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Posts in German Language

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Von Andreas Weber, Head of #PrintLovers

Mein Gast als CEO/Country Manager INKISH D-A-CH ist im Over the Skype-Gespräch  ein ganz besonderer Jünger Gutenbergs: Günter Thomas, kurz: GT, Gründer und Inhaber von GT Trendhouse 42. Live aus Gelsenkirchen, mitten im Ruhrgebiet.

Das Themenspektrum hat es in sich und spiegelt die hohe Kreativität, Leidenschaft, Sinnesfreude und vor allem die Liebe zu Print auf höchster Ebene wieder.

O-Ton GT: „Ich bin nicht auf die Welt gekommen, einfach nur um Papier bunt zu machen. Das wäre mir zu wenig gewesen. In unserer Branche muss man schräg sein und über seinen eigenen Horizont blicken. Das versuche ich zu leben.“

Das angeregte Gespräch führt zum Beispiel über Discounter Aldi als Showroom für Special Effect Printing zu Brands, Print & Rock’n Roll. Alles was GT tut, fällt auf Positivste aus dem Rahmen.

„Warum bist Du wie Du bist — immer voll Freude und Liebe, neuen Ideen und trotzdem unternehmerisch erfolgreich?“

Warum gilt Print als Premium und nicht als Commodity? Wie kann man hoch-kreativ sein und gleichzeitig ein ausgefuchster Tüftler und Tech Savvy hoch zehn in einem. Wie kommt man als Premium-Druckerei ohne Vertrieb aus. Wie werden aus Kunden aus aller Welt echte Freunde?

 

Viel Freude und Inspiration beim Zuschauen. Hier geht’s zum Video auf INKISH.TV.


 

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In eigener Sache: Herzlich Willkommen in der Welt von INKISH D-A-CH

Die sogenannte D-A-CH-Region schätzen wir als Keimzelle, wichtigen Takt- und kreativen Ideengeber der Druckkunst in aller Welt. INKISH D-A-CH kümmert sich als Partner innerhalb der globalen INKISH Familie speziell um Belange der Print-Branche und ihre nachhaltigen Wirkungsbereiche in den deutschsprachigen Ländern.

Drei wesentlichen Aufgaben-Felder stiften für uns alle Nutzen:

  1. Fach-Diskussionen in Gang setzen (ab jetzt auch in deutscher Sprache!)
  2. Relevante Innovationen aufspüren, begutachten, bewerten
  3. Den Zugang zu Innovatoren erleichtern und Kontaktstrukturen aufbauen

INKISH versteht sich als Media 4.0 Unternehmen, dass den Anforderungen im Digitalzeitalter gewachsen ist. Wir kombinieren in zeitgemäßer Form profundes Kommunikations- und Technologie-Fachwissen mit werthaltigem Fach-Journalismus — auf Interaktion, auf Meinungsaustausch ausgelegt.

Dadurch werden die Aktivitäten hier im Blog  valuetrendradar.com sowie bei #hotspotsubscription synergetisch verstärkt.

 


INKISH D-A-CH steht Print-Experten als fairer und aktiver Partner zur Verfügung:

  • Petra Lüftner leitet das Business Innovation Management (Fokus: Druckereien)
  • Andreas Weber als Head of D-A-CH Region ist Chef-Reporter, Kommentator, Interviewer (Fokus: Zulieferindustrie und Verbände)

 

INKISH verfügt mit INKISH.TV, INKISH.NEWS sowie den damit verbunden digitalen INKISH Services, Lokalisierungen & Tools über ausgereifte und erprobte digitale Plattformen. Die INKISH-Welt steht allen offen, um mit Videos, Texten (Fachartikel, Presse-Meldungen), Events und Kurzbotschaften nicht nur Wissenswertes zu kolportieren, sondern Fachgespräche in Gang zu setzen, zu moderieren und weiter voranzutreiben. Und das stets mit lokalem/regionalem und internationalem Bezug.

Die Wirkung unserer Plattformen wird durch unsere erfolgreiche Social-Media-Arbeit verstärkt. Wir sind vor allem auf LinkedIn, Twitter, YouTube aktiv. Durch API’s sind wir mit über 900 Fachmedien aus aller Welt verbunden. Was uns besonders freut: In den schwierigen Zeiten der Corona-Krise konnte INKISH sich bestens bewähren, wie hunderte Kommentare und tausende Neukontakte belegen.

Am einfachsten kommen Sie mit INKISH in Kontakt, indem Sie unsere individuell konfigurierbaren News kostenfrei abonnieren. Bitte hier klicken.

Wir freuen uns auf viele spannende und inspirierende Gespräche mit Ihnen.

 


 

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Von Andreas Weber | English version via INKISH.NEWS

Teil 1: Die Notwendigkeit eines radikalen Wandels bei globalen Leitmessen am Beispiel der drupa

Ich stimme den Gedanken voll und ganz zu, die Morten B. Reitoft auf INKISH.News geteilt hat. Kernaussage: „Messen können nicht mehr das Zentrum von Produkteinführungen sein.” Die drupa, als weltweite Leitmesse die Nummer 1, bildet keine Ausnahme.

Klar, dies erfreut uns keinesfalls. Im Gegenteil. Seit 1977 habe ich selbst bereits zehn Mal (!) an den drupa-Messeveranstaltungen teilgenommen. Aber aus meiner Erinnerung wird deutlich, was spätestens seit der drupa 2004 anders wurde: Es drehte sich zunehmend weniger um die Interessen der Besucher; sondern mehr oder mehr um den Ansatz, hauptsächlich die Bedürfnisse der Aussteller und der Organisatoren zu erfüllen. Infolgedessen wurden Empathie und Sympathie für die Besucher ausgedünnt. Nebeneffekt: Es kamen bis 2016 zunehmend weniger Besucher. Für 2020 hatte ich aus verschiedenen Gründen vermutet, dass es sogar unter 200.000 Fachbesucher sein könnten.

