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01-Alle Vier Akteure

RLP Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt (2.v.l.) mit Andreas Weber und dem Künstler-Duo Verena Reinmann und Christian Reinmann (rechts)

Vortrag von Andreas Weber
im Abgeordnetenhaus des Landtags von Rheinland-Pfalz

 

Reinmann & Reinmann — Das raffinierte Urgestein der rheinland-pfälzischen Kunst- und Kulturszene

Meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Vizepräsidentin Astrid Schmitt, liebes Künstler-Duo Verena Reinmann und Christian Reinmann! 

„Worauf wir stehen …“ impliziert zunächst, dass wir den Blick bewusst zum Boden führen. Oder aber, dass wir intuitiv die Augen schließen, um den Untergrund zu erspüren. Beides dient der Orientierung und Standpunkt-Bestimmung. 

Und beides kreiert dieses besondere Spannungsfeld zwischen Erkenntnis durch den Intellekt und das instinktive Fühlen, das sich heute durch diese Ausstellung für uns in einzigartiger Weise darstellt. 

Ministerpräsidentin Malu Dreyer äußerte zum Jubiläumsfest des Bundeslandes Rheinland-Pfalz am 18. Mai 2022: „Die Vielfalt der Menschen und Regionen ist der Schatz unseres Landes.“ Menschen prägen eine Region, nachdem zuvor Regionen Menschen geprägt hatten. Mit dem römischen Erbe in Trier und Mainz erhielten wir hierzulande eine großartige Mitgift auf dem Weg in die kulturelle Entwicklung unserer Region. Rheinland-Pfalz war ein Schmelztiegel der Kulturen – gestaltet von Menschen aus vielen Ländern. 

Vielfalt ermöglicht oder besser bedingt Perspektivwechsel, so die Botschaft von Reinmann & Reinmann durch die hier ausgestellten Werke. 

Unser gemeinsamer Freund, der Kunsthistoriker Dr. Otto Martin, über Jahrzehnte in Mainz aktiv, vor allem mit dem Kunstverein Eisenturm, hat sich mit der Reinmann’schen Kunst intensiv auseinander gesetzt. Und führt an: „Für mich sind (diese) Arbeiten eine Hommage an die Natur – nicht auf direktem Wege, nein – in abstrakten Kompositionen, die an Archetypen der Landschaft erinnern, es baut sich etwas Auratisches zum Topos Landschaft auf, etwas Immerwährendes in innerer Stimmigkeit des Kunstwerks – etwas, das an die gute alte Harmonie im Kunstwerk denken lässt, nicht zuletzt auch formal unterstützt durch die Ausgewogenheit des oft gewählten Quadrates als Bildformat – diese können dadurch wie Module eingesetzt werden und ungeahnte Mobilität in Serien entfalten: zum ewig-kreativen Spiel!“ (Quelle: Vortrag vom Oktober 2014 zur Ausstellung Christian Reinmann „Spiegel der Erinnerung“ in der Mainzer Akademie der Wissenschaft und der Literatur, nachzulesen auf der Website von Christian Reinmann).

Und in der Tat, die Aura der hier versammelten Bildwerke und der noch in den Ateliers des Künstler-Duos versammelten Schätze hat mich sofort gepackt. Warum? Ich bin in der Pfalz großgeworden und 1978 nach Mainz umgesiedelt (wohl ungefähr zu der Zeit, als Verena Reinmann und Christian Reinmann ihr schönes Haus in Bodenheim bezogen haben). Das heisst, vom Kleinkind-Alter an, habe ich zunächst auf allen Vieren und später durch aufrechten Gang die Regionen, die Landschaften, die Natur erkundet. Teil meines Grundschul-Unterrichts in Kaiserslautern war, auf dem Feld bei der Kartoffelernte zu helfen. Noch heute ist mir das sinnhaft im Bewusstsein. Der Geruch der Erde, die Farbe und Beschaffenheit des Erdreiches der Ackerflächen auf dem Seß (wohl heute längst überbaut!), die mit Erdreich umgarnten Kartoffeln…

Mir war es sozusagen in die Wiege gelegt, die Regionen in RLP und ihren Naturreichtum zu erkunden. Durch die hier versammelten Bildwerke kann sich dieser persönliche Erinnerungs-Horizont aber entscheidend erweitern. 

 

 

Zur Erde — Zu Sand — Zur Kunst

Verena Reinmann und Christian Reinmann – ein leidenschaftliches Künstler-Duo – zwei Kreativ-Charaktere. Das zeigt sich, wie differenziert sie bei ihrer künstlerischen Arbeit mit ihrem Lieblingsmaterial aus der Natur umgehen. Aus Nah und Fern haben sie inzwischen eine weltweite, kunstvoll bearbeitete Sammlung von Originalsanden und -erden zusammengetragen. Der Ankerpunkt war aber immer Rheinland-Pfalz, das zur Heimat geworden ist. Dafür spricht insbesondere die ausdrucksstarke, als Tableau angelegte fünfteilige Bildkomposition, die Verena Reinmann zum 75-jährigen Bestehen des Landes geschaffen hat. 

