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Tag Archives: Confidence

Screenshot aus KI Festival-Video-Doku des Städel Museum mit Constanzes Kurz, Gitta Kutyniok, Ingo Dachwitz, Nora Al-Badri, moderiert von Vivian Perkovic

KI ist längst Alltag – und sie bleibt. Die Diskussion beim KI-Festival im Städel Museum mit Moderatorin Vivian Perkovic und Expertinnen und Experten wie Constanze Kurz, Prof. Gitta Kutyniok sowie Ingo Dachfeld zeigte eindrücklich: Wir stehen an einem Wendepunkt. Es geht nicht um Hype oder Angst, sondern um kluge Gestaltung.

Vom „Ausbruch“ der KI zur Verantwortung der Anbieter

Jüngste Vorfälle bei OpenAI und Anthropic, bei denen Modelle Sicherheitsbarrieren umgingen, wurden kontrovers bewertet:

Constanze Kurz sieht darin vor allem Marketing und warnt vor Vermenschlichung: KI simuliert Verhalten, hat aber weder Bewusstsein noch eigene Ziele.

Gitta Kutyniok betont die wachsende Mächtigkeit der Systeme: Der Fehler lag in der unzureichenden Abschottung – die Agentenkommunikation wirkt intelligent, bleibt aber zweckgebunden.

Kernpunkt: Verantwortung liegt bei den Anbietern – technische Grenzen müssen robust sein, Narrativen sollte man kritisch begegnen.

Der vergessene Faktor Mensch und die Lieferkette der KI

Ingo Dachfeld lenkt den Blick auf Produktionsbedingungen: Content-Moderation und Datenlabeling, oft ausgelagert in den globalen Süden, schützen Nutzerinnen und Nutzer, belasten aber jene, die diese Arbeit leisten. Verantwortung darf nicht in komplexen Lieferketten diffundieren. Fair-Work-Standards sind überfällig.

Daten, Vielfalt und Entmystifizierung

Datensätze prägen, was Modelle „sehen“. Historisch dominierte der globale Norden (z. B. ImageNet). Die Antwort: kuratierte, kontextbewusste Southern Data Sets und Projekte wie „Babylonian Vision“, die KI als Mustererkenner begreifen – als Werkzeug, nicht als Wesen.

Infrastruktur sichtbar machen

Rechenzentren verbrauchen Energie und Wasser – oft ohne Transparenz. Pflichtkennzahlen zu Verbrauch, Kühlung und Emissionen sind notwendig, damit Unternehmen und öffentliche Hand rational entscheiden können. Wenn Kapazitäten ausgebaut werden, braucht es klare Berichte und Audits.

Technik, Effizienz und Vertrauen

Neuromorphes und photonisches Computing versprechen Effizienzgewinne; Biocomputing zeigt experimentelle Pfade. Standards und Programmierbarkeit müssen mitwachsen.

LLMs halluzinieren. Vertrauen entsteht durch Herkunftsnachweise, Modellkarten, Risikoberichte, unabhängige Audits und Optionen für lokale, datenschutzfreundliche Nutzung ohne Zwangsintegration.

Medienkompetenz als Pflichtfach

LLMs haben kulturelle und politische Färbungen. Medienkompetenz muss dauerhaft in Schulen und Weiterbildung verankert werden – wer KI bewusst nutzen will, muss sie verstehen. Transparenzlabels, ähnlich dem Energieeffizienzlabel, könnten Verbrauch, Zuverlässigkeit und Datenherkunft sichtbar machen – echter digitaler Verbraucherschutz.

Chancen nicht übersehen

KI löst komplexe Theoreme und eröffnet personalisierte Medizin – schon heute. Gleichzeitig sollten versteckte Kosten (Energie, Wasser, epistemische Risiken, militärische Anwendungen) ehrlich eingerechnet werden. Oft sind kleinere, spezialisierte Modelle präziser und ressourcenschonender als Generalmodelle.

Kreativität, Kultur und digitale Souveränität

Künstlerische Praxis zeigt die konstruktive Kraft von KI: Projekte wie „The Post Truth Museum“ von Nora nutzen Deepfakes, um dekolonisierte Zukunftsnarrative zu imaginieren. Kulturinstitutionen und Qualitätsjournalismus können eine Renaissance erleben: kuratieren, kontextualisieren, Sinn stiften.

Europa sollte seine Werte – Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz – selbstbewusst durchsetzen. Ein europäisches KI-Modell auf den Datenschätzen öffentlich-rechtlicher Sender, Bibliotheken und Forschung ist realistischer Aufruf zum Handeln.

Drei konkrete Schritte

  • Verantwortung sichtbar machen: Fair-Work-Standards entlang der gesamten Lieferkette, inklusive ausgelagerter Moderationsteams.
  • Transparenz verpflichtend machen: Energie- und Wasserberichte für Rechenzentren, Modellkarten, Herkunftsnachweise, unabhängige Audits und klare Datenschutzpraktiken.
  • Vielfalt in Daten fördern: Kuratierte, kontextreiche Datensets aus der globalen Mehrheit in Kooperation mit Communities, Kunst und Forschung.

