Archive

Tag Archives: Geschäftsmodell

Sükran and Suri Value Analyse.001

© 2015 by Value Communication AG, Mainz. | Im Bild: Die Value Communication Fellows Şükran Ceren Salalı und Sudarsha Rambaran, die aufrüttelnde Analyse-Ergebnisse gefunden haben und per Videorapport vorstellen.

Andreas Weber, Innovationsexperte und Print-Analyst aus der Gutenberg-Stadt Mainz, zieht ein Jahr vor der drupa 2016 Bilanz.
Lesezeit: 5 Minuten. Halbwertzeit: (fast) unbegrenzt!

Kernpunkte:

  • Das Medium Print hat heute und in Zukunft kein Problem und steckt auch nicht in einer von anderen verschuldeten Krise. 
  • Kaum eine Branche stellt sich so ungeschickt und schlecht in der Öffentlichkeit dar, wie die Printbranche.
  • Gute Beratung und eine zeitgemäße, pro-aktive Marktkommunikation, vor allem zum Thema, wie man Drucksachen besonders effektvoll, wirkungsstark und interaktiv gestalten kann, wird bei Print Buyern hoch geschätzt, ist aber Mangelware.

Der gute alte Johannes Gutenberg rotiert seit Jahren in seinem Grab. Während ihn im Jahr 2000 die Wirtschaftseliten der USA zum „Man of the Millennium“ kürten und das Silicon Valley ihn als Innovator der Neuzeit verehrt (Digital-Papst Jeff Jarvis widmete ihm das Buch „Gutenberg the Geek“) hat die Drucker-Zunft ihn verleugnet und quasi eingemottet. 

Drucken ist nahezu zum Unwort geworden. Obgleich hunderttausende Firmen in aller Welt nach wie vor mit dem Herstellen von Drucksachen ihr Geld verdienen. Viele im Commercial Printing-Geschäft suchen nach neuen Bezeichnungen dessen, was sie tun und anbieten: Ob Media Production respektive Marketing Service Provider oder Cross-Media-Dienstleister — es wird zusehends vermieden, mit dem Begriff „Print“ in Verbindung zu kommen. 

Marktdaten.003

Quellen: drupa Insight Report; Canon Insight Report; SAPPI & YOU.

Muss das sein? Nein! — Zeit also, sich mit dem Thema „Print“ in anderer Form auseinander zusetzen, als das die letzten 15 Jahre geschieht.

  1. Das (vermeintliche) Ende der Gutenberg-Galaxis markiert den Neubeginn von „grenzenloser Print-Kommunikation“ — Über Jahrhunderte waren Drucksachen das Maß aller Dinge, in festen Händen der Profi-Drucker und Verleger. Mit Desktop Publishing und dem Motto „Jeder sein eigener Gutenberg“ wurde deren Monopol ab den 1980er Jahren gebrochen. Seitdem haben ganz neue Player das Zepter in die Hand genommen. Gipfelpunkte: a) Apple und Google entwickelten die ersten E-Print-Funktionen als neue Standards, damit Millionen neuer Smart Phone- und Tablet-Nutzer ihre digitalen Inhalte bei Bedarf drucken können. b) Spezialisten u. a. für Facebook und Wikipedia, die aus der Entwicklung von intelligenten Suchmaschinen und Algorithmen kommen, haben Lösungen geschaffen, um Social Media-Daten per Mausklick konfigurieren und automatisiert drucken zu können (allen voran pediapress.com aus Mainz). Zudem werden smarte Online-Fotodruck-Lösungen millionenfach genutzt, von allen Altersgruppen!
  2. Realität contra Irrglaube: Die These „Das Internet bringt den Tod von Print“ stimmt nicht — Das Denken nur Verleger und Druckerei-Profis, die das auch noch ihren Kunden gegenüber äußern, in dem seit Jahren über die „Print-Krise“ debattiert wird, die vor allem Google ausgelöst habe. Dagegen spricht: 1. Print-Verlage haben ihre Krise selbstverschuldet und Innovationen im Print gar nicht genutzt; und 2. „Digital Natives“ stehen Print positiv gegenüber, wenn die Inhalte und Kommunikationsangebote relevant, persönlich und nutzbringend sind. (Siehe die Reports: “The Internet is not the Death of Print” und “Newspaper Publishers: They’re left crying in the corner”).
  3. Kommunikationsdefizite lähmen die Printbranche — Die Attitüde „Unsere Produkte sprechen doch für sich“ wirkt wie eingeschlafene Füsse. Druckereien sind in Routinen erstarrt. Selbst die innovativsten Produkte und Lösungen, die viele aufbieten können, werden nach dem „Old School“-Prinzip vermarktet: Per Mustermappen und Maschinendemos für Kunden und Interessenten. Kaum eine Druckerei versteht, professionell Online- und Social Media-Kommunikation einzusetzen, etwa mit Targeting-Marketing-Kampagnen, wie das in England moo.com oder snapajack.com vorbildlich machen. (Siehe YouTube-Video „How to innovative print business“) — Dabei zählt nicht nur die Kunst der Selbstdarstellung sondern auch die des Netzwerkens, wie das Beispiel von Print Three aus Kanada zeigt.
  4. Innovationen finden oft nur Druckerei-intern statt, die Schnittstellen zum Kunden sind derweil zumeist ziemlich „retro“! — Da die Druckereien seit über 10 Jahren unter erheblichem Kostendruck stehen, sind sie vorwiegend mit sich selbst beschäftigt, um ihre internen Abläufe zu perfektionieren, um effizient produzieren zu können. Zuwenige fokussieren sich darauf, die Effektivität der Printprodukte, die sie für Kunden herstellen (können) offensiv und attraktiv zu kommunizieren. Per Social Media-Monitorings zeigt sich, wie groß die Kritik von Online-Drucksachenbestellern ist (bezüglich Usability, Mehrfach-Abbuchungen, fehlender Farbverbindlichkeit etc., siehe „Printing Research Results: The Beauty and The Beast“).
  5. Kaum eine Branche stellt sich so ungeschickt und schlecht in der Öffentlichkeit dar, wie die Printbranche. Das muss sich radikal ändern! — Über Jahrhunderte brauchten Druckereien keine Lobbyarbeit und auch keine Branchenkommunikation. Als Monopolisten führte kein Weg an ihnen vorbei. Zudem konnte man im Windschatten der Maschinenlieferanten segeln. Vor allem das Label „Technology by Heidelberg“ garantierte wie seinerzeit IBM beim Computing, dass Kunden hohes Zutrauen hatten. Mit dem Durchbruch des Digitaldrucks spätestens seit der drupa 2012 hat sich das radikal verändert. Viele neue Player sind relevant, fast allesamt aus dem Imaging- und IT-Sektor. Diese Firmen sind aber so riesig und andersartig, dass die einzelne Druckerei kaum einen Imagetransfer herstellen kann. Was auch nicht schlimm ist, da man sich selbst heutzutage sehr einfach und wirkungsvoll medial in Szene setzen kann. Twitter, Facebook, Google Plus/YouTube und LinkedIn sind die besten Helfer, die in ihrer Infrastruktur zudem kostenfrei nutzbar sind. Man muss nur lernen, wie es geht! — Übrigens ist es sowohl beschämend als auch inspirierend, dass einer der größten Print-Buyer der Welt, IKEA, sich per YouTube-Video für Print stark macht, indem es die Apple-Kommunikation gekonnt imitiert. Bis dato haben mehr als 17 Millionen Menschen das Video angeschaut! Benchmark!