Hier bietet sich ein einzigartiges Kaleidoskop an Erden und Sanden aus dem ganzen Land. Vom höchsten bis zum tiefsten Punkt, von Ost nach West und Nord nach Süd. Die Künstlerin nutzt dabei ihr kreativ-detektivisches Präzisions-Talent, ihre Sammel- und Dokumentationsleidenschaft, um Vorhandenes, eigentlich für uns alle Zugängliches, in einen unnachahmlichen künstlerischen Kontext zu stellen. Ihr Thema: „Worauf wir stehen“. Ihre Intention: Das Bewusstsein für die Schönheit unter unseren Füßen schärfen, sozusagen eine besondere, visuell-haptische Achtsamkeits-Erfahrung zu schaffen. 

Übrigens: Die wohl exklusivste Erd-Probe in der Kollektion von Verena Reinmann stammt vom Nordpol, geborgen in mehr als 4.000 m Tiefe.

Bedenkt man, dass unser leidenschaftliches Künstlerpaar global aktiv ist, so hat das Werk zum Rheinland-Pfalz-Jubiläum eine besonders strahlende Bedeutung. Die vielfältige Farbenkraft wirkt sogar für uns Lokalpatrioten unvermutet. Starke, intensive, mitunter bunte Farbigkeit verorten wir doch eher in der Karibik, in Afrika oder auch im orientalischen Raum. Aber weit gefehlt. – Und on top: Dieser Farb-Dynamik setzen die streng geometrischen Rahmenflächen eine Grenze, die hilft, die Vielfalt einzuordnen. 

 

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Sande und Erden (im Bild eine kleine Auswahl) aus aller Welt bilden das Roh-Material für die Kunstwerke von Verena Reinmann und Christian Reinmann.

 

Wenden wir uns kurz nochmal dem Gesamtbild der Ausstellung zu. Wir sehen die Werke zweier Künstler, die farbige Sande und Erden als Basis für ihr künstlerisches Schaffen nutzen. Und dabei zu ganz unterschiedlichen Gestaltungsansätzen finden, die gar nicht so leicht zu fassen sind, und uns beim Betrachten geradezu verblüffen. 

Und mich ganz eindrücklich berühren. — Nach meinem Atelierbesuch Ende Oktober, zur Einstimmung auf den heutigen Abend, kam mir spontan in den Sinn: 

Wenn man die Werke der beiden in andere Kunstgattungen transformieren könnte, so steht für mich die Arbeit von Verena Reinmann für Poesie, Lyrik – zum Beispiel im Sinne des Goethe’schen Impetus (Faust 1):

„Werd ich zum Augenblicke sagen:

Verweile doch! du bist so schön!

Dann magst du mich in Fesseln schlagen,

Dann will ich gern zugrunde gehn!“

Dahinter verbirgt sich das Streben nach Erkenntnis, die Suche nach Wissen und auch die damit verbundene Unrast und bisweilen auch Unzufriedenheit.

In Frage kommt auch die Anlehnung an Rainer Maria Rilkes „Sonette an Orpheus“ (publiziert 1922, Erster Teil, IV. Sonett): „Fürchtet euch nicht zu leiden, die Schwere, gebt sie zurück an der Erde Gewicht; schwer sind die Berge, schwer sind die Meere.“

Rilke sah seine Arbeit ja nicht als von spontaner Eingebung getrieben, sondern als Ergebnis akribischer, hoch präziser, intensiver Arbeit. Ganz klar ein Berührungspunkt mit Verena Reinmann – sicher finden sich ebensolche mit Dichterinnen wie Annette von Droste-Hülsdorff oder Ingeborg Bachmann.

Bei Christian Reinmann kam mir in den Sinn, dass er literarisch gesehen ein Geschichtenerzähler wäre, ein Romancier — vielleicht sogar gekoppelt mit Musik von Leonard Cohen, dessen Titel Hallelujah von 1984 gerade eine Renaissance feiert. Aber auch Gustav Mahler oder Antonín Dvořák kämen m. E. in Betracht. – Denken wir aber wieder literarisch. Mir kommt in den Sinn: Carl Zuckmayer, in Nackenheim, also in Nachbarschaft zum Rein-mann’schen Wohnort geboren: „Man steht am Ende der Welt und zugleich an ihrem Ursprung, an ihrem Anbeginn und in ihrer Mitte“, wie Zuckmayer 1966 in seiner Autobiografie „Als wärs eine Stück von mir“ schrieb.

Nicht durch Zufall hat Christian Reinmann aus meiner Sicht den lesens- bzw. hörenswerten Text tituliert „Christian Reinmann – Zu meinen Arbeiten“ verfasst, den ich vortragen möchte:

„In meinen ungegenständlichen Bildern sehe ich oft Erinnerungen an die auf vielen Reisen erlebten faszinierenden Wüstenlandschaften und vulkanischen Gebiete gespiegelt. Die Arbeiten bilden keine konkreten Wirklichkeiten, keine bestimmten Landschaften ab. Es sind Erinnerungsspuren, die in der Bildgestaltung ihren Niederschlag finden – als formale oder stimmungsmäßige Elemente. So finden die Eigenarten und Schönheiten rauer Natur ihren Ausdruck aber auch die in vielen Landschaften sichtbaren Verletzungen der Umwelt durch Eingriffe des Menschen oder durch Naturkatastrophen. 

