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Tag Archives: Krieg

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Von Andreas Weber aus Anlass der Ausstellungseröffnung „Fee Fleck — Im Reich der Drohnen“ im Frankfurter Hof zu Mainz

Ein historisch bedeutsamer Ort wie der Frankfurter Hof zu Mainz bietet das beste Ambiente für eine historisch bedeutsame Vorstellung eines Gemälde-Zyklus von Weltrang. Fee Fleck hat einzigartige „historische Ereignisbilder als einen Gemäldezyklus erschaffen, den sie in seiner Gesamtheit erstmals öffentlich präsentiert. Sie steht damit in einer reichen Tradition. Das „Historienbild” ist ein kunsthistorisch gesetzter Topos, der sich fachlich wie folgt klären lässt: Das Historienbild ist neben Portrait, Genrebild, Landschaftsbild und Stillleben eine der klassischen, selbständigen Gattungen der Malerei. Bildinhalte (Sujets) des Historienbildes sind Darstellungen historischer bzw. geschichtlicher Ereignisse, die auf diese Weise vergegenwärtigt bzw. rekonstruiert wurden. Ob Albrecht AltdorfersAlexanderschlacht aus dem 16. Jahrhundert oder „Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden des französischen Künstlers Eugène Delacroix bis hin zu „Guernica von Pablo Picasso — die Liste bedeutender Werke ist lang. Alle diese Künstler setzten ein wichtiges Ereignis aus der (fernen oder nahen) Geschichte malerisch in grossartiger Art und Weise um. Diese Malereien gehören zu den Ikonen der Menschheitsgeschichte.

Die in Mainz lebende Künstlerin Fee Fleck geht einen Schritt weiter: Es geht ihr vor allem wie seinerzeit Picasso darum, zu mahnen, niemals zu vergessen. Aber: Anders als ihre (zumeist männlichen) Maler-Kollegen antizipiert sie zeitgenössische Geschehnisse und Grausamkeiten, die Menschen an Menschen begehen, zu einem Zeitpunkt an dem dies nachhaltig stattfindet, aber noch nicht im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist. Fee Fleck tut dies seit Jahrzehnten, mit Fokus auf die lange Historie der Unterdrückung, Diskreditierung und Verdammnis der Frauen (Medea-Zyklus) oder im Gedenken an die schändlich-mörderischen Untaten der Nazi-Zeit (Ständige Ausstellung der Installation „Die Grube in der Gedenkstätte KZ-Osthofen, Rheinland-Pfalz).

 

 

Den aus Fee Flecks Sicht bedeutsamsten Werkkomplex hat sie seit 2013 konzipiert und nunmehr zum 19. März 2016 realisiert: „Im Reich der Drohnen. Drohnen, jene automatisiert gelenkten Vernichtungskampfsysteme, die nahezu unsichtbar aus dem feigen Hinterhalt töten. Zumeist Unschuldige, Frauen und Kinder einbezogen. Prekär ist dabei, dass die zu tausenden eingesetzten Drohnen der US-Armee nur ferngesteuert werden können, wenn riesige Datenströme über die US-Airbase in Ramstein/Pfalz, also nicht weit weg von Mainz, gebündelt und gelenkt werden. Fee Fleck lässt dies seit Jahren nicht ruhen. Akribisch hat sie sich mit dem Thema beschäftigt. Und darüber kommuniziert. Der SWR widmete ihr im Spätsommer 2015 dazu ein herausragendes Porträt. Fee Fleck traf sogar den Drohnen-Whistleblower Brendon Bryant persönlich, der die USA verlassen musste, vor dem NSA-Untersuchungsausschuss in Berlin aussagte und derzeit in Oslo unter dem Patronat des Nobel-Preis-Komitees steht. Sie traf ihn in Mainz. Im U17 des Staatstheaters. Im Mainzer Kommunikationsparadies hat sie einer interdisziplinär besetzten Runde ihr Werk vorgestellt und darüber diskutiert.

Fee Fleck hat in ihrem „Arbeitsbuch jeden Gedanken, jede Bildnotiz notiert und eine einzigartige Bild-Geschichte entwickelt, die es in sich hat. Sie zeigt in fünf drei-mal-zwei-Meter großen Gemälden den Flug und Einsatz der Drohne, die quasi über unsere Köpfe und unser Land rauschen um in fernen Krisengebieten zu observieren und letztlich massenhaft töten. Der „Predator-Turm zeigt auf acht Bildtafeln die Arbeit des Drohnen-Piloten in seinem „Käfig“, einem Container vollgepfropft mit High-Tech-Computersytemen und Bildschirmen, den sich zwei Elitesoldaten teilen müssen. Wie Computerspiele-Roboter gehen sie ihrer Kampfmission nach, um letztlich nach wenigen Wochen und Monaten selbst Schaden zu nehmen. So grauenhaft die Tat, so grausam die Folgen.

