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Value Transformation

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Na, heute schon fleissig transformiert? Muss ja sein. Wir wollen doch alle weiterkommen. Oder? Und schließlich hagelt es von allen Seiten Erfolgsmeldungen. Und Warnungen zugleich. — Panikmache? — Ja und Nein. Denn Transformation ist Teil unserer DNA, seit es Menschen gibt. Vieles geschieht quasi von alleine. Wichtiges muss man aber selbst wollen und tun. Vor allem, wenn man in der Print-Branche tätig ist.

Von Andreas Weber, Head of Value

 


Wer blickt noch durch? 

Kernproblem: Uns erscheint vieles noch als Trend oder Zukunftsmusik, was schon längst ‚Mainstream‘ ist. Transformations-Prozesse im Digitalzeitalter vollziehen sich bisweilen in Echtzeit. Mit extrem hoher Taktgeschwindigkeit. Alles läuft simultan.

Bestes Beispiel: Blockchain. Während noch diskutiert und definiert wird, was das überhaupt ist und wie bzw. ob es funktionieren könnte, ist es für uns alle längst Teil unseres alltäglichen Lebens. Der FinTech und Digital-Innovation-Experte Linas Beliūnas teilte jüngst auf LinkedIn eine Übersicht über die besten realen Anwendungsbereiche. 

Blockchain Use Cases 06-2018

Kaum ein Lebens- und Wirtschaftsbereich fehlt. Nur wenige, uns bekannte Technik-Firmen wie IBM, Google oder Microsoft tauchen in diesem Kontext auf. Der Rest: Neugründungen und Investor-getriebene Start-ups, allesamt Firmen, deren Name uns bis dato gar nichts sagt. 

Betrachtet man sich den neuesten, am 30. Mai 2018 vorgestellten Internet-Trends-Report von Mary Meeker wird schnell klar, dass wir nicht mal im Ansatz wissen, was wir nicht wissen. — Wie, Sie kennen Mary Meeker nicht? Sie ist die schärfste Beobachterin und kundigste Analystin von allem, was im Digitalzeitalter relevant ist. Aber Achtung: Keine leichte Kost — rund 300 Charts in 30 Minuten!

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Erstaunlich ist für mich besonders ein Aspekt in Mary Meekers Analyse: Der Impact von Social Media wird bis dato ziemlich unterschätzt. Und das ist fatal. Denn Social Media ist das Bindeglied zwischen dem, was wir E-Business nennen, mit jeder Forum von Kommunikation, die Erfolg überhaupt erst möglich macht. Sei es im Geschäftlichen oder im Privaten. Und wichtig ist zu wissen: Im E-Commerce erfolgreich ist man mit Produkten. Sollten es Lösungen sein, muss zum E-Commerce auch eine E-Conversation hinzukommen.

Erstaunlich ist zudem für mich, als Analyst für Print im Digitalzeitalter, wenn man Meekers Trendreport in den Kontext stellt mit führenden Trendanalysen von SAP oder auch von Top-Experten wie Mark Schaefer (Social Media-Marketing-Guru) oder Frank Diana (Futurist): Einer der wichtigsten Treiber der Transformation — Print-Technologie — wird fast gar nicht mehr thematisiert. Fast, weil natürlich 3D-Printing immer im relevant Set ist. Ansonsten: Gar nix!


Was läuft da falsch?

Fakt ist: Wer sich nicht per Social Media vernetzt, ist nicht mehr auf dem Laufenden. Denn ‚digitale‘ Transformation gelingt nur, wenn man auch ‚digitale’ Kommunikation lernt, verinnerlicht, wertschätzt und zielführend praktiziert. 

Betrachtet man sich die Print-Branche insgesamt — Lieferanten wie auch Druckereien — kann einem Angst und Bange werden ob der groben Defizite. Wer sich überhaupt auf LinkedIn oder Twitter tummelt, zielt auf Präsenz und Eigendarstellung. Mit dem Effekt: Alles verpufft ziemlich wirkungslos. Das Heil wird dann z. B. in SEO-Kampagnen gesucht, um möglichst viel Traffic auf den Web-Shop von Druckereien zu lenken.

Doch das ist bei weitem nicht genug. Denn der Erklärungsbedarf von HighTech-Angeboten, die in der Print-Branche wahrlich nicht selten sind und oftmals eine Lösung darstellen, ist einfach zu hoch, um konventionell und nicht gekonnt per Social Media aufbereitet zu werden.

Neben aller Kritik auch mal ein positives Beispiel:

Xerox nutzt gekonnt Social Media via Posts, Blogbeiträgen, YouTube-Video etc. ganz exzellent. Aktuell um das PARC-Thema „Smart Packaging“ in Verbindung mit Printed Electronics nicht nur als wichtig zu identifizieren, sondern punktgenau in Kürze zu erläutern. Im Ergebnis: Viel Nutzen, wenig Selbstdarstellung, gute Viraleffekte. Das macht Laune. Und Appetit auf Neues!

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Und ein echter Lichtblick für die Branche:

Dr. Ulrich Hermann als Vorstandsmitglied und Chief Digital Officer der Heidelberger Druckmaschinen AG treibt die digitale Transformation für Heidelberg und seine Kunden vehement voran. Gerade wurde die Heidelberg Digital Unit an den Start gebracht (ich werde in Kürze berichten). 

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Siehe auch: ValueDialog mit Rainer Wiedmann, Leiter HDU sowie Chief Marketing Officer der Heidelberger Druckmaschinen AG.

 


Was muss ich wissen?

Es ist da fast schon anrührend, wenn Online-Print-Vordenker Bernd Zipper sich genötigt sieht, seit 6. Juni 2018 eine Video-Reihe zum Thema ‚Digitale Transformation‘ an den Start zu bringen.

In seinen „Grundlagen“ legt er wie von ihm gewohnt den Finger in die Wunde.

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Zum Video


 

Explizit bezieht sich Bernd Zipper als Technologie-Experte auf die Überführung analoger Prozesse in die digitale Welt. Ist plausibel, denn so ist das Thema ‚Digitale‘ Transformation angelegt. Aber reicht das, wenn man das von mir eingangs Dargelegte reflektiert? Wohl kaum. Aber es ist ein Anfang gemacht, die Online-Print-Community als Treiber der Brancheninnovationen auf den Weg ins Digitalzeitalter zu setzen. Also in jedem Fall anschauen. Neue Folgen gibts im Zweiwochen-Rhythmus.


Mein Fazit

Wie gesagt: ‚Digitale‘ Transformation — oder besser: Transformation fürs Digitalzeitalter! — gelingt nur, wenn man auch ‚digitale’ Kommunikation lernt, verinnerlicht, wertschätzt und praktiziert. 

Für die Print-Branche gilt: Es bleibt viel zu tun. Und viel zu lernen. Denn bislang verhält sich die Print-Branche zu Transformation wie jemand, der die Natur per Schnittblumen ins Haus holt. Und ihnen dann freudig beim unabwendbaren Verwelken zuzuschauen. Ist alles dahin, gibts einen neuen Strauß. — Das Ziel müsste / könnte doch sein, einen wunderbaren Garten quasi wie ein Ökosystem zu bestellen. Oder? Ich helfe gerne mit meinem ‘grünen’ Value-Daumen!

 


Feedback

Scheinbar trifft mein Beitrag den Nagel auf den Kopf. Der Omnichannel/Multichannel-Entrepreneur & Enthusiast Christian Kopocz kommentierte via LinkedIn:

„Treffend zusammengefasst, lieber Herr Weber. Ich durfte dieser Tage wieder die ungeschulten Meinungen aus der Druckbranche vernehmen. Da wird mir Angst und Bange. Das eine Mischung aus vielen Kanälen zur Kommunikation einer Anwendergruppe notwendig ist und man sich mehr printlastige Mailings anstelle E-Mails wünscht, mag der Liebe zur Haptik von 135g Bilderdruck geschuldet sein.

Dass man aber seinem Team und sich selbst Echtzeitinformationen aus digitalen Kanälen vorenthält, digital scheinbar, zumindest den Worten lautend, uninteressant findet, das betrübt. Oder, wie ich gestern [am 6. Juni] in einer inspirierenden, nicht neuen, aber gut gemachten Motivationssession von Kevin Gaskell hören durfte: 25% werden wachsen, 25% werden vom Markt verschwinden. Was die geschätzten Drucker so sicher sein läßt, dass sie zu den verbleibenden, dümpelnden 50% zu gehören, ist mir nicht klar. — Notiz an mich selbst: Eine Nacht drüber schlafen und im Auge behalten :-)“

 


 

Über den Autor

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice. — Mit seinem Blog www.valuetrendradar.com inspiriert er Leser aus über 140 Ländern der Welt.

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About Value Communication AG 2018.011

Prolog

Blicken Sie noch durch? Was ist wichtig im Digitalzeitalter, was weniger, was gar nicht? Unsere wissensbasierten Analysen, Echtzeit-Reports und Netzwerk-Tätigkeiten begeistern Menschen rund um den Globus.

 


Lassen Sie sich ebenfalls begeistern!

Die Leistungsbereiche der Value Communication AG mit Schwerpunkte im B2B

  • BRAINWARE: Rent a Brain-Service — Persönliches Coaching durch CEO Andreas Weber als Ratgeber für nachhaltig-gedeihlichen Transformations-Erfolg auf Basis der Smart Communication-Methodik
  • SOLUTIONS: Projektarbeiten auf Basis von Netzwerk– und Influencer-Arbeiten (rund um den Globus!) für eine ‚nahtlose‘ Konversation — Fokus: Smart Communication Solutions in Kombination aus Wissen und Erkenntnis + Content Telling (and Sharing)  + Messaging + Presentation + Medialization + Interaction
  • MENTORING: Leitgedanke ist, die Kraft der Transformation dauerhaft nutzen zu können, um Menschen im Innersten zu berühren. 

 

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Erfolgsfaktoren (beyond consulting) 

#B2BInfluencer-Programmatik: Wir stellen sicher, das richtige Publikum nahtlos einzubinden, das (disruptive) Innovationen verstehen und nutzen kann. Mit dem Effekt, die Themen unserer Kunden in den richtigen Kontext zu bringen.

#ValuePublishing: Unsere wirkungsstarke, mediale, interaktive Kommunikations-Architektur ist einzigartig. Alles wissenswerte rund um Transformation fürs Digitalzeitalter mit Bezug auf die Werthaltigkeit von Kommunikation — angetrieben von Social Media im Team mit Print!

