 2016 snapped up Xerox Production Inkjet presses, including continuous feed and more…

Seaway adds Speedmaster XL 106 with Inpress Control
Seaway Printing in the U.S., expects a 50 per cent increase in productivity with Speedmaster XL 106-4+L from Heidelberg…

Fujifilm releases the Superia ZD processless plate
Fujifilm announces the addition of new processless plate – Superia ZD – compatible with UV and for longer runs…

Ricoh’s new A1 production printer for CAD/GIS
Ricoh’s new wide-format multifunction production printer aimed at the CAD/GIS and graphic markets in EMEA…

Last lead article from Friday in previous update…  

Last issue’s Friday lead article…
Sappi sustainable packaging solutions at FachPack 2016
Latest innovative sustainable products are designed to minimise the use of fossil-based plastic packaging…

GraphicRepro.Net e-News  (ISSN 1814-2923) is sponsored and made possible by:

Heidelberger Druckmaschinen AG  (Heidelberg), The world’s largest printing press manufacturer for the industry worldwide. Heidelberg customers enjoy the most comprehensive and extensive sales and service network in the industry for JDF compliant workflow, computer-to-plate, sheetfed offset, Web-to-print, digital printing, digital inkjet for labels and packaging, packaging and finishing, all with complementary consumables. Heidelberg has offices in around 170 countries. Visit the Heidelberg Website for more information.

drupa 2016 (drupa), the international flagship fair of the printing and media industry, responds to the challenges of the changing market and provides pioneering solutions for the future. This is highlighted by the new marketing and communication strategy where drupa claims its position as ‘No.1 for Print & Crossmedia Solutions’ with the slogan ‘touch the future’. The issues of ‘package printing’, ‘multichannel’, ‘green printing’, ‘3D printing’, and ‘functional printing’ will become increasingly important to the overall communication strategy. To find out more, visit the drupa 2016 Website.

Online Feature articles 2014 – 2016
There were again well over 70 last year, 90 in 2014, and over 90 in 2013 which can still be accessed via the Index on the Home Page, with prior years’ via Search Archives (option 2).

Downloads 2016 Chapter 01

Two Sides Global Research Survey 2016
Consumers still value print & paper, but environmental misunderstandings persist due to serious lack of awareness…

Technology-related Chapter 02

Previous…   
e-Commerce, automation and cloud for print
The Internet and World Wide Web have opened up new opportunities for printing, but new challenges too. By Simon Eccles…

Online Features Jul/Aug Chapter 06

Previous…   
L’Imprimerie looks back at its waterless printing strategy
The French daily newspaper Le Figaro has grown its business, thanks to waterless printing and the switch to Toray MX10 plates…

Verdigris – Environmental Initiative

Laurel Brunner’s weekly Verdigris Blogs 2016

Most recent…   
Green fashion
The weekly Verdigris blog by Laurel Brunner – Fri 15 July

Technology Guides – from Digital Dots

Technology Guides for Wild Format 2016

Wild Format Technology Is All About You
This is the first in a new series of articles explaining how you can use wide-format digital printing technology to produce…

Into the Great Wide Open
Harvesting the powers of modern wide-format digital printing, it is possible to elicit a nod and a smile from even the most…

Industrial Revolution
Printing has always been an industrial process. Done right, productivity continues to rise and costs to fall. But…

Why ink matters for Wide-Format Digital Printing
Choosing the ink and pigments to use in printing has always been a crucial decision, one that is very much related…

FESPA Newsroom
The FESPA Newsroom can be found via the Index on our Home Page.

FESPA Federation News in 2016

Previous…   
FESPA Mexico 2016 content-rich educational programme
FESPA Mexico educational programme ‘Seek New Horizons in Print’ set to inspire printers from Mexico and Central America..

FESPA to host Digital Textile Conference in Milan
Programme developed with FESPA Italia and leading Italian fashion & textile associations: 30 September 2016…

Drupa Newsroom
Our Drupa Newsroom with news from Messe Düsseldorf and for Drupa 2016 can be found in the Index. It is divided into the following Chapters for your convenience and ease of use… but you must scroll down to view each Chapter when you visit the Newsroom

drupa daily to download as PDFs
These jam-packed drupa daily news issues are ready to read now. You can download each one complete as a PDF…

drupa daily issue No 1 on 31 May 2016
Includes drupa President and Koenig & Bauer chief executive Claus Bolza-Schünemann’s Red Sofa chat with Thomas Fasold…

drupa daily issue No 2 on 1 June 2016
Includes Kodak chief executive Jeff Clarke talking to Darryl Danielli about the business’s evolution and how it’s getting back to its roots…

drupa daily issue No 3 on 2 June 2016
Includes Canon EMEA president and chief executive Rokus van Iperen’s talk with Darryl Danielli about the importance of merging cultures…

drupa daily issue No 4 on 3 June 2016
Includes Landa Digital Printing founder and chairman Benny Landa as he tells Darryl Danielli how he has been retired for 50-plus years…

drupa daily issue No 5 on 4 June 2016
Includes Enrique Lores, HP president of Imaging and Printing talking to Darryl Danielli about growth…

drupa daily issue No 6 on 5 June 2016
Includes Olaf Lorenz, GM of Konica Minolta Business Solutions Europe, as he discusses the KM-C with Darryl Danielli…

drupa daily issue No 7 on 6 June 2016
Includes Jean-Pascal Bobst, chief executive of Swiss manufacturer
Bobst talking to Darryl Danielli about the importance of family…

drupa daily issue No 8 on 7 June 2016
Includes Eijiro Hori, president of post-press kit manufacturer Horizon sharing his thoughts on the importance of partnerships with Darryl Danielli…

drupa daily issue No 9 on 8 June 2016
Includes Massivit chief executive Avner Israeli emphasises to Darryl Danielli that printers should embrace the 3D opportunity sooner rather than later…

drupa daily issue No 10 on 9 June 2016
Includes Marabu chief executive York Boeder talking with Thomas Fasold about digitisation in printing and the strengths of screen printing…

drupa daily issue No 11 on 10 June 2016
Includes Wolfgang Kroplunik, head of business development & Western Europe, Uncoated Fine Paper at Mondi, talking with Thomas Fasold about paper and changing requirements in the digital transformation…

drupa 2016 Exhibitors’ show + post-show News
Latest additions – and counting – can be accessed in our drupa Newsroom.

Elitron’s drupa hat-trick with a focus on automation
Elitron has significantly increased its product range, and chose the drupa stage to launch three new digital cutting solutions…

KBA-Flexotecnica’s new NEO XD LR ‘Hybrid’
First fully hybrid extremely innovative machine for all popular flexo technologies drew the crowds at drupa…

Manroland Sheetfed ‘The Evolution of Print’ at drupa
‘The Evolution of Print’ at the heart of Manroland Sheetfed’s drupa showcase and encapsulating its vision…

They are print: Manroland Sheetfed at drupa
A whole new world of inline print finishes met visitors to the Manroland Sheetfed GmbH stand in Hall 14 at drupa 2016…

SEI Laser digital die-cutting and creasing at drupa
SEI Laser impressed the industry with the models PaperOne 5000, 3500 and with Packmaster OEM WD at drupa…

Previous…   
Agfa Graphics shone with breaking new technologies at drupa
With its strong showcase of offset and wide-format inkjet solutions, Agfa Graphics underlined its commitment to the print industry at drupa 2016…

KAMA: Efficient short run finishing success at drupa
KAMA successfully launched world’s first folder-gluer for short-run folding cartons at drupa 2016…

Manroland Web Systems’ Digital Workflows at drupa
Continuous improvement in performance with perfectly integrated hardware and software is convincing customers worldwide…

Sun and BASF: ‘Packaging for a more sustainable world’
Sun Chemical and BASF present the potential of their latest solvent-free ink solutions to deliver more sustainable flexible packaging…

drupa 2016 News from Exhibitors (now in alphabetical order)
The series of over 240 articles can be accessed in our drupa Newsroom in alphabetical order.

post-drupa 2016 News from Messe Düsseldorf

Previous…   
Decisive impulses for the global print industry at drupa
drupa 2016 was a resounding success with excellent business deals concluded in an outstanding investment climate…

drupa to stick to its proven 4-year cycle
The No. 1 trade fair for print and cross-media solutions to be held in Düsseldorf again from 23 June to 3 July 2020…

drupa ante portas Blogs 2016
Includes the tenth and final article in this series from Andreas Weber in Mainz, Germany…

drupa 2016 Expert Articles – and more
Includes the eleventh and final article in this series from Claus Bolza-Schünemann, CEO and president of Koenig & Bauer (KBA) and drupa president 2016…

Previous…   
E-commerce, automation and cloud for print
Touch the future. Drupa Expert Article No 9 by Simon Eccles, who over the years he has been editor of eight industry publications. Today he writes white papers and technical reports and contributes regular technical features to many publications…

The Graphic Repro On-line Website is supported and sponsored by: 

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„Wie Wein wird Kunst mit Herz, Sorgfalt und Präzision entwickelt. Der Wein gehört für mich zu den kostbarsten Gaben der Erde und ist eine Erquickung des Herzens“, erläuterte Christina Schickert dem kunstsinnigen Publikum im Eisenturm, das vor der einmaligen Kulisse der fast 80 ausgestellten Rheinhessen-Bildwerken im historischen Ambiente des Mainzer Eisenturm buchstäblich verzaubert wurden.

