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Von Andreas Weber  |  English version via INKISH News

Betrachtet man wissenschaftlich fundierte Analysen zum ökonomischen Ausblick der Einschnitte durch die COVID-19-Pandemie, so zeigt sich, mit Blick auf Deutschland, dass mehr Gelassenheit und vor allem Umsicht gut täte.

Das aktuelle Frühjahrsgutachten 2020 der führenden Wirtschaftsinstitute (zusammengefasst von Globus auf Basis der Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2020) zeigt im wesentlichen Folgendes:

  • Verbraucherpreise bleiben relativ stabil.
  • Arbeitslosenquote steigt nur sehr moderat
  • Wirtschaftswachstum sinkt um 4,2 %
  • Privatkonsum sinkt um 5,7
  • Expert (Waren und Dienstleistungen) sinkt am stärksten mit 10,9 %

Diese Werte werden für 2020 angesetzt. Und in der Vorschau auf 2021nahezu durchwegs kompensiert bzw. in den Steigerungsraten sogar übertroffen. 

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Lediglich das Finanzierungssaldo des deutschen Staates (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) kann das Sinken um 4,7 % im Jahr 2020 im nächsten Jahr wohl nicht kompensieren, da für 2021 ein Null-Wert angenommen wird. Experten gehen davon aus, dass die notwendige höhere Verschuldung eines reichen Landes wie Deutschland kaum Probleme bringen wird.


 

Print als Tradition-Branche: Im Vergleich zeigen sich bedrohliche Defizite

Mit Blick auf die Print-Branche sehen die Zahlen anders, partiell viel erschreckender aus. Umsatzrückgänge von bis zu 80 % werden vermeldet, sogar von Druckereien, die als hoch-innovativ gelten und bis dato rasch gewachsen sind. Betroffen ist vor allem der Akzidenzdruck-Bereich. Sogar das international agierende, bis dato aufgrund des dynamischen Wachstums gefeierte Online-Printing-Unternehmen wie HelloPrint ist in Existenznöten, wie Web2Print-Experte Ludovic Martin via LinkedIn berichtete.

Beim Verpackungsdruck sieht das komplett anders aus. Die Lage ist recht stabil. Insbesondere flexibel Verpackungen, die im Flexodruck hergestellt werden, sind stark gefragt (siehe unser INKISH Interview mit DFTZ) sowie Umverpackungen für den Online-Handeln sowie der Etikettendruck vor allem im FMCG-Bereich. Probleme ergeben sich nicht aus der Nachfrage/Auftragslage, sondern bestehen in der Beschaffung von Verbrauchsmaterialien und in der Abrechnung der Aufträge, falls Kunden Zahlungen verzögern.

Der erfahrene Print-Experte Rainer Wagner hat mit seiner Analyse im #INKISH-Interview völlig recht: Die COVID-19-Pandemie polarisiert den Druckmarkt und wird ihn komplett verändern. Verlierer sind die Akzidenzen, die eh schon seit Jahren rückläufige Umsätze verzeichnen mussten. Der Wiener Fachjournalist Knud Wassermann hat dies in einer lesenswerten Analyse aufgezeigt. Somit wissen wir, was nicht mehr funktionieren kann und was seit längerem schon absehbar war.

 

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Die bange Frage bleibt: Wie sieht die Zukunft der Druckbranche aus?

Aber, so unsere Einschätzung: Allein auf Technik-Möglichkeiten mit Digitaldruck zu setzen, sprich Drucksachen individualisiert in Auflage 1 wirtschaftlich herstellen zu können, wird nicht reichen. Erstens: Weil es Druckereien nicht genug Volumen in Umsatz und Ertrag liefern kann. Zum Zweiten weil damit der extrem hohe Bedarf der Auftraggeber gar nicht gedeckt werden könnte.

Ein Unternehmen wie Procter & Gamble bedient weltweit über 5 Milliarden Kunden. Zwar machen nur bei den wenigsten individualisierte Drucksache Sinn, trotz allem wäre die Zahl riesig und kaum zu bewältigen. Ähnliches ergibt sich im B2B. Hier kommt hinzu, dass der persönliche Kontakt zu Kunden entscheidet. Doch der findet längst nicht mehr über Print statt, sondern über digitale Kanäle.