Referenzen

Wir sind stolz, über 500 Innovationsprojekte erfolgreich zum Ziel geführt zu haben. Wir erreichen die Elite der Innovatoren aus der Kultur- und Kreativ-Wirtschaft. — Unser Kunden kommen aus wichtigen Bereichen der Wirtschaft: Automobil, Handel, Finanzen, Technologie, Maschinenbau, Transport/Logistik, Kultur, Messen, Medien, Werbung, Marketing, Print-Dienstleistung.

Lesetipp

#ValueCheck: Die Krux mit der ‚digitalen‘ Transformation — Analyse zur besonderen Lage in der Print-Branche


Statement unseres Gründers und CEO, Andreas Weber

Transformation fürs Digitalzeitalter bedeutet für mich: Auf mehr Menschlichkeit achten. Wir behandeln Kunden stets wie gute Freunde: smart, vertrauensvoll, persönlich-individuell und wirkungsvoll!“


Hier auch das Video

 


 

Kontakt

Value Communication AG
Andreas Weber, Head of Value
Simsonstr, 6
60385 Frankfurt am Main
zeitenwende(at)me.com

 


 

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HEUREKA! At least I spent some time to re-think my analyst work results based on my 35+ years of business experience. — Conclusion: it shows the beauty of my smart business offerings via Value Communication AG partnering with amazing customers and biz partners around the globe! Happy to get your feedback! Andreas Weber, Head of Value

 

Preliminary Note

Do you still have the right perspective? What is important in the digital age, what less, what not? — Our knowledge-based analyzes, real-time reports and network activities inspire decision-makers around the globe.

Main areas of our smart and highly effective B2B approach by Value Communication AG

  1. BRAINWARE: Rent a Brain — Personal Advisory & Coaching by our CEO Andreas Weber for sustainable smart communication success to master transformation at its best
  2. SOLUTIONS: Project & Community & Influencer Work (around the globe!) — Focus: Smart Communication as a combination of Knowledge + Content Telling (and Sharing) + Messaging + Presentation + Medialization + Interaction to reach a seamless conversation
  3. MENTORING: Use the power of transformation to hit human needs


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Key for success (beyond consulting) 

  • Our #B2BInfluencer program guarantees to reach a great audience for any (even disruptive) innovation approach. At least customers could benefit from our unique method to put their topics in the right context.
  • Providing value adding services & solutions via #ValuePublishing: All about the transformation for the digital age with a deep focus on the real value of communication driven by Social Media + Print

Credentials

We are proud to have successfully implemented more than 500+ innovation projects to date. Our clients come from many important sectors of the economy: automotive, retail/commercial, financial, technology invention, trade shows, publishing, advertising/marketing, printing. — At least we support the cultural & creative industry as the key driver for innovation and transformation in total.

Personal statement

We work beyond the McKinsey’s, Agency Groups and Technology suppliers around the globe. We treat customers as friends — smart, intimate, personal and very effective!

 

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CONTACT

Value Communication AG 

Andreas Weber

 


 

Watch the video as well!

 


 

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Wow! Nach der Krise folgt die Katharsis. — Wer hätte das gedacht: Xerox geht aus all den heftigen Streitereien in den Top-Führungsgremien des Konzerns gestärkt hervor. Es scheint, als habe man nicht einfach den ‚Re-Set-Button‘ gedrückt, sondern die Firma konnte aus sich heraus sich quasi komplett neu erschaffen! Und das auf Basis von ‚Core Values‘, die Xerox aus meiner Sicht seit jeher ausmachen und die entscheidend sind, um wie Phoenix aus der Asche zu steigen: Team-Geist, ungebrochene Innovationskraft, Offenheit und Kollegialität, Verantwortungs-Bewusstsein und emphatisches Gespür für das, was sich ändern muss.


Von Andreas Weber, Head of Value

 


English summary

#XeroxForum 2018: WOW! Digital can be more human!

After all those negative headlines about the proxy fight at Xerox, it seems even more exciting to look around personally at the #XeroxForum 2018 in Warsaw from May 22, 2018 to May 24, 2018 to assess the state of affairs.

My insights: Wow! After the crisis follows the catharsis. 

Who would have thought that? Xerox emerges strengthened from all the fierce quarrels in the top executive bodies of the group. It seems like you have not just pressed the ‘Re-Set-Button’, but the company could almost completely re-create itself! And on the basis of ‘Core Values’, the Xerox in my view from time immemorial and are crucial to rise like Phoenix from the ashes: team spirit, uninterrupted innovation, openness and collegiality, sense of responsibility and an empathetic sense for that, what needs to change.

Conclusion: It’s all about #hyperpersonalization.

Above all, the new task of Xerox is to shape the digital transformation so that human needs are not neglected.

 


Prolog

Nicht erst seit einigen Wochen, seit vielen Jahren kommt Xerox nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Dem Schlingerkurs in der Unternehmensstrategie seit 2010 folgten derbe Umsatzeinbrüche im Office-Solutions- und Highend-Printing-Sektor, Restrukturierungen bis hin zum Split Ende 2016 und aktuell ein bis dato nicht für möglich gehaltener offener Streit mit zwei Hauptaktionären. Das Kernproblem bis dato: Wie erreicht man starkes Wachstum durch eine pro-aktive Zukunftsplanung? Das größte Übel: Auf der Stelle treten!


“Hence, #Xerox is today a gradually melting iceberg, but far from a catastrophe.“ Source: Fortune May 21st, 2018: Paper Jam! How Carl Icahn And a Billionaire Partner Blocked Xerox’s Merger with Fujifilm

Foto Fortune Xerox


Umso spannender erschien es mir, mich auf dem global ausgerichteten #XeroxForum 2018 vom 22. Mai 2018 bis 24. Mai 2018 in Warschau persönlich umzuschauen, um zu beurteilen, wie der Stand der Dinge ist. 

Die Dramaturgie im Vorfeld konnte gar nicht besser sein:

Am Tag meiner Abreise nach Warschau schlug der o.g. Artikel in Fortune vom 21. Mai 2018 wie eine Bombe ein. Akribisch und tief gehend wurden alle Vertraulichkeiten offen gelegt, die durch aktuelle Gerichtsunterlagen dokumentierten, wie derb der Streit an der Spitze von vier ‚alten‘ Männern eine Unternehmens-Ikone wie Xerox nachhaltig beschädigt. (Darwin Deasen, Carl Icahn, Jeff Jacobson und Shigetaka Komori sind zusammen über 300 Jahre alt, letztlich alle geprägt von Egozentrik inkl. einem extremen Hunger nach Macht und Geld.)

Zum ersten Forums-Tag erinnerte mich Facebook an ein Foto aus meinem Account, dass exakt 10 Jahre alt ist. Es zeigt die unvergessliche Anne Mulcahy noch als Chairman & CEO von Xerox Corp., die mir erklärte, wie stolz und zufrieden sie sein könne, dass Xerox seine Innovationsführerschaft in einer solch guten Verfassung zukunftsorientiert auf solidem Fundament ausbauen kann. Insofern könne sie beruhigt den Stab als Chefin weitergeben…

 

Anne Mulcahy drupa 2008

 


Zerrbild oder Realität: Xerox — ‚ein schmelzender Eisberg‘?

Anna Naruszko, Chefredakteurin Poligrafika and Opakowanie Magazines, war vom #XeroxForum 2018 in ihrer Heimatstadt Warschau sichtlich beeindruckt. Sie sei quasi in ein Dilemma geraten, das sie so noch nicht kannte. Am Tag nach dem Event fielen ihr beim Interview mit Xerox-Top-Manager Andrew Copley kaum noch offene Fragen ein. „Das XeroxForum war perfekt organisiert, alles auf den Punkt gebracht, hoch informativ, unterhaltsam und inspirierend — ohne uns Zuhörer zu überfrachten“, sagte sie mir unmittelbar im Anschluss.

Andrew Copley, President, Graphic Communications Solutions,  hatte beim Presse- und Analysten-Briefing klar und ohne Umschweife Position bezogen. Copley betonte, dass Xerox trotz vieler Medienberichte zum ‚Proxy Fight’  im Tagesgeschäft völlig Intakt sei: „Daily business and operations aren‘t infected and absolutely stable“. 

Dass Copley Recht hat, ließ sich in meinen Gesprächen mit vielen der rund 500 Teilnehmern überprüfen. Nicht nur Top-Kunden aus aller Welt, sondern auch Händler und Partnerunternehmen aus dem Software- und Papier-Sektor waren präsent. Tenor: Hohe Kompetenz und Innovationskraft von Xerox lassen uns alle zuversichtlich sein, die Transformation-Journey im Digitalzeitalter bestens zu überstehen, weil Print durch Xerox-Innovationen auf vielen Ebenen stark bleibt.


Trumpfkarte ‚Hyperpersonalisierung‘

Was die Zukunft von uns allen ausmachen wird, erläuterte engagiert und motivierend Toni Clayton-Hine, SVP, Chief Marketing Officer, Xerox Corporation. Sie betonte was nicht nur für Xerox selbst, sondern vor allem für seine Kunden, Händler und Partner wichtig sei, um in allen Märkten Erfolg zu haben: #hyperpersonalization. 

Xerox habe sich entsprechend neu justiert, da nur so die Customer Experience inklusive Customer Benefits und Customer Relations als das Maß aller Dinge in den Fokus rücken können. 

 

‚Hyperpersonalisierung‘? Schon wieder so ein ‚Buzz-Word’ um eine neue Sau durchs Dorf zu treiben? Nein, keinesfalls! ‚Hyperpersonalisierung‘ ist existentiell von Belang, trifft den Nerv von Kunden im Digitalzeitalter und hindert daran, von den dunklen Seiten der Digitalisierung gepackt, als Individuum in Anonymität und Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Das Besondere an #hyperpersonalization

Während ‚personalisierter Service‘ häufig bedeutet, den Kunden beim Namen zu nennen und seine Präferenzen zu verfolgen, wird der Umgang mit dem Kunden durch Hyperpersonalisierung auf ein viel höheres Niveau gehoben — mit weitaus höherem, persönlichen Nutzen. Denn es geht primär darum, Kundendaten in Echtzeit zu entschlüsseln, zu bearbeiten und v. a. in den Kontext zu stellen, mit dem was Win-Win-Szenarien leisten müssen.