Das Meisterhafte am Drohnen-Zyklus besteht im Zufügen der dritten Episode, mit dem Titel „Kontrapunkte. Hier wird gezeigt, was Menschen eigentlich zusteht, als verbrieftes Menschenrecht, das global für alle gelten muss: Liebe, Freude, Glück, Nähe, Wohlklang sind bildnerisch umgesetzt. Lange gingen Fee Flecks Überlegungen dahin, wie die Vorlagen aus ihrem Arbeitsbuch am besten umzusetzen sind. Im Gespräch mit den beiden Freunden und Kuratoren, Prof. Valy Wahl und mir selbst, wurde aus der Not eine Tugend gemacht: Andreas Weber formte aus den Arbeitsbuch-Bildern eine digitale, filmische Bildanimation, die im Frankfurter Hof am 19. März 2016 öffentlich uraufgeführt wird. Das Medium Film/Computeranimation schien besonders passend, da Liebe, Glück, Freude, Nähe, Wohlklang etwas flüchtiges sein können. Fast wie eine virtuelle Erfahrung, die dennoch besonders kostbar ist. Entstanden ist nicht nur das Zeigen von zweidimensionalen Bildern, sondern eine 17-minutige, bewegte und bewegende multimediale Reise durch die Bildwelten der Fee Fleck. Mitunter fliegt das Kameraauge über Fee Flecks Bilder hinweg, fast wie die Drohne, aber ohne Vernichtung zu bringen, sondern die Erkenntnis, was das Menschsein tatsächlich ausmacht: Das friedliche Miteinander, die Glückseligkeit, die einst auch die Gründungsväter der USA in ihrer Unabhängigkeitserklärung als zentrales Bestreben proklamierten.

Die erste deutsche Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung veröffentlichte einen Tag nach ihrer Verabschiedung am 4. Juli 1776 die deutschsprachige Zeitung Pennsylvanischer Staatsbote in Philadelphia. Sie gab diesen Abschnitt folgendermaßen wieder:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket. (…)

Damit ist alles gesagt. Oder? Fee Fleck ermahnt uns also im 21. Jahrhundert, die Werte zu erinnern und zu achten, die im ausgehenden 18. Jahrhundert die Welt veränderten. Höchste Zeit, in unserer Krisen-geschüttelten Neuzeit, Kontrapunkte zu setzen. Bildanimation ab!

Exklusiver Preview der Bildanimation “Kontrapunkte” von Fee Fleck, geschaffen von Andreas Weber

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Fee Fleck Drohnenzyklus Key Visual QUER.png

Kulturstaatssekretär Walter Schumacher wird die Ausstellungseröffnung am 19. März 2016 vornehmen, um den neuesten Werkzyklus der seit Jahrzehnten in Mainz lebenden Künstlerin Fee Fleck vorzustellen. Entstanden sind 18 zum Teil großformatige Bildwerke, die sich mit einem aktuellen und hochbrisanten Thema beschäftigen: Dem Einsatz und den Auswirkungen von Kampfdrohnen. Die Ausstellung im geschichtsträchtigen Frankfurter Hof in Mainz wird kuratiert von Prof. Valy Wahl und Andreas Weber, der zum Werk von Fee Fleck sprechen wird.

HERZLICHE EINLADUNG: Die Eröffnung findet am Samstag, den 18. März 2916, um 18 Uhr Im Frankfurter Hof Mainz, Augustinerstr. 55, 55116 Mainz, statt. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Das am Eröffnungsabend zur Einsicht ausliegende Drohnen-Zyklus-Arbeitsbuch von Fee Fleck belegt, wie umfassend sich die Künstlerin seit mehr als zwei Jahren mit den Schrecken moderner Kriegsführung durch Kampfdrohnen beschäftigt, die sich militärisch rechtfertigen lassen, aber für Millionen Unschuldige unendliches Leid, Tod und Flucht aus der Heimat in den betroffenen Regionen der Welt herbeiführen. Brisant: Die Datenströme, die die Drohnen auf ihrem Vernichtungseinsatz begleiten, werden auf der US Airbase in Ramstein in der Pfalz gebündelt und gelenkt. Dies hatte aktuell seit Herbst 2015 das Staatstheater Mainz in dem Stück „Ramstein Airbase“ aufgegriffen und den Ex-Drohnen-Operator und Whistleblower Brandon Bryant zum Gespräch geladen. Dort traf er auch mit Fee Fleck zusammen und begrüßte es sehr, dass eine Malerin sich mit dem für ihn und seine Opfer traumatischen Erlebnissen auseinandersetzt.

Kontrapunkte. So lautet der Titel einer digitalen filmischen Bildanimation, die Andreas Weber auf Basis der Bildwerke aus dem Drohnen-Arbeitsbuch von Fee Fleck zur Ausstellung erstellt hat und die am 19. März 2016 uraufgeführt wird.

 

Fee Flecks Werkzyklus „Im Reich der Drohnen“ führt über die reine Beschreibung der aktuellen, grausamen Geschehnisse hinaus und stellt das Schreckliche in Korrelation zu dem, was laut Gründungsurkunden der Vereinigten Staaten von Amerika verbürgtes Menschenrecht ist: Das Recht auf Glückseeligkeit. Denn das würdevolle Menschsein macht das Glück, die Freude, die Liebe aus.