Fazit — Our Take: „Etwas Altes wird etwas Neues!“

Die Printbranche sollte sich wieder auf ihre alten Stärken und das Gutenberg’sche Wertesystem berufen, um Innovationen in der Kommunikation leisten zu können. Nur so kann der Strukturwandel resp. Strukturbruch überstanden werden. Das Medium Print hat heute und in Zukunft kein Problem und steckt auch nicht in einer von anderen verschuldeten Krise. Die Krise ist hausgemacht und ergibt sich nur, wenn die Geschäftsziele, das Nutzerversprechen und die Kommunikation nicht mehr kundengerecht und zeitgemäß sind. Auf die Erfahrung, auf das Fachwissen, auf die Leidenschaft, auf die Flexibilität von kompetenten Print-Fachleuten muss nicht verzichtet werden. Gute Beratung und eine zeitgemäße, pro-aktive Marktkommunikation, vor allem zum Thema, wie man Drucksachen besonders effektvoll, wirkungsstark und interaktiv gestalten kann, wird bei Print Buyern hoch geschätzt, ist aber Mangelware. Das lässt sich einfach ändern. Oder? Die ersten wichtige Schritte zeigt unser Leitfaden für erfolgreiche Kommunikations-Aktivitäten pro Print und via Social Media! 

TIPP: Perspektiven für Print zeigt übrigens die #XUG15EU Konferenz auf, die erstmals am 26. Mai 2015 in Berlin stattfindet.

ValueTalk! – Canon Illustrations Series 1.001

Es ist Tradition bei Canon, Kunden nicht nur mit Produkten zu versorgen, sondern auch mit relevanten Markt- und Fachinformationen. Einige Links haben wir darum aufgeführt.

 

Exklusiver ValueTalk! mit Marc Trennheuser, Marketing Manager Business Imaging Group, Office, Canon Deutschland GmbH, Krefeld.
Interview: Andreas Weber


Prolog:

Eine wie wir finden erstaunliche Wandlung hat sich bei Canon vollzogen. Der Konzern entwickelte sich (bis dato fast im Stillen) vom Kamera- und Drucker-Hersteller zum “IT-Lösungsanbieter mit Strategieberatung”. — Wer es nicht weiss, mag erstaunt sein. Seit rund einem Jahr ist Canon, die weltweit strahlende Consumer-Marke für Imaging und Printing, auf dem besten Weg, das Information Management als Grundpfeiler der digitale Transformation für alle relevanten unternehmerischen Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse neu zu gestalten. Wer mit Marc Trennheuser und seinem Team spricht, lernt schnell, dass das berühmte „love it“ zu einem „love IT“ werden kann.  

 

ValueLearnings!

Die „Digitale Transformation“ der Unternehmenswelt hat erst begonnen. Im Fokus steht das „Seamless“-zu gestaltende Information Management, gekoppelt mit profunder „Imaging“-Kompetenz.

Bevor Unternehmen sich in der Welt von Big Data und Social Business souverän bewegen können, müssen die internen und externen Geschäftsprozesse vereint und interaktive werden.

Das Wissen um die Vorteile eines zeitgemäßen Information Management darf nicht nur in Fachabteilungen angesiedelt werden. Es wird zur Chefsache!

 

Warum befasst sich Canon neuerdings mit dem Thema IT respektive Information Management?

Marc Trennheuser: Für Canon ist das Thema IT prinzipiell nichts Neues, sondern ein folgerichtiger, evolutionärer Schritt. Wir befassen uns seit langem mit dem Thema „Imaging“. Das heißt, mit der Erfassung von Bildern und deren Visualisierung. Im Fokus steht das durchgängige Verarbeiten von digitalen Daten, die hinter diesen Bildern stehen. Im ersten Schritt ist relevant, wie man vom Kamera-Bild (inklusive Text) zum hochwertigen Druck kommt. Und danach im nächsten Schritt wie man effizient optimale Software Prozesse fürs Information Management gestaltet. Wir sehen das als einen organischen Prozess, der ganz besonders im Business-Bereich eine wachsende Bedeutung hat.

Das heisst, Canon vereinfacht und verstärkt den Prozess wie man nahtlos von Daten und Bildern zur Information und ihrer Verteilung gelangt?

Marc Trennheuser: Exakt. Es geht um das schnelle und reibungslose Verarbeiten von Informationen, um unternehmerische Prozesse zu optimieren. Canon ist in der Lage Informations-Management-Lösungen als Gesamtkonstrukt zu nutzen, also Hardware, Software, und „Brainware“. Alles aus einer Hand.

Gibt es nicht schon eine Vielzahl von Informations-Management-Angeboten?

Marc Trennheuser: Im Prinzip ja. Aber: Was unsere Arbeit bei Canon aus unserer Sicht einzigartig und unverwechselbar macht, ist, dass wir alle diese Dinge auf Basis eigener Entwicklungen zusammenführen können. Unsere Datenverarbeitungs-Plattformen sind alle von und bei Canon entwickeln — wir produzieren sie selbst.