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ValuePublishing Viva Rheinhessen Viva G.001

Foto und Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

 

Impressionen und Ansprache von Andreas Weber zur Eröffnung der KEM-Mitgliederausstellung 2016

Die Mitgliederausstellung 2016 des Kunstverein Eisenturm Mainz e. V. KEM hebt die erfolgreichen Ausstellungsaktivitäten der letzten Jahre auf ein neues Level! Fast 80 Mitglieder haben erstklassige Werke eingereicht, die fast alle eigens für die Ausstellung geschaffen wurden. Und wenn nicht, dann waren sie aus eigenem Antrieb im Vorfeld entstanden, um das Ausstellungskonzept wunderbar zu stärken. Die wichtigsten künstlerischen Techniken wurden eingesetzt: Malerei, Zeichnung, Aquarell, Druckgrafik/Frottage, Digital Painting, Collage, Skulptur, Fotografie, faszinierend-kreativ-experimentelle Mischtechnik-Arbeiten bis hin zu visuell inszenierter Literatur/Kurzprosa, Aphorismen. Selten sieht man künstlerisches Schaffen in einer solchen Vielfalt. Herzlichen Dank und Applaus für alle Teilnehmer!

 

 

Alle hier versammelten Werke sind von ihrem Ausdruck und ihrer inhaltlich-visuellen Stärke unendlich nah an Carl Zuckmayers kraftvollen Worten, die unser Turmwächter alias Doq Treznok gerade in seiner szenisch-künstlerischen Einlage vortrug. Es waren Text-Auszüge aus Zuckmayers „Der Teufels General“ (Uraufführung Bühnenstück: Zürich 1946; verfilmt 1954, mit Curd Jürgens in der Hauptrolle). — Bitte nochmals Applaus für Thomas Richter zum gekonnten Vortrag der Textpassage: Der Rhein, die Völkermühle!

 

 

Zur Erinnerung: Carl Zuckmayer, in Nackenheim bei Mainz geboren, war mit Ernst Udet, einem Flieger-Ass, befreundet. 1941 verunglückte der zum Idol aufgestiegene Udet unter mysteriösen Umständen. In seinem weltbekannten Theaterstück „Des Teufels General“ verewigt Zuckmayer den zum Luftwaffengeneral aufgestiegenen Udet, der mit seiner „großen Schnauze“ beim Nazi-Regime aneckte. Die vom Turmwächter vorgetragene Passage trägt den Titel: „Der Rhein, die Völkermühle“.

 

Jens Frederiksen von der Allgemeinen Zeitung in Mainz hat in seiner Vorbesprechung der KEM-Rheinhessensymposium-Ausstellung im MVBForum festgestellt (wer noch nicht da war, MUSS dies nachholen, die Eröffnung war am 23. Juni 2016 vor über 200 Gästen) : „Die Alpen sind einfach. Nordseelandschaften auch. Rheinhessen hingegen hat seine Tücken. Der rheinhessischen Landschaft fehlt diese spektakuläre Unverwechselbarkeit, die sofort einen Ruck des Wiedererkennens durch den Betrachter gehen lässt. Oder gibt es sie vielleicht doch?“ Die Zeitungs-Kunstkritik belegt, dass durch die intellektuell-feuilletonistische Annäherung an das Thema „Rheinhessen“ die künstlerisch-visuell inszenierten Landschafts-Impressionen gekonnt erfasst werden können. Dr. Otto Martin hatte dies in seiner mitreissenden Eröffnungsrede dies trefflich auf den Punkt gebracht.

 

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Titelbild der Einladungskarte zur KEM-Mitgliederausstellung 2016.

Über den Horizont hinausblicken!

Uns geht es hier und heute bei „Viva Rheinhessen“, im Zusammenspiel mit unseren grossartigen teilnehmenden Mitgliedern, um eine Weiterführung, die nicht nur Landschaft, sondern Menschen, Kultur, Architektur, Technik, Umwelt, Natur, Fantasie, Lebensfreude, und natürlich das Erleben und Genießen von Land und Leuten umfasst. Das so entstandene weite Spektrum, ist nicht bloß eine Sicht des Künstlers von außen auf ein Sujet. Rheinhessen, als eine zum „realen Phänomen“ gewordene Kulturregion höchster Güte wird von Künstlern inszeniert und zelebriert. Die 200-Jahrfeier-Aktivitäten zu 200 Jahre Rheinhessen werden damit in ganz besonderer Art und Weise aufgewertet, weit über ein „Weck-Worscht-Woi“-Hochgefühl hinaus.

Überhaupt: Unsere Künstler und ihre Exponate fügen der Jubelfeier-Jahreszahl 200 noch eine Null hinzu: Es wird daran erinnert, dass Rheinhessen und Mainz neben Trier und der Moselregion zu den ersten „zivilisatorisch“ perfekt von den alten Römern ausgestalteten Regionen Deutschlands zählen. Ich wage zu behaupten: Ohne Mainz und Rheinhessen hätte es zu so früher Zeit keine deutsche Hochkultur gegeben! Anders als Trier wurde das Leben in Rheinhessen nicht im Sinne eines zweiten Rom als prunkvoll ausgestatteter Kaisersitz geprägt. Dazu ist unsere Landschaft, ihre „Geo-Historie“, die Mentalität der Menschen, die Eigenheit der Landschaft zu besonders.

 

 

Unsere Künstler und ihre Exponate machen die 2000-jährige Geschichte von Rheinhessen erfahrbar, in einem Exponat sogar quasi als aquarellierte geologische Analyse weit in die Erdgeschichte zurück. Und gerade Mainz, das urban gewordene Rheinhessen, hat über die Jahrtausende bis 1815 eine zentrale Rolle für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation gespielt. Mainz war über viele Jahrhunderte der Sitz des Reichskanzlers. Das hat neben Freuden und Ehren allzu viel Schrecken und Zerstörung gebracht. Leider. Oder auch nicht. Denn das höchste menschliche Gut, das Streben nach Schönheit und Glückseeligkeit, kann sich nur entfalten, wenn man auch die Abgründe, das Schreckliche überwindet. Und dass ein Gutenberg in Mainz ansässig war und sein Erfindergeist die ganze Welt nachhaltig veränderte, kann so gesehen gar kein Zufall gewesen sein.

Ich bin sicher, all dies kommt in unserer Ausstellung zum Ausdruck. Und prägt unsere Mitgliederschaft. Denn bei uns im KEM sind ja nicht nur „Eingeborene“ versammelt, sondern auch viele „Zugereiste“, die sich haben verzaubern und betören lassen. Und die Rheinhessen nicht mehr missen wollen. Oder?

 

 

Lassen sie mich zwei Aussteller namentlich herausgreifen, bevor ich mit meinen Co-Kuratorinnen — namentlich schon erwähnt: Dagmar Ropertz, Petra Schippers und Prof. Valy Wahl — hier choram publico persönliche Eindrücke diskutieren darf: Winfried und Leo Hosseus, Grossvater und Enkel. Vater Christoph hatte stolz die Einreichungen am 26. Juni im Turm abgegeben. Und promotet unsere Ausstellung „Viva Rheinhessen“ seither fleissig auf Facebook! Sein Sohn ist Jahrgang 2008, wohl unser jüngster Teilnehmer. Der Titel seiner Buntstiftzeichung von 2016: „Weingut in Biebelnheim“. In den Einreichnungsunterlagen heisst es: „Talent von Vater und Großvater sowie Freigeist der Mutter schufen den leidenschaftlichen Autodidakten. Beitrag zur Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kunstvereins Eisenturm in 2015. Aktuelle Vorliebe für Comics und Star Wars Literatur.“ — Und natürlich, wie wir alle: Eine große Leidenschaft für Rheinhessen!

