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Value Transformation

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Von Andreas Weber, Head of Value

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 5

Prolog

Der März 2019 hatte es in sich für die sogenannte Online Printing-Gemeinde. Der Vorreiter CIMPRESS — progressiv, erfolgreich, wachstumsorientiert — entmystifizierte sich selbst. Das Wachstum schwächte sich ab, die Marktkapitalisierung halbierte sich, heisst: Anleger wenden sich ab. Autsch! Die Befürchtungen: Wenn der Marktführer hüstelt, bekommen die Kleineren eine Grippe. Und: Die Goldrausch-Stimmung, die auch auf dem Online Print Symposium über Jahre erfahrbar war, scheint dahin.

Status quo

Keine Bange: Mit Online Printing geht es nicht bergab. Im Gegenteil. Online Printing ist wie auch Digitaldruck keine Gattung oder gar Branche, sondern ein mehr oder wenig nützlicher Hilfsbegriff, um digitale Verfahrenswege bei der Drucksachenproduktion zu charakterisieren. Es fing mit Web-to-Print an, führte zu automatisierten, standardisierten und skalierbaren Abläufen mit dem World Wide Web als Schaufenster. So konnte man einerseits Kunden gewinnen, die bis dato keine Drucksachen bestellen konnten; zum anderen wurden Preisvorteile genutzt, da die optimierten Abläufe günstigere Kosten erlaubten. 

Dadurch verlagerten sich riesige Druckvolumen aus dem klassischen Akzidenzmarkt hin zu den ‚Online Printern‘. Es wurden also Gelder umverteilt. Das tatsächliche Neugeschäft blieb marginal. Wachstum wurde also durch Verdrängung erzielt, mit einem naturgemäß nicht grenzenlosem Effekt. 

Robert Keane hatte das frühzeitig erkannt. Er nutzte Vistaprint als Cash-Cow, um Dutzende andere Firmen zu akquirieren. Daraus formte er unter der Dachmarke CIMPRESS einen globalen Konzern mit Holdingstruktur. CIMPRESS selbst hat außer Aktionären keine Kunden, die Kunden für Printprodukte aller Art inkl. Mass Customization gehören den Submarken. 

Das hat vor und Nachteile. So wurde zunächst zentralisiert, um Kosten zu sparen und schnell wachsen zu können. Jetzt, da das Wachstum an Fahrt verloren hat, wurde dezentralisiert. Bei diesem Hin&Her fallen zwei Dinge ins Gewicht: 

  • Erstens ist der Aufwand in der Markenpflege enorm hoch und inneffizient, da es kaum Wirkung auf die CIMPRESS-Kunden, die Anleger, hat.
  • Zweitens bleibt die durchgängige Firmenkultur auf der Strecke. Viele kleine Königreiche bleiben sich selbst am liebsten treu.

Auf zu neuen Ufern

Und Drittens kommt hinzu: CIMPRESS hat es nicht mit homogenen Wettbewerbsstrukturen zu tun, sondern tummelt sich in vielen Bereichen und scharmützelt mit vielen „Gegnern“. Letztlich sind solche Gegner alle diejenigen, die im Zuge der Reformierung ihres Stammgeschäft, vom Akzidenzdruck bis zu Packaging, Large Format etc., Digitalkompetenz aufgebaut haben. Und damit technisch versiert, hocheffizient, kostenoptimiert und hochspezialisiert anbieten können. Und dies mit Unterstützung ihrer Lieferanten, die digitale Transformation in alle Richtungen vorantreiben. Das von Heidelberg veranstaltete 1. Digital Print Forum vom 21. März 2019 belegt dies eindrucksvoll.

Um ein Bild zu gebrauchen: CIMPRESS als Flugzeugträger oder Riesenkreuzer kann gar nicht jeden Hafen anlaufen und ist nicht so wendig wie die zehntausenden Fregatten, U-Boote und Schnellboote, die quasi in Guerilla-Manier die Schlacht gewinnen wollen. 

Fazit: Echte Vorteile oder Alleinstellungsmerkmal von CIMPRESS kann man gar nicht mehr erkennen. Und wilde Ankündigungen von gigantischen Bestellungen auf der drupa 2016 bei Landa sind völlig verpufft. Wie anderes mehr! Kurzum: Viel Gedöhns — ausser Spesen nichts gewesen. Das wird den Anlegern klar geworden sein.

Die Probleme von CIMPRESS sind also weitgehend hausgemacht und keinesfalls typisch für diejenigen, die sich als Online-Printer sehen. — Robert Keane ist zuzutrauen, das erkannt zu haben und gegenzusteuern.

Ruhe vor dem Sturm

Dennoch, es wird für alle schwierig. Je digitaler das Geschäft, um so anspruchsvoller die Gestaltung der Kundenbeziehungen und das Fördern der Kundenbindungen. Im E-Commerce-getriebenen ‚Online-Print‘-Geschäft gibt es keine Loyalität. Es geht stets um den besten Preis und die höchste ‚Convenience‘. Differenzierungsmerkmale zu bieten, wird zur Herkules-Aufgabe.

Aus meiner Sicht stellen sich folgende zentrale Fragen:

  1. Beyond Online-Printing — Wie kann man die eigene Unternehmenskultur so menschlich gestalten, dass es im Markt Aufmerksamkeit stiftet und intern wie extern begeistert?
  2. Beyond Technocracy — Wie kann man den überstarken Technik-Fokus reduzieren zugunsten einer besseren Marktkenntnis durch Kundenorientierung, um sich extrem schnell und effektiv auf sich wandelnde Bedürfnisse einzustellen?
  3. Beyond Silo-Mentality — Wie kann man eine neue Offenheit im Geist und Agilität im Tun entwickeln, um Differenzierungsmerkmale zu identifizieren und eine unverwechselbare Unternehmespersönlichkeit zu entwicklen?

Da ich dieses Jahr beim #ops2019 in München nicht selbst dabei sein werde, bin ich gespannt, wie ernsthaft und offen über die neuralgischen Punkte gesprochen wird. Und wann sich die geschlossen-verschworene Online-Print-Gemeinschaft neu positioniert und v. a. öffnet. Dann kämen sicher auch andere Teilnehmer hinzu, die vom Online-Printing-Knowhow als Auftrageber profitieren können. 

Übrigens: Von vielen meiner tausenden Lesern und Netzwerkpartnern wurde am 1. April meine Scherz-Story ernst genommen. Tenor: Bertelsmann-Regentin Liz Mohn liebäugele damit, mit CIMPRESS und vor allem dem Gründer und CEO Robert Keane in Kontakt zu kommen, um ihre Bertelsmann Printing Group, mit 1,6 Mrd. Jahresumsatz deutlich kleiner als CIMPRESS, auf Vordermann zu bringen. — Vielleicht ist die Idee von mir gar nicht so schlecht. Falls noch nicht geschehen, bitte nachlesen.

 

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Über Andreas Weber

Andreas Weber begleitet als Wissensarbeiter/Advisor die Kommunikation mit Medien — geprägt durch eine Vorliebe für Print-Innovationen im Digitalzeitalter. 

Bis dato hat er über 500 Innovations-/Transformations-Projekten realisiert, diverse Lehraufträge wahrgenommen (u.a an der School of Visual Arts/NYC, Hochschule Liechtenstein, Hochschule RheinMain) und Vorträge in über 30 Ländern gehalten. 

Sein Blog valuetrendradar.com (ISSN-zertifiziert) inspiriert Entscheider aus mehr als 150 Ländern.

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Von Andreas Weber, Head of Value | English Version

In Gütersloh und Venlo laufend derzeit die Kommunikationsdrähte heiß. Es deutet sich im Vorfeld des #OPS2019 ein Paukenschlag an. Liz Mohn, die stille und noble Regentin des Bertelsmann-Konzerns, ist unglücklich darüber, dass die in der Bertelsmann Printing Group zusammengefassten Print-Aktivitäten nicht recht von der Stelle kommen.

Man sei zwar „Europas größte Druckereigruppe“, aber gemessen an globalen Playern doch eher ein Zwerg. Print sei aber neben dem Buchverlagsgeschäft Teil der DNA der Familie, der Stiftung und des Konzerns. Nun ist sie über ihre Spezialisten der Unit Bertelsmann Investments auf CIMPRESS aufmerksam geworden.

Der Bernd aus Essen schreibe immer so schön in seinem beyond-Blog über CIMPRESS und seinen CEO/Gründer Robert Keane, gerade jetzt, wo es kriselt. Der Robert sehe nicht nur gut aus, sondern habe auch echt was drauf, wie Liz Mohn laut gut informierten Kreisen befinde. 

Der Robert sei zudem in einer ähnlichen Situation wie sie: große Passion für Print, aber kaum Wachstum; nur dass er noch zusätzlich hinnehmen müsse, dass sein Erfolgsunternehmen in den letzten 12 Monaten die Hälfte seines Marktwertes eingebüsst hat. Das bedauert sie, hat aber gleichzeitig erkannt, dass CIMPRESS aktienmäßig ein echtes Schnäppchen sein kann. Sie will die Idee vom Robert zu #Coopetition aufgreifen und lässt darum drei Alternativen prüfen: 

  1. Sie übernimmt die Mehrheit an CIMPRESS. 
  2. Ihre Print Division wird mit CIMPRESS verschmolzen. 
  3. Sie adoptiert den smarten Robert und macht ihn perspektivisch zum Stiftungschef. 

Ein spannendes Szenario, oder? — Ein Entscheidung wird noch heute, am 1. April 2019, erwartet.  

 

 


 

PS: Dieser Beitrag ist als Aprilscherz völlig frei erfunden. Und könnte darum durchaus real sein.

PPS: Alles zu Perspektiven von CIMPRESS und im Online Printing lesen sie in meiner aktuellen Analyse: “Beyond #ops2019”. — Kein Scherz!

 


 

 

Infotipp: Letzte Woche in den News

 

Das neue PRINT-Dream-Team

 


 

ThinkPaper TagDerDruckkunst 15032019.001

 

Von Prof. Dr. Gerhard Kilger, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Senefelder-Stiftung

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 4

 


Von einigen noch unbemerkt — vor allem in der Print- und Verlagsbranche — aber von vielen engagierten kreative Köpfen getragen, wurde am 15. März 2019 in über 200 Einrichtungen deutschlandweit der ›Tag der Druckkunst‹ begangen. Die Internationale Senefelder Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main hatte zu einem besonderen Event eingeladen: Im Druck-Studio der Stiftung führte Prof. Dr. Kilger praktisch vor, wie man künstlerisch mit Steindruck umgehen kann. Über 100 Gäste zeigten sich begeistert. Im nachfolgenden Beitrag, erstmals publiziert als Leitartikel in der Zeitschrift ›kultur politik‹, Ausgabe 1/2019 ›Kulturerbe Druckkunst‹ des BBK Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V., Berlin, erläutert Gerhard Kilger, welchen Wert Druckkunst gestern, heute und morgen darstellt. Und welchen Nutzen Drucktechnik stiftet. Aus meiner Sicht eine Pflichtlektüre für alle, die sich kreativ, künstlerisch und technisch mit Print beschäftigen. — Andreas Weber


»Wer in der Drucktechnik lediglich den Wert der Vervielfältigung sieht, hat die eigentlichen Potentiale nicht wahrgenommen.«

 

Es war im vergangenen Jahr 2018 ein großer Erfolg: Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen sind von der Deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis ›Immaterielles Kulturerbe‹ aufgenommen worden. 