Wie kann man nun das Rennen gewinnen und als Druckerei am Leben bleiben und zuversichtlich in die Zukunft blicken? Eine wichtige, hochkomplexe Frage, die ich zusammen mit Petra Lüftner via INKISH D-A-CH in den nächsten Wochen gerne aufgreife, um aus verschiedensten Perspektiven Lösungs-Szenarien zu entwicklen. Wer mitmachen will, kann sich gerne bei uns melden.

Kontakt über LinkedIn:

Petra Lüftner

Andreas Weber

 


 

Klares Statement via INKISH.TV von Günter Thomas: Print ist Premium!

 

 


 

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Von Andreas Weber, Head of Kidding

#HeißerScheiß vorab aus dem #Homeoffice, zum 1. April 2020#Breakingnews

+++ Die Vorhut der Verlage sieht sich gestärkt und dynamisch durch die Koronalkrise. „Während andere zaudern, haben wir sofort gehandelt. Unsere Online-Aktivitäten haben wir massiv gestärkt und vervielfacht. Denn unsere E-Newsletter erscheinen jetzt nicht mehr wöchentlich, sondern täglich! Das wird neue Leser bringen“, heisst es zuversichtlich aus Verlegerkreisen. Und auch in Sachen Kosteneinsparung ist manchem bereits ein Coup gelungen — durch das fortschrittliche #Postponing: „Wir verschieben das Erscheinen unserer Print-Titel auf unbestimmte Zeit. Dadurch können wir die Kosten um 80 % senken. Das soll uns erst mal jemand nachmachen.“ Zudem mache das Arbeiten nun erst wieder richtig Spaß. Journalisten müssen nicht mehr zwischen Galadiners und Powerpoint-Orgien im Hotel sozusagen auf der Bettkante mühevoll Stories produzieren. Ein nicht namentlich genannt werden wollender Journalist stellt zufrieden fest: „Wir können nun ganz gemütlich, besonnen und mit ruhiger Hand im #Homeoffice lässig per Copy&Paste unsere Newsletter mit den wichtigen Meldungen der Industrie befüllen. Es geht uns nicht wie manchen anderen ums Phrasendreschen. Wir liefern harte Fakten aus Dritter Hand!“. — My Take: #Bravo. Da können wir lernen, wie man charmant aus der Not eine Tugend machen kann.+++

+++ Das Geschäftsmodell auf #Postponing umzustellen, ist derzeit auch im Event- und Messegeschäft der große No-Brainer. Der Chef eines führenden deutschen Messeunternehmens zeigt sich begeistert: „Wir haben soviel Zuspruch und positives Feedback bekommen auf unsere Ankündigungen, bis auf weiteres alle Messen zu verschieben. Viele bewundern unseren Mut! Das spornt an!“. Unbestätigten Berichten aus höchst zutraulichen Quellen zufolge sollen ab 2021 alle Messen jeweils im Jahresrhythmus verschoben werden. Das spare den Kunden und Besuchern enorm an Aufwand. Transporte und Reisen vor allem mit dem Flugzeug entfallen, was der Umwelt zugute komme. Zudem reagiere man so adäquat auf den Kollaps im Hotel- und Gaststättengewerbe. +++

+++ Auch im HighTech-Bereich sind durch Postponing der Kreativität kaum mehr Grenzen gesetzt: Nach der durch die Krise verschobenen feindlichen Übernahme eines Erz-Konkurrenten hat der US-Grossaktionär und Investment-Aktivist C. Bierhahn ein Happy-End gefunden: Vorstands- und Aufsichtsrat-Mitglieder beider Konzerne sollen sich per Homeoffice verbrüdern. Am besten gehe das durch gemeinsames Computerspielen. #Postponing erhält so durch #Gaming eine ganz neue Dimension.+++

[Anm. der Redaktion: Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit unserer Inhalte. Hauptsache endlich mal positive Nachrichten].

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Die Buch-Krise ist größer als angenommen. Dem Buchmarkt sind von 2013 bis 2017 6,4 Millionen Käufer abhanden gekommen. Grafik: Andreas Weber. Foto: ZDF, Mainz.

 

#Think!Paper—  Edition 1, Volume 4

Von Andreas Weber, Head of Value

Die Frankfurter Buchmesse offenbart durch ihre Stärken die Schwächen der Verlage. Für fünf Tage im Jahr passiert das, was Leser sich wünschen, aber sonst nicht bekommen können: Persönlicher Kontakt mit Autoren, Büchermachern und tausenden anderen Buch-Liebhabern aus aller Welt. Somit ist man Teil des Geschehens.