Tut mir leid, dies feststellen zu müssen: Wenn nicht wie einst die Besucher im Zentrum stehen, hat die globale Print-Community ihre Heimatbasis verloren. Und in gewisser Weise auch einen Teil ihrer Identität.

Ich glaube nicht, dass die #drupa2020 einfach im Konzept unverändert, ohne radikale Änderungen vorzunehmen, auf April 2021 verschoben werden kann. Nicht nur wegen der Corona-Krise. Sondern vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Zukunft von Print von Menschen bestimmt wird und nicht von Technik.

Meine Erkenntnis: Umdenken und Neustart angehen

Um einen Neuanfang zu schaffen, sollten alle ihre Aufgaben überdenken und Unsinniges beseitigen:

  1. Worin liegt der Wert eines generischen Werbeclaims wie „Embrace the future — umarme die Zukunft“? — Besonders in einer Situation, in der wir alle das Chaos „umarmen“ müssen, um zu überleben.
  2. Warum sollten die Umfrageergebnisse des 3. drupa Global Trend Spotlight Report, der einige Zeit vor dem Lockdown und der Kontaktsperre erstellt wurde, und jetzt noch, im Mai 2020, einen Nutzen bieten und veröffentlicht werden? Die Befragung von 500 Druckern plus 200 Lieferanten ist zudem NICHT repräsentativ, wie professionelle, unabhängige  Marktforschungsexperten bestätigen können.
  3. Dies offenbart ein Kernproblem für die globale Print-Branche: Wir haben keine verlässlichen, belastbaren, eindeutigen Fakten über Märkte, Segmente, Anwendungen, Trends, Kundenerlebnisse oder Fehler, aus denen man Lernen kann. Weil alle Beteiligten ihre eigene Faktenlage der sogenannten „Druckindustrie“ erfinden, ist das strategisch und perspektivisch gesehen ein Supergau!
  4. „Embrace the Chaos“: Das Marktvolumen im Sinne der globalen Wertschöpfung mit Printmedien wird zum Beispiel mit 400 Mrd. EUR oder auch mit 700 Mrd. EUR, 1.000 Mrd. EUR oder sogar über 2.460 Mrd. EUR angegeben. Was soll man jetzt glauben? Und was halten Außenstehende, Finanz-Analysten, Investoren, Politiker und vor allem Kunden von Druckereien von einem so zerrütteten Bild? Die Kurse der börsennotierten Unternehmen, die sich mit Print-Technik beschäftigen, sprechen da eine deutliche Sprache. Die Kurse und damit die Marktkapitalisierung sind durch die Bank im Keller, nicht erst seit COVID-19.
  5. Es geht letztendlich nicht, wie viele Denken, um Zweck-Optimismus, der Fakten verbiegt, verzerrt oder umdeutet, sondern darum, das Bewusstsein zu verändern, angetrieben von Klarheit, einem geschärften Realitätssinn und Vertrauen. Tun wir das nicht, entkommen wir nicht diesen Absurditäten in der Realität. Sondern wir machen das Absurde zur Realität. Und das geht selten gut.

Mein Rat: Fatal-Error 404 — Neustart-Knopf drücken. Alle zusammen!

Die Berichtserie wird fortgesetzt.


 

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Andreas Weber vor Gutenberg-Bild in Mainz. Foto: Archiv Value Communication GmbH

Liebe Freunde und Mitstreiter!

Ich widme Euch als ‚PrintLovers‘ einen Erfahrungsbericht, einen recht ausführlichen.

Wer weiß, angesichts von Corona und den Folgen, ob ich dazu später jemals wieder in der Lage sein werde. Keine Bange. Noch bin ich gesund und munter. Aber man kann ja nie wissen!

Ich bitte Sie/Euch darum, meine Zeilen in Ruhe zu lesen.

Ich möchte meine lebenslange, innige Beziehung zu Print und der Print-Branche dokumentieren und kundtun. Und gleichzeitig meine vielfältigen Erlebnisse aus mehr als drei Jahrzehnten mit dem „Heidelberg-Branchenprimus-Kosmos’ Review passieren lassen.

Denn es ist unbestreitbar: Geht es Heidelberg gut, geht es der Print-Branche gut. Und umgekehrt. Meinungen, Anregungen, Erlebnisse, Kritik u.a.m. sind jederzeit willkommen. So können wir gemeinsam die SAGA fortschreiben.

Hier gehts per Klick zu meiner persönlichen HEIDELBERG SAGA auf Medium.com

 


 

John Cleese.001

 

Von Andreas Weber, Head of #EasterThoughts | English Version

 

Bringt die Quadriga aus Dummheit, Ignoranz, Gier und Diffamierung unsere freiheitliche, auf humanistischen Prinzipien beruhende Welt zum kollabieren? Möglich, aber nicht wünschenswert. Unmöglich gar, wenn wir gemeinsam mit #Vernunft und #Zuversicht gegensteuern. Und so die Quadratur des Kreises verhindern.

