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ValueCheck Nico Analyse Print.001

 

#Think!Paper — Edition 1, Volume 3

Kritische Analyse und Kommentar von Klaus-Peter und Julius Nicolay, Druckmarkt-Redaktion

 

„Gedrucktes auf Papier, vorausgesetzt, es ist interessant, optisch ansprechend und handwerklich exzellent gemacht, schafft gute Voraussetzungen für ein Revival des Haptischen. Zumal Print gleich zwei Dinge erreichen kann: Glaubwürdigkeit und Wertigkeit.

 


 

„Die Printauflagen sinken auf breiter Front … Ein Ende scheint nicht in Sicht“ war auf horizont.net zu lesen; und bei meedia.de stand: „44% sehen keine relevante Zukunft für Printmedien.“ Nun ist das Interpretieren von Zahlen ja immer so eine Sache. Vor allem, wenn es (wie bei Online-News) schnell gehen muss. Denn in der Studie, auf die sich die Schlagzeilen beziehen, geht es einzig und alleine um Zeitungen und Zeitschriften beziehungsweise die Zukunft des Journalismus. 

Wieder einmal wird von den Online-Redakteuren geradezu genussvoll unterschlagen, dass Print weit mehr ist als das Verbreiten von Nachrichten. Und wenn dabei aus 42 auch einmal 44 Prozent werden, stärkt das eher das Argument, dass Gedrucktes glaubwürdiger ist als andere Medien.

 

Print Statistik01

 

Wir zumindest interpretieren die Zahlen anders und halten dagegen: Deutsche glauben an Print! Das belegen auch die Zahlen aus dem Sommer 2018, die der Bundesverband Druck und Medien vorgelegt hat und ebenso die Ergebnisse, über die der Fachverband Faltschachtel-Industrie berichtet. 

Was an der oben angesprochenen Studie ‚New Storytelling‘ aber besonders interessant erscheint, ist die Tatsache, dass Fachzeitschriften ein so hoher Stellenwert eingeräumt wird. Schließlich sind die ja auch schon etliche Male totgesagt worden.

 


 

Mailings sind out? VON WEGEN!

Print Mailings

Da befinden wir uns in guter Gesellschaft. Denn das gute, alte gedruckte Mailing wurde vom digitalen Marketing immer wieder gerne totgesagt. Dabei erfreuen sich Direkt- oder Dialog-Marketing als gedruckte Mailings einer neu entfachten Beliebtheit bei Unternehmen und hoher Wertschätzung bei den Empfängern. Damit haben wir uns auch in der Sommer- Ausgabe 2018 des ‚Druckmarkt‘ intensiv beschäftigt.

Denn gerade bei den Mailings gibt es eine interessante Entwicklung: Volladressierte Werbesendungen, das heißt auch Mailings mit vollständiger Adresse und persönlicher Ansprache, gehörten 2017 zu den Gewinner-Medien.

Nach dem Dialogmarketing-Monitor 2018 der Deutschen Post verschickt jedes siebte deutsche Unternehmen volladressierte Werbesendungen. Und diese Unternehmen legten gegenüber 2016 für personalisierte Mailings noch eine Schippe drauf, sodass das Marktvolumen um gut 4% auf 6,5 Mrd. € stieg. 

Durchschnittlich sind den Unternehmen ihre volladressierten Werbesendungen fast 13.000 € wert. Das Plus von 300 Mio. € fließt etwas stärker in die Planung, Konzeption und Produktion der Werbesendungen als in die Distribution, die aber weiterhin den größten Kostenblock darstellt. Und der Wert für die Druckproduktion von Mailings wird mit immerhin 3,12 Mrd. € angegeben. Gar nicht so schlecht für ein ‚nettes Briefchen‘.

 


 

Je digitaler die Welt, desto analoger die Bedürfnisse!

 

Taucht da bei den Menschen etwa eine Sehnsucht nach etwas Realem auf, nach etwas Haptischem, nach etwas, das bleibt – und nicht beim nächsten Klick vom Monitor und damit aus dem Gedächtnis verschwunden ist? Gedrucktes auf Papier, vorausgesetzt, es ist interessant, optisch ansprechend und handwerklich exzellent gemacht, schafft gute Voraussetzungen für ein Revival des Haptischen. Zumal Print gleich zwei Dinge erreichen kann: Glaubwürdigkeit und Wertigkeit.

 

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Foto: Screenshot der Website von Hunkeler AG, Schweiz.

 

Drucksachen, die als Wegwerfprodukt konzipiert sind, werden dies nicht vermitteln können. Ohnehin sind billig und lieblos produzierte Drucksachen für den Papierkorb beim Empfänger bestimmt. 

Werden sie jedoch engagiert und mit Liebe zum Detail hergestellt, spüren Empfänger und Leser diese Wertschätzung. Sie werden sich damit beschäftigen, vielleicht sogar aufheben oder weiterreichen. Dann ist das Ziel beim Mailing, bei der Werbung und bei allen anderen Drucksachen erreicht, die damit eine relevante Zukunft haben!