Damit sind die von Generationen über Jahrhunderte überlieferten Techniken nicht nur zu bewahren, sondern auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Es war sehr klug, dass die UNESCO – erst seit wenigen Jahren – nicht nur materielles Kulturerbe, sondern kulturelle Formen gelebter Praxis vor dem Vergessen schützen möchte. Denn »Das Wesen der Dinge liegt in ihrem Gebrauch« – um diese wichtige Sichtweise des Philosophen Ludwig Wittgenstein auszudrücken und anzuwenden. 

In der Begründung der Auszeichnung durch die Kommission heißt es deswegen: »Gedruckte Text- und Bildmedien sind fester Bestandteil der europäischen Kultur und Wissenschaftsgesellschaft. Künstler nehmen sich den traditionellen Drucktechniken kreativ an und entwickeln diese weiter (…)«. Gut bekannt sind Johannes Gutenberg und Albrecht Dürer, die am Anfang der damals innovativen Drucktechniken vor über 500 Jahren stehen, ebenso bekannt ist der damalige Einfluss der erstmaligen Vervielfältigung der Bibel auf die Reformation und neuzeitliche Entwicklungen. 

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Drucktechniken für Bildung und Demokratie 

Weniger bekannt ist allerdings das seitdem hoch entwickelte Niveau handwerklicher Praxis, das für die Qualität von Druckerzeugnissen in hohen Auflagen bestimmend war. Das galt nicht nur für Texte, sondern vor allem für Abbildungen, die bis Ende des 18. Jahrhunderts fast ausschließlich durch Holzschnitt, Holz- oder Kupferstich möglich waren. Weniger bekannt ist auch, dass im 19. Jahrhundert durch die Erfindung von Alois Senefelder die Lithographie als Flachdruck die Industrialisierung des Bilderdrucks möglich machte. Neben Bildung und bunter Vielfalt im öffentlichen Raum wären die gesellschaftlichen Entwicklungen zu Demokratie und Sozialstaat nicht denkbar gewesen. Später kamen neuere Verfahren wie Lichtdruck, Durchdruck und Siebdruck dazu. 

Photolithographische Techniken und Flachdruck auf Metallplatten führten im 20. Jahrhundert zum heutigen Offsetdruck, der spätestens seit den 1990er Jahren durch ganz unterschiedliche digitale Techniken ergänzt oder abgelöst wurde. Hinter all diesen professionellen Techniken standen Berufsbilder, für die hohes fachliches Wissen erforderlich war, sowie Menschenschicksale, auf deren Biographien technische Umwälzungen oft dramatischen Einfluss hatten. Heute sind traditionelle Kenntnisse der Drucktechnik industriell nicht mehr anwendbar. 

Allerdings enthält die Auszeichnungsbegründung durch die Kommission eine wichtige Feststellung: »Künstler nehmen sich den traditionellen Drucktechniken kreativ an und entwickeln diese weiter«. Eine solche Feststellung kommt bei allen anderen Auszeichnungen immateriellen Erbes nicht zu Wort. Im Gegenteil: Während fast alle Kulturgüter mit dem Wegfall ihrer eigentlichen Funktion meist leblos in Museen konserviert oder in laienhafter Liebhaberei künstlich als Folklore entfremdet werden, erleben die traditionellen Drucktechniken in den Künstler-Werkstätten einen lebendigen Umgang und eine kreative Weiterentwicklung auf vielerorts ganz unterschiedliche Art und Weise. 

Natürlich sind das ursprüngliche Fachwissen und die industrielle Berufserfahrung von professionellen Drucktechniken bei heutigen und zukünftigen Künstlerinnen und Künstlern nicht mehr zu erreichen – deren praktische Kenntnisse entsprechen eher denen von versierten Sportseglern, die heute auch keinen historischen Viermaster steuern könnten – aber sie haben hohe Kenntnis von diesen Techniken, obwohl ihr beruflicher Alltag ganz andere Absichten und Gewohnheiten verfolgt, als dies traditionell nötig war. 


Impressionen vom Tag der Druckkunst im Druck-Studio der Internationalen Senefelder Stiftung in Offenbach am Main. Fotos/Video: Andreas Weber

 


Von Hand geschaffene Originale 

Warum haben sich viele Künstlerinnen und Künstler diese aufwändigen Praktiken und das Wissen erworben, und welcher Wert wird darin von diesen gesehen? Worin unterscheidet sich ein von Künstlerhand gedrucktes Erzeugnis von üblichen Druckerzeugnissen? Welche Bedeutung haben zukünftig die traditionellen Drucktechniken für Kunst und Kultur? 

In der Bildenden Kunst gilt, was ebenso für Musiker ganz offensichtlich ist: Jedes Instrument hat seinen Klang, seine unverwechselbare Ausdrucksform. Gerade Drucktechniken haben ihre werkspezifischen Charaktere, die mit anderen Techniken nicht zu schaffen sind. Zudem können durch Variation und Experiment bei Drucktechniken unzählige »Klänge« erzeugt werden, die für neue Kompositionen beste Voraussetzungen bieten. Ebenso wie mit Klängen kann unbegrenztes und überraschendes Neuland durch Experimente gefunden werden. 

Wer in der Drucktechnik lediglich den Wert der Vervielfältigung sieht, hat die eigentlichen Potentiale von Radierung, Holzschnitt, Lithographie, Siebdruck und allen Mischformen nicht wahrgenommen. Längst hat ein künstlerischer Druck nicht mehr den Wert in hoher Auflage, jeder Abzug hat heute die Qualität eines von Hand geschaffenen Originals. Meist machen deswegen Künstlerinnen und Künstler keine hohen Auflagen, sondern beschäftigen sich lieber mit dem Schaffensprozess des Druckträgers als mit dem – demgegenüber monotonen – Drucken einer hohen Auflage. 

 

 

Lebendige Weiterentwicklung überlieferter Kenntnisse 

Natürlich sind auch dafür sowohl die Einrichtung und der Betrieb einer historischen Werkstatt, als auch eine hohe Kenntnis von Material und Prozess notwendig. Diese ist heute sogar noch anspruchsvoller als damals, weil nun die Vollzüge ganzheitlich angelegt werden müssen: Gab es früher noch die Arbeitsteilung von Druckvorlagenherstellung, Andruck und Fortdruck, so muss man dies heute selbst beherrschen; wurden früher die Materialien aus dem Handel bezogen, so gilt es nun, nach alten Rezepten oder aus fernen Landen das notwendige Material zu beschaffen oder sogar selbst zu schaffen. Weil darüber hinaus in früheren Zünften die beruflichen Kenntnisse überwiegend als Geheimwissen betrachtet wurden, wurden schon seit Jahren die letzten Profis von künstlerischen Fachleuten noch zu Lebzeiten ausgefragt oder es mussten bestimmte Techniken durch Experimente neu entdeckt werden. 

Heute kann man das Kulturerbe der Drucktechniken in den Händen von Künstlerinnen und Künstlern als qualitativ hohe Praxis bezeichnen, welche die historischen Techniken zwar nicht identisch reproduzieren, jedoch als lebendige Weiterentwicklung aus den überlieferten Kenntnissen alte und neue Formen der Drucktechniken lebendig werden lassen. 

Aufgaben der Museen 

Auch in einigen wenigen Museen leben diese handwerklichen Techniken weiter. Vor allem dort, wo nicht nur nach sammlungsorientierten Konzeptionen museale Gegenstände in Vitrinen präsentiert werden, sondern Kontexte für zugehörige Arbeitsvollzüge und Lebensgewohnheiten geschaffen werden. Auch dort werden Vorführungen oft von Künstlerinnen oder Künstlern gemacht, weil es für die Museen nicht einfach ist, das zugehörige Personal dafür zu schulen. Langfristig wird es für die Museen zur Aufgabe, das Immaterielle Kulturerbe neben dem Aufbau und der Pflege von Sammlungen zu bewahren. 

Dabei werden sie sowohl das Weiterleben der experimentellen Drucktechniken dokumentieren als auch die besten Ergebnisse künstlerischer Arbeiten in ihre Sammlungen übernehmen. Hier ist auch einer der Gründe dafür ersichtlich, warum die Beantragung der Anerkennung der künstlerischen Drucktechniken als Immaterielles Kulturerbe gemeinsam vom BBK-Bundesverband und dem Museum für Druckkunst Leipzig erfolgt ist. 

Nachdem es für die künstlerischen Drucktechniken in den letzten Jahren sowohl durch meist ungenügende Wertschätzung bei Ausbildungsgängen in den Hochschulen als auch bei der Haltung von Kuratoren, Sammlern und Händlern manche Enttäuschung gab und darüber hinaus die künstlerische Auseinandersetzung mit digitalen Medien die Sicht auf »alte Techniken« verstellt hat, ist nun zu erwarten, dass die Wahrnehmung für den echten Stellenwert dieser Kunstform wieder zunimmt. 

 


 

Zur Person

 

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Prof. Dr. Gerhard Kilger ist Museums-Fachmann, Physiker, freier Künstler und Dozent für Lithographie. Er war Gründungsdirektor der »DASA – Arbeitswelt Ausstellung« in Dortmund und ist Vorstandsvorsitzender der Internationalen Senefelder Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main. http://www.senefelderstiftung.de 


Zur Internationalen Senefelder Stiftung

»Die ISS macht durch die Verbindung von Tradition und Moderne den Wert von Print als unverzichtbarer Kulturtechnik anschaulich. Und zeigt auf, wie sich die kreative Techniknutzung durch künstlerisches Schaffen im Digitalzeitalter verankern lässt.« 

Zur Erinnerung: Der Erfinder Alois Senefelder hat um das Jahr 1800 mit dem chemischen Druck vom Stein und von Metallplatten die Print-Branche in ein neues Zeitalter geführt. Noch heute profitieren wir davon, nicht nur bei der Drucktechnik, sondern sogar in der Halbleiter-Technologie. Zugleich wurde der Steindruck zum einzigartigen künstlerischen Medium mit anhaltend weltweiter Bedeutung.

Die ISS verfügt über einen hochkarätig besetzten Beirat (Vorsitz: Gert Kaiser) und seit 1. Januar 2019 über ein neues Vorstandsteam mit Prof. Dr. Gerhard Kilger (Vorsitz), Dr. Volker Dorsch (stv. Vorsitz), Hans-Jörg André, Eckhard Gehrmann, Andreas Weber und Dr. Ralph Philipp Ziegler.

Die ›Freunde und Förderer der Internationalen Senefelder Stiftung e.V.‹ (FISS) sind mit Wirkung vom 7. November 2017 ein im Vereinsregister eingetragener, gemeinnütziger Verein (VR 5784). 

Somit bestehen für Einzelpersonen wie auch für Firmen individuelle Möglichkeiten zur Mitgliedschaft und Förderung der Internationalen Senefelder Stiftung.