Bei der Eröffnung wird zudem über die vielen Schritte im für die Künstlerin mitunter qualvollen Entstehungsprozess des Bilderzyklus von Fee Fleck berichtet, der bereits medial, durch Gesprächsrunden und die Sozialen Medien großes Echo fand.

Eintritt frei. Anmeldungen per Facebook möglich!

 

Hintergrund-Informationen:

Fee Fleck „Im Reich der Drohnen“: Wir dürfen nicht tatenlos zusehen! 

Fee Fleck hat zu Ihrem Drohnen-Bildzyklus eine Facebook-Seite eingerichtet, die zur Interaktion und Diskussion einlädt.

 

 

 

 

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Erste Impressionen. Und erste Feedbacks vom Abend durch Monika Evelo und am Tag danach von Dr. Otto Martin und Annett Wurm:

Guten Abend, Andreas!

Der Abend mit Fee war ein voller Erfolg — und auch eine sehr schöne Initiative! Ich hatte in der Vorbereitung hierzu den Artikel  “Töten, zerstören und drohen mit Hightech-Waffen” im Focus gelesen. Die hier beschriebene (damals, Januar 2013) neue Drohnen-Generation macht das Potential dieser Waffenart nochmals deutlicher. Vielleicht ist es verwertbar in der Dokumentation.
Herzliche Grüße 

Monika“

…das war allererste sahne, mein lieber Andreas!
eine solch dichte atmosphäre mit interessanten leuten,
die man nicht jeden tag sieht, zu erleben  große kunst!
der abend stand auch über das historische ambiente
so ganz in der tradition der ›salon-gespräche‹ längst
vergessener zeiten… hoch eindrucksvoll!

herzlichst und mit gruß an Euch ›Macher‹
Euer Otto

Lieber Andreas,

Fee Fleck ist beeindruckend. Sie repräsentiert das Wesen einer ECHTEN Künstlerin. Mit klarem Verstand, vollem Herzen und großer ›Leidenschaf(f)t‹. Ja, sie erschafft in ihrem Leiden Greifbares für andere.

Dieses Projekt muss einfach auf Wanderschaft. Weltweit. In alle Länder.

Ihr Drohnen-Guernica sollte von uns allen getragen werden, damit Ihr Leiden in Hoffnung gewandelt wird. 

Wie Du schon sagtest, übrigens… Riesenrespekt für Deine hervorragende Moderation! … wir können die Welt nicht retten, aber wir können dafür sorgen, dass Augen geöffnet werden.

Von Herzen Grüße.

Annett Wurm

„Im Reich der Drohnen“ ist das jüngste Malerei-Projekt der Mainzer Künstlerin Fee Fleck. „Als Kind wurde ich gezwungen, zuzusehen, wie Menschen ermordet wurden. Ich weiss wie das ist, mit einem Bündel am Rücken vor Krieg, Mord und brutaler Gewalt zu flüchten. Darum kann ich jetzt nicht schweigen!“ Drastischer kann man kaum beschreiben, was derzeit durch den Drohnen-Krieg, eine neue, äußerst perfide Form der Kriegsführung mit High-Tech-Apparaten passiert. Die Bedrohung scheint so immens gross, dass prominente Wissenschaftler wie Stephen Hawking warnen vor der Entwicklung von Kampfrobotern. Die Kernthese: „Kampfdrohnen senken die Schwelle zum Krieg“. (Siehe Kolumne von Gero von Randow in Zeit Online vom 12. August 2015)

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Fee Fleck ging als Malerin in die Offensive. Gewaltlos. Ohne Anzuklagen. Aber mit harscher Kritik an uns allen. Sie tut dies mit ihrer „Waffe“ der Kunst, der Malerei. Mit Hilfe ihrer Freunde und Kuratoren Prof. Valy Wahl und Andreas Weber sucht Sie das Gespräch. Mit der Presse, dem Fernsehen, Künstlerfreunden und Kollegen. Und im Mainzer „Kommunikationsparadies“ von Andreas Weber wurde es am 10. November 2015 möglich, mit engagierten Köpfen aus vielen Gesellschaftsbereichen intensiv und konstruktiv zu diskutieren. „Im Reich der Drohnen“ lautete das Thema des Abends mit der Präambel „Mutig. Schonungslos. — Ein Aufschrei. Gegen das Vergessen, das Verdrängen, die Ignoranz. Fee Fleck stellt Ihr neues Malerei-Projekt, den „Drohnen-Zyklus”, zur Diskussion.“

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Der 10. November, so Andreas Weber, Gastgeber und Moderator,  unvorhergesehener Maßen der Sterbetag von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, wurde nicht zufällig ausgewählt: Es ist der UNESCO Welttag „Wissenschaft für Frieden und Entwicklung“.  Andreas Weber führt entsprechend weiter aus: „Drohnen bedrohen Frieden und Entwicklung! Dort, wo Flüchtlinge herkommen, töten Drohnen täglich! — Fee Fleck lässt das nicht ruhen. Sie schafft einen monumentalen Gemälde-Zyklus. Warum? Das sagt sie uns gleich. Nur soviel: Sie macht dies gründlich, umfassend und ohne Anklage. Sie hat sogar mit ihrer Tochter Stephania, mit Valy Wahl, meiner Frau Gunda Schwarz und mir den Drohnen-Whistleblower und Predator (Staff Sergeant und Drohnen-Pilot für Hellfire-Raketen) Brendon Bryant im Mainzer Staatstheater getroffen. Er war ernsthaft beeindruckt von Fee Fleck und Ihrem Gemälde-Zyklus zu erfahren.