 

Dummheit als Prinzip resp. Gesellschaftsphänomen beruht weniger auf mangelnder Wissensfähigkeit; sie zieht sich durch alle Schichten und Altersgruppen. Monty-Python-Legende John Cleese bringt es im Video „John Cleese Considers Your Futile Comments“ (publiziert am 17.02.2012, ab min. 3:34) auf den Punkt. „Das Problem mit dummen Menschen ist, dass sie oft zu dumm sind, selbst zu erkennen, dass sie dumm sind.“ Man müsse sogar relativ intelligent sein, um zu erkennen wie dumm man ist.

Dummheit beruht so gesehen auf mangelnder Erkenntnisfähigkeit sich selbst gegenüber.

So manche exponierte Persönlichkeit aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollte sich daher nie einer ‚Dummheits-Begutachtung‘ stellen müssen. Schon gar nicht, wenn Psychologie, Philosophie, Ethik ins Spiel gebracht werden.

Denn dann käme auch zutage, das sogar Hyper-Narzissmus noch das geringste Übel ist. Im Gegenteil, in Krisenzeiten sind Narzissten die perfekten Regisseure, da sie perfekt darauf trainiert sind, am besten und schnellsten ihre Ziel durchsetzen zu können. Ein Narzisst braucht eben nur die richtige Aufgabe. Und wenn’s läuft, dann läufts! Dafür muss man sie lieb haben…

Anders aber das gravierende Problem der mit Dummheit Infizierten, die quasi im Zuge einer Virusmutation sich zu allem Übel auch noch Ignoranz, Gier und Diffamierung ‚eingefangen‘ hat! — Übrigens  auch das wieder ein allgemein gesellschaftlicher Phänomen, quer durch alle Schichten und Altersgruppen.

 


Durch diese ‚Quadriga‘ — deren besonderer Mix Neutronen-Bomben-artige Effekte in sich birgt — wird es extrem gefährlich. Kein Scherz.


 

Auch kein Scherz: Irrtümer sind ausdrücklich erlaubt! Sie sind das Heilmittel gegen ‚dumme‘ Entscheidungen. So die Erkenntnis aus „Irren ist nützlich“ ein lesenswerter Bestseller von Henning Beck (3. Auflage: 2018).

Zuvor, im Jahr 2016, hatte der Theologe und Psychiater Manfred Lütz das Buch publiziert: „IRRE! Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen.“ Beide Bücher empfehle ich ausdrücklich als Oster-Lektüre!

Warum schreibe ich das? Weil das Risiko besteht, in der momentan anschwellenden Diskussion der Illusion zu erlegen, es müsse, sobald die COVID-19-Infektionskurve abflacht, alles daran gesetzt werden, rasch zur Normalität zurückzukehren. Und damit das Abstrus-Absurde als Ausgeburt von Dummheit, Ignoranz, Gier und Diffamierung zum Normalen zu erheben.

Noch immer haben wir #Kontaktsperre und #Lockdown. Aber offene Diskussionen und Konversationen sind dank digitaler Kommunikationswege möglich.

#Umdenken #Zuversicht #SocialCulture #EasterForThinking

 


 

TIPP

Für alle #PrintLovers, die sich nicht mit ‘irren’ Themen, sondern lieber mit der eigenen #Dummheit (Haha!) beschäftigen wollen, empfehle ich die Lektüre meiens Ad-hoc-Kompediums Print und die Krise auf #Medium.

 

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#BeyondCoronacrisis.001.jpeg

Von Andreas Weber, Head of Transformation

 


Durch die vorausgegangen Beiträge meiner Ad-hoc-Serie „Print und die Krise“ zieht sich als Leitfaden: Die Print-Branche muss radikal umdenken und sich SOFORT umstellen, um ihre ‚Social Culture’ und ihre ‚Skills’ der Situation anzupassen. Vor der Corona-Krise gab es Möglichkeiten und Schlupflöcher, Defizite zu kompensieren. Und so zu kaschieren, dass es ein klaffende Lücke zwischen Kommunikation und Handeln gibt. Das rächt sich jetzt. Die eigentliche #Disruption wird zudem nicht durch Technologie verursacht, sondern liegt in uns selbst und unserer Verhaltensänderung.


 

Gerade hochambitionierte Innovatoren — egal, ob Technik-Entwickler oder auch Druckereien — waren und sind bis dato kaum in der Lage, anschaulich und begreifbar darzustellen, welchen Mehrwert sie tatsächlich leisten (können). Meine Analyse, wie Fach-Kommunikation praktiziert wird, macht ärgerlich und traurig zugleich. Und bietet zugleich Optionen, dies auch satirisch anzupacken. Siehe: „Kein Aprilscherz: Das ‚K‘ in Krise steht für Kreativität!“

Die Lage ist ernst. Sehr ernst!

Wenn Kommunikation in den Firmen, intern wie extern, so miserabel abläuft wie bisher, ist das ein Disaster. Wir brauchen wie dargelegt eine neue #Debattenkultur; dabei geht es nicht nur um kritisches Hinterfragen und schon gar nicht um Kritik der Kritik willen.

Es geht darum zu verhindern, dass Abstrus-Absurdes zur Normalität wird. Wenn beispielsweise ein Vorstandschef behauptet, seine neuen Strategie sei nicht schlecht und schon gar nicht falsch, nur wohl nicht richtig kommuniziert und daher missverstanden worden, ist das ein Armutszeugnis hoch zehn! Für ihn selbst und für sein Management. Erst recht, wenn dann versucht wird, Kritik intrigant zu unterdrücken, und sich zu empören, wenn das von Dritter, unabhängiger Seite bloßgelegt wird.

