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Valuable Advice

Kommentar zu einer neuen Blogpost-Episode von „Besser Leben. Schöner Sterben.“

Hilflosigkeit ist kein Makel – sondern ein wichtiges Signal

Was uns ein Podcast-Gespräch über einen der unterschätztesten emotionalen Zustände unserer Zeit lehrt.

Wenn ich, Boris Andreas Weber, frisch aus einem Kontrolltermin nach einer Notfalloperation an der Uniklinik, auf dem Wartestuhl sitzt und mich an den Moment erinnere, in dem ich „Hilfe, hilft mir denn keiner!” rief – obwohl ringsum Menschen wimmelten – dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein zutiefst menschlicher Moment. Und genau darum geht es in der aktuellen Folge des Podcasts „Besser leben, schöner sterben”.

Hilflosigkeit: Ein tausend Jahre altes Wort mit hochaktueller Bedeutung

Der Begriff kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutete ursprünglich schlicht schutzlos. Heute hat er sich angereichert: Verlassenheit, Passivität, Ratlosigkeit. Arzt und Sparringspartner David Sonntag bringt es auf den Punkt:

„Hilflosigkeit beginnt dort, wo Menschen merken: Mein Wille reicht nicht mehr aus, um etwas zu verändern.”

Ich will schlafen – aber ich kann nicht. Ich will funktionieren – aber bin erschöpft. Das innere System wünscht sich etwas, doch der Rest zieht nicht nach.

Die Falle der Machbarkeitskultur

Wir leben in einer Welt voller Imperative: Optimiere dich. Atme besser. Denke besser. Achte auf Achtsamkeit. Das klingt hilfreich – erzeugt aber enormen Druck. Wer trotz aller Bemühungen nicht vorankommt, landet schnell in einer Negativspirale aus Insuffizienzgefühlen.

Das Ergebnis: Statt Veränderung entsteht Lähmung. Statt Steuerung fühlen sich viele Menschen nur noch als Beifahrer im eigenen Leben.

Die Autobahn-Metapher: Erst anhalten, dann reparieren

David Sonntags Lieblingsmetapher trifft den Kern:

Wer mit 180 km/h auf der Autobahn merkt, dass ein Reifen nicht stimmt, wechselt ihn nicht während der Fahrt. Die logische Reaktion: Bremsen. Rechts ranfahren. Anhalten. Durchatmen. Warnweste anlegen. Dann erst nachschauen.

Doch genau das wird gesellschaftlich selten empfohlen. Stattdessen heißt es: schneller handeln, sofort umkehren, alles auf einmal lösen. Das kann nur schiefgehen.

Hilflosigkeit zuzugeben ist keine Schwäche

Für viele Menschen – besonders im Beruf, im Hochbetrieb, im roten Drehzahlbereich – fühlt sich das Eingestehen von Hilflosigkeit wie ein Makel an. Dabei ist es das genaue Gegenteil: Es ist ein Warnsignal. Ein Hinweis, dass eine Bestandsaufnahme fällig ist.

Wer dieses Signal ignoriert und stattdessen das Radio lauter dreht, um das Klackern nicht mehr zu hören, löst kein einziges Problem – er verdrängt es nur.

Was wirklich hilft

Innehalten – nicht noch mehr Gas geben

Verbindung zu sich selbst herstellen – im Hier und Jetzt ankommen

Kleine Schritte statt 180-Grad-Wenden

Gespräche suchen – mit Menschen auf Augenhöhe

Sich Hilfe erlauben – das ist Stärke, keine Niederlage

Und bei akuten Panikattacken, dem „Superlativ der Hilflosigkeit”: beide Füße auf dem Boden spüren, tief ein- und ausatmen, fünf Farben im Raum suchen. Den Kopf wieder über die Wasseroberfläche bringen.

Fazit: Nicht hoffnungslos – nur gerade ohne Hilfe

Hilflosigkeit ist kein Dauerzustand. Sie ist ein Prozess, der gekommen ist – und als Prozess auch wieder geht. Das Motto, das Boris Andreas Weber für sich formuliert hat: heitere Gelassenheit. Sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Durchatmen. In den Dialog gehen – auch mit sich selbst.

Denn wie David Sonntag es abschließend sagt: „Jeder Mensch hat etwas zu teilen, was wertvoll ist.”

🎧 Die vollständige Episode von „Besser leben, schöner sterben” gibt es auf Spotify und YouTube.

💬 Rückmeldungen, Fragen oder Gesprächswünsche? Gerne direkt über LinkedIn oder die Kommentarfunktionen auf Spotify und YouTube.

Jackson Pollock beim Action Painting: Offen für das Kommende. Ohne es kontrollieren zu wollen!

Die 150-Jahre-Baustelle: Warum wir aufhören müssen zu verwalten und anfangen müssen zu malen

Zusammenfassung des Podcast „Zukunft“ aus der Reihe „Besser Leben. Schöner Sterben.“ von Andreas Weber und dem Arzt David Sonntag.

1. Einleitung: Das Frösteln vor dem Morgen

Der Wind dreht sich. Es fröstelt uns. Nicht vor der Kälte, sondern vor dem Ungewissen. Wir blicken auf die kommenden Jahrzehnte und spüren eine unterkühlte Unsicherheit. Ist die Zukunft ein drohendes Schicksal, das wie eine Kaltfront über uns hereinbricht? Oder ist sie ein Raum, den wir erst noch betreten und gestalten müssen? Die Kälte ist lediglich eine Einladung, sich zu bewegen. Sind wir bereit, die Starre zu überwinden?

2. Die Pollock-Methode: Zukunft beginnt in einer Sekunde

Wir begreifen die Zukunft oft fälschlicherweise als einen fernen Horizont. Doch die Wahrheit ist radikaler: Die Zukunft beginnt in einer Sekunde. Alles danach ist bereits Erlebtes, geronnene Vergangenheit. Um diesen Übergang zu meistern, hilft uns die Ästhetik des Jackson Pollock. Sein „Action Painting“ war kein Plan, sondern ein Prozess. Die Leinwand lag auf dem Boden, die Farbe floss, spritzte und tropfte.

Das Bild entstand im Tun, ohne dass das Endergebnis vorab feststand. Diese Offenheit gegenüber dem Unbekannten ist das Fundament jeder Innovation. Wer krampfhaft am Status Quo festhält, gleicht einer Innovationsbremse, die aus Angst vor Fehlern die Leinwand weiß lässt. Wir müssen lernen, das Bild im Prozess zu entdecken, anstatt das Gestern zu verwalten.

3. Die 120-Jahre-Realität: Wenn das Leben zur Dauerleihgabe wird

Wir stehen vor einer biotechnologischen Konvergenz, die unser Verständnis von Biologie sprengt. Die heutige Medizin agiert oft noch als bloße „Krankheitsverwaltung“ – sie managt Defizite, anstatt die Gesundheit nachhaltig zu potenzieren, wie David Sonntag festgestellt. Doch der Gezeitenwechsel steht bevor:

In 10 Jahren: Die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht die 120-Jahre-Marke.

In 30 bis 40 Jahren: Ein Alter von 150 Jahren wird zur statistischen Normalität.

Whole Genome Sequencing (WGS): Mit einem Preis von etwa 650 $ (bereits heute in den USA und China Realität) ist der demokratische Tipping Point erreicht. Die Entschlüsselung des eigenen Genoms via App wird zum Standard-Werkzeug.

Epigenetik: Wir begreifen unsere Gene nicht mehr als starres Schicksal, sondern als ein Set von Schaltern, die wir durch aktives Handeln und Prävention selbst steuern können.

4. Von Brain-Chips und lebenden Prozessoren

Die Grenze zwischen Mensch und Maschine erodiert. Während europäische Debatten oft in ethischer Bedenkenträgerei verharren, hat China die Phase der Tierversuche bereits hinter sich gelassen. Dort existieren längst Zulassungen, um Computerchips direkt in menschliche Gehirne zu implantieren. Noch beunruhigender und zugleich faszinierender ist das „Biological Computing“: Prozessoren, die mit lebenden menschlichen Gehirnzellen arbeiten. Die Hardware wird biologisch, der Mensch wird technologisch.