Drohnen haben übrigens ihre eigene ‚Transitzone‘: Nahe bei uns. In Ramstein. Dort ist die Datenkommunikationszentrale ohne die keine US-Drohne Einsatz und Ziel finden könnte. SCHAURIG! Und was tun wir?

Wir wollen heute mit Fee Fleck sprechen. Ihr aber zunächst zuhören.“

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An dieser Stelle verweisen wir auf unsere Video-Dokumentation, die authentisch und eindrucksvoll wiedergibt, was sich zugetragen hat. Teil 1 ist schon „on air“ via YouTube und wird alsbald fortgesetzt. Die Videos stammen von Benjamin Fleck, ergänzt durch Fotos und Animationen von Andreas Weber.

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Weitere “Mediations” von Andreas Weber zu Fee Flecks Drohnen-Zyklus auf YouTube:

Video SWR Persönlich
https://youtu.be/nPZ8e3dziUs

Reflexion der Talkshow bei Lanz
https://youtu.be/0iJeLySYKfk

Video Making Off  SWR Film
https://youtu.be/fbexMASMANY

Game of Drones: Brandon Bryant im Staatstheater Mainz
https://youtu.be/Heh58g1Ud7c

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Informationen zum Kommunikationsparadies von Andreas Weber:

Der Leitgedanke: Kunst ist Kommunikation. Und Kommunikation ist Kunst. Da dies so ist: Warum geben wir der Kunst und den Künstlern nicht mehr Raum in unserem Alltag  —  nicht als Element der Unterhaltung, sondern elementar als Katalysator unseres Verstehens?

Gegründet im Jahr 2000 durch die ›New York Manhattan Zeitenwende‹-Initiative, gestalten wir heute das ›Kommunikationsparadies‹ als interaktiven, multisensorischen Begegnungs- und Erlebnisraum für Kunst, Kommunikation und Technologie, der Social Media-Effekte und Mensch-zu-Mensch-Dialoge vereint sowie hochbegabte Kommunikationstalente identifiziert, für Neues motiviert und gezielt fördert/begleitet. Ein Ort als ein einzigartiger Wirkungsraum für Interaktionen und Gespräche. Gespräche über das Leben, die Kunst, die Technologien, die Sinnhaftigkeit unseres Daseins und Tuns. Diese Gespräche werden im Kommunikationsparadies beflügelt durch das künstlerische Schaffen aller Disziplinen, multisensorisch und vielfältig erfahrbar.

Das Kommunikationsparadies ist ein Non-Profit-Projekt und steht allen offen, die sich sinnvoll  einbringen wollen und können. Mit persönlichem Engagement, Präsentationen, Sachleistungen oder Zuwendungen. Details können wir gerne persönlich besprechen. Unseren Gästen ist freigestellt, sich bei Veranstaltungsteilnahme mit einem Obolus an den Kosten zu beteiligen.

Übrigens: Seit Beginn durch das New York-Manhattan-Zeitenwende-Projekt zum Jahr 2000 hatten wir in diesen Räumen viele tausend Besucher aus Dutzenden von Ländern rund um die Welt. Der persönlichen Begegnung stehen besondere, international ausgerichteten Projekte zur Seite, inkl. Workshops, Seminaren, Round-Table-Gesprächen und vielem mehr. Vielen Dank an Fee Fleck, dass Sie uns am 10. November 2015 Einblick gewährt hat in ein zentrales Projekt: ›Drohnen‹.

Anschrift: Andreas Weber, Kommunikationsparadies, Walpodenstr. 1, 55116 Mainz

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Whistleblower Brandon Bryant in Mainz.001

Von Andreas Weber, im Kontext der Projektarbeit mit Fee Fleck und Prof. Valy Wahl

Der wichtigste Satz von Whistleblower Brandon Bryant fiel fast beiläufig, als das zentrale Wesensmerkmal seiner Tätigkeit als „Drone-Operator“ im Container in Nevada und im fernen Irak  beschrieb: „I had only pictures and no context!“

Ein schauriger Moment. Ich habe im Staatstheater Mainz einem staatlich instrumentalisierten und sanktionierten Serienkillerkomplizen die Hand geschüttelt. Intendant Markus Müller und Hausregisseur Jan-Christoph Gockel hatten Brandon Bryant zu einem Podiumsgespräch am 17. Oktober 2015 eingeladen, weil im neuen Stück „Game of Drones“, das am 27. November 2015 in Mainz Premiere haben wird, die US-Airbase Ramstein eine zentrale Rolle spielt und auch Brandon Bryant im Stück vorkommt.