Meine Bilder – auf Leinwand oder Papier – sind in ihren Oberflächen meist von einer ausgeprägten Materialität bestimmt. Dabei spielt Sand unterschiedlicher Herkunft, Körnung und Farbe eine wesentliche Rolle als strukturgebendes Element. Als Basismedium der aus vielen Schichten aufgebauten Arbeiten dient oft ein speziell gehärtetes Gipsmischmaterial – bei der Überarbeitung kommen selbstgewonnene Naturpigmente, seltener auch Acrylfarben, zum Einsatz. Mit den starken Strukturen, Zerklüftungen und den erdigen, naturhaften Farbtönen versuche ich im Idealfall eine ‚eigene Natur‘ zu formen.“

Wie gesagt, hat Dr. Otto Martin eine umfassende kunsthistorische Einordnung der Arbeit von Christian Reinmann beim eingangs genannten Vortrag in der Akademie vorgenommen — von der Art Brut über Jean Dubuffets Intention “die Materie zum Sprechen zu bringen” zum Spanier Antonio Tapies. Bemerkenswert erscheint mir zudem folgendes zum Werk selbst, ich zitiere Dr. Otto Martin: 

Seine Bilder locken uns in einen andauernden Prozess zwischen genauer sinnlicher Wahrnehmung bis hin zum Tasten der Reflexion dieser Wahrnehmung und dem möglichen Bedeutungsumfeld. Dies obliegt weitgehend demjenigen, der sich auf den Prozess des Dialogs mit dem Kunstwerk einlässt. Dabei ist auch die Beschränkung auf Formal-Ästhetisches ein weiteres Erlebnisfeld.

(…)

Manche der Bildoberflächen erscheinen wie Bodenprofile – etwa die kleinen Landschaften, nahezu Assemblagen sind es, die im vergleichenden Blick auf die Natur eine Kraft entwickeln, als seien sie gerade geologischen Formationen entnommen. Man denkt an den sogenannten Lackabzug, an ein Verfahren, das die naturgetreue Bergung von Lockergesteinen erlaubt. Ein Erdschichtenbild entsteht, das naturgetreu, jedoch spiegelbildlich einen Ausschnitt der Ablagerungen in lockeren Sedimenten wiedergibt. In aufwändigen Arbeitsschritten werden mit Hilfe von Kunstharzen und Lacken dünne aber farbgetreue Schichten aus dem Grund herauspräpariert.“

Soweit Dr. Otto Martin. – Eine Beobachtung bzw. ein Erlebnis von mir schließt sich an: Im lichtdurchfluteten Atelier – umgeben von Ortschaft und Weinbergen – änderte sich meine Wahrnehmung der einzelnen Bildwerke mit ihren und durch ihre spezifischen Pigmente aus Sanden und Erden immerfort. Das heisst, die Werke bekommen je nach Lichtstimmung einen neuen Charakter und geben optisch wie spirituell immer mehr Inhalte frei. So wird das Betrachten zur sinnlich-experimentellen Erlebnistour, die nie enden will.

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Lenken wir zum Abschluss nochmals das Augenmerk auf das Tableau von Verena Reinmann zum 75-jährigen Jubiläum des Landes Rheinland-Pfalz. Sie erläutert detailgenau (und hier am Original-Werk per Skript nachzulesen) einige Beispiele für interessante Orte des Landes RLP.

Ich zitiere aus der Dokumentation von Verena Reinmann: „Bei den 133 Fundorten und über 270 Fundstellen in den Mosaikquadraten spielen nicht nur die vielen Farbvariationen der Erden eine Rolle, es sind auch herausragende geologische, geographische, historische, kulturgeschichtliche oder sonstige interessante Punkte des Landes Rheinland-Pfalz.

So zum Beispiel:

  • der Kastanienberg bei Neustadt, auf dem sich das Hambacher Schloss erhebt, das seit 1832 als Ort der Wiege der deutschen Demokratie gilt
  • am Rhein, direkt bei der Loreley-Statue
  • die Nationalen Geotope wie der „Druidenstein” im Westerwald oder der „Teufelstisch” in der Pfalz
  • die Fossilfundstätten wie das „Eckfelder Maar” in der Eifel oder die „Trift” in Rheinhessen
  • der steilste Weinberg Europas, der „Bremmer Calmont“ an der Mosel
  • ,,die Glöck“ in Nierstein a. Rh., die älteste dokumentierte Weinbergslage in Deutschland aus dem Jahr 742
  • der höchste Kaltwassergeysir der Welt in Andernach-Namedy
  • das einzige Felsenkloster nördlich der Alpen, die „Felseneremitage“ in Bretzenheim/Nahe
  • der höchste und niedrigste Punkt von RLP, der „Erbeskopf“ im Hunsrück und die Kalkgrube der Firma „Schaefer-Kalk” in Hahnstätten im Rhein-Lahn-Kreis (in die Grube passt sogar der Kölner Dom!)
  • die vielen unterschiedlichen Farbnuancen der wirtschaftlich bedeutenden Tonerden im Westerwald
  • aus der römischen Geschichte des Landes, der alte römische Steinbruch „Kriemhildenstuhl” in Bad Dürkheim oder auch
  • die Original-Tonerde, die die größte römische Töpferwerkstatt nördlich der Alpen verwendete; in Rheinzabern wurde das berühmte römische Terra-Sigillata-Geschirr gefertigt
  • das Material vom Mittelpunkt von Rheinland-Pfalz sowie von dem nördlichsten, südlichsten, östlichsten und westlichsten Ort des Landes.“

Soweit die Erläuterungen von Verena Reinmann zu den Highlights. Wenn Sie die umfangreiche Gesamtliste, die hier ausliegt, nachlesen – von Alsheim bis Zeller-Hamm – werden sie mit Freude erkennen, wieviel und welche Schätze es hierzulande zu entdecken gilt. 

