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Tag Archives: Kunstausstellung

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Valy Wahl (links), Kurator Andreas Koridass und Renate Ott im Dialog mit dem Publikum.

Von Andreas Weber

Eine fulminante  Ausstellungseröffnung im Rahmen eines Gottesdientes? Das hat es bis dato nur selten gegeben — und schon gar nicht so herausragend inszeniert und alle Teilnehmer nachhaltig inspiriert. Wir Dabeigewesenen sehen jetzt Kunst ganz anders, eingebunden in unseren Alltag, unser Innerstes und das schöpferische Miteinander.

Für mich daher Anlass, einen Bericht der besonderen Art zu erstellen. Ohne viele Worte. Mit ganz vielen Bildern und Video-Impressionen. Anknüpfend an die Vorankündigung hier im Blog.

Ich bin erfüllt mit übergroßem, herzlichen Dank an alle Beteiligten: Valy Wahl mit ihren malerischen Bildwesen, Renate Ott mit ihren Skulpturen; Pfarrerin Sabine Feucht-Münch für ihre herausragende Predigt und Einführung in die Ausstellung; Andreas Koridass für seine engagierte Kurator-Tätigkeit; dem Gospelchor ‚Sound connection‘ unter Leitung von Markus Brückner für seine mitreissenden Darbietungen. Und dem Publikum, der gemeinde für ihr hohes Interesse. — Summa summarum: ZWISCHEN hat den Blick für Menschlichkeit, Kultur, Glaube, Liebe, Hoffnung und vieles mehr erweitert. Gut so!


 

Valy Wahl hatte ad hoc, am Vorabend, weil sie nicht schlafen konnte, eine kurze, zündende und ergreifende Ansprache vorbereitet. Hier neben dem Video der Wortlaut.

„Ich lebe zwischen Wld und Wein.

Also zwischen dem wunderbaren, leider so kranken Wald der Pfalz und der fast gesunden Steppe Rheinhessens.

Zwischen Wald und Wein entstehen Bildwesen — Valy.

Zwischen dem Laub und den Baumstämmen der Buche flutet das Licht, das die Augen erfrischt.

Zwischen den Händen rieselt der rote Sand wie Zimt.

Die Farbe ROT begleitet mich von Kaiserslautern bis Mainz (Rote Teufel des 1. FCK bis zu Mainz 05…)

Jedoch zwischen dem Grün, mit seinen Tiefen des Waldes und dem Grün, mit seinen Höhen der sonnigen Weinstöcke, reifen Früchte der imaginären Kunst.

Zwischen Renate und mir entstehen mit und durch unsere unterschiedlichen Werke gedankliche Gemeinsamkeiten.

Das macht stark!


 

Kurzvideos

‘Chor-Probe’ (1)

 

‘Chor-Probe’ (2)

 

Einführung in die Ausstellung durch Pfarrerin Sabine Feucht-Münch

 


 

Bildimpressionen

 

 


 

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Valy Renate IMG_6799

Valy Wahl (links) und Renate Ott im Mainzer Eisenturm. Foto: Andreas Weber

 

Von Andreas Weber, Frankfurt am Main

Twilight Zone ist der Name einer herausragenden Kult-Sendung des US-TV. Die Anthologie-Fernsehserie der 1950er- und 1960er-Jahre mit Mystery- und Science-Fiction-Elementen sowie damals innovativem und wegweisendem Konzept, ist bis heute unerreicht. — Verblüffend: Der Künstler, der als Bühnenbildner visuell Regie führte, ist bis heute nicht bekannt. Ein Mysterium im doppelten Sinn. — Daran anknüpfend, aber das Thema auf eine andere Ebene transformierend, gelingt mit der Ausstellung „ZWISCHEN“ am 8. September 2019 in Mainz-Hechtsheim.

Die Künstlerinnen Valy Wahl und Renate Ott inszenieren ein Thema im besonderen Ambiente (dem Gemeindehaus der Evangelischen Kirche auf der Frankenhöhe in Mainz-Hechtsheim), um auf ihre Weise mit dem Publikum in den Dialog treten zu können. Dieser kann still, meditativ, kontemplativ oder auch diskussionsfreudig geführt werden.