 

IM FOKUS: DIE GANZHEITLICHE OPTMIERUNG
ALLER RELEVANTEN UNTERNEHMENSPROZESSE.

 

Und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Marc Trennheuser: Ganz entscheidende. Der wichtigste Vorteil ist, dass wir dadurch bereits in der Entwicklungsstufe mit den Kunden sämtliche Komponenten abstimmen. Entsprechend können Leistungsmerkmale bei Hard- und Software perfekt synchronisiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir eine global tätige Firma sind; wenn ein lokaler Kunde mit uns einen Deal abschließt, sich dann aber weltweit entwickeln möchte, hat er die Möglichkeit, das zu tun – im Team mit Canon!

Besteht denn für Ihre Lösungen noch ausreichend Potenzial im Markt?  

Marc Trennheuser: Oh ja. Obgleich es wie gesagt eine Vielzahl von Angeboten gibt, arbeiten die meisten Unternehmen trotz allem schwerpunktmäßig noch mit Papierdokumenten. Hier können wir rasch helfen, die digitale Transformation zu beschleunigen. Und für diejenigen Branchen oder Unternehmer, die sich für diese Themen erstmalig interessieren, also noch keine Erfahrung haben, können wir sofort anschaulich machen, dass, wenn man Abläufe anders, also durchgängig digital, macht, man viel effizientere Gesamtprozesse erzeugen kann. Das ist eine Grundvoraussetzung für den Einstieg in Big Data-Prozesse und ins Social Business.

Welcher Anreiz besteht, sich auf Top-Entscheider-Ebene mit Canon Lösungen zu beschäftigen?

Marc Trennheuser: Canon beschleunigt auf smarte Art und Weise die digitale Transformation in der Unternehmenswelt! Vor allem bei großen Unternehmen gibt es akuten Bedarf dafür, Daten und Dokumente schneller zu finden und fokussiert damit arbeiten zu können. Das vereinfacht nicht nur interne Prozesse und reduziert Kosten. Man kann eine größere Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit erzeugen und entsprechend das eigene Angebots-Portfolio am Markt schneller, besser und effektvoller platzieren. Erst dann wird es richtig spannend.

 

 

Wie sieht das im Detail aus?

Marc Trennheuser: Wir sehen Information Management nicht nur in Verbindung mit internen Prozessen, die optimiert werden können, sondern vor allem im Kontext mit allen externen Prozessen. Denn erst mit dieser Durchgängigkeit von innen nach aussen wird der gesamte unternehmerische Wertschöpfungsprozess verbessert.

Ein Beispiel?

Marc Trennheuser: Wenn man zum Beispiel das Rechnungswesen digitalisiert, hat man die Finanzflüsse besser im Griff. Man kann gleichzeitig in der Marketing-Kommunikation mit wenig Aufwand die Interaktion mit allen relevanten Entscheider-Ebenen verbessern, um kaufmännische Belange mit Marketing-Aspekten direkt zu koppeln. Alle wichtigen Entscheider und Unternehmensbereiche kommunizieren dann mit deutlich weniger Aufwand. Die Transparenz für alle laufenden Vorgänge wie auch für das Erreichen gemeinsamer Ziele erhöht sich deutlich. Daraus ergeben sich viele neue Möglichkeiten, ganz anders mit dem Markt zu agieren, weit über die der Prozessoptimierung hinaus.

 

DAS BESONDERE BEI DER WERTSCHÖPFUNGS-STEIGERUNG:
INTERNE PROZESSE DÜRFEN NICHT (MEHR) ABGEKOPPELT WERDEN VON DEN EXTERNEN.

 

Welche Hürden bestehen, wenn Prozesse in Unternehmen sich verändern sollen?

Marc Trennheuser: Wir müssen ein neues Bewusstsein für Information Management im Kontext mit digitaler Transformation schaffen. Vor allem im Hinblick darauf, was Entscheidungsfindungen angeht. In noch viel zu wenigen Unternehmen ist man sich bewusst, dass auf administrativer Ebene, etwa in der Sachbearbeitung oder auf der Ebene der Abteilungsleitung, keine unternehmenskritischen Prozesse, die wir anpacken, verantwortet werden können. Das ist Aufgabe der Geschäftsleitung, durch die solche strategische Entscheidungen getroffen werden müssen. Und da steht Information Management nicht unbedingt auf der Agenda. Jedenfalls noch nicht! Das wollen und das können wir ändern.

Brauchen Sie dann nicht einen neuen Beratungsansatz, der viel mit „Change Management“ und Verhaltensänderungen zu tun hat?

Marc Trennheuser: Unser Verständnis und unser Handeln bezieht Veränderungsprozesse als Teil des Information Managements aktiv ein. Bei unserer Art der Beratung geht es an erster Stelle gar nicht darum, welche Produkte wir dem Kunden verkaufen können. Es geht darum, den Kunden erstmal vor Ort kennenzulernen, und daraus zu schließen, ob wir schon Lösungen haben, um die Kunden-Prozesse zu optimieren, oder ob wir eine neue Lösung dafür finden können. Wir beraten also nicht, um Produkte von der Stange zu verkaufen.

 

Canon Blog Deutsch

Canon Blog, der Fachinformationen bietet zum Thema Digitale Transformation und Information Management für die Bereiche IT, Marketing und Financial Community. Link: http://www.canon.de/exceptional

 

Wann ist für Sie eine Beratung erfolgreich?

Marc Trennheuser: Beratungserfolge entstehen durch konstruktive und informative Gespräche auf vielen Ebenen. Erst dann kann man feststellen, was tatsächlich optimiert werden kann und muss. Das schließt ein, dass wir mit unter auch Dinge radikal neu machen müssen. Es ist wichtig für uns, Personen aus allen Bereichen der Firma zu kennen, damit wir ein Gesamtbild der Firma haben, um effektiv arbeiten und effizient entwickeln können. Unser Erfolg und die Wirkung, die wir erreichen, zielt auf individuelle Lösungen für unsere Kunden ab.