Kontakt:

Dr. Volker Dorsch, Mitglied im Vorstand und Leiter der ISS- und FISS-Geschäftsstelle im Bernardbau
Herrnstr. 61 | 63065 Offenbach am Main

T: 069-98340506
F: 069-98340507
W:www.senefelderstiftung.de
E: info@senefelderstiftung.com

 

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ThinkPaper Diskurs.002

Von Andreas Weber, Head of Conversation

#Think!Paper — Edition 2, Vol. 2

 

„These — Antithese — Diskurs. Eine Debattenkultur muss an die traditionsreiche Kultur des Dialogs und der Dialektik anknüpfen. Nur so wird es möglich, Wissen zu erwerben oder zu überprüfen.“ —Andreas Weber

Meine Erkenntnis nach 45 Jahren Erfahrungen (Achtung: Ich bin noch kein Methusalem, habe aber sehr früh angefangen!): Die Print-Branche hat ein hohes Leidens- und Duldungspotential. Denn: In keiner anderen Branche wird soviel bewegt — ökonomisch-materiell, geistig-kulturell, menschlich-intellektuell und technologisch-innovativ! Und in kaum einer anderer Branche lässt sich man so viel gefallen, ohne zu murren. Da wird seit Aufkommen des World-Wide-Web das Ende von Print zelebriert, ohne dass konzertiert und mit relevanten Fakten überzeugend dagegen argumentiert wird. Da wird gerade in Deutschland, dem Mutterland der Druck-Kunst, das stets wachsende Markt- und Zukunftspotenzial kleingeredet, nur weil Print-Verlage und Druckereibetriebe straucheln, die sich nicht weiterentwickeln wollen oder können.

Fakt ist doch: Keine Branche hat soviel Talent, mit Innovationen umzugehen, wie die Print-Branche. 

Und kaum eine Branche durchläuft in immer kürzeren Zyklen solch durchgreifend strukturelle Veränderungen, die bis dato stets exzellent gemeistert wurde. Buchdruck, chemischer Druck (Flachdruck) und Digitaldruck haben jeder für sich fulminante Änderungen mit sich gebracht. Die Print-Branche ging immer gestärkt aus dem Wandel hervor. Das ist heute so. Und das wird wohl auch so bleiben. 

Auffällig erscheint mir, dass es der Branche trotz ihrer Innovationsfähigkeit nicht gelingt, sich über die Branchengrenzen hinaus Gehör zu verschaffen. Als „Industrie“ ist man extrem kleinteilig organisiert, viele kochen ihr eigenes Süppchen. Wenige blicken über den Tellerrand hinaus. Ein regelrechtes Gräuel sind mir sog. ‚Fachveranstaltungen‘, die angeblich neueste Trends aufzeigen; Events aller Art, die mal hochwertig, mal missraten, in jedem Fall aber immer hinter verschlossenen Türen stattfinden und daher weniger Resonanz finden als möglich wäre. Man bleibt scheinbar nur allzu gerne unter sich! Und schafft es nicht, konzertiert wichtige Botschaften an die Kunden und potentiellen Neukunden zu adressieren. Im Zeitalter der Digitalisierung und Transformation kommt es aber geradezu einem Suizid-Versuch gleich, nicht adäquat, offen und interaktiv zu kommunizieren. 

Andere können’s. Warum im Print kaum einer?

Betrachtet man über Branchengrenzen hinweg, was sich tut und wie sich was tut, wird der Unterschied deutlich: Bahnbrechende Neuentwicklungen wie Smartphone/Mobile, 3D Printing, Blockchain, Augmented Reality usw. haben sich dadurch rasend schnell entwickelt und verbreitet, weil sie smarte, moderne Kommunikationswege für sich nutz(t)en und vom Start weg öffentlich und durchaus kontrovers diskutiert wurden. Getreu dem Motto: Open Innovation meets Open Communication. Es fasziniert zu beobachten, mit welcher fachlichen Kompetenz und Leidenschaft Diskurse über neue digitale Innovationen per Social Media, Blogs und Expertenforen geführt werden. 

Doch: In der Print-Branche ist das leider anders! Diskussionen werden zumeist als Monologe von ‚Insidern‘ und Technik-Experten/-Herstellern dominiert, die wenig oder keine Kritik an ihren Worten und Taten zulassen. Wohl deswegen, weil sie es auch gar nicht gewohnt sind. In Summe könnte man das als eine Form von autokratisch-motivierter Inzucht bezeichnen! Und die tut selten gut.

 


„Mein Tipp: Es lohnt sich mehr denn je in diesen ach so modernen (Krisen-)Zeiten, die Kunst der Debatten und Diskurse aus der Antike nachzulesen. Allen voran: Platon, Sokrates und Aristoteles…“


 

Ich wünsche mir daher eine neue Debattenkultur. Es gibt so viel kluge Köpfe im Print-Sektor, und gerade in den Druckereien, die es verdienen würden, Gehör zu finden. Die Apologeten schweigen aber beharrlich und melden sich nicht medial zu Wort… 

Debatten folgen Regeln. Und das ist gut so!

Wenn offen kommuniziert wird, muss man das korrekt machen. Ich selbst wurde gerade heftig in einer Privatnachricht gescholten. Ich sei ‚destruktiv‘ und meine Aussagen qualitätslos, weil ich mich gewagt habe, die Kommunikation der Ergebnisse eines Fachevents gründlich zu begutachten, zu analysieren und in ihrer Aussagekraft ad absurdum zu führen. Zudem wurde mir ganz infames unterstellt; mein Kritiker führte sogar an, er sei von verschiedenen darauf angesprochen worden, ob ich wohl käuflich sei, sprich Dritten gegen Geld Vorteile zu verschaffen. Von wem das gekommen sein soll, wurde nicht genannt… HOPPLA! Das stimmt erstens so nicht und ist zweitens keine gute Art, Debatten zu führen. Kritik muss immer Ross und Reiter benennen und darf nicht mit Gerüchten oder Spekulationen arbeiten. Ansonsten ist das schäbig und als Diffamierung zu bezeichnen.

Übrigens: Die Realität sieht anders und positiv aus. Meine Erfahrungen über meine eigenen Kommunikations-Aktivitäten via ValueBlog und Social-Media belegen eindrucksvoll: Es findet sich ein riesiges Publikum, dass sich für spannende Themen aus der Print-Welt interessiert, wenn sie verständlich und pointiert dargeboten werden. Als Einzelner erreiche ich Experten aus über 150 Ländern der Welt, je nach Thema und Relevanz entstehen hunderttausende Interaktionen in ganz kurzer Zeit.

Netzwerke wie LinkedIn bringen mir seit 16 Monaten 1.000 neue Kontakte pro Monat aus unterschiedlichsten Bereichen! Das erlaubt mir, immer besser zu erfahren, was der Blick über den Tellerrand bringt: Inspiration und neue Erkenntnisse durch aktive Kommunikation. Es lebe die Debatte. Auch wenn es manchmal schmerzt, Kritik zu erfahren. Darüber ins Denken zu geraten, lohnt sich aber allemal.


 

Über Andreas Weber

Andreas Weber begleitet als Wissensarbeiter/Advisor die Kommunikation mit Medien — geprägt durch eine Vorliebe für Print-Innovationen im Digitalzeitalter. 

Bis dato hat er über 500 Innovations-/Transformations-Projekten realisiert, diverse Lehraufträge wahrgenommen (u.a an der School of Visual Arts/NYC, Hochschule Liechtenstein, Hochschule RheinMain) und Vorträge in über 30 Ländern gehalten. 

Sein Blog valuetrendradar.com (ISSN-zertifiziert) inspiriert Entscheider aus mehr als 150 Ländern.

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ThinkPaper Quo Vadis PrintTends.001

Die Druckbranche ist angeblich auf dem Sprung in die Zukunft! Gelingt die Landung?

 

#Think!Paper Edition 2 / Volume 1

Von Andreas Weber, Head of Value, Initiator der Think!Paper-Initiative

Wer sich krampfhaft mit der Zukunft beschäftigt, verliert den Bezug zur Gegenwart!

Prolog

Da kommt vermeintlich Freude auf: „Druck ist die stabilste Währung“, lautet die Erkenntnis vom Print Trend Day 2019, den der Verband Druck & Medientechnik Österreich in Wien organisierte. In bewährter Manier präsentierten Experten Technologie- und Geschäftslösungen von morgen. Die Maßgabe war: Wie macht sich die Druckbranche zukunftsfit? Die Experten sind wie üblich zumeist Vertreter der Lieferindustrie, die auch den Event sponsern. 

Wir lernen: „Die Druckbranche ist [im Schulterschluss von Zulieferern und erfolgreichen Druckereien] bereit für den Sprung in die Zukunft. Die Digitalisierung schafft großartige neue Möglichkeiten, die nun mit vorausschauenden Investitionen und cleverem Marketing ergriffen werden.“

Und auch die „Print Trends zur Zeitenwende“ werden angesprochen: Print-Technologie-Experte Bernd Zipper stellte in Wien klar: „Online, Print, TV, Radio — all das sind Bestandteile des Medienkanons, den wir für unsere Information und Marktwirtschaft dringend benötigen.“

Lichtblick statt nur Ausblick: Heidelbergs Chef Digital Officer Dr. Ulrich Hermann, dynamischer Treiber der digitalen Transformation des Branchenprimus, empfiehlt, sich an den Besten der Branche zu orientieren, um „besser gerüstet für die ständig wachsenden Anforderungen der Kunden“ zu sein. Und er betont: „Print-Medien-Industrie 4.0 bedeutet hochflexible Produktion von individualisierten Druckprojekten, wobei die Druckerei in die digitale Lieferkette des Kunden eingebettet ist“. Das trifft ins Schwarze, kennzeichnet aber die Gegenwart und darf nicht als Zukunftsmusik gedeutet werden.

Gewollt, aber nicht gekonnt?

Warum mäkle ich an einem durchaus ehrenwerten Verbands-Event rum? Nun, er steht symbolisch für eine Vielzahl solcher Events, die mit viel Aufwand für Veranstalter, Redner, Sponsoren und auch fürs Auditorium verbunden sind; und zumeist nicht erfüllen können, was versprochen wird.

Mit Tunnelblick suhlt man sich im eigenen Saft und tauscht sich mit KollegInnen aus, ohne gemeinsam Botschaften zu entwickeln, die Kunden / Nutzer und Prospects von Print-Medien begeistert und ins Gespräch bringen kann. 

Sprich: Es entsteht wenig Nutzen und führt aus meiner Sicht kaum weiter. Denn hinterfragen wir, was eigentlich gemeint sein soll und wie die Gegenwart im Spiegel der sog, Trends aussieht,  kommen wir zu überraschenden Überlegungen, die von Absurdität geprägt sind: 

  • Muss man tatsächlich in die Zukunft ‚springen‘ können oder wollen, zumal diese doch von alleine kommt, selbst wenn man stehen bleibt oder sogar rückwärts läuft?
  • Ist Print tatsächlich eine ‚Währung‘? Wenn ja, was kann man z. B. mit einem exzellent gedrucktem Hochglanz-Prospekt ganz real bezahlen? 
  • Besteht der Medienkanon tatsächlich aus ‚Online, Print, TV und Radio‘? Was ist mit den Boom-Bereichen Blockchain, Streaming, KI, Mobile etc, die bereits im Hier & Jetzt alles auf den Kopf stellen?

Der Schlüssel zum Erfolg: Das Hier & Jetzt begreifen!

