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Im Rahmen unsere Reihe von Fachberichten geht es nun um das höchst relevante Thema „Marketingexperten setzen auf individualisierte Druckprodukte gegen den digitalen Lärm“. Siehe auch den Beitrag von Mathieu Peeters „drupa ante portas: Werthaltige Tipps für Erfolg mit professionellem Digitaldruck“.

Expertenbeitrag von Marc Schnierer,  B2B Marketing Manager bei Canon Deutschland

Kernaussage: „Das Interesse an Druckprodukten wird durch Entwicklungen wie die Datenanalyse gefördert, mit der Folge, dass die Effektivität von gedruckter Kommunikation nicht länger schwer zu bemessen ist.“

Verbraucher – mit anderen Worten wir alle – leben in einem Zeitalter der Individualität. Wir haben die Erwartung, immer mehr Aspekte unseres Lebens gestalten zu können. Wir entscheiden, was wir konsumieren und vor allem wann und wo wir es tun. Damit uns die Unternehmen, mit denen wir zu tun haben, dabei unterstützen können, sind wir bereit, einen zunehmenden Teil unser persönlichen Daten an sie weiterzugeben. In der Folge erreichen uns immer mehr personalisierte Werbebotschaften über eine zunehmende Zahl von Kanälen – E-Mails, Direktmailings, Apps, soziale Medien, personalisierte Webseiten und zuletzt iBeacons in den Geschäften, die uns (über unsere Smartphones) mit Anzeigen und Angeboten „exklusiv für uns“ ansprechen.

Auf der Anbieterseite werden geradezu frenetisch Multi-Channel-Marketing-Aktivitäten entwickelt. Einige Fakten resp. Erkenntnisse: 

  1. Eine Canon Studie ergab, dass 58 Prozent der befragten Unternehmen nachhaltig in Multi-Channel-Kampagnen investieren und dabei in der Regel drei bis vier Kanäle nutzen. Seitdem hat der Zug der Multi-Channel-Personalisierung an Fahrt aufgenommen.
  2. Adobe hat kürzlich über 1.000 Marketingverantwortliche dazu befragt, welche Faktoren für ihren Erfolg am wichtigsten sind. „Die Fähigkeit, kanalübergreifend besser arbeiten zu können“ wurde mit Abstand an erster Stelle genannt. Auch stärken Unternehmen ihren Marketingabteilungen finanziell den Rücken. (Quelle: Digital Roadblock: Marketers struggle to reinvent themselves).
  3. Eine von Gartner Group durchgeführte Befragung von Marketingverantwortlichen ergab, dass diese für 2015 mit einem durchschnittlichen Wachstum der Marketingbudgets von 10,2 Prozent rechneten. (Quelle: Digital Marketing Spending Report, Gartner)

 

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Illustration: Lidia Lukianova

 

Es ist jedoch wichtig, intensive Aktivitäten nicht mit Effektivität zu verwechseln. Die Art, wie Unternehmen die Datenmengen nutzen, die sie über ihre Kunden besitzen, hat eine Kehrseite – sie machen so viel „digitalen Lärm“, dass es dem Zielpublikum schwer fällt, die Botschaft deutlich zu hören. Diese Datenflut ist für beide Seiten eine schlechte Nachricht. Einerseits ist es für Unternehmen schwierig herauszufinden, welche Daten am wertvollsten sind und wie sie sich nutzen lassen; andererseits fühlen sich die Konsumenten von der enormen Menge an Informationen überwältigt, von denen sie viele als aufdringlich betrachten. In den vergangenen Monaten erhielten Online-Umfragen eine besonders schlechte Presse; es scheint unmöglich geworden zu sein, mit Firmen in Kontakt zu treten, ohne gefragt zu werden „Wie war es für Sie?”. Es ist keine Überraschung, dass digital versierte Verbraucher verstärkt Spamfilter und Ad-Blocker einsetzen, um den Lärmpegel zu verringern. 

Für Marketingverantwortliche, die höhere Budgets fordern und für ihre Finanzchefs, die diese abzeichnen, ist dies ein Grund zur Besorgnis. Wie können sie sicher sein, dass das Geld dort ausgegeben wird, wo es den größten Nutzen erzielt? Die Antwort liegt darin, zu verstehen, wie sich mehrere Kanäle auf die richtige Weise einsetzen lassen:

  • Es geht nicht darum, die gleiche undifferenzierte Botschaft über mehrere Kanäle zu verkünden – diese Art der Personalisierung grenzt an Belästigung.
  • Es geht darum, die Kanäle auf eine integrierte und intelligente Weise zu nutzen, so dass jeder in einer anderen, kumulativen Weise zur sogenannten „Customer Journey“ beiträgt – dem Weg, auf dem zunächst die Aufmerksamkeit des Kunden für ein Produkt oder eine Dienstleistung geweckt wird und der zur Kaufentscheidung führt.