Wie bildet man diese Vorgehensweise im Canon Geschäftsmodell ab? Bis dato werden doch Produkte entwickelt und vermarktet. Und nicht Services oder gar Consulting?

Marc Trennheuser: Unser Geschäftsmodell-Ansatz entspricht hundertprozentig dem Charakter von Information Management: Es basiert auf Langfristigkeit, Kunden- und Marktorientierung. Es wäre unklug anzunehmen, dass man sofort weiß und versprechen kann, was bei der Veränderung unternehmerischer Prozesse unmittelbar herauskommen kann. Wir stellen uns vielmehr darauf ein, als Berater und Kompetenzinstanz Teil des Kundenprozesses zu werden. Wir sind keine gewöhnlichen Berater im herkömmlichen Sinne, weil wir eben nicht nur beraten, sondern den Kunden dabei helfen, das umzusetzen, was wir ihnen geraten haben.

 

UMDENKEN: KUNDENBINDUNG UND MARKTORIENTIERUNG
SETZEN ABSOLUT LANGFRISTIGES DENKEN UND HANDELN VORAUS.

 

Versprechen Sie sich von Canon als starker Marke im Konsumentenmarkt auch Vorteil für das Business-to-Business?

Marc Trennheuser: Unbedingt. Canon gehört weltweit und in Deutschland nachweisbar seit vielen Jahren zu den besten und beliebtesten Marken. Mit einem extrem hohen Grad an Emotionalität und Sympathie. Es geht zudem bei Canon weniger um das Me-First, als um das Me-Best. Was uns ausmacht ist unser solider, vertrauensstarker Charakter als Unternehmen, der sich durch die Marke manifestiert und der Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.

Was macht Canon als Marke aus Ihrer Sicht unverwechselbar?

Marc Trennheuser: Wir sind in der einzigartigen Lage, nationale wie globale Projekte  durchgängig – technisch gesprochen: „smart and seamless“ — abzuwickeln. Die vielen Facetten technischer Kompetenz, über die wir verfügen, bieten weitere Vorteile. Man kann mit Canon schon jetzt auf einen Schlag 90 Prozent aller sogenannter Output-Themen in Unternehmen aller Art abdecken. Auch unsere Standhaftigkeit und Nachhaltigkeit sowie die Tatsache, dass der Kunde weiß, dass wir auch in vielen Jahren noch für ihn da sein werden, fördert langfristige Projekte. Das ist für unsere Information Management-Kunden äußerst wichtig.

Wir danken für das Gespräch!

 

OUR TAKE: Well done, Canon. Weiter so!

Wenn ein Traditionsunternehmen wie Canon sich so konsequent und umfassend wandelt, ist das mehr als bemerkenswert. Es lässt aufhorchen! Der Konzern kann im besten Sinne als konservativ-umsichtig charakterisiert werden, gepaart mit höchster Gründlichkeit und Sorgfalt. Rasante Strategie- und Richtungswechsel wie bei US-Unternehmen wirken dynamisch, aber ob sie auf Dauer zielführend sind, ist aus Sicht der Japaner wohl in Frage zu stellen. Markt- und Kundenorientierung bedeutet eben, die Sichtweise und Situation des Kunden im Detail zu erfragen, zu besprechen, zu bewerten und dann maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Unsere IT-Realität sieht aber bislang anders aus. Die meisten IT-Anbieter machen was sie können, aber nicht unbedingt, was sie sollen. Nämlich im Dialog mit Kunden Lösungskonzepte entwickeln, die nicht von der Stange sind und auch nicht nach dem Kauf nochmals hohe Inventionen bei der Lösungsanpassung erfordern, indem Systemhäuser und/oder teure Spezialisten zwischengeschaltet werden müssen. Hinzu kommt, dass die Unternehmenswelt mit disruptiven Techniklösungen nicht zurecht kommen kann. Es gilt, erst die Prozesse zu optimieren, um sich dann ganzheitlich auf neue dialogische Aktivitäten mit Kunden einlassen zu können. Ohne zeitgemäßes Information Management keine nachhaltig erfolgreiche “Digital Transformation”. Das ist wohl die Quintessenz aus dem, was die neuen Strategie von Canon als Partner der Unternehmenswelt ausmacht. Wir sind gespannt!

 

“Be Exzeptionell” — Das Video-Statement von Canon Deutschland Geschäftsführer Rainer Führes unterstreicht die Wichtigkeit, beim Information Management neue Wege zu gehen.

 

 

Auf Slideshare.com finden sich weiter wichtige Fachinformationen (in englischer Sprache)

 

01 Inkjet Day

Warum es sich lohnt, den Blog-Beitrag zu lesen:

• Aktuelle Trends in der Print-Kommunikation begreifen
• Inkjet-Druck richtig bewerten
• Innovation wertschätzen

 

 

„Die Zeit ist reif“, versprach das Programm des Swiss Publishing Days am 20. Mai 2014 in Winterthur. Das Thema „Inkjet macht Druck“ lockte über 200 Fachbesucher aus der Schweiz und Deutschland an. Sie wurden nicht enttäuscht. Obgleich es einige drastische Erkenntnisse gab. Wandeln durch Handeln wurde zum Motto.

René Theiler, Verband der Schweizer Druckindustrie und Vorstandsmitglied der UGRA, stellte als Moderator klar, dass die alten Prinzipien, wie z.B. die Technik bestimme das Geschäftsmodell, im Inkjet-Zeitalter nicht mehr zählen. Innovationen der Geschäftsmodelle seien an erster Stelle gefragt und überlebensnotwendig. Erst dann könne die Auswahl der relevanten Technologien folgen.

Keynote Speaker Bernd Zipper unterstrich dies, indem er resümierte, Innovationen seien Chance und Bedrohung zugleich. Radikale Änderungen sind nötig. Der bis dato schon hohe und schnell wachsende Marktanteil der Online-Druckereien zeige, worum es geht: Technik- und digitale Kommunikationskompetenz entscheiden im Print- und Publishing-Business über den Erfolg. Siehe: http://www.online-print-symposium.de

Dem Inkjet Druck komme eine besondere Rolle zu, weil „Inkjet die universellste Drucktechnik mit der größten Spannweite ist“.

