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Tag Archives: Print

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Von Andreas Weber, Head of #PrintLovers

Mein Gast als CEO/Country Manager INKISH D-A-CH ist im Over the Skype-Gespräch  ein ganz besonderer Jünger Gutenbergs: Günter Thomas, kurz: GT, Gründer und Inhaber von GT Trendhouse 42. Live aus Gelsenkirchen, mitten im Ruhrgebiet.

Das Themenspektrum hat es in sich und spiegelt die hohe Kreativität, Leidenschaft, Sinnesfreude und vor allem die Liebe zu Print auf höchster Ebene wieder.

O-Ton GT: „Ich bin nicht auf die Welt gekommen, einfach nur um Papier bunt zu machen. Das wäre mir zu wenig gewesen. In unserer Branche muss man schräg sein und über seinen eigenen Horizont blicken. Das versuche ich zu leben.“

Das angeregte Gespräch führt zum Beispiel über Discounter Aldi als Showroom für Special Effect Printing zu Brands, Print & Rock’n Roll. Alles was GT tut, fällt auf Positivste aus dem Rahmen.

„Warum bist Du wie Du bist — immer voll Freude und Liebe, neuen Ideen und trotzdem unternehmerisch erfolgreich?“

Warum gilt Print als Premium und nicht als Commodity? Wie kann man hoch-kreativ sein und gleichzeitig ein ausgefuchster Tüftler und Tech Savvy hoch zehn in einem. Wie kommt man als Premium-Druckerei ohne Vertrieb aus. Wie werden aus Kunden aus aller Welt echte Freunde?

 

Viel Freude und Inspiration beim Zuschauen. Hier geht’s zum Video auf INKISH.TV.


 

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Von Andreas Weber | English version via INKISH.NEWS

Teil 1: Die Notwendigkeit eines radikalen Wandels bei globalen Leitmessen am Beispiel der drupa

Ich stimme den Gedanken voll und ganz zu, die Morten B. Reitoft auf INKISH.News geteilt hat. Kernaussage: „Messen können nicht mehr das Zentrum von Produkteinführungen sein.” Die drupa, als weltweite Leitmesse die Nummer 1, bildet keine Ausnahme.

Klar, dies erfreut uns keinesfalls. Im Gegenteil. Seit 1977 habe ich selbst bereits zehn Mal (!) an den drupa-Messeveranstaltungen teilgenommen. Aber aus meiner Erinnerung wird deutlich, was spätestens seit der drupa 2004 anders wurde: Es drehte sich zunehmend weniger um die Interessen der Besucher; sondern mehr oder mehr um den Ansatz, hauptsächlich die Bedürfnisse der Aussteller und der Organisatoren zu erfüllen. Infolgedessen wurden Empathie und Sympathie für die Besucher ausgedünnt. Nebeneffekt: Es kamen bis 2016 zunehmend weniger Besucher. Für 2020 hatte ich aus verschiedenen Gründen vermutet, dass es sogar unter 200.000 Fachbesucher sein könnten.

Tut mir leid, dies feststellen zu müssen: Wenn nicht wie einst die Besucher im Zentrum stehen, hat die globale Print-Community ihre Heimatbasis verloren. Und in gewisser Weise auch einen Teil ihrer Identität.

Ich glaube nicht, dass die #drupa2020 einfach im Konzept unverändert, ohne radikale Änderungen vorzunehmen, auf April 2021 verschoben werden kann. Nicht nur wegen der Corona-Krise. Sondern vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Zukunft von Print von Menschen bestimmt wird und nicht von Technik.

Meine Erkenntnis: Umdenken und Neustart angehen

Um einen Neuanfang zu schaffen, sollten alle ihre Aufgaben überdenken und Unsinniges beseitigen:

  1. Worin liegt der Wert eines generischen Werbeclaims wie „Embrace the future — umarme die Zukunft“? — Besonders in einer Situation, in der wir alle das Chaos „umarmen“ müssen, um zu überleben.
  2. Warum sollten die Umfrageergebnisse des 3. drupa Global Trend Spotlight Report, der einige Zeit vor dem Lockdown und der Kontaktsperre erstellt wurde, und jetzt noch, im Mai 2020, einen Nutzen bieten und veröffentlicht werden? Die Befragung von 500 Druckern plus 200 Lieferanten ist zudem NICHT repräsentativ, wie professionelle, unabhängige  Marktforschungsexperten bestätigen können.
  3. Dies offenbart ein Kernproblem für die globale Print-Branche: Wir haben keine verlässlichen, belastbaren, eindeutigen Fakten über Märkte, Segmente, Anwendungen, Trends, Kundenerlebnisse oder Fehler, aus denen man Lernen kann. Weil alle Beteiligten ihre eigene Faktenlage der sogenannten „Druckindustrie“ erfinden, ist das strategisch und perspektivisch gesehen ein Supergau!
  4. „Embrace the Chaos“: Das Marktvolumen im Sinne der globalen Wertschöpfung mit Printmedien wird zum Beispiel mit 400 Mrd. EUR oder auch mit 700 Mrd. EUR, 1.000 Mrd. EUR oder sogar über 2.460 Mrd. EUR angegeben. Was soll man jetzt glauben? Und was halten Außenstehende, Finanz-Analysten, Investoren, Politiker und vor allem Kunden von Druckereien von einem so zerrütteten Bild? Die Kurse der börsennotierten Unternehmen, die sich mit Print-Technik beschäftigen, sprechen da eine deutliche Sprache. Die Kurse und damit die Marktkapitalisierung sind durch die Bank im Keller, nicht erst seit COVID-19.
  5. Es geht letztendlich nicht, wie viele Denken, um Zweck-Optimismus, der Fakten verbiegt, verzerrt oder umdeutet, sondern darum, das Bewusstsein zu verändern, angetrieben von Klarheit, einem geschärften Realitätssinn und Vertrauen. Tun wir das nicht, entkommen wir nicht diesen Absurditäten in der Realität. Sondern wir machen das Absurde zur Realität. Und das geht selten gut.