Während ich über die digital kolportierten ‚Print Trend Tag 2019’-Resultate sinniere und mich über die Tunnelblick-Mentalität wundere, erfahre ich parallel, was in der Welt tatsächlich wichtiges passiert. Zum Beispiel, dass Amazon quasi aus dem Stand heraus nach Google und Facebook die Nummer 3 im Werbemarkt geworden ist. Mit über 10 Milliarden US-Dollar Umsatz in 2018 und einer gigantischen Wachstumskurve. Das ist fast schon soviel, wie die OTTO Group, die gerade den gedruckten Hauptkatalog beerdigt hat, jährlich an Konzernumsatz erwirtschaften kann. Und weitaus mehr, als die auch international ambitionierten deutschen Großverlage Werbeeinnahmen generieren. So traurig das klingen mag: Print spielt bei dieser Art des profitablen und hochwirksamen Werbegeschäfts keine Rolle.

Ich erfahre auch, dass ein Bollwerk deutscher Finanzkunst wie die Deutsche Bank taumelt und im internationalen Vergleich zum Winzling geworden ist. Im Gegensatz zu N26, einem neuen FinTech-Unternehmen, das Geldgeber begeistert und schon einen Marktwert im mittleren Milliarden-Euro-Bereich verzeichnet. Das meint: Nutzenstiftende Innovation schlägt Tradition. 

Und fast noch spannender erscheint: Ich lerne als neuer Autor und Experte der europaweiten „MoreThanDigital“-Initiative von Benjamin Talin, Zürich, das sich die wissensdurstige Klientel — kleinere und mittlere Unternehmen aller Art, die an Transformation interessiert sind — bis dato mit allem auseinandersetzt, nur nicht mir Print! — Nun, das kann man ‚Zeitenwende‘ nennen, oder?

Meine Empfehlung

Wir sollten uns aktiver, cleverer und ehrlicher mit der Gegenwart auseinandersetzen, die immer Klärwerk und Katalysator für die Zukunft ist. Um die Gegenwart zu begreifen, gehört nämlich, die Vergangenheit richtig einschätzen zu können, um daraus Erkenntnisse für das hier und jetzt zu gewinnen. Damit tut man sich, warum auch immer, in der Print-Branche verdammt schwer. Und über den Tellerrand zu blicken, kann nicht schaden. Aber bitte nicht in der o. g. Form, die Trends verspricht und bisweilen wohlklingend Absurdes liefert.

Mein Resümee

Wer sich krampfhaft mit der Zukunft beschäftigt, verliert den Bezug zur Gegenwart! — Nichts für ungut, sich wie in Wien und anderswo unter Kollegen zu treffen, mag hilfreich sein, ist aber aus meiner Sicht in der geschilderten Form keinesfalls zielführend, um akute Probleme der Gegenwart zu lösen. Ebensowenig wie Zukunftsprognosen, die an anderer Stelle der VDMA als einer der Träger der #drupa2020 Ende des Jahres 2018 publizierte — sinngemäß: auch im Jahr 2040 wird noch gedruckt (!). Das sind für mich wie vieles andere im allzu wirren Trend-Geschehen nichts als teuer erkaufte Nebelkerzen.

Apropos drupa: Irre ich mich oder ist es so still wie nie zuvor um die globale Leitmesse der Print-Medien-Industrie geworden, die doch schon nächstes Jahr stattfinden soll? Schaun wir mal.

Vorher können wir uns bei dem für mich im Jahr 2019 wichtigsten internationalen Event, dem 7. Online Print Symposium (#OPS2019) Anfang April in München, selbst ein Bild machen, ob und welche Trends wirklich relevant ins Feld geführt werden. Und wie sich die Resonanz nach außen entwickelt.


 

Tipp zum Schnuppern

Die Plattform MoreThanDigital zeigt ganz hervorragend, wie man den Wissenstransfer und das Netzwerken rund um Innovation und Transformation im Digitalzeitalter erfolgreich gestaltet. Uns allen aus der Print-Branche ist das Anschauen&Mitmachen sehr zu empfehlen. Die Subskription des Newsletters ist kostenfrei möglich. Die Inhalte sind in deutsch und englisch gefasst.

 

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Über den Autor

Andreas Weber begleitet als Wissensarbeiter/Advisor die Kommunikation mit Medien — geprägt durch eine Vorliebe für Print-Innovationen im Digitalzeitalter. Bis dato hat er über 500 Innovations-/Transformations-Projekten realisiert, diverse Lehraufträge wahrgenommen (u.a an der School of Visual Arts/NYC, Hochschule Liechtenstein, Hochschule RheinMain) und Vorträge in über 30 Ländern gehalten. Sein Blog valuetrendradar.com (ISSN-zertifiziert) inspiriert Entscheider aus mehr als 150 Ländern.

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Meilenstein für Print: Festliche Eröffnung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann des neuen Innovationszentrum von Heidelberger Druckmaschinen. Echtzeit-Prints dürfen nicht fehlen.—  Foto: Heidelberg

Von Andreas Weber, Head of Value

Ob Fluch oder Segen — ‚Digitale Transformation‘ gestaltet sich in jedem Fall hochkomplex, erscheint abstrakt und ist für die meisten schwer fassbar. Aber ab jetzt ist das anders: Der Print-Technik-Primus Heidelberger Druckmaschinen AG hat in der ehemaligen Produktionshalle 10 auf dem Werksgelände in Wiesloch sein neues  ‚Innovationszentrum‘ (kurz: IVZ) als Ideenschmiede Plattform für Innovation und Transformation eingerichtet, das sich organisch wie eine kleine Stadt strukturiert und auf Kommunikation, Interaktion und Kreativität ausgelegt ist. Damit wird in bisher nicht dagelegener Dimension anschaulich, wie Transformation im Digitalzeitalter funktionieren muss: arbeitsteilig-kooperativ, kreativ-forschend, erfinderisch, vernetzt, transparent und nutzbringend für alle — Heidelberg, seine Kunden und Partner.

 


Make Germany Great Again! 

Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen schickt sich am Standort Wiesloch an, mit seinem neuen Innovationszentrum #IVZ als globale Ideenschmiede und interaktives Kompetenzzentrum für Print-Innovation und -Transformation der wichtigste Impulsgeber und Garant für die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sein. Damit kann Deutschland seine Innovationsführerschaft im Print weiter ausbauen. — Andreas Weber


 

Feierliche Eröffnung durch Winfried Kretschmann

„Heidelberger Druckmaschinen AG übernimmt eine Vorbildfunktion für Fortschritt im Digitalzeitalter“, urteilt entsprechend Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Und führt weiter aus: „Mit seinem Innovationszentrum zeigt die Heidelberg, wie ein Unternehmen die Zeichen der Zeit zu seiner Zukunft machen kann.“

Heidelberg hat laut Kretschmann in seiner Unternehmensgeschichte stets traditionsreiche Ingenieurs-Kultur mit innovativen Technologien verbunden. Nicht zuletzt dieser Verzahnung sei es zu verdanken, dass in Wiesloch die weltweit modernste Forschungsstätte für die Druckindustrie eröffnen werden konnte.

Und Kretschmann führt weiter aus: „Gerade die Digitalisierung erfordert ganz neue Formen der Zusammenarbeit. Mit ihrem Innovationszentrum reagiert die Heidelberger Druckmaschinen AG auf die Herausforderungen des Transformationsprozesses, der gegenwärtig in allen Bereichen stattfindet.“ In Baden-Württemberg, wo Spitzentechnologie, Präzision und absolute Verlässlichkeit Teil der Geschichte und Kultur sind, hat laut Kretschmann Heidelberg mit seinem IVZ eine Leuchtturm-Funktion inne, um den Weg zu zeigen, wie der digitale Wandel gelingen kann. „Durch die konsequente Vernetzung von Arbeitsebenen setzt das IVZ neue Maßstäbe von Kommunikation und Agilität“, lautet das Resümee des Ministerpräsidenten.

 



 

 

#IVZ — eine Herzensangelegenheit mit strategisch weitreichender Bedeutung

„Die Stärke des deutschen Maschinenbaus wird weltweit hoch geschätzt und in diesem Bereich sind wir nach wie vor die Nummer eins“, stellt Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg, vor 200 geladenen Gästen bei der Eröffnungsfeier fest. „Mit unserer neuen Ideenschmiede wollen wir dafür sorgen, dass wir in Zukunft unsere Technologieführerschaft auch im Bereich der Digitalisierung der Printmedien-Industrie weiter ausbauen.“ 

Hundsdörfer hatte bei Amtsantritt im November 2016 das Innovationszentrum sogleich projektiert und zur Chefsache gemacht. Mit der Zielsetzung, den Innovations-orientierten Mitarbeitern eine neue Arbeitswelt zu bieten und den gesamten Entwicklungsprozess unter einem Dach und in direkter Nachbarschaft zur Produktion zusammenzufassen.

 



 

Mit dem neuen Innovationszentrum beginnt auch für die Mitarbeiter ein neues Zeitalter bei der Gestaltung ihrer Arbeitswelt“ so Hundsdörfer weiter. Modernste innovative Techniken kämen zum Einsatz, Teamarbeit und Kommunikation, Arbeiten an unterschiedlichen Orten und eine Kombination aus privatem Arbeitsplatz und Kommunikationszonen sollen für eine kreative, angenehme Atmosphäre sorgen. 

 


Infobox 

Global einzigartige Entwicklungsumgebung

Der Umbau einer ehemaligen Produktionshalle mit rund 500 Mitarbeitern in ein Innovationzentrum für über 1.000 Personen ist global einmalig. Auf insgesamt rund 40.000 m² Bruttofläche sind am Standort Wiesloch-Walldorf jetzt rund 26.000 m² modernste Bürofläche und ca. 14.000 m² Fläche für Labore und den Versuch entstanden. Die Bürofläche besteht aus 13 Quartieren für jeweils 80 Mitarbeiter, für die 43 Labore stehen allein ca. 3700 m² Fläche zur Verfügung. 


„Das neue Innovationszentrum ist eine auf Kommunikation und Transparenz beruhende Innovationsplattform und damit Schlüssel und Symbol für den kulturellen Wandel bei Heidelberg“, erläutert Stephan Plenz, Vorstand Heidelberg Technology.  

„Die Digitalisierung der grafischen Industrie schreitet rasant vorwärts und mit unserem strategischen Motto ‚Heidelberg goes Digital‘ treiben wir diesen Prozess aktiv voran. Unser neues Innovationzentrum spielt daher gleich mehrfach eine Schlüsselrolle in der Zukunftssicherung von Heidelberg und der Branche“, so  Stephan Plenz, Vorstand Heidelberg Digital Technology. 

Mit der einzigartigen Kompetenz seiner rund 1.000 hochqualifizierten Fachkräfte baue Heidelberg seine Technologieführerschaft weiter aus. Zudem könne die digitale Transformation in der ganzen Branche beschleunigt werden. Die Nähe des IVZ zur Produktion fördere gleichzeitig den agilen und bereichsübergreifenden Entwicklungsprozess. 