Im wahren Leben ist das anders. Verlage kennen ihre Kunden nicht. Und schätzen deren Bedürfnisse falsch ein, was zu einer existentiellen Krise führt, die aktuell schlimmer denn je erscheint. (Anm.: In Deutschland sind dem Markt in den Jahren 2013 bis 2017 6,4 Millionen Buchkäufer verloren gegangen; das ist ein Minus von 18 %; Quelle: ZDF-Bericht vom 10.10.2018).

 


Die Umsätze mit e-Books liegen in Deutschland auf niedrigstem Niveau. Quelle: Statista.de


 

Der Fundamental-Irrtum der Verlagswelt (neben der Tatsache, dass das Kerngeschäft Print nicht innoviert resp. transformiert wird, sondern der Fokus nur auf Senkung der Herstellungskosten liegt): Nicht das e-Book wurde zum Feind des Gedruckten. Vielmehr sind es Zeit und Gelegenheit. Leser wenden sich den Plattformen und Blogs zu, die Inhalte anders, v. a. multimedial, per Movies und Bildwelten, inhaltlich kurz, prägnant aufbereiten und das ‚Konsumieren‘ einfach und angenehm machen; gerade auch, weil Inhalte sich damit an den Regeln der Mobile-Welt ausrichten. 

Hinzukommt: Die Menschen schätzen immer mehr, sich mit anderen auszutauschen und Konversationen zu betreiben. 

Ergo: Buchmesse top, Verlagswelt flop! 

#transformation #publishers # fmb18 #PDA #ThinkPaper

Lesetips

Zum Start der Frankfurter Buchmesse 2018 erschien die neueste Onlinestudie von ARD und ZDF.

Siehe auch den Kommentar von Beate Frees und Wolfgang Koch: „Onlinestudie von ARD und ZDF: Über 90 Prozent der Deutschen sind online“

Und: Sieben Fakten zum deutschen Buchmarkt (zdf-mediathek)

 

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English Abstract

#ValueCheck: Potemkin villages?

The Frankfurt Book Fair / Frankfurt Book Fair 2018 reveals the weaknesses of publishers due to its strengths.

For five days a year it’s possible to get, what readers want, but otherwise can not get: personal contact with authors, book makers and thousands of other book lovers from around the world. The beauty: you are part of the action.

It’s different in real life. Publishers do not know their customers. And therefore misjudge their needs, leading to an existential crisis that is currently worse than ever.

The fundamental error of the publishing world (in addition to the fact that the core business of print is not innovated or transformed, but the focus is only on reducing production costs): Not the e-book became the enemy of the printed book. Rather, it is time and opportunity. Readers turn to the platforms and blogs for different content, via  multimedia, movies and image worlds, short in terms of content, concise processing and making ‘consuming’ simple and enjoyable; also because content aligns with the rules of the mobile world.

In addition, people are increasingly appreciating the opportunity to interact with others and to engage in conversations.

Ergo: Book Fair top, publishing world flop!

#transformation #publishers # fmb18 #PDA #ThinkPaper

 


 

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Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, will im Interview beschwichtigen: Auch wenn die Buchkäufer-Zahlen rückläufig sind, gelesen würde so viel wie immer. — Foto: Screenshot aus ZDF-Interview vom 10.10.2018

 

Kommunikation will gelernt sein.

Kommentar von Christian Kopocz via XING

Sehr gut auf den Punkt gebracht, verehrter Andreas Weber. 

Verlage kennen die Kunden nicht. Das wird ein wichtiger Punkt sein. Vergleicht man mit den Teststores von Amazon. Ein Beispiel: Das Geschäft in Chicago zeigt prominent die Bestseller aus dem Viertel/regional bezogen und aus Online- und Offlinewelt gesammelte Informationen. Das macht nicht nur neugierig, es macht auch Sinn.

Verlage, die noch immer lieber in Massenproduktionen zu günstigstem Preis und einer Platzierung im Buchhandel kalkulieren, ohne einen Weg zu finden, die Informationen der Leser zu sammeln und vor allem sinnvoll zu nutzen, die haben einfach keine Zukunft. 

Doch es passiert einfach noch immer zu wenig. Perspektivlosigkeit, Alter, allgemeine Situation. Alles Ausreden für fehlenden Willen und Fähigkeit.