Denn, wie es schon in unserer Einladung steht: Mitglieder des Kunstverein Eisenturm Mainz fühlen sich Land und Leuten in Rheinhessen ganz besonders verpflichtet.

 

PREMIERE EINER MULTIMEDIALEN INSZENIERUNG: Viva Rheinhessen — Viva KEM!

Erstmals wird für eine KEM-Mitgliederausstellung eine digitale Publikation erscheinen, die nicht nur Werke der ausstellenden Künstler verzeichnet, sondern alle Aktivitäten vor, während und zum Ende der Ausstellung in Text, Bild, Video erfassen wird! Dieser Blog-Beitrag bietet einen Vorgeschmack. Erscheinungstermin: August 2016.

Hinweise: Die Ausstellung geht bis 24. Juli 2016. An diesem Tag müssen auch alle Werke von den teilnehmenden Künstlern wieder abgeholt werden! — Öffnungszeiten: Mi 16h bis 18h. Sa+So 13h bis 17h. Adresse: Eisenturm, Fritz-Arens-Platz 1, 55116 Mainz.

 

Ich darf daher abschließend kurz die für mich zentrale Stelle bei Zuckmayer wiederholen: „… der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald und — ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt — wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein — das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel.“

 

 

 

Die Besten der Besten sind heute auch hier versammelt. Und feiern als Künstler und Kunstbegeisterte „Viva Rheinhessen“! — Bitte ALLE im Chor rufen: VIVA RHEINHESSEN! — Und nun darf ich kurz Petra Schippers und Valy Wahl, die maßgeblich an den Vorbereitungen und vor allem an der gekonnten Hängung der Exponate beteiligt waren, bitten, uns kurz das für sie wichtigste zu schildern. Soviel vorweg: Es war eine grossartige Idee, für uns alle eine neue, einheitliche Rheinhessen-Horizont-Linie zu definieren, indem die Exponate an ihrer Oberkante ausgerichtet wurden. So kann sich die Individualität der Werke in der Unterschiedlichkeit ihrer Formate entwickeln, ohne dass für den Betrachter eine flatternde Unruhe entstehen kann. Brillant!

 

 

Krönender Abschluss der Eröffnungszeremonie: Die rheinhessische Songpoetin und Malerin Nanette Scriba verzauberte die anwesenden Gäste mit ihrer Kunst. Ihr Chanson ‚Vernissage‘ nahm geistreich und humorvoll auf’s Korn, was viele Künstler sicher schon am eigenen Laib erleben mussten…

 

Nanette Scriba. Foto: Martin Kosa, Ingelheim

Foto: Martin Kosa, Ingelheim

 

Impressionen vom 26. Juni 2016 bei der Abgabe der Einreichungen im Eisenturm zu Mainz

 


 

Viva Rheinhessen: Lebensfreude pur!

Das Kuratoren-Team der KEM-Mitgliederausstellung 2016 — Valy Wahl, Petra Schippers und Andreas Weber — hatte am 13. Juli 2016  zu einem besonderen Abend-Anlass eingeladen: Christina Schickert, seit 20 Jahren als engagierte und renommierte Wirtin des Mainzer Weinhaus Wilhelmi weit über Rheinhessen hinaus bekannt, erzählte aus ihrem Leben, das sich der Gastlichkeit, den Gaumenfreuden und der Wertschätzung rheinhessischen Kultur widmet. Der Begegnung im Kunstverein Eisenturm schloss sich ein „Gegenbesuch“ im benachbarten Weinhaus Wilhelmi zum „Winzersekt-Empfang“ an.

„Wie Wein wird Kunst mit Herz, Sorgfalt und Präzision entwickelt. Der Wein gehört für mich zu den kostbarsten Gaben der Erde und ist eine Erquickung des Herzens“, erläuterte Christina Schickert dem kunstsinnigen Publikum im Eisenturm, das vor der einmaligen Kulisse der fast 80 ausgestellten Rheinhessen-Bildwerken im historischen Ambiente des Mainzer Eisenturm buchstäblich verzaubert wurden. In lebhaften Gesprächen kam die jahrzehntelange Expertise von Christina Schickert als erstklassige, leidenschaftliche Weinexpertin zum Tragen: Sie hatte sich als junge Frau in einen Winzermeister verliebt und war in der Folge über ein Vierteljahrhundert auf dem Weingut tätig. Als Höhepunkt ihrer Karriere als Wein-Gastronomin bezeichnete Christina Schickert den unverhofft und spontan entschiedenen Besuch von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Weinhaus Wilhelmi, die sich ad hoc wohl fühlte, freundlich mit allen Gästen war und eine Wilhelmi-Spezialität, rheinhessische Leberwurst, genossen hatte.

Kurzum: Christina Schickert vermittelt damals wie heute „Lebensfreude pur“ und beherrscht die Kunst des schönen Lebens auf eine besondere Art und Weise, die Kunst-Schaffende wie Kunst-Liebende gleichermaßen zu begeistern versteht.

 

 


Namensliste der teilnehmenden Künstler (in alphabetischer Reihenfolge)

 

 

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Der Blick hinter die Kulissen: Impressionen vom Ausstellungsaufbau (Fotos: Valy Wahl. Video-Animation: Andreas Weber)

 

 

 

Zu guter letzt: „Viva G“ — eine am Apple iPad Pro digital komponierte Hommage an Rheinhessen.

 

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Exponat Nr. 44, von gundANDreas: Viva G — Digital Painting&Composing, 2016

drupa2016 ValuePublshing Review Social Media Heroes.001

Great work. Great tweets. Great results. And a lot of fun beyond technology by LOVRA’s amazing chill-out sessions. Last but not least: Many THANKS to the Xerox Social Media team members Stefan, Bill, Jenna.

#drupa2016 Review: Print wins! If…

Dear friends of drupa!

Please read and share our unique series of #drupa2016 reports. We are proud to enable a real multimedia and multichannel experience. And we are happy to interact with a huge global audience covering 120+ countries.

Kick-off: splendid #drupa2016

Our ValuePUBLISHING TRILOGY — a quite critical, selective analysis looking back at the splendid #drupa2016 (in german language)

Topics Outline Overview:
• Part 1 – Proof of concept: Does the printing community communicates properly?
• Part 2 – Crucial: Reduce to the max — don’t get lost in details!
• Part 3 – The crux of the matter: #unleashprint 

 


Back to the future: Some fun

#drupa2050 — TX to Benny: Touch the future again and again…
#drupa2050 — Danke, Benny! Touch the future again and again…


Enjoy ValuePUBLISHING’s #Storify stories the most valuable way to catch up all major topics of #drupa2016 in a smart multimedia format. Convenient to navigate, wonderful to explore and easy to share. Our guideline: Less is more — so reduce to the max!

 

Note: We are proud of the fact that around the globe hundreds of thousands of unique viewers follow us already and interact with our content — shared via Twitter (@ValueCommAG plus @zeitenwende007), Facebook, LinkedIn, XING and Google+. — More than 70 % of our viewers are leading innovators dedicated to all kind of graphic communications applications. 

 

 

The secret of #drupa2016 in 20 sec. — Summary by Andreas Weber, Head of Value.

 

 

GENERAL OVERVIEW

drupa2016 REVIEW — ValuePublishing Storify:
All about the role of print in the communications mix

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Pre-drupa media conference March 2016

 

 

 

IN MEDIAS RES

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Ready for #unleashprint? YES WE CAN(on)

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck back to profitable growth

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Heideldruck Press Conference Feb 2016

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
PitneyBowes reinvented mail (live at drupa may/June 2016)

drupa2016 – ValuePublishing Storify:
Objectif Lune put business communications to the next level

drupa2016 — ValuePublishing Storify:
Automated Digital Cutting made by Zünd Systemtechnik

 

Das Geheimnis der #drupa2016 in 23 Sekunden — Von Andreas Weber, Head of Value.

 


In addition for extended reading check out our focused trend reports via ValueBlog posts by Andreas Weber

Note: Almost all Blog posts are available in english and german.

 

ValuePublishing Storify Review 18062016.001


As well you can find a whole series of ValueDialog stories:

ValueDialog — Christian Kopocz: “Multichannel ensures relevance!”