Plenz zieht als Fazit: „Das neue Innovationszentrum ist das Herz unseres Unternehmens und des künftigen High-Tech Campus, zu dem wir unseren Standort Wiesloch-Walldorf Schritt für Schritt ausbauen.“

 



Entwicklungsprojekte treiben den digitalen Wandel der Branche voran

„Bei unseren Kunden dreht sich alles um das Thema Digitalisierung“, stellt Frank Kropp, Leiter Forschung & Entwicklung bei Heidelberg, fest. „Das gilt zunehmend für die Möglichkeiten, individuelle Digitaldruckanwendungen in den drei klassischen Bereichen Akzidenz-, Verpackungs- und Etikettendruck industriell und damit kostenoptimal zu produzieren.“ 

Vor allem im Hinblick auf die Digitalisierung aller wertschöpfenden Prozesse gelte es, neue Geschäftsmodelle und eine höhere Gesamteffizienz für den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen. Kropp: „In unserem Innovationszentrum entstehen die genau passenden Lösungen für diese Herausforderungen – eben getreu nach dem Motto ‚Open for Innovation‘.“

 



 

Maßgabe sei es, der Veränderungsdynamik in einer zunehmend digitalisierten Welt gerecht zu werden: „Daher setzt Heidelberg verstärkt auf agile Arbeitsmethoden, wie z. B. Scrum. So kann die Entwicklung schnell und flexibel auf zunehmende und wechselnde Anforderungen der digitalen Welt reagieren und neue Markterkenntnisse rechtzeitig in den Entwicklungsprozess einfließen lassen. Produkte gelangen schneller zur Marktreife und können dann weiter in Zusammenarbeit mit Kunden auf spezifische Marktsegmente optimiert werden“, so Kropp weiter.

Zudem habe Heidelberg den Entwicklungsprozess auf Offenheit angelegt. So können Kunden, Lieferanten, Partnerunternehmen und auch Mitarbeiter jederzeit bei Bedarf in den Prozess integriert werden. Dies diene ebenfalls der Effizienz – im Hinblick auf die Kosten- und der Effektivität – im Hinblick auf den Kundennutzen.

Kropp zieht als Resümee: „Mit der Eröffnung des Innovationszentrums unter dem Motto ‚Open for Innovation‘ bricht also für uns eine neue, zukunftsweisende Ära an: Von der Idee und Patentierung über die Bildung eines digitalen Zwillings bis hin zur Qualifizierung von Einzelkomponenten und des Gesamtprodukts befindet sich der gesamte Entwicklungsprozess in dem Gebäude.“

 


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Impressionen von der festlichen Eröffnung des IVZ am 13. Dezember 2018 im Beisein von über 200 exklusiv geladenen Gästen. Fotos. Heidelberg.


 

Europäisches Entwicklungsnetzwerk mit einzigartiger Branchenexpertise

Das neue IVZ ist die Zentrale eines europäischen Entwicklungsnetzwerks, das Heidelberg mit weiteren Standorten in Kiel, Ludwigsburg, Weiden und St. Gallen (Schweiz) betreibt. Die über 1.000 Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten im gesamten Netzwerk in den Bereichen Drucktechnologie, inklusive Druckvorstufe und Weiterverarbeitung, Steuerungen, Antriebssysteme und Software, inklusive Bedienoberflächen sowie Verbrauchsmaterialien mit Schwerpunkt in der Tintenentwicklung für den Digitaldruck. 

Weit über zwei Drittel von ihnen haben einen Hochschulabschluss oder sind promoviert. Sie verfügen neben dem klassischen Maschinenbau über Schlüsselkompetenzen in den Themen Digitalisierung und Bildverarbeitung, Elektronik- und Softwareentwicklung sowie Verfahrenstechnik und Chemie.

Darüber hinaus arbeiten verschiedene Entwicklungsteams an der Digitalisierung aller Prozesse in Druckereien, dem sogenannten Smart Print Shop, und dem weiteren Ausbau digitaler Geschäftsmodelle, wie z.B. ‚Heidelberg Subscription‘, bei denen Kunden verstärkt für den Nutzen, den ihnen ein System verschafft, bezahlen. Dabei kann die Entwicklung aus dem größten Datenschatz der Branche schöpfen, den Heidelberg seit über einem Jahrzehnt über die mit dem Unternehmen vernetzten Kundensysteme generiert.

 


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Ansichten vom Innenleben des IVZ, das sich an der organischen Struktur einer kleiner Stadt orientiert und rund 1.000 Mitarbeitern neue Formen der Arbeit und Zusammenarbeit bietet, — Fotos: Heidelberg


 

Das Gebäudekonzept zielt darauf ab, die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern bzw. die Teamarbeit so einfach wie möglich zu machen. So gibt es neben persönlichen Arbeitsplätzen nicht fest zugeordnete Büroumgebungen sowie aufgelockerte Sitzmöglichkeiten und sogar Arbeitsmöglichkeiten im Freien zur Förderung der Teamarbeit. Interaktive Monitore ermöglichen digitale Reviews. Ein Bistro und verschiedene Pausenzonen und Kaffeeküchen stehen sowohl den Mitarbeitern als auch Gästen zur Verfügung. Zugleich gibt es zahlreiche Rückzugszonen für ruhiges und ungestörtes Arbeiten.

 


 

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Infobox

Key facts zum IVZ am Heidelberg-Standort Wiesloch

  • Modernstes Entwicklungszentrum der Branche nimmt am Standort Wiesloch-Walldorf den Betrieb auf
  • Industrieller Digitaldruck, Smart Print Shop und digitale Geschäftsmodelle im Fokus
  • Offener Entwicklungprozess passt sich dynamisch an Marktanforderungen an
  • Europäisches Entwicklungsnetzwerk mit Standorten in Wiesloch-Walldorf, Kiel, Ludwigsburg, Weiden und St. Gallen verfügt über einzigartige Branchenexpertise

Fakten und Zahlen: Forschung & Entwicklung bei der Heidelberger Druckmaschinen AG

Europäisches Entwicklungsnetzwerk mit Standorten in Wiesloch-Walldorf (Zentrale), Kiel, Ludwigsburg, Weiden, St. Gallen/ Schweiz

– Unternehmensweit 950 Entwickler in den Bereichen:

– Druckvorstufe, Druck und Druckweiterverarbeitung
– Drucktechnologie (Offset, Digital, Flexo)
– Steuerungen, Antriebssysteme, Bedienoberflächen, Workflow und Messsysteme
– Verbrauchsmaterialien (Tinten)

– 68 Prozent davon haben einen Hochschulabschluss oder sind promoviert

– Aufbau von Schlüsselqualifikationen bei:

  • Digitalisierung und Bildverarbeitung
  • Elektronik- und Softwareentwicklung
  • Verfahrenstechnik und Chemie
  • Maschinenbau (Schnittstellen Maschinensteuerung, numerische Simulation)

– 3.800 lebende Patente

– Verschiedene internationale Entwicklungskooperationen, z.B. mit Fujifilm

Kooperationen mit den wichtigsten Hochschulen und Universitäten der Branche

135 Millionen Euro Budget pro Jahr (ca. fünf Prozent vom Umsatz)



Informationen zum Heidelberg Innovationszentrum am Standort Wiesloch-Walldorf

  • Gesamtinvestitionssumme: rund 50 Millionen Euro
  • 1.020 Arbeitsplätze (Entwicklung und angrenzende Fachbereiche, z.B. Service)
  • 40.000 m² Bruttofläche mit Sozialräumen, Fluren, Mauern, Wege
    • 26.000 m² Bürofläche
    • 14.000 m² Fläche für Labore und den Versuch
  • Bürofläche: bestehend aus 13 Quartieren für jeweils 80 Mitarbeiter, 40 x 40 m,
    Höhe 3,5 m, komplett verglast
  • Hallenhöhe 11,5 m
  • 43 Labore mit ca. 3700 m² Fläche
    • Chemielabore: ca. 750 m² im Bereich Tinte und Inkjet
    • Elektronik-, Optik- und Reinraumlabore: ca:250 m²
    • Mechanik- und Elektroniklabore ca. 2700 m²
  • 7.105m² Fenster: 2.453m² Fassadenfenster + 4.423m² Oberlichter + 229m² Dachfenster
  • Erbaut gemäß Energiestandard KfW 70 und daher sehr gut isoliert
  • Jeder Arbeitsplatz mit 2 x 1GB Datenleitung erfordern insgesamt 80 km IT Verkabelung,
  • 750 kW peak Solaranlage auf dem Dach (Einspeisung in das eigene Netz)
  • Der Umzug der Mitarbeiter vom Standort Heidelberg nach Wiesloch-Walldorf mit 8.000 Kartons und 1.500 PCs benötigte 660 LKW-Fahrten

 

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92d4 Otto Katalog und iPad Fashionnetwork

Von Andreas Weber, Head of Value

Vor fast 30 Jahren durfte ich in einem exklusiven Team mitarbeiten, das den damaligen Vorstandschef von Agfa Gevaert NV, Paul de Pelsmaker, mit einer soliden Zukunftsstudie über die Veränderungen im Print durch die Computerisierung informieren sollte. Unsere Prognose: Gefährdet seien vor allem „Konsultative Werke“ wie Adressbücher, Telefonverzeichnisse, Lexika. Und letztendlich auch Produktauflistungen wie bei Verkaufskatalogen.

Der Versandhändler OTTO konnte im Verlauf von fast 70 Jahren den Tod seines Hauptkatalogs lange rauszögern. Chapeau. Ausgefeilte Analysen zur Produktaufmachung und -anordnung sowie des Kaufverhaltens machten es möglich, durch gedruckter Kataloge sogar das Online-Geschäft zu beflügeln. Mit dem heutigen Stichtag 22. November 2018 ist das nun vorbei. Bei der Tiefdruckerei Prinovis in Nürnberg laufen dann die Druckmaschinen an, um die letzte Ausgabe 2018/2019 zu produzieren.

Für OTTO bedeutet dies auch das Ende der Doktrin: Der Print-Katalog aggregiert Online-Umsätze. — „Statt Nostalgie herrscht bei uns Aufbruchsstimmung“, betont Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands bei OTTO.

 

 

Die Zeiten ändern sich!

Der Nachrichtensender n-tv berichtet: „Auf dem Titelblatt demonstriert ein Model, warum es keine Zukunft gibt für den klassischen Versandhauskatalog: Das Gesicht ist auf dem Monitor eines Smartphones scharf zu sehen, der Rest nur verschwommen.

„Unsere Kunden haben den Katalog selbst abgeschafft, weil sie ihn immer weniger nutzen und schon längst auf unsere digitalen Angebote zugreifen”, sagt Marc Opelt, Chef der Einzelgesellschaft Otto, des früheren Otto-Versands. Das ist heute eine Tochtergesellschaft des Konzerns Otto Group, der längst über alte Grenzen hinausgewachsen und weltweit in verschiedenen Geschäftsfeldern rund um den Handel aktiv ist.

97 Prozent der Otto-Kunden bestellen heute digital im Internet, die meisten davon mobil über die App. Nur noch drei Prozent nutzen Fax, Brief, Telefon oder Bestellkarten, um Waren von Otto zu ordern. Die Kataloge der Versandhändler waren in den Jahren des westdeutschen Wirtschaftswunders und auch noch nach dem Fall der Mauer mehr als nur ein Vertriebsinstrument.“

Kompakt, modern, massenhaft gefertigt. Das lief über Jahrzehnte gut. Und heute eben nicht mehr. Foto: OTTO Group

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Das Cover der letzten Ausgabe spricht für sich. Otto bietet allen die Möglichkeit an, den letzten Katalog noch zu bestellen. Auslieferung ab 4.12.2018. Foto: Otto Group

 

Fakten sprechen für sich!