„Die Zeit, die es braucht, um über das Vergangene zu grübeln, fehlt, um die Zukunft zu gestalten.“

Wenn das Menschliche in die Technik transponiert wird und Chips in unsere neuronalen Netze wandern, ist eine tiefe ethische Reflexion unumgänglich. Während wir noch über das Vergangene grübeln, schaffen andere bereits vollendete Tatsachen.

5. Das Ende der Beschäftigungstherapie: Die 23-Stunden-Woche

Die Politik präsentiert uns oft „Reformpakete“, die sich bei näherem Hinsehen als bloße Flickenschusterei entpuppen – eine Reparatur der Vergangenheit, verkauft als Wurf für die Zukunft. Während man uns zuruft, wir müssten „mehr arbeiten“, zeigt die technologische Realität einen anderen Weg: Die 23-Stunden-Woche. Durch die Effizienz der KI wird Arbeit im klassischen Sinne zur Option.

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: „Beschäftigungstherapie“ vs. echtes „Wirken“. Ein 93-jähriger Schülerlotse, der jeden Morgen Kinder sicher über die Straße geleitet, ist kein Opfer des Arbeitsmarktes. Er ist ein Meister seiner eigenen Leinwand. Er arbeitet nicht für eine Bilanz, er wirkt für einen Sinn. Effektivität schlägt Effizienz; das Ziel ist nicht das Hamsterrad, sondern die Gestaltung von Lebensqualität.

6. Vorstellungskraft schlägt Wissen

Warum versagen unsere Prognosen? Weil Wissen stets ein Rückspiegel ist. Es basiert auf dem, was war. Albert Einstein wusste: „Wissen ist nichts im Vergleich zur Vorstellungskraft.“ Um wirklichen Fortschritt zu erzielen, müssen wir das Unmögliche denken und die Gabe der Vision kultivieren.

Andreas stellt im Podcast hierzu ein mutiges Postulat auf: Die 80/20-Regel der Selbstbestimmung. Er wettet darauf, dass 80 % unseres Lebens von uns selbst gestaltbar sind, während nur 20 % sich unserem Einfluss entziehen. Wer sich hinter den 20 % versteckt, betreibt Planwirtschaft des Geistes. Wahre Innovation braucht den Mut, sich jenseits des Wissensstandes neu zu erfinden.

7. Das Mantra der Zukunft: Be More Human

In einer Ära maximaler Technisierung wird „Be More Human“ zum ultimativen ethischen Kompass. Wir stehen vor einer anthropozentrischen Wende: Je mehr humanoide Roboter – in 50 Jahren womöglich zahlreicher als Menschen – unseren Alltag bevölkern, desto kostbarer wird das spezifisch Menschliche.

Die Zukunft ist eine Self-fulfilling Prophecy. Wer nur in den Rückspiegel starrt, wird unweigerlich kollidieren. Wenn wir uns jedoch eine Zukunft vorstellen, in der Technik uns die Freiheit schenkt, empathischer, kreativer und menschlicher zu sein, dann erschaffen wir genau diese Realität. Maximale Technik verlangt als Gegengewicht eine maximale Menschlichkeit.

8. Fazit: Ein offener Möglichkeitsraum

Andreas und David sind sich einig: Zukunft ist kein Schicksal, das uns zustößt, sondern ein dynamischer Prozess, der uns Anpassung und Lernfähigkeit abverlangt.

Visionäre wie Steven Spielberg (in seinem jüngsten Film „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“) lehren uns in ihren Werken – etwa wenn sie die intellektuelle Tiefe einer Begegnung mit dem Unbekannten ausloten –, dass wir nicht allein sind in unserem Gestaltungsdrang.

Wir müssen aus dem Schneckenhaus des Frusts heraustreten. Die Leinwand liegt vor uns, die Farben sind gemischt. Was ist der erste Pinselstrich, den Sie heute auf Ihre 150-jährige Leinwand setzen werden?


Links zum Podcast auf:

Spotify https://open.spotify.com/episode/43qvTUgaWumzay1hoXTuAa?si=XnRNq2WrSGySXx67VSt7vA

YouTube https://youtu.be/TskVRqv2Kkg?is=QoXFkZi5q55zMxiy


Paul Klee, 1879–1940. “Eile ohne Rücksicht”, 1935, 97 (N 17). Kohle und Aquarell auf Papier, 31,5 × 29,8 cm. Sammlung Familie Klee.

Von Andreas Weber als Zusammenfassung der 53. Episode des Podcast „Besser Leben. Schöner Sterben.“ im Team mit dem Arzt David Sonntag.

Rücksicht ist weit mehr als Höflichkeit. Sie ist ein tragender Wert für funktionierendes Miteinander, Qualität in Arbeit und eine positive Lebensperspektive. Sprachlich klingt im Begriff die lateinische Wurzel „respectus“ an: der Blick zurück und der Respekt nach vorn. Praktisch heißt das: Ich bin nicht allein. Ich stehe in Beziehung – zu Menschen, Natur und kommenden Generationen. Rücksicht ist kein Verlustgeschäft, sondern ein Investment in Vertrauen, Kooperation und sozialen Frieden.

Ein Bild hilft: der Straßenverkehr. Gute Fahrerinnen und Fahrer sind im Hier und Jetzt, schauen vorausschauend nach vorne – und bei Bedarf in den Rückspiegel. Wer nur zurückblickt, verpasst den Moment. Wer nie zurückblickt, gefährdet andere. Dosierung ist der Schlüssel: Rücksicht ohne Selbstverlust. Zu viel Selbstaufgabe macht Beziehungen fragil, rücksichtsloser Egoismus sprengt sie.

David Sonntag sagt dazu: „Mein Weg begann in der Gesundheits- und Krankenpflege. Dort lernt man früh, dass Menschen im Krankenhaus selten freiwillig sind – und dass das fragile Gefüge aus Heilung, Angst und Hoffnung nur mit echter Rücksicht funktioniert. Mentoren prägten mich in beide Richtungen: Manche gaben Wissen klar und zugewandt weiter, andere ‚bügelten drüber‘. Beides lehrte mich, Wissen mit Würde zu verbinden.“

Besonders in Pflege und Palliativmedizin ist Rücksicht gelebter Respekt: Würde bewahren, Autonomie achten, Nähe und Zeit geben. Wo Prozesse zu sehr industrialisiert werden, verlieren Systeme ihre Seele – Familien tragen Lasten allein, bis auch die Gesunden krank werden. Rücksicht nimmt Druck raus, verteilt Verantwortung und schafft Menschlichkeit – genau da, wo sie am meisten zählt.

Rücksicht: unterschätzte Stärke für ein gutes Leben, bessere Zusammenarbeit und resilientere Systeme

Rücksicht wirkt universell – oft jenseits formaler Regeln. Wer durch megastädtische Verkehrsströme in Asien oder Südamerika fährt, erlebt „chaotische Ordnung“: nonverbale Abstimmung, vorausschauendes Handeln, lokale Systeme, die funktionieren, weil Menschen Informationen teilen und sich Raum geben. In Deutschland sind Regeln wichtig – und doch läuft es besser, wenn wir zusätzlich die Perspektive wechseln und Situationen nicht nur aus der eigenen Ich-Position betrachten.

Rücksicht beginnt mit Wahrnehmung und Balance:

• Andere und sich selbst zugleich sehen; Grenzen erkennen und die eigenen klar definieren.

• Kurz prüfen: Was ist jetzt wirklich dringlich? Manchmal einen Schritt zurücktreten – ohne sich aufzugeben.

• Nonverbale Signale ernst nehmen: Tempo, Ton, Pausen, Reihenfolge, Präsenz.

• Klarheit plus Wärme: Erwartungen transparent machen und zugleich Spielraum lassen.

• Werte sichtbar leben: Konsequente Haltung schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Im Arbeitsalltag wird das konkret:

• „Arbeite so, dass es der Nächste leichter hat.“ Das prägt Prozesse, Qualität und Teamgeist.

• In der Kommunikation: Mitdenken, mitfühlen, Grenzen sehen – und die eigenen benennen.