In der Tat ist der persönliche Kontakt schwer. Da haben es Verlage noch schwerer als der Buchhandel. Auch hier findet man nur selten wirkliche Konversation. Lesungen allein sind nicht das Mittel. 

Doch Kommunikation will gelernt sein. Da war wieder das böse Wort. LERNEN. Da liegt ein weiteres Problem. Lebenslanges Lernen. Tut nicht weh, doch wie oft soll man das noch sagen und beweisen?

#handel #buch #buchhandel #book #transformation #learning #change #customercentric

 

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#jesiusandreas

Unsere Jetztzeit wird in nie zuvor gekanntem Ausmaß von Krisen und Konflikten gezeichnet. Alle Bereiche sind betroffen: Gesellschaft, Ökonomie, Politik, Religion sowie letztendlich die Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen. Moderne Zeiten sind keine guten Zeiten.

Viele Fragen tauchen auf und scheinen ungelöst. Dadurch entsteht ein Dilemma. Wir setzen auf Innovation, um uns weiterzuentwickeln. Nur: Das Innovative gilt zwar stets als „das Moderne“ — ist aber nicht gleich „das Neue“. Da das Innovative nicht gleich das Neue ist, das wir brauchen, um uns zu entwickeln, wie kommt dann das Neue in die Welt? Wie analysieren und bewerten wir, ob wir Rück- oder Fortschritte machen? Ist unser Denken und Handeln überhaupt noch auf Sinnhaftigkeit ausgerichtet? Taugen unsere Wertesysteme noch?

 

Mich interessiert daher vor allem: Hat der Mensch der Jetztzeit, dessen Existenz vom Neuen zehrt, dessen Leben immer mit Aufbruch, Zeitgeist, Fortschritt, Erneuerung zu tun hatte, noch eine Bedeutung? Oder ist das Verständnis der Menschen und ihrer Kultur, wie sie für die Avantgardisten des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich war, kollabiert, also in sich zusammengebrochen? Was empfinden „moderne Menschen“ der Jetztzeit tatsächlich? Was leitet sie in ihrem Schaffen?

#JeSuisAndreas — Wir müssen Position für uns selbst beziehen, um spezifische Gedanken und Vorstellungen mit uns allen zu teilen. Das gemeinsame Ziel ist es nicht, einfach einzelne Sachverhalte einseitig und im sinnentleerten Disput anzuprangern, sondern den kulturellen und kommunikativen Kontext herzustellen, um Barrieren zu brechen und gemeinsam Verständnis zu erzeugen. Wir müssen Orientierungspunkte setzen, die uns ermöglichen, das Dilemma der Jetztzeit zu lösen. Dafür ist es wichtig, eine vielfältige, von Sinnhaftigkeit geleitete Bestandsaufnahme zu ermöglichen, um zu beurteilen, ob das Streben nach dem Neuen, wie wir es kannten, noch existent ist und Bestand hat. Oder, falls nicht mehr existent, wiederbelebt werden kann! Dies kann weder durch Politik, Religion, Ideologie oder Ökonomie geleistet werden. Sondern nur durch Kunst in ihrer reinsten Form! — Picasso. We miss you!

 

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Picasso äusserte sich im Dezember 1937 zu seinem Bild: „Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.“

 

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© 2015 by Value Communication AG. Painting (Detail) by Dietmar Gross, Dienheim/Germany.

 

»Der einzig wahre Realist ist der Visionär.« — Federico Fellini

Beyond Technology Innovation: Wie kommt das Neue in die Welt? Dies ist eine entscheidende Frage, da sich die Kritik an den Silicon Valley-Attitüden und deren dogmatisch-beherrschender Technik-Überlegenheits-Gläubigkeit häuft. Technik per se macht keinen Sinn. Nur dann, wenn sie dem Prinzip der Sinnhaftigkeit folgt, und nicht dem der Profitmaximierung, um der Welt und den Lebewesen zu dienen.

Rückblick

Zufall oder auch nicht, in der Phase der Vorbereitung für die Ausstellung und den Recherchen für die Value Art+Com-Publikation ›InSightOut — Dietmar Gross Malerei‹ sendete der Deutschlandfunk am 25. Dezember 2013 in seiner Reihe ›Essay und Diskurs‹ einen Beitrag von Michael Reitz (Sprecher: Matthias Ponnier und Hendrik Sticken).

