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Tag Archives: chinesische Malerei

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@ 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany | Composing: Yajing Huang, Mainz.

 

Das Besondere an China und seinem nachhaltigen und tiefgründigen Kulturverständnis kann man wie folgt zusammenfassen:

  1. Über Jahrhunderte innerhalb von Jahrtausenden wurde durch die chinesische Kunst ein Wertekanon entwickelt, dem man allen sich wandelnden Realitäten zum Trotz bis heute treu bleiben kann.
  2. In der Schönheit liegt Wahrheit, die sich über die Sicht auf die Natur definiert.
  3. Kunst muss Freude bereiten und alle Sinne ansprechen.

Wunderbar. Spontane Maßnahmen zeigen bisweilen sofort herausragende Wirkung! Am 28. Januar 2015 beschlossen, konnte die Ausstellung bereits am 31. Januar 2015 feierlich und abwechslungsreich eröffnet werden.— Trotz äußerst kurzfristiger Einladung sowie starker Konkurrenz im Mainz durch die auf Hochtouren laufende Fastnachts-Kampagne und ein wichtiges Bundesliga-Fussballspiel von Mainz 05 kamen viele, viele dutzend Besucher und blieben hochbegeistert vom Nachmittag bis in den frühen Abend. Unter dem Ausstellungstitel „China in Mainz“ hatte der renommierte Künstler Jian Xu aus Beijing (Peking) die schönen Räume in der Walpodenstrasse 1 ad hoc mit Dutzenden von Arbeiten von sich und seinen Kindern in ein wahres Reich der Sinne verwandelt. Aussergewöhnliche Vorführungen seiner Malkunst sowie Darbietungen aus dem Gesang der chinesischen Peking Oper begeisterten die zahlreichen chinesischen wie auch die nicht-chinesischen Besucher, die aus Mainz und ganz Rhein-Main gekommen waren. Kuratorin der Ausstellung war Dr. Ying Lin-Sill, Koordinatoren Yajing Huang. Einführende Worte zur Ausstellung der Werthaltigkeit von Kunst in China sprach Andreas Weber als Schirmherr der Ausstellung, Gründer und Leiter der Mainzer „Value Artist in Residence“-Initiative. Erfreulich: Die Mainzer Allgemeine Zeitung hatte am Eröffnungstag noch einen Terminhinweis publiziert und Haitao Xiu, Chefredakteur Chinesische Handelszeitung 华商报, konnte eine Reporterin zur Berichterstattung schicken, die in Kürze publiziert wird.

„Die Ausstellung und ihre sinnenfrohe Inszenierung eröffnete mir ein umfassendes Bild von Chinesischer Kunst, das mir bislang verschlossen war. Jian Xu ist voller Bescheidenheit, Demut und kunstvollem Talent. Das erscheint mir aufatmend anders als bei vielen westliche Künstlern. Bei Chinesen wir Herrn Xu steht wohl die Schönheit und Freude an der Malerei im Vordergrund und nicht die Selbstinszenierung“, urteilte eine Besucherin aus Frankfurt am Main. Insofern ergaben sich bei „China in Mainz“ durch die Darbietungen Anknüpfungspunkte und Interaktionen mit allen im Publikum, die traditionell nicht möglich sind. Manche Besucher hatten ihr Coming-Out als Sammler von chinesischer Kalligrafie und Tuschzeichnung, was man bis dato zurückhaltend für sich bewahrte. Andere stimmten ein A Capalla-Gesangsduett mit der Opernsängerin und Ehefrau von Jian Xu, Ting Wang, an.

„Wir sind voller Freude und fühlen uns sehr geehrt, den in Mainz zum Besuch weilenden, bedeutenden chinesischen Künstler Jian Xu und seine Familie für eine sehenswerte Ausstellung zu gewinnen, die es so nicht gab: Kalligrafie, chinesische Malerei inkl. Gesang aus der Chinesischen Oper — Vater, Mutter und die beiden Kinder treten als Familie gemeinsam auf“, betonte Andreas Weber in seiner Einführungsrede. Und verwies darauf, dass Jian Xu in Beijing ein chinaweit viel beachtest privates Museum für zeitgenössische Kunst betreibe und der letzte Meisterschüler von Wang Xuetao war, dem er eine Memorial Hall im Gonghuachang Art Center gewidmet hat. Wang Xuetao hatte 1956 Pablo Picasso in Paris getroffen und für chinesische Kunst nachhaltig begeistern können.

„Mit unserer Ausstellung ‚China in Mainz’ leisten wir einen bis dato für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt einzigartigen Beitrag zum Kulturaustausch zwischen Mainz/RheinMain und Beijing/China“, resümierte Andreas Weber.

 

 

Die Bedeutung der chinesischen Kunst, wie Jian Xu und seine Familie sie anschaulich machen und vollendet repräsentieren, verdeutlichte der kurze, inspirierte Vortrag von Vortrag von Andreas Weber.

Das „Geheimnis“ chinesischer Kunst entstehe durch drei elementare Wirkungs- und Wesensmerkmale:

  1. Fast alles, was wir im Okzident glauben, in der Bildenden Kunst „erfunden“ zu haben, gab es weit früher schon in China.
  2. Kunst ist alles, aber keine ausschließliche Kopfgeburt. „Kunst kommt aus dem Herzen. Und hat Beziehungen zu allem, was wir tun“, sagt Jian Xu. — Picasso, als später Bewunderer chinesischer Kunst,  pflichtete dem auf seine Weise bei, indem er sagte: “In der Kunst kommt die Praxis immer vor der Theorie.“
  3. Malerei ergibt sich durch die Kunst des Schreibens, die das Denken befördert. Wer dies über Jahrzehnte trainiert, öffnet seinen Horizont, um die Welt in ihrer Wahrhaftigkeit wahrnehmen zu können.