Die Zuversicht entsteht nicht aus blindem Technikglauben, sondern aus unserer Fähigkeit, KI gemeinsam klug zu gestalten.


Screenshot der KI-Festival Videos des Städel Museum auf YouTube. Hier sind die Podiumsbeiträge per Live-Stream-Mitschnitt dokumentiert.


Im Rahmen der #besserleben Berichtsreihe werden von mir alle wichtigen Beiträge auf Bühne 1 des KI-Festivals thematisiert und kommentiert. 

Bereits im Blog erschienen:

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Wird fortgesetzt!


Paul Klee, 1879–1940. “Eile ohne Rücksicht”, 1935, 97 (N 17). Kohle und Aquarell auf Papier, 31,5 × 29,8 cm. Sammlung Familie Klee.

Von Andreas Weber als Zusammenfassung der 53. Episode des Podcast „Besser Leben. Schöner Sterben.“ im Team mit dem Arzt David Sonntag.

Rücksicht ist weit mehr als Höflichkeit. Sie ist ein tragender Wert für funktionierendes Miteinander, Qualität in Arbeit und eine positive Lebensperspektive. Sprachlich klingt im Begriff die lateinische Wurzel „respectus“ an: der Blick zurück und der Respekt nach vorn. Praktisch heißt das: Ich bin nicht allein. Ich stehe in Beziehung – zu Menschen, Natur und kommenden Generationen. Rücksicht ist kein Verlustgeschäft, sondern ein Investment in Vertrauen, Kooperation und sozialen Frieden.

Ein Bild hilft: der Straßenverkehr. Gute Fahrerinnen und Fahrer sind im Hier und Jetzt, schauen vorausschauend nach vorne – und bei Bedarf in den Rückspiegel. Wer nur zurückblickt, verpasst den Moment. Wer nie zurückblickt, gefährdet andere. Dosierung ist der Schlüssel: Rücksicht ohne Selbstverlust. Zu viel Selbstaufgabe macht Beziehungen fragil, rücksichtsloser Egoismus sprengt sie.

David Sonntag sagt dazu: „Mein Weg begann in der Gesundheits- und Krankenpflege. Dort lernt man früh, dass Menschen im Krankenhaus selten freiwillig sind – und dass das fragile Gefüge aus Heilung, Angst und Hoffnung nur mit echter Rücksicht funktioniert. Mentoren prägten mich in beide Richtungen: Manche gaben Wissen klar und zugewandt weiter, andere ‚bügelten drüber‘. Beides lehrte mich, Wissen mit Würde zu verbinden.“

Besonders in Pflege und Palliativmedizin ist Rücksicht gelebter Respekt: Würde bewahren, Autonomie achten, Nähe und Zeit geben. Wo Prozesse zu sehr industrialisiert werden, verlieren Systeme ihre Seele – Familien tragen Lasten allein, bis auch die Gesunden krank werden. Rücksicht nimmt Druck raus, verteilt Verantwortung und schafft Menschlichkeit – genau da, wo sie am meisten zählt.

Rücksicht: unterschätzte Stärke für ein gutes Leben, bessere Zusammenarbeit und resilientere Systeme

Rücksicht wirkt universell – oft jenseits formaler Regeln. Wer durch megastädtische Verkehrsströme in Asien oder Südamerika fährt, erlebt „chaotische Ordnung“: nonverbale Abstimmung, vorausschauendes Handeln, lokale Systeme, die funktionieren, weil Menschen Informationen teilen und sich Raum geben. In Deutschland sind Regeln wichtig – und doch läuft es besser, wenn wir zusätzlich die Perspektive wechseln und Situationen nicht nur aus der eigenen Ich-Position betrachten.

Rücksicht beginnt mit Wahrnehmung und Balance:

• Andere und sich selbst zugleich sehen; Grenzen erkennen und die eigenen klar definieren.

• Kurz prüfen: Was ist jetzt wirklich dringlich? Manchmal einen Schritt zurücktreten – ohne sich aufzugeben.

• Nonverbale Signale ernst nehmen: Tempo, Ton, Pausen, Reihenfolge, Präsenz.

• Klarheit plus Wärme: Erwartungen transparent machen und zugleich Spielraum lassen.

• Werte sichtbar leben: Konsequente Haltung schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Im Arbeitsalltag wird das konkret:

• „Arbeite so, dass es der Nächste leichter hat.“ Das prägt Prozesse, Qualität und Teamgeist.

• In der Kommunikation: Mitdenken, mitfühlen, Grenzen sehen – und die eigenen benennen.

• In der Aufmerksamkeit: Wahrnehmungsfähigkeit ist die Vorstufe von Rücksicht. Wer sich selbst nicht spürt, kann andere schwer integrieren.

• Sicherheit stärkt Rücksicht: Wer sich innerlich sicher fühlt, kann leichter Raum geben. Umso wichtiger sind gemeinsame Werte, Verlässlichkeit und klare Kommunikation – in Unternehmen, Politik und Gesellschaft.