Denn richtig und zielführend ist, was der Deutsche Ethikrat am 7. April 2020 auf der Bundespressekonferenz darlegte: Gefordert seien in den #Corona-Krisenzeiten neben #Solidarität und #Verantwortungsbewusstsein vor allem offene #Diskussionen. „Ohne öffentliche Debatten kann man kein Vertrauen zurückgewinnen!“, sagte Steffen Augsberg (Quelle: tagesschau.de). Dabei könne man durchaus auch Entscheidungen rückgängig machen, ohne unglaubwürdig zu werden.

Entscheidungen brauchen Klarheit

Um nachhaltige Entscheidungen zielführend zu treffen, muss man sich ohne wenn&aber #Klarheit verschaffen. Für die extrem innovationsgetriebene Druckbranche bedeutet das, nicht wie bisher dem Motto der falschen Propheten zu folgen, die ‚predigen’: „Die Technik wird’s schon richten!“ Denn Technokratie ist genauso gefährlich wie Technik-Ignoranz.

Mein Vorschlag: Jeder für sich und wir alle gemeinsam, sollten Ideen sammeln. Um ausloten, wie wir im Digitalzeitalter trotz aller Turbulenzen bestens profitieren können. Zum einen für unsere Kommunikation, das Go-to-Market und Netzwerken. Zum anderen für die ‚digitale’ Transformation dessen, was wir als #PrintLovers mit unserer Arbeit und unseren Unternehmungen tun.

Den Einstieg zur #Klarheit in Sachen Digitalisierung & Transformation im Digitalzeitalter bietet, was Thomas Göcke gründlich durchdacht, verinnerlicht und publiziert hat sowie im Team mit vielen Kollegen rund um die Welt bereits praktiziert: Digitalisierung und Transformation im Print zu entmystifizieren und anschaulich zu machen, worum es eigentlich geht, um daraus sinnvolle Handlungen abzuleiten. Und zu verdeutlichen, welche Komplexität, welches Momentum und welche Dimensionen dahinterstehen.

Ich erwähne deshalb Thomas Göcke, weil er als Print-Technik-Spezialist mit #Marketing- und #Digitalisierungs-Aufgaben betraut ist und für uns alle, über bloßes Eigen- und Firmendenken hinaus, aufzeigt, was passiert, was beachtet werden muss, welch langen Atem man braucht, um sich zu erneuern und fit für das Digitalzeitalter zu machen. — My POV: Das hilft uns allen in der Print-Branche!

 


INFO-BOX

Folgende Lesetips als Diskussionsgrundlage:

Wie die Digitale Transformation die Druckwelt in die Zukunft führt.

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Kernbotschaft: „Wesentlicher Bestandteil des Rezeptes einer erfolgreichen digitalen Transformation ist der permanente Blick durch die Kundenbrille. Denn nur wenn wir unsere Kunden erfolgreich machen, können auch wir erfolgreich sein.“ 

 


 

So machen Sie Ihr Unternehmen fit für die Digitale Transformation

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Kernbotschaft: „Im Unterschied zur Digitalisierung – die lediglich den Einsatz digitaler Technologien umfasst – beschreibt die Digitale Transformation einen Prozess, bei dem das Entstehen neuer Geschäftsmodelle und eine 100-prozentige Kundenzentrierung im Mittelpunkt steht. Im Ergebnis entstehen Angebote für Kunden, neue Märkte und eine neue Kultur.“

 


 

Wer sich inspiriert fühlt, kann sich aktiv an offenen Diskussionen zu allen relevanten Themen rund um Print beteiligen:

  1. Per Online-Dialog „Over the Skype“ via INKISH.TV (auf englisch, für ein globales Fachpublikum)
  2. Per INKISH.News mit eigenen Blogbeiträgen (auf englisch und via  INKISH D-A-CH auch in deutscher Sprache).

Contact — Send Requests

 


 

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Von Andreas Weber, Head of Sensing

Der wahrhaftige ‚Thought Leader‘ ist nicht der stärkste, reichste, kräftigste. Der, der am lautesten schreit. Es sind die ‚smarten Menschen‘, die die Kunst der ‚Smart Communication‘ verinnerlichten haben. Und die andere mit ihren Botschaften in ihrem tiefsten Inneren berühren können.

Im Beitrag „Print und die Krise (Teil 3): Zuhören, lernen, diskutieren, neu denken und handeln“ habe ich mir über das Wesen von Thought-Leadership Gedanken gemacht. Und am Beispiel von Mark Schaefer gezeigt wie es geht sowie Tipps gegeben. Bleibt nun, anschaulich zu machen, worauf es ankommt.

 

Sorry: Anspruchsvoll. Aber essentiell!

Die für mich zentrale Fragestellung lautet: Wie kommen Botschaften bei uns Menschen an?

Um unsere Kommunikations-Herausforderungen zu bewältigen, empfiehlt sich, dass wir mit den zeitgemäßen Prinzipien der Thought Leadership beschäftigen. Es geht um Wissens-Transfer und bestmögliche Wissens-Aufnahme.

Es gibt eine Reihe neuer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Führungspraxis. Das für unseren Kontext sinnvollste habe ich selektiert.

1. Da ist zunächst das Modell ‚Faktoren des Wohlbefinden mit Dimensionen und Einflussfaktoren‘ gemäß dem israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky. Er hat das Modell des Kohärenzgefühls entwickelt im Kontext mit der Salutogenese, ein nicht nur in der Medizin probates Rahmenkonzept, das sich auf Faktoren und dynamische Wechselwirkungen bezieht, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit führen. 