Mein Rat: Fatal-Error 404 — Neustart-Knopf drücken. Alle zusammen!

Die Berichtserie wird fortgesetzt.


 

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We as PrintLovers are entering a new era: the current Heidelberg management is taking the company out of the center of the action.

As a result, the ’Heidelberg cosmos’, which had been a determining factor in the success of the print industry for decades, is imploding.

My Open Love Letter to the Heidelberg world created an amazing feedback from experts around the globe. I’ll summarize it to share the current status a.s.a.p.

The new ”Over the Skype“ conversation (dated 22 April 2020) with INKISH.TV’s Morten B. Reitoft adds some more insights, facts and findings. You should read & watch.

The key points:

  1. It’s becoming more and more clear that we have stepped into a new era where the industry leader Heidelberg gives up his leadership.
  2. The mantra publicly proclaimed by the CEO Rainer Hundsdörfer, ‘Heidelberg goes digital’ wants to create a new momentum and makes the company, as the lighthouse of the print industry, ’systemically relevant’. — BUT: that is in my opinion completely counter-targeted by the package of measures from March 17, 2020. At least, it creates the danger that the lighthouse will become a dangerous wisp or ghost light for many in the industry.
  3. The goal of sustainably securing the future and prosperity of print was abandoned. It needs a cultural change that works both internally and externally in order to actually achieve the best for everyone in a customer and market-oriented manner.

At least we identified three crucial areas:

  1. Thought Leadership, based on empathy, openness in thinking and confident mindset.
  2. Measures that build trust related all kind of stakeholders
  3. Deep and advancing understanding of the changes & needs to benefit from the digital age.

What do you think?

 


 

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Andreas Weber vor Gutenberg-Bild in Mainz. Foto: Archiv Value Communication GmbH

Liebe Freunde und Mitstreiter!

Ich widme Euch als ‚PrintLovers‘ einen Erfahrungsbericht, einen recht ausführlichen.

Wer weiß, angesichts von Corona und den Folgen, ob ich dazu später jemals wieder in der Lage sein werde. Keine Bange. Noch bin ich gesund und munter. Aber man kann ja nie wissen!

Ich bitte Sie/Euch darum, meine Zeilen in Ruhe zu lesen.

Ich möchte meine lebenslange, innige Beziehung zu Print und der Print-Branche dokumentieren und kundtun. Und gleichzeitig meine vielfältigen Erlebnisse aus mehr als drei Jahrzehnten mit dem „Heidelberg-Branchenprimus-Kosmos’ Review passieren lassen.

Denn es ist unbestreitbar: Geht es Heidelberg gut, geht es der Print-Branche gut. Und umgekehrt. Meinungen, Anregungen, Erlebnisse, Kritik u.a.m. sind jederzeit willkommen. So können wir gemeinsam die SAGA fortschreiben.

Hier gehts per Klick zu meiner persönlichen HEIDELBERG SAGA auf Medium.com

 


 

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By Andreas Weber, Head of Transformation | German version

 

The articles in my ad hoc series “Print and the Crisis” serve as a guide: The print industry has to rethink radically and change IMMEDIATELY in order to adapt its “social culture” and its “skills” to the situation. Before the Corona crisis, there were opportunities and loopholes to compensate for deficits. And to conceal so that there is a gap between communication and action. This is taking revenge now.

Because: Highly ambitious innovators in particular – regardless of whether they are technology developers or printers – have been and are hardly able to present the added value they can (actually) provide clearly and comprehensibly. My analysis of how specialist communication is practiced makes me both angry and sad. And at the same time offers options to tackle this satirically. See: “No April Fool’s Day: The ‘K’ in crisis stands for creativity!”

The situation is serious. Very seriously!

If communication in companies, both internally and externally, is as miserable as before, it is a disaster. As stated, we need a new #debate culture; it is not just about critical questioning and certainly not about criticism.

It is about preventing absurd absurdity from becoming normal. If, for example, a CEO claims that his new strategy is not bad, and certainly not wrong, only communicated incorrectly and therefore misunderstood, it is a testimony to the poverty! For himself and for his management. Especially when attempts are being made to suppress criticism intriguingly and to be outraged if this is exposed by a third, independent party.

Because what the German Ethics Council stated at the federal press conference on April 7, 2020 is correct and expedient: In the #Coronacrisis times, apart from #solidarity and #responsibility, above all open #discussions are required. “You can’t regain trust without public debates!” Said Steffen Augsberg (source: German news by tagesschau.de). It is also possible to undo decisions without becoming unreliable.