• In der Aufmerksamkeit: Wahrnehmungsfähigkeit ist die Vorstufe von Rücksicht. Wer sich selbst nicht spürt, kann andere schwer integrieren.

• Sicherheit stärkt Rücksicht: Wer sich innerlich sicher fühlt, kann leichter Raum geben. Umso wichtiger sind gemeinsame Werte, Verlässlichkeit und klare Kommunikation – in Unternehmen, Politik und Gesellschaft.

Das Schönste sind oft die kleinen Überraschungen: Wenn jemand unerwartet mitdenkt, entsteht ein Wohlgefühl, das Vertrauen vertieft. Solche Erlebnisse tragen – manchmal über Jahrzehnte – und beeinflussen, wie wir Verantwortung dosieren, Entscheidungen treffen und Sicherheit schaffen.

Fazit

Rücksicht ist kein moralisches Ornament, sondern ein praktischer Kompetenzmix aus Wahrnehmung, Respekt, Klarheit und Balance. Sie ist keine Bremse, sondern ein Beschleuniger für gute Beziehungen, stabile Teams und tragfähige Ergebnisse. Wer Rücksicht bewusst kultiviert, lebt leichter – und macht es anderen leichter. Genau darum geht es: besser leben, schöner sterben.

Wenn dich das Thema inspiriert, teil den Beitrag gern und schreib, wo du Rücksicht im Alltag ganz konkret stärkst. Auf die nächsten Schritte – gemeinsam.


Zum Podcast

https://open.spotify.com/episode/0BLNIrEFDlJ2I1UfVthmRR?si=qpCsWmHrSRq4BkHhmNiKHw


🌱 Leben. Sterben. Wachsen. – Eine Einladung, die dich berührt, bewegt und verändert.

Was, wenn wir aufhören, das Leben und Sterben als Gegensätze zu sehen – und stattdessen beginnen, sie als zwei Seiten derselben Münze zu begreifen? Als Chance, bewusst zu wachsen, zu reflektieren und unser volles Potenzial zu entfalten?

Genau hier setzt der Podcast „Besser Leben. Schöner sterben.“ mit Andreas Weber und dem Arzt David Sonntag an. Eine Inspirationsquelle, die nicht nur zuhört, sondern zum Handeln einlädt – mit Tiefgang, Ehrlichkeit und einer Prise Magie.

Warum dieser Podcast anders ist?

Weil er Brücken baut – zwischen:

✅ Medizin & Menschlichkeit (David Sonntag, Arzt und Experte für innere Ressourcen)

✅ Philosophie & Alltag (Andreas Weber, Gastgeber und Ideenmagnet)

✅ Theorie & Praxis (kein theoretisches BlaBla, sondern konkrete Tools für dein Leben)

Hier geht es um das, was uns wirklich bewegt:

🔹 Selbstwirksamkeit – Wie wir unser Leben selbst in die Hand nehmen.

🔹 Intuition & Wahrnehmung – Warum wir unserem Bauchgefühl vertrauen sollten.

🔹 Familie & Beziehungen – Wie wir Verbindung leben, auch in schwierigen Zeiten.

🔹 Trauma & Heilung – Wie wir Wunden in Stärke verwandeln.

🔹 Erkenntnis in der modernen Welt – Was uns wirklich erfüllt (Spoiler: Es ist nicht „mehr, schneller, höher“)

Und das Beste? Es wird nicht beschönigt. Es wird ehrlich, mutig und mitfühlend erzählt – so, wie das Leben selbst manchmal ist.

Was du mitnimmst:

💡 Reflexion, die dich wachrüttelt – Jede Folge fordert dich heraus, dein Leben zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entdecken.

🛠 Werkzeuge, die du sofort anwenden kannst – Kein theoretisches Gerede, sondern praktische Schritte, um dein Leben zu verbessern.

🌍 Ein ganzheitlicher Blick – Medizin, Psychologie und Lebensweisheit verschmelzen zu einem Ratgeber, der wirklich hilft.

🤝 Eine Community, die dich trägt – Auf LinkedIn tauschen wir uns aus, diskutieren und wachsen gemeinsam. Du bist nicht allein.

Wo du reinhörst:

🎧 Spotify – Für unterwegs, beim Spazieren oder in deiner Mittagspause.

📺 YouTube – Wenn du die Stimmen sehen und die Emotionen spüren willst.

💬 LinkedIn – Hier gibt’s Zitate, Zusammenfassungen und Community-Fragen, die zum Mitmachen einladen.

Eine Frage an dich:

Welche „existenzielle Frage“ beschäftigt dich gerade am meisten?

Teile sie in den Kommentaren – vielleicht wird sie in einer der nächsten Folgen aufgegriffen! 🚀

P.S.: Du kennst jemanden, der gerade nach Sinn, Klarheit oder einfach einer Portion Inspiration sucht? Teile diesen Post – vielleicht ist es genau der richtige Impuls für ihn oder sie. 💌

👉 Hier geht’s direkt zum Podcast auf Spotify

Ausgewählte Episoden gibt es auch auf YouTube

Erstes Manifest von den #PrintIsBack Podcast-Machern Jacques Michiels und Andreas Weber

Den Podcast #PrintIsBack gibt es auf Spotify, Apple etc. sowie via YouTube bei #PrintIsland.

Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und strukturierte Erkenntnis als Schlüssel zum Erfolg

Warum Print mehr braucht als Parolen

Die Druckbranche steht vor einem Wendepunkt: Statt sich in kurzfristigem Aktionismus oder ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren, sollte sie SelbstwirksamkeitTechnologiepluralismus und einen strukturierten Erkenntnisprozess in den Mittelpunkt stellen. Print entfaltet seinen Wert nicht durch leere Floskeln, sondern durch seine konkrete Wirkung auf Wahrnehmung, Erinnerung und menschliche Speicherbildung – besonders im Zusammenspiel mit digitalen Technologien.

Doch wie gelingt der Schritt von der „Säuglingserkenntnisphase“ zu einer reifen, lernenden Branche? Dieser Beitrag zeigt konkrete Initiativen, Handlungsanleitungen und einen Fahrplan für nachhaltige Veränderung.

1. Kernprobleme der Druckbranche: Was wirklich zählt

Die Branche leidet unter drei zentralen Defiziten:

❌ Fehlende Selbstwirksamkeit
Viele Akteure handeln reaktiv statt proaktiv – getrieben von Marktveränderungen, ohne eigene Gestaltungsmacht zu definieren.

❌ Veraltete Technologie-Debatten
Die Auseinandersetzung zwischen Offset, Digitaldruck & Co. blockiert Fortschritt. Dabei ist Technologiepluralismus längst Realität – die Frage ist nicht entweder/oder, sondern wie kombinieren wir das Beste aus allen Welten?

❌ Oberflächlicher Erkenntnisgewinn
Events, Marketinggetöse und Claqueure verzerren den Blick auf echte Innovationen. Statt fundierter Daten und Erfahrungsaustausch dominieren oft Hype und Einzelschicksale.

2. Strategien für mehr Selbstwirksamkeit: Ein 3-Stufen-Plan

🔹 Stufe 1: Selbstwirksamkeit definieren – wer beeinflusst was?

Frage: Welche Hebel hat die Branche – und jeder Einzelne – um die eigene Situation aktiv zu gestalten?

Checkliste für Führungskräfte:


✅ 1x pro Quartal ein „Selbstwirksamkeits-Meeting“ abhalten: Was können wir selbst beeinflussen – und was nicht?


✅ Mitarbeiterfeedback systematisch einholen (z. B. über anonyme Umfragen oder Retrospektiven).


✅ Kundenbeziehungen auf langfristige Partnerschaften ausrichten (z. B. durch Abo-Modelle für Print-Services).

🔹 Stufe 2: Technologiepluralismus leben – Vielfalt als Stärke

These: Print ist kein „entweder/oder“, sondern ein „sowohl/als auch“.

Checkliste für die Praxis:


✅ Technologie-Audit: Welche Verfahren sind im Unternehmen bereits etabliert? Wo gibt es Synergien?