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In mehr als 6.000 Stunden Drohnenkampfeinsätzen hat der heute 29-jährige Brandon Bryant als Ex-Staff Sergeant der US-Luftwaffe im Team mit seinen Kollegen 1.626 Menschen gezielt und aus dem Hinterhalt getötet. Sozusagen per Bildschirm und Joystick wie in einem Video-Computerspiel. Er agierte quasi als Scharf- resp. Präzisonsschütze, der die finalen Informationen lieferte um per Predator-Drohne die tödlichen Hellfire-Raketen fern seiner Heimatbasis mit Hilfe von Metadaten der Geheimdienste, Zielplanungen und optischen Analysen abzufeuern. 98 Prozent seiner Dienstzeit habe er mit dem Beobachten von Menschen in ihren jeweiligen Lebensbereichen verbracht. (Dazu gehörte, wie ein bewaffneter Afghane die Kalaschnikow beiseite stellte, um liebevoll von seinem kleinen Kind einen Kuss zu bekommen.) — Zwei Prozent seiner Zeit habe der tatsächliche, tödliche und zerstörerische Angriff benötigt. Danach wurden checklistenartig Reports erstellt, um den „Erfolg“ zu bewerten: Grad der Zerstörung, Zahl der Verletzten und Toten. Die Kollateralschäden sind immens. Zu bis zu 95 Prozent sollen Unschuldige resp. nicht an Terrorhandlungen Beteiligte getötet werden. Opfer von Kriegshandlungen in Kriegsgebieten können zu Tätern des Terrors stilisiert werden, die dann Opfer der Drohnenangriffe werden. Laut Brandon Bryant haben sich die agierenden Militärs eine plausible Rechtfertigung zurechtgelegt: Getötet werden Terroristen und auch solche, die es noch werden könnten. „They don’t care who gets killed!“ (Quelle: rt.com).

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Ich habe einem Serienkillerkomplizen die Hand geschüttelt. Ich konnte es tun, weil er dramatische und schmerzliche Erfahrungen machte, die ihn psychisch zusammenbrechen ließen. Die ihn zur Umkehr zwangen. Schon bevor die US-Luftwaffe Brandon Bryant im Juli 2011 nach 5 Jahren und 5 Tagen aus seinem Vertrag entließ. Er bereut, was er tat. Und bittet um Vergebung. Und möchte nunmehr dazu beitragen, sein Land, das er liebt, zum Umdenken zu bewegen. Und das vor allem auch bei uns, hier in Deutschland, dem wichtigsten Verbündeten der USA. Dazu hatte er kurz zuvor in Berlin stundenlang vor dem NSA-Untersuchungsausschuss ausgesagt. (Siehe u. a. Zeit Online).

Und er hatte in Baden-Baden den Whistleblower-Preis 2015 erhalten. Die Begründung der Jury ist lesenswert! Auszug: „Die US-Regierung hat zu keiner Zeit seine Informationen als unzutreffend dargestellt oder dementiert. Bryant gab mit seinen Informationen den Anstoß für weitere detaillierte Recherchen und Enthüllungen zahlreicher investigativer Journalisten. Es ist seinen Informationen zu verdanken, dass sich der Fokus der Debatte um den globalen Drohnenkrieg der USA in Deutschland nunmehr immer stärker auf die Aktivitäten der USA in Ramstein konzentrieren kann. Die Bundesregierung begeht mit ihrer Politik der Duldung der dortigen Vorgänge selbst ein völkerrechtliches Delikt.“ (Quelle: Netzfrauen.org).

Ein Soldat tötet und sei jederzeit bereit, sein Leben für sein Land, das er liebe, herzugeben. Dazu stehe er, sagte uns Brandon Bryant in Mainz. Nicht mehr vertreten könne er aus ethischen Gründen die Art und Weise, wie das mit Drohnen geschehe. Er warnte davor, dass man sich in Deutschland zum Ermöglicher und damit zum Mittäter von nicht zu rechtfertigendem Vernichten, Zerstören und Töten mache.

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Ich habe einem Serienkillerkomplizen die Hand geschüttelt. Ebenso wie die Mainzer Künstlerin Fee Fleck, die derzeit als Aufschrei ihren Drohnen-Zyklus malt und die Inszenierung ihrer Serie an grossformatigen Gemälden im Team mit Prof. Valy Wahl und mir als Projekt umsetzt. Zu sehr ist die Künstlerin entsetzt über das, was geschieht und wie es gerade ignoriert und  bagatellisiert wird. Fee Fleck hat Brandon Bryant davon berichtet. Er zeigte sich berührt und interessiert, die Bilder zu sehen. Es helfe ihm ungeheuer im Voranbringen seiner Sache, wenn engagierte, kluge Menschen aus Kunst und Kultur das Thema Drohnen-Krieg aufgreifen, richtigstellen, brandmarken und darüber pro-aktiv kommunizieren. Gerade auch weil er selbst erleben musste, wie eine solche Tätigkeit bei der US-Luftwaffe Leben ruiniert und Beteiligte wie ihn in die Isolation getrieben haben, mit schwersten psychischen Belastungen. „Irgendwann lässt es Dich nicht mehr los. Du gehst abends nach Hause, aber gedanklich bist Du immer noch in Afghanistan oder im Irak.“ Der wichtigste Satz von Whistleblower Brandon Bryant fiel im Übrigen fast beiläufig, als das zentrale Wesensmerkmal seiner Tätigkeit als „Drone-Operator“ im Container in Nevada und im fernen Irak  beschrieb: „I had only pictures and no context!“