Eine exklusive Reihe von Technik-Herstellern und Druckdienstleistern zeigte in Winterthur eindrucksvoll, was heute schon möglich ist. Ob bei Kodak, oder wie von Oliver Baar, Projektleiter Business Development Digital Web Presses bei Koenig & Bauer AG, gezeigt, nun Zeitungen komplett im Inkjet oder per Hybrid-Druck in Kombination mit Rollenoffset produzierte werde, sei von Fall zu Fall spezifisch zu entscheiden. In jedem Fall ist eine extrem hohe Produktionsgeschwindigkeit möglich.

Wim Koning von Dainippon Screen trumpfte mit raffiniert-orginellen Applikationen für den Point of Sales auf. Firmen wie Alfa Romeo nutzen dies erfolgreich, um im Schauraum den Automobil-Interessierten auf originelle Art und Weise Mehrwertangebote per „Surprise-Box“ zu liefern. Der Clou: Das Upselling, das möglich wird, finanziert die Marketing- und Produktionskosten. Die Screen-Inkjet-Drucktechnik erlaubt hierbei, vorgestanzte Druckbögen vollflächig und individualisiert in Auflage 1 im Nachgang zu bedrucken. Das eliminiert das Risiko von Fehlproduktionen völlig.

07 Inkjet Day


Man kann nicht wissen, was man nicht weiss!

So sehr, wie die Technikentwicklung voraus ist, so sehr hinkt die Adaptionsgeschwindigkeit im Druckerei-Markt hinterher. Karl-Heinz Selbmann, Fachhochschule Bern, Institut für Drucktechnologie, zeigte die fast 70-jährige Geschichte und Entwicklung der Inkjet-Drucktechnologien auf, für viele Teilnehmer ein Novum.

„Die Innovationsbereitschaft in der Print-Branche ist nicht ausgeprägt“, räumte der Innovations-Coach Martin Oberholzer ein. Dabei ist es kein Hexenwerk, das Innovations-Handwerkzeug zu erlernen und Neues in der Praxis umzusetzen.

Eine ganze Reihe von Vorträgen beschäftigten sich mit innovativen Inkjet-Druck-Anwendungslösungen, zum Beispiel von Edubook AG, Zürich. Renato Vögeli, Vögeli Marketingproduktion & Druck, Langnau, erläuterte die kreativ und produktionstechnisch herausragende Produktion der Publisher-Ausgabe 02-2014, dem in der Schweiz führenden Magazin für Publishing & Digitaldruck (herausgegeben von Martin Spaar). Ein Highlight war die Vorstellung eines neuen Firmenkonzepts von drei Druckereibetreiben, die ein Joint Venture gründeten und gemeinsam Inkjet-Druck vermarkten.

Für das DigitaldruckForum stellte DDF-Sprecher Andreas Weber aus der Gutenberg-Stadt Mainz vor, wie Altes und Neues harmonieren. Er sieht ein Innovationsdilemma der Print-Zunft mit gefährlichen Folgen. Zu sehr werde Print als Produktionsgeschäft betrieben. „Dabei ist Print durch Digitaldruck längst Bestandteil der heutigen digitalen Kommunikationskultur!“ Das DigitaldruckForum habe darum ein neues Programm aufgesetzt in Form eines Value Business Coachings für strategische Geschäftsmodell-Innovation. Angesprochen werden Entscheider aus der Print & Verlagsbranche sowie Crossmedia-Dienstleistungen.

Aus Sicht des DigitaldruckForums habe die Social Media-Ära die Gutenberg-Ära nicht nur überwunden, sondern übertroffen, weil sie die Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund stellt. Kernfaktoren sind Beziehungen und Wachstum, bei Firmen wie bei Konsumenten gleichermaßen. Siehe White Paper „Bedürfnisse sind das Maß aller Dinge“.

Wer das begreife, Innovation leisten und Inkjet-Druck richtig nutzen kann, wird profitables Wachstum für sich und seine Kunden generieren können. Zudem kommen in Zukunft mehr und mehr Druckjobs aus der Cloud, quasi Big Data-getrieben. Dem Hochleistungs-Inkjet-Druck kommt dabei die entscheidende Bedeutung zu.

Wichtiges Spezialthema: 
Optimale PDF-Workflows für den Digitaldruck

Auf Grund der erweiterten Möglichkeiten des Digitaldruck werden an die PDF-Druckdaten zusätzliche Anforderungen gestellt. Einerseits geht es darum die Ausnutzung des grösseren Farbraums und der Möglichkeit des Drucks mit mehr als vier Prozessfarben. Andererseits wird ein universelles Datenformat zum Druck von variablen Daten benötigt. Für beide Aufgaben gibt es bereits entsprechende ISO-Standards (PDF/X-4, PDF/X-5n und PDF/VT). Stephan Jaeggi war als technischer Experte bei der ISO-Kommission an der Definition dieser Standards beteiligt und hat in Winterthur die Möglichkeiten anhand praktischer Beispiele demonstriert.

06 Inkjet Day

 

 

Hinweise

A) Das Fachmagazin Publisher wird in kürze Online und in der Printausgabe 03-2014 ausführlich über die Swiss Publishing Days zum Thema „Inkjet macht Druck“ berichten.
http://publisher.ch

B) Die Charts zum Vortrag von Andreas Weber finden sich auf slideshare.com 

C) Ein stimmungsvolle Video-Anmation des Event-Tages findet sich auf YouTube. (Autor: Andreas Weber).