✅ Pilotprojekte starten: Z. B. Digitaldruck + KI für personalisierte Mailings testen.


✅ Lieferanten diversifizieren: Nicht nur einen Technologiepartner, sondern ein Netzwerk aufbauen.

🔹 Stufe 3: Erkenntnis systematisch generieren – von Daten zu Handeln

Definition: Erkenntnis ist kein Zufall, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Wahrnehmung, Erfahrung und Reflexion.

Checkliste für Erkenntnisgewinn:


✅ 1x pro Monat eine „Erkenntnis-Session“ einberufen: Was haben wir gelernt – und was bedeutet das für unsere Strategie?


✅ Externe Perspektiven einbeziehen:Gastvorträge von Tech-Experten, Kunden oder Wissenschaftlern.


✅ Daten nutzen, um Marketing zu justieren: Nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Fakten setzen (z. B. A/B-Tests für Print-Kampagnen).

3. Wie KI die Selbstwirksamkeit stärkt: Vier konkrete Anwendungsfälle

Künstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Enabler für mehr Kontrolle und Effizienz.

Checkliste für KI-Integration:


✅ Pilotprojekt starten: Z. B. KI-gestützte Layout-Optimierung für Verpackungen testen.


✅ Datenqualität sicherstellen: Saubere, strukturierte Daten sind die Basis für KI-Erfolge.


✅ Mitarbeiter schulen: KI ist kein Selbstläufer – Schulungen zu Tools wie Adobe Firefly oder Canva Magic Design sind essenziell.

4. Fazit: Print neu erfinden – aber richtig

Die Druckbranche steht vor einer einmaligen Chance:

  • Von der Defensive in die Offensive wechseln: Nicht auf den Untergang warten, sondern Print als strategisches Medium neu definieren.
  • Technologie nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug begreifen – besonders KI und digitale Ökosysteme.
  • Erkenntnis als Prozess etablieren: Daten sammeln, reflektieren, handeln – und das kontinuierlich.


Die zentrale Frage lautet nicht:
„Wie retten wir Print?“
Sondern:
„Wie gestalten wir Print so, dass er seine volle Wirkung entfaltet – für Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft?“


📌 Next Steps: Wo anfangen?

Wenn Sie die „Säuglingserkenntnisphase“ hinter sich lassen wollen, starten Sie mit diesen drei konkreten Schritten:

🔹 1. Selbstwirksamkeits-Workshop(intern oder mit Partnern): Definieren Sie drei konkrete Ziele, die Sie selbst beeinflussen können – und legen Sie Messkriterien fest.


🔹 2. Technologie-Check: Analysieren Sie Ihr Portfolio – wo gibt es Synergien zwischen Offset, Digital und Online?


🔹 3. KI-Pilot: Starten Sie ein kleines, aber messbares Projekt (z. B. KI-gestützte Personalisierung) und evaluieren Sie die Ergebnisse nach drei Monaten.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen!
Wie geht Ihre Druckerei oder Ihr Verlag mit diesen Herausforderungen um? Diskutieren Sie mit uns auf LinkedIn oder werden Sie Mitglied unserer #Printisback Community auf LinkedIn. Gemeinsam sind wir stärker. 🌱

Fünf Strategien für vielbeschäftigte High-Performer

Zusammenfassung des Online-Meetings am 1. April 2026 (#keinScherz) von Dr. Stefan Waller alias Dr. Heart, assistiert von Melanie Huber. Als perfekte Ergänzung zu meiner (Podcast-) Initiative „Besser Leben. Schöner Sterben.“

Fühlen Sie sich im Alltag oft zwischen beruflichen Ambitionen und privaten Verpflichtungen hin- und hergerissen? Wünschen Sie sich mehr Energie und Lebensqualität, ohne dabei auf Genuss verzichten zu müssen? Die gute Nachricht ist: Sie haben es selbst in der Hand! Mit smarten Strategien lässt sich ein gesunder Lebensstil auch in den hektischsten Alltag integrieren. Starten wir gemeinsam durch!

1. Gesund genießen – auch auswärts!

Auswärts essen ist Lebensqualität, birgt aber oft Fallen aus Zucker, Fett und Salz. Doch Sie können die Kontrolle behalten:

Der Brotkorb-Falle entgehen: Oft landen schon vor dem ersten Getränk unnötige Kalorien in Form von Baguette mit Öl und Balsamico auf dem Tisch. Fragen Sie sich: Brauche ich das wirklich? Wussten Sie, dass Balsamico-Essig bis zu 76 % Zucker enthalten kann?

Lesen, was drin ist: Die gesündeste Bewegung im Supermarkt? Die Hand umdrehen und auf die Nährwerttabelle schauen! Lassen Sie sich nicht von Marketing-Tricks wie „ohne Zuckerzusatz“ täuschen. Auch eine gesund aussehende Bowl kann eine Zuckerbombe sein.

2. Smart kochen: Meal Prep & Binge Cooking

Keine Zeit zum Kochen? Nehmen Sie sich am Wochenende ein bis zwei Stunden Zeit. Ob Sie ein kleines Gericht oder einen riesigen Wok zubereiten, der Zeitaufwand ist fast identisch. Mit „Binge Cooking“ kochen Sie für die ganze Woche vor, wissen genau, was drin ist, und haben immer eine gesunde Mahlzeit parat. Für mich ist das fast wie Meditation mit schöner Musik!

3. Milieukontrolle: Ihr Zuhause, Ihre Festung

Willenskraft ist ein Muskel, der im Laufe des Tages ermüdet. Sorgen Sie dafür, dass ungesunde Snacks gar nicht erst in Reichweite sind. Füllen Sie stattdessen Ihre Vorräte mit gesunden Alternativen. Tiefkühlgemüse ist hier ein echter Held: Schockgefroren und unverarbeitet, ist es schnell zubereitet und nährstoffreich. Einfach auf ein Backblech, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer darüber – fertig ist eine leckere Mahlzeit.

4. Bewegungssnacks: Jeder Schritt zählt!

Wir sind für Bewegung gemacht, nicht für stundenlanges Sitzen. Schon kleine Unterbrechungen machen einen riesigen Unterschied:

Walking Meetings: Führen Sie Telefonate im Gehen.

Kreative Arbeitsplatzgestaltung: Stellen Sie den Drucker in den Nebenraum, um aufstehen zu müssen.

Fitness-Snacks: Machen Sie vor einem wichtigen Termin 50 Kniebeugen oder nutzen Sie eine Kettlebell während der Kaffee kocht. Integrieren Sie Bewegung in wiederkehrende Routinen („Habit Stacking“). Denken Sie an meine Oma: Sie wurde 100 Jahre alt und wohnte im fünften Stock – ohne Aufzug!

5. Mentale Stärke: Machen Sie Stress zu Ihrem Verbündeten!

Chronischer Stress ist ein Nährboden für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch Sie können lernen, damit umzugehen:

Akutes Stressmanagement durch Atmung: Wenn der Stresspegel steigt, atmen Sie bewusst langsam und verlängern Sie die Ausatmung. Diese Technik, bekannt als „Box Breathing“ oder Varianten davon, signalisiert Ihrem Körper Entspannung und wirkt sofort.

Stress als Herausforderung sehen: Die Forschung zeigt, dass unsere Einstellung zu Stress entscheidend ist. Sehen Sie Herausforderungen als Chance („Challenge Response“) statt als Bedrohung („Threat Response“). Sie haben die Macht, Ihre Reaktion selbst zu gestalten!

Fangen Sie noch heute an! Suchen Sie sich eine dieser Strategien aus und setzen Sie sie in der kommenden Woche um. Ob Ernährung, Bewegung oder Stressmanagement – jeder kleine Schritt ist ein Sieg für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Auf geht’s!

English translation, see below!