Hinweis: Netzpolitik.org publizierte Befragungsprotokolle des NSA-Ausschusses. Nachfolgend als Screenshots.

NACHTRAG

Am 22. Oktober 2015 war Brandon Bryant zu Gast in der ZDF-TV-Runde von Markus Lanz. Hier stand, anders als im Mainzer Staatstheater, das persönliche Erleben von Bryant im Abgleich zu seinen beruflichen Anforderungen  im Fokus. Per Einspieler und Fotos wurde dies dokumentiert. Quelle: Archiv Lanz. Anbei zur Impression einige Screenshots aus der pdf Sendung:

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@ 2015 by Value Communication AG, Mainz. Collage/Gemäldefoto und Text: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt/Main. Foto (Kasten): AZ / hbz/Jörg Henkel. Gemälde: Fee Fleck, Mainz

Von Andreas Weber

„Ich klage mit meiner Arbeit niemanden an, ich bin auch keine Richterin. Ich sehe das Thema Drohnen nicht aus politischer Sicht, sondern aus gesellschaftlich-kultureller und menschlicher Perspektive, die mir unendlich Angst bereitet. Als Künstlerin ist es meine Pflicht, Missstände und Untaten zu entdecken, darauf hinzuweisen und zum Diskurs aufzufordern.“ —Fee Fleck

„Sie sind Malerin!“ —„Woher wissen Sie das?“ — „Ich habe Sie in der Zeitung gesehen.“ Ein kurzer Dialog, der auf dem Mainzer Wochenmarkt stattfand, als die Marktfrau beim Einkauf die Künstlerin Fee Fleck ansprach. Und die Marktfrau ist „nur“ eine von vielen. Eine solch hohe und weit gefächerte Aufmerksamkeit hat Fee Fleck, die Unermüdliche, in ihrer langen Künstlerlaufbahn noch selten erfahren. Jüngst am 17. Juli 2015 beim Pressefest der Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Vom frühen Abend bis Mitternacht ergab sich Gelegenheit, mit vielen klugen Köpfen aus Politik, Medien und Kunstszene Gespräche zu führen. Was Fee Fleck Freude und Unbehagen gleichermaßen beschert. Freude, weil sie hohe Aufmerksamkeit erfährt für ein schwieriges neues Thema: Drohnen als militärisch-perfektionierte Waffensysteme, die gnadenlose Zerstörung und plötzlichen Tod auf hinterhältige Art und Weise bringen. Und zu oft Unschuldige als Opfer treffen. — Unbehagen, weil Fee Fleck „normalerweise“ still und ungestört im Atelier ihrer Arbeit nachgeht. Und das Werk erst dann einem Publikum präsentiert, wenn es vollendet ist.

Nichts ist mehr wie es einmal sein wird! — Eigentlich arbeitete Fee Fleck nach der Fertigstellung des großartigen Gemäldezyklus „Medea — Die Fremde“ im Jahr 2012 an einer Serie von Porträts, die während langer Sitzungen und Gespräche entstanden. Und plötzlich, im Spätsommer 2014, hat sie ein Thema gepackt, das sie nun nicht mehr loslässt. „Bei meiner Lebensgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass ich zutiefst betroffen und innerlich bewegt bin, wenn Drohnen zum Kriegführung eingesetzt werden”, erklärt Fee Fleck. Drohnen als fliegende Kampfmaschinen, ferngesteuert und anonym, die das Leben Anderer, zumeist Unschuldiger, so grausam und schonungslos auslöschen. Zunächst hat sie wie gewohnt ihre Ideen, Gedanken, Recherche-Notizen und bildhafte Skizzen akribisch in einem Arbeitsbuch eingetragen. Gerade auch während und nach der Lektüre des Buches von Grégoire Chamayou „Ferngesteuerte Gewalt. Eine Theorie der Drohne“. (Deutsche Ausgabe, Passagen Verlag, Wien: 2014; siehe Literaturkritik von Jakob Christoph Heller). Der Autor gibt detailliert und seitenlang Kostenproben, wie Dialoge des militärischen „Drohen-Teams“ beim Einsatz ablaufen. Eindrücklicher und schauriger geht es kaum.