In diesem Sinne: Viel Freude und Lust darauf „Altes“ neu zu entdecken!

Am besten nachvollziehen lässt sich die Ausstellungseröffnung „China in Mainz“, wenn man die Video-Dokumentation mit Fotoanimationen und Live-Videos auf YouTube anschaut.

 

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@ 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

Von Andreas Weber, Mainz

Für Mittwoch, den 28. Januar 2015, hatte Dr. Ying Lin-Sill mich gebeten, um 15 Uhr in unser Mainzer Büro zu kommen. Ich sollte Freunde von ihr treffen, die aus China zu Besuch gekommen sind. Ying ist seit über zwei Jahren als Künstlerin Dreh- und Angelpunkt in unserem „Value Artist in Residence“-Programm. Seitdem hatten wir hunderte von Gästen bei uns. Sogar das Chinesische Neujahrsfest begehen wir gemeinsam. Und Prof. Yu Hui, Deputy Director Painting/Calligraphy und Direktor Research Institute, National Palace Museum, Beijing, sowie viele andere haben uns besucht. Soweit also nichts ungewöhnliches, ausser, dass der 28. Januar ein besonderer Tag im Jahr ist: der Geburtstag von Jackson Pollock und Claes Oldenburg.

Als ich (zeitig früher) vor dem Büro in der Mainzer Walpodenstrasse ankam, traf ich Jiandong Sun, die mit ihrem Ehemann Dr. Ing. Gert Kaster schon im Gehen begriffen war. „Oben im Büro ist viel los!“, sagte sie lachend. Ich rannte die Stufen hoch. Die Bürotüre war weit geöffnet. Es standen überall so etwas wie einzelne Paravents herum. Viele Kartons waren verstreut. Über ein halbes Dutzend Menschen waren mit diesen Paravents, mit Papierrollen und -blättern beschäftigt. Möbel wurden umgestellt. „Das ist mein Freund Jian Xu, seine Frau Ting Wang, seine Tochter Xiang und sein Sohn Xin“, sagte Ying stolz und freute sich. Alle seien Künstler aus Leidenschaft: Jian ist ein renommierter Maler, seine Frau eine Opernsängerin, seine beiden Kinder sind hochtalentiert und studieren Malerei. Und unser Value Communication Fellow Yajing Huang sorgte als Koordinatorin für den nötigen Überblick.

Idee und Resultat in Windeseile — auf höchstem Niveau!

Was war geschehen? Jian Xu war dermaßen begeistert von Mainz und unseren schönen Räumen, dass er ad hoc mobile Stellwände und alles nötige besorgen ließ, um Dutzende von Arbeiten von sich und seinen Kindern auszustellen. Chinesische Malerei und Kalligraphie vom Feinsten. „Es muss alles sehr schnell gehen. Am Samstag wollen wir eine Vernissage machen“, sagte Ying lächelnd. Ich dachte, in Anbetracht unserer bereits vorhandenen zahlreichen Sammlungsstücke und Gemälde, nicht zuletzt von Ying selbst, die wir ausstellen: Da bin ich gespannt, aber wie soll das werden?

Yajing kam lächelnd auf mich zu und sagte: „Wollen wir jetzt oder später ein Interview mit Jian Xu machen, dass bei seiner Rückkunft im Chinesischen Fernsehen gezeigt werden soll?“ Ying informierte mich, während alle anderen die Ausstellung arrangierten, über Jian Xu’s Lebensweg, seine Arbeit und seine Bedeutung. Jian Xu ist der letzte Meister-Schüler des grossen Malers Wang Xuetao, der unter anderem 1956 eine chinesische Delegation nach Europa führte und als Höhepunkt eine Begegnung mit Pablo Picasso zelebrierte. Wang demonstrierte Picasso eindrücklich die chinesische Malkunst, indem er in nur sieben Minuten einen Adler malte. Zudem wurden Picasso Arbeiten von Wang’s Lehrer und Meister Qi Baishi gezeigt. — Picasso war dermaßen beeindruckt, dass er Wang Xuetao eine Zeichnung seiner Friedenstaube widmete, die Wang mit chinesisches Schriftzeichen versah. Und Picasso sagte anerkennend: „Die wahre Kunst liegt im Fernen Osten.“ Picasso beschäftigte sich im Anschluss intensiv mit Chinesischer Kunst, wenn er auch bedauerte aufgrund der weiten Entfernung und seines fortschreitenden Alters nicht selbst nach China reisen zu wollen.

 

JIan Xu Memorial 1

 

Jian Xu hat seinem Meister in über fünfjähriger Arbeit die Wang Xuetao Memorial Hall im Gonghuacheng Art Center gewidmet. „Kunst kommt aus dem Herzen. Und hat Beziehungen zu allem, was wir tun“, sagte mir Jian Xu in unserem Interview, nachdem in nicht einmal drei Stunden eine mehr als sehenswerte Ausstellung aufgebaut und inszeniert wurde. (Dazu an anderer Stelle mehr!).

Wir sind voller Freude und sehr glücklich, Jian Xu und seine Familie als Freunde in Mainz gebührend zu feiern. Es ist uns eine Ehre. Und unseren Besuchern eine Freude. Die kamen übrigens schon während des Ausstellungsaufbaus: Jörg Blumtritt aus München sowie unsere lieben Nachbarn mit ihren Kindern sowie eine ganze Reihe von chinesischen Freunden, die in Mainz leben. Kunst fördert Kommunikation. Wir sind mit dem Herzen dabei.

 

Impressionen zum Making-Off der sehenswerten Ausstellung:

 

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