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Value Publishing About @drupa2016.001

 

Fee Fleck Im Reich der Drohnen - Doku 1.019

© 2016 und Fotocollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

 

Ein ganz besonderer Ort. Zu einem ganz besonderen Anlass. Hausherr Ludwig Jantzer versammelte im Frankfurter Hof zu Mainz eine große Schar von Besuchern, die sich aufgeschlossen und engagiert einem Thema widmeten, das äußerst schwierig und prekär ist. Fee Fleck präsentierte ihren Werkzyklus „Im Reich der Drohnen“, um das Gebaren und die fatalen Folgen moderner Kriegstechniken bewusst zu machen. 

Mit Unterstützung der beiden Kuratoren, Prof. Valy Wahl und Andreas Weber, sowie engagierten Begrüßungsrednern wie Kulturstaatssekretär Walter Schumacher und Mark Linnemann, 1. Vorsitzender des Deutschen Werkbundes Rheinland-Pfalz, gelang es, eine geradezu atemberaubende Atmosphäre zu schaffen, die mit Worten kaum beschreibbar ist. Besonderer Dank gilt den Techniker im Frankfurter Hof Mainz, die beim Aufbau in kürzester Zeit keine Wünsche offen ließen und einen tollen Job gemacht haben: Holger Orth und Christoph Biroth.

 

 

Schicksalhafte Begegnung: Mehr Realität geht nicht!

Ein ganz besonderes Momentum schaffte Ludwig Jantzer: Er hatte speziell eine kleine Gruppe von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten eingeladen, die bei uns in Rheinhessen um Asyl nachsuchen und unmittelbar unter dem Kriegs-Terror sowie auch der Bedrohung durch Kampf-Drohnen gelitten haben. Die Begegnung mit einer Künstlerin wie Fee Fleck, die sich auf hohem künstlerischen Niveau mit Kriegshandlungen, die gerade auch Zivilisten treffen, beschäftigt, stellt für diese jungen Menschen etwas dar, was sie nie mehr vergessen werden. Und für Fee Fleck war dies ein ebenfalls bewegendes Erlebnis, das sich überraschend nach der Vorstellung ihrer Werke ergab.

Eine geradezu schicksalhafte Begegnung, mit der Botschaft: Kunst und Künstler helfen, Menschen auf besondere Art Willkommen zu heißen und ihnen zu zeigen, dass man auch fernab grauenhafter Kriegsgeschehnisse genau beobachtet und bewertet, was geschieht und wogegen man Position beziehen muss. Wirksamere „Munition“ für Integration und ein menschliches Miteinander kann man sich kaum wünschen.

Das Publikum war nicht nur begeistert, sondern hat verstanden, worum es Fee Fleck geht: Niemals vergessen. Man muss sich dem stellen, was Menschen anderen Menschen antun, und dagegen angehen. Am besten in dem Moment, indem es geschieht. Marianne Hoffmann hat dies im Kontext mit weiteren Aspekten in ihrer Kunstkritik für die Allgemeine Zeitung vom 22. März 2016 auf den Punkt gebracht. Lesetipp: Fee Fleck bezieht in Mainz gegen den Drohnen-Krieg Stellung.

 

 

 

Nachfolgend unser erster multimedialer Bericht mit der Eröffnungsrede von Andreas Weber im Wortlaut per Video-Selfie. Wer den Text nachlesen möchte, kann dies per Klick auf folgenden Link tun: Fee Fleck: Kontrapunkte führen den brutalen Drohnen-Krieg ad absurdum!

 

 

Video-Doku (1) — Hausherr Ludwig Jantzer begrüßt herzlich und Kulturstaatssekretär Walter Schumacher betont die sinnvolle Verbindung zw. Tradition des Frankfurter Hofs und dem Ausstellungs-Thema/Werk von Fee Fleck.


Video-Doku (2) — Kulturstaatssekretär Walter Schumacher betont die sinnvolle Verbindung zw. Tradition des Frankfurter Hofs und dem Ausstellungs-Thema/Werk von Fee Fleck. 

 

 

Video-Doku (3) — Mark Linnemann, 1. Vorsitzender des Deutschen Werkbundes Rheinland-Pfalz, fand einfühlsame Worte für das Ehrenmitglied Fee Fleck zu ihrer Ausstellung „Im Reich der Drohnen.“

Fee Fleck Kontrapunkte FINAL 16 9 Stand 05032016.001

Von Andreas Weber aus Anlass der Ausstellungseröffnung „Fee Fleck — Im Reich der Drohnen“ im Frankfurter Hof zu Mainz

Ein historisch bedeutsamer Ort wie der Frankfurter Hof zu Mainz bietet das beste Ambiente für eine historisch bedeutsame Vorstellung eines Gemälde-Zyklus von Weltrang. Fee Fleck hat einzigartige „historische Ereignisbilder als einen Gemäldezyklus erschaffen, den sie in seiner Gesamtheit erstmals öffentlich präsentiert. Sie steht damit in einer reichen Tradition. Das „Historienbild” ist ein kunsthistorisch gesetzter Topos, der sich fachlich wie folgt klären lässt: Das Historienbild ist neben Portrait, Genrebild, Landschaftsbild und Stillleben eine der klassischen, selbständigen Gattungen der Malerei. Bildinhalte (Sujets) des Historienbildes sind Darstellungen historischer bzw. geschichtlicher Ereignisse, die auf diese Weise vergegenwärtigt bzw. rekonstruiert wurden. Ob Albrecht AltdorfersAlexanderschlacht aus dem 16. Jahrhundert oder „Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden des französischen Künstlers Eugène Delacroix bis hin zu „Guernica von Pablo Picasso — die Liste bedeutender Werke ist lang. Alle diese Künstler setzten ein wichtiges Ereignis aus der (fernen oder nahen) Geschichte malerisch in grossartiger Art und Weise um. Diese Malereien gehören zu den Ikonen der Menschheitsgeschichte.

Die in Mainz lebende Künstlerin Fee Fleck geht einen Schritt weiter: Es geht ihr vor allem wie seinerzeit Picasso darum, zu mahnen, niemals zu vergessen. Aber: Anders als ihre (zumeist männlichen) Maler-Kollegen antizipiert sie zeitgenössische Geschehnisse und Grausamkeiten, die Menschen an Menschen begehen, zu einem Zeitpunkt an dem dies nachhaltig stattfindet, aber noch nicht im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist. Fee Fleck tut dies seit Jahrzehnten, mit Fokus auf die lange Historie der Unterdrückung, Diskreditierung und Verdammnis der Frauen (Medea-Zyklus) oder im Gedenken an die schändlich-mörderischen Untaten der Nazi-Zeit (Ständige Ausstellung der Installation „Die Grube in der Gedenkstätte KZ-Osthofen, Rheinland-Pfalz).

 

 

Den aus Fee Flecks Sicht bedeutsamsten Werkkomplex hat sie seit 2013 konzipiert und nunmehr zum 19. März 2016 realisiert: „Im Reich der Drohnen. Drohnen, jene automatisiert gelenkten Vernichtungskampfsysteme, die nahezu unsichtbar aus dem feigen Hinterhalt töten. Zumeist Unschuldige, Frauen und Kinder einbezogen. Prekär ist dabei, dass die zu tausenden eingesetzten Drohnen der US-Armee nur ferngesteuert werden können, wenn riesige Datenströme über die US-Airbase in Ramstein/Pfalz, also nicht weit weg von Mainz, gebündelt und gelenkt werden. Fee Fleck lässt dies seit Jahren nicht ruhen. Akribisch hat sie sich mit dem Thema beschäftigt. Und darüber kommuniziert. Der SWR widmete ihr im Spätsommer 2015 dazu ein herausragendes Porträt. Fee Fleck traf sogar den Drohnen-Whistleblower Brendon Bryant persönlich, der die USA verlassen musste, vor dem NSA-Untersuchungsausschuss in Berlin aussagte und derzeit in Oslo unter dem Patronat des Nobel-Preis-Komitees steht. Sie traf ihn in Mainz. Im U17 des Staatstheaters. Im Mainzer Kommunikationsparadies hat sie einer interdisziplinär besetzten Runde ihr Werk vorgestellt und darüber diskutiert.