In Chamayous Reflexion wird die Drohne – genauer: das unbemannte, bewaffnete Flugzeug – zu einem verwirrenden „‚unidentifizierten Gewaltobjekt‘ […]: Sobald man in etablierten Kategorien über sie nachzudenken versucht, erfasst eine intensive Verwirrung so elementare Vorstellungen wie Gebiet oder Ort (geografische und ontologische Kategorien), Tugend oder Tapferkeit (ethische Kategorien), Krieg oder Konflikt (zugleich strategische und politisch-rechtliche Kategorien).“ Heller schlussfolgert in seiner Buchbesprechung: „Während die Apologeten der Ausschaltung menschlicher Kontrolle – des Wandels von der Drohne zum Roboter – gerade die Menschlichkeit, da Emotions- und Affektlosigkeit, der automatisierten Entscheidung betonen, sieht Chamayou darin zum einen die Ausschaltung der Menschenwürde: ‚Maschinelle Akteure mit jenem Tötungsrecht auszustatten, das Kämpfenden in einem Krieg zukommt, würde bedeuten, das Töten eines Menschen auf dieselbe Ebene mit der Zerstörung einer bloßen materiellen Sache zu stellen’ – und zum anderen eine bedrohliche Krise juridischer Kategorien, deren implizite Ontologie die Unterscheidung von Waffe und Akteur benötigt. Mit der Identität von Waffe und Akteur, dem Verzicht auf einen intentionalen, menschlichen Akteur, diffundiert Verantwortung: ‚Ein Roboter begeht ein Kriegsverbrechen. Wer ist verantwortlich? Der General, der ihn eingesetzt hat? Der Staat, der sein Eigentümer ist? Der Industrielle, der ihn hergestellt hat? Die Informatiker, die ihn programmiert haben?‘ 

Entscheidungsträger ist, so Chamayou, letztlich ein Programm und die in ihm vorgenommenen Spezifikationen für Zielidentifizierung, Waffeneinsatz, Kollateralschadentoleranz. Chamayou zielt hierbei auf eine bedenkenswerte Pointe: Indem die einfache Setzung der Variablen, die Entscheidung über die Entscheidung, jeweils als Programm umgesetzt ‚vielfach multiplizierte, sehr konkrete – allzu konkrete – Effekte‘ hat, ist die ‚gewöhnliche militärische Gräueltat […] im Recht […]. Die modernen Formen der Grausamkeit sind massiv legalistisch. Sie funktionieren im Regelzustand, nicht im Ausnahmezustand. Wenn sie schließlich zu einer Art Ausnahme werden, dann weniger durch Aussetzung des Gesetzes als durch seine Spezifikation, indem man es entsprechend der eigenen Interessen soweit präzisiert, dass es ohne viel Widerstand katapultiert.‘ Bei allem Materialreichtum der Untersuchung, Detailverliebtheit und polemischer Schärfe ist vielleicht diese Pointe zum Souveränitätskonzept im Zeitalter der Drohnen-Kriegsführung ein sowohl diskussions- wie kritikwürdiger Höhepunkt von Chamayous lesenswertem Werk.“

Eine besondere Rolle nimmt beim Einsatz von Drohnen der Predator” wahr. Er verfolgt im Team mit anderen den Flug der Drohne und entscheidet über den todbringenden Knopfdruck. Ein grausames Rollenspiel, wie Grégoire Chamayou ausführlich darlegt.  In der Folge der Reflexion dieser Schilderungen entwickelte sich die künstlerische Arbeit von Fee Fleck anders als sonst…

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Mutig. Schonungslos. — Ein Aufschrei. Gegen das Vergessen, das Verdrängen, die Ignoranz.

„Die Pein bei meiner Arbeit am Drohnen-Zyklus war so groß und erschreckend“, sagt Fee Fleck. So qualvoll, dass sie darüber reden musste. Mit Freunden, mit Kollegen, mit ihrer Tochter. Und sie hat Öffentlichkeit gesucht, um sich mitzuteilen. Zeitungsreporter kommen in ihr Atelier. Sogar aus Japan, durch die Vermittlung des Philosophieprofessors Kakao Ito. Kulturredakteur Michael Jacobs von der Allgemeinen Zeitung schrieb einen exzellenten und eindrücklichen Besuchsbericht, mit dem Titel „Tod per Joystick“; er schreibt unter anderem: „Dem Drohnenkrieg, der perfidesten Form militärischen Tötens, hat die Mainzer Künstlerin Fee Fleck einen monumentalen Bildzyklus gewidmet, der in seinen der Flugbahn ferngesteuerter Kampfroboter nachführenden Szenenfolgen gewöhnliche Ausstellungsdimensionen sprengt. (…) Bis Jahresende will die Künstlerin ihr aufrüttelndes Großwerk gegen das technisierte Töten, dem eine ebenso ausladende Motivfolge mit Darstellungen der Liebe und Lebensfreude kontrastiv entgegengesetzt wird, fertig haben.“

Monumental heißt: Zwei Mal je fünf Bilder im Format zwei auf drei Meter. Also zwei mal 15 Meter Bildstrecke für den todbringenden Drohen-Flug durch die Welt sowie als Gegenpol die friedvolle Glückseligkeit als höchstes Gut des Menschseins. Plus ein dreidimensionales Objekt, das den „Wirkungsraum“ des Predators zeigt, jener zentralen Figur, die den „Todes-Knopf“ bedient.