Oder, wie Dr. Otto Martin in seinem genannten Vortrag so trefflich formulierte: „Es geht nicht um ein Verstehen auf die Schnelle, um ein befriedigendes Wiedererkennen, sondern es geht um den immer wieder neuen Austausch zwischen Betrachter und Bild – wenn dies gelingt, dann ereignet sich Kunst.“

In diesem Sinne: Auf in den Dialog mit Kunst und Künstler-Paar. Meine Frage wäre: Wie seid ihr darauf gekommen, das, was ihr macht, so zu tun wie ihr es macht?

Vielen Dank für ihre geduldige Aufmerksamkeit. Und Dank an den Landtag und die Organisatoren dieser gelungene Ausstellung. 

 

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Die Ausstellung läuft bis zum 6. Januar 2023. Mo–Fr 8.00 bis 20.00 Uhr, SA 10.00 bs 16.00

 


 

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Valy Wahl (links), Kurator Andreas Koridass und Renate Ott im Dialog mit dem Publikum.

Von Andreas Weber

Eine fulminante  Ausstellungseröffnung im Rahmen eines Gottesdientes? Das hat es bis dato nur selten gegeben — und schon gar nicht so herausragend inszeniert und alle Teilnehmer nachhaltig inspiriert. Wir Dabeigewesenen sehen jetzt Kunst ganz anders, eingebunden in unseren Alltag, unser Innerstes und das schöpferische Miteinander.

Für mich daher Anlass, einen Bericht der besonderen Art zu erstellen. Ohne viele Worte. Mit ganz vielen Bildern und Video-Impressionen. Anknüpfend an die Vorankündigung hier im Blog.

Ich bin erfüllt mit übergroßem, herzlichen Dank an alle Beteiligten: Valy Wahl mit ihren malerischen Bildwesen, Renate Ott mit ihren Skulpturen; Pfarrerin Sabine Feucht-Münch für ihre herausragende Predigt und Einführung in die Ausstellung; Andreas Koridass für seine engagierte Kurator-Tätigkeit; dem Gospelchor ‚Sound connection‘ unter Leitung von Markus Brückner für seine mitreissenden Darbietungen. Und dem Publikum, der gemeinde für ihr hohes Interesse. — Summa summarum: ZWISCHEN hat den Blick für Menschlichkeit, Kultur, Glaube, Liebe, Hoffnung und vieles mehr erweitert. Gut so!


 

Valy Wahl hatte ad hoc, am Vorabend, weil sie nicht schlafen konnte, eine kurze, zündende und ergreifende Ansprache vorbereitet. Hier neben dem Video der Wortlaut.

„Ich lebe zwischen Wld und Wein.

Also zwischen dem wunderbaren, leider so kranken Wald der Pfalz und der fast gesunden Steppe Rheinhessens.

Zwischen Wald und Wein entstehen Bildwesen — Valy.

Zwischen dem Laub und den Baumstämmen der Buche flutet das Licht, das die Augen erfrischt.

Zwischen den Händen rieselt der rote Sand wie Zimt.

Die Farbe ROT begleitet mich von Kaiserslautern bis Mainz (Rote Teufel des 1. FCK bis zu Mainz 05…)

Jedoch zwischen dem Grün, mit seinen Tiefen des Waldes und dem Grün, mit seinen Höhen der sonnigen Weinstöcke, reifen Früchte der imaginären Kunst.

Zwischen Renate und mir entstehen mit und durch unsere unterschiedlichen Werke gedankliche Gemeinsamkeiten.

Das macht stark!


 

Kurzvideos

‘Chor-Probe’ (1)

 

‘Chor-Probe’ (2)

 

Einführung in die Ausstellung durch Pfarrerin Sabine Feucht-Münch

 


 

Bildimpressionen

 

 


 

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Valy Wahl (links) und Renate Ott im Mainzer Eisenturm. Foto: Andreas Weber

 

Von Andreas Weber, Frankfurt am Main

Twilight Zone ist der Name einer herausragenden Kult-Sendung des US-TV. Die Anthologie-Fernsehserie der 1950er- und 1960er-Jahre mit Mystery- und Science-Fiction-Elementen sowie damals innovativem und wegweisendem Konzept, ist bis heute unerreicht. — Verblüffend: Der Künstler, der als Bühnenbildner visuell Regie führte, ist bis heute nicht bekannt. Ein Mysterium im doppelten Sinn. — Daran anknüpfend, aber das Thema auf eine andere Ebene transformierend, gelingt mit der Ausstellung „ZWISCHEN“ am 8. September 2019 in Mainz-Hechtsheim.

Die Künstlerinnen Valy Wahl und Renate Ott inszenieren ein Thema im besonderen Ambiente (dem Gemeindehaus der Evangelischen Kirche auf der Frankenhöhe in Mainz-Hechtsheim), um auf ihre Weise mit dem Publikum in den Dialog treten zu können. Dieser kann still, meditativ, kontemplativ oder auch diskussionsfreudig geführt werden.