Zum Bild: In der Mode- und Kosmetik-Welt ist Hyperpersonalisierung bereits angekommen. Siehe Instagram @londaprof oder YouTube: https://youtu.be/RNVA_PcbeGo

Fakt ist: Kunden von heute haben eine völlig andere Erwartungshaltung. Sie möchten mit Unternehmen und Marken interagieren, die sie als Individuum identifizieren, die ihnen sofortigen Zugriff auf Informationen über jede Interaktion in jedem Kanal bieten. Und die Probleme sofort verstehen und wissen, wie sie es lösen können, basierend auf den erfassten Daten. Das ganze kann und muss konform sein mit den Datenschutzrichtlinien.

Für Toni Clayton-Hine zeigt sich, dass Xerox dabei seine Stärken und Kompetenzen voll zur Entfaltung bringen kann. „Print in seinen modernen, durch Digitaltechnologien angereicherten Möglichkeiten, spielt im Kontext mit #hyperpersonalization eine ganz maßgebliche und auch auf lange Zeit unverzichtbare Rolle“, sagte sie mir im persönlichen Gespräch. Darauf sei nicht nur das Xerox-Leistungsangebot, sondern auch das Marketing von Xerox auf allen Ebenen ausgerichtet. 

Des Pudels Kern: Konversationen!

Dass dieser Anspruch von Toni Clayton-Hine ernst gemeint ist und kein bloßes Marketing-Palaver sein kann, zeigte sich mir in den letzten Wochen: Beinahe täglich war ich seit Anfang Mai 2018 auf der xerox.com-Website, um zusehen, was es zu den Konzernführungs-Streitigkeiten Neues gibt. 

 


Bildschirmfoto 2018-05-26 um 12.32.11 Screenshot von der Xerox Corp. Website per 26. Mai 2018


 

Ich wurde durchgehend vom 9. Mai 2018 bis dato (26. Mai 2018) auf die neueste Innovation von Xerox im Print hingewiesen, die auch auf dem #XeroxForum 2018 in Warschau zelebriert wurde: Iridesse – eine faszinierende neue Technologiebasis, die „BeyondCMYK“ das Digitaldrucken auf Premium-Niveau mit einem Feuerwerk an zusätzlichen Metallic-Farben in sog. One-Pass-Verfahrensweise, also in einem integrierten, durchgängigen Prozess, auf einer Vielzahl von Bedruckstoffen ermöglicht. So stark und gut platziert war bis dato bei Xerox auf Konzernebene noch keine Print-Innovation!

Beachtenswert: Jacob Aizikowitz, Präsident der Xerox-Tochter XMPIE, brachte auf den Punkt, worum es in seinen HiTech-Workflow- und Software-Anwendungen tatsächlich geht: „At least: it’s all about storytelling!“. 


 

XMPie Jacob Key Visual.001

Storytelling ist kein Luxus. Sondern ein Muss!

Im Nachgang zum #XeroxForum ergab sich zu meinem o. g. Echzeit-Post eine interessante, ergänzende Diskussion auf LinkedIn. Jacob Aizikowitz führte in einem Kommentar weiter aus, was aus seiner Sicht unter Storytelling im Kontext mit Multichannel zu verstehen ist:

Its not fairytale stories… and its perfectly OK to collaborate with an Agency in order to invent, tell, and execute the ‘story’. Its not enough these days to say that you do just print; nor is it enough to say that you know how to do PURLs. These days you need to talk Customer Experience… Engagement… Journeys from touch point to touch point, moving between Print and Digital, outbound and inbound, leading towards some desired goal of success.

A hot example is the story of engaging a consumer via the package of the goods they purchased. The package’s QR code leads the consumer mobile into a landing site… interaction adds more data, helps identify desires, and maybe followed with an email and a coupon landing in the consumer’s e-Wallet. This is story-telling.

You need to know how to tell such story in order to get the job from your client. They need to be engaged by your story. And in order to create such stories, one needs experience, imagination, innovation, and a good set of tools for sketching, developing, telling, interacting, deploying, and managing the execution of all journeys that flow from the story.

Meine Ergänzung:

Fully agreed, Jacob Aizikowitz. — Addendum: But don‘t forget that it‘s also a challenge to have a best-in-class storytelling approach to communicate properly (mainly by Social Media in real-time!) that you are a storyteller in the way you described it.

 


 

Mit andern Worten: Die Aufgabe von Xerox ist vor allen Dingen, die digitale Transformation so zu gestalten, dass dabei menschliche Bedürfnisse und relevante Konversationen  nicht zu kurz kommen und persönliche Belange jederzeit beim Einsatz von digitalen Medientechnik-Prozessen zu berücksichtigen sind. 

Multichannel erhält dadurch eine neue Dimension: Humanity — Menschlichkeit! Das passt in Zeiten von Social Media, Social Responsibility und Social Selling perfekt ins Bild. — Der kanadische Musiker und Bestseller-Autor David Usher zeigte in seiner herausragenden multimedialen Präsentation wie im Mix aus persönlichem Vortrag, Live-Gesang, witzig-pointierten Charts, Videos (u.a. mit seiner kleinen Tochter) und dem Dialog mit dem Publikum des #XeroxForum vom Menschen erschaffene Kreativleistung inszeniert werden kann. #Benchmark


 

Neue Chancen. Neues Glück?

Die Art und Weise, wie das #XeroxForum 2018 konzipiert und durchgeführt wurde, haben das Publikum wie auch mich nachhaltig begeistert. Das Forum war (wie sonst vielfach üblich) kein Show-Act, um möglichst stark zu beeindrucken! Alle Beteiligten waren mit Herz und Verstand dabei und schafften einen Konsens für alle Branchenvertreter aus dem globalen Print-Business, dem sich niemand entziehen konnte. Dazu trug auch bei, dass die Referenten durchweg smart, eloquent und sympathisch ihr Publikum zu keiner Zeit aus den Augen verloren. Entsprechend funktionierte das Networking und Miteinander ganz hervorragend.

Ein wichtiger Indikator für den Erfolg: Das Echt-Zeit-Feedback via Social Media war phänomenal. Allein per Twitter wurden über 2,6 Millionen Impressions während des Events erreicht. Zehntausende reagierten auf der Business-Plattform LinkedIn. 

Zugleich zeigte sich, dass die eingangs zitierten Streitigkeiten auf Top-Führungsebene nach außen mehr Schaden anrichteten als Spuren im Inneren des Konzerns zu hinterlassen: Iridesse als komplexes Entwicklungsprojekt von Xerox mit Fuji Xerox litt und leidet unter keinerlei Schwierigkeiten im Miteinander. Im Gegenteil, die heterogenen Teams aus den USA und Japan verstehen sich bestens. Weiteres ist in der Pipeline.


Epilog

Zwei kleine ‚Schönheitsfehler‘ gab es am Rande des #XeroxForum 2018 zu beobachten:

  1. Es wurde wie in der Branche üblich noch immer darüber spekuliert, dass Druckereien / Print Service Provider nunmehr doch endlich Marketing Services Provider werden müssten. — Hoppla! Das ist Quatsch! Druckerei zu sein, ist auch im Digitalzeitalter keine Schande. Warum auch? Druckereien müssen mit dem was sie gut können einfach ‚nur’ einen richtig guten Job machen und stets über Innovations-Lösungen zeigen, dass Print werthaltig und heute wie morgen unverzichtbar ist. — Wenn schon ein neuer Begriff, dann doch eher: ‚Print Innovation Solution Partner‘. Kurz: #PISP. Oder?
  2. In einem Workshop wurde Druckereien anhand eines 10-Punkte-Plans pragmatisch erklärt, wie sie sich vernünftig präsentieren und ihre Geschäfts-Kommunikations- und -Marketing-Aufgaben optimieren. Ganz anschaulich und in den Anforderungen moderat, fast so, wie man das vor zehn Jahren hätte machen sollen. Für 99 Prozent der Teilnehmer war dies dennoch Neuland — und wird es wohl für viele auch künftig bleiben, je schneller die ‚Digital Transformation‘-Journey voranschreitet. — Autsch! — Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


#XeroxForum 2018 via Twitter— ein starker Erfolg!

 

: Great success for on — 2,684,548 impressions by 113 contributors! — Most active: #1 #2 #3 | Results via

 


 

Video mit Galapräsentation

 


 

Die wichtigsten Tweets im Überblick

Per Value-Echtzeit-Report via Twitter Moments gibt es einen umfassenden und rasch erfahrbaren Überblick über alles Wichtige auf dem #XeroxForum 2018 (inklusive Fotos und Videos).


Addendum

Beispiel, wie Änderungen im Verbraucherverhalten durch Innovationen im Packaging auf innovative Weise ein Echo finden können.

 


 

Zum Autor

Andreas Weber ist Gründer und CEO von Value Communication AG. Als Analyst & Berater für Erfolg mit Print im Digitalzeitalter ist er zugleich auch globaler Netzwerker und Publizist. Sein Blog www.valuetrendradar.com inspiriert Nutzer/Leser aus über 130 Ländern.

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ValueCheck Inkjet Printing.001

Von Andreas Weber, Head of Value 

 

Prolog

Mein nun auch im ValueBlog publizierter Beitrag zu Inkjet-Printing war redaktioneller Teil einer erfolgreichen Premiere in der Schweiz! Zur 25-Jahrfeier bietet Herausgeber Martin Spaar mit seinem Team die erste, komplett individualisiert im Inkjet-Druck hergestellte Ausgabe. 

 


 

Wir stehen also an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter der gedruckten Kommunikation. Denn was Individualisierung bringt und bewirken kann, erleben wir täglich im Web und speziell in den sozialen Netzwerken. Diese digitale Raffinesse verbunden mit der physischen Schlagkraft des Gedruckten hat ein riesiges Potenzial. —Martin Spaar 

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Zur Online-Ausgabe des gedruckten Magazins gehts per Klick!


 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von Herstellerseite den Druckereien versprochen wird: Inkjet-Printing ist das Maß aller Dinge und eröffnet neue Märkte und Profite. Stimmt das? Ja und Nein. 

Ja, weil das Inkjet-Verfahren nicht mehr nur auf das Bedrucken von Papier oder Karton abzielt und damit über Nutzungsmöglichkeiten im klassischen Druck hinausführt. Sogar das Bedrucken dreidimensionaler Gegenstände ist möglich, wie z. B. Heidelberger Druckmaschinen und Xerox mit neuen Systemen wirkungsvoll beweisen.

Nein, weil damit einher geht, dass es schlicht nicht stimmt zu behaupten, man könne mit Inkjet-Printing den Offsetdruck ablösen oder aus dem Stand heraus ganz neue Anwendungsbereiche für die Druckbranche erschließen.

