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Tag Archives: Linotype

PortraitGudrunZapf : Foto Frank Lübke

Gudrun Zapf-von Hesse, fotografiert von Frank Lübke, 2018.

 

»Die Schönheit und Modernität oder besser gesagt die Zeitlosigkeit des Schaffens von Gudrun Zapf-von Hesse erscheint nachhaltiger denn je. Das möchte ich getrost und voller Demut ›unaufdringliche Vollkommenheit‹ nennen.«

Andreas Weber, Frankfurt am Main

 

Ich besuchte Gudrun Zapf-von Hesse im August 2015, knapp drei Monate nach dem Tod ihres Mannes. Es war das erste Mal, dass wir uns alleine trafen. Sie hatte Tee und Kuchen vorbereitet. Wir residierten auf der Terrasse und sie bedankte sich bei mir für den Nachruf auf Prof. Hermann Zapf, den ich verfasst und in deutsch sowie englisch ›digital‹ publiziert hatte. Ich konnte ihr zudem ein von mir angelegtes Dossier übergeben mit Berichten aus aller Welt, speziell für sie ausgedruckt. Freudig blätterte sie darin, während ich erläuterte, dass vor allem Online, in Blogs und Websites sowie per Social Media, weltweit hohe Anteilnahme gezollt wurde. Gerade von Jüngeren aus der Digital-Zunft. Sie wirkte sehr zufrieden und schien doch ein wenig überrascht, dass ihrem Mann und durchweg immer auch ihr selbst solch hohe Wertschätzung widerfahre.

Süffisant und mit dem für sie typischen verschmitzten Lächeln merkte sie an, dass sie stets das Zeitgemäße schätze, wobei Zeit, ihre Zeit, nunmehr fast vier Generationen ausmachten, von denen sie beruflich über 80 Jahre aktiv war. Wir beschlossen den Nachmittag mit einer ausgiebigen Visite ihres Ateliers und ihrer großartigen Arbeiten. In Summe: Eine berührende, nachhaltige und wunderbare Begegnung, die ich nicht missen möchte. Und für die ich auf ewig dankbar sein werde.

Über ihr Leben hat Gudrun Zapf-von Hesse in Wort, Schrift und Bild selbst Auskunft gegeben: »Mein Berufsleben begann mit einer Buchbinder-Lehre bei Prof. Otto Dorfner in Weimar. Während dieser Zeit begann ich, mich mit Kalligraphie zu beschäftigen — in der Auseinandersetzung mit Büchern von Robert Koch und Edward Johnston [die Gudrun Zapf-von Hesse als Jugendliche abendlich von Hand abschrieb!]. Nach meinem Abschluss als Buchbinder-Meisterin arbeitete ich in Berlin und konnte kurzzeitig den Schriftunterricht von Johannes Boehland besuchen. Von da an war ich von Schriftkunst und Satzschriften begeistert. Von 1946 bis 1955 betrieb ich eine eigene Buchbinderwerkstatt in Frankfurt am Main. Ich dieser Zeit unterrichtete ich auch Schriftkunst an der Städel-Schule.«

 

Zapf Werkzeuge imgtoolkit.culturebase.org

 

Und weiter schildert Gudrun Zapf-von Hesse: »1948 führte ich die ersten Satzschriften-Entwürfe für die Schriftgiesserei D. Stempel AG in Frankfurt am Main aus. Die Schriften Diotima, Diotima Antiqua, Ariadne Initials und die Headline-Schrift Smaragd (Emerald) erschienen in den Jahren 1951 bis 1954 als Bleisatz-Schriften. Später wurden diese Schriften auch für die Linotype Setzmaschinentechnik übertragen. In den nachfolgenden Jahren habe ich weitere andere Alphabete gestaltet: Shakespeare Roman und Italian als Exklusivschriften für Hallmark Cards Inc. in Kansas City, und Carmina für Bitstream Inc. in Cambridge/Mass., gefolgt von Nofret und Christiana für die H. Berthold AG in Berlin sowie Alcuin und Columbine Script für URW in Hamburg. 1991 erhielt ich für mein Werk den Frederic W. Goudy Award, den renommiertesten Preis für Buch- und Schriftdesign in den Vereinigten Staaten von Amerika.«

Mit dieser ›Selbstauskunft‹ — und vor allem mit ihrer monografischen Buchveröffentlichung aus dem Jahr 2002 — hatte sie auf ihre Art, bescheiden, kompetent und äußerst würdevoll mit dem 20. Jahrhundert abgeschlossen. Das vollendet ausgestattete Buch, gesetzt aus der Nofret Antiqua, gestaltet von Hermann Zapf, erschien als deutsche Ausgabe bei der Gesellschaft zur Förderung der Druckkunst in Leipzig und auf Englisch mit dem Titel ›Gudrun Zapf Bindings Handwritten Books Typefaces Examples of Lettering and Drawings‹, verlegt durch Mark Batty, West New York/NJ.