Kurator Andreas Koridass merkt dazu an: „Wenn man zwei so renommierte Mainzer Künstlerinnen, wie Renate Ott und Valy Wahl, in einer Ausstellung zusammen bringen will und Arbeiten mit ihnen dafür auswählt, kann man nicht anders, als ein Thema zu setzen.

„ZWISCHEN“

Nicht zwischen zwei Stühlen und nicht zwischen den Fronten, aber zwischen zwei Positionen!

Eine Bildhauerin und eine Malerin zeigen ihr Können für uns in dieser Präsentation. Wir, die Betrachter, die Besucher können mit der Vorgabe des Titels nun hin und her springen und uns von Zwei- auf Drei-Dimensionalität, von bemalter Leinwand auf ein „starkes“ Material wie Bronze oder Beton konzentrieren.

Das bringt uns in eine Position – nicht „ZWISCHEN“, sondern jeweils vor den Arbeiten, die wir beurteilen und interpretieren.

Aber was uns besser gefällt und welche Arbeit uns mehr gibt – da müssen wir uns vielleicht doch wieder zwischen den Bildern und Plastiken entscheiden.“

 


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Infobox

Ausstellung mit Malerei (Valy Wahl) und Plastik (Renate Ott)

Besonderheit: Zuvor ab 11 Uhr Gottesdienst für Jung und Alt und „Alle dazwischen“ (die Kinderkirche findet parallel statt) zum 22. Jahrestag der Einweihung des evangelischen Gemeindehauses Frankenhöhe.

12.30 Uhr Ausstellungseröffnung

Die Veranstaltungen werden vom Gospelchor „Sound connection“ begleitet.

Öffnungszeiten: di. 17–19 h, mi. 10–12 h, so. 12–13 h und nach telefonischer Vereinbarung bis 22. September 2019

Evangelische Kirchengemeinde Hechtsheim · Bodenheimer Straße 58 · 55129 Mainz

Telefon: 06131 50 46 59

Email: pfrin.feucht-muench@ekg-hechtsheim.de


 

Intermezzo: Einsichten

Valy Wahl und Renate Ott kennen und schätzen sich seit langem. Es ist daher nicht ihre erste gemeinsame Ausstellung, wie Kunstkenner und -liebhaber in Rhein-Main wissen. Umso spannender, was uns nun dargeboten wird. Valy Wahl, die ihre Werke „Bildwesen“ nennt, kommentiert dies in ihrer wunderbar-einzigartigen Weise wie folgt.

„ZWISCHEN“ So wie: Zwischen den Stühlen. Zwischen Leben und Tod. Wir befinden uns zwischen Leben und Tod.

Ideen und Gedanken dazu liegen zwischen unseren Werken von Renate und mir. Ich hoffe es entsteht eine Kommunikation zwischen unseren Werken und Ihnen als Betrachter.

Der Ort der Kirche verbindet oder vermittelt zwischen Werk und Künstler und zwischen Werk und Betrachter.

Zwischen Menschen gibt es im Moment leider bedauernswerterweise genug Mauern und Grenzen und dazwischen ist Elend und Leid.

Das Wort „zwischen“ ist gleichermaßen positiv wie negativ besetzt. Jedoch zwischen mir und meinen Werken entwickelt sich beim Machen sehr viel Kreativität, die Manches vergessen lassen und deshalb auch Freude und Glück initiiert.

Die Hoffnung ist, dass diese Freude auch auf sie als Betrachter überspringt.

Was passiert zwischen mir, dem Werk, bzw. den Materialien (Papier als glattem Malgrund!) und zwischen der weißen Fläche und dem Farbauftrag und seinen entstehenden Formen? Da entsteht ein unaufhaltsamer Prozess der Gestaltung, zwischen Experiment und Gestalt.

Zwischen den Gefühlen des Unbewussten und dem leitenden Bewussten, entwickelt sich eine Kommunikation zwischen dem Nichts und der bildenden Wertigkeit.

Oft wird wild bewegt zwischen Entscheidung und Verwerfen spontan gehandelt. Ich möchte zwischen den inneren Welten und den äußerlichen Empfindlichkeiten spazieren gehen.

So entstehen Beziehungen zwischen konkreter Form und feinsinniger Struktur. Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee.

Zwischen Emotion und Bewusstsein findet eine Balance statt, die entscheidende Bedeutung für die Wertigkeit des künstlerischen Schaffens hat. Das macht den Sinn eines Werkes aus.

Soweit Valy Wahl.

 


 

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Renate Ott äußert sich auf vier kurze Fragen, die ich ihr stellte wie folgt, fasst naturwissenschaftlich präzise und schnörkelos, aber aus tiefsten Herzen:

Lieber Andreas,

es freut mich sehr, dass Du für uns beide in Sachen „Ausstellung Hechtsheim“ so aktiv werden willst. Gerne will ich Dir die 4 Fragen so gut ich kann beantworten.

Wie haben wir uns kennen gelernt?

Auf drei Ebenen:

  • durch den Kunstverein Eisenturm
  • durch regelmäßigen Besuch von Vernissagen
  • durch eine gemeinsame Ausstellung im Atelier Layenhof bei den Offenen Ateliers.

Gemeinsames Ziel dieser Zusammenarbeit?