Fee Fleck hat in ihrem „Arbeitsbuch jeden Gedanken, jede Bildnotiz notiert und eine einzigartige Bild-Geschichte entwickelt, die es in sich hat. Sie zeigt in fünf drei-mal-zwei-Meter großen Gemälden den Flug und Einsatz der Drohne, die quasi über unsere Köpfe und unser Land rauschen um in fernen Krisengebieten zu observieren und letztlich massenhaft töten. Der „Predator-Turm zeigt auf acht Bildtafeln die Arbeit des Drohnen-Piloten in seinem „Käfig“, einem Container vollgepfropft mit High-Tech-Computersytemen und Bildschirmen, den sich zwei Elitesoldaten teilen müssen. Wie Computerspiele-Roboter gehen sie ihrer Kampfmission nach, um letztlich nach wenigen Wochen und Monaten selbst Schaden zu nehmen. So grauenhaft die Tat, so grausam die Folgen.

Das Meisterhafte am Drohnen-Zyklus besteht im Zufügen der dritten Episode, mit dem Titel „Kontrapunkte. Hier wird gezeigt, was Menschen eigentlich zusteht, als verbrieftes Menschenrecht, das global für alle gelten muss: Liebe, Freude, Glück, Nähe, Wohlklang sind bildnerisch umgesetzt. Lange gingen Fee Flecks Überlegungen dahin, wie die Vorlagen aus ihrem Arbeitsbuch am besten umzusetzen sind. Im Gespräch mit den beiden Freunden und Kuratoren, Prof. Valy Wahl und mir selbst, wurde aus der Not eine Tugend gemacht: Andreas Weber formte aus den Arbeitsbuch-Bildern eine digitale, filmische Bildanimation, die im Frankfurter Hof am 19. März 2016 öffentlich uraufgeführt wird. Das Medium Film/Computeranimation schien besonders passend, da Liebe, Glück, Freude, Nähe, Wohlklang etwas flüchtiges sein können. Fast wie eine virtuelle Erfahrung, die dennoch besonders kostbar ist. Entstanden ist nicht nur das Zeigen von zweidimensionalen Bildern, sondern eine 17-minutige, bewegte und bewegende multimediale Reise durch die Bildwelten der Fee Fleck. Mitunter fliegt das Kameraauge über Fee Flecks Bilder hinweg, fast wie die Drohne, aber ohne Vernichtung zu bringen, sondern die Erkenntnis, was das Menschsein tatsächlich ausmacht: Das friedliche Miteinander, die Glückseligkeit, die einst auch die Gründungsväter der USA in ihrer Unabhängigkeitserklärung als zentrales Bestreben proklamierten.

Die erste deutsche Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung veröffentlichte einen Tag nach ihrer Verabschiedung am 4. Juli 1776 die deutschsprachige Zeitung Pennsylvanischer Staatsbote in Philadelphia. Sie gab diesen Abschnitt folgendermaßen wieder:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket. (…)

Damit ist alles gesagt. Oder? Fee Fleck ermahnt uns also im 21. Jahrhundert, die Werte zu erinnern und zu achten, die im ausgehenden 18. Jahrhundert die Welt veränderten. Höchste Zeit, in unserer Krisen-geschüttelten Neuzeit, Kontrapunkte zu setzen. Bildanimation ab!

Exklusiver Preview der Bildanimation “Kontrapunkte” von Fee Fleck, geschaffen von Andreas Weber

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Kulturstaatssekretär Walter Schumacher wird die Ausstellungseröffnung am 19. März 2016 vornehmen, um den neuesten Werkzyklus der seit Jahrzehnten in Mainz lebenden Künstlerin Fee Fleck vorzustellen. Entstanden sind 18 zum Teil großformatige Bildwerke, die sich mit einem aktuellen und hochbrisanten Thema beschäftigen: Dem Einsatz und den Auswirkungen von Kampfdrohnen. Die Ausstellung im geschichtsträchtigen Frankfurter Hof in Mainz wird kuratiert von Prof. Valy Wahl und Andreas Weber, der zum Werk von Fee Fleck sprechen wird.

HERZLICHE EINLADUNG: Die Eröffnung findet am Samstag, den 18. März 2916, um 18 Uhr Im Frankfurter Hof Mainz, Augustinerstr. 55, 55116 Mainz, statt. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Das am Eröffnungsabend zur Einsicht ausliegende Drohnen-Zyklus-Arbeitsbuch von Fee Fleck belegt, wie umfassend sich die Künstlerin seit mehr als zwei Jahren mit den Schrecken moderner Kriegsführung durch Kampfdrohnen beschäftigt, die sich militärisch rechtfertigen lassen, aber für Millionen Unschuldige unendliches Leid, Tod und Flucht aus der Heimat in den betroffenen Regionen der Welt herbeiführen. Brisant: Die Datenströme, die die Drohnen auf ihrem Vernichtungseinsatz begleiten, werden auf der US Airbase in Ramstein in der Pfalz gebündelt und gelenkt. Dies hatte aktuell seit Herbst 2015 das Staatstheater Mainz in dem Stück „Ramstein Airbase“ aufgegriffen und den Ex-Drohnen-Operator und Whistleblower Brandon Bryant zum Gespräch geladen. Dort traf er auch mit Fee Fleck zusammen und begrüßte es sehr, dass eine Malerin sich mit dem für ihn und seine Opfer traumatischen Erlebnissen auseinandersetzt.

Kontrapunkte. So lautet der Titel einer digitalen filmischen Bildanimation, die Andreas Weber auf Basis der Bildwerke aus dem Drohnen-Arbeitsbuch von Fee Fleck zur Ausstellung erstellt hat und die am 19. März 2016 uraufgeführt wird.

 

Fee Flecks Werkzyklus „Im Reich der Drohnen“ führt über die reine Beschreibung der aktuellen, grausamen Geschehnisse hinaus und stellt das Schreckliche in Korrelation zu dem, was laut Gründungsurkunden der Vereinigten Staaten von Amerika verbürgtes Menschenrecht ist: Das Recht auf Glückseeligkeit. Denn das würdevolle Menschsein macht das Glück, die Freude, die Liebe aus.

Bei der Eröffnung wird zudem über die vielen Schritte im für die Künstlerin mitunter qualvollen Entstehungsprozess des Bilderzyklus von Fee Fleck berichtet, der bereits medial, durch Gesprächsrunden und die Sozialen Medien großes Echo fand.

Eintritt frei. Anmeldungen per Facebook möglich!

 

Hintergrund-Informationen:

Fee Fleck „Im Reich der Drohnen“: Wir dürfen nicht tatenlos zusehen! 

Fee Fleck hat zu Ihrem Drohnen-Bildzyklus eine Facebook-Seite eingerichtet, die zur Interaktion und Diskussion einlädt.

 

 

 

 

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Video-Bildausschnitt zur Dankesrede von Valy am 1. Dezember 2015. Video: GVS, Frankfurt am Main

 

Dankesrede von Valy zur Ausstellungseröffnung „Valy — Kunst DurchLeben“ im Mainzer Rathaus am 1. Dezember 2015. Die komplette Eröffnung wurde separat per Text, Fotos, Videos und Animationen dokumentiert.

Liebe Freunde!

Liebe Gäste, ich empfinde große Freude, dass Sie zur Präsentation meiner neuen Bilder gekommen sind.

Dank an unsere Kulturdezernentin Marianne Grosse, Dank an die Stadt Mainz,  mir Gelegenheit zu geben, einen Teil meiner eigenen Welt in Form von Bildwesen zu zeigen.

Vor Allem in diesem Mainzer Rathaus von Arne Jacobsen, das für mich so etwas wie ein Teil meiner neuen Heimat geworden ist. Dieses Rathaus erzeugt in mir heimatliche Gefühle, wie in ‚K-Town’.  Also in Kaiserslautern bin ich geboren; und da ist der gewachsene rote Sandstein und sein roter Sand, der wie Zimt durch meine kleinen Kinderfinger rieselte. In Gedanken ist das Gefühl, das so weich, zart und staubig war, immer noch so schön! Das Rathaus liefert zwar das größte Kontrastprogramm, deshalb ist es genauso beeindruckend.

Vielleicht ist diese Ausstellung für mich eine Hommage an dieses Rathaus. Viele gemeinsame Projekte haben meine heimeligen Gefühle zu diesem Ort gestärkt.

Deshalb erhaltet, meine lieben Freunde,  dieses bedeutende Rathaus.

Nicht nur mir zu Liebe, sondern weil dieses Gebäude, mit all seinen hervorragenden Details, einfach großartig ist.