 

 

Doch es sollte sich im 21. Jahrhundert noch weiteres und ganz bedeutendes tun. Gudrun Zapf-von Hesse schuf gemeinsam mit Akira Kobayashi, dem Leiter des Linotype-Schriften-Ateliers, die Diotima Classic als Digitalschrift, die 2008 publiziert wurde. Insgesamt entstanden 8 Schriftschnitte, unterstützt werden mindestens 33 Sprachen in den Formaten Pro / OT CFF. Und mit Hilfe des Berliner Typografen und Schriftforschers Ferdinand Ulrich schuf sie die Schriftfamilie ›Hesse Antiqua‹, indem ihre Entwürfe aus dem Jahr 1947f. in die digitale Welt übertragen wurden. Das Schriftenhaus Monotype publizierte die neue Schriftfamilie pünktlich zum 100. Geburtstag von Gudrun Zapf-von Hesse am 2. Januar 2018. 

Im darauffolgenden Herbst, am 8. November 2018, dem 100. Geburtstag von Hermann Zapf, wurde Gudrun Zapf-von Hesse eine besondere Ehre zuteil: Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling kürte sie zum Ehrenmitglied der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft Mainz. Gundela Kleinholdermann hat die Urkunde exzellent gestaltet, gesetzt aus Smaragd und Palatino, um die beiden eigenständigen Künstler mit zweien ihrer Glanzwerke der Schriftkunst zu vereinen. Zu diesem Anlass gab es eine Filmpremiere im Gutenberg-Museum. ›Alphabet Magic‹ ist die filmische Dokumentation betitelt, die das Leben und Wirken des Schrift- und Buchkunst-Ehepaares Zapf würdigt. Initiatoren des Films sind ihre Nichte, die Modedesign-Professorin Alexandra Albrand, sowie ihr Neffe Georg Grabkowsky. Die beiden arbeiteten seit 2013 an der Umsetzung. Regie führte Marita Neher. »Die Dokumentation schaut, auch unter Nutzung des Nachlasses von Hermann Zapf in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, den Künstlern über die Schulter und gibt mit Statements auch von Weggefährten und Kollegen einen Einblick in die Lebensgeschichte und das Werk der beiden«, wie Silvia Werfel in einer Zeitungsbesprechung anmerkte. 

 

Alphabeth Magic Exhibition NY 2019

 

Das Besondere in der Beziehung von Gudrun und Hermann Zapf — beide lernten sich 1948 kennen und heirateten im Jahr 1951 — ist kaum durch Worte zu beschreiben. Umso wichtiger, dass im März 2016 eine Würdigungen ganz besonderer Art stattfand. Die Ilke und Berthold Roland-Stiftung zeichnete das Schriftkünstler-Ehepaar mit seinem Kunstpreis aus. Ort des Gesehenes war wiederum das Gutenberg-Museum, im Beisein von Generaldirektor Thomas Metz, Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz, als Vertreter des Landes, und einer erlauchten Schar von Gästen. Museums-Direktorin Dr. Annette Ludwig schien es problemlos möglich, ad hoc aus eigenen Sammlungsbeständen zur Kunstpreis-Verleihung eine kleine, aber feine Ausstellung mit Werken beider Preisträger zu arrangieren, um ihre Laudatio abzurunden.

Dem Gutenberg-Museum als hehrem Ort der Buchdruck-Kunst tat es sichtlich gut, das Erbe Gutenbergs, dem man sich mit Leidenschaft widmet, mit der Kultur der Zapf’schen Schriftkunst zu verbinden. Es wurde für alle Anwesenden ersichtlich: Die vollendete, meisterhaft inszenierte Form hebt die gedruckten Inhalte auf das Siegerpodest — quasi ein Leitmotto im Schaffen der beiden Kunstpreisträger. Zapf&Zapf sind als Schriftentwerfer und Kalligraphen von Weltrang nicht ›Konkurrenten‹, sondern ein ›Dream-Team‹, wie man es sich besser gar nicht vorstellen kann. Sogar im Herzen des Silicon Valley war man sich dessen bewusst, als man im Jahr 2001 in der renommierten Public Library in San Francisco das ›Zapfest‹ als Mischung aus Ehrung, Ausstellung und Kolloquium organisierte. — Übrigens: Mit der Ausstellung von The Grolier Club of New York »Alphabet Magic: A Centennial Exhibition of the Work of Hermann & Gudrun Zapf«, die seit Februar 2019 bis zum 27. April 2019 zu sehen ist, setzt sich die hohe Wertschätzung für das Ehepaar Zapf in den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgreich fort.

Wobei, das hat auch Hermann Zapf so gesehen und mir gegenüber persönlich geäussert, das künstlerische Schaffen seiner Frau deutlich weiter gefächert ist als das Seinige. Denn Gudrun Zapf-