Während die erste Vorgehensweise einen Multi-Channel-Ansatz umfasst, so handelt es sich bei der letzteren um einen Cross-Media-Ansatz – zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden, die sich jedoch tatsächlich fundamental unterscheiden.

Die Herausforderung, sich gegenüber dem „digitalen Lärm“ durchzusetzen, der durch die Vielzahl der digitalen Kanäle erzeugt wird, bleibt natürlich bestehen. Daher wenden sich Marketingverantwortliche zunehmend Druckprodukten zu, um mit deren Dauerhaftigkeit, haptischer Präsenz und hochqualitativen Anmutung eine Kampagne aus der Masse herausragen zu lassen. Dank der Fähigkeit des Digitaldrucks, variable Daten und zielgruppenspezifische Inhalte in „Auflage 1“ zu fertigen, lassen sich Printmedien dazu einsetzen, aufmerksamkeitsstarke, kreativ gestaltete Dokumente zu produzieren und dabei mit dem Einsatz ungewöhnlicher Substrate, Formate und visueller Effekte die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen.

 

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Illustration: Lidia Lukianova

 

FAZIT: Es wird oft behauptet, dass die Nutzung von Kundendaten durch Unternehmen zu einer grundlegenden Veränderung in der Druckindustrie geführt hat. Das stimmt, aber es gibt ein genauso überzeugendes Argument dafür, dass Druckprodukte durch eine effektivere Gestaltung ebenfalls zu einer Veränderung der Daten führen. Das Interesse an Druckprodukten wird durch Entwicklungen, wie die Datenanalyse gefördert, mit der Folge, dass die Effektivität von gedruckter Kommunikation nicht länger schwer zu bemessen ist.

Durch die Erhebung von Kundendaten in Echtzeit und das Tracking des Kundenverhaltens können Marketingverantwortliche Daten und spezielle Kundenanforderungen analysieren, die Effektivität der Kommunikation verbessern und präzisere Datenbanken einrichten, was zu wertvolleren Kundenbeziehungen führt. Zugleich werden die Interaktionen der Kunden plattformübergreifend von automatisierter Marketing-Plattformen verfolgt und analysiert, um fortlaufend die Effektivität der Kommunikation zu messen, stärker zielgerichtete und relevantere Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln und – was besonders wichtig ist – den ROI zu messen und damit letztlich Marketing- und Finanzverantwortliche etwas ruhiger schlafen zu lassen.

 

#UnleashPrint @drupa2016

Wer Marc Schnierer und/oder andere Print-Fachleute auf der drupa 2016 persönlich treffen will, kann sich hier über Canon zur Messe anmelden.

 

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Von Marc Schnierer, B2B Marketing Manager bei Canon Deutschland

Für Druckdienstleister, die in ein neues Digitaldrucksystem investieren, steht die Produktivität hoch oben auf ihrer Liste der unverzichtbaren Eigenschaften. Aber was genau meinen wir mit Produktivität? Und wie entscheiden wir, ob ein System produktiver ist als das andere?

Zu Zeiten der pre-digitalen Ära, als Offsetdruck die einzig verfügbare Technologie darstellte, war es relativ einfach: Produktivität wurde bestimmt als Kombination von Geschwindigkeit, gemessen in Bögen pro Stunde, und der Zeit, die mit dem Vorlauf und dem Umrüsten zwischen Aufträgen verbracht wird. Aber mit dem Aufkommen des Digitaldrucks ist die Berechnung der Produktivität komplizierter geworden – vor allem aufgrund der Veränderungen zu denen die Digitaltechnologie in Bezug auf die Rolle der Druckdienstleister geführt hat.

Der Begriff „Druckdienstleister“ selbst fand erst mit der Digitaldruckära Verbreitung. Er beschreibt die Veränderungen in der Druck- und Medienindustrie – sowohl bezüglich der Tätigkeit von Druckbetrieben als auch hinsichtlich der Rolle von Print als Ergänzung der neuen elektronischen Medien. Der typische Arbeitstag eines Druckdienstleisters ist weniger vorhersehbar und abwechslungsreicher, als der einer Offsetdruckerei in den 90er Jahren:

  1. Die Auflagen sind kleiner und die Termine sind enger.
  2. Viele Jobs beinhalten wahrscheinlich Personalisierung oder ein spezielle Endverarbeitung zur Verstärkung der Wirkung und kommen eventuell über ein Web-to-Print-Portal zustande.
  3. Darüber hinaus hat sich in der Print-On-Demand-Welt das Kräfteverhältnis zwischen Druckereien und Kunden zu Gunsten der letzteren verschoben.