Genau hinschauen und abwägen, ist zwingend notwendig, um einen Tanz ums Goldene Kalb zu vermeiden. Hier eine Auswahl meiner aktuellen Beobachtungen: 

  1. Inkjet-Printing für den professionellen, hochproduktiven Druck ist relativ neu. Erfolgreiche Anwender in der Druckbranche lassen sich bis dato mit wenigen Fingern abzählen. Bei allen war der Schlüssel zum Erfolg nicht der Fokus auf die Drucktechnik, sondern auf die Pre-Media-Prozesse sowie das Finishing/die Verarbeitung inklusive Logistik/Distribution. Bestes Beispiel: Peter Sommer und Elanders Germany in Waiblingen. (Siehe Lesetipp unten)
  2. Hohe Inkjet-Druck-Volumen, auf die sich Hersteller gerne berufen, laufen seit langem im Transaktionsdruck, da man hier IT-Kompetenz mit Automation der Verarbeitung und Distribution nahtlos gestalten kann. (Übrigens der Grund, warum ein Big-Player wie Pitney Bowes in das Vermarkten von Digitaldrucktechnik eingestiegen ist).
  3. Es werden von den Herstellern mit Inkjet-Printing fokussiert neue Kundengruppen ausserhalb der Druckbranche und des Transaktionsdruck angesprochen. Canon Europa ist der Vorreiter, in dem es im Zuge der Reorganisation nach der drupa 2016 einen neuen Geschäftsbereich gegründet hat: Die Canon Graphic & Communications Group führt u. a. die Kreativwirtschaft sowie zahllose Branchen wie Architekten, Handwerker etc. mit neuen Systemen ans Inkjet-Drucken heran.
  4. Seit der drupa 2016 zeigt sich, dass die Inkjet-Revolution bei den Herstellern ihre Kinder frisst. HP genügt sich selbst (und optimiert statt innoviert). Landa kommt nicht von der Stelle. Bobst hat eine Kehrtwende vollzogen und mit Gründung der Mouvent AG die Neukonzeption für Inkjet-Printing durch eine clevere Cluster-Technik und anderes mehr vollzogen. Und Heidelberg hat im Team mit Fujifilm durch Primefire eine neue bahnbrechende Plattform für Hochqualitäts-Inkjet-Printing entwickelt, die im anspruchsvollen Verpackungsmarkt für Aufsehen und Anerkennung sorgt. 
  5. Traditionsunternehmen wie die Durst Group haben sich neu aufgestellt: Mit der P5-Philosophie wird alles darauf ausgerichtet und optimiert, was die Leistung und Verfügbarkeit der Drucksysteme maximiert sowie eine beispiellose Flexibilität in der Medien- und Auftragsabwicklung zulässt. Übrigens waren die Durst-Innovationen ein Highlight auf dem Online Print Symposium 2018 in München. 
  6. Es haben sich ganz neue Anbieter still und leise in Stellung gebracht, die mit neuen Systemarchitekturen individuell konfigurierbare, modulare Inkjet-Printing-Produkutionsanlagen ermöglichen, wie zum Beispiel die Firma Cadis Engineering aus Hamburg zeigt. Cadis kann z. B. HTML-Daten drucken und verzichtet aufs Rippen.
  7. Der eigentliche Gewinner bei Inkjet-Printing ist derzeit ein Hidden Champ: Der Bücherdruck. Xerox Europe zeigte dies eindrucksvoll Ende März im Team mit Book on Demand GmbH in Hamburg beim #Books2018 Event. Eine riesige, automatisierte Druckfabrik erzeugt in Echtzeit bis zu 25.000 Book-for-One-Produkte pro Tag. Wachstumstreiber sind die Impika-Inkjet-Drucksysteme von Xerox mit ausgeklügelter Hunkeler- und Müller-Martini-Technik zur Verarbeitung. Der Clou: Eine neue Impika-Tinte, die ungestrichene Papiere problemlos und bestens bedrucken kann.
  8. Last but not least: Wenn von massiver Substitution gesprochen werden kann, dann ersetzen Inkjet-Printing-System (Bogen wie Rolle) am ehesten bestehende Toner-Digitaldrucksysteme.

Fazit: Beim Inkjet-Printing wird und muss sich noch viel tun. Wir stehen erst am Anfang. Und müssen neu Denken lernen, um nicht in die Innovationsfalle zu tappen: Indem wir fälschlicherweise davon ausgehen, Inkjet-Printing sei primär dazu da, das was wir ohnehin im Druck tun können, zu verbessern.

Es geht daher weniger ums ‚schneller, besser, billiger‘, es geht vielmehr ums ‚neu, zeitgemäß und anders‘, um die komplexen Kommunikations-Herausforderungen des Digitalzeitalters zu meistern. — Think different!

 


Zum Autor

Andreas Weber ist Gründer und CEO von Value Communication AG. Als Analyst & Berater für Erfolg mit Print im Digitalzeitalter ist er zugleich auch globaler Netzwerker und Publizist. Sein Blog www.valuetrendradar.com inspiriert Nutzer/Leser aus über 130 Ländern.


 

Lesetipp: Peter Sommer im ValueCheck

Peter Sommer, Digitaldruck- und Inkjet-Pionier, Elanders Group: „Das Elanders-Konzept ist nicht auf eine bestimmte Drucktechnik fixiert. Die zentrale Frage ist immer, was mit einem Produkt erreicht werden soll und wie es zum Empfänger kommt. Die Integration in die Supply-Chain beginnt bei der Beratung der Kunden und hört bei der maßgeschneiderten Logistik auf.“

ValueCheck Peter Sommer Elanders ENG.001

 


 

ValueCheck Xerox.001

Von Andreas Weber, Head of Value

Es geht rund. Mit Turbo-Geschwindigkeit. Nach öffentlichen, harten Streitereien und Querelen mit den wichtigsten Aktionären muss bei Xerox Corp. der nach dem Split im Januar 2017 inthronisierte CEO Jeff Jacobson die Segel streichen und mit ihm ein halbes Dutzend Aufsichtsrats-Mitglieder. Ist das Unternehmen nun in einer schweren Krise? NEIN!

Prinzipiell ist Xerox grundsolide und finanziell gut aufgestellt. Was die Großaktionäre rund um Carl Icahn störte: Das hohe Potential von Xerox Corp. wurde nicht zielführend genutzt und Xerox sollte unter Wert seine Markenidentität und Eigenständigkeit aufgeben, indem es mit Fuji Xerox unter der Hoheit von Fijifilm verschmolzen wird. 

Fast zeitgleich mit der Meldung, dass Jeff Jacobson ausscheidet, wurden am 2. Mai 2018 von Bill Osbourn, Chief Financial Officer, Xerox, gute Ergebnisse für das 1. Quartal 2018 vermeldet und eine Print-Technologie-Neuheit weltweit präsentiert, die aufhorchen lässt: Metallic Dry Inks.

 

Ergänzende Meldungen vom 3. Mai bzw. 7. Mai 2018

Jeff Jacobson und die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder sollen nun doch (vorläufig) im Amt bleiben. — Aprilscherz im Mai? Oder ist der Xerox-Konzern außer Kontrolle? “As a result, the current Board of Directors and management team will remain in place. Xerox and its Board of Directors recognize the uncertainty caused by the developments of the past several days among the company’s investors and other stakeholders. The Xerox Board and management team remain focused on driving continued improvement in financial and operational performance, and will consider all options to create value for the company and its shareholders.“ Source: https://www.news.xerox.com/news/Xerox-settlement-agreement-with-Carl-Icahn-and-Darwin-Deason-has-expired

Aktionäre gegen Vorstand/Aufsichtsrat — Wenn zwei sich (um #Xerox) streiten, freut sich der Dritte? — „Vor allem bei #Fujifilm dürfte man sich über die neueste Entwicklung die Hände reiben. Schließlich hatten die Japaner direkt nach dem Urteil angekündigt, dagegen vorzugehen und die getroffene Vereinbarung vor Gericht anfechten zu wollen.“ Quelle: Jacobson gegen Icahn — Neue Runde im Streit um Xerox-Verkauf an Fujifilm, via crn.de.

 

Weitere Meldungen vom 13. Mai und 18. Mai 2018

Xerox verlautbarte am 13. Mai 2018, dass es doch beim Wechsel an der Konzernspitze bleibt. Jeff Jacobson tritt endgültig ab. Ebenso fünf Ausichtsratsmitglieder. Zugleich wurde bekanntgegeben, dass der Deal mit Fujifilm vom Tisch ist und die Transaktionsvereinbarung vom Januar 2018 beendet wurde. 

Wie Bloomberg am 18. Mai 2018 verlautbarte, äußerte sich der Fujifilm-CEO, dass er juristisch gegen Xerox vorgehen werde, um den Deal doch noch zu realisieren: “Sukeno said he wants to explain to Xerox shareholders that the merger with Fujifilm is the only option for the American company to grow and have a future. A combined entity would be more efficient, he said.”

Großaktionär Darwin Deason gab in diesem Kontext eines seiner wenigen TV-Interviews, das sich lohnt anzuschauen. Er sagte unter anderem: “We have found a crown jewel in new Xerox CEO John Visentin.”


Juni 2018: Xerox verliert deutlich an Börsenwert!

Mit der Androhung einer Klage über 1 Milliarde US-Dollar setzt Fujifilm die Xerox Corp. heftig unter Druck. Seit Anfang Februar 2018 rutschte der Börsenkurs pro Aktie von rund 34 US-Dollar auf knapp über 27 US-Dollar ab. In den Finanzmedien wird dies argwöhnisch beobachtet: “Is Xerox (XRX) in Trouble for Terminating Fujifilm Deal?” (June 19, 2018)

Die Marktkapitalisierung sank damit um mehr fast 1,5 Milliarden US-Dollar. Es zeigt sich eine tiefe Kluft zur Durchschnittsentwicklung im Business Service Markt, die deutlich wächst.

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Xerox will das Joint Venture mit Fuji Xerox nach 2021 nicht mehr weiterführen, wie der neue CEO John Visentin am 25. Juni 2018 erklärte. — “Visentin said Xerox does not currently plan to renew its technology agreement with Fuji Xerox when it expires in 2021. There is “enormous potential growth opportunity” in Xerox selling directly to the Asia-Pacific market with “sole and exclusive use of the Xerox name and a more efficient, better-managed supply chain than exists with Fuji Xerox,” Visentin said.”  [Quelle: Xerox CEO Visentin: Fuji lawsuit is ‘misguided negotiating ploy’ by Sarah Taddeo , Rochester Democrat and Chronicle, Published 6:19 p.m. UTC Jun 25, 2018].