Durch die gründliche, monatelang Vorarbeit, die vielen Gespräche und inspirierende Dialoge ging Fee Fleck das Umsetzen der Ideen auf der Leinwand flink von der Hand. Wer die Malereien im Original sieht, erkennt, wie ungebrochen durchgängig und fließend der Malduktus ist, bei völliger Andersartigkeit der einzelnen Bildtafeln. Eine Besonderheit im Arbeitsfluss entstand: Die Motive waren blitzartig klar definiert. Weniger als eine Kopfsache, denn per Herzensangelegenheit, wurde die Hand der Malerin bei der Arbeit gelenkt. Manches konnte aus Fee Flecks eigener Sicht von ihr fast nicht schnell genug gemäß den vorliegenden Skizzen umgesetzt werden.

Noch während der Fertigstellung der ersten Staffel mit den fünf Drohnen-Bilder entschloss sich Fee Fleck, „Verbündete“ zu suchen. Sie bildete ein Kuratorium, dem Prof. Valy Wahl (Künstlerin), Dr. Otto Martin (Kunsthistoriker) und Andreas Weber (Experte für Kunst & Kommunikation) angehören. Im ersten Schritt wurde ein Konzept ausgearbeitet, um das Thema des Bilderzyklus unter der Überschrift „Im Reich der Drohnen“ ins Gespräch zu bringen. Am 10. November 2015 wird es in Mainz eine Diskussionsrunde geben. Das Datum ist kein zufälliges, sondern bezeichnet den UNESCO Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung. Danach soll über den besten Ausstellungsort entschieden werden. Dies soll weniger ein „gewöhnlich“ musealer Ort sein, im Stil einer Werkschau. Vielmehr soll es eine persönliche Begegnung mit dem Bilderzyklus, der Künstlerin und dem Kuratorium werden, um Menschen in den Dialog zu bringen.

„Erstaunlicherweise sind viele, denen ich von meinen Drohnen-Bildern erzähle, zunächst geradezu entzückt. ‚Meine Kinder besitzen so etwas und spielen damit‘, wurde mir gesagt. Auch, dass man künftig damit Pakete zustellen soll… Meine Wahrnehmung ist hierbei aber eine ganz andere, geprägt durch die militärische Nutzung, gekoppelt mit Tod und Verderben. Nicht einmal die beteiligten Solodaten kommen unbeschadet davon. Auch wenn sie fern ab sind, nur durch Monitore schauen, leiden sie nach dem Einsatz an schwersten psychischen Störungen. Denn anders als der Bomberpilot, der nicht unmittelbar sieht, was er anrichtet, schaut der Predator zu…“, stellt Fee Fleck fest.

Wichtig ist für die Künstlerin festzustellen: „Ich klage mit meiner Arbeit niemanden an, ich bin auch keine Richterin. Ich sehe das Thema Drohnen nicht aus politischer Sicht, sondern aus gesellschaftlich-kultureller und menschlicher Perspektive, die mir unendlich Angst bereitet. Als Künstlerin ist es meine Pflicht, Missstände und Untaten zu entdecken, darauf hinzuweisen und zum Diskurs aufzufordern.“

Der SWR (Landesstudio Rheinland-Pfalz)  drehte im September 2015 ein kurzes, beeindruckendes Porträt von Fee Fleck, gesendet am 28. September 2015 in der Landesschau, Rubrik: “Persönlich”. Redaktion: Regine Hennenlotter. Kamera: Oliver Kachlicki. Schnitt: Michael Schwarz. Titel: “Kunst gegen das Vergessen”. Hierin kommt zum Ausdruck, dass das Drohnen-Projekt getragen wird durch die Erfahrungen und Erkenntnis eines bedeutsamen Lebens. 

“Sie ist unbequem, provokant und wissbegierig. Wenn sie einmal nicht mehr malen könne, meint sie, dann ist sie tot. Die Künstlerin Fee Fleck aus Mainz.” —Regine Hennenlotter


Hinweise:

Wer sich beteiligen möchte, ist hiermit gerne eingeladen. Zur Diskussion, zu neuen Ideen, zum Finden des besten Ausstellungsortes. Denn: Wir tragen alle Verantwortung für das, was in unserem Namen und/oder in unserem Sichtfeld geschieht.

Angesichts der Wichtigkeit und Aktualität des Themas von Fee Fleck gehen wir in der begleitenden Kommunikation ganz neue Wege. Social Media spielt eine zentrale Rolle. Per Blog liefern wir die Hintergründe. Die für das „Drohnen“-Projekt eigens Fee Fleck gewidmete Facebook-Seite fasst aktuelle Neuigkeit zusammen (begleitet durch Twitter-Nachrichten sowie Videos). Geplant ist zudem ein digitales Buch per Apple iBook-Technik, erhältlich im iTunes Store.

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