Vielen Dank an das professionelle Team von Mario Fellhauer und besonderen Dank an Mario Fellhauer selbst für den gut organisierten Ausstellungsaufbau. Danke an Silvie [die Schwägerin von Valy] für die moralische Unterstützung und lieben Dank an Rainer [der Ehemann von Valy, Vater der gemeinsamen, längst erwachsenen Tochter Ute] für seine Geduld mit mir. Danke an Martin Paul Janda und Lilly Gothe [vom Kulturamt der Stadt Mainz] für die einfühlsame Betreuung der Ausstellungskonzeption, danke für das geduldige Zuhören und die Freude an „Marianne — liberté, égalité, fraternité“.

Nun zu Andreas Weber, ihm danke ich von Herzen für seine Kreativität, die er für mich aufbringt. Diese Kreativität hat er auch in mich gepflanzt, in Form von Mut, um einen Teil meiner Gefühle und Gedanken in und für meinem Gestaltungsbereich, mit Ihnen kommunizieren zu können.

Vielen Dank für Interesse. Ihre Valy, am 1. Dezember 2015.

 

 

Nachtrag: Valy sendet nach der Eröffnung im Mainzer Rathaus und der Publikation der Dokumentation noch einen Dank per E-Mail.

Lieber Andreas, liebe Gunda,

ich danke Euch Beiden ganz herzlich für Eure liebevolle Sorge um meine Bildwesen. Ich weiß ganz besonders zu schätzen, wie Ihr Eure kostbare Zeit für mich einsetzt. Für die Form der Präsentation und vor Allem für ihre mediale  Aufbereitung bedanke ich mich herzlich. Sie ist wirklich gelungen und sehr heftig gut. Die Kameraführung aus Gundas Hand ist so fest und ruhig, besser kann es ein Stativ nicht. Wie kann ich diese Mühe gut machen? Ich muß mal gut überlegen.

Viele liebe Grüße auch vom Nikolaus,

Eure Valy

 

 

 

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© 2015 by Andreas Weber. Selfie vor Gemälde “Marianne” von Valy.

 

Siehe auch den Video-Live-Mitschnitt vom Eröffnungsabend auf YouTube! Der Text zur Dankesrede von Valy  wurde separat publiziert: Aus tiefstem Herzen: Valy dankt!

Eröffnungsrede von Andreas Weber

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die heutige Ausstellung, mit dem wunderbaren Titel „Valy — Kunst DurchLeben“, steht unter dem Doppel-Patronat der „Marianne“. Die eine (gemalt) ist der Revolution, Umwälzung und Vermenschlichung der Welt verpflichtet, die andere (real) dem Bewahren dieses demokratischen Erbes sowie der Entwicklung unserer Kultur in der Gutenberg-Stadt Mainz als historisch unverrückbarem Zentrum der Kultur der Kommunikation. — Es ist so gesehen kein Zufall, dass wir uns heute hier zur Eröffnung treffen. 

Impressionen von der Eröffnung am 1. Dezember 2015 im Mainzer Rathaus. Fotos: GVS

 

Foto-Kunst von Klaus Benz, unserem Mainzer Meisterfotografen.

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Auszüge in zwei Teilen aus der Ansprache der Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse. 

 

 

Vor exakt fünfeinhalb Jahren, am 1. Juni 2010, fanden wir uns schon einmal im Mainzer Rathaus ein, um Valy und ihre Kunst zu bestaunen. Damals würdigten wir in Form einer „Retrospektive“ rund 100 Werke, die in 50 Jahren entstanden, somit ein umfangreiches „Lebenswerk“ der Künstlerin, das ein außerordentliches Kunstschaffen mit vielfältiger Ausstellungsarbeit, unzähligen Aktivitäten und Publikationen mit Bezug auf Mainz, Kontakte in nahe und ferne Länder sowie Lehre und Ausbildung, oder besser Förderung junger Talente miteinander verbunden hat. Ein Katalogbuch wurde geschaffen, das viele Details und erstmals einen Gesamtüberblick zeigt, mit besonderem Fokus auf die damals neuen Arbeiten der Jahre 2005 bis 2010. Als Erkenntnis konnten wir ableiten: „Sie entfacht mit ihrer Kunst einen stillen oder besser: lautlosen Dialog. Und sie erschließt uns Kulturräume, sie stellt Dinge in den Kontext und begibt sich auf viele ‚Spielwiesen‘ und Entdeckungsreisen. Ohne dogmatisch zu sein oder sich den Regeln eines kommerziell getriebenen Kunstbetriebs zu beugen, bezieht Valy eine klare Position, gerne auch polarisierend: Valy versteht es, aus Kunst nachhaltige Kommunikation in höchster Vollendung werden zu lassen.

Rückbezüge und Beziehungsgeflechte zu Künstlern von Rang aus den letzten 250 Jahren ließen sich nachweisen — von Füssli bis hin zu Bernard Schultze. Ebenso wurden bis dato unbekannte Verflechtungen mit Poesie und Literatur dargelegt. Mit dem Ergebnis: Kein Vorbild ist zu übergroß, um nicht mit Valy auf Augenhöhe sein zu können. 

Ich zitiere das Katalogbuch, in dem Ursula Weber schrieb: „Mit Präzision und Stringenz hat sich die Künstlerin heute, im Jahr 2010, dort positioniert, wo sie hinwollte. Valy ist seit 1969 als freischaffende Künstlerin aktiv, widmete sich seit 1970 als Assistentin, Dozentin und Professorin der künstlerischen Lehre. Doch erst nach dem Übergang in den ‚Unruhestand‘ im Jahr 2005 entfaltete sie [vollends] ihr künstlerisches Repertoire, wie wir es nunmehr vor Augen haben.

Sie konnte sich auf diese Weise unabhängig entwickeln, als Fotografin, als Zeichnerin, als Frottage-Künstlerin, als Malerin, als Gestalterin, fernab eines Kunstbetriebs, der auf Kommerz ausgerichtet ist.“ (…) „Die Erwartungshaltung der bildenden Künstler an die Betrachter und Kunstfreunde wird [von Valy], wenn nicht untergraben, so doch auf den Kopf gestellt. Valy präsentiert uns nicht ihre Welt, die wir bestaunen dürfen. Sie führt uns mit ihren bildnerischen Mitteln unsere eigene Welt vor Augen. Sie will weder objektivieren, noch verniedlichen, sie fordert uns auf, dass wir uns dem Leben in seiner grundlegenden Bedeutung stellen. Archaisch-archetypisch wählt sie ihre Bildmotive und Themen aus. Themenzyklen wie ‚Horror‘ oder ‚Der letzte Tango‘, Motive wie ‚Lüstern‘, ‚Lach nur‘, ‚Tanz des Schreckens‘, ‚Cocoon‘ tituliert sie als ‚Obsession in Schwarz’.“

Ganz wesentlich war und ist für uns, zu erfahren, was Valy selbst über ihre Kunst, ihr Schaffen sagt: „Der Mensch steht im Vordergrund. Die Befindlichkeiten der menschlichen Empfindungen, von innen oder außen geprägt, spielen eine entscheidende Rolle. Das Miteinander oder Gegeneinander bieten starke Kontraste, die dann auch entsprechend hart formuliert werden müssen. Gesellschaftliche und persönliche Erfahrungen fordern heraus, diese bildnerisch zu beschreiben. Meist treibt innere Unruhe oder Unzufriedenheit über Qualitäten die kreative Arbeit an.“

Was kann nun heute, fünfeinhalb Jahre später, nachdem der Lebensweg von Valy so trefflich beschrieben ist, an die fulminante Ausstellung von 2010 heranreichen oder sie sogar noch übertreffen? 