  • Intensivierung der eigenen Arbeit (stärkere Konturen, klarere Strukturen) durch Gegenüberstellung: Synergie-Effekt
  • Anstöße für eine intensivere Auseinandersetzung mit den jeweiligen Kunstwerken des anderen bis zur kritischen Konfrontation
  • Auswirkung auf den Betrachter: Vergleichen oder in Beziehung setzen verschiedener Kunstarten (Malerei .-.Plastik) – Verschiedene Vorgehensweisen auf den Inhalt des Kunstwerkes

Was ist meine Arbeit, worauf kommt es mir an?

Das Werk muss echt und authentisch sein (nicht nachgemacht). Es muss eine Aussage haben, die aber nicht mit der Wahrnehmung des Betrachters übereinstimmen muss. Form und Inhalt / Technik und Essenz müssen einander ergänzen und während des Schaffen zum Ausgleich gebracht werden (Wenn dabei am Ende etwas anderes herauskommt als am Anfang als Idee stand, ist das in Ordnung. Ein ständiges ‚Entbergen‘ eines Geheimnisses, das im individuellen Menschen liegt.

Thema „Zwischen“. Woher kommt der Titel?

Zunächst unmittelbar vom  Kirchenraum als Begegnungsstätte zwischen Himmel und Erde, zwischen Transzendenz und Immanenz Zwei Kunstarten zu präsentieren bedeutet: mit Geist und Verstand wandern

  • Zwischen Malerei und Plastik —  Beziehungen und Differenzen erkunden.
  • Zwischen zwei Ausdrucksformen ihre je eigene Aussagekraft ausloten
  • Zwischen Zweidimensionalität und Dreidimensionalität die Vorstellungskraft erweitern
  • Zwischen verschiedenen Inhalten wählen, die sich in beiden Kunstformen in ihrer Gegensätzlichkeit direkt oder indirekt offerieren (schön – hässlich; Grauen – Hoffen; Traum – Wirklichkeit; Konkretum – Vision…), aber dank des Geistes die Realität transformieren, die als Konstitutivum des Lebens verstanden werden kann.

 


 

Mein Fazit

Es sind Glücksmomente für uns alle, wenn Kunst in dieser Form präsentiert wird. So umfassend, so berührend, so nachhaltig. Und eben nicht nur als „Zwischen-Spiel“ oder gar als ‚Zwischen-Durch‘.

 


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NACHTRAG

Erste Video-Impressionen von Andreas Weber zur Eröffnung der Ausstellung “ZWISCHEN” am 8. September 2019 mit Skulpturen von Renate Ott und Bildwesen von mir. Und das im Kontext mit einem Kirchenraum der ganz besonderen Art. Vor tollem Publikum (jung und alt!), mit einer umwerfenden Predigt der Pfafferin Sabine Feucht-Münch und dem mitreissenden Gospelchor “Sound connection”. Danke auch an Andreas Koridass für seine erfolgreche Arbeit als Kurator.

 

 


 

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Foto und Bildcollage: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

 

Impressionen und Ansprache von Andreas Weber zur Eröffnung der KEM-Mitgliederausstellung 2016

Die Mitgliederausstellung 2016 des Kunstverein Eisenturm Mainz e. V. KEM hebt die erfolgreichen Ausstellungsaktivitäten der letzten Jahre auf ein neues Level! Fast 80 Mitglieder haben erstklassige Werke eingereicht, die fast alle eigens für die Ausstellung geschaffen wurden. Und wenn nicht, dann waren sie aus eigenem Antrieb im Vorfeld entstanden, um das Ausstellungskonzept wunderbar zu stärken. Die wichtigsten künstlerischen Techniken wurden eingesetzt: Malerei, Zeichnung, Aquarell, Druckgrafik/Frottage, Digital Painting, Collage, Skulptur, Fotografie, faszinierend-kreativ-experimentelle Mischtechnik-Arbeiten bis hin zu visuell inszenierter Literatur/Kurzprosa, Aphorismen. Selten sieht man künstlerisches Schaffen in einer solchen Vielfalt. Herzlichen Dank und Applaus für alle Teilnehmer!

 

 

Alle hier versammelten Werke sind von ihrem Ausdruck und ihrer inhaltlich-visuellen Stärke unendlich nah an Carl Zuckmayers kraftvollen Worten, die unser Turmwächter alias Doq Treznok gerade in seiner szenisch-künstlerischen Einlage vortrug. Es waren Text-Auszüge aus Zuckmayers „Der Teufels General“ (Uraufführung Bühnenstück: Zürich 1946; verfilmt 1954, mit Curd Jürgens in der Hauptrolle). — Bitte nochmals Applaus für Thomas Richter zum gekonnten Vortrag der Textpassage: Der Rhein, die Völkermühle!

 

 

Zur Erinnerung: Carl Zuckmayer, in Nackenheim bei Mainz geboren, war mit Ernst Udet, einem Flieger-Ass, befreundet. 1941 verunglückte der zum Idol aufgestiegene Udet unter mysteriösen Umständen. In seinem weltbekannten Theaterstück „Des Teufels General“ verewigt Zuckmayer den zum Luftwaffengeneral aufgestiegenen Udet, der mit seiner „großen Schnauze“ beim Nazi-Regime aneckte. Die vom Turmwächter vorgetragene Passage trägt den Titel: „Der Rhein, die Völkermühle“.