Denkanstoß: Wer es nicht beachten und beherzigt, stiftet nichts gutes. Die Erkenntnisse nützen im Prinzip jeder Person, die sich der Thought Leadership verpflichtet fühlt.

 



 

2. Der aus Deutschland stammende Wirtschaftswissenschaftler und Forscher am MIT, Dr. Otto Scharmer, wurde vielfach prämiert für seine „Theorie U“, die sich u. a. mit den Bewusstseinsstufen beschäftigt.

Dr. Scharmer unterscheidet drei Stufen:

  • Downloading — passiv (durch Berieselung)
  • Seeing — kognitiv (beginnt mit aktivem Zuhören)
  • Sensing — offen (durch die Empathie)

Denkanstoß: Die beste Form der Kommunikation ist die persönliche, von Mensch zu Mensch, wenn alle drei Bewusstseinsstufen als Ensemble durchlaufen werden; und das, was unter Punkt 3. aufgeführt ist, erfüllt wird. Unsere Herausforderung in Zeiten der physischen Distanz und Kontaktverbote: digitale Kommunikation muss so nah wie möglich an die personal herankommen.


 

3. Der führende deutsche Neurobiologe und Star-Hirnforscher Dr. Gerald Hüther, Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung, nimmt darauf explizit Bezug:

  • Es geht dabei um das Erspüren und Realisieren von Zukunftsperspektiven durch Innovation.
  • Das A + O: Die Schulung unserer eigenen Aufmerksamkeitsfähigkeit.
  • „Wir müssen die Dinge und v. a. auch uns selbst so mögen wie sie sind. Bedingungslos.“
  • „Theorie U von Otto Scharmer ist auch ein geeigneter Weg, um andere Menschen nicht länger als Objekte zu betrachten und zu behandeln, sondern ihnen von Subjekt zu Subjekt zu begegnen.“
  • Wer sich auf diesen Weg begibt, macht eine neue Erfahrung. Er erlebt zunächst sich selbst wieder als Subjekt (das sich zu öffnen und auf sein Gegenüber zuzugehen vermag). Er macht dabei aber auch die Erfahrung, dass dieses Gegenüber eigene Vorstellungen hat und eigene Ziele verfolgt, also ebenfalls ein Subjekt ist.
  • Und indem sich beide dann auf eine Begegnung in dieser jeweils eigenen Subjekthaftigkeit einlassen, machen sie dann beide die Erfahrung, dass sich aus dieser Begegnung und dem offenen Austausch etwas entwickeln kann, was keiner von beiden vorher für möglich gehalten hätte.
  • Von außen lässt sich so ein Prozess beobachten und beschreiben. Aber das Entscheidende in diesem Prozess spielt sich nicht auf dieser sichtbaren Ebene der Beziehung zwischen zwei Menschen ab. Das Entscheidende vollzieht sich dabei – von außen unsichtbar – im Inneren der beiden Personen. Sie machen beide eine neue Erfahrung, die in ihrem jeweiligen Gehirn verankert wird.
  • Wenn diese Erfahrung intensiv genug ist, verfestigt sie sich als eine neue innere Einstellung und Haltung – sich selbst gegenüber und auch dieser anderen Person gegenüber.
  • Die Herausbildung dieser anderen inneren Einstellung ist für mich das Entscheidende. Wenn sie nicht entsteht, kann jemand endlos üben, was Otto Scharmer beschreibt, er oder sie kann sich anstrengen und sich Mühe geben, so sehr es geht. Eine wirkliche Begegnung wird so nicht zustande kommen.
  • Und umgekehrt wird eine Person, der es auf irgendeine Art und Weise gelungen ist, sich selbst wieder zu mögen und die deshalb keine Angst mehr davor hat, sich gegenüber anderen zu öffnen, eine Subjekt-Subjekt-Beziehung eingehen können, ohne dazu irgendeine Anleitung zu brauchen. Sie wird andere einladen, ermutigen und inspirieren können, weil sie nicht nur sich selbst, sondern auch diese anderen Menschen mag, weil sie es spannend, bereichernd und faszinierend findet, zu entdecken, was in ihnen verborgen ist und darauf wartet, sich entfalten zu können.

Quelle: Gerald Hüther im Gespräch mit Daniel Hunziker, Oktober 2019

 


 

MEIN FAZIT

  1. Thought Leadership ist weder Worthülse noch Modebegriff, sondern entspricht fundamentalen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sich um Kohärenzgefühl, Aufmerksamkeitsfähigkeit und letzlich das Wohlbefinden ranken.
  2. Thought Leadership fällt nicht vom Himmel. Sie basiert auf allem, was es möglich macht Menschen zu berühren, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und zu erhalten. Und führt dazu, nicht wie bis dato per Massenkommunikation und Information-Overload zum Objekt zu machen, sondern durch Smart Communication Subjekt-Subjekt-Beziehungen von Mensch zu Mensch zu pflegen.
  3. Thought-Leadership durch smarte Menschen muss sich in der jetzigen heftigen Krise durch die sinnvolle Nutzung von digitalen Kommunikations-Möglichkeiten beweisen: Vom Video-Chat bis hin zu Social-Media-Kommunikation findet per Downloading das Seeing und Sensing statt. Wunderbar.

 


 

TIPP

Ich empfehle als Lektüre ein Video von mir auf YouTube, inkl. einer einfachen Checkliste, um ‚The Beauty of Smart Communication‘ besser zu begreifen: “ValueCheck! How smart communication should be .. (2006-2014)”

 


 

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Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen. — Chinesisch-Niederländische (!) Weisheit

Von Andreas Weber, Head of Humanity

„Jetzt bleiben wir doch mal sachlich…“ — Hört sich gut an. Führt aber zu wenig. Wir brauchen eine ‚Neue Sachlichkeit‘!