Decisions need clarity

In order to make sustainable decisions in a targeted manner, you have to be clear without any ifs and buts. For the extremely innovation-driven printing industry, this means not following the slogan of the false prophets who “preach”: “Technology will do it!” Because technocracy is just as dangerous as technology ignorance.

My suggestion: Everyone for themselves and all of us together should collect and exchange ideas. To explore how we can benefit in the digital age despite all the turbulence. On the one hand for our communication, the go-to-market and networking. On the other hand for the ‘digital’ transformation of what we as #PrintLovers do with our work and our businesses.

The entry into #clarity when it comes to digitization & transformation in the digital age is provided by what Thomas Göcke has thoroughly thought through, internalized and published, and has already practiced in a team with many colleagues around the world: demystifying digitalization and transformation in print and making it clear what it is actually about deriving meaningful actions from it. And to clarify the complexity, the momentum and the dimensions behind it.

I mention Thomas Göcke because he, as a print technology specialist, is entrusted with #marketing and #digitization tasks and shows us what goes on, what needs to be taken into account, and for how long, beyond our own and company thinking You need breath to renew yourself and make yourself fit for the digital age. My POV: That helps us all in the print industry!


INFO BOX

The following reading tips as a basis for discussion:

How digital transformation is leading the world of print into the future

Core message: “An essential part of the recipe for a successful digital transformation is a permanent look through customer glasses. Because we can only be successful if we make our customers successful.”

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Preparing your company for digital transformation

Core message: “In contrast to digitalization – which only includes the use of digital technologies – digital transformation describes a process in which the emergence of new business models and a 100 percent customer focus is the focus. The result is offers for customers, new markets and a new culture.”

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Those who feel inspired can actively participate in open discussions on all relevant topics related to print:

  • Via online dialogue “Over the Skype” via INKISH.TV (in English, for a global specialist audience)
  • Via INKISH.News with own blog posts (in English and via INKISH D-A-CH also in German).

 


 

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Von Andreas Weber, Head of Transformation

 


Durch die vorausgegangen Beiträge meiner Ad-hoc-Serie „Print und die Krise“ zieht sich als Leitfaden: Die Print-Branche muss radikal umdenken und sich SOFORT umstellen, um ihre ‚Social Culture’ und ihre ‚Skills’ der Situation anzupassen. Vor der Corona-Krise gab es Möglichkeiten und Schlupflöcher, Defizite zu kompensieren. Und so zu kaschieren, dass es ein klaffende Lücke zwischen Kommunikation und Handeln gibt. Das rächt sich jetzt. Die eigentliche #Disruption wird zudem nicht durch Technologie verursacht, sondern liegt in uns selbst und unserer Verhaltensänderung.


 

Gerade hochambitionierte Innovatoren — egal, ob Technik-Entwickler oder auch Druckereien — waren und sind bis dato kaum in der Lage, anschaulich und begreifbar darzustellen, welchen Mehrwert sie tatsächlich leisten (können). Meine Analyse, wie Fach-Kommunikation praktiziert wird, macht ärgerlich und traurig zugleich. Und bietet zugleich Optionen, dies auch satirisch anzupacken. Siehe: „Kein Aprilscherz: Das ‚K‘ in Krise steht für Kreativität!“

Die Lage ist ernst. Sehr ernst!

Wenn Kommunikation in den Firmen, intern wie extern, so miserabel abläuft wie bisher, ist das ein Disaster. Wir brauchen wie dargelegt eine neue #Debattenkultur; dabei geht es nicht nur um kritisches Hinterfragen und schon gar nicht um Kritik der Kritik willen.

Es geht darum zu verhindern, dass Abstrus-Absurdes zur Normalität wird. Wenn beispielsweise ein Vorstandschef behauptet, seine neuen Strategie sei nicht schlecht und schon gar nicht falsch, nur wohl nicht richtig kommuniziert und daher missverstanden worden, ist das ein Armutszeugnis hoch zehn! Für ihn selbst und für sein Management. Erst recht, wenn dann versucht wird, Kritik intrigant zu unterdrücken, und sich zu empören, wenn das von Dritter, unabhängiger Seite bloßgelegt wird.

Denn richtig und zielführend ist, was der Deutsche Ethikrat am 7. April 2020 auf der Bundespressekonferenz darlegte: Gefordert seien in den #Corona-Krisenzeiten neben #Solidarität und #Verantwortungsbewusstsein vor allem offene #Diskussionen. „Ohne öffentliche Debatten kann man kein Vertrauen zurückgewinnen!“, sagte Steffen Augsberg (Quelle: tagesschau.de). Dabei könne man durchaus auch Entscheidungen rückgängig machen, ohne unglaubwürdig zu werden.

Entscheidungen brauchen Klarheit

Um nachhaltige Entscheidungen zielführend zu treffen, muss man sich ohne wenn&aber #Klarheit verschaffen. Für die extrem innovationsgetriebene Druckbranche bedeutet das, nicht wie bisher dem Motto der falschen Propheten zu folgen, die ‚predigen’: „Die Technik wird’s schon richten!“ Denn Technokratie ist genauso gefährlich wie Technik-Ignoranz.