Kurator Andreas Koridass merkt dazu an: „Wenn man zwei so renommierte Mainzer Künstlerinnen, wie Renate Ott und Valy Wahl, in einer Ausstellung zusammen bringen will und Arbeiten mit ihnen dafür auswählt, kann man nicht anders, als ein Thema zu setzen.

„ZWISCHEN“

Nicht zwischen zwei Stühlen und nicht zwischen den Fronten, aber zwischen zwei Positionen!

Eine Bildhauerin und eine Malerin zeigen ihr Können für uns in dieser Präsentation. Wir, die Betrachter, die Besucher können mit der Vorgabe des Titels nun hin und her springen und uns von Zwei- auf Drei-Dimensionalität, von bemalter Leinwand auf ein „starkes“ Material wie Bronze oder Beton konzentrieren.

Das bringt uns in eine Position – nicht „ZWISCHEN“, sondern jeweils vor den Arbeiten, die wir beurteilen und interpretieren.

Aber was uns besser gefällt und welche Arbeit uns mehr gibt – da müssen wir uns vielleicht doch wieder zwischen den Bildern und Plastiken entscheiden.“

 


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Infobox

Ausstellung mit Malerei (Valy Wahl) und Plastik (Renate Ott)

Besonderheit: Zuvor ab 11 Uhr Gottesdienst für Jung und Alt und „Alle dazwischen“ (die Kinderkirche findet parallel statt) zum 22. Jahrestag der Einweihung des evangelischen Gemeindehauses Frankenhöhe.

12.30 Uhr Ausstellungseröffnung

Die Veranstaltungen werden vom Gospelchor „Sound connection“ begleitet.

Öffnungszeiten: di. 17–19 h, mi. 10–12 h, so. 12–13 h und nach telefonischer Vereinbarung bis 22. September 2019

Evangelische Kirchengemeinde Hechtsheim · Bodenheimer Straße 58 · 55129 Mainz

Telefon: 06131 50 46 59

Email: pfrin.feucht-muench@ekg-hechtsheim.de


 

Intermezzo: Einsichten

Valy Wahl und Renate Ott kennen und schätzen sich seit langem. Es ist daher nicht ihre erste gemeinsame Ausstellung, wie Kunstkenner und -liebhaber in Rhein-Main wissen. Umso spannender, was uns nun dargeboten wird. Valy Wahl, die ihre Werke „Bildwesen“ nennt, kommentiert dies in ihrer wunderbar-einzigartigen Weise wie folgt.

„ZWISCHEN“ So wie: Zwischen den Stühlen. Zwischen Leben und Tod. Wir befinden uns zwischen Leben und Tod.

Ideen und Gedanken dazu liegen zwischen unseren Werken von Renate und mir. Ich hoffe es entsteht eine Kommunikation zwischen unseren Werken und Ihnen als Betrachter.

Der Ort der Kirche verbindet oder vermittelt zwischen Werk und Künstler und zwischen Werk und Betrachter.

Zwischen Menschen gibt es im Moment leider bedauernswerterweise genug Mauern und Grenzen und dazwischen ist Elend und Leid.

Das Wort „zwischen“ ist gleichermaßen positiv wie negativ besetzt. Jedoch zwischen mir und meinen Werken entwickelt sich beim Machen sehr viel Kreativität, die Manches vergessen lassen und deshalb auch Freude und Glück initiiert.

Die Hoffnung ist, dass diese Freude auch auf sie als Betrachter überspringt.

Was passiert zwischen mir, dem Werk, bzw. den Materialien (Papier als glattem Malgrund!) und zwischen der weißen Fläche und dem Farbauftrag und seinen entstehenden Formen? Da entsteht ein unaufhaltsamer Prozess der Gestaltung, zwischen Experiment und Gestalt.

Zwischen den Gefühlen des Unbewussten und dem leitenden Bewussten, entwickelt sich eine Kommunikation zwischen dem Nichts und der bildenden Wertigkeit.

Oft wird wild bewegt zwischen Entscheidung und Verwerfen spontan gehandelt. Ich möchte zwischen den inneren Welten und den äußerlichen Empfindlichkeiten spazieren gehen.

So entstehen Beziehungen zwischen konkreter Form und feinsinniger Struktur. Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee.

Zwischen Emotion und Bewusstsein findet eine Balance statt, die entscheidende Bedeutung für die Wertigkeit des künstlerischen Schaffens hat. Das macht den Sinn eines Werkes aus.