 


 

ThinkPpaer Key Visual Blog Post.001

Das DRUCKMARKT-Team und Klaus-Peter Nicolay sind Partner und Mit-Initiatoren von #Think!Paper, der übergreifenden Initiative, die sich dem Thema „The Beauty of Print&Transformation“ widmet.

 


 

Lesetipp zum Download

Jahresmagazin „Unter Druck – Starker Partner in turbulenten Zeiten.“, Herausgegeben vom VDMB, München, 2018. 

VBDM jahersmagazin 2018

 


 

ValueCheck Nico Veränderungen 2018.001

Druckmarkt gilt als wichtigste Fachpublikationsreihe im deutschsprachigen Raum, die sich an Entscheider aus der Printbranche und ihrer Zulieferindustrie richtet. Foto: Druckmarkt.

 

Gastbeitrag der Druckmarkt-Redaktion

Noch ist das Jahr jung, gute Wünsche für 2018 sind noch nicht verspätet, zumal gute Wünsche nie fehl am Platz sind. Also wünschen auch wir alles Gute, Gesundheit und Erfolg. Vor allem geschäftlichen Erfolg bei allem, was Sie sich vorgenommen haben. Wobei das mit den Vorsätzen ja immer so eine Sache ist. Nach verschiedenen Befragungen scheitern mehr als 80 Prozent aller Änderungswilligen – es folgen Selbstvorwürfe wegen Versagens. Doch in unserer Branche müssen wir ja selbst gar nicht viel verändern wollen, es kommt ja eh von selbst. Oder nicht?

Ist Drucken noch Drucken?

Schon der Begriff hat sich massiv geändert. Stand ‚Drucken‘ vor wenigen Jahren noch für Informationsübertragung und -vervielfältigung, wird Drucken heute als Herstellungsprozess betrachtet, der über das kontrollierte Aufbringen von Farbe auf Papier hinaus Handling, Finishing und Logistik einschließt. Druckverfahren und -Maschinen stehen nicht mehr im Fokus, auch Bedruckstoffe wie Papier und Karton sind nicht mehr Dreh- und Angelpunkt, sondern der integrierte automatisierte Vorgang von der Auftragsannahme bis zur Logistik.

Dem ‚Drumherum‘ wird immer mehr Beachtung geschenkt. Und Erfolg hat in Zukunft nicht etwa jemand, der gut drucken kann, sondern der, der Prozesse gut managt. Dabei steht die Einbindung der Technik in einen vernetzten Gesamtprozess an. Das geschieht einmal über die Digitalisierung der Maschinen, reicht über die ‚Bedienerführung‘ durch automatisierte Arbeitsabläufe und tastet sich an ganzheitliche Modelle wie Industrie 4.0 heran, die mit Fern- und Fehlerdiagnose oder proaktiver Wartung noch längst nicht zu Ende gedacht sind.

Industrie 4.0 bedeutet in diesem Zusammenhang die Optimierung der gesamten Fertigungskette, die digitale Abbildung aller relevanten Prozesse und Komponenten. Von der real installierten Maschine existiert ein digitaler Zwilling in den Servern der Druckmaschinenhersteller. Ob diese Transparenz überall auf grundsätzliche Zustimmung trifft, ist eine andere Frage. Fakt ist jedoch, dass der Einzelne diese Veränderungsprozesse alleine nicht bewältigen kann.

 

Print wins by Lidia

Print wins. Illustration von Lidia Lukianova, SF Bay Area, für Value Communication AG. © 2012

 

So oder so: Wandel vollzieht unaufhaltsam.

Es bedarf der Hilfe von unterschiedlichen Seiten. Und nicht zuletzt hilft auch der Austausch mit Branchenkollegen. Dazu bietet das Jahr 2018 zahlreiche Möglichkeiten. Schon am 15. Februar findet der ‚DigitaldruckKongress‘ in Düsseldorf statt http://www.ddk2018.de/ , Mitte März folgt in München das ‚Online-Print-Symposium‘ http://online-print-symposium.de/  und im April die ‚PRINT digital! Convention‘ auf dem Düsseldorfer Messegelände. https://www.drupa.de/cgi-bin/md_drupa/lib/pub/tt.cgi/PRINT_digital_CONVENTION_mit_neuem_Wachstumsziel_f%C3%BCr_2018.html?oid=40077&lang=1&ticket=g_u_e_s_t   Bei allen Events geht es um nichts anderes als um den Veränderungsprozess der Branche. Und spätestens bei einer dieser Veranstaltungen werden Sie weitere Anregungen erhalten, wie Sie den Wandel angehen können.

Ihre Druckmarkt-Redaktion
Klaus-Peter und Julius Nicolay

 


 

Der Beitrag entstammt als Editorial der Jahresauftakt-Ausgabe 2018 von Druckmarkt Impressions, Nr. 121. — PDF kostenfrei zum Download: http://www.druckmarkt.de/impressions/121DEprint.pdf

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