Mein Vorschlag: Jeder für sich und wir alle gemeinsam, sollten Ideen sammeln. Um ausloten, wie wir im Digitalzeitalter trotz aller Turbulenzen bestens profitieren können. Zum einen für unsere Kommunikation, das Go-to-Market und Netzwerken. Zum anderen für die ‚digitale’ Transformation dessen, was wir als #PrintLovers mit unserer Arbeit und unseren Unternehmungen tun.

Den Einstieg zur #Klarheit in Sachen Digitalisierung & Transformation im Digitalzeitalter bietet, was Thomas Göcke gründlich durchdacht, verinnerlicht und publiziert hat sowie im Team mit vielen Kollegen rund um die Welt bereits praktiziert: Digitalisierung und Transformation im Print zu entmystifizieren und anschaulich zu machen, worum es eigentlich geht, um daraus sinnvolle Handlungen abzuleiten. Und zu verdeutlichen, welche Komplexität, welches Momentum und welche Dimensionen dahinterstehen.

Ich erwähne deshalb Thomas Göcke, weil er als Print-Technik-Spezialist mit #Marketing- und #Digitalisierungs-Aufgaben betraut ist und für uns alle, über bloßes Eigen- und Firmendenken hinaus, aufzeigt, was passiert, was beachtet werden muss, welch langen Atem man braucht, um sich zu erneuern und fit für das Digitalzeitalter zu machen. — My POV: Das hilft uns allen in der Print-Branche!

 


INFO-BOX

Folgende Lesetips als Diskussionsgrundlage:

Wie die Digitale Transformation die Druckwelt in die Zukunft führt.

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Kernbotschaft: „Wesentlicher Bestandteil des Rezeptes einer erfolgreichen digitalen Transformation ist der permanente Blick durch die Kundenbrille. Denn nur wenn wir unsere Kunden erfolgreich machen, können auch wir erfolgreich sein.“ 

 


 

So machen Sie Ihr Unternehmen fit für die Digitale Transformation

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Kernbotschaft: „Im Unterschied zur Digitalisierung – die lediglich den Einsatz digitaler Technologien umfasst – beschreibt die Digitale Transformation einen Prozess, bei dem das Entstehen neuer Geschäftsmodelle und eine 100-prozentige Kundenzentrierung im Mittelpunkt steht. Im Ergebnis entstehen Angebote für Kunden, neue Märkte und eine neue Kultur.“

 


 

Wer sich inspiriert fühlt, kann sich aktiv an offenen Diskussionen zu allen relevanten Themen rund um Print beteiligen:

  1. Per Online-Dialog „Over the Skype“ via INKISH.TV (auf englisch, für ein globales Fachpublikum)
  2. Per INKISH.News mit eigenen Blogbeiträgen (auf englisch und via  INKISH D-A-CH auch in deutscher Sprache).

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Von Andreas Weber, Head of Sensing

Der wahrhaftige ‚Thought Leader‘ ist nicht der stärkste, reichste, kräftigste. Der, der am lautesten schreit. Es sind die ‚smarten Menschen‘, die die Kunst der ‚Smart Communication‘ verinnerlichten haben. Und die andere mit ihren Botschaften in ihrem tiefsten Inneren berühren können.

Im Beitrag „Print und die Krise (Teil 3): Zuhören, lernen, diskutieren, neu denken und handeln“ habe ich mir über das Wesen von Thought-Leadership Gedanken gemacht. Und am Beispiel von Mark Schaefer gezeigt wie es geht sowie Tipps gegeben. Bleibt nun, anschaulich zu machen, worauf es ankommt.

 

Sorry: Anspruchsvoll. Aber essentiell!

Die für mich zentrale Fragestellung lautet: Wie kommen Botschaften bei uns Menschen an?

Um unsere Kommunikations-Herausforderungen zu bewältigen, empfiehlt sich, dass wir mit den zeitgemäßen Prinzipien der Thought Leadership beschäftigen. Es geht um Wissens-Transfer und bestmögliche Wissens-Aufnahme.

Es gibt eine Reihe neuer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Führungspraxis. Das für unseren Kontext sinnvollste habe ich selektiert.

1. Da ist zunächst das Modell ‚Faktoren des Wohlbefinden mit Dimensionen und Einflussfaktoren‘ gemäß dem israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky. Er hat das Modell des Kohärenzgefühls entwickelt im Kontext mit der Salutogenese, ein nicht nur in der Medizin probates Rahmenkonzept, das sich auf Faktoren und dynamische Wechselwirkungen bezieht, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit führen. 

Denkanstoß: Wer es nicht beachten und beherzigt, stiftet nichts gutes. Die Erkenntnisse nützen im Prinzip jeder Person, die sich der Thought Leadership verpflichtet fühlt.

 



 

2. Der aus Deutschland stammende Wirtschaftswissenschaftler und Forscher am MIT, Dr. Otto Scharmer, wurde vielfach prämiert für seine „Theorie U“, die sich u. a. mit den Bewusstseinsstufen beschäftigt.

