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Verkommt das Digitaldruck-Business zum Potemkinschen Dorf?

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Illustration: Lidia Lukianova, SF Bay Area, Kalifornien
Text: Andreas Weber, Sprecher DigitaldruckForum, Mainz

Dieser Tage, also Ende Juni 2013, wurden die neuen-Stimmungsbarometer-Erhebungsdaten vom IFO-Institut für die deutsche Druckindustrie publiziert. Es sieht für die deutsche Print-Branche ziemlich mies aus. Insider vermuten, dass das Jahr 2013 genauso miserabel wird wie 2008/2009.

Das heisst, wir müssen uns sorgen; und vor allem fragen, ob all die immensen Investitionen der letzten Jahre  in Print-Technologien lohnend waren oder nicht.

Ein markanter Zusatzpunkt für die Zukunft der Digitaldruck-Zunft: 

Wir sitzen nach wie vor, auch noch nach 20 Jahren, in der Nische! Denn:

  1. Über 85 Prozent des weltweiten Printvolumens wird nach wie vor mit klassischen Druckverfahren generiert (allen voran mit Offsetdruck)
  2. Der Offsetdruckmarkt konsolidiert sich weiter. Interessant ist aber der Umstand, dass die Offsetdruckbetriebe mit nur noch einem Drittel der Investitionskosten in Maschinen gegenüber früher gleich große, enorm hohe Printvolumen stemmen können.
  3. Stellt man die Investitionen für Digitaldruck-Maschinen gegenüber, muss man konstatieren, dass diese im Akzidenzdruck/Commercial Printing geradezu explodiert sind und die Investitionen in klassische Drucktechnik weit übertrumpft haben.
  4. Trotz allem sind die digital gedruckten Printvolumen im Akzidenzdruck beinahe homöopathisch klein. Paul Fischer vom Schweizer Magazin Viscom schätzte diese kürzlich auf weit unter 10 Prozent Anteil am Gesamt-Akzidendruckproduktionsvolumen ein.
  5. Digitaldruck hat sich demnach vor allem in nicht klassischen Printanwendungsbereichen, also außerhalb der Akzidenzdruckanwendungen durchgesetzt: Im Office und Inhouse-Printing, im Sign-and-Displaymarkt und durchaus auch bei der Mailingproduktion. Selbst beim Buchdruck sind die Digitaldruckvolumen noch mehr als gering, auch wenn die Zahl der digital gedruckten Buchtitel stetig zunimmt.

Bleibt als Fazit: 

Der Digitaldruck ist im lukrativen Marktsegment Akzidenzdruck weder als Volumenbringer noch als Alternative zur Offsetdrucktechnologie angekommen. Wer ein anderes Bild vermitteln will, der baut Potemkinsche Dörfer!

Wo geht die Reise denn hin? Paradox ist: An der Güte der verfügbaren Digitaldrucktechnologien liegt es nicht. Auch nicht an den Kosten-Nutzen-Strukturen. Es liegt allein daran, dass die Ausnutzung der sinnvollen Digitaldruck-Anwendungsmöglichkeiten von der Innovationsfähigkeit der Auftraggeber der Druckerei abhängig ist. Innovation heisst, neue, kreative, massenmarktfähige Kampagnen entwickeln, die den variablen Datendruck für individualisierte und über Web/Social Media-Plattformen angetriebene Drucksachen nutzen. Sprich: Nur denn das Untrenehmens-Marketing innovationsbereit und -fähig ist, können Marketing-Dienstleister wie Agenturen und Drucker sowie deren Technologie-Lieferanten ihre Innovationslösungen zielführend einsetzen.

Man kann es auf die einfache Formel bringen: 

Wir brauchen Innovation im Marketing und Innovation in der Vermarktung von Digitaldruck-Technologien und Digitaldruck-Dienstleistungen gleichzeitig. Hier liegt vieles im Argen!

Es besteht entscheidender Nachholbedarf: Bei den Technologie-Anbietern genauso wie bei den Digitaldruck-Dienstleistern, den Agenturen und den Marken/Werbungstreibenden. Das aktuelle, zur Innovation notwendige Marketing-Fachwissen und die Kenntnisse um die Verbesserung der Situation und Befindlichkeiten im Marketing- wie auch im Agentursektor sind nicht weit genug ausgeprägt.

In diesem Kontext ein wichtiger Hinweis:

Wir haben ein neues Programm entwickelt mit der Value Academy, das sich an alle Beteiligten in der Marketing- und Kommunikations-Kette richtet: Marketing- und Kommunikationsmanager in Werbung treibenden Unternehmen/Markenfirmen, Agentur-Mitarbeiter, Digitaldruckdienstleister und Technologie-Lieferanten. Das innovative Konzept der Value Academy wird dazu beitragen, die für Innovationserfolge äußerst missliche Situation zu bereinigen. Bitte schauen Sie sich das kurz an und geben Sie uns/mir Feedback, was Sie persönlich interessiert. Wir kommen schneller weiter, wenn wir an einem Strang ziehen.

Siehe: http://valuetrendradar.com/value-academy-heute-begreifen-worauf-es-morgen-ankommt/

 

 

Value Academy Key Visual D

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