Zunächst ein paar exklusive Einblicke zum Aufbau der Ausstellung:

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Und dann: Neben neuen, atemberaubenden Gemälden erstmals die Leitsätze zu Valy’s künstlerischem Manifest (vorgetragen von Ausstellungsbesuchern):

  1. Ich will Neues gestalten, formen, verändern. Nur wenn ich forme, verändere ich. Ich provoziere, dass sich Materialien unvollständig ergießen, in der Flächenausdehnung gestört werden und erstarren. Das heißt, ich gehe von neu entstandenen Strukturen aus, die mir Halt geben, aber auch meine inneren Welten anregen, um darin spazieren gehen zu können.
  2. Visuell erfahrbare Bewegungen in den Strukturen entfachen körperliche Vibrationen, die sich in figuralen Gegenständlichkeiten niederschlagen. Deshalb braucht die Malerei meine ganze Körperlichkeit. Der Körper im Bild braucht meinen gesamten Körperschwung, geleitet durch den spirituell ausgerichteten Geist meiner Gefühle und die Sehkraft meiner Augen.
  3. Frei von äußeren Zwängen, allein mit dem Raum, der Fläche, den Strukturen und meinen Händen werden meine Bilder in Schwarz auf weißem Grund geschrieben. Schwarz-Weiß setzt scharfe Grenzen, steht im Gegensatz zu dem fließenden Rhythmus des Machens. Diese Härte der Kontraste bringt manchmal die Spannung zum Zerbersten. Diese Zerstörung hält man nicht aus, aber formal können die Ergebnisse richtiggehend „schön” sein.
  4. Der Anfang meiner kreativen Arbeit ist spontan und intuitiv. Der Zufall bestimmt meine Formgebung. Die sich daraus entwickelnden Formen fordern mich, immer wieder wähle ich neue Wege, um letztlich Herrin der magischen Kräfte zu bleiben.
  5. Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee. Die permanente Konfrontation von Lieben und Leben, mit dem Sterben und dem Tod vor Augen, ist eine kaum erträgliche Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit quält im Unterbewusstsein und zwingt diese Gestalten ans Licht, zum Beispiel „Figuren in Angst und Hass“, „Verlorene Seelen“, „Körper trifft Seele“.
  6. Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee. — Der aktuelle Bezug erfährt beim Machen seine Realität. Der Titel des Bildes entsteht dann im Nachhinein.
    Manche Bilder oder Objekte brauchen keinen Titel. Denn sie sind fähig sich selbst mit.zuteilen.
  7. Die starke Konzentration auf den Moment festigt (mit hoher Geschwindigkeit über die malende Hand) die Struktur, um zur Form des Figurativen und ihrem bildnerischen Raum zu gelangen. Farbigkeit spielt kaum eine Rolle. Oft lenken Farben nur vom eigentlichen Geschehen ab. Ich setze sie bewusst und beinahe spärlich ein. Ich liebe Farben, sogar in kräftigen Tönen und Kontrasten, aber für meine Malereien nutze ich fast ausschließlich Schwarz-Weiß.
  8. In meiner jetzigen kreativ-künstlerischen Arbeit bin ich von großer Ungeduld getrieben. Deshalb sind meine Arbeitsvorgänge von maximaler Geschwindigkeit geprägt. Bewegung schafft Hoffnung. Und umgekehrt. Hoffnung ist Bewegung.
  9. Für mich war und ist die entscheidende Frage, im Rückblick auf meine jahrzehntelange Gestaltungsarbeit und Lehrtätigkeit, im Streben nach der Kunst/Existenz und Kunst/Qualität: „Was ist für mich geblieben, über welche Kräfte verfüge ich noch, vor allem: Wie viel Kraft ist mir vergönnt, um weiterhin schöpferisch zu sein?“ — 45 Jahre Power! Alles gegeben, vor allem um zu helfen, dass an der Hochschule junge Menschen selbständige Persönlichkeiten werden und dass sie selbst zu ihrer eigenen Persönlichkeit finden.
  10. Die verbleibende Schaffenszeit trägt die Ungeduld, die sich in den Bildmotiven, der Farbigkeit und dem Neuerschaffen von Strukturen und Formen mitteilt.

 

 

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Einschub: Das Publikum macht während des Vortrags aktiv mit!

Eine weitere Premiere: Valy hat in ihrer Ausstellung im Mainzer Rathaus nicht nur neue “Bildwesen” präsentiert. Sondern durch ihr künstlerisches Manifest sowie die gedruckte und multimediale Aufbereitung ihrer Textinhalte Neuland beschritten. Bei der Eröffnungsrede konnte ich das Publikum aktiv einbeziehen. Fantastisch!

 

 

 

Meine Damen und Herren, sie bemerken: Valy ist eine Künstlerin, die im Dialog mit ihrem „Publikum“, mit uns Mitmenschen steht. Uns einbezieht. Uns teilhaben lässt. Und die Erkenntnisse daraus in ihr Kunstschaffen einfließen läßt. Sie hat ein perfekt ausgebildetes Talent, sich auszudrücken. Per Malerei, per Gestaltung, per Aktion ebenso wie verbal und medial. Dies geht über eine reine Performance-Attitüde weit hinaus. „Painting“ ist „Action!“, möchte man sagen. Dies wird dadurch möglich, dass Valy stets im (kritischen Dialog) mit Valy steht. Was sie gerade aus dem Publikum hörten, ist ihr „Künstlerisches Manifest“. Von ihr verfasst, auf mein Betreiben hin. Dieses Manifest definiert einen eigenen neuen Werk-Komplex. Und ist in der Ausstellung multimedial erfahrbar, ebenso wie auf den wichtigen Internetplattformen Facebook oder YouTube und in meinem Blog für Kunst und Kommunikation. Ich durfte mitwirken, was mir eine Freude und Ehre ist, uns das Manifest medial inszenieren: Per Bildschirm als interaktive Präsentation. Per Print als Leporello und per „Kunstband am Boden“.

 

 

Valy sagte mir, nach getaner Arbeit an ihrem Manifest, sie habe sich schwer getan, es zu verfassen. Sei aber froh, dass es gelungen ist. Sie erinnert sich, dass neben der Malerei, quasi wie durch einen Automatismus getrieben, seit 2010 eine Fülle von ihre Malereiarbeit begleitenden Aktivitäten entstanden sind. Sie hat im Eisenturm für den Kunstverein eine Reihe von Ausstellungen initiiert und kuratiert: Boris Jirku aus Prag (Partner und Motor bei den legendären, internationalen „Figurama-Projekten“), Zoppe Voskul aus Berlin, Gertjan Evelo aus Amsterdam setzte Valy in Szene, um an das anzuknüpfen, was den Kunstverein Eisenturm im Kern ausmacht: „Künstler bieten Künstlern eine Plattform.“ Seit Februar 2015 hat Valy ihr Engagement für den Kunstverein Eisenturm (kurz: KEM) sogar noch ausgeweitet und gehört dem Beirat und damit dem erweiterten Vorstand an. Sie hat über den Eisenturm hinaus herausragende Ausstellungsprojekte mitinitiiert und/oder unterstützt. Allen voran „Kunst zu(m) Sterben“, im Herbst 2013 gemeinsam mit mir als Co-Kurator hier im Mainzer Rathaus, und mit dem Mainzer Palliativnetzwerk als Partner für das Rahmenprogramm. Fast ein dutzend herausragender Künstler aus nah und fern waren beteiligt. Hunderte Besucher aller Alters- und  Gesellschaftsschichten wohnten allein der Vernissage und Finissage bei.

Valy kuratierte davor, im Dezember 2012, ebenfalls im Mainzer Rathaus, die Gemälde- und Skulpturenausstellung von Silvia Lerin aus Valencia, die nach einem Stipendium in den USA neuerdings in London lebt und vielbeachtet ihren Weg findet. Valy beteiligte sich an Gruppenausstellungen, z. B. im Herrenhof in Neustadt/Mußbach, wo Otfried H. Culmann die „art imaginär 2013 – Phantastische und visionäre Kunst“ präsentierte, sowie ihrem Lehrer im Herbst 2014 in der sehenswerten Ausstellung „Helmut Göring und seine Schüler“, Tribut gezollt wurde.

Und sie bringt Künstlerfreunde zusammen, wie im Sommer 2014 in Wörrstadt bei Kunst im Rathaus: „Grenzenlos“, mit Alexander Paul Rozehnal, Malerei, und Amador Vallina, Skulptur. 

 

 

Hohe Bedeutung misst Valy der Familie und darüber hinaus der Freundschaft bei. Freundschaft heisst nicht nur, sich zu treffen, zu reden, sich miteinander zu beschäftigen, um Fürsorge zu übernehmen. Sondern es heisst, Gemeinsamkeiten zu entwickeln, um in der Gemeinschaft die für uns wichtigen Dinge durch Kunst und Künstler voranzubringen. Zwei Beispiele für Valys ausgeprägten Gemeinschaftsgeist: Sie engagiert sich als Teilnehmerin und als Akteurin beim KEM Jour Fixe, einer in Mainz beispielhaften Initiative, um sich zum Monatsbeginn mit dem aktuellen Kunst- und Kulturgeschehen in Mainz persönlich auseinanderzusetzen. Und jüngst, beim „Zeitenwende. Kunst mal anders“-Event im Mainzer „Kommunikationsparadies“, gab Valy im Team mit ihrer Freundin Fee Fleck und der Textilkünstlerin Gisela Rapp Einblick in ihre Arbeit und in ihren Schaffensprozess. Das Publikum wurde aktiver Teil des Geschehens. Blieb also nicht nur passiv in der typischen Zuschauerrolle bei einer Kunst-Darbietung.