Sachlich wäre zu sagen: OK. Wir haben die schwerste Krise unserer Gegenwart. Jetzt müssen wir vor allen Dingen schauen, wie wir da einigermaßen heil wieder rauskommen, um weiter machen zu können wie bisher.

‚Neu-sachlich‘ Agieren heisst: Thought-Leadership („Meinungsführerschaft“) übernehmen und praktizieren. Mit der Ausgangsüberlegung: Wenn uns die Krise so kalt erwischen konnte und es uns ad hoc umhaut, war das, was wir bislang gemacht haben, richtig, weil lebenswichtig und/oder werthaltig?

Momentan ergibt sich bei vielen Unternehmen verständlicherweise ein Bild der Unruhe, Angst, bisweilen Hilflosigkeit. Notfallpläne werden geschmiedet. Getragen von der Hoffnung darauf irgendwie gerettet werden zu können.

Weitermachen wie bisher, ist das ein probates Ziel? Wohl kaum

Durch die Krise entsteht die Katharsis

Keine Frage: COVID-19 fegt über uns hinweg wie ein gigantisches Feuer zur Brandrodung. Zwar brennt uns bildlich gesprochen schon die Hütte, es sieht aber alles noch aus, wie wir es kennen, nur menschenleerer, ruhiger, zu häuslicher Gemeinschaft im engsten Kreis verdonnert. Doch der Schrecken und auch die Existenzangst sitzen tief.

Auswege bieten sich. Der US-Marketing-Vordenker, Keynote Speaker und Bestsellerautor Mark Schaefer wird nicht müde, seine Idee des „Embrace the Chaos“ zu kommunizieren und zu diskutieren. Sogar seit letzter Woche, als er einen COVID-19-Positiv-Test-Bescheid bekam.  Er steht via LinkedIn, Facebook und seinem Blog Rede und Antwort. Mark entwickelt im Gespräch mit hunderten und tausenden in Echtzeit neue Ideen. Und bietet mit kritischer Wachsamkeit kluge Ratschläge. Klug dadurch, dass er zuhören kann, durch Gespräche lernt, Bemerkungen anderer ernst nimmt, durchdenkt, bewertet und mit seinem Wissen abgleicht, um dieses dann anzureichern und mit anderen wiederum zu teilen.

In der Antike nannten das, was Mark Schaefer so leidenschaftlich betreibt,  Philosophen ‚das dialektische Prinzip’. Damals hat ein Autor nicht einfach seinen Inhalt publiziert und dann auf die KPIs geachtet (haha). Sondern er machte im kleinen Kreis mit seinen Peer-Groups Testlesungen. Um konstruktive Kritik zu erfahren, ggf. Änderungen vorzunehmen und so die Publikationsreife zu erlangen. Die Ergebnisse kennen wir: Es gibt zahllose Schriften die uns bis heute erhalten und lesenswert sind. Darauf besucht auch unser humanistisches Weltbild.

Nagelprobe: Schauen wir uns im WWW oder per Social Media Plattformen an, was zur Zeit von Unternehmenslenkern selbst oder im Auftrag publiziert wird, so ließt sich vieles ‚sachlich‘, wie ein Medikamenten-Beipackzettel. Alles und jedes wird OBJEKTIVIERT. Wo ist aber das Herzliche, das für uns Menschen gemachte? Wir als Menschen sind keine Objekte, sondern wir wollen als Subjekte wahrgenommen werden. Ist das nicht so, verfehlt es die Wirkung und kann uns im schlimmsten Fall krank machen.

Das Gegenteil von GUT ist GUTGEMEINT!

Die ‚neue Sachlichkeit‘ per Thought-Leadership stellt vor dem Reden und Handeln das ‚Zuhören können‘ in den Fokus. Um das zu können, muss man einfachste Grundprinzipien verstehen und beherzigen:

  1. Achtsamkeit, Transparenz und kritisches Denken kultivieren.
  2. Plumpes Männer-/Macho-Gehabe sein lassen. Und endlich Frauen als lebenswichtig akzeptieren und nicht weiter klein halten wollen.
  3. Be.More.Human: Wir haben es nicht mit ‚der Mitarbeiterschaft‘, ‚den Kunden‘, den ‚Anlegern/Investoren‘, ‚den Lieferanten‘ usw. zu tun. Sondern immer mit Menschen und Persönlichkeiten.
  4. Beziehungsfähigkeit ausbauen, über persönliche Kontakte, Peer-Groups, bei Kontaktverbot vorzugsweise über Social Media-Plattformen.
  5. Relevante Botschaften finden, die bei Menschen ankommen (können). Stichwort: Smart Communication (siehe LektüreTipp unten!).
  6. Im Idealfall: Knowledge-Worker werden.
  7. Das Prinzip der Hermeneutik verinnerlichen. Es geht immer um die Sinnhaftigkeit unseres Handeln und Tun. Weniger für uns selbst, sondern für uns alle.

Fortsetzung folgt!

PS: In der Zwischenzeit empfehle ich als Lektüre ein Video von mir auf YouTube, inkl. einer einfachen Checkliste, um ‚The Beauty of Smart Communication‘ besser zu begreifen: “ValueCheck! How smart communication should be .. (2006-2014)”

#criticaldistance.001

In Memoriam Hajo Friedrichs. Fotos: Wikipedia

Ein offener Appell von Andreas Weber, Head of Critizism | English version via INKISK.NEWS

 

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ — Hanns Joachim „Hajo“ Friedrichs, Nestor des Nachrichtenwesens

Seit über 30 Jahren arbeite ich als Journalist, Publizist und Analyst. Menschen wie Hajo Friedrichs hatten für mich stets Leitfunktion. Auch und gerade als ich vorübergehend Marketing-, Kommunikations- und Managementaufgaben sowie Verleger- und Chefredaktions-Tätigkeiten übernahm.