Dr. Scharmer unterscheidet drei Stufen:

  • Downloading — passiv (durch Berieselung)
  • Seeing — kognitiv (beginnt mit aktivem Zuhören)
  • Sensing — offen (durch die Empathie)

Denkanstoß: Die beste Form der Kommunikation ist die persönliche, von Mensch zu Mensch, wenn alle drei Bewusstseinsstufen als Ensemble durchlaufen werden; und das, was unter Punkt 3. aufgeführt ist, erfüllt wird. Unsere Herausforderung in Zeiten der physischen Distanz und Kontaktverbote: digitale Kommunikation muss so nah wie möglich an die personal herankommen.


 

3. Der führende deutsche Neurobiologe und Star-Hirnforscher Dr. Gerald Hüther, Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung, nimmt darauf explizit Bezug:

  • Es geht dabei um das Erspüren und Realisieren von Zukunftsperspektiven durch Innovation.
  • Das A + O: Die Schulung unserer eigenen Aufmerksamkeitsfähigkeit.
  • „Wir müssen die Dinge und v. a. auch uns selbst so mögen wie sie sind. Bedingungslos.“
  • „Theorie U von Otto Scharmer ist auch ein geeigneter Weg, um andere Menschen nicht länger als Objekte zu betrachten und zu behandeln, sondern ihnen von Subjekt zu Subjekt zu begegnen.“
  • Wer sich auf diesen Weg begibt, macht eine neue Erfahrung. Er erlebt zunächst sich selbst wieder als Subjekt (das sich zu öffnen und auf sein Gegenüber zuzugehen vermag). Er macht dabei aber auch die Erfahrung, dass dieses Gegenüber eigene Vorstellungen hat und eigene Ziele verfolgt, also ebenfalls ein Subjekt ist.
  • Und indem sich beide dann auf eine Begegnung in dieser jeweils eigenen Subjekthaftigkeit einlassen, machen sie dann beide die Erfahrung, dass sich aus dieser Begegnung und dem offenen Austausch etwas entwickeln kann, was keiner von beiden vorher für möglich gehalten hätte.
  • Von außen lässt sich so ein Prozess beobachten und beschreiben. Aber das Entscheidende in diesem Prozess spielt sich nicht auf dieser sichtbaren Ebene der Beziehung zwischen zwei Menschen ab. Das Entscheidende vollzieht sich dabei – von außen unsichtbar – im Inneren der beiden Personen. Sie machen beide eine neue Erfahrung, die in ihrem jeweiligen Gehirn verankert wird.
  • Wenn diese Erfahrung intensiv genug ist, verfestigt sie sich als eine neue innere Einstellung und Haltung – sich selbst gegenüber und auch dieser anderen Person gegenüber.
  • Die Herausbildung dieser anderen inneren Einstellung ist für mich das Entscheidende. Wenn sie nicht entsteht, kann jemand endlos üben, was Otto Scharmer beschreibt, er oder sie kann sich anstrengen und sich Mühe geben, so sehr es geht. Eine wirkliche Begegnung wird so nicht zustande kommen.
  • Und umgekehrt wird eine Person, der es auf irgendeine Art und Weise gelungen ist, sich selbst wieder zu mögen und die deshalb keine Angst mehr davor hat, sich gegenüber anderen zu öffnen, eine Subjekt-Subjekt-Beziehung eingehen können, ohne dazu irgendeine Anleitung zu brauchen. Sie wird andere einladen, ermutigen und inspirieren können, weil sie nicht nur sich selbst, sondern auch diese anderen Menschen mag, weil sie es spannend, bereichernd und faszinierend findet, zu entdecken, was in ihnen verborgen ist und darauf wartet, sich entfalten zu können.

Quelle: Gerald Hüther im Gespräch mit Daniel Hunziker, Oktober 2019

 


 

MEIN FAZIT

  1. Thought Leadership ist weder Worthülse noch Modebegriff, sondern entspricht fundamentalen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sich um Kohärenzgefühl, Aufmerksamkeitsfähigkeit und letzlich das Wohlbefinden ranken.
  2. Thought Leadership fällt nicht vom Himmel. Sie basiert auf allem, was es möglich macht Menschen zu berühren, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und zu erhalten. Und führt dazu, nicht wie bis dato per Massenkommunikation und Information-Overload zum Objekt zu machen, sondern durch Smart Communication Subjekt-Subjekt-Beziehungen von Mensch zu Mensch zu pflegen.
  3. Thought-Leadership durch smarte Menschen muss sich in der jetzigen heftigen Krise durch die sinnvolle Nutzung von digitalen Kommunikations-Möglichkeiten beweisen: Vom Video-Chat bis hin zu Social-Media-Kommunikation findet per Downloading das Seeing und Sensing statt. Wunderbar.

 


 

TIPP

Ich empfehle als Lektüre ein Video von mir auf YouTube, inkl. einer einfachen Checkliste, um ‚The Beauty of Smart Communication‘ besser zu begreifen: “ValueCheck! How smart communication should be .. (2006-2014)”

 


 

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Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen. — Chinesisch-Niederländische (!) Weisheit

Von Andreas Weber, Head of Humanity

„Jetzt bleiben wir doch mal sachlich…“ — Hört sich gut an. Führt aber zu wenig. Wir brauchen eine ‚Neue Sachlichkeit‘!