 

Jens Frederiksen von der Allgemeinen Zeitung in Mainz hat in seiner Vorbesprechung der KEM-Rheinhessensymposium-Ausstellung im MVBForum festgestellt (wer noch nicht da war, MUSS dies nachholen, die Eröffnung war am 23. Juni 2016 vor über 200 Gästen) : „Die Alpen sind einfach. Nordseelandschaften auch. Rheinhessen hingegen hat seine Tücken. Der rheinhessischen Landschaft fehlt diese spektakuläre Unverwechselbarkeit, die sofort einen Ruck des Wiedererkennens durch den Betrachter gehen lässt. Oder gibt es sie vielleicht doch?“ Die Zeitungs-Kunstkritik belegt, dass durch die intellektuell-feuilletonistische Annäherung an das Thema „Rheinhessen“ die künstlerisch-visuell inszenierten Landschafts-Impressionen gekonnt erfasst werden können. Dr. Otto Martin hatte dies in seiner mitreissenden Eröffnungsrede dies trefflich auf den Punkt gebracht.

 

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Titelbild der Einladungskarte zur KEM-Mitgliederausstellung 2016.

Über den Horizont hinausblicken!

Uns geht es hier und heute bei „Viva Rheinhessen“, im Zusammenspiel mit unseren grossartigen teilnehmenden Mitgliedern, um eine Weiterführung, die nicht nur Landschaft, sondern Menschen, Kultur, Architektur, Technik, Umwelt, Natur, Fantasie, Lebensfreude, und natürlich das Erleben und Genießen von Land und Leuten umfasst. Das so entstandene weite Spektrum, ist nicht bloß eine Sicht des Künstlers von außen auf ein Sujet. Rheinhessen, als eine zum „realen Phänomen“ gewordene Kulturregion höchster Güte wird von Künstlern inszeniert und zelebriert. Die 200-Jahrfeier-Aktivitäten zu 200 Jahre Rheinhessen werden damit in ganz besonderer Art und Weise aufgewertet, weit über ein „Weck-Worscht-Woi“-Hochgefühl hinaus.

Überhaupt: Unsere Künstler und ihre Exponate fügen der Jubelfeier-Jahreszahl 200 noch eine Null hinzu: Es wird daran erinnert, dass Rheinhessen und Mainz neben Trier und der Moselregion zu den ersten „zivilisatorisch“ perfekt von den alten Römern ausgestalteten Regionen Deutschlands zählen. Ich wage zu behaupten: Ohne Mainz und Rheinhessen hätte es zu so früher Zeit keine deutsche Hochkultur gegeben! Anders als Trier wurde das Leben in Rheinhessen nicht im Sinne eines zweiten Rom als prunkvoll ausgestatteter Kaisersitz geprägt. Dazu ist unsere Landschaft, ihre „Geo-Historie“, die Mentalität der Menschen, die Eigenheit der Landschaft zu besonders.

 

 

Unsere Künstler und ihre Exponate machen die 2000-jährige Geschichte von Rheinhessen erfahrbar, in einem Exponat sogar quasi als aquarellierte geologische Analyse weit in die Erdgeschichte zurück. Und gerade Mainz, das urban gewordene Rheinhessen, hat über die Jahrtausende bis 1815 eine zentrale Rolle für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation gespielt. Mainz war über viele Jahrhunderte der Sitz des Reichskanzlers. Das hat neben Freuden und Ehren allzu viel Schrecken und Zerstörung gebracht. Leider. Oder auch nicht. Denn das höchste menschliche Gut, das Streben nach Schönheit und Glückseeligkeit, kann sich nur entfalten, wenn man auch die Abgründe, das Schreckliche überwindet. Und dass ein Gutenberg in Mainz ansässig war und sein Erfindergeist die ganze Welt nachhaltig veränderte, kann so gesehen gar kein Zufall gewesen sein.

Ich bin sicher, all dies kommt in unserer Ausstellung zum Ausdruck. Und prägt unsere Mitgliederschaft. Denn bei uns im KEM sind ja nicht nur „Eingeborene“ versammelt, sondern auch viele „Zugereiste“, die sich haben verzaubern und betören lassen. Und die Rheinhessen nicht mehr missen wollen. Oder?

 

 

Lassen sie mich zwei Aussteller namentlich herausgreifen, bevor ich mit meinen Co-Kuratorinnen — namentlich schon erwähnt: Dagmar Ropertz, Petra Schippers und Prof. Valy Wahl — hier choram publico persönliche Eindrücke diskutieren darf: Winfried und Leo Hosseus, Grossvater und Enkel. Vater Christoph hatte stolz die Einreichungen am 26. Juni im Turm abgegeben. Und promotet unsere Ausstellung „Viva Rheinhessen“ seither fleissig auf Facebook! Sein Sohn ist Jahrgang 2008, wohl unser jüngster Teilnehmer. Der Titel seiner Buntstiftzeichung von 2016: „Weingut in Biebelnheim“. In den Einreichnungsunterlagen heisst es: „Talent von Vater und Großvater sowie Freigeist der Mutter schufen den leidenschaftlichen Autodidakten. Beitrag zur Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Kunstvereins Eisenturm in 2015. Aktuelle Vorliebe für Comics und Star Wars Literatur.“ — Und natürlich, wie wir alle: Eine große Leidenschaft für Rheinhessen!

Denn, wie es schon in unserer Einladung steht: Mitglieder des Kunstverein Eisenturm Mainz fühlen sich Land und Leuten in Rheinhessen ganz besonders verpflichtet.

 

PREMIERE EINER MULTIMEDIALEN INSZENIERUNG: Viva Rheinhessen — Viva KEM!