Als ich nach dem Studium und früher Selbständigkeit mit 28 Jahren meine erste Festanstellung als Fach-Redakteur bei Der Polygraph in Frankfurt am Main — der damals führenden Print-Fachzeitschrift mit der weltweit besten Reputation — antreten durfte, eröffnete sich mir eine wunderbare Welt. Es wurde intensiv der Kontakt zu Lesern gepflegt, tolle Menschen aus Druckereien, der Typografie-Szene und der Zulieferindustrie.

Erst die Freude, dann der Schock!

Umso größer war mein Schock, als ich, der unerfahrene Jungspund, in Vertretung des Chefredakteurs einen Top-Termin wahrnehmen durfte. Geladen hatte ein global führendes Druck-Technologie-Unternehmen zur Inbetriebnahme einer neuen, damals bahnbrechenden Produktionsanlage.

Ich war begeistert. Als wir uns verabschiedeten, sah ich, dass der PR-Chef (in Personalunion auch der Werbeleiter!) allen anwesenden Chefredakteuren ein Kuvert überreichte. Ich bekam auch eines und steckte es erstmal ein, während alle anderen dies wohl gewohnt waren, und gleich die Umschläge öffneten, reinschauten und einsteckten. Erst zuhause sah ich nach. Und bekam Schnappatmung. Im Kuvert lag ein Brief, dessen Inhalt strikt darauf hinwies, dass man sich bei der Fach-Berichterstattung minutiös an den vorgegebenen Pressetext zu halten habe. Und als Anlage gab es einen Barcheck über 500,00 Deutsche Mark.

Ich war so verschreckt, dass ich mich mit einem väterlichen Freund besprechen musste. Der sagte: Ja, so etwas wird gerne gemacht seitens der Industrie. Und ein Barscheck sei smart, um Dinge bestmöglich zu vertuschen. Ich war sprachlos, widerstand aber der Versuchung tapfer.

Kein Tanz ums Goldene Kalb!

Warum schildere ich das? Weil es für mich eine Zäsur darstellte. Ich verliess den Verlag alsbald und wechselte das Lager. In meiner Funktion als Marketing-Kommunikationschef eines global führenden Zulieferers für Druckvorstufen-Technik (ja, das gabs damals!) machte ich alles radikal anders.

Statt „Zuckerbrot und Peitsche“ setzte ich auf offene Kommunikation (ich nahm den Wettbewerb in meinen Presseverteiler auf, damit die armen Kollegen sich nicht hintenrum mühsam und heimlich diese besorgen mussten). Ich scheute keine Debatte und bat als erstes unsere Verkäufer, unsere Kunden und die Fachpressekollegen hemmungslos zu kritisieren, was wir, unsere Firma falsch machen. Ich habe mich vor Ort mit vielen getroffen.

Das war wie ein Dammbruch der Erleichterung. Und brachte uns extrem nach vorne. In kürzester Zeit. Das damals (1989) in Deutschland führende DTP-Magazin widmete uns ein Titelstory mit 10 Seiten Inhalt. Warum? Ich hatte dem Chefredakteur angeboten, zu uns zu kommen, mit der Deutschland-Geschäftsführung persönlich zu sprechen sowie Kontakte zum Headquarter und auch zur Produktentwicklung in den USA hergestellt. Getreu dem Motto: #VolleTransparenz #NullBackschisch. Der Deal: Er konnte fragen, was er wollte. Und er bekam konkrete Antworten. Wir weckten bei dem Chefredakteur und seinem Team die Achtsamkeit. Und begegneten uns mit Respekt. Ohne in Kumpanei zu verfallen. #Basta!

Der Chefredakteur rief mich nach Veröffentlichung an, um erschüttert und verärgert zu berichten, dass er einen unfassbaren Anruf vom Kommunikationsleiter unseres Hauptwettbewerbers erhalten hatte. Die Frage war: „Was kostet so eine Story bei Ihnen?“

Wie gesagt, das alles ist rund 30 Jahre her. Kann man aber sagen, das es heute besser ist?  Alle haben sich ja den Regeln der Corporate Governance anpasst.

Doch folgendes als Fakt:

  1. Das Leserinteresse an den meisten Print-Fachzeitschriften hat einen historischen Tiefpunkt erreicht.
  2. Viele Titel sind verschwunden.
  3. Dank der massiven Beauftragung von PR-Agenturen und der ubiquitären Verteilung von Pressemeldungen (über eigene Websites, Presseportale, eNewsletters etc.) sind die Fachmedien quasi gleichgeschaltet.
  4. Nur solche (leider wenige) Print-Fach-Titel sind noch beliebt, vor allem bei Lesern, die einen hohen Anteil eigenrecherchierter Stories bieten.
  5. Jetzt in der Krise – wie auch schon zuvor — sind die meisten Redaktionen sprachlos. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ihre Anzeigenkunden keine #badnews lesen wollen.

Copy&Paste als Maxime?

