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Tag Archives: #Print und die Krise

Erstes Manifest von den #PrintIsBack Podcast-Machern Jacques Michiels und Andreas Weber

Den Podcast #PrintIsBack gibt es auf Spotify, Apple etc. sowie via YouTube bei #PrintIsland.

Selbstwirksamkeit, Technologiepluralismus und strukturierte Erkenntnis als Schlüssel zum Erfolg

Warum Print mehr braucht als Parolen

Die Druckbranche steht vor einem Wendepunkt: Statt sich in kurzfristigem Aktionismus oder ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren, sollte sie SelbstwirksamkeitTechnologiepluralismus und einen strukturierten Erkenntnisprozess in den Mittelpunkt stellen. Print entfaltet seinen Wert nicht durch leere Floskeln, sondern durch seine konkrete Wirkung auf Wahrnehmung, Erinnerung und menschliche Speicherbildung – besonders im Zusammenspiel mit digitalen Technologien.

Doch wie gelingt der Schritt von der „Säuglingserkenntnisphase“ zu einer reifen, lernenden Branche? Dieser Beitrag zeigt konkrete Initiativen, Handlungsanleitungen und einen Fahrplan für nachhaltige Veränderung.

1. Kernprobleme der Druckbranche: Was wirklich zählt

Die Branche leidet unter drei zentralen Defiziten:

❌ Fehlende Selbstwirksamkeit
Viele Akteure handeln reaktiv statt proaktiv – getrieben von Marktveränderungen, ohne eigene Gestaltungsmacht zu definieren.

❌ Veraltete Technologie-Debatten
Die Auseinandersetzung zwischen Offset, Digitaldruck & Co. blockiert Fortschritt. Dabei ist Technologiepluralismus längst Realität – die Frage ist nicht entweder/oder, sondern wie kombinieren wir das Beste aus allen Welten?

❌ Oberflächlicher Erkenntnisgewinn
Events, Marketinggetöse und Claqueure verzerren den Blick auf echte Innovationen. Statt fundierter Daten und Erfahrungsaustausch dominieren oft Hype und Einzelschicksale.

2. Strategien für mehr Selbstwirksamkeit: Ein 3-Stufen-Plan

🔹 Stufe 1: Selbstwirksamkeit definieren – wer beeinflusst was?

Frage: Welche Hebel hat die Branche – und jeder Einzelne – um die eigene Situation aktiv zu gestalten?

Checkliste für Führungskräfte:


✅ 1x pro Quartal ein „Selbstwirksamkeits-Meeting“ abhalten: Was können wir selbst beeinflussen – und was nicht?


✅ Mitarbeiterfeedback systematisch einholen (z. B. über anonyme Umfragen oder Retrospektiven).


✅ Kundenbeziehungen auf langfristige Partnerschaften ausrichten (z. B. durch Abo-Modelle für Print-Services).

🔹 Stufe 2: Technologiepluralismus leben – Vielfalt als Stärke

These: Print ist kein „entweder/oder“, sondern ein „sowohl/als auch“.

Checkliste für die Praxis:


✅ Technologie-Audit: Welche Verfahren sind im Unternehmen bereits etabliert? Wo gibt es Synergien?


✅ Pilotprojekte starten: Z. B. Digitaldruck + KI für personalisierte Mailings testen.


✅ Lieferanten diversifizieren: Nicht nur einen Technologiepartner, sondern ein Netzwerk aufbauen.

🔹 Stufe 3: Erkenntnis systematisch generieren – von Daten zu Handeln

Definition: Erkenntnis ist kein Zufall, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Wahrnehmung, Erfahrung und Reflexion.

Checkliste für Erkenntnisgewinn:


✅ 1x pro Monat eine „Erkenntnis-Session“ einberufen: Was haben wir gelernt – und was bedeutet das für unsere Strategie?


✅ Externe Perspektiven einbeziehen:Gastvorträge von Tech-Experten, Kunden oder Wissenschaftlern.


✅ Daten nutzen, um Marketing zu justieren: Nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Fakten setzen (z. B. A/B-Tests für Print-Kampagnen).

3. Wie KI die Selbstwirksamkeit stärkt: Vier konkrete Anwendungsfälle

Künstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Enabler für mehr Kontrolle und Effizienz.

Checkliste für KI-Integration:


✅ Pilotprojekt starten: Z. B. KI-gestützte Layout-Optimierung für Verpackungen testen.


✅ Datenqualität sicherstellen: Saubere, strukturierte Daten sind die Basis für KI-Erfolge.


✅ Mitarbeiter schulen: KI ist kein Selbstläufer – Schulungen zu Tools wie Adobe Firefly oder Canva Magic Design sind essenziell.

4. Fazit: Print neu erfinden – aber richtig

Die Druckbranche steht vor einer einmaligen Chance:

  • Von der Defensive in die Offensive wechseln: Nicht auf den Untergang warten, sondern Print als strategisches Medium neu definieren.
  • Technologie nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug begreifen – besonders KI und digitale Ökosysteme.
  • Erkenntnis als Prozess etablieren: Daten sammeln, reflektieren, handeln – und das kontinuierlich.