____________________________________________

Nachfolgend die wichtigsten Topics des Swiss Publishing Day am 20. Mai 2014 in Winterthur im Überblick. Tweets von Andreas Weber alias zeitenwende007

.zeitenwende007@zeitenwende00719. Mai
Nice animation. Inkjet is not what you think. It is all about colors and art! via @ValueCommAG #inkjet #arthttp://fb.me/1je4xcDX5 

.Medien anzeigen

.Antworten Retweetet Favorisieren Mehr

.Mehr

.zeitenwende007@zeitenwende007 20. Mai
Tolles Event in Winterthur. Exzellent organisiert vom Publisher Team um Martin Spaar und Moderator René Theiler…. http://fb.me/1rWOraQPK 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende007 20. Mai
Jetzt geht es los in Winterthur. http://fb.me/2zydaDm0E 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Kann man mit Drucken noch Geld verdienen, fragt Bernd Zipper. #inkjet http://fb.me/2ZjssbunU 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

03 Inkjet Day

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Hoppla. Es boomt ja schon. #inkjet http://fb.me/1l3qAFgNg 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisieren Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Hoppla! Die lukrativen Print-Jobs laufen außerhalb der klassischen Druckbranche. #inkjet http://fb.me/2kfD9VlBx 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Inkjet ist die universellste Drucktechnik mit der größten Spannweite. #inkjet http://fb.me/6rEYfCYfu 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
4D-Drucken. Rechtzeitig zur WM gibt es personalisierte Bälle, durch Inkjet-Direktdruck. #inkjet http://fb.me/6x9RPLuvp 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisieren Mehr

05 Inkjet Day

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Die Anwendungslücken schließen sich. #inkjet http://fb.me/1gDJPiDqJ 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Fazit: Chance und Bedrohung zugleich. Radikale Änderungen sind nötig, resümiert Bernd Zipper. #inkjet http://fb.me/6ASsLxAr4 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Exzellenter Auftakt in Winterthur. Veranstalter Martin Spaar vom Publisher ist happy. #inkjet http://fb.me/1qeCcGf8T 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Getreu dem Value Motto: Etwas Altes wird etwas neues! #inkjet http://fb.me/1f8j5boYo 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Erstklassige innovative Anwendungen. Presented by Wim Koning, Dainippon Screen #inkjet http://fb.me/18WtfEnlm 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Personalisierte Verpackung. On Demand. On the fly. #inkjet http://fb.me/2aFxZmHOc 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisieren Mehr

.

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Sensationelle neue Anwendungen zur Kommunikation am Point of Sale werden Marketers Darling. #inkjet

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.
.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Das wichtigste: Gruppenbild (leider ohne Dame). Aber mit Martin Spaar. #inkjet http://fb.me/15zfGtaMd 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

.

.zeitenwende007@zeitenwende00720. Mai
Innovation ist für viele eine ewige Baustelle, die sie ohne zu murren umfahren. Wie doof ist das denn… #inkjet http://fb.me/2kzOadHPg 

.Öffnen

.Antworten Retweetet Favorisiert Mehr

Edubook BoFW6K3IYAAoDwT.jpg-large

Value Innovation

 

 

Dieser Bog-Beitrag ist lesenswert, weil:

  1. Grundlegende Innovationsmöglichkeiten dargelegt werden.
  2. Geschäftsmodell-Innovationen erläutert werden.
  3. Die Rolle werthaltiger Kommunikation deutlich wird.

 

Etablierte Branchen, allen voran die Druck- und Verlagsbranche, scheitern am Festhalten an früheren Erfolgsfaktoren. Querschnittstechnologien, die das Internet-Zeitalter hervorbrachte, tun ein übriges und setzen bisherige ökonomische Prinzipen ausser Kraft. Monopolistischer Technik-Besitz von teuren Expertenwerkzeugen und Expertenzirkeln (Redaktionen) kann den gewohnten Erfolg nicht mehr sicherstellen. Technologie-Innovationen sind wichtig, aber nicht mehr Treiber für profitables Wachstum.

Technologie-Nutzungs-Kompetenz und antizipatives Marktverständnis dagegen umso mehr. Bedürfnisse sind das Maß aller Dinge geworden.

Ziel muss es stets sein, Industrien und Märkte zu revolutionieren!

 

Rettungsanker: „Geschäftsmodell-Innovation“

Folgende klassische, operative Innovationsmöglichkeiten gibt es, die in der Vor-Social-Media-Ära ausgereicht haben:

  1. Technik- und Prozess-Innovation: Altes durch Neues ersetzen für höhere Effizienz und steigende Produktivität.
  2. Produkt-Innovation: Neuheiten anbieten zur Umsatzsteigerung.
  3. Funktionsbereichs-Innovation: im Marketing, im Vertrieb zur Verbesserung der Wertschöpfungs-Architektur.

Doch wer heutzutage nachhaltig profitables Wachstum erzielen möchte, muss „Strategische Innovationen“ stemmen, das heisst, die grundlegende Struktur eines Geschäfts verändern.

Diese neuartige, viel zu seltene Form der sog. „Geschäftsmodell-Innovation“ verschafft Vorsprung im Markt, Vorteile durch Differenzierung von Mitbewerbern bis hin zur Positionierung als Spitzenreiter.

 

Drei Varianten von Geschäftsmodell-Innovation können unterschieden werden:

  1. Ertragsmodell-Innovation
  2. Wertschöpfungs-Architektur-Innovation
  3. Value Innovation

Variante 1 und 2 kommen verstärkt beim Anbieten von digitalen Gütern zum Tragen, wie in den Internet- und Telekommunikation-basierten Industrien, die (fast) ohne Transportkosten sekundenschnell geliefert oder sogar (fast) kostenlos Kunden überlassen werden können, um andere anzuziehen. Beflügelt wird dies durch die hohe Vernetzungs- und Kombinationsfähigkeit digitaler Angebote.

Variante 3, Value Innovation, ist relevant, wenn bestimmte Kunden oder Lieferantengruppen nicht mehr zeitgemäß und zufriedenstellend bedient werden können. Value Innovation setzt auf die werthaltige Kommunikation der Veränderung eines Nutzens durch ein innovatives, solides und seriöses Leistungsversprechen (besser ausgedrückt: „Valuable Performance Promise“). Nur dadurch lassen sich neuartige, latent im Markt bereits vorhandene Bedürfnisse befriedigen.

Value Innovation braucht dabei nicht zwingend eine grundlegend neue Wertschöpfungsstruktur. Denn bestehende Produkte/Leistungen können neuen Kundengruppen angeboten werden, die gegenüber Stammkunden ein ganz anderen Nutzen für sich ableiten.

Empfehlung: Die Druck- und Verlagsbranche kann ihren Fortbestand sichern, wenn sie die strategisch-tragenden Prinzipien der „Value Innovation“ nutzt und durch werthaltige Kommunikationslösungen zum Leben erweckt.