Erstmals wird für eine KEM-Mitgliederausstellung eine digitale Publikation erscheinen, die nicht nur Werke der ausstellenden Künstler verzeichnet, sondern alle Aktivitäten vor, während und zum Ende der Ausstellung in Text, Bild, Video erfassen wird! Dieser Blog-Beitrag bietet einen Vorgeschmack. Erscheinungstermin: August 2016.

Hinweise: Die Ausstellung geht bis 24. Juli 2016. An diesem Tag müssen auch alle Werke von den teilnehmenden Künstlern wieder abgeholt werden! — Öffnungszeiten: Mi 16h bis 18h. Sa+So 13h bis 17h. Adresse: Eisenturm, Fritz-Arens-Platz 1, 55116 Mainz.

 

Ich darf daher abschließend kurz die für mich zentrale Stelle bei Zuckmayer wiederholen: „… der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald und — ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt — wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein — das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel.“

 

 

 

Die Besten der Besten sind heute auch hier versammelt. Und feiern als Künstler und Kunstbegeisterte „Viva Rheinhessen“! — Bitte ALLE im Chor rufen: VIVA RHEINHESSEN! — Und nun darf ich kurz Petra Schippers und Valy Wahl, die maßgeblich an den Vorbereitungen und vor allem an der gekonnten Hängung der Exponate beteiligt waren, bitten, uns kurz das für sie wichtigste zu schildern. Soviel vorweg: Es war eine grossartige Idee, für uns alle eine neue, einheitliche Rheinhessen-Horizont-Linie zu definieren, indem die Exponate an ihrer Oberkante ausgerichtet wurden. So kann sich die Individualität der Werke in der Unterschiedlichkeit ihrer Formate entwickeln, ohne dass für den Betrachter eine flatternde Unruhe entstehen kann. Brillant!

 

 

Krönender Abschluss der Eröffnungszeremonie: Die rheinhessische Songpoetin und Malerin Nanette Scriba verzauberte die anwesenden Gäste mit ihrer Kunst. Ihr Chanson ‚Vernissage‘ nahm geistreich und humorvoll auf’s Korn, was viele Künstler sicher schon am eigenen Laib erleben mussten…

 

Nanette Scriba. Foto: Martin Kosa, Ingelheim

Foto: Martin Kosa, Ingelheim

 

Impressionen vom 26. Juni 2016 bei der Abgabe der Einreichungen im Eisenturm zu Mainz

 


 

Viva Rheinhessen: Lebensfreude pur!

Das Kuratoren-Team der KEM-Mitgliederausstellung 2016 — Valy Wahl, Petra Schippers und Andreas Weber — hatte am 13. Juli 2016  zu einem besonderen Abend-Anlass eingeladen: Christina Schickert, seit 20 Jahren als engagierte und renommierte Wirtin des Mainzer Weinhaus Wilhelmi weit über Rheinhessen hinaus bekannt, erzählte aus ihrem Leben, das sich der Gastlichkeit, den Gaumenfreuden und der Wertschätzung rheinhessischen Kultur widmet. Der Begegnung im Kunstverein Eisenturm schloss sich ein „Gegenbesuch“ im benachbarten Weinhaus Wilhelmi zum „Winzersekt-Empfang“ an.

„Wie Wein wird Kunst mit Herz, Sorgfalt und Präzision entwickelt. Der Wein gehört für mich zu den kostbarsten Gaben der Erde und ist eine Erquickung des Herzens“, erläuterte Christina Schickert dem kunstsinnigen Publikum im Eisenturm, das vor der einmaligen Kulisse der fast 80 ausgestellten Rheinhessen-Bildwerken im historischen Ambiente des Mainzer Eisenturm buchstäblich verzaubert wurden. In lebhaften Gesprächen kam die jahrzehntelange Expertise von Christina Schickert als erstklassige, leidenschaftliche Weinexpertin zum Tragen: Sie hatte sich als junge Frau in einen Winzermeister verliebt und war in der Folge über ein Vierteljahrhundert auf dem Weingut tätig. Als Höhepunkt ihrer Karriere als Wein-Gastronomin bezeichnete Christina Schickert den unverhofft und spontan entschiedenen Besuch von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Weinhaus Wilhelmi, die sich ad hoc wohl fühlte, freundlich mit allen Gästen war und eine Wilhelmi-Spezialität, rheinhessische Leberwurst, genossen hatte.

Kurzum: Christina Schickert vermittelt damals wie heute „Lebensfreude pur“ und beherrscht die Kunst des schönen Lebens auf eine besondere Art und Weise, die Kunst-Schaffende wie Kunst-Liebende gleichermaßen zu begeistern versteht.

 

 


Namensliste der teilnehmenden Künstler (in alphabetischer Reihenfolge)

 

 

KEM Viva Rheinhessen Teilnehmerverzeichnis 2016.png

 

Der Blick hinter die Kulissen: Impressionen vom Ausstellungsaufbau (Fotos: Valy Wahl. Video-Animation: Andreas Weber)

 

 

 

Zu guter letzt: „Viva G“ — eine am Apple iPad Pro digital komponierte Hommage an Rheinhessen.

 

KEM Viva Rheinhessen Schwarz-Weber PRINT

Exponat Nr. 44, von gundANDreas: Viva G — Digital Painting&Composing, 2016