Die zentrale Frage lautet nicht:
„Wie retten wir Print?“
Sondern:
„Wie gestalten wir Print so, dass er seine volle Wirkung entfaltet – für Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft?“


📌 Next Steps: Wo anfangen?

Wenn Sie die „Säuglingserkenntnisphase“ hinter sich lassen wollen, starten Sie mit diesen drei konkreten Schritten:

🔹 1. Selbstwirksamkeits-Workshop(intern oder mit Partnern): Definieren Sie drei konkrete Ziele, die Sie selbst beeinflussen können – und legen Sie Messkriterien fest.


🔹 2. Technologie-Check: Analysieren Sie Ihr Portfolio – wo gibt es Synergien zwischen Offset, Digital und Online?


🔹 3. KI-Pilot: Starten Sie ein kleines, aber messbares Projekt (z. B. KI-gestützte Personalisierung) und evaluieren Sie die Ergebnisse nach drei Monaten.

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John Cleese.001

 

Von Andreas Weber, Head of #EasterThoughts | English Version

 

Bringt die Quadriga aus Dummheit, Ignoranz, Gier und Diffamierung unsere freiheitliche, auf humanistischen Prinzipien beruhende Welt zum kollabieren? Möglich, aber nicht wünschenswert. Unmöglich gar, wenn wir gemeinsam mit #Vernunft und #Zuversicht gegensteuern. Und so die Quadratur des Kreises verhindern.

 

Dummheit als Prinzip resp. Gesellschaftsphänomen beruht weniger auf mangelnder Wissensfähigkeit; sie zieht sich durch alle Schichten und Altersgruppen. Monty-Python-Legende John Cleese bringt es im Video „John Cleese Considers Your Futile Comments“ (publiziert am 17.02.2012, ab min. 3:34) auf den Punkt. „Das Problem mit dummen Menschen ist, dass sie oft zu dumm sind, selbst zu erkennen, dass sie dumm sind.“ Man müsse sogar relativ intelligent sein, um zu erkennen wie dumm man ist.

Dummheit beruht so gesehen auf mangelnder Erkenntnisfähigkeit sich selbst gegenüber.

So manche exponierte Persönlichkeit aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollte sich daher nie einer ‚Dummheits-Begutachtung‘ stellen müssen. Schon gar nicht, wenn Psychologie, Philosophie, Ethik ins Spiel gebracht werden.

Denn dann käme auch zutage, das sogar Hyper-Narzissmus noch das geringste Übel ist. Im Gegenteil, in Krisenzeiten sind Narzissten die perfekten Regisseure, da sie perfekt darauf trainiert sind, am besten und schnellsten ihre Ziel durchsetzen zu können. Ein Narzisst braucht eben nur die richtige Aufgabe. Und wenn’s läuft, dann läufts! Dafür muss man sie lieb haben…

Anders aber das gravierende Problem der mit Dummheit Infizierten, die quasi im Zuge einer Virusmutation sich zu allem Übel auch noch Ignoranz, Gier und Diffamierung ‚eingefangen‘ hat! — Übrigens  auch das wieder ein allgemein gesellschaftlicher Phänomen, quer durch alle Schichten und Altersgruppen.

 


Durch diese ‚Quadriga‘ — deren besonderer Mix Neutronen-Bomben-artige Effekte in sich birgt — wird es extrem gefährlich. Kein Scherz.


 

Auch kein Scherz: Irrtümer sind ausdrücklich erlaubt! Sie sind das Heilmittel gegen ‚dumme‘ Entscheidungen. So die Erkenntnis aus „Irren ist nützlich“ ein lesenswerter Bestseller von Henning Beck (3. Auflage: 2018).

Zuvor, im Jahr 2016, hatte der Theologe und Psychiater Manfred Lütz das Buch publiziert: „IRRE! Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen.“ Beide Bücher empfehle ich ausdrücklich als Oster-Lektüre!

Warum schreibe ich das? Weil das Risiko besteht, in der momentan anschwellenden Diskussion der Illusion zu erlegen, es müsse, sobald die COVID-19-Infektionskurve abflacht, alles daran gesetzt werden, rasch zur Normalität zurückzukehren. Und damit das Abstrus-Absurde als Ausgeburt von Dummheit, Ignoranz, Gier und Diffamierung zum Normalen zu erheben.

Noch immer haben wir #Kontaktsperre und #Lockdown. Aber offene Diskussionen und Konversationen sind dank digitaler Kommunikationswege möglich.

#Umdenken #Zuversicht #SocialCulture #EasterForThinking

 


 

TIPP

Für alle #PrintLovers, die sich nicht mit ‘irren’ Themen, sondern lieber mit der eigenen #Dummheit (Haha!) beschäftigen wollen, empfehle ich die Lektüre meiens Ad-hoc-Kompediums Print und die Krise auf #Medium.

 

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