 

Meine Einschätzung, da es definitiv bei einem neuen CEO bleibt: Exzellente Ausgangsposition für einen Neuanfang

Das Menetekel, der Fisch stinke vom Kopf her und vergifte alles, trifft m. E. bei Xerox nicht zu. Vielmehr bietet sich eine extrem gute Basis auf hohem Niveau. Der designierte neue CEO Giovanni (“John”) Visentin trifft auf ein Unternehmen, dass sich in den Strukturen verschlankt hat, Ballast abgeworfen hat und in allen Bereichen mit vielen motivierten und talentierten Mitarbeitern nach vorne preschen kann. Seine Ernennung wird im Branchenchargon als „Hot Landing“ bezeichnet, quasi wie im Militär beim Einsatz von Fallschirm-Pionieren.

John Visentin hat umfassende Erfahrung im Top-Management für innovative Informations-Technologie-Lösungsangebote. Und er kennt sich mit Übernahmen aus. Seine wichtigste Aufgabe dürfte sein, erfahrbar zu machen und nach aussen darzustellen, worin die eigentlichen Stärken von Xerox liegen. Eben nicht nur in Hardware und Boxen, sondern in intelligenten, multifunktionalen Software-Lösungen und -Architekturen, die Business Solutions ermöglichen, um die Kundenkommunikation ganzheitlich zu stärken und das „Customer first“ und vor allem „Communication First“ in den Fokus zu rücken. 

In Deutschland kann man das bereits in ersten Ansätzen nachverfolgen: Das Management rund um Jacqueline Fechner ist bestens aufgestellt. Mit Christian Gericke  ist seit November 2017 ein Innovations- und Transformations-erfahrener Top-Manager an Bord, der das Marketing und vor allem das professionelle Print-Geschäft für Xerox GmbH nach vorne bringen wird.

All dies wird in der Wirtschaftspresse positiv aufgenommen und kommentiert. Nachfolgend eine Selektion von Artikeln und Kommentaren:

Handelsblatt vom 2. Mai 2018: http://amp.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/druck-von-investoren-xerox-chef-tritt-zurueck-verkauf-an-fujifilm-kommt-auf-den-pruefstand/21233180.html

Democrat & Chronicle: https://amp.democratandchronicle.com/amp/572294002

Forbes: https://www.forbes.com/sites/georgebradt/2018/05/02/executive-onboarding-note-how-xeroxs-new-ceo-john-visentin-can-survive-his-hot-landing/#b22cd0c5ddea

Reuters berichtet von Kaufinteressenten: https://www.reuters.com/article/us-xerox-m-a-apolloglobal/exclusive-apollo-global-approaches-xerox-about-possible-acquisition-sources-idUSKBN1I32CF


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About the expected XEROX Vice Chairman and CEO John Visentin (Quelle: Xerox Corp.)

Giovanni (“John”) Visentin is expected to be the Vice Chairman and Chief Executive Officer of Xerox Corporation. Prior to being appointed to that role, Mr. Visentin was a Senior Advisor to the Chairman of Exela Technologies and an Operating Partner for Advent International, where he provided advice, analysis and assistance with respect to operational and strategic business matters in the due diligence and evaluation of investment opportunities. John was also a consultant to Icahn Capital in connection with a proxy contest at Xerox Corporation from March 2018 to April 2018. 

In October 2013, Mr. Visentin was named Executive Chairman and Chief Executive Officer of Novitex Enterprise Solutions following the acquisition of Pitney Bowes Management Services by funds affiliated with Apollo Global Management. In July 2017, Novitex closed on a business combination with SourceHOV, LLC and Quinpario Acquisition Corp. 2 to form Exela Technologies, becoming one of the largest global providers of transaction processing and enterprise information management solutions. Exela Technologies now trades on the NASDAQ under the ticker symbol XELA. 

Mr. Visentin was previously an Advisor with Apollo Global Management and contributed to their February 2015 acquisition of Presidio, the leading provider of professional and managed services for advanced IT solutions, where he was Chairman of the Board of Directors from February 2015 to November 2017. 

Mr. Visentin has managed multibillion dollar business units in the IT services industry (at each of Hewlett-Packard and IBM) and over the course of his career has a proven track record transforming complex operations to consistently drive profitable growth. Mr. Visentin graduated from Concordia University in Montreal, Canada, with a Bachelor of Commerce.


Eine Hommage an Print! — Video-Kommentar von Andreas Weber zur herausragenden Ausgabe Nr. 114 des Print-Fachmagazins Druckmarkt.

 


Hommage an #Print! Das renommierte Print-Fachmagazin #druckmarkt übertrifft sich selbst und stellt die moderne #Druck-Kunst in den Kontext des #DigitalAge. Bravo. Anbei eine Kostprobe, das Editorial „Vom Abverkauf zum Kundennutzen“, verfasst von Druckmarkt Verleger und Chefredakteur Klaus-Peter Nicolay. Titelstory: Mein ValueDialog zu ‚Heidelberg Subscription‘ mit Dr. Ulrich Hermann. — Viel Spass beim Lesen wünscht Ihr Andreas Weber, Head of Value.


 

Seit Jahresbeginn ist gewaltig viel Bewegung im Markt der Zulieferindustrie. Ob das nun zum Fürchten oder einfach nur der Lauf der Dinge ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle – der Markt zeigt seine kalte Schulter. 

Es ist nämlich kaum anzunehmen, dass die sibirische Kälte der letzten Wochen Fujifilm und Xerox, manroland web systems und Goss, Presstek und Mark Andy zum Kuscheln unter eine gemeinsame Decke gelockt hat, Kolbus dazu gezwungen hat, sein Klebebindegeschäft Müller Martini anzuvertrauen oder die Papierfabriken Feldmühle Uetersen und Scheufelen in die Insolvenz schickte. Es sind einmal mehr die Marktveränderungen, die diese Entwicklungen geradezu unumgänglich gemacht haben.

Wir haben es ganz offensichtlich mit einer neuen Phase der Branchenkonsolidierung zu tun. Waren es in jüngster Zeit vor allem Druckereien, die sich zusammenschlossen oder die schließen mussten, sind es jetzt (wie schon vor knapp zehn Jahren zu Beginn der Finanzkrise) Hersteller von Maschinen und Verbrauchsmaterialien, die Konsequenzen ziehen müssen. Dabei kommt das ja nicht unvorbereitet. 

Denn wenn das Druckvolumen weltweit zwar einigermaßen stabil bleibt, die Zahl der Druckereien aber weiter abnimmt, muss die Frage schon erlaubt sein, ob der Markt überhaupt noch so viele Hersteller mit ihrer Flut an Angeboten verträgt? Und das gilt für den Digitaldruck ganz genauso wie für den Offsetdruck. 

Schon nach der drupa 2016 hatten wir in unserem Beitrag „Eine Überdosis Digitaldruck?“ festgestellt, dass es zu viel und zu viel Unausgereiftes von allem gibt – und haben prophezeit, dass Zusammenschlüsse kaum zu vermeiden sind. Dabei hat sich das Problem für die Hersteller von Digitaldruckmaschinen seither verschärft. 

 

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Die Bogenoffsetdruckmaschinen der in den letzten Jahren gerne als Dinosaurier gescholtenen Unternehmen Heidelberg und Koenig & Bauer bieten durch höchste Automatisierung enorme Leistungen bei einer Gesamtanlagen-Effektivität, die bei industriell ausgerichteten Druckereien in den nächsten Jahren noch einmal deutlich zunehmen wird. Das bedeutet, dass der Wettbewerb zwischen Offset und digitalem Druck noch einmal deutlich zunehmen wird, aber auch, dass die Anzahl an Druckwerken in den Druckbetrieben noch einmal zurückgehen könnte.

Heidelberg hat darauf schon reagiert und neue Modelle der Kundenbetreuung vorgestellt, um in dem kleiner werdenden Maschinenmarkt überlebensfähig zu bleiben. Einen Einblick in die neue Philosophie und die damit verbundenen Geschäftsmodelle geben wir im „Druckmarkt 114“, der soeben erschienen ist. Auch Koenig & Bauer und Durst feilen an Konzepten, bei denen der Kundennutzen und nicht der Abverkauf im Zentrum stehen.

Diese Unternehmen haben erkannt, dass es Zeit ist für einen Wandel, bei dem auch bislang funktionierende Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt werden müssen, um ihren Kunden – in dem Fall den Druckereien – mehr Nutzwert und Freiheit zu geben, sich weiterentwickeln zu können. 

Das sollten aber auch Druckereien ihrerseits beherzigen. Denn wer ein Produkt oder eine Dienstleistung verkauft, sollte sich stets fragen, was er denn wirklich verkauft? Ein Buch, einen Geschäftsbericht, eine ausgefallene Broschüre? Oder sind es nicht in Wirklichkeit Selbstverwirklichung, Ansehen oder Emotionen, die Kunden damit verbinden? 

Es geht eben längst nicht mehr um die Eigenschaften eines Produktes, sondern um dessen Wirkung. Wer sich mit der Denkweise auseinandersetzt, welchen Nutzen sein Produkt für den Kunden hat, wer vom Produkt- auf Nutzendenken umschaltet, ist auf dem richtigen Weg, die Bedürfnisse seiner Kunden wirklich zu erfüllen. Denn das ist der eigentliche Treiber der aktuellen Marktveränderungen.

Kontakt

Dipl.-Ing. Klaus-Peter Nicolay (Chefredakteur und Herausgeber)
E-Mail: nico(at)druckmarkt.com

Julius Nicolay (Redaktion)
E-Mail: julius(at)druckmarkt.com

Druckmarkt
c/o arcus design & verlag oHG
Ahornweg 20
D-56814 Bruttig-Fankel
Tel.: +49 2671 3836
Fax: +49 2671 3850

URL: http://www.druckmarkt.com

 


 

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What does a brand mean to a consumer?
What does a consumer mean to a brand?

By Andreas Weber, Head of Value. |  German Version

Many brands boast that they “create worlds of experience for our customers.” The question I ask myself is: do brands still meet the momentum which really determines customer needs, or rather: customer satisfaction? Or does an increasingly enforced brand experience approach not just miss the mark, but create more frustration than enjoyment?

Preliminary remark: learn from the best! Before any initial questions can be answered, looking back will help to bring us forward (‘Back to the Future’ style). Apple is a prime example to learn from. In the mid-90s, the company was at an all-time low, almost to the point of bankruptcy. Despite this, they managed a turnaround. Today, Apple has been the world’s most valuable brand for years. How was this possible? — “Communication first” was a central statement of the legendary Steve Jobs at the ‘Apple confidential meeting’ on September 23, 1997. 