Die Kernpunkte und Erkenntnisse lauten aus dem Sendebeitrag:

— Anders als der Wissenschaftler bekämpft der Künstler weder seine eigenen noch allgemeinen Krisen, sondern braucht sie als notwendige Voraussetzung seines Schaffens.

— Die (unsere) Neuzeit ist versessen auf Innovation; die Künstler stellen sich diesem entgegen, in dem sie tatsächlich Neues schaffen, und nicht als eine Reaktion auf etwas, was es schon gibt.

— Die Entstehung des Neuen scheint durch das blockiert zu werden, was in der Soziologie mit dem Terminus ›shifting baselines‹ belegt wird.

»Wie also kommt das Neue in die Welt? Unter anderem durch die Notwendigkeit, auf eine wie auch immer sich darstellende Krise zu reagieren. Hinzu kommen die Freiheit der Methodenwahl, die Ablehnung jeder Art von Denkverbot und das Vertrauen in die Zielgenauigkeit von Blindflügen.«

Wichtig ist zudem: »Unsere Neuzeit basiert darauf, alles im Griff halten zu wollen. Am Beginn der Moderne steht nicht nur der Versuch, immer wieder Neues zu schaffen, sondern auch der Impuls, dem Entstehen des Neuen auf die Spur zu kommen und auf die Sprünge zu helfen. Im 21. Jahrhundert hat dieses Wie und Warum noch an Brisanz zugenommen. Technologie-Entwicklungen im IT-Bereich, bei den Netzen und in der Kommunikation erhöhen die Taktfrequenz ständig. Die sich potenzierenden Risiken unserer Wirtschaft und unseres Lebens lassen eine Reihe von Verdachtsmomenten aufkommen. Dass ständig Neues in die Welt kommt, macht die Antwort, wie dies geschieht, zunehmend schwieriger. Zudem kann nicht sein, dass sich der Ursprung des Innovativen in völlig unberechenbaren Kategorien wie Unfall, Katastrophen und Zufall abspielt.« — Siehe Fukushima!

Ausblick

Das Neue im künstlerischen Sinne entsteht in der Malerei und durch die Malerei, die kognitive Prozesse initiiert — durch Worte, die Sprache, das Lesen, um zu Wissen zu gelangen. Das ›Lesen‹ (und nicht nur die Betrachtung) von Malerei überführt Wissen in Einsicht durch Denken, um zu den existenziell wichtigen Erkenntnissen zu gelangen; und gegebenenfalls notwendige Handlungen unmittelbar folgen zu lassen.

Hinweise

  1. Weitere Informationen zur Rolle der Kunst und Malerei gibt es in der o. g. Publikation ›InSighOut‹, erhältlich im Value Online-Shop.
  2. Der Kunstverein Eisenturm e. V. KEM hat den Mainzer Kunstpreis Eisenturm 2015 unter das Motto gestellt: Kollaps der Moderne? Eine Epoche auf dem künstlerischen Prüfstand. — Die Ausschreibung läuft seit Oktober 2014. Teilnahme noch möglich.
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© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

By Sudarsha Rambaran, Value Art+Communication Fellow, Mainz
(This blog post is part of a new Value iBook “The Real Value of Print” which will be available soon)

 

ValueLearnings

• Beyond craziness? — The Woeful Tale of the Newspaper and its War with the Internet

• Publishers’ strange behavior (since decades): they ignore the needs of their customers

• The biggest enemy of print & publishing are newspaper publishers and their partners in the traditional media business

 

Five years ago, in an interview with Horizont, media expert and author of What would Google do?” Jeff Jarvis made some visionary comments about the future of the newspaper industry. He stated that society is being massively restructured because of the internet, however, Google is not the instigator of this process as many believe, but rather a result of it. These days, if you cannot be searched on the net, you cannot be found. The mass market for newspapers may be dead, but there is still a niche for them in the world. The news itself must change: it has to be tailored to target audiences, which is why regional newspapers can benefit so much from Google. Google itself is currently changing their whole marketing approach. They are concentrating on making the advertising relevant to local markets by personalizing the stories (nice example here). They no longer want to mass produce messages that work on a global level, and it’s working brilliantly!

The advantages of the online world for newspapers are many; low costs, cheap distribution, fast updates, and discussions with the readers. There was the nice example with the New York Times. They took down the paywall on their  site and their internet traffic rose by 40%, which started a snowball effect: they earned more money from advertisements, and they moved up the list on the Google search page, which led to even more readers.