Über 7 Milliarden Euro macht der weltweite Online-Umsatz bei OTTO GROUP aus bei einem Gesamtumsatz von über 13 Milliarden Euro. Verglichen mit den Zahlen vom Hauptkonkurrenten Amazon ist das aber nur marginal. Amazon setzte 2017 allein in Deutschland über 16 Milliarden US-Dollar um und weltweit fast 180 Milliarden. Bei OTTO ist das Wachstum moderat-linear, bei Amazon stets dynamisch-exponentiell.

Die Botschaft „Digital erlöst Print: Ab Mitte 2019 wird bei OTTO in Hamburg nur noch online bestellt“ klingt reißerisch. Aber: Ob das Einstellen des gedruckten Hauptkatalogs daran viel ändern kann, ist zu bezweifeln. Es spart Aufwand und Kosten, ist aber keine pro-aktive Maßnahme um Wachstum zu beflügeln.

Spannender wird zu beobachten sein, wie OTTO durch die Ausweitung von Multichannel-Kampagnen, die Print einbeziehen sowie personalisierter gedruckter Katalogen reüssieren kann. Denn Kataloge sind nach wie vor en vogue bei OTTO, selbst wenn das Dickschiff Hauptkatalog verschrottet wird.

Wie es weiter geht, wird sich also zeigen. In jedem Fall sucht OTTO den Schulterschluss mit der Digitalen Welt. Und das ist gut so, sofern man begreift, dass Print heute eben nicht mehr aus Tiefdruck-Massenproduktion besteht, sondern durch digitale Print-Innovationen beflügelt wird, um weiterhin für gute Umsätze und Kundenloyalität zu sorgen.


Backgroundinfos zu “Werte und Digitalisierung” aus Sicht des Otto Group CEO Alexander Birken

Fotos OTTO GROUP Podiumsgespräch mit Facebook 09-2018
„Die Digitalisierung ist viel radikaler, als sie augenblicklich oft dargestellt wird“, sagte Alexander Birken Vorstandsvorsitzender der Otto Group, Ende September 2018 im Gespräch mit Martin Ott, Managing Director Facebook Central Europe, über Werte und Digitalisierung. — Einen Mitschnitt der Diskussion kann man via Hamburger Presseclub e.V. sehen.  


 

ValueCheck Shakespeare Irrtum Novermber 2018.001

Von Andreas Weber, Head of Value

#Think!Paper Edition 1, Volume 7

Auch mehr als eine Dekade nach dem Aufkommen von Social Media und den damit verbundenen dramatischen Veränderungen in der Kommunikation tut sich insbesondere die Print-Branche schwer mit der neuen Art, Geschäftskommunikation zu betreiben. — Aber: Moderne Zeiten profitieren von Rückbesinnungen. Und da kann ein Topos des Schriftstellers und Vordenkers William Shakespeare hilfreich sein: Im Drama Romeo und Julia spielt der Satz Es war die Nachtigall und nicht die Lerche eine wichtige Rolle. Shakespeare zielt dabei auf den Irrtum bzw. die Verwechslung ab. Und zeigt die fatalen Folgen auf.

Warum ist das wichtig? Nun, die Geschichte der Kommunikation und speziell von Print ist gespickt mit Irrtümern. Das ist gut so, wie der Frankfurter Hirnforscher Henning Beck betont. Denn: Irren ist nützlich. — Allerdings: Fundamental-Irrtümer sind schädlich. Und hier erreichen wir momentan einen heiklen Kulminationspunkt. Dem gehen wir mal auf die Spur!


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Ohne Worte! Und sicher kein Irrtum. Haha!


Fundamental-Irrtum 1: Plattformen werden als Kanäle gesehen

Die meisten reden von neuen oder digitalen Kanälen, gerade so, wie in der alten Welt von TV, Radio oder Zeitungen/Magazinen, die unisono mit Inhalten bespielt werden. Kanäle dienen dazu, unternehmensbezogene Informationen zu pushen und möglichst große Reichweite zu erzeugen.

Erfolgstreiber sind bei Social Media aber ausschließlich Service-orientierte Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn, Youtube, XING und andere. Ihnen zur Seite stehen ausgefeilte System-Plattformen wie Amazon, Apple/iTunes oder eBay. Hier wird „Interaktion durch Konversation“ in den Mittelpunkt gestellt werden, um sich smart ins Gespräch zu bringen und als attraktiver Partner für Innovation und Transformation zu profilieren. Präzise, für Zielpersonen relevante Botschaften, gute Verschlagwortung und schnelles Feedback erzeugen fokussierte Aufmerksamkeit, Nachfragen und Transaktionen.

Fundamental-Irrtum 2: Meine Inhalte sind für alle(s) gut!

Druckereien wie auch ihre Lieferanten, die noch im Kanal-Denken behaftet sind, gießen ihre Inhalte unverändert über alles aus, was sich ihnen bietet. Es wird dabei zumeist über das informiert, was man tut und kann, aber nicht über das eigentlich wichtige, den Nutzen, der sich im B2B für die Kunden und deren Kunden ergibt, um zukunftssicher Drucksachen im Digitalzeitalter einsetzen zu können.

Hinzu kommt der fast schon hemmungslose Umgang mit Inhalten. Beispiel: All diese Testimonial-infizierten, teuer produzierten Stories und Videos, die zeigen, wie ein Druckmaschinen-kaufender Kunde in großer Bedrängnis war und fast den Zug der Zeit verpasst hätte. Nunmehr, Gott sei Dank, durch Lieferant XYZ die neusten, bahnbrechenden Innovation installieren konnte, um wieder auf der Höhe der Zeit zu sein. — Puh. Mal abgesehen davon, dass ich einer solchen Druckerei nicht zutraue, sich und die Zukunft im Griff zu haben, darf der Lieferant ein solches Video vielleicht noch in Verkaufsmeetings anderen Druckereien zeigen, aber keinesfalls durch YouTube, Facebook oder LinkedIn öffentlich mache, da es bei kundigen Auftraggebern die Druckerei blamiert.

Fundamental-Irrtum 3: Was als neuer Trend propagiert wird, ist längst ein alter Hut.

Man kann gar nicht wissen, was man nicht weiß! Oder? — Wer heute nicht über Social-Media-Plattformen bestens vernetzt ist und hochaktuell sein Wissen anreichert, wird kaum noch nachvollziehen können, was tatsächlich richtig und wichtig ist.

Ein aktuelles Beispiel mit dem Charme des „Gutgemeint ist das Gegenteil von gut!“: Das Print-Fachmagazin Swiss Print+Communication wartet in Ausgabe 10-2018 mit einer kessen Titelstory auf: „Social Media: ein Drucksachengenerator.“ Das ist im Prinzip zutreffend. Aber ohne Neuigkeitswert, da seit längerem bekannt, vor allem im Bereich des Fotodrucks für Postkarten, Poster, Wandtapeten etc. Oder des Bücherdrucks aus Wikipedia oder aus Facebook-/Instagram-Chroniken. (Siehe den Bericht zum Start-up Passbook aus dem Jahr 2016). 


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Seiten aus der Titelgeschichte des Fachmagazins Swiss Print+Communication, Ausgabe 10-2018.


Zweifellos, das hat den Digitaldruck in der Social Media-Welt äußerst attraktiv gemacht, da man per Mouseclick oder Fingertip sogar per Smartphone oder Tablet seine eigenen / ausgewählten digitalen Inhalte hochwertig im Print repräsentieren kann. Das Virtuelle wird zum Realen. Bingo!

Darauf wird aber in der genannten Titelstory gar nicht abgezielt, sondern auf YouTuber, die zu ‚BookTuber‘ stilisiert werden. Die Logik dahinter: YouTuber mit Millionen Followers, die Bücher publizieren, werden für Verlage attraktiv, um neue, junge Zielgruppen zu erschließen.

Richtig ist aber vielmehr: Blogger wie z.B. der hoch angesehen Marketing-Experte Mark Schaefer publizieren begeistert seit über 10 Jahren Bücher. Im Eigenverlag per Amazon. Und schaffen es sogar in die New York Times-Bestsellerlisten. Und vor allem: Was Verlage auf diesem neuen Weg erreichen können, erscheint als ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Denn — und das wird im genannten Artikel verschwiegen — Buchverlage haben massiv Leser/Buchkäufer verloren (alleine in Deutschland mit über 6 Millionen fast 20 % der Buchkäufer); diese investieren ihr Zeitbudget lieber für YouTube-Videos oder Angebote aus Mediatheken und Streaming-Plattformen wie Netflix. Was bedeuten da, 80.000 Bücher des Debütromans einer Bloggerin, die in einer Woche über die Ladentheke gehen? Aus der Verlagsecke, das hat die Frankfurter Buchmesse 2018 deutlich gezeigt, fehlen darauf Antworten und/oder zielgerichtete Strategien und erfolgversprechende Maßnahmen.


Learning: Der Teufel steckt im Detail!

Keine Frage: Es ist zwingend, einen eigenen Weg zu finden, um Kunden und Interessenten medial direkt anzusprechen. Und es gibt auch sinnvolle Möglichkeiten. Nur: Es werden teils wirre Thesen vertreten und kolportiert, wie: „Print ist eines der emotionalsten Medien“, die in die Irre führen. Emotionale Medien kann es gar nicht geben, da Gefühle nunmal Lebewesen vorbehalten sind. Richtig ist dagegen: Print kann Menschen emotionalisieren. Das ist aber ein anderer Sachverhalt als der aus der falschen Behauptung und wäre gerade im Digitalzeitalter das zündende Argument. 

Aus #Think!Paper-Sicht stellt sich die Frage: Wem soll all das nützen? Warum tragen so viele, auch auf Experten- und Fachebene, mit  ungebremstem Feuereifer zur Ausdehnung von Verwirrung und Fundamental-Irrtümern bei? 

Das Fazit: Viele folgen dem Prinzip ‚Gewollt, aber nicht gekonnt‘. Wesentliches in der Kommunikation wird nicht verstanden, da Social Media und Multichannel bei Druckereien wie auch bei ihren Lieferanten kaum richtig bewertet bzw. eingesetzt werden. Wie sonst könnte man darauf kommen, Social Media als Erweiterung von überkommendem Direktmarketing und damit als neuen Push-Kanal zur Informationsvervielfältigung dessen zu nutzen, was man auch „klassisch“ z. B. über Pressemitteilungen absondert? 

Das Wesentliche ist doch, die Befindlichkeit der Einzelnen auf den unterschiedlichen Plattformen zu evaluieren und darauf einzugehen, was problemlos geht, da Social Media erlaubt, Marktforschung in Echtzeit zu betreiben. Damit könnte der neuen Maßgabe gedient werden, die das Digitalzeitalter zwingend macht: Nicht was ich kundtun will, ist relevant, sondern das, was ich lernen kann durchs Zuhören, Diskutieren, Durchdenken, Bewerten usw., um daraus kundenorientierte Angebote Maßschneidern zu können.