With the “Think Different” Campaign he launched shortly afterwards, he initiated a tremendous upheaval in the industrial industry. 10 years later, they went on to break the sound barrier with the release of the iPhone. Since then, Apple as been making a higher per capita profit than most companies in terms of per capita sales. 

Although Jobs emphasized that products, marketing and distribution are important, he put smart communication above all else and made it a top priority. With his iPhone presentation on January 9, 2007, he achieved an ad-hoc gain of around $1 billion (media coverage, share price growth) before the product was even on the shelves. The trick: Jobs personally demonstrated the new device in great detail, and thus made himself identifiable with his customers and their new experience possibilities. 

The credo: Smart Communication puts the central focus on the customer experience. This has made the pioneer Apple the number one premium brand to date. As an iCEO, Jobs was also a dedicated Chief Communications Officer, which enabled his ideas to become part of the DNA of Apple, its partners and, in particular, its customers. This is a principle to which other companies, such as Berkshire Hathaway by Warren Buffett or Virgin by Richard Branson presumably also owe their success.

 

 

In my opinion, Apple is by far the most capable Smart Communication Company — and that includes maximum loyalty to their customers around the globe. 

 


Personal note: Anyone who buys an Apple product can experience
this — I’ve just bought the new iMac 27” with a Retina 5K Display and a MagicTrackPad. From (online) procurement including leasing to
free-of-charge delivery, the incredibly easy setup (just unpacking the iMac is a beautifully designed experience) up to the iCloud registration following Apple’s welcome email — which offered the very best professional support — the new computer seamlessly became a part of both my personal and professional life. This includes marvelous surprises, numerous technical innovations and quality features at the highest level. In conclusion: benchmark!


 

So let’s ask ourselves:
What distinguishes customer experience from brand experience?

Learning from the best: If you take a closer look, Apple and many other of the world’s most valuable brands follow a similar principle. Google, Facebook, Amazon, Uber and Airbnb – all of which are highly successful companies of recent times – have internalized and practiced the customer experience principle. 

Experts like to claim that their success is due to the superior innovative platform business model. To an extent, in my opinion, this is true: exponential growth is possible with this model, as you are able to address millions, even billions, of customers directly. However, business model innovations, as well as new digital technologies, are ‘only’ a means to an end — and not necessarily a guarantee of success. 

Think different!

 

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Consideration 1

It is crucial to exploit the innovation and technology mechanisms in such a way that dialogues or conversations with customers take place in real time. This enables us to perfect services and create products that are tailored to the customer’s needs. Smart Communication ensures all of this!!

Consideration 2

The brand itself is no longer the center of attention; instead, it rather becomes a common vehicle for companies and customers. Mass Marketing becomes Customized Mass Marketing. The majority of established brand companies put their focus on brand experience in order to impress customers with the strongest possible brand impact. This is a way to impress your customers with the strongest possible brand experience and thus induce them to buy your products. However, the best case scenario in this: you end up covering your costs, but you can barely manage to grow profitably and organically or achieve double-digit margins.

Consideration 3

Reality is inevitable: customers often feel more and more disappointed if they feel that brands have lost personal contact with them.

 


 

Adobe’s study, Reinventing Loyalty: The New Loyalty Experience (Fall 2017) found that 75% of CMOs admit that customer loyalty/customer satisfaction need to be improved, or that they don’t even know what their customers are dealing with. “This clearly demonstrates that CMOs feel that there is huge room for improvement when it comes to implementing new loyalty dimensions.” 

 

In my opinion, these new “loyalty dimensions” are entrenched in “old” values: trust, satisfaction, and relatedness. These values also form the core of Smart Communication. 

In this context: The usual “digital” transformation efforts of many companies miss the point. Instead of focusing on customer experience, many companies focus instead on the optimization of internal processes. 

While these do save the company time and money, they tend to drastically increase time and effort for the customer. Personal, human-to-human consultation opportunities are thus almost impossible. Anyone who’s spent far too much time on hold knows what I’m talking about.

 

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Consideration 4

In my view, in order to avoid customer dissatisfaction and loss of loyalty, it is not necessarily a matter of changing qualifications, but of changing the mandate of those responsible for marketing. 

Why?

  • Brand experience puts the focus on buying. It mainly uses expensive media and creative services from third parties (although Nielsen reports that in Germany, Europe’s premium market in 2017, gross advertising expenditure declined in some cases, despite high growth in mobile advertising). The corresponding strategies and measures are aimed at, almost as if on a hunt, bombarding customers with advertising, anywhere, anytime. So-called bonus programs make the hunt all the more dynamic.
  • But: Customer Experience, on the other hand, relies on customer satisfaction and service, through methods of direct contact and dialogue. Customer Experience follows the principle of ‘Listen & Learn.’ Real-time capturing of customers experiences is used to continuously improve products and services. Communication and transaction are interlinked as closely as possible, preferably seamlessly. The credo: It’s all about interaction and relatedness by smart communication.

Consideration 5

The Brand Experience Principle no longer applies. Customer sensitivities and expectations can best be met with an individually-tailored Smart Communication architecture, which should be designed with a customer experience focus. 

If the Smart Communication strategy, which is so successful for Apple, is structured in a systemic way, adapted to your company, and precisely understood in detail, the essence of Smart Communication, you will be able to respond extremely quickly to individual customer needs. There is no other choice! ‘Communication first’ thus goes hand in hand with ‘Customer benefits first.’

 


 

Instructions 

  1. Think different! Put your current branding and customer experience strategies to the test and discuss your findings with others. 
  2. Rethink and critically assess the values of your company’s current communication approach and processes (i. e. via the ValueCheck questionnaire).
  3. Listen & Learn. Understand and use the insights that my White Paper on Smart Communication offers, including specific instructions for action and organizational models. 
  4. I am always available for further explanations and support.

 


 

About Andreas Weber, Founder and CEO of Value Communication AG
Since more than 25 years Andreas Weber serves on an international level as a business communication analyst, influencer and transformer. His activities are dedicated to the ‘Transformation for the Digital Age’ via presentations, management briefings, coachings, workshops, analysis&reports, strategic advice. — Andreas Weber’s Blog inspires readers from around 130 countries around the globe.

 


 

 


 

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Was bringt dem Kunden eine Marke?
Was fordert eine Marke dem Kunden ab?

Überlegungen von Andreas Weber, Head of Value | English Version

 

Marken schwärmen: „Wir schaffen Erlebniswelten für unsere Kunden.“ 

Die Frage, die sich mir stellt, lautet: Treffen Marken noch das Momentum, was Kundenbedürfnisse, oder besser: die Kundenbefindlichkeit, tatsächlich ausmacht? Oder führt eine zunehmend forcierte Brand Experience-Attitüde nicht am Ziel vorbei — schafft mehr Frust als Lust?

Vorbemerkung: Von den Besten lernen! — Bevor sich die Eingangsfragen beantworten lassen, tut ein Blick zurück nach vorne gut (’Back to the Future’). Apple ist ein Paradebeispiel, von dem wir lernen können. Mitte der 1990er Jahre im Dauertief, fast nahe der Pleite, gelang der Turnaround. Heute ist Apple seit Jahren die wertvollste Marke der Welt. Wie konnte das gelingen? — „Communication first“ war ein zentrales Statement des legendären Steve Jobs beim ‚Apple confidential meeting‘ am 23. September 1997. 

Mit der kurz darauf gestarteten, unendlich erfolgreichen „Think Different“-Kampagne leitete er einen gewaltigen Umbruch in der Industriegeschichte ein, um mit dem iPhone 10 Jahre später die Schallmauer zu durchbrechen. Apple macht seitdem einen höheren Pro-Kopf-Gewinn als die meisten Unternehmen Pro-Kopf-Umsatz. 

Jobs betonte, dass Produkte, Marketing und Distribution wichtig seien, stellte aber die ‚Smart Communication‘ über alles und machte sie zur Chefsache. Mit seiner iPhone-Präsentation am 9. Januar 2007 erzielte er ad-hoc einen Zugewinn von rund 1 Milliarde US-Dollar (Media-Coverage, Aktienkurszuwachs) ohne das Produkt schon verkaufen zu können. Der Kniff: Jobs führte das neue Gerät bis ins Detail persönlich vor und hat sich damit mit seinen Kunden und ihren neuen Erlebnismöglichkeiten identifizierbar gemacht. 

Das Credo: Smart Communication rückt die Customer Experience ins Zentrum und machte den Vorreiter Apple bis dato zur Premium-Marke Nummer 1. Als iCEO war Jobs zugleich auch ein engagierter Chief Communication Officer, um seine Vorstellungen Teil der DNA von Apple, seiner Partner und v. a. seiner Kunden werden zu lassen. Ein Prinzip, dem andere Unternehmen wie z. B. Berkshire Hathaway durch Warren Buffett oder Virgin durch Richard Branson vermutlich ebenfalls ihren Erfolg verdanken. 

 

 

Apple hat sich aus meiner Sicht mit Abstand als fähigstes Smart Communication-Unternehmen profiliert. Mit maximaler Loyalität bei Kunden rund um den Globus. 

 


Persönliche Anmerkung: Die Erfahrung kann jeder machen, der ein Apple Produkt kauft — so wie ich gerade den neuen iMac 27’’ mit Retina 5K Display und MagicTrackpad: Von der (Online-)Beschaffung inkl. Leasing bis zur Lieferung frei Haus, der kinderleichten Inbetriebnahme (allein das Auspacken des iMac ist ein Designerlebnis!), bis zu der iCloud-Anmeldung unmittelbar folgenden Welcome-Email von Apple — die Profi-Support anbot, der sogleich aufs Beste erfolgte — wurde in kürzester Zeit der neue Computer Teil meiner persönlichen Erlebnis- und Arbeitswelt. Mit wunderbaren Überraschungen dank zahlreicher Technik-Innovationen und Qualitätsmerkmalen auf höchstem Niveau. In Summe: Benchmark!


Fragen wir uns also:
Was unterscheidet Customer Experience von Brand Experience?

Von den besten lernen: Schaut man genau hin, verfolgen neben Apple auch andere der wertvollsten Marken der Welt ein ähnliches Prinzip: Google, Facebook, Amazon, Uber und Airbnb — alles überaus erfolgreiche Unternehmen der neueren Zeit, die das Customer Experience-Prinzip verinnerlicht haben und praktizieren. Von Experten wird gerne angeführt, der Erfolg liege am überlegenen innovativen Plattform-Geschäftsmodell. 