Sachlich wäre zu sagen: OK. Wir haben die schwerste Krise unserer Gegenwart. Jetzt müssen wir vor allen Dingen schauen, wie wir da einigermaßen heil wieder rauskommen, um weiter machen zu können wie bisher.

‚Neu-sachlich‘ Agieren heisst: Thought-Leadership („Meinungsführerschaft“) übernehmen und praktizieren. Mit der Ausgangsüberlegung: Wenn uns die Krise so kalt erwischen konnte und es uns ad hoc umhaut, war das, was wir bislang gemacht haben, richtig, weil lebenswichtig und/oder werthaltig?

Momentan ergibt sich bei vielen Unternehmen verständlicherweise ein Bild der Unruhe, Angst, bisweilen Hilflosigkeit. Notfallpläne werden geschmiedet. Getragen von der Hoffnung darauf irgendwie gerettet werden zu können.

Weitermachen wie bisher, ist das ein probates Ziel? Wohl kaum

Durch die Krise entsteht die Katharsis

Keine Frage: COVID-19 fegt über uns hinweg wie ein gigantisches Feuer zur Brandrodung. Zwar brennt uns bildlich gesprochen schon die Hütte, es sieht aber alles noch aus, wie wir es kennen, nur menschenleerer, ruhiger, zu häuslicher Gemeinschaft im engsten Kreis verdonnert. Doch der Schrecken und auch die Existenzangst sitzen tief.

Auswege bieten sich. Der US-Marketing-Vordenker, Keynote Speaker und Bestsellerautor Mark Schaefer wird nicht müde, seine Idee des „Embrace the Chaos“ zu kommunizieren und zu diskutieren. Sogar seit letzter Woche, als er einen COVID-19-Positiv-Test-Bescheid bekam.  Er steht via LinkedIn, Facebook und seinem Blog Rede und Antwort. Mark entwickelt im Gespräch mit hunderten und tausenden in Echtzeit neue Ideen. Und bietet mit kritischer Wachsamkeit kluge Ratschläge. Klug dadurch, dass er zuhören kann, durch Gespräche lernt, Bemerkungen anderer ernst nimmt, durchdenkt, bewertet und mit seinem Wissen abgleicht, um dieses dann anzureichern und mit anderen wiederum zu teilen.

In der Antike nannten das, was Mark Schaefer so leidenschaftlich betreibt,  Philosophen ‚das dialektische Prinzip’. Damals hat ein Autor nicht einfach seinen Inhalt publiziert und dann auf die KPIs geachtet (haha). Sondern er machte im kleinen Kreis mit seinen Peer-Groups Testlesungen. Um konstruktive Kritik zu erfahren, ggf. Änderungen vorzunehmen und so die Publikationsreife zu erlangen. Die Ergebnisse kennen wir: Es gibt zahllose Schriften die uns bis heute erhalten und lesenswert sind. Darauf besucht auch unser humanistisches Weltbild.

Nagelprobe: Schauen wir uns im WWW oder per Social Media Plattformen an, was zur Zeit von Unternehmenslenkern selbst oder im Auftrag publiziert wird, so ließt sich vieles ‚sachlich‘, wie ein Medikamenten-Beipackzettel. Alles und jedes wird OBJEKTIVIERT. Wo ist aber das Herzliche, das für uns Menschen gemachte? Wir als Menschen sind keine Objekte, sondern wir wollen als Subjekte wahrgenommen werden. Ist das nicht so, verfehlt es die Wirkung und kann uns im schlimmsten Fall krank machen.

Das Gegenteil von GUT ist GUTGEMEINT!

Die ‚neue Sachlichkeit‘ per Thought-Leadership stellt vor dem Reden und Handeln das ‚Zuhören können‘ in den Fokus. Um das zu können, muss man einfachste Grundprinzipien verstehen und beherzigen:

  1. Achtsamkeit, Transparenz und kritisches Denken kultivieren.
  2. Plumpes Männer-/Macho-Gehabe sein lassen. Und endlich Frauen als lebenswichtig akzeptieren und nicht weiter klein halten wollen.
  3. Be.More.Human: Wir haben es nicht mit ‚der Mitarbeiterschaft‘, ‚den Kunden‘, den ‚Anlegern/Investoren‘, ‚den Lieferanten‘ usw. zu tun. Sondern immer mit Menschen und Persönlichkeiten.
  4. Beziehungsfähigkeit ausbauen, über persönliche Kontakte, Peer-Groups, bei Kontaktverbot vorzugsweise über Social Media-Plattformen.
  5. Relevante Botschaften finden, die bei Menschen ankommen (können). Stichwort: Smart Communication (siehe LektüreTipp unten!).
  6. Im Idealfall: Knowledge-Worker werden.
  7. Das Prinzip der Hermeneutik verinnerlichen. Es geht immer um die Sinnhaftigkeit unseres Handeln und Tun. Weniger für uns selbst, sondern für uns alle.

Fortsetzung folgt!