 

 

Insbesondere, das heute erstmals im öffentlichen Raum ausgestellte Gemälde „Es reicht!“ bewegte beim Jour Fixe des KEM am 2. September 2015. Valy bezieht darin malerisch auf drastische Art und Weise zum Thema „Kollaps der Moderne“ Stellung und erläutert ein bedrohliches Desaster: „Wir sind (zumeist verstummte) Zeitzeugen und sehen tatenlos zu, wie die Verlärmung der Landschaft während Tag und Nacht zunimmt. Wie durch den rollenden Güterverkehr im ‚Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal‘. Für die betroffenen Bürger als Bewohner der Rhein-Romantik ist die Belastungsgrenze schon jetzt weit überschritten. Die Probleme der geplanten Rheinschiene sind heute schon für die Menschen am Strom unerträglich. Durch diese gesundheitsschädlichen Lautstärken und Erschütterungen der rollenden Räder und die vielfach mit Gefahrgut gefüllten Wagons werden die Menschen wie mit einem Fallbeil als Hinrichtungsgerät guillotiniert.“ Das trifft den Kern. Und gibt der Kunst eine Rolle zurück, die ihr abhanden gekommen scheint: Sich aktiv und wirkungsvoll einmischen in ein Tagesgeschehen, das wir miterleben, das wir erleiden, ohne uns konstruktiv-kritisch einzumischen.

Damit nimmt das Gemälde „Es reicht!“ eine Sonderrolle im Werk von Valy ein. Mit einer Vorgeschichte: Die Ideen zu dem Bild gehen auf eine Initiative des Deutschen Werkbund im Jahr 2012 zurück — Valy war 1989 Gründungsmitglied des Landesverband Rheinland-Pfalz. Im Rahmen des Werkbundtag-Programms „RheinSCHIENE & WarenSTROM — Zukunftswerkstatt Kulturlandschaft“ wurde sachlich, aber kritisch-fundiert aufgezeigt, welche Katastrophe sich anbahnt. Die Resonanz beim Fachpublikum war ausserordentlich hoch, leider aber gleichermaßen unangemessen niedrig bei der Bevölkerung, die unmittelbar betroffen ist.

 

 

Noch dynamischer wird dieses neue-alte Verständnis von Kunst durch die Zusammenarbeit beim Projekt „Im Reich der Drohnen — Mutig. Schonungslos. — Ein Aufschrei. Gegen das Vergessen, das Verdrängen, die Ignoranz “. Seit über einem Jahr begleitet Valy aktiv das Projekt, das ihre Freundin und Malerkollegin Fee Fleck an den Start gebracht hat: Ein monumentaler Gemälde-Zyklus zu einem angsterfüllenden Thema: „Drohnen“. Jene ferngesteuerten, unbemannten Kampfsysteme, die Tod und Vernichtung bringen. Das Grauen ist unvorstellbar und bezieht uns alle ein. Die Datensteuerzentrale für alle weltweiten Drohneneinsätze der US-Air-Force befindet sich in der Pfalz, in Ramstein. Deutsche Dienste liefern Daten, um Ziele präzise zu definieren. Valy half im Team mit mir, einen wichtigen  Diskussionsabend im „Kommunikationsparadies“ zu gestalten, bei dem unterschiedliche Vertreter aus Kunst, Wirtschaft, Kultur, Architektur und Wissenschaft, die sich sonst kaum treffen würden, gemeinsam diskutiert haben. Und Valy half, einen bedeutenden Ausstellungsort zu finden, der Fee Flecks Gemäldezyklus gerecht und einer ersten Präsentation wird: Der Frankfurter Hof in Mainz!

— Was ist nun das Bindeglied, meine Damen und Herren, zwischen diesem Terror- und Kriegsthema wie es Fee Fleck darstellt und anprangert und dem was Valy als Künstlerin in ihren heute zu sehenden Bildwerken beschäftigt? 

Es ist die Einsicht und Erkenntnis, dass die Welt, unser Leben und Dasein eben nicht nur eitel schön ist. Auch wenn für uns Menschen Freude und Glückseeligkeit das Maß aller Dinge sind, in uns selbst und durch uns selbst tun sich allzuoft Abgründe auf. Ängste, Sorgen, Dämonen nehmen von uns Besitz. Das sehen wir hier allzu deutlich in der Ausstellung durch viele der Exponate. Valy führt uns vor Augen und antizipiert, was die meisten von uns erst erfahren, wenn es zu spät ist. Und dann in Hilflosigkeit erstarren. Wenn in Beirut, Paris, Bagdad und anderswo auf einen Schlag dutzende und hunderte von Menschen gewaltsam durch Terror und Verbrechen sterben müssen. Wenn wir erkennen müssen, dass die Welt, in der wir leben, dominiert wird von Betrügern in traditionsreichen Wirtschaftsunternehmen, von geldgierigen Bankiers, die uns ausplündern, von scheinbar überforderten Politiker-Eliten, die unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung unsere freiheitlich demokratische Grundordnung aushöhlen — im guten Glauben, den Krieg der Gerechten mit Waffen zu führen, gegen Gegner, die eher Kriminelle sind als politisch-religiös verbrämte Terroristen der alten Garde und nicht davor zurückschrecken, millionenfach ihre eigenen Landsleute in die Fremde zu verjagen.

 

Valy Spielkarten.001

Kunst mal anders. Völlig spielerisch.

 

Die Botschaft von Valy durch ihre Kunst ist in diesem Zusammenhang eindeutig. Sie überträgt diese Themen des tägliches Schreckens und Grauens in bildhafte Metaphern und eindrückliche Szenerien, um uns die Angst vor der Angst und dem unwägbar Schrecklichen zu nehmen. Und zwar rechtzeitig, in Momenten, in denen der Ernstfall, der uns erstarren lässt wie das Kaninchen vor der Schlange, noch nicht eingetreten sein muss. Valy agiert abseits der aktuellen Nachrichtenlage, die uns in ihrer Massivität der „Bad News“ eher verwirrt als hilft. Valy wendet sich gegen die stupide Floskel des „Kampfes der Kulturen“, den die Wirtschafts- und Politikeliten ausgemacht haben wollen. Denn Kulturen entwickeln sich durch Kunst, schaffen eine Einheit und keine Kollision oder Konfrontation.

Meine Damen und Herren, dies sind nur Auszüge aus dem, was Valy „nebenbei“ in den letzten fünf Jahren vollbrachte. Sie hat damit nachhaltig für unsere Stadt Mainz, die Region Rheinhessen und darüber hinaus einzigartiges geleistet, was die Arbeit der etablierten Kunst- und Kultur-Institutionen beflügelt und verstärkt. Kunstfreunde*Innen und Künstler-Kollegen*Innen bewundern Valy. Im Sommer 2013 wurde ihr durch unseren verehrten Oberbürgermeister Michael Ebeling im Rahmen des 40. Jubiläum der „Finther Gruppe“ deren Kunstpreis, der „Finther Gickel“ verliehen. Alle Achtung!

Apropos Achtung. Ein Wermutstropfen bleibt. Trotz Valys permanenter Präsenz, ihrem unermüdlich hohen Einsatz für Kunst, Kultur und für uns Menschen in Mainz, ist ihr bisher verwehrt, auch mit ihren Malereien im öffentlichen Raum vertreten zu sein. Die Stadt wie auch das Land täten gut daran, durch Ankäufe hier in der Ausstellung Abhilfe zu schaffen. Gerade die neueren Arbeiten von Valy, von deren Strahlkraft wir uns heute und in den nächsten Wochen überzeugen können, bieten sich an, dauerhaft präsentiert und gezeigt zu werden.

Ich will nun, zum Abschluss, zusammen mit Valy, Ihnen, liebes Publikum, per Gespräch, an dem Sie sich beteiligen können, die neuesten Arbeiten näher bringen. Es hat sich viel getan!

 

Live-Video-Mitschnitt der Eröffnung per YouTube:

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