Aus meiner Sicht stimmt das zwar, weil exponentielles Wachstum möglich wird: man ist in der Lage, Millionen und Milliarden von Kunden direkt anzusprechen; aber Geschäftsmodell-Innovationen wie auch neue Digital-Technologien sind ‚nur’ Mittel zum Zweck — und per se keine Erfolgsgaranten.

Wir müssen also das Andere denken — Think different!

 

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Überlegung 1

Entscheidend ist, die Innovations- und Technologie-Mechanismen so auszunutzen, dass Dialoge respektive Konversationen mit Kunden in Echtzeit entstehen, um für die Perfektionierung von Services und Produkten nutzbar zu werden, die sich am individuellen Bedarf des Kunden ausrichten. Smart Communication stellt das sicher!

Überlegung 2

Die Marke selbst steht nicht mehr im Zentrum, sie wird quasi zum gemeinsamen Vehikel von Unternehmen und Kunden. Aus Mass Marketing wird Mass Customized Marketing. Legt man wie die Mehrzahl der etablierten Markenunternehmen den Fokus auf Brand Experience, um über die möglichst starke Strahlkraft der Marke per Mass Penetration Kunden zu beeindrucken und so zum Kaufen zu bewegen, kann man im besten Falle noch Kosten decken, aber kaum noch profitabel organisch wachsen oder zweistellige Margen erzielen.

Überlegung 3

Die Realität ist zwangsläufig: Kunden fühlen sich mehr und mehr enttäuscht, wenn Marken offensichtlich den persönlichen Kontakt zu Ihnen verloren haben. 

 



Adobe
hat in seiner aktuellen Studie „Reinventing Loyalty: The New Loyalty Experience“ (Herbst 2017) herausgefunden, dass 75 Prozent der CMO’s zugeben, dass bei Kunden-bindung/Kundenzufriedenheit Verbesserungsbedarf besteht bzw. dass sie gar nicht wissen, was ihre Kunden eigentlich beschäftigt. „This clearly demonstrates that CMOs feel that there is huge room for improvement when it comes to implementing the new loyalty dimensions.“


Die neuen ‚Loyalty Dimensions’ fußen meines Erachten auf ‚alten‘ gemeinsamen Wertvorstellungen, geprägt durch Vertrauen, Zufriedenheit, Verbundenheit (relatedness), die auch den Kern von Smart Communication ausmachen. 

In diesem Kontext zu beachten: Die üblichen ‚digitalen‘ Transformations-Bestrebungen führen am Ziel vorbei, da nicht Customer Experience, sondern die Optimierung unternehmensinterner Prozesse erfolgt, die dem Unternehmen Aufwand und Kosten sparen, den Aufwand beim Kunden aber drastisch erhöhen. Persönliche Rückfrage-Möglichkeiten von Mensch zu Mensch sind dann allzuoft kaum noch möglich.

 

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Überlegung 4

Um Unzufriedenheit und Loyalitätsverlust bei Kunden zu vermeiden, bedarf es aus meiner Sicht nicht unbedingt einer veränderten Qualifikation, sondern der Änderung des Auftrags der Marketing-Verantwortlichen. 

Warum?

  • Brand Experience legt den Fokus auf „buying“ und benutzt überwiegend kostspielige Medien und Kreativ-Leistungen Dritter (wobei wie Nielsen in Deutschland als Premiummarkt in Europa für das Jahr 2017 vermeldet, die Brutto-Werbeausgaben zum Teil rückläufig sind, trotz hohem Wachstum bei Mobile-Advertising). Die entsprechenden Strategien und Maßnahmen zielen darauf ab, Kunden ständig, fast wie auf einer Treibjagd, mit Werbebotschaften zu befeuern, anywhere, anytime. Sog. Bonusprogramm dynamisieren die Hetze erheblich.
  • Aber: Customer Experience setzt dagegen auf „serving & satisfying“ v. a. durch Direktkontakte und Dialoge. Customer Experience folgt dem Prinzip des ‚Listen & Learn‘. Die Echtzeit-Erfassung der Kundenerlebnisse wird genutzt, um Produkte und Services stetig zu verbessern. Kommunikation und Transaktion werden dabei so eng wie möglich, am besten nahtlos, verzahnt. — Credo: It’s all about interaction and relatedness by smart communication.

Überlegung 5

Das Brand Experience Prinzip führt nicht mehr weiter. Mit einer individuell zugeschnittenen Smart Communication-Architektur, die Customer Experience-fokussiert ausgestaltet wird, lassen sich Kundenbefindlichkeiten und Erwartungen am besten decken. Im Fokus: Great Conversations!

Wenn man die für Apple so erfolgreiche Smart Communication-Strategie systemisch strukturiert, aufs eigene Unternehmen adaptiert sowie im Detail das Wesen der Smart Communication exakt versteht, wird man extrem rasch auf individuelle Kundenbefindlichkeiten eingehen können. Es bleibt nämlich gar keine andere Wahl! ‚Communication first‘ geht dann einher mit ‚Customer benefits first‘.

 


 

Handlungsanweisungen 

  1. Think different! Stelle Deine aktuelle Branding- und Customer Experience-Strategie auf den Prüfstand und diskutiere Deine Erkenntnisse mit anderen.
  2. Überdenke und hinterfrage kritisch den Wert der gegenwärtigen Kommunikationspraxis in Deinem Unternehmen (gerne mithilfe des ValueCheck Fragenkatalogs).
  3. Listen & Learn: Verstehe und nutze die Insights, die mein White Paper zu „Smart Communication“ bietet, inkl. konkreten Handlungsanleitungen und Organisation-Modellen.
  4. Gerne stehe ich mit meinem reichen Erfahrungswissen für weitere Erläuterungen und Unterstützung zur Verfügung.

 


 

Über den Autor: Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Andreas Weber als international renommierter Business Communication Analyst, Coach, Influencer und Transformer. Seine Aktivitäten fokussieren sich auf ‚Transformation for the Digital Age’ via Vorträgen, Management Briefings, Workshops, Analysen & Reports, Strategic Advice. — Mit seinem Blog www.valuetrendradar.com inspiriert er Leser aus über 130 Ländern der Welt.

 


 

 


 

Ein kompetentes Moderator-Team führte durch die zwei Symposiums-Tage: Jens Meyer, Dr. Eduard Neufeld und Bernd Zipper (v.r.n.l.).

Von Klaus-Peter Nicolay, Verleger und Chefredakteur DRUCKMARKT

 

Hinweis: Der nachfolgende Beitrag ist ein Auszug aus dem umfassenden #ops2018-Bericht „6. Online Print Symposium: Endlich online – und nun?“, der auf beyondprint.de publiziert wurde und im Fachmagazin DRUCKMARKT im April gedruckt erscheinen wird. — Siehe auch den #ValueCheck via Twitter Moments sowie den #ValueDialog mit den Experten-LiveTV-Interviews.

 

Jetzt gilt es, im Wettbewerb zu bestehen und sich zu behaupten. Das ist nicht gerade eine der einfachsten Übungen, wie das 6. Online Print Symposium in München deutlich machte. Denn es geht bei Weitem nicht alleine ums Drucken. Deshalb wurde den über 250 Teilnehmern ein Füllhorn (auch) an E-Commerce-Themen präsentiert, die zugleich das riesige Potenzial von Print offenbarten.

Entwicklungen und Trends

Thomas Fleckenstein, Geschäftsführer der Druckerei Lokay, hatte [in seinem wunderbaren Vortrag] den Beweis angetreten, dass sich die „alte“ Druckindustrie den neuen Zeiten anpassen und sich transformieren muss. Weil derart transformierte Unternehmen und Online-Printer (auch in Nischen) den Markt der Zukunft bestimmen werden und die größten Chancen haben, im Wettbewerb zu bestehen.

 

Schließlich gibt es schon heute Verlierer der Transformation, stellte Bernd Zipper, CEO zipcon consulting GmbH und Mitveranstalter des Symposiums, in seinem jährlichen Rück- und Ausblick klar. Dazu gehören Online-Drucker zumindest nicht, denn Online-Print verzeichnet auch weiterhin die stärksten Wachstumsraten in der Druckindustrie. So wuchsen die Open Shops im Online-Print 2017 um 15,4% auf einen Umsatz von 3,0 Mrd. € in den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei die Top 5 mit 1,47 Mrd. € fast die Hälfte des Umsatzes stellen. Rechnet man noch den Umsatz der Closed Stores dazu, also die Portale von Druckereien, die eigene Shops für ihre Kunden betreiben, addiert sich der Online-Umsatz in D/A/CH auf 7,5 Mrd. €. Damit macht Online-Print bereits rund ein Drittel des Marktes aus.

Für das laufende Jahr prognostizierte Zipper jedoch geringeres Wachstum. Er sieht das Marktvolumen für 2018 bei 7,85 Mrd. €. Das entspricht bei den Open Shops zwar noch immer einem Zuwachs von 8,3% und bei den Closed Shops von 2,2%, doch sieht Zipper eine Umsatz-Umverteilung, die das Wachstum bremst.

Und er sieht nicht nur dort eine Umverteilung, sondern auch eine nochmals massive Konsolidierung bei den Druckbetrieben in ganz Europa. So geht Zipper davon aus, dass von den 34.000 Druckereien in Europa bis 2025 nur noch 17.000 bleiben. Natürlich hat er bei diesen Zahlen die Kleinstbetriebe (mit einem oder zwei Mitarbeitern) unterschlagen, doch wenn auch größere Drucker auf der Strecke bleiben, kann das nur eine Ursache haben: „Ignoranz“, sagte Zipper „und die viel zitierte und genauso oft auch falsch verstandene Digitale Transformation“.

 

Digitale und andere Transformationen

„Nur weil ein Unternehmen einen Online-Shop betreibt, ist es noch lange nicht transformiert“, erklärt Bernd Zipper. „Ich treffe oft genug auf Fehleinschätzungen des eigenen Fortschritts.“ Es mangele vor allem bei mittelständischen Online-Druckereien vielerorts an ausreichendem Investitionskapital, an der notwendigen Infrastruktur und an Wissen. „IT-Denken ist zwar notwendig, für den Erfolg eines Online-Printers steht jedoch E-Commerce-Thinking im Fokus“, sagt Zipper.

Oder anders ausgedrückt: Wer in dem agilen Online-Print-Markt auf Dauer erfolgreich sein will, braucht Strategien zum Aufbau und zur Sicherung von Marktanteilen. Nur Unternehmen, denen es gelingt, neue Produkte, veränderte Kundenwünsche, neue Märkte und Innovationen in ihrer Strategie zu verankern, sind auf Dauer erfolgreich. „Dazu muss man eigentlich alle Themen auf dem Radar haben“, führte Zipper in München aus und beschrieb die wichtigsten Trendthemen, mit denen sich Online-Drucker auseinandersetzen müssen.