PS: In der Zwischenzeit empfehle ich als Lektüre ein Video von mir auf YouTube, inkl. einer einfachen Checkliste, um ‚The Beauty of Smart Communication‘ besser zu begreifen: “ValueCheck! How smart communication should be .. (2006-2014)”

#criticaldistance.001

In Memoriam Hajo Friedrichs. Fotos: Wikipedia

Ein offener Appell von Andreas Weber, Head of Critizism | English version via INKISK.NEWS

 

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ — Hanns Joachim „Hajo“ Friedrichs, Nestor des Nachrichtenwesens

Seit über 30 Jahren arbeite ich als Journalist, Publizist und Analyst. Menschen wie Hajo Friedrichs hatten für mich stets Leitfunktion. Auch und gerade als ich vorübergehend Marketing-, Kommunikations- und Managementaufgaben sowie Verleger- und Chefredaktions-Tätigkeiten übernahm.

Als ich nach dem Studium und früher Selbständigkeit mit 28 Jahren meine erste Festanstellung als Fach-Redakteur bei Der Polygraph in Frankfurt am Main — der damals führenden Print-Fachzeitschrift mit der weltweit besten Reputation — antreten durfte, eröffnete sich mir eine wunderbare Welt. Es wurde intensiv der Kontakt zu Lesern gepflegt, tolle Menschen aus Druckereien, der Typografie-Szene und der Zulieferindustrie.

Erst die Freude, dann der Schock!

Umso größer war mein Schock, als ich, der unerfahrene Jungspund, in Vertretung des Chefredakteurs einen Top-Termin wahrnehmen durfte. Geladen hatte ein global führendes Druck-Technologie-Unternehmen zur Inbetriebnahme einer neuen, damals bahnbrechenden Produktionsanlage.

Ich war begeistert. Als wir uns verabschiedeten, sah ich, dass der PR-Chef (in Personalunion auch der Werbeleiter!) allen anwesenden Chefredakteuren ein Kuvert überreichte. Ich bekam auch eines und steckte es erstmal ein, während alle anderen dies wohl gewohnt waren, und gleich die Umschläge öffneten, reinschauten und einsteckten. Erst zuhause sah ich nach. Und bekam Schnappatmung. Im Kuvert lag ein Brief, dessen Inhalt strikt darauf hinwies, dass man sich bei der Fach-Berichterstattung minutiös an den vorgegebenen Pressetext zu halten habe. Und als Anlage gab es einen Barcheck über 500,00 Deutsche Mark.

Ich war so verschreckt, dass ich mich mit einem väterlichen Freund besprechen musste. Der sagte: Ja, so etwas wird gerne gemacht seitens der Industrie. Und ein Barscheck sei smart, um Dinge bestmöglich zu vertuschen. Ich war sprachlos, widerstand aber der Versuchung tapfer.

Kein Tanz ums Goldene Kalb!

Warum schildere ich das? Weil es für mich eine Zäsur darstellte. Ich verliess den Verlag alsbald und wechselte das Lager. In meiner Funktion als Marketing-Kommunikationschef eines global führenden Zulieferers für Druckvorstufen-Technik (ja, das gabs damals!) machte ich alles radikal anders.

Statt „Zuckerbrot und Peitsche“ setzte ich auf offene Kommunikation (ich nahm den Wettbewerb in meinen Presseverteiler auf, damit die armen Kollegen sich nicht hintenrum mühsam und heimlich diese besorgen mussten). Ich scheute keine Debatte und bat als erstes unsere Verkäufer, unsere Kunden und die Fachpressekollegen hemmungslos zu kritisieren, was wir, unsere Firma falsch machen. Ich habe mich vor Ort mit vielen getroffen.

Das war wie ein Dammbruch der Erleichterung. Und brachte uns extrem nach vorne. In kürzester Zeit. Das damals (1989) in Deutschland führende DTP-Magazin widmete uns ein Titelstory mit 10 Seiten Inhalt. Warum? Ich hatte dem Chefredakteur angeboten, zu uns zu kommen, mit der Deutschland-Geschäftsführung persönlich zu sprechen sowie Kontakte zum Headquarter und auch zur Produktentwicklung in den USA hergestellt. Getreu dem Motto: #VolleTransparenz #NullBackschisch. Der Deal: Er konnte fragen, was er wollte. Und er bekam konkrete Antworten. Wir weckten bei dem Chefredakteur und seinem Team die Achtsamkeit. Und begegneten uns mit Respekt. Ohne in Kumpanei zu verfallen. #Basta!

Der Chefredakteur rief mich nach Veröffentlichung an, um erschüttert und verärgert zu berichten, dass er einen unfassbaren Anruf vom Kommunikationsleiter unseres Hauptwettbewerbers erhalten hatte. Die Frage war: „Was kostet so eine Story bei Ihnen?“

Wie gesagt, das alles ist rund 30 Jahre her. Kann man aber sagen, das es heute besser ist?  Alle haben sich ja den Regeln der Corporate Governance anpasst.

Doch folgendes als Fakt:

  1. Das Leserinteresse an den meisten Print-Fachzeitschriften hat einen historischen Tiefpunkt erreicht.
  2. Viele Titel sind verschwunden.
  3. Dank der massiven Beauftragung von PR-Agenturen und der ubiquitären Verteilung von Pressemeldungen (über eigene Websites, Presseportale, eNewsletters etc.) sind die Fachmedien quasi gleichgeschaltet.
  4. Nur solche (leider wenige) Print-Fach-Titel sind noch beliebt, vor allem bei Lesern, die einen hohen Anteil eigenrecherchierter Stories bieten.
  5. Jetzt in der Krise – wie auch schon zuvor — sind die meisten Redaktionen sprachlos. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ihre Anzeigenkunden keine #badnews lesen wollen.