Soweit Valy Wahl.

 


 

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Renate Ott äußert sich auf vier kurze Fragen, die ich ihr stellte wie folgt, fasst naturwissenschaftlich präzise und schnörkelos, aber aus tiefsten Herzen:

Lieber Andreas,

es freut mich sehr, dass Du für uns beide in Sachen „Ausstellung Hechtsheim“ so aktiv werden willst. Gerne will ich Dir die 4 Fragen so gut ich kann beantworten.

Wie haben wir uns kennen gelernt?

Auf drei Ebenen:

  • durch den Kunstverein Eisenturm
  • durch regelmäßigen Besuch von Vernissagen
  • durch eine gemeinsame Ausstellung im Atelier Layenhof bei den Offenen Ateliers.

Gemeinsames Ziel dieser Zusammenarbeit?

  • Intensivierung der eigenen Arbeit (stärkere Konturen, klarere Strukturen) durch Gegenüberstellung: Synergie-Effekt
  • Anstöße für eine intensivere Auseinandersetzung mit den jeweiligen Kunstwerken des anderen bis zur kritischen Konfrontation
  • Auswirkung auf den Betrachter: Vergleichen oder in Beziehung setzen verschiedener Kunstarten (Malerei .-.Plastik) – Verschiedene Vorgehensweisen auf den Inhalt des Kunstwerkes

Was ist meine Arbeit, worauf kommt es mir an?

Das Werk muss echt und authentisch sein (nicht nachgemacht). Es muss eine Aussage haben, die aber nicht mit der Wahrnehmung des Betrachters übereinstimmen muss. Form und Inhalt / Technik und Essenz müssen einander ergänzen und während des Schaffen zum Ausgleich gebracht werden (Wenn dabei am Ende etwas anderes herauskommt als am Anfang als Idee stand, ist das in Ordnung. Ein ständiges ‚Entbergen‘ eines Geheimnisses, das im individuellen Menschen liegt.

Thema „Zwischen“. Woher kommt der Titel?

Zunächst unmittelbar vom  Kirchenraum als Begegnungsstätte zwischen Himmel und Erde, zwischen Transzendenz und Immanenz Zwei Kunstarten zu präsentieren bedeutet: mit Geist und Verstand wandern

  • Zwischen Malerei und Plastik —  Beziehungen und Differenzen erkunden.
  • Zwischen zwei Ausdrucksformen ihre je eigene Aussagekraft ausloten
  • Zwischen Zweidimensionalität und Dreidimensionalität die Vorstellungskraft erweitern
  • Zwischen verschiedenen Inhalten wählen, die sich in beiden Kunstformen in ihrer Gegensätzlichkeit direkt oder indirekt offerieren (schön – hässlich; Grauen – Hoffen; Traum – Wirklichkeit; Konkretum – Vision…), aber dank des Geistes die Realität transformieren, die als Konstitutivum des Lebens verstanden werden kann.

 


 

Mein Fazit

Es sind Glücksmomente für uns alle, wenn Kunst in dieser Form präsentiert wird. So umfassend, so berührend, so nachhaltig. Und eben nicht nur als „Zwischen-Spiel“ oder gar als ‚Zwischen-Durch‘.

 


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NACHTRAG

Erste Video-Impressionen von Andreas Weber zur Eröffnung der Ausstellung “ZWISCHEN” am 8. September 2019 mit Skulpturen von Renate Ott und Bildwesen von mir. Und das im Kontext mit einem Kirchenraum der ganz besonderen Art. Vor tollem Publikum (jung und alt!), mit einer umwerfenden Predigt der Pfafferin Sabine Feucht-Münch und dem mitreissenden Gospelchor “Sound connection”. Danke auch an Andreas Koridass für seine erfolgreche Arbeit als Kurator.