#Think!Paper Ratschläge

  1. Position überdenken — Perspektive wechseln!
  2. Fundamental-Irrtümer unterlassen.
  3. Sich persönlich durch aktive Social-Media-Arbeit kundig machen, um einen klaren Fokus zu finden. 
  4. Das Wesen moderner Kommunikation im Digitalzeitalter verinnerlichen: „Interaktion durch Konversation“ in den Mittelpunkt stellen und stringent verfolgen, um sich smart ins Gespräch zu bringen und als attraktiver Partner für Innovation und Transformation zu profilieren. 
  5. Nicht mehr den falschen Propheten folgen, sondern lieber eigene Wissensnetzwerke aufbauen.
  6. Angesichts der Tatsache, dass sich im Zuge der Transformation der Print-Branche die bereits enorm große Komplexität noch steigert, z. B. durch Themen wie Künstliche Intelligenz, IoT, Blockchain etc., sind kontinuierliche Konversationen in Netzwerken und auf Plattformen zwingend. 

Wer das tut, wird schnell angenehm überrascht sein und wandelt sich im besten Fall zum exzellent vernetzten Wissensarbeiter!


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EPILOG

Ich weiß [angeblich] Bescheid und mach Euch schlau!

Der nach eigenen Angaben führende Branchen-Fachverlag Deutscher Drucker veranstaltet im November 2018 ein Executive Meeting inkl. Executive Report sowie Executive Webinar: „Die 100 wichtigsten Kommunikationskanäle in der Druckindustrie“.


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Screenshot aus print.de / Deutscher Drucker

In der Ankündigung heisst es: „Marketingverantwortliche haben die Qual der Wahl: Welche Kanäle sollen mit welchem Content bespielt werden? Wie erreicht man am besten seine Zielgruppe? Bei einem exklusiven Meeting am 21. November 2018 in Frankfurt/Main erhalten Marketingentscheider eine Menge wertvolle Informationen und Anregungen für Ihre Kommunikation und Werbung.

Gerade im Aufgalopp von großen Messen wie etwa Fespa, Drupa und Labelexpo ist es extrem nützlich, einen Wegweiser durch den Multichannel-Dschungel zu bekommen. Bei dem Meeting lernen Sie, wie Sie Ihre externe Kommunikation optimal auf die eigenen Unternehmensziele abstimmen können. Alle Teilnehmer erhalten einen wertvollen gedruckten Report, in dem auch die 100 wichtigsten Kommunikationskanäle der Druckindustrie bewertet werden. Melden Sie sich rasch an! Die Plätze sind begrenzt. Maximal 25 Teilnehmer können dabei sein.“


Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt, wie der Kollege Knud Wassermann aus Wien anmerkt. Wassermann, selbst Chefredakteur einer Fachzeitschrift, kritisiert: „Es gibt aber auch, wie ich meine, Grenzen. (…)  Ein Verlag nimmt es sich heraus zu sagen, welche Werbekanäle, Fachzeitschriften, Influencer und Kommunikationsagenturen etc. relevant sind und welche nicht. Auf Nachfrage versicherte mir ein Vertreter des Verlags, dass man vor allem den KMUs aus der Lieferindustrie die Zusammenhänge aufzeigen wolle, mit denen sie nicht vertraut seien, jedoch kennen möchten und sollten. Ein Schelm, wer denkt, dass die verschiedenen Kommunikationskanäle des Deutschen Drucker dort die Poleposition einnehmen. Wie die Schwaben so treffend sagen würden, das Ganze hat einfach ‘a Geschmäckle’. Eine Bewertung können nur LeserInnen treffen, das sollte man trotz der schwierigen Lage der Fachzeitschriften nicht vergessen.“

Klaus-Peter Nicolay, Verleger und Chefredakteur DRUCKMARKT, schlägt sogar noch deutlichere Töne an: Zur Prostitution gezwungen? Wie ist es um die Glaubwürdigkeit der Fachpresse bestellt?“, titelt er. Und führt fort: Diesem Verlag ist jegliche Fähigkeit zur neutralen Berichterstattung abzusprechen. Die massive Vermischung eigener Interessen mit denen der Industrie ist Cash-Fachjournalismus, der nur als Prostitution bezeichnet werden kann.“

 

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Foto: Screenshot aus druckmarkt.com

 

Den mega-großen Fundamental-Irrtum sprechen aber auch Wassermann und Nicolay nicht an: Es gibt gar keine ‚100 wichtigsten Kommunikationskanäle‘, die für die Druckindustrie relevant sind.

Wichtig ist es vielmehr, zu verstehen, dass es im Wesentlichen um das Interagieren mit/auf Plattformen und individuell-spezifische Anforderungen der Nutzer vor allem per Mobile geht. Sogenannte ‚Kanäle‘ haben da überhaupt keine Relevanz.

Mal abgesehen davon, dass es tatsächlich ein ‚Geschmäckle‘ hat, wenn ein vom Anzeigen-Verkauf lebender Print-Fachverlag sich zum umfassenden Kommunikations-Berater stilisiert, der im Zweifelsfall das eigene Angebot propagieren muss: Woher soll die kommunikative Kompetenz kommen? Aus meiner Sicht repräsentiert das Angebot des Deutschen Druckers selbst nicht den Stand der Zeit oder gar das Maß aller Dinge. Ein Print-Titel ohne IVW-Listung, der immer weniger Leser und damit Auflage hat und Digitaldruck-Innovationen nicht für den eigenen Bedarf sinnvoll einzusetzen weiss; eine Website mit erstaunlich wenig Traffic; und eine Twitter-Nutzung, die weitgehend wirkungslos bleibt (ohne Interaktionen) und keinesfalls inhaltlich professionell daher kommt (meist nur Botschaften aus dem Unisono-Fundus, die sich aus PR-Meldungen ableiten, keine sinnvolle Verschlagwortung, um den Kontext herzustellen, keine sinnvollen Verlinkungen etc.).

Dies alles im Verbund mit einer Headline, die auf die falsche Fährte lockt, erscheint bedenklich!


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Xerox is fully committed to digital transformation, turning pressure equipment into Workplace Assistants.— Photo: Andreas Weber

By Andreas Weber, Head of Value | German Version

Note: The translation of the original German version was done by xeroxtranslates.com

“Our biggest challenge is to meet the demands of the people in the mobile age,” notes Mark Boyt. In its function as a global of solutions marketing at Xerox he presented head at an analyst meeting in Uxbridge, UK, strategy, and news about the ConnectKey platform, workplace Assistant, and e-commerce. The development and marketing of business apps is a focus. To do this, Xerox has collaborated extensively partner companies with qualified and authorized Xerox.

 


 


 

“To be still attractive for our customers and to create new business ideas, we have developed by the device vendor to the solution provider, and now to the service partner for our customers”, explains Marcus Putschli, CEO of e-dox AG, Leipzig/Germany. In the Centre is thus not only the hardware product portfolio, but the creative and consulting-oriented performance, to create a maximum customer benefit. Partner developed Putschli in other Xerox as a series from around the world with his team apps that offer new, specific application solutions notably based on technology infrastructure provided by Xerox.

Putschli said: “in addition to the managed print solutions we offer our customers the possibility of digitizing and data protection solutions in the enterprise to anchor. We are various document management partner provider, Microsoft-365-partner-certified app developers for Xerox, and support our customers in many IT issues advice to the page”. The app development takes place through the project area e-dev/> and can be accessed on 10 years of experience. The highlight: the apps are tailored to and run on existing multi-function printers.

 

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Info box to current example — the Convert2PDF app e-dev

Usable via subscription Convert2PDF app, it will be possible to take advantage of the full functionality and benefits of Convert2PDF easily directly from the Xerox, each ConnectKey device by Xerox device i.e. workflows and document processes by simple To control the app user interface.

Systems provides a particular advantage when using the app with Xerox VersaLink. The Convert2PDF app has extended the product range VersaLink in conjunction with Convert2PDF quasi often missing workflow scanning and allows the use of different Scanprofilen for different tasks or workflows. Users as well as administrators in companies are significantly relieved. The Convert2PDF scanning and workflow can be easily managed thanks to the app and also operated. Sources of error for incorrect processes are eliminated so in a comfortable way.The app is also offered on the redesigned Xerox app Gallery.

Xerox’s according to his own admission, that ConnectKey apps accelerate the digital transformation for companies. In the focus are three areas of action:

  1. Support for mobile workers, Office workers and teachers
  2. Smooth workflows for each company
  3. The advanced Xerox app Gallery to facilitate search and install and purchase transactions

 


My take: everything will be fine. Thanks Appiness!

Good news: print is an important pillar of the transformation of companies and their business communication processes. But: It is no longer sufficient to optimize existing, but sometimes are disruptiv new ways to follow, which provide the benefits for all those involved in the focus.

The so-called digital transformation simplifies and accelerates not only processes, but provoked new business goals and opportunities. All of us could benefit from this but only if we also transform to become creative consultants. Our customers have to become partners and customer service is a central issue. And this new, tailor-made apps play a central role. In this sense: Everything is fine. “Appiness” thanks!

 

 


 

Background information

New Xerox ConnectKey Apps Speed Digital Transformation for Enterprises, SMBs

  • Apps support office workers, mobile workforce; educators 
  • Frictionless workflows for any business
  • Enhanced Xerox App Gallery makes browsing, installing and purchasing easier

UXBRIDGE, U.K., Oct. 10, 2018 – Organisations can now better connect staff to popular business platforms such as Salesforce, QuickBooks Online and Concur, supporting customer relationship management, accounting and invoicing, plus streamline additional processes with new apps for Xerox ConnectKey® devices. Purchasing and implementing the apps is simple with a new e-commerce-enabled site.

The Morrell Group, a full-service automation controls design and engineering services organisation, has experienced the power of ConnectKey apps. The company saved 25 percent by automating its product distribution process with the Sign Me app, built by MidAmerica Technology, a Xerox Personalised Application Builder developer. The app digitises the document-laden process, accelerating the speed in which products get out the door. 

“Sign Me is a breakthrough app that has greatly improved our business – we’ve gained efficiencies that impact our bottom line,” said David Hajciar, operations manager, Morrell Group.   

 

Transformation: Xerox turns multifunction printers into Workplace Assistants. Video: Xerox


New apps make work easier 

The ongoing development of its ConnectKey-enabled portfolio underscores Xerox’s position as a print technology powerhouse. The latest enhancements make labour-intense, time-consuming efforts easier and offer new twists on traditional ways of working.  

The Xerox VersaLink® and Xerox AltaLink® series are the launch pads for apps such as:  

  • Xerox Connect App for Salesforce: access to Salesforce’s Customer Relationship Management system right at the multifunction printer (MFP); upload and share sales management information to client folders by scanning the documents directly into Salesforce. 
  • Xerox Audio Documents App: securely transforms hardcopy documents into audio files allowing commuters, multitaskers, or audio enthusiasts to listen on the go instead of reading. 
  • Xerox Connect App for QuickBooks Online: offers a hassle-free expense reimbursement process with multi-receipt scanning. Receipt data is extracted into an expense report and submitted with notifications sent to reviewers for timely approval. For Concur users, a similar receipt management app will be available by year’s end.   
  • Xerox Forms Manager App: simplifies management of multiple forms while reducing paper-based filing risks. With intelligent routing capabilities via embedded QR codes, scanned forms are automatically routed to the appropriate email address.
  • Xerox Quick Link App: enables a fast start to printing without IT support. This intuitive app sends an email directly from the device containing appropriate links to install, and connects computers or mobile devices with the drivers and configuration settings. 