  • Multi-Play auf allen Ebenen: Genauso wie Markenartikler auf allen Kommunikations-Kanälen unterwegs und auch physisch präsent sein müssen, um ihre Käufer zu erreichen, müssen Online-Drucker darüber nachdenken, nicht nur mit einem Shop im Internet vertreten zu sein. Der „lokale Online-Printer“ werde immer beliebter, sagte Zipper – wie es Flyeralarm mit „Print-to-go“ bewiesen habe. Denn die Nähe zum Kunden bietet einmal eine erweiterte Form des Services und zugleich auch einen persönlicheren Marktzugang.
  • Same-Day-Delivery wird Online-Print nach Einschätzung von Bernd Zipper unter Druck setzen, da hohe Anforderungen an Produktionsgüte und Geschwindigkeit gestellt werden. B2B-Kunden werden die Lieferung am gleichen Tag zwar mit der Akzeptanz höherer Preise goutieren, doch wird sich dies (wie heute schon in England) auf Metropol-Regionen beschränken. Flächendeckend dürfte es auf absehbare Zeit nur schwer realisierbar sein.
  • Dynamic Pricing: Im E-Commerce wird die Methode einer dynamischen Preisanpassung in Abhängigkeit von Kundenprofil, Bestellverhalten oder Customer Journey schon länger eingesetzt.  Auch wenn bestimmte Kundengruppen eher negativ auf diese Preisvarianten reagieren, lässt sich Dynamic Pricing unter Umständen einsetzen, um Kapazitäten kurzfristig auszulasten.
  • Marktzugang über mobile Endgeräte: Zipper erinnerte daran, dass mobile Sucherergebnisse und Ladezeiten ab Juli 2018 für Google relevant sind. Diesen Einfluss solle man nicht unterschätzen, mahnte Zipper (übrigens nicht zum ersten Mal).
  • Digitale Assistenten sind derzeit ein heißes Thema und werden ohne Zweifel Einfluss auf Print haben. Auch wenn Alexa, Siri oder Google Home auf der Suche nach aufwändigen Drucksachen heute noch streiken, aufgeben oder dummes Zeug erzählen, ändert sich das Verhalten der User, die ihre Suche nicht mehr eintippen wollen, sondern sich mit ihrem „Assistenten“ unterhalten möchten. So eben auch bei der Suche nach preiswerten Visitenkarten oder Dienstleistern. Das „Age of Assistance“ steht dabei zwar erst ganz am Anfang, doch die Entwicklung über die Spracherkennung hinaus als Teil des „Machine learning“ und der künstlichen Intelligenz wird sich etablieren.
  • Robotik ist heute schon in einigen Bereichen der Branche erkennbar. Nicht mehr nur als Roboter in „Käfighaltung“, die alleine arbeiten, sondern vor allem als kollaborative Roboter, die mit Menschen zusammenarbeiten. Dabei geht es um Zuarbeit, um Maschinenbestückung, um das Be- und Entladen, um Schneideroboter, Pick and Place und sehr viel mehr.

Megatrend: Mass Customization

Gerade die Robotik wird einen erheblichen Anteil am Megatrend Mass Customization ausmachen, ist Bernd Zipper überzeugt. Hiervon würden heute schon Märkte wie Packaging, Labeling, Textile, Promotion etc. geradezu „befeuert“. 

„Die zunehmende Individualisierung der Nachfrage und das Aufkommen von Long-Tail-Märkten zwingen Unternehmen dazu, sich neu zu erfinden und ein neues Maß an Flexibilität zu erreichen. Mass Customization ist eine Schlüsselstrategie, um diese Herausforderung zu meistern“, weiß Prof. Dr. Frank Piller. Er ist Director Institute of Technology and Innovation Management an der RWTH Aachen und hat Mass Customization in den letzten zehn Jahren bei mehr als 200 verschiedenen Organisationen untersucht. Sein Fazit: „Mass Customization bietet ein Set an Handlungsoptionen, die in den meisten Unternehmen anwendbar sind.“

Erfolgreiche Mass Customization baut laut Prof. Piller auf einer Reihe strategischer Fähigkeiten auf, die im Laufe der Zeit ein bestehendes Geschäft ergänzen und bereichern. In seinem Vortrag stellte er dies am Beispiel der Sportschuhhersteller vor. Beeindruckendes Beispiel: Adidas bietet jedes Jahr 8.400 Schuh-Varianten an, hat erkannt, dass Mass Customization die Kundenbindung massiv beeinflusst und verknüpft Kauf, Nutzung und den Neuerwerb seiner Laufschuhe vergleichbar mit einem „Abomodell“.

Dabei machte er deutlich, dass Mass Customization ausschließlich davon lebt, dass Menschen unterschiedlich sind. „Aber für Customization an sich interessiert sich kein Mensch. Sie interessieren sich für die Effekte danach und haben eine gewisse Freude am Konfigurieren eigener Produkte.“ Dabei müsse ein Konfigurator so einfach wie möglich sein, um das Kauferlebnis zu unterstützen.

Hier sieht Prof. Piller die Innovatoren aber nicht in der herstellenden Industrie: Online-Print habe den Markt der Mass Customization in eine neue Generation geführt.

Massen-Individualisierung in Print

Während sich Prof. Piller in seiner Keynote in erster Linie mit Produkten des täglichen Lebens beschäftigte, die massenhaft individualisiert werden können, werden sich wohl etliche Teilnehmer gefragt haben, ob sich klassische Print-Produkten nicht ähnlich „customizen“ lassen?

Die Antwort kam prompt. Denn jetzt schickt sich das Kölner Start-up AutLay.com (AutLay steht für Automatisches Layout) an, die Druckvorstufe zu revolutionieren. Dabei profitiert AutLay von der  Forschungsarbeit an der Uni Köln, wo sich Wirtschaftsinformatiker seit über einem Jahrzehnt mit Personalisierung und Individualisierung im Druck beschäftigen. Herausgekommen ist eine völlig neue Software-Architektur für die Automatisierung von Layouts in Echtzeit.

 

„Wir überführen Inhalte vollautomatisch in ein druckfertiges Dokument. Dies können Produktdaten aus einem Webshop oder PIM-System sein, die Teil eines Katalogs werden sollen“, erläuterte Dr. David Schölgens, Wirtschaftsinformatiker an der Universität Köln und Teil des AutLay-Teams.

„Mit AutLay lassen sich all die Vorteile wie Individualisierung, Cross-Selling, Up-Selling, Real-Time Marketing etc., die aus dem Online-Kontext bekannt sind, auch für den Kommunikationskanal Print nutzen. Durch die vollautomatische Erstellung der Layouts wird die Massen-Individualisierung auch im Druck möglich.“ AutLay könne auch eine individualisierte Zeitung aus Blogeinträgen erstellen, so Dr. Schölgens.

Dabei berücksichtige AutLay verschiedene Ästhetik-Kriterien, die in aufwändigen Forschungen untersucht und für Computer messbar gemacht wurden. „So wird es möglich, Layouts zu erstellen, die ein Mindestmaß an Ästhetik erfüllen“, führte Dr. Schölgens aus und betonte besonders, dass AutLay ohne Templates auskommt – bislang steter Engpass der Prepress-Prozesse. Denn Templates sind starre Vorlagen, die als „digitale Schablonen“ bis dato notwendig sind, um fixe und variable Bestandteile wie Texte oder Bilder definieren.

Bei Anwendungen wie individualisierten Verkaufskatalogen oder auch Magazinen dürften sich mit dieser Software der Zeitaufwand und damit auch die Kosten für die Vorstufe um ein Vielfaches reduzieren. Der Zeitvorteil setzt wiederum Potenzial beim Time-to-Market frei, ein Kundenbedürfnis im Verkaufsprozess, und potenzielle Käufer werden schneller und individueller mit dem haptischen Medium Print erreicht.

Fazit und Ausblick: Im Mittelpunkt der Herde

Zwei Tage Symposium, mehr als ein Dutzend hochkarätige Vorträge, Diskussionen, eine Partnerausstellung und Networking – das alles lässt sich nur schwer in einem Beitrag und schon gar nicht in einem Satz zusammenfassen. Dazu waren die Themen zu verschieden und auch die präsentierten Strategien zu vielfältig. Merkmale wie Masse, Nische, Größe oder Spezialitäten lassen sich beliebig mit Produkten, Kundenanforderungen, Services, Plattformen oder Internationalisierung kombinieren. 

 

 

Schließlich gab es in München auch Einblicke in den indischen Markt, Modelle für Mass Customization und den 3D-Druck und die Erkenntnis, dass es Fans für Abfüllanlagen und Likes für den Maschinenbau gibt. „Ja, Social Media und B2B funktioniert, wenn man langweiligen Content vermeidet und die richtigen Kanäle für die Kommunikation auswählt“, berichtete Maria Seywald, Social-Media-Managerin beim Maschinenbauer Krones, über ihre Erfahrungen in der modernen Unternehmenskommunikation.

Jetzt könnte man zwar kritisieren, dass manche Themen nicht wirklich zum Online-Print passen, zu allgemein oder nicht neu waren. Aber es erstaunt doch, was und wie viel sich in einem Jahr verändert. Print ist eben eine Branche, die sich ständig neu erfindet. 

Denn wenn es um digitale Transformation und die Transformation bereits transformierter Geschäftsmodelle geht, müssen einige Dinge neu definiert werden. Wenn Drucksachen dynamisch erzeugt werden können, müssen auch Mass Customization, das Individualisieren und Crossmedia neu gedacht werden. Und wenn der Anspruch der Kunden an Print-Produkte (auch jenseits von Papier und Karton) in dem Maße wächst, wie sich die Möglichkeiten des Drucks immer mehr erweitern, dann ist der Stellenwert eines solchen Branchentreffs gar nicht hoch genug einzustufen.

So war das 6. Online Print Symposium nicht einfach nur die Fortsetzung eines erfolgreichen Events. Es war mehr und ist mehr. Beim Online Print Symposium fühlt man sich inmitten der immer größer werdenden Herde ausgesprochen innovativer Drucker. Das macht Spaß und verbindet. Deshalb sollte München einer der Orte sein, für die Sie 2019 einige Tage einplanen sollten. Zwei zumindest für das 7. Online Print Symposium. Das findet am 4. und 5. April 2019 statt.