Copy&Paste als Maxime?

Die allermeisten Fachtitel arbeiten nach dem Copy&Paste-Prinzip. Man muss sich nur anschauen, wie das jüngste, vom Inhalt her einwandfrei gehaltene Interview der drupa-Direktion zum Ausblick auf die drupa2021, nun mehr weltweit viele Autoren hat. Kollegen nehmen die Textvorlage, ändern wenn überhaupt nur wenig, zeichnen sogar zum Teil mit ihrem Namen und publizieren es in ihren Titeln. Hinterfragt wird kaum etwas.

Hinzu kommt, folgendes, was ich original aus einem Email von letzter Woche von einer international arbeitenden PR-Agentur zitiere:

„The article – available in English, German, French, Italian, Spanish, Chinese and Japanese (Russian coming soon) – as well as images can be downloaded from the XY pressroom at |LINK|

Thank you very much in advance for publishing this article and sending us the respective magazine and/or link.  Should you have any questions or need additional material, please don’t hesitate to contact us at [Email]“

Das passt natürlich zur gängigen Praxis: Firmen laden seit langem in die schönsten Locations der Welt ein, stellen neues vor, haben alle Publikationsmaterialen für Copy&Paste bestens vorbereitet. Organisieren Gala-Diners, zahlen die Reise- und Übernachtungskosten, auch wenn Presseteilnehmer etwas länger bleiben wollen. (Und diese erfreuen sich an der Flugmeilengutschriften)

MyTake

Das PR-Gehabe und der Umgang mit der Fachpresse ist erstens zutiefst unethisch resp. presserechtlich bedenklich und zweitens überhaupt nicht zielführend.

Das Makabre: Die wenigen, die im Dienst der Leser eigenständig recherchieren, neues wagen, kritisch hinterfragen und kommentieren, werden noch als die Bösen, die Miesmacher, die Nestbeschmutzer attackiert. Das jedoch NICHT mit offenem Visier, NICHT per offenem Dialog; sondern hinter vorgehaltener Hand werden Beschwerden geführt, in einem jüngsten Fall wurde unter Kollegen sogar zum Boykott aufgerufen! Geht’s noch?

Ich bin sicher — und das ist das Gute im Schlechten — die COVID-19-Krise wird hier eine Flurbereinigung vornehmen. Weil es auf einmal zählt, nicht opportun und gefällig zu sein, sondern systemrelevant. Durch Achtsamkeit, kritisches Denken, kritische Distanz und begeistertes Publizieren.

Wer sich jetzt mit mir duellieren will, kann dies gerne nach dem Aufheben des Kontaktverbots tun. Ich wähle als alter Fechter den Säbel! — Mit allen anderen bleibe ich wie bisher auf das Herzlichste verbunden.

 


 

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By Andreas Weber

Heideldruck started massive changes. Restructuring will cost around € 300 m. 2k employees have to leave. See as well my analysis of qualified feedback from experts around the globe.

My Take

Creativity and confidence are required.

Biggest challenges:

1. Significantly improve internal value creation as quickly as possible.
2. To cushion impending sales losses as much as possible.

 

The key facts

  • Closure of unprofitable businesses as well as sharp cuts in production costs and structural costs
  • Production of “Primefire” and “very-large-format printing” will be stopped – Action package includes global reduction in force by up to 2,000 jobs
  • Non-recurring expenses of approximately €300 million impact FY 2019/20 earnings
  • Return transfer of around €375 million in liquidity from trust fund secures financing of action package and significantly increases financial stability
  • Net debt to be almost completely eliminated; high-yield bond to be repurchased
  • Focus on technology leadership in core business with emphasis on digitalization to advance(Source: Heidelberg Press Release March 17th, 2020)

 


 

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First analysis of the webcast by the Heidelberg Board of Management March 18th, 2020, 10:00 AM CET

 

I would like to share my short real-time report based on the ad hoc news Heidelberg communicated yesterday evening. 

 

1. By completely reducing net debt (pension fund reserves are added to the majority of the balance sheet), Heidelberger Druckmaschinen AG can make it an attractive takeover candidate.

2. Setting the #Primefire106 as the #inkjet printing flagship eliminates operational losses, but slows down growth through innovation in the prospering #packaging market. — CFO Marcus Antonius Wassenberg’s assessment that digital printing is just beginning is sounding worth considering. After all, Heidelberg has developed over many years and invested over € 150m in R&D. And all competitors rely on #Inkjetprinting. Maybe new partnerships can arise. In addition, Heidelberg is holding intensive discussions for new strategic partnerships.

3. It is still unclear how / whether the measures set out by CEO Rainer Hundsdörfer will affect order intake in times of the #coronavirus chaos. At the moment you can react (short-time work, reduce costs etc.) and see what happens. Manufacturing in China is picking up speed again.

4. The failure of the #drupa2020 has good and bad effects. It saves effort and costs, but brings communication with customers to a standstill.

5. #subscription and connected #digitalservices are becoming increasingly important.

 


 

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