 

Wer sich im Detail für Value Innovation interessiert,
kann mit dem Autor Andreas Weber Kontakt aufnehmen.

 

WICHTIGER LESETIP: “Wege aus dem Innovations-Dilemma”

Value Communication Keymessages 2014 D Kopie iCloud.003

 

 

Schlechte Zeiten sind gute Zeiten

[Der Beitrag von Andreas Weer wurde im führenden Schweizer Digitaldruck-Fachmagazin Publisher, Ausgabe April 2014, zur Vorabinformation für den Swiss Publishing Day am 20. Mai 2014 abgedruckt.]

 

Text von Andreas Weber
Illustrationen (Grafik) von Lidia Lukianova, SF Bay Area

 

Bislang war das Printbusiness ein solides Produktionsgeschäft. «Gebt mir Daten und ich drucke sie optimal», lautete das Versprechen. Mit Digitaldruckverfahren, allen voran den Hochleistungs-Inkjet-Technologien, wird jetzt alles anders.

Wirkungsstarke Lösungsangebote für neuartige Kommunikationsaufgaben im «Digital Age» sind nun gefragt. Wie das geht, wie man rasch vorankommt und wie man veränderte Kundenanforderungen erfüllt, ist mindestens so komplex wie die Technologien selbst. Doch keine Bange. Die Mühe lohnt sich, wenn man die richtige Geschäftsstrategie findet.

Die Situation der Printbranche scheint nicht rosig zu sein. Pleiten, Pech und Pannen sind an der Tagesordnung. Der VDMA als wichtigster Verband der deutschen Maschinenbauer für Druck- und Papiertechnik spricht im Rückblick auf das Jahr 2013 davon, dass gerade kleinere Druckereien reihenweise pleitegehen und dies den Zulieferern Umsatzrückgänge und Verluste einbringe, da zu wenig investiert werde. Der aktuelle Report «Drupa Global Trends» verzeichnet für 2013 zwar insgesamt höhere Umsätze bei sinkenden Margen, doch fast ein Viertel der Branche vermeldete Umsatzeinbussen. Liquiditätsengpässe sind an der Tagesordnung, die Aussenstandsdauer hat sich bei über 25 Prozent der Befragten verschlechtert.

Woran liegt das? Haben wir ein Innovationsproblem? Oder ein Akzeptanzproblem? Es ist wohl eine Mischung aus beidem. Denn die Lage der Printbranche entspricht nicht der Verfassung des Mediums Print. Print als Medium ist so gut, qualitätvoll und wirkungsstark wie nie zuvor. Aber zu wenige Unternehmen machen aus dieser Not eine Tugend. Und erfinden sich und das, was sie tun, neu.

Aus dem Blickwinkel der Printbranche werden als Risikofaktoren gesehen:

  1. Onlinemedien verdrängen Print — die Volumen gehen zurück.
  2. Print ist aus Sicht der Printbuyer aufwändig und teuer – Einsatz und Erfolg sind schwer oder kaum messbar.
  3. Es wird immer schwieriger, Printprodukte profitabel und zu tragbaren Preisen herzustellen und/oder zu verkaufen.

Bildschirmfoto 2012-12-06 um 18.22.08

Was tun? Und bleibt genug Zeit?

Die Maxime lautet: Wandeln durch Handeln. Die Voraussetzungen, als Druckerei die Trendwende zu schaffen, sind gut. Das betrifft grosse wie auch kleinere Unternehmen gleichermassen. Doch bevor im Einzelnen über an allen Orten geforderte neue Geschäftsmodelle nachgedacht werden kann, gilt es zunächst, Printmedien und die damit verbundenen Leistungen der Printhersteller richtig zu positionieren. Für Druckereikunden muss klar werden, was Printmedien und -technologien in der Vernetzung der Kommunikationselemente leisten können:

  1. Print entflieht der Flüchtigkeit der Welt der Daten und erzeugt Glaubwürdigkeit durch Haptik und Unveränderbarkeit.
  2. Die innovativen Unternehmen der Netzökonomie (Apple, Google und Co.)sowie Markenartikler aller Couleur nutzen Printmedien nicht nur als Imageträger, sondern zur aktiven Marken- und Produktkommunikation im Business-to-Business.
  3. Print ist eine wichtige Plattform der Finanz- und Wirtschaftskommunikation, insbesondere durch Transpromo (Rechnungen, Kontoauszüge oder Spezialinformationen, die kundenspezifische Daten enthalten und mit Werbeinformationen angereichert werden).
  4. Die digitale Printtechnologie übernimmt die Leadfunktion. Auf Basis der Digitalisierung in Verbindung mit dem Internet können Marketingaktivitäten in ihrer Effizienz signifikant gesteigert werden.
  5. Printmedien stellen im Markendialog sicher, dass Konsumenten durch die Bereitstellung von gedruckten Informationen Marken tiefgehend und nachhaltig erleben können.

Der richtigen Positionierung von Print zu folgen, zieht einiges nach sich: Investitionen in Wissen, Equipment und Organisation. Ein aktuelles Beispiel aus Deutschland, das dem Leitgedanken «Tradition verpflichtet – Innovation entscheidet» folgt, zeigt dies eindrucksvoll: Die Hamelner Druckerei CW Niemeyer firmiert seit Februar 2014 als «Printmedienpartner GmbH». Der neue Name stehe für langjähriges Know-how in der Druckbranche sowie für die zeitgemässe Ausrichtung auf die Anforderungen der modernen Kommunikationstechnologien und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden. So steht es in einer Mitteilung des Unternehmens. Mit der Namensänderung positioniere man sich als Lösungs­anbieter, der die Verzahnung der Printmedien mit elektronisch-digitalen Medien reflektiere.

Die Umfirmierung stellt einen konsequenten Schritt im Entwicklungsprozess der Druckerei dar. Vorausgegangen war ein Management-Buy-out. Das Unternehmen soll als Spezialist für dialogorientierte Drucklösungen mit dem Namen Printmedienpartner neue Möglichkeiten aufzeigen, wie Kunden aus dem Versandhandel, der Industrie, der Tourismus- und der Verlagsbranche ihren Werbebotschaften mehr Relevanz verleihen können.