Fokus: Litho Days III In Türkiye – Ankara (5./6./7.12.2025)

Von Barbara Wilhelmi (Internationale Senefelder Stiftung)

‚Die Lithographie ist auf der ganzen Welt im Vormarsch!‘ – Dieser Satz des berühmten Lithografen Erich Mönch stand in den 70-iger Jahren an der Wand des Druckzentrums in Tübingen, und er erschien schon damals eine ironische Bemerkung zu sein. Bei den Litho Days III in der Türkei im Dezember 2025 wurde dieser Satz Realität, denn schon zum dritten Mal nach 2021 und 2023 hatte das Dou Printstudio von Doḡu Gündoḡdu und Naz Önen zu einem Litho-Event in die Türkei eingeladen und sie stützten sich auf die Kontakte die sie auch beim Internationalen Lithographie Kolloquium der Internationalen Senefelderstiftung im April 2024 geknüpft hatten.



Auch in diesem Jahr präsentierte das Dou Printstudio in Ankara wieder ein reichhaltiges Programm: Zu Beginn der Besuch in der großartigen  Ausstellung „Separation and Merging Point“ (FOTO 1,1 + 1,2), in diesem Jahr gestaltet von der bekannte Kuratorin Eda Berkmen, in der Anafartalar Shopping Mall, No. 203. Zu sehen waren Lithographien von Künstlern, gedruckt im Dou Printstudio (Edition III). Die Werkstatt selbst konnte am Morgen des 6. Dezembers, dem Feiertag der Lithographen, besichtigt werden (FOTO 2).

Im Mittelpunkt der Litho Tage III stand danach das Panel: „DISCUSSING THE SUSTAINABILITY WITH ROOTED LITHOGRAPHY STUDIOS“ (FOTO 3) mit den Printmakern Christian Bramsen (Atelier Clot, Paris), Jan Pelkofer + Paul Klös (Tabor Presse Berlin, Deutschland), Kapser Fleng + Julie Peter Hjörring (Grafisk Värksted, Dänemark), Mikkjal Matras Andersson (Steinprent, Faroe Islands), Louise Aakermann Nielsen (Bornholm) – Moderation: Naz Önen.

Es ging um das Verhältnis der professionellen Drucker in den unterschiedlichen Werkstätten im Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern, die Aspekte der professionellen Druckwerkstätten, die auf die eine oder andere Weise die Vorstellungen der Künstlerinnen und Künstler umsetzen. Die Qualitätssicherung auf hohem lithographischen Niveau wurde ebenso Thema wie der Vertrieb und die Vernetzung der Drucker untereinander, um Perspektiven für die Zukunft entwickeln zu können. Dazu wurde die Frage erörtert, ob Drucke nicht vielmehr den Status von Originalen haben sollten und sich dementsprechend dann auch die Preisgestaltung verändern würde (FOTO 4). Der Wandel ist einerseits geprägt durch den Wegfall der großen Druckereien, aber andererseits gibt es auch neues Entstehen von kleinen Printstudios wie dasjenige in Ankara und eine türkische Künstlerin Derin Tuksal, die seit vier Jahren Derin Print Shop leitet, das Gemeinschaftsatelier für Radierung in Istanbul.

Die Probleme, nicht mehr die Materialien kaufen zu können wie früher, werden nun oft auf unkonventionelle Weise gelöst durch Eigenproduktion. So ist in der Druckwerkstatt von Dou eine selbstgebaute Lederdruckwalze zu bestaunen (FOTO 5). Und dort hängt auch, wie ein Schutzpatron, das lithographische Porträt von Alois Senefelder neben Atatürk (FOTO 6). Das Panel der Lithodays III fand im Erimtan Archäologischen Museum statt, wo ebenfalls eine temporäre Ausstellung (“Litho Wall–1”) für jeweils drei Monate mit einer speziellen Auswahl aus dem Dou Printstudio zu sehen ist. Am Abend des 06.12.2025 gab der dänischen Botschafter, Ole Toft, in der dänischen Residenz in Ankara einen Empfang (FOTO 7). Das Projekt wurde möglich gemacht durch den Support vieler kultureller und politischer Institutionen, wie z.B. das Goethe-Institut in Ankara und weitere Botschaften vor Ort (siehe Aufzählung unten).👇

Vielen Dank für das unvergessliche Erlebnis der Lithoö Tage III. Viel Erfolg für Doḡu Gündoḡdu, Naz Önen und das Duo Print StudioBarbara Wilhelmi

Fotos: Barbara Wilhelmi, Duo Print Studio


Litho Days III in Türkiye – Ankara December 5th to 7th of 2025

by Barbara Wilhelmi (Internationale Senefelder Foundation)

Lithography is on the rise all over the world! This statement by the famous lithographer Erich Mönch was displayed on the wall of the printing center in Tübingen in the 1970s, and even then it seemed like an ironic remark. At Litho Days III in Turkey in December 2025, this statement became reality, as the Duo Printstudio, comprised of Doḡu Gündoḡdu und Naz Önen, hosted a lithography event in Turkey for the third time, following previous events in 2021 and 2023 and they relied on the contacts they had also made at the International Lithography Colloquium of the International Senefelder Foundation in April 2024. 

This year, the Dou Printstudio once again presented a rich program in Ankara:

It began with a visit to the magnificent exhibition “Separation and Merging Point” (PHOTO 1.1 + 1.2) in the Anafartalar Shopping Mall, No.203. The exhibition, curated by the renowned Eda Berkmen, featuring lithographs by various artists, printed by the Dou Printstudio (Edition III). The workshop could be visited on the morning of December 6, the lithographers’ day (PHOTO 2). The panel discussion of Litho Days III began that same afternoon: “DISCUSSING THE SUSTAINABILITY WITH ROOTED LITHOGRAPHY STUDIOS” (PHOTO 3) with printmakers Christian Bramsen (Atelier Clot, Paris), Jan Pelkofer + Paul Klös (Tabor Presse Berlin, Germany), Kapser Fleng + Julie Peter Hjörring (Grafisk Värksted, Denmark), Mikkjal Matras Andersson (Steinprent, Faroe Islands), and Louise Aakermann Nielsen (Bornholm) – moderated by Naz Önen (Dou Printstudio).

The discussion focused on the relationship between professional printers in different workshops and the artists, and the aspects of professional printmaking that, in one way or another, realize the artists’ visions. Quality assurance at a high lithographic level was discussed, as were distribution and networking among the printers to develop future perspectives. The question was discussed whether prints should have the status of originals and whether the pricing would change accordingly (PHOTO 4).  The transformation is characterized on the one hand by the demise of large printing houses, but on the other hand, there is also the emergence of new small print studios, such as the one in Ankara, and a Turkish artist: Derin Tuksal, leading Derin Print Shop, the collaborative etching studio in Istanbul for four years. 

Dou Print is currently the only independent collaborative lithography studio. The problem of no longer being able to purchase materials as before is now often solved in unconventional ways through in-house production. For example, a self-made leather printing roller can be admired in Dou’s printmaking workshop (PHOTO 5). And there, like a patron saint, hangs a portrait of Alois Senefelder next to Atatürk (PHOTO 6). The Lithodays III panel took place at the Erimtan Archaeological Museum with a temporal exhibition (“Litho Wall–1”) which showcases each time a special selection from Dou Print Studio’s collection for three month periods. On the evening of December 6, 2025, reception hosted by the Danish Ambassador, Ole Toft in the Danish Residence (PHOTO 7). The project was made possible by the support of many cultural and political institutions, such as the Goethe-Institut in Ankara and other local embassies (detailed list below).                                                                                                    

Visiting the Lithodays III was a truly memorable experience for me and I wish all the best for Doḡu Gündoḡdu and Naz Önen and Dou Duo Print Studio in Ankara – with best regards Barbara Wilhelmi  

Photos: Barbara Wilhelmi, Naz Önen / Duo Print Studio


Litho Days in Türkiye project has been made possible with the support of 

the Ankara Metropolitan Municipality Directorate of Culture and Social Affairs, 

the French Cultural Centre in Ankara, 

the Goethe-Institut in Ankara, 

the Embassy of Poland in Ankara, 

the  Ministry of Foreign Affairs of Denmark, 

the Ministry of Culture Denmark and the Danish Arts Foundation

as a EUNIC (The Network of European National Cultural Institutes) project, 

along with KAFT’s product and Radisson Blu’s accomodation sponsorship.

 

Invitation poster created by Duo Print Studio

Von Andreas Weber

Lang lebe #Print! Vor allem durch das Pflegen und Bewahren der hohen #Druckkunst. – Seit dem 15. März 2018 feiern wir in #Deutschland im Rahmen der Kultur des immateriellen Kulturerbes den sogenannten UNESCO #TagDerDruckKunst. Im Fokus stehen die künstlerisch genutzten grafischen Drucktechniken des Hochdruck, Tiefdruck und des Flachdrucks (besser gesagt: Chemischer Druck). Hier sind von Deutschland aus seit über 600 Jahren die wichtigsten Impulse gesetzt worden und in die ganze Welt gewandert.

Gestern, am 15. März 2025, durfte ich bei meinen guten Freund und Vorstandskollegen Eckhard Gehrmann in seinem Druckstudio in Friedrichsdorf nördlich von Frankfurt am Main sein. Eckhard und ich gehören seit langem dem Vorstand der Internationalen Senefelder Stiftung mit Sitz in Offenbach am Main an. 

Gut zu wissen!

Alois Senefelder hat vor über 200 Jahren mit der Erfindung des Chemischen Drucks das Medium Print nicht nur popularisiert, sondern wie kein anderer zuvor die Herstellung und Qualität von Printmedien nachhaltig innoviert. Durch den Chemischen Druck, bekannt auch als Lithographie – also das Drucken von Kalksteinplatten, später Aluminium –  konnten die Grundlagen gelegt werden für die modernen Flachdruck-Technologien, die wir als Offsetdruck kennen. Aber auch in der Halbleiter-Technologie ist der chemische Druck durch die sog. Photolithographie bis heute unverzichtbar. 

Fakt ist: durch die verfahrenstechnischen Eigenschaften und einzigartigen Vorteile der Lithographie inklusive der Vielfalt bzw. Güte an Farben und Farbpigmenten, die verwendet werden können, ist die Bebilderungsqualität des Chemischen Drucks unübertrefflich. Selbst modernste digitale Druckverfahren reichen daran nicht ran, was man einfach überprüfen kann, wenn man Original-Lithographien in anderen Druckverfahren reproduzieren möchte. Und auch die Darstellung auf Bildschirmmedien vermittelt eine andere Anmutung, die zwar beeindruckend ist, aber nicht die gleiche Wirkmechanismen besitzt wie der lithografisch-künstlerische Druck. Für mich steht fest: Künstler-Lithographien sind einzigartig in ihrer brillanten Darstellungsqualität und wirkungsvollen Vermittlung von gedruckten Inhalten aller Art. 

Eckhard Gehrmann führte gestern am #TagDerDruckKunst die Prinzipien des Chemischen Drucks vor. Und zeigte den interessierten Besuchern wie variantenreich und einzigartig hochwertigste Bilder gedruckt werden können, vom Kleinformat bis zum Grossformat (177 x 124 cm!). Dabei wird auch durch das Prinzip der sog. Non-Toxic-Lithography auf umweltbelastende Substanzen verzichtet. Es kommen ungiftige Lösungsmitteln und Druckfarben zum Einsatz. Auf seiner Website teilt der Künstler anschaulich seine Arbeit und sein Fachwissen.

Bei der Gestaltung der Bildmotive, die neben Zeichnen das Schreiben von Texten oder sogar im Tonerdruck vervielfältigte Fotos per Umdruckverfahren einschließen, sind keine Grenzen gesetzt. So gelingt eine Freiheit und Varianz bei der bildnerischen Formgestaltung mit raffinierten Effekten, wie sie anders kaum möglich sind. — Es sei denn, weltweit führende Special-Effect-Druckkunst-Spezialisten wie Günter Thomas und sein Team von GTTrendhouse42 in Gelsenkirchen, sind involviert :-).

Zum Video: Eindrücke vom 15. März 2025 in der Druckwerksatt von Eckhard Gehrmann in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main.


Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist besonders hervorzuheben: Druckkünstler wie Eckhard Gehrmann, der übrigens bei dem legendären Steindruckmaler und Druckgrafik-Dozent Christian Kruck an der Städelschule in Frankfurt am Main ausgebildet wurde, schaffen Druckwerke, die nicht als kurzlebiges Verbrauchsgut verwendet werden, sondern hochwertige Sammlerstücke darstellen, die sorgsam bewahrt werden. Diese Druckwerke können auf Maschinen hergestellt werden, die nahezu unverwüstlich sind, über viele Dekaden eingesetzt werden bzw. aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen können. Nachhaltiger geht es kaum, Oder?

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Dank Ricoh mein drupa-Erlebnis der besonderer Art mit einer Top-Manga-Künstlerin aus Tokio.

Von Andreas Weber, drupa-Veteran

Kurz vorab: Die drupa 2024 bot keine Sensationen und Technik-Überraschungen. Das meiste war bereits Monate zuvor angekündigt. Bis auf das Vertriebsabkommen von Canon und Heidelberg für Inkjet-Bogendruck-Maschinen der JetFire-Baureihe. Und die Tatsache, dass Landa Reue über die langjährigen leeren Versprechungen zeigte, aber jetzt betonte, numehr Marktreife für seine Landa Nanographic Printing Presses erlangt zu haben. Ansonsten hatten die allermeisten Hersteller ihre Messeauftritte gut vorbereitet. Allen voran gefiel mir der Stand von Koenig&Bauer am besten. HP Industrial Print glänzte wie ein Popstar-Ensemble. Und BOBST erstaunte durch das Statement von CEO Jean-Pascale Bobst: „We have to become a software company.“

Mein persönliches Resümee. — Ich habe bis dato über 1.200 Posts auf LinkedIn und Facebook ausgewertet. Die Meinungen zur drupa sind dahingehend wohl fast einhellig: Besucher wie auch Aussteller konnten sich wohlfühlen. Vor allem, wie Bernhard Cantzler von Mondi m. E. richtig feststellte, durch Netzwerken und persönliche Interaktionen, um sich individuell ein Bild über den Status quo zu verschaffen und ggf. Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Sprich: Die Messe Düsseldorf bot (metaphorisch ausgedrückt) wie gehabt ein gut ausgestaltetes Sportfeld, das durch die Besucher und Aussteller bespielt wurde. Ex-Drupa-Direktor Manuel Mataré nannte die drupa darum immer die Olympischen Spiele für Print&Papier, mit dem Motto: “Messe sich, wer kann!“. Und das funktionierte bis 2016 ganz gut!

 


 

Mein persönliches und besonderers Highlight: Das von Gudrun Alex und Monika Kissing so wunderbar organisierte drupa-Veteranen-Treffen in Düsseldorf. Mit vielen tollen, langjährigen FreundInnen/KollegInnen aus aller Welt. 


 

Die Anforderungen an die drupa haben sich seitdem massiv gewandelt. Nach acht Jahren Zwangs-Pause ist vieles buchstäblich entrückt oder verklärt. Nicht wenige BesucherInnen oder Aussteller-MitarbeiterInnen im Jahre 2024 waren erstmals auf der drupa. Morten B. Reitoft hat es in seinem Videokommentar auf den Punkt gebracht, indem er u.a. feststellt, dass einiges in Organisation, Ablauf und Konzept nicht mehr zeitgemäß war bzw. die drupa sich gegenüber früher nicht gewandelt habe.

 

 

Ich kann mich dem wie viele Kollegen auch voll und ganz anschließen. Das ändert zudem nichts an meinem persönliches Wohlgefühl und Erleben der drupa 2024. Wenn es jetzt seitens der Messeleitung heisst: “Die drupa 2024 hat alle Erwartungen übertroffen! 🤩🤝“ kann ich das nicht ernsthaft nachvollziehen. Bzw. ich muss mich fragen: Hatte man im Vorfeld die Erwartungen so tief angesetzt? Sprich, alle wichtigen Kennzahlen unter denen der Vorgänger-drupas angesiedelt?

 


Zur Erinnerung hier nochmals die Fakten aus meinem LinkedIn-Post vom 8. Juni 2024:

  • Die Zahlen zur #drupa2024 zeigen auf allen Ebenen einen deutlichen Rückgang zu 2016, wodurch die internationale Print-Leitmesse wohl nicht mehr zu den Top-10 in D gezählt werden kann.
  • Besucher: rund 170.000 aus 174 Ländern statt 260.165 aus 183 – ebenfalls ein Rückgang!
  • Der Anteil der Besucher aus dem Ausland lag 2024 bei über 80% – im Vgl. zu 2016 ein Anstieg von 75%; d.h. deutlich weniger Besucher aus Deutschland, die 2016 noch 25% ausmachten (von 65k auf 34k gesunken!)
  • Aussteller: 1.643 aus 52 statt 1.837 aus 53.
  • Ausstellungsfläche: rund 140.000 qm, statt 158.217 qm wie 2016
  • Die Zahl der akkreditierten Journalisten schrumpfte auf rund 1.100, da viele bekannte Kollegen nicht mehr kamen bzw. viele Fachmagazine nicht vertreten waren. 2016 waren es noch 1.828.

 

Wie gesagt: Einer Messe wird durch die Menschen vor Ort Leben eingehaucht, das durch Gespräche und Fachkommunikation spür- und erlebbar wird. Wenn nun die Besucherzahl überproportional zum Stellenabbau in der Branche drastisch sinkt und gleichzeitig die Zahl der Kamera-Teams signifikant zugenommen hat, bedeutet das für mich: Die Aussteller setzten in kluger Vorausschau auf bestmögliche visuelle Dokumentation, um das erwartete Besucherdefizit zu kompensieren. Insofern: Erwartungen erfüllt. #Scherz

 

 

Wie bei jeder drupa bleibt zum Schluss die Frage: Wie wirkt es sich im Markt tatsächlich aus, wenn mit hoher Besucherzufriedenheit geworben wird bzw. wenn es bei einigen wenigen großen Ausstellern gute Verkaufsabschlüsse gab (siehe Heidelberg mit rund 650 Mio. Euro)?

Daher die zentrale Frage: Wie nachhaltig kann eine drupa 2024 sein, die nachweislich bei den wichtigen messbaren Kennziffern Verschlechterungen aufzeigt? Aus meiner Sicht wäre hier eine ehrliche Aufarbeitung sinnvoll, vor allem, wenn es wie angekündigt, eine #drupa2028 geben soll.

 


Mein FAZIT

Letztlich bedeutet eine deutlich geringere drupa-Besucherzahl, dass die dynamische Verbreitung von Innovationen im Markt eingedämmt werden kann, da immer weniger Firmen über immer moderneres und auch teureres Equipment verfügen, die Zahl derer, die weniger oder gar nicht mehr investieren will, aber zunimmt. Viele aus den sog. Emerging Markets setzen darum auf kostengünstig ausgestattetes, zumeist aus China stammendes Equipment für Brot-und Butterarbeiten. Langfristig gesehen kannibalisiert sich m. E. die Print-Branche damit selbst.

Im Ergebnis lässt sich schlußfolgern, dass die drupa kein Game Changer resp. Innovationstreiber oder sogar Leitmesse mehr sein kann, wenn eine wachsende Mehrheit der Print-Community keine Beziehung mehr zum Geist der drupa pflegt bzw. die Messe nicht mehr persönlich besucht. Selbst innovative Denker und Innovationstreiber sind 2024 nicht mehr in dem Maße präsent gewesen. Die Zeiten sind anders geworden bzw. ändern sich weiterhin unaufhaltsam. Aber unser Print-Value-Ansatz sollte derselbe bleiben 🙂 Oder?


 

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Für mich, Andreas Weber, war die #drupa2024 meine 11. drupa, die ich persönlich besuchen und erleben durfte. Mal sehen, ob ich das Dutzend noch voll bekommen kann. Haha!

 


 

EPILOG

Vielen Dank an meine lieben KollegInnen aus Mailand von der Stratego Goup und speziell an Alexia Rizzi, die für The Super Content Group im Team mit INKISH auf der drupa 2024 ein Interview mit mir als drupa-Veteran führte. Anschauen lohnt sich 🙂

 

 


 

 

Von Andreas Weber, drupa-Veteran

Im Rückblick zeigt sich: War im Gutenberg-Jahr 2000 die drupa ein Mega-Anziehungspunkt für ein internationales Publikum, folgte mit der drupa 2004 (Leitthemen „Vernetzung“ und „On-Demand-Produktion“), eine Zäsur. Denn es zeigte sich, dass die Print-Branche sowohl an ihrer Positionierung unter den  Mediengattungen als auch an ihrer Kommunikationsfähigkeit zu Kunden und Endkunden arbeiten muss, um die Innovations-PS auf die Strasse zu bekommen.

Die Bereitschaft war damals vorhanden. Die Stiftung Druck- und Papiertechnik, getragen vom gleichnamigen Fachverband im VDMA als Hauptträger der drupa seit 1950, hatte meinen Fachbeitrag „Print hilft – vor allem der Marke“ für den Publizistikpreis der Kategorie „Medienwettbewerb“ ausgewählt. Ich hätte, so u.a. die Begründung, „eine realistische und positive Perspektive für die Printmedien aufzeigen können.“ Dabei ist es aber geblieben. Drum ist heute mein Beitrag so aktuell wie vor 20 Jahren….

Meine Kernaussagen damals (wie auch heute):

1. Print verbindet!

2. Print ist ein Ur- beziehungsweise Initialmedium von strategischer Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft.

3. Kein anderes Medium ist so nah am Menschen wie Print.

Der prämierte Artikel im Original, wie er auch die Wochenzeitung HORIZONT erschien. (HORIZONT 48 vom 01.12.2005 Seite 034 | Extra Print im Umbruch)

 

 

Print hilft – vor allem der Marke

Die Herstellung von Drucksachen ist technologisch auf höchstem Niveau / Die Druckbranche muss Gattungsmarketing betreiben

Print wird unterschätzt. Obwohl es nach wie vor die wichtigste Säule der Marken- und Produktkommunikation ist, sind sich nur wenige seiner tatsächlichen Stärken bewusst. Viele Marketing- und Werbeexperten setzen Print mit Anzeigen und Beilagen gleich. Print umfasst daneben jedoch eine Fülle an Akzidenzdrucksachen – womit alle Drucksachen außer Büchern, Zeitungen und Zeitschriften gemeint sind.

Die Turbulenzen in der Druckindustrie, die für schlechte Branchendaten gesorgt haben, beziehen sich überwiegend auf die Art und Weise, wie Print produziert wird, aber nicht auf seine Wirkung. Die Print-Produktion hat sich komplett erneuert und erfolgt heute durchweg digital, bis hin zur Direktbebilderung der Druckform. Beim Digitaldruck liegt nur noch eine virtuelle Druckform vor. Hier entstehen Anwendungsfelder, die beispielsweise in der Kombination von Offset- und Digitaldruck massenhafte Individualkommunikation via Print erlauben.

Print ist technologisch auf höchstem Niveau angekommen. Optimierungen im Herstellungsprozess und Automatisierungsmöglichkeiten entlang des kompletten Wertschöpfungsprozesses eröffnen in vernetzten Kommunikationsszenarien vielen neuen Marktteilnehmern – bislang rein technisch nicht mögliche – Potenziale und interessante Geschäftsmöglichkeiten.

Allerdings hat es Print vernachlässigt, sich entsprechend als dienstleistungsorientierte Wachstumsbranche im Kommunikationsmarkt zu positionieren – und die frohe Botschaft zu kommunizieren. Stattdessen vermittelt sie den Eindruck, es werde heute und morgen wie zu Gutenbergs Zeiten ein reines Produktionsgeschäft betrieben. Das aber trifft längst nicht mehr die Realität.

Marken sind das wichtigste Gut eines Unternehmens. Ihre Funktion ist quasi die eines “Containers für die unternehmerische Idee”. Marken sind jedoch kein Selbstzweck. Sie führen Angebot und Nachfrage zur Zufriedenheit aller zusammen. Deshalb gehört zum professionellen Markenmanagement neben ökonomischem Geschick ein starkes Bewusstsein für die Werte, die durch Print für die Marke geschaffen werden.

Ein Beispiel: Ein Hersteller kostbarer Markenuhren (Kaufpreis ab 5000 Euro) stellt den Wiederverkäufern Prospekte zur Verfügung, die drucktechnisch geradezu lieblos produziert werden. Gedruckt von der Stange im Vierfarbprozess, Lack drüber, fertig.

Vergleicht man diese Aufmachung mit den veredelten Druckbeiheftern in Frauenzeitschriften für Kosmetik-Artikel im Preisgefüge unter 100 Euro, entdeckt man einen Qualitätsunterschied, der Verbraucher irritiert. Das 40 Euro teure Parfüm wird hochwertig mit Goldprägung oder Silberfoliendruck und integrierten Riechproben beworben; die mehrere tausend Euro teure Uhr hingegen kommt in besagtem Prospekt beim Juwelier geradezu schäbig daher.

Geht man den Ursachen für diese Marketingsünden im Detail nach, so wird, wie Druckperfektionist Günter Thomas von der Thomasgruppe [heute GT Trendhouse 42] in Gelsenkirchen berichtet, von Agenturen gebremst, wenn es darum geht, Markenkommunikation in Print hochwertig zu veredeln. “Zu teuer, das zahlt der Kunde nie”, heiße es von dieser Seite oft. Dagegen erfuhr Thomas in vielen Gesprächen mit Markenexperten, dass diese eine hochwertige Darstellung ihrer Produkte durchaus schätzen und gerne mehr Geld bereitstellen, wenn der Kommunikationserfolg gesteigert werden kann. Zumal die Marke in Print genauso hochwertig präsentiert werden muss, wie es dem Konsumenten per Markenversprechen angetragen wird.

 

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Kaum jemand in der Welt versteht sich seit vielen Jahrzehnten so gut auf die Inszenierung von Print in den Top-Markenwelten wie Günter Thomas. Foto: GT Trendhouse 42.

 

Kreative in Agenturen wie auch Einkäufer in den Unternehmen sollten darum ihre Vorstellungen über Bord werfen, Print als Massenproduktionsware möglichst billig einzukaufen. Print wird durch moderne Veredelungstechnologien und Fertigungsprozesse zum hochwirksamen Premium-Kommunikationsmittel. Print hilft der Markenkommunikation, weil es als bewährtes Medium facettenreich und multisensorisch wirkt und Menschen begeistern kann. Print ist ein Ur- beziehungsweise Initialmedium von strategischer Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft. Die kulturelle Entwicklung der vergangenen 500 Jahre hat dazu geführt, dass kein anderes Medium näher am Menschen dran ist als Print.

Zahlreiche Beispiele belegen, dass seit mehreren Generationen etablierte Marken wie Persil, Coca-Cola und Maggi durch Print dauerhaft eine starke Identität aufbauen konnten. Und selbst in der digitalen Welt hat Print seine Bedeutung nicht verloren: Amazon, AOL, Facebook, Ebay, Yahoo und andere konnten zwar über das Internet rasch eine hohe Bekanntheit erwerben. Eine Markenidentität wurde aber erst geschaffen, als die Newcomer über gedruckte Magazine und Anzeigen in Erscheinung traten.

Selbst Firmen wie Apple Computer, die den Digital Lifestyle prägen, setzen schwerpunktmäßig auf Print-Kommunikation: Großplakate im Outdoor-Bereich, Anzeigen und ein hoch entwickeltes Verpackungsdesign hatten entscheidenden Anteil, um Apples Ipod zum Verkaufsrenner zu machen. In den Apple Flagship Stores von London bis New York und San Francisco wird die Marke über gedruckte Displays und hochwertiges Print-Design zelebriert.

Doch all diese Vorteile sind oft nicht im Bewusstsein der Auftraggeber – sprich der Markeninhaber – verankert. Viele Marketing- und Werbespezialisten lassen sich von kurzfristigen taktischen Zielen leiten und können somit Print kaum oder überhaupt nicht als strategisches Medium beurteilen. Der Erfolg von Print wird nur gemessen an dem, was Massenmedien zu leisten imstande sind – und hier schneidet Print oft allein deshalb nicht gut ab, weil Zeitungen und Zeitschriften derzeit nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur aktiven Response-Generierung (und Ergebnismessung) erlauben.

Der Nutzen und die Funktionalität der Print-Kommunikation geht jedoch weit über die Bedeutung von Zeitung, TV oder Radio hinaus: Fast jeder Kommunikationskanal wird von Print unterstützt. Dies gilt auch – und insbesondere – für die persönliche Kommunikation, die durch Print in Form von Visitenkarten, Flyern, Broschüren, Handouts et cetera gestützt wird. Marken können auf Print zurückgreifen, weil Print die Glaubwürdigkeit des Gesagten enorm verstärkt. Das Kürzel PoS könnte somit nicht nur die Abkürzung für “Point of Sale”, sondern im Zusammenspiel mit Print auch “Point of Success” bedeuten.

Print ist unersetzlich und bietet eine enorme Vielfalt, um Marken zu machen und nachhaltig erfolgreich zu inszenieren. Die Print-Branche ist allerdings gefordert, ein klares Profil zu entwickeln und per Gattungsmarketing Print selbst als Marke zu positionieren. Nur so kann man dem Trend entgegenwirken, dass elektronische Medien überbewertet und Print unterbewertet werden. Dazu ist aber ein Umdenken nötig. Print lebt nicht – wie viele Print-Fachleute glauben – von Insider-Diskussionen über Verfahrenstechnologien, sondern von der unerschöpflichen Kraft seiner Wirkung und seiner unschlagbaren Funktionalität. Seit Jahren belegt der Druckschriften-Wettbewerb Berliner Type, welch hohe Qualität mit Print erreicht werden kann, wenn man die modernen Produktionstechnologien gekonnt einsetzt. Die prämierten Druckstücke profilieren sich auf internationalem Niveau als Benchmark. Seit neuestem unternimmt in Ergänzung dazu auch die Werbeagentur-Branche Anstrengungen pro Print.

So hat im Juni 2005 der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA den 1. GWA Production Award vergeben. Prämiert wurden herausragende Print-Produktionen aus allen Kategorien (Direct Mail, Akzidenzen, PoS, Anzeigen, Bücher et cetera).

Der Schwerpunkt lag nicht wie bei der Berliner Type auf Qualitätsaspekten im Druck, bewertet wurde vielmehr vor allem die Komplexität des Produktionsmanagements. Unter den Gold-, Silber- und Bronze-Gewinnern waren Agenturen wie Jung von Matt/Greenhouse und Serviceplan sowie Marken wie Mini, BMW und AEG. Nicht die Agentur-Kreativen haben diesen Award ins Leben gerufen, sondern der Arbeitskreis GWA Printproduktion – mit dem Ziel, auf den hohen Leistungsstandard in der Kommunikation mit Print hinzuweisen. Das ist mehr als gelungen.

Support erhalten die Print-Produktioner übrigens von Dienstleistern, die über den Tellerrand hinausblicken, und sich als Kommunikations- und Produktionspartner empfehlen. Das Ziel lautet: Print als Basis eines weit gefassten Dienstleistungskonzeptes begreifen. “Wir entwickeln für unsere Kunden aus dem Werbe- und Markenbereich neuartige Produkte, indem wir die Synergie von Papier- und Digitalmedien voll ausschöpfen”, erklärt Erich Thomanek, Vorstandschef von Alpha Print Medien in Darmstadt. Die Individualisierung von Massenauflagen im Druck gehöre ebenso dazu wie die Verknüpfung von Online- und Print-Kommunikation.

Das sind sicher ganz neue Töne für die Jünger Gutenbergs. Mögen sie in den Ohren von Markenfachleuten auf der Suche nach wirkungsvollen Kommunikationsformen auf Gehör stoßen. Denn, so kann man als Schlussfolgerung formulieren: Jede Marke scheitert ohne Print und gewinnt mit Print.

Kein anderes Medium ist so nah am Menschen wie Print!

 


 

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Zum Autor

Der Autor Andreas Weber, 46, beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit dem Thema Print- und Markenkommunikation. Er ist Geschäftsführer von Global Communication und des DigitaldruckForum, beide in Mainz.