 



 

Making the grade with educators

With insights gained from working with thousands of education customers, Xerox responds with apps that increase productivity for teachers and students:

  • Xerox Connect App for Blackboard: provides access to an industry-leading learning management system; documents are digitised and stored into their Blackboard Learn account from the MFP.    
  • Xerox Proofreader Service: checks for writing elements in the English language, such as spelling, grammar, style and plagiarism.  

Extra Value for Channel Partners 

Alongside an improved design for a better user experience, the e-commerce-enabled Xerox App Gallery provides a global marketplace for channel partners to promote and sell apps. Also, channel partners can share in the revenue when their customers purchase an app. 

Channel partners will learn more about how they can boost recurring post-sale revenues with the new ConnectKey apps and how the new e-commerce model helps them create, market and sell their own apps at the European Personalised Application Builder (PAB) Forum taking place November 7-8 at Xerox’s Innovation Centre in Uxbridge, UK. 

Availability 

Xerox’s newest ConnectKey-enabled apps will be added to the Xerox App Gallery in select geographies between fourth-quarter 2018 and first-quarter 2019. 

Source: Xerox

 


 

At a glance — via Twitter Moments

 

 

 

Xerox setzt voll auf digitale Transformation und macht Druckgeräte zu Workplace Assistants. Foto: Andreas Weber

 

Von Andreas Weber, Head of Value | English Version

„Unsere größte Herausforderung besteht darin, den Ansprüchen der Menschen im Mobilzeitalter gerecht zu werden“, stellt Mark Boyt fest. In seiner Funktion als Global Head of Solutions Marketing bei Xerox präsentierte er auf einem Analystenmeeting in Uxbridge, UK, Strategie und Neuigkeiten rund um die ConnectKey-Plattform, Workplace Assistant und eCommerce. Einen Schwerpunkt stellt dabei die Entwicklung und Vermarktung von Business Apps dar. Hierzu arbeitet Xerox intensiv mit qualifizierten und autorisierten Xerox Partner-Firmen zusammen.

 

 

„Um weiterhin für unsere Kunden attraktiv zu sein und um neue Geschäftsimpulse zu schaffen, haben wir uns vom Geräteverkäufer zum Lösungsanbieter und nunmehr hin zum Service-Partner unserer Kunden entwickelt“, erläutert Marcus Putschli, CEO von e-dox AG, Leipzig. Im Zentrum steht damit nicht mehr nur das Hardware-Produkt-Portfolio, sondern die kreative und beratungsorientierte Leistung, um einen größtmöglichen Kundennutzen zu schaffen. Putschli entwickelt wie eine Reihe anderer Xerox Partner aus aller Welt mit seinem Team Apps, die v. a. auf Basis der von Xerox bereitgestellten Technikinfrastruktur neue, spezifische Anwendungslösungen bieten.

Putschli präzisiert: „Ergänzend zu den Managed Print-Lösungen bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, Digitalisierung und Datenschutzlösungen im Unternehmen zu verankern. Wir sind Partner diverser Dokumentenmanagement Anbieter, zertifizierte App-Entwickler für Xerox, Microsoft 365-Partner und stehen unseren Kunden in vielen IT Themen beratend zur Seite“. Die App-Entwicklung erfolgt durch den Projektbereich e-dev/> und kann auf eine 10 jährige Erfahrung zugreifen. Der Clou: die Apps werden individuell zugeschnitten und laufen auf bereits installierten Multifunktionsdruckern.


Infobox zu aktuellem Beispiel — der Convert2PDF App von e-dev

Mit der per Subscription nutzbaren Convert2PDF App wird es möglich, an jedem ConnectKey-Gerät von Xerox die vollen Funktionalitäten und Vorteile von Convert2PDF auf einfachste Weise direkt vom Xerox Gerät zu nutzen, d.h. Workflows bzw. Dokumentenprozesse per einfacher App-Bedienoberfläche anzusteuern.

Ein besonderer Vorteil entsteht beim Einsatz der App mit Xerox VersaLink Systemen. Die Convert2PDF App erweitert in Verbindung mit Convert2PDF quasi die Produktreihe VersaLink um das häufig vermisste Workflow-Scannen und ermöglicht so den Einsatz von verschiedenen Scanprofilen für verschiedene Aufgaben oder Arbeitsabläufe. Anwender sowie Administratoren in den Unternehmen sind deutlich entlastet. Die Convert2PDF Scan- und Workflows können dank der App einfach verwaltet und auch bedient werden. Fehlerquellen für falsche Prozesse werden so auf bequeme Art und Weise eliminiert.

Die App wird zudem über die neu gestaltete Xerox App Gallery angeboten.


 

Xerox geht es laut eigenem Bekunden darum, dass ConnectKey-Apps die digitale Transformation für Unternehmen beschleunigen. Im Fokus sind drei Aktionsbereiche:

  1. Unterstützung für mobile Mitarbeiter und Büroangestellte sowie für Lehrkräfte
  2. Reibungslose Workflows für jedes Unternehmen
  3. Die erweiterte Xerox App Gallery zur Erleichterung beim Durchsuchen und Installieren sowie bei Kaufvorgängen

 


 

My Take: Alles wird gut. Dank Appiness!

Gute Nachricht: Print ist eine wichtige Säule der Transformation von Unternehmen und ihrer Geschäftskommunikationsprozesse. Aber: Es genügt nicht mehr, Bestehendes zu optimieren, sondern mitunter sind disruptiv neue Wege zu beschreiten, die den Nutzen für alle Beteiligten in den Fokus stellen. Denn die sog. digitale Transformation vereinfacht und beschleunigt nicht nur Prozesse, sondern provoziert ganz neue Geschäftsziele und -möglichkeiten. Davon profitieren zunächst Xerox Partner, aber nur dann, wenn sie sich selbst ebenfalls transformieren und bei Ihren Kunden zu kreativen Beratern werden. Service am Kunden wird zum zentralen Thema. Und dabei spielen neue, maßgeschneiderte Apps eine zentrale Rolle. In diesem Sinne: Alles wird gut. Dank „Appiness“!

 


Infobox

Transformation: Einfach und effektiv!

Mit neuen Apps für Xerox ConnectKey®-fähige Produkte sollen Unternehmen ihre Mitarbeiter jetzt noch besser in gängige Business-Plattformen wie Salesforce, QuickBooks Online und Concur einbinden sowie das Kundenbeziehungsmanagement, Buchhaltungsabläufe und die Rechnungsstellung unterstützen und weitere Prozesse optimieren. Über die neue E-Commerce-fähige Webseite sind Kauf und Implementierung der Apps leicht zu erledigen.

Die Morrell Gruppe, ein Full-Service-Unternehmen, das Automatisierungssteuerungen und ingenieurtechnische Dienste entwickelt und anbietet, hat die Leistungsfähigkeit der ConnectKey-Apps bereits genutzt. So konnte das Unternehmen 25 Prozent der Betriebskosten einsparen. Dafür wurde der Produktdistributionsprozess mit der von MidAmerica Technology, einem Entwickler aus den Reihen der Xerox Personalised Application Builder, produzierten Sign Me App automatisiert. Die App digitalisiert dokumentenbasierte Prozesse und verkürzt die Produkteinführungszeiten.

„Sign Me ist eine wegweisende App, die unsere betrieblichen Prozesse stark verbessert hat – wir verzeichnen Effizienzsteigerungen, die sich auch auf unser Ergebnis ausgewirkt haben“, sagte David Hajciar, Operations Manager, Morrell Group.

 


Transformation: Multifunktionsdrucker werden durch Xerox zu Workplace Assistants.


 

Neue Apps erleichtern die Arbeit

Die kontinuierliche Weiterentwicklung des ConnectKey-fähigen Portfolios unterstreicht die Position von Xerox als „Print Technology Powerhouse“. Die neuesten Erweiterungen machen arbeitsintensive und zeitaufwändige Arbeiten leichter und bieten neue Möglichkeiten, bisherige Abläufe zu vereinfachen.

Die VersaLink® und AltaLink® Produktlinie von Xerox sind der Startpunkt für Apps wie:

  • Xerox Connect App for Salesforce: Damit kann über den Multifunktionsdrucker (MFP) direkt auf das Customer Relationship Management-System von Salesforce zugegriffen werden. Durch Scannen von Dokumenten direkt in Salesforce können Vertriebsmanagement-Informationen einfach in Kundenordner hochgeladen und geteilt werden.
  • Xerox Audio Documents App wandelt Papierdokumente sicher in Audiodateien um, so dass Pendler, Multitasker oder Audio-Liebhaber wichtige Informationen unterwegs hören können, statt sie später erst zu lesen.
  • Xerox Connect App for QuickBooks Online bietet eine reibungslose Abwicklung der Spesenerstattung, indem mehrere Belege in einem Ablauf gescannt werden können. Belegdaten werden in eine Spesenabrechnung extrahiert und mit entsprechenden Angaben an die zuständigen Prüfer zur schnellen Genehmigung übermittelt. Für Concur-Anwender wird bis zum Jahresende eine ähnliche App für das Belegmanagement verfügbar sein.
  • Xerox Forms Manager App vereinfacht die Verwaltung von Formularen und reduziert das Risiko Formulare fehlerhaft auszufüllen. Dank intelligenter Routingfunktionen über eingebettete QR-Codes werden gescannte Formulare automatisch an die entsprechende E-Mail-Adresse weitergeleitet.
  • Quick Link AppXerox ermöglicht eine schnelle Einrichtung der Druckeranbindung ohne IT-Support. Diese intuitive App sendet eine E-Mail direkt vom Gerät mit den entsprechenden Links zur Installation und verbindet Computer oder mobile Geräte mit den Treibern und Konfigurationseinstellungen.

 

 

Der Arbeitsplatzassistent als Schaltstelle der digitalen Transformation.

Mithilfe der Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit tausenden von Kunden im Bereich Bildung hat Xerox Apps entwickelt, die die Produktivität von Lehrkräften und Schülern steigern:

Xerox Connect App for Blackboard bietet Zugang zu einem branchenführenden Lernmanagementsystem; Dokumente werden digitalisiert und vom Multifunktionsgerät in dem jeweiligen Blackboard Learn-Account abgespeichert.

Xerox Proofreader Service prüft Rechtschreibung, Grammatik, Stil und Plagiatsfallen von Dokumenten in englischer Sprache.

Mehrwert für Vertriebspartner

Neben einem verbesserten Design für ein besseres Benutzererlebnis bietet die e-Commerce-fähige Xerox App Gallery einen globalen Marktplatz für Vertriebspartner, auf der sie Apps bewerben und verkaufen können. Vertriebspartner sind zudem am Umsatz beteiligt, wenn ihre Kunden eine App kaufen.

Am 7. und 8. November 2018 findet im Xerox Innovation Center in Uxbridge, Großbritannien, das European PAB-Forum (European Application Builder) statt. Dort können Vertriebspartner erfahren, wie sie mit den neuen ConnectKey-Apps wiederkehrende Umsätze nach dem Verkauf steigern können, als auch wie das neue E-Commerce-Modell ihnen dabei hilft, ihre eigenen Apps zu erstellen und zu vermarkten.

Die neuesten ConnectKey-fähigen Apps von Xerox werden in der Xerox App Gallery in ausgewählten Regionen zur Jahreswende 2018/2019 verfügbar sein.

Quelle: Xerox

 


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