Das Beispiel zeigt, wie eine neue Positionierung einer neuen Marktstrategie (mit Fokus auf lukrative Marktsegmente) folgt. «Nebenbei» wurde die Druckproduktion auf Highspeed-Inkjet umgestellt — Grundvoraussetzung dafür, um mit variablen Daten und hohem Durchsatz punkten zu können. Das neue Geschäftsmodell sieht nicht mehr vor, Produzent von Printprodukten zu sein, bei denen der Kunde exakt spezifiziert, was wann wie zu welchen Kosten auf welchen Materialien zu tun ist. Es werden mit den Kunden Lösungen entwickelt, die es so noch nicht gibt. Hochindividuell, relevant und im Zweifelsfall massenhaft individualisiert.

Value Communication Keymessages 2014 D Kopie iCloud.002

Innovation lebt von Partnerschaften

Das Beispiel aus Deutschland steht nicht allein. Es zeigt einen globalen Trend auf. Galt früher, dass sich Geschäftsmodelle aus der eingesetzten Technik ableiten, so gilt heute, dass Technik lediglich Mittel zum Zweck ist. Das passende Geschäftsmodell richtet sich an geänderten Kommunikationsbedürfnissen aus. Die Wahl der geeigneten Technologie findet im Nachgang statt. Edubook, Merenschwand, und Trendcommerce, St. Gallen, sind gute Beispiele für eine marktorientierte, innovationsbasierte, umfassend angelegte Geschäftsstrategie, die darauf abzielt, integrierte Lösungen mit den Kunden gemäss ihren Bedürfnissen beziehungsweise ihren Marktanforderungen zu entwickeln. Wesentlich ist dabei, eben nicht nur die technische Basis im Printunternehmen zu innovieren, sondern auch die Anwendungsbereiche, die eigene Kompetenz (Print + Online + IT), den Vertrieb, die Eigendarstellung und die Marketingkommunikation. All dies wird Bestandteil eines neuartigen Geschäftsmodells, das auf Interaktion mit Märkten und Partnern abzielt. Darum ist es kein Wunder, dass in Verbindung mit Highspeed-Inkjet-Druck Anwendungsszenarien aus dem (bislang separat klassifizierten) Transaktionsdruck für die Printbranche wichtig werden. Die neuen Möglichkeiten zielen darauf ab, Kommunikation und Transaktion zusammenzuführen, egal, ob es um Kataloge, Mailings oder um anderes geht.

Im partnerschaftlichen Denken liegt der Schlüssel zum Erfolg, gerade für kleinere Unternehmen, die sich fürchten werden, dass man den Einstieg in hochvolumige Inkjet-Produktionen nie und nimmer stemmen kann. Hier sind durch Web-to-Print- und Cloud-Lösungen neue Formen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit möglich. Dadurch lassen sich beliebig skalierbare Lösungen durch skalierbare Ressourcen schaffen. Wichtig ist nicht mehr die Produktionstechnik vor Ort, sondern die Qualität der Prozesse, der Grad der Kundenbindung, die Qualität und die Kompetenz im Kundenbeziehungsmanagement. An und für sich sind solche Kooperationsmodelle in der Printbranche bekannt und etabliert. Es gab immer Spezialisten für Veredelung, Stanzen und Ähnliches, die viele Druckereien als Kunden hatten. Im Akzidenzbereich sind Printbetriebe Kunden bei grossen, leistungsstarken Onlinedruckereien. Gleiches ist für den hochvolumigen Inkjet-Druck denkbar.

Das DigitaldruckForum

Das DigitaldruckForum (DDF) wurde im März 1996 als national wie inter­national erste Brancheninitiative für Printinnovation gegründet. Mit dem ­DigitaldruckForum Congress wurden Konferenzen in der Gutenberg-Stadt Mainz, in Basel, in Wien sowie in Dubai und Peking durchgeführt. Hinzu kamen Hunderte Vorträge auf Konferenzen, in Workshops und Seminaren. Um den Innovationsschüben im Kommunikationsmarkt standzuhalten, wird das DigitaldruckForum im Frühjahr 2014 umpositioniert und komplett unter das Themendach «Innovation der Marketingkommunikation» von Value ­Communication AG gestellt.

Das Credo lautet dabei: «Wir halten uns nicht mehr damit auf, zu zeigen, dass Digitaldruck so gut wie Offset ist, oder tragen händisch Druckmuster aus und versuchen dadurch, zu missionieren. Wir fokussieren auf den ROI, den Digitaldruck-Dienstleister für Marketing-/Kommunikationsprojekte bieten können, und stärken ganz erheblich die Online- und Social-Media-Kommunikation über Print. Nur so lassen sich Märkte und Kunden richtig adressieren. Vorausgesetzt, man weiss, wie das geht.»

Wer sich für das DDF als Teil der Value Community interessiert, kann:

Der Autor

Andreas Weber hat sich als Analyst und Experte für Kommunikation mit Medien einen Namen gemacht. 1996 gründete er die erste Branchen-Community für Innovation mit Print, das Digitaldruck­Forum (DDF). Er hat in 25 Jahren über 100 000 Fachleute in 32 Ländern der Welt mit seinen Ideen und Tipps in Vorträgen, Seminaren und Coachings begeistert.

Inkjet macht Druck

Andreas Weber hat am 20. Mai in Winterthur als Referent am swiss publishing day zum Thema Inkjet-Digitaldruck eine viel beachteten Vortrag gehalten. Diese Fachkonferenz ist gleichzeitig die Ugra-Druckfachtagung 2014 und gab neben einem Überblick des aktuellen Standes der Technik Gelegenheit auch auf Geschäftsmodelle einzugehen und inspirierende Beispiele zu zeigen. Ein separater Themenblock zeigte auf, welche Chancen der Digitaldruck für Prepress-Profis bietet und welche Kompetenzen künftig besonders gefragt sein werden.

Sieh dazu den Bericht Inkjet Druck — Der neue Stern in der Gutenberg-Galaxis”.

 

__________________________________________________________

 

HINWEIS und weitere Infos zu Innovation-Fachwissen:

Innerhalb der Value Community bietet das DigitaldruckForum exklusive Coachings an zur Innovation der Geschäftsmodelle im Print, Publishing und Crossmedia-/Agentur-Geschäft.