Das Schönste sind oft die kleinen Überraschungen: Wenn jemand unerwartet mitdenkt, entsteht ein Wohlgefühl, das Vertrauen vertieft. Solche Erlebnisse tragen – manchmal über Jahrzehnte – und beeinflussen, wie wir Verantwortung dosieren, Entscheidungen treffen und Sicherheit schaffen.

Fazit

Rücksicht ist kein moralisches Ornament, sondern ein praktischer Kompetenzmix aus Wahrnehmung, Respekt, Klarheit und Balance. Sie ist keine Bremse, sondern ein Beschleuniger für gute Beziehungen, stabile Teams und tragfähige Ergebnisse. Wer Rücksicht bewusst kultiviert, lebt leichter – und macht es anderen leichter. Genau darum geht es: besser leben, schöner sterben.

Wenn dich das Thema inspiriert, teil den Beitrag gern und schreib, wo du Rücksicht im Alltag ganz konkret stärkst. Auf die nächsten Schritte – gemeinsam.


Zum Podcast

https://open.spotify.com/episode/0BLNIrEFDlJ2I1UfVthmRR?si=qpCsWmHrSRq4BkHhmNiKHw


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Von Andreas Weber, Head of Confidence

 

„Die Erfolgsformel für gute wie auch schlechte Zeiten: Mit wahrhaftiger Zuversicht völlige Klarheit schaffen, um durch maximale Kreativität die richtigen Entscheidungen treffen und adäquat kommunizieren zu können.“ — Andreas Weber

In Krisenzeiten gilt eigentlich immer das gleiche Prinzip: Mit der „McKinsey-Machete“ alles kappen, was schnell gekappt werden kann. Marketing- und Werbe-Ausgaben, Mitarbeiter, Standorte/Produktionsstätten, unrentables im Portfolio und anderes mehr. Doch reicht das?

Bei vielen, die abrupt durch Unvorhergesehenes in die sofortige Existenzkrise geraten, hat vorher schon einiges nicht gestimmt. Man hat sich quasi durch geschummelt, hat sich vor ‚bösen‘, weil gravierenden Entscheidungen gedrückt, und wollte sich nicht offen der Realität stellen. Und schon gar nicht Schwäche zeigen. Oder Fehler eingestehen.

Entscheidungen richtig zu treffen, ist aber überlebenswichtig. Im Persönlichen wie im geschäftlichen, ganz zu Schweigen von Politik und Gesellschaft.

Im Prinzip bilden Intuition, Empathie und gute Konversationen die beste Basis. Und das Befolgen von Erkenntnissen, die von uns als Menschen für Menschen gemacht werden.

Meine Empfehlung

Statt nur auf die McKinseys dieser Welt zu hören, sollte man dem klugen Rat von Hirnforschern und Psychologen folgen. Dr. Gerald Hüther, Neurologe und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung, spricht einfach anzuwendende Empfehlungen aus für das Erspüren und Realisieren von Zukunftsperspektiven durch Innovation. U. a. sind zwei seiner wichtige Ratschläge relevant:

  1. Das A + O: Die Schulung unserer eigenen Aufmerksamkeitsfähigkeit.
  2. Wir müssen die Dinge und v. a. auch uns selbst so mögen wie sie sind. Bedingungslos.

Diplom-Psychologin Silke Brand empfiehlt als Programmatik, sich aufs Menschsein zu fokussieren. Ihr Thema: „Hilfe für die Seele“. Ihre Kernbotschaft: „Wir alle befinden uns in einer Ausnahmesituation. Zentrale Grundbedürfnisse wie Sicherheit, Kontakt, Autonomie und Spaß können nicht mehr so wie vorher ausgelebt werden.“ — Was aber tun?

Ihr wichtigster Rat: Klarheit schaffen, durch aufspüren, sichten, bewerten, diskutieren von Fakten und relevanten Informationen. Erst dann sei es möglich, volle Kreativität zu entfalten, die unverzichtbar ist, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, die kurz-, mittel- und langfristig Erfolg bringen. Sie setzt auf Synchronizität, Verbündete zu finden, Meditation. Und: Gute Wünsche! Klingt einfach. Wirkt enorm. Also ran. #Mindchange #BeMoreHuman

 


 

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Thoughts by Andreas Weber

 

#drupa2020 ante portas: Is it enough to focus on the future, inevitably through a lot of promises or even speculation?

The fact is: tomorrow is determined by yesterday. But what about today?

Most struggle with the present, the here and now. — An essential aspect for me. And the explanation why we have to experience the greatest reluctance to invest ever in the #print industry.

#Rethink #StrategiesforToday #ThinkPaper #Confidence

 


 

#drupa2020 ante portas: Reicht es, die Zukunft in den Fokus zu stellen, zwangsläufig durch viele Versprechen oder gar Spekulationen?

Fakt ist: Das Morgen wird durch das Gestern bestimmt. Doch was ist mit dem Heute?

Die meisten hadern mit der Gegenwart, dem Hier und Jetzt. — Für mich ein wesentlicher Aspekt. Und die Erklärung, warum wir in der #Print-Branche die wohl größte Investitionszurückhaltung aller Zeiten verzeichnen müssen.

#Umdenken #StrategienFürsHeute #ThinkPaper #Zuversicht