Aus diesen – und auch noch weiteren – Gründen ist die ausgewiesene Druckgeschwindigkeit bei der Berechnung der Produktivität von Digitaldrucksystemen weniger wichtig als Faktoren wie Zuverlässigkeit, Medienflexibilität, Farbkonstanz von Bogen zu Bogen und Endverarbeitungsoptionen. Wie schnell das System druckt, spielt natürlich eine Rolle, aber was mehr zählt ist, ob es seine angegebene Druckgeschwindigkeit über das volle Spektrum der verschiedenen Substrate aufrecht erhalten kann und dass die Farbe auf dem letzten Bogen mit der Farbe auf dem ersten Bogen übereinstimmt.

Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Um die Produktivität eines Drucksystems wirklich beurteilen zu können, müssen sich Druckdienstleister Zeit nehmen und die Technik verstehen, die heute in Digitaldrucksystemen zur Anwendung kommt.
  • Die Toner- und Entwickler-Technologien tragen enorm zu hochwertigen, stabilen Ergebnissen und der gesamten Zuverlässigkeit eines Drucksystems bei.
  • Besuche durch den Wartungsservice wirken sich deutlich auf die Produktivität aus – ganz gleich, ob sie geplant und präventiv oder in Reaktion auf technische Störungen erfolgen.

Das heisst vor allem: Ein Drucksystem zu entwickeln, das Service-Besuche auf ein Minimum reduziert, ist mindestens so wichtig, wie ein paar Bögen extra pro Stunde aus einer Maschine herauszuholen. Zu diesem Zweck wurde bei Canon das Druckwerk der neuesten tonerbasierten Produktionsdruckmaschine neu konstruiert. Neben anderen Verbesserungen kann der Operator so die Fixierbänder in weniger als einer Minute wechseln, was die negativen Auswirkungen auf die Produktivität wesentlich verringert.

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Die Canon ImagePRESS C10000 VP ist das Flaggschiff der Toner-Digitaldrucksysteme.

Immer mehr Druckdienstleister erkennen, dass die Produktivität nicht von einem Faktor, sondern von vielen Kriterien bestimmt wird. Und dieses bessere Verständnis ist ein gutes Beispiel für einen größeren Wandel bei Druckdienstleistern – sie nehmen bei ihren Investitionsentscheidung eine breitere Perspektive ein, was die Art der Gespräche verändert hat, die Hersteller mit ihren Kunden führen.

Beispielsweise richtet ein Druckdienstleister jetzt viel seltener seinen Investitionsplan darauf aus, was ein enger Wettbewerber gerade gekauft hat oder glaubt in Bezug auf die Produktivität, dass schneller auch besser ist. Heute suchen mehr Druckdienstleister in ihrem eigenen Unternehmen nach Lösungen. Sie wissen darüber hinaus sehr viel mehr über das Geschäft ihrer Kunden, denn sie erkennen, dass die Fähigkeit, Versprechen gegenüber Kunden einzuhalten das letzte Teilstück der strategischen Herausforderung bildet.

FAZIT: Diese veränderte Haltung der Druckdienstleister hat auch wichtige Konsequenzen für die Hersteller von Digitaldrucklösungen – und das in mehreren Bereichen. Zum einen ist der Vertrieb jetzt ein komplexerer Prozess, in dem die Hersteller mehr wie Berater agieren und den Kunden auf der Basis sowohl von aktuellen als auch von zukünftigen Geschäftsstrategien an eine Investitionsentscheidung heranführen. Zum anderen muss der Prozess in beide Richtungen funktionieren: die Hersteller müssen sich Zeit nehmen, um mehr über das Geschäft ihrer Kunden zu erfahren und ebenso ihre Versprechen erfüllen. Dazu müssen sie Produkte entwickeln, mit denen die Kunden ihre geschäftlichen Ziele erreichen können.

Mehr dazu auf der drupa 2016!

canon drupa2016

 

Hinweis:

Siehe auch den Expertenbeitrag von Canon B2B Marketing Director Mathieu Peeters zu werthaltigen Tipps zu Technik- und Geschäftsaspekten beim Digitaldruck.