Currently, the German regional newspapers are rebelling against Google, because they believe it doesn’t help their sites, especially on the Google News side. One prominent example of this is the “Braunschweiger Zeitung”, which has abandoned the Google News feature. Their  reasoning for this, in my opinion, made little sense: they wanted to show their confidence and independence from Google. They also want Google News to suffer for it; if many regional newspapers leave it, Google will have a problem. Yet in reality it would be their problem if they can’t be found! The whole story reminded me of this:

On the other hand, the Zeitung went about this in a clever way, as they started a massive marketing campaign in order to raise awareness and advertise the newspaper. However, They could have done the marketing campaign without leaving Google, and Google would only have supported it! The marketing campaign did increase the visits to their website by 27%, though, but I still don’t see how leaving Google helped with this.

So the big question we asked ourselves here was: why blame Google for the decline of the newspaper industry when all it’s doing is helping? (And why not Twitter, which would have made far more sense?). The facts:

  • Google is a great source of promotion. We send online news publishers a billion clicks a month from Google News and more than three billion extra visits from our other services, such as Web Search and iGoogle. That is 100,000 opportunities a minute to win loyal readers and generate revenue—for free.
  • In terms of copyright, another bone of contention, we only show a headline and a couple of lines from each story. If readers want to read on they have to click through to the newspaper’s Web site. (The exception are stories we host through a licensing agreement with news services.) And if they wish, publishers can remove their content from our search index, or from Google News.
  • The claim that we’re making big profits on the back of newspapers also misrepresents the reality. In search, we make our money primarily from advertisements for products. Someone types in digital camera and gets ads for digital cameras. A typical news search—for Afghanistan, say—may generate few if any ads. The revenue generated from the ads shown alongside news search queries is a tiny fraction of our search revenue.

Eric Schmidt, Chairman and CEO of Google Inc, writing for the Wall Street Journal

It all speaks for itself, really. Readers also don’t necessarily want to read newspapers solely on digital platforms, as many in the newspaper industry fear. The actual percentage of people who do exclusively want digital content is at 10-12%.

“News is not one-size-fits-all” – Jeff Jarvis

The newspapers do not just have a problem with the Internet, they also have a content problem. They need to change their approach by tailoring news to target audiences rather than trying to reach everyone, which is why regional newspapers, like the Braunschweiger Zeitung are so important today. Dr. Andreas Vogel put it quite nicely in a study:

“Bloß die Verlage glauben, [dass sie] mit einem Einheitsprodukt alle Leser [gewinnen können]”

Roughly translated, this means that only the newspapers themselves believe that they can reach all types of readers by creating one mass product.

Dr. Vogel believes that one possible solution to this content problem is to differentiate the product by offering different versions of it. Not too many, however; perhaps three or four intelligently created versions, which can be decided on by polling the readers and asking them about their interests. These versions might be smaller/thinner than the original edition, and cheaper. This is a great idea, as it is more personal, which is so important these days, and it views the buyer as a reader/consumer. Many newspapers seem to ignore this; fact is, what might be academically recognized as quality journalism may not be something the reader can cohere. Newspapers need to connect to their readers, or at least write pieces that their readers can relate to.

Now back to the evil that is Google, according to publishing companies. A German organization, VG Media, own by a number of media companies like Axel Springer SE, sued Google for copyright reasons; they claimed that Google was stealing from them by showing short snippets of their articles on the search page. The result was a law, called the Leistungsschutzrecht, which forbids Google from showing these snippets (it is rather vaguely written, though). The result of all of this ridiculousness was this: October 1st, 2014, Google announced that it would no longer show the snippets, instead just the name of the article and maybe the author. They don’t even show the paper’s logo on the search page. And the papers are crying wolf at Google again. At the end of the day, what really happened is that the newspapers blamed Google for the problems they were having (and still are). They were simply afraid that Google was taking business away from them and thus making more money. Whereas in reality, Google only promoted and linked to their content, thus delivering readers to them on a silver platter! The PR brochure promoting this stated that “If someone wants to use our content, they have to ask.” It’s pretty easy translate this into what they really meant, and German blogger Stefan Niggemeier did so flawlessly: “Google must use it and pay”. Now Google isn’t using it or paying, and they’re left crying in the corner because they got what they wanted; Google doesn’t showcase their content anymore. And they will lose clicks.

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