Die allermeisten Fachtitel arbeiten nach dem Copy&Paste-Prinzip. Man muss sich nur anschauen, wie das jüngste, vom Inhalt her einwandfrei gehaltene Interview der drupa-Direktion zum Ausblick auf die drupa2021, nun mehr weltweit viele Autoren hat. Kollegen nehmen die Textvorlage, ändern wenn überhaupt nur wenig, zeichnen sogar zum Teil mit ihrem Namen und publizieren es in ihren Titeln. Hinterfragt wird kaum etwas.

Hinzu kommt, folgendes, was ich original aus einem Email von letzter Woche von einer international arbeitenden PR-Agentur zitiere:

„The article – available in English, German, French, Italian, Spanish, Chinese and Japanese (Russian coming soon) – as well as images can be downloaded from the XY pressroom at |LINK|

Thank you very much in advance for publishing this article and sending us the respective magazine and/or link.  Should you have any questions or need additional material, please don’t hesitate to contact us at [Email]“

Das passt natürlich zur gängigen Praxis: Firmen laden seit langem in die schönsten Locations der Welt ein, stellen neues vor, haben alle Publikationsmaterialen für Copy&Paste bestens vorbereitet. Organisieren Gala-Diners, zahlen die Reise- und Übernachtungskosten, auch wenn Presseteilnehmer etwas länger bleiben wollen. (Und diese erfreuen sich an der Flugmeilengutschriften)

MyTake

Das PR-Gehabe und der Umgang mit der Fachpresse ist erstens zutiefst unethisch resp. presserechtlich bedenklich und zweitens überhaupt nicht zielführend.

Das Makabre: Die wenigen, die im Dienst der Leser eigenständig recherchieren, neues wagen, kritisch hinterfragen und kommentieren, werden noch als die Bösen, die Miesmacher, die Nestbeschmutzer attackiert. Das jedoch NICHT mit offenem Visier, NICHT per offenem Dialog; sondern hinter vorgehaltener Hand werden Beschwerden geführt, in einem jüngsten Fall wurde unter Kollegen sogar zum Boykott aufgerufen! Geht’s noch?

Ich bin sicher — und das ist das Gute im Schlechten — die COVID-19-Krise wird hier eine Flurbereinigung vornehmen. Weil es auf einmal zählt, nicht opportun und gefällig zu sein, sondern systemrelevant. Durch Achtsamkeit, kritisches Denken, kritische Distanz und begeistertes Publizieren.

Wer sich jetzt mit mir duellieren will, kann dies gerne nach dem Aufheben des Kontaktverbots tun. Ich wähle als alter Fechter den Säbel! — Mit allen anderen bleibe ich wie bisher auf das Herzlichste verbunden.

 


 

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Von Andreas Weber, Head of Confidence

 

„Die Erfolgsformel für gute wie auch schlechte Zeiten: Mit wahrhaftiger Zuversicht völlige Klarheit schaffen, um durch maximale Kreativität die richtigen Entscheidungen treffen und adäquat kommunizieren zu können.“ — Andreas Weber

In Krisenzeiten gilt eigentlich immer das gleiche Prinzip: Mit der „McKinsey-Machete“ alles kappen, was schnell gekappt werden kann. Marketing- und Werbe-Ausgaben, Mitarbeiter, Standorte/Produktionsstätten, unrentables im Portfolio und anderes mehr. Doch reicht das?

Bei vielen, die abrupt durch Unvorhergesehenes in die sofortige Existenzkrise geraten, hat vorher schon einiges nicht gestimmt. Man hat sich quasi durch geschummelt, hat sich vor ‚bösen‘, weil gravierenden Entscheidungen gedrückt, und wollte sich nicht offen der Realität stellen. Und schon gar nicht Schwäche zeigen. Oder Fehler eingestehen.

Entscheidungen richtig zu treffen, ist aber überlebenswichtig. Im Persönlichen wie im geschäftlichen, ganz zu Schweigen von Politik und Gesellschaft.

Im Prinzip bilden Intuition, Empathie und gute Konversationen die beste Basis. Und das Befolgen von Erkenntnissen, die von uns als Menschen für Menschen gemacht werden.

Meine Empfehlung

Statt nur auf die McKinseys dieser Welt zu hören, sollte man dem klugen Rat von Hirnforschern und Psychologen folgen. Dr. Gerald Hüther, Neurologe und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung, spricht einfach anzuwendende Empfehlungen aus für das Erspüren und Realisieren von Zukunftsperspektiven durch Innovation. U. a. sind zwei seiner wichtige Ratschläge relevant:

  1. Das A + O: Die Schulung unserer eigenen Aufmerksamkeitsfähigkeit.
  2. Wir müssen die Dinge und v. a. auch uns selbst so mögen wie sie sind. Bedingungslos.

Diplom-Psychologin Silke Brand empfiehlt als Programmatik, sich aufs Menschsein zu fokussieren. Ihr Thema: „Hilfe für die Seele“. Ihre Kernbotschaft: „Wir alle befinden uns in einer Ausnahmesituation. Zentrale Grundbedürfnisse wie Sicherheit, Kontakt, Autonomie und Spaß können nicht mehr so wie vorher ausgelebt werden.“ — Was aber tun?

Ihr wichtigster Rat: Klarheit schaffen, durch aufspüren, sichten, bewerten, diskutieren von Fakten und relevanten Informationen. Erst dann sei es möglich, volle Kreativität zu entfalten, die unverzichtbar ist, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, die kurz-, mittel- und langfristig Erfolg bringen. Sie setzt auf Synchronizität, Verbündete zu finden, Meditation. Und: Gute Wünsche! Klingt einfach. Wirkt enorm. Also ran. #Mindchange #BeMoreHuman

 


 

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