 

 


 

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Foto und Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

 

Impressionen und Ansprache von Andreas Weber zur Eröffnung der KEM-Mitgliederausstellung 2016

Die Mitgliederausstellung 2016 des Kunstverein Eisenturm Mainz e. V. KEM hebt die erfolgreichen Ausstellungsaktivitäten der letzten Jahre auf ein neues Level! Fast 80 Mitglieder haben erstklassige Werke eingereicht, die fast alle eigens für die Ausstellung geschaffen wurden. Und wenn nicht, dann waren sie aus eigenem Antrieb im Vorfeld entstanden, um das Ausstellungskonzept wunderbar zu stärken. Die wichtigsten künstlerischen Techniken wurden eingesetzt: Malerei, Zeichnung, Aquarell, Druckgrafik/Frottage, Digital Painting, Collage, Skulptur, Fotografie, faszinierend-kreativ-experimentelle Mischtechnik-Arbeiten bis hin zu visuell inszenierter Literatur/Kurzprosa, Aphorismen. Selten sieht man künstlerisches Schaffen in einer solchen Vielfalt. Herzlichen Dank und Applaus für alle Teilnehmer!

 

 

Alle hier versammelten Werke sind von ihrem Ausdruck und ihrer inhaltlich-visuellen Stärke unendlich nah an Carl Zuckmayers kraftvollen Worten, die unser Turmwächter alias Doq Treznok gerade in seiner szenisch-künstlerischen Einlage vortrug. Es waren Text-Auszüge aus Zuckmayers „Der Teufels General“ (Uraufführung Bühnenstück: Zürich 1946; verfilmt 1954, mit Curd Jürgens in der Hauptrolle). — Bitte nochmals Applaus für Thomas Richter zum gekonnten Vortrag der Textpassage: Der Rhein, die Völkermühle!

 

 

Zur Erinnerung: Carl Zuckmayer, in Nackenheim bei Mainz geboren, war mit Ernst Udet, einem Flieger-Ass, befreundet. 1941 verunglückte der zum Idol aufgestiegene Udet unter mysteriösen Umständen. In seinem weltbekannten Theaterstück „Des Teufels General“ verewigt Zuckmayer den zum Luftwaffengeneral aufgestiegenen Udet, der mit seiner „großen Schnauze“ beim Nazi-Regime aneckte. Die vom Turmwächter vorgetragene Passage trägt den Titel: „Der Rhein, die Völkermühle“.

 

Jens Frederiksen von der Allgemeinen Zeitung in Mainz hat in seiner Vorbesprechung der KEM-Rheinhessensymposium-Ausstellung im MVBForum festgestellt (wer noch nicht da war, MUSS dies nachholen, die Eröffnung war am 23. Juni 2016 vor über 200 Gästen) : „Die Alpen sind einfach. Nordseelandschaften auch. Rheinhessen hingegen hat seine Tücken. Der rheinhessischen Landschaft fehlt diese spektakuläre Unverwechselbarkeit, die sofort einen Ruck des Wiedererkennens durch den Betrachter gehen lässt. Oder gibt es sie vielleicht doch?“ Die Zeitungs-Kunstkritik belegt, dass durch die intellektuell-feuilletonistische Annäherung an das Thema „Rheinhessen“ die künstlerisch-visuell inszenierten Landschafts-Impressionen gekonnt erfasst werden können. Dr. Otto Martin hatte dies in seiner mitreissenden Eröffnungsrede dies trefflich auf den Punkt gebracht.

 

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Titelbild der Einladungskarte zur KEM-Mitgliederausstellung 2016.

Über den Horizont hinausblicken!

Uns geht es hier und heute bei „Viva Rheinhessen“, im Zusammenspiel mit unseren grossartigen teilnehmenden Mitgliedern, um eine Weiterführung, die nicht nur Landschaft, sondern Menschen, Kultur, Architektur, Technik, Umwelt, Natur, Fantasie, Lebensfreude, und natürlich das Erleben und Genießen von Land und Leuten umfasst. Das so entstandene weite Spektrum, ist nicht bloß eine Sicht des Künstlers von außen auf ein Sujet. Rheinhessen, als eine zum „realen Phänomen“ gewordene Kulturregion höchster Güte wird von Künstlern inszeniert und zelebriert. Die 200-Jahrfeier-Aktivitäten zu 200 Jahre Rheinhessen werden damit in ganz besonderer Art und Weise aufgewertet, weit über ein „Weck-Worscht-Woi“-Hochgefühl hinaus.

Überhaupt: Unsere Künstler und ihre Exponate fügen der Jubelfeier-Jahreszahl 200 noch eine Null hinzu: Es wird daran erinnert, dass Rheinhessen und Mainz neben Trier und der Moselregion zu den ersten „zivilisatorisch“ perfekt von den alten Römern ausgestalteten Regionen Deutschlands zählen. Ich wage zu behaupten: Ohne Mainz und Rheinhessen hätte es zu so früher Zeit keine deutsche Hochkultur gegeben! Anders als Trier wurde das Leben in Rheinhessen nicht im Sinne eines zweiten Rom als prunkvoll ausgestatteter Kaisersitz geprägt. Dazu ist unsere Landschaft, ihre „Geo-Historie“, die Mentalität der Menschen, die Eigenheit der Landschaft zu besonders.

 

 

Unsere Künstler und ihre Exponate machen die 2000-jährige Geschichte von Rheinhessen erfahrbar, in einem Exponat sogar quasi als aquarellierte geologische Analyse weit in die Erdgeschichte zurück. Und gerade Mainz, das urban gewordene Rheinhessen, hat über die Jahrtausende bis 1815 eine zentrale Rolle für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation gespielt. Mainz war über viele Jahrhunderte der Sitz des Reichskanzlers. Das hat neben Freuden und Ehren allzu viel Schrecken und Zerstörung gebracht. Leider. Oder auch nicht. Denn das höchste menschliche Gut, das Streben nach Schönheit und Glückseeligkeit, kann sich nur entfalten, wenn man auch die Abgründe, das Schreckliche überwindet. Und dass ein Gutenberg in Mainz ansässig war und sein Erfindergeist die ganze Welt nachhaltig veränderte, kann so gesehen gar kein Zufall gewesen sein.

Ich bin sicher, all dies kommt in unserer Ausstellung zum Ausdruck. Und prägt unsere Mitgliederschaft. Denn bei uns im KEM sind ja nicht nur „Eingeborene“ versammelt, sondern auch viele „Zugereiste“, die sich haben verzaubern und betören lassen. Und die Rheinhessen nicht mehr missen wollen. Oder?

 

 

Lassen sie mich zwei Aussteller namentlich herausgreifen, bevor ich mit meinen Co-Kuratorinnen — namentlich schon erwähnt: Dagmar Ropertz, Petra Schippers und Prof. Valy Wahl — hier choram publico persönliche Eindrücke diskutieren darf: Winfried und Leo Hosseus, Grossvater und Enkel. Vater Christoph hatte stolz die Einreichungen am 26. Juni im Turm abgegeben. Und promotet unsere Ausstellung „Viva Rheinhessen“ seither fleissig auf Facebook! Sein Sohn ist Jahrgang 2008, wohl unser jüngster Teilnehmer. Der Titel seiner Buntstiftzeichung von 2016: „Weingut in Biebelnheim“. In den Einreichnungsunterlagen heisst es: „Talent von Vater und Großvater sowie Freigeist der Mutter schufen den leidenschaftlichen Autodidakten. Beitrag zur Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kunstvereins Eisenturm in 2015. Aktuelle Vorliebe für Comics und Star Wars Literatur.“ — Und natürlich, wie wir alle: Eine große Leidenschaft für Rheinhessen!

Denn, wie es schon in unserer Einladung steht: Mitglieder des Kunstverein Eisenturm Mainz fühlen sich Land und Leuten in Rheinhessen ganz besonders verpflichtet.

 

PREMIERE EINER MULTIMEDIALEN INSZENIERUNG: Viva Rheinhessen — Viva KEM!

Erstmals wird für eine KEM-Mitgliederausstellung eine digitale Publikation erscheinen, die nicht nur Werke der ausstellenden Künstler verzeichnet, sondern alle Aktivitäten vor, während und zum Ende der Ausstellung in Text, Bild, Video erfassen wird! Dieser Blog-Beitrag bietet einen Vorgeschmack. Erscheinungstermin: August 2016.

Hinweise: Die Ausstellung geht bis 24. Juli 2016. An diesem Tag müssen auch alle Werke von den teilnehmenden Künstlern wieder abgeholt werden! — Öffnungszeiten: Mi 16h bis 18h. Sa+So 13h bis 17h. Adresse: Eisenturm, Fritz-Arens-Platz 1, 55116 Mainz.

 

Ich darf daher abschließend kurz die für mich zentrale Stelle bei Zuckmayer wiederholen: „… der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald und — ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt — wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein — das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel.“

 

 

 

Die Besten der Besten sind heute auch hier versammelt. Und feiern als Künstler und Kunstbegeisterte „Viva Rheinhessen“! — Bitte ALLE im Chor rufen: VIVA RHEINHESSEN! — Und nun darf ich kurz Petra Schippers und Valy Wahl, die maßgeblich an den Vorbereitungen und vor allem an der gekonnten Hängung der Exponate beteiligt waren, bitten, uns kurz das für sie wichtigste zu schildern. Soviel vorweg: Es war eine grossartige Idee, für uns alle eine neue, einheitliche Rheinhessen-Horizont-Linie zu definieren, indem die Exponate an ihrer Oberkante ausgerichtet wurden. So kann sich die Individualität der Werke in der Unterschiedlichkeit ihrer Formate entwickeln, ohne dass für den Betrachter eine flatternde Unruhe entstehen kann. Brillant!

 

 

Krönender Abschluss der Eröffnungszeremonie: Die rheinhessische Songpoetin und Malerin Nanette Scriba verzauberte die anwesenden Gäste mit ihrer Kunst. Ihr Chanson ‚Vernissage‘ nahm geistreich und humorvoll auf’s Korn, was viele Künstler sicher schon am eigenen Laib erleben mussten…

 

Nanette Scriba. Foto: Martin Kosa, Ingelheim

Foto: Martin Kosa, Ingelheim

 

Impressionen vom 26. Juni 2016 bei der Abgabe der Einreichungen im Eisenturm zu Mainz

 


 

Viva Rheinhessen: Lebensfreude pur!

Das Kuratoren-Team der KEM-Mitgliederausstellung 2016 — Valy Wahl, Petra Schippers und Andreas Weber — hatte am 13. Juli 2016  zu einem besonderen Abend-Anlass eingeladen: Christina Schickert, seit 20 Jahren als engagierte und renommierte Wirtin des Mainzer Weinhaus Wilhelmi weit über Rheinhessen hinaus bekannt, erzählte aus ihrem Leben, das sich der Gastlichkeit, den Gaumenfreuden und der Wertschätzung rheinhessischen Kultur widmet. Der Begegnung im Kunstverein Eisenturm schloss sich ein „Gegenbesuch“ im benachbarten Weinhaus Wilhelmi zum „Winzersekt-Empfang“ an.

„Wie Wein wird Kunst mit Herz, Sorgfalt und Präzision entwickelt. Der Wein gehört für mich zu den kostbarsten Gaben der Erde und ist eine Erquickung des Herzens“, erläuterte Christina Schickert dem kunstsinnigen Publikum im Eisenturm, das vor der einmaligen Kulisse der fast 80 ausgestellten Rheinhessen-Bildwerken im historischen Ambiente des Mainzer Eisenturm buchstäblich verzaubert wurden. In lebhaften Gesprächen kam die jahrzehntelange Expertise von Christina Schickert als erstklassige, leidenschaftliche Weinexpertin zum Tragen: Sie hatte sich als junge Frau in einen Winzermeister verliebt und war in der Folge über ein Vierteljahrhundert auf dem Weingut tätig. Als Höhepunkt ihrer Karriere als Wein-Gastronomin bezeichnete Christina Schickert den unverhofft und spontan entschiedenen Besuch von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Weinhaus Wilhelmi, die sich ad hoc wohl fühlte, freundlich mit allen Gästen war und eine Wilhelmi-Spezialität, rheinhessische Leberwurst, genossen hatte.

Kurzum: Christina Schickert vermittelt damals wie heute „Lebensfreude pur“ und beherrscht die Kunst des schönen Lebens auf eine besondere Art und Weise, die Kunst-Schaffende wie Kunst-Liebende gleichermaßen zu begeistern versteht.

 

 


Namensliste der teilnehmenden Künstler (in alphabetischer Reihenfolge)

 

 

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Der Blick hinter die Kulissen: Impressionen vom Ausstellungsaufbau (Fotos: Valy Wahl. Video-Animation: Andreas Weber)

 

 

 

Zu guter letzt: „Viva G“ — eine am Apple iPad Pro digital komponierte Hommage an Rheinhessen.

 

KEM Viva Rheinhessen Schwarz-Weber PRINT

Exponat Nr. 44, von gundANDreas: Viva G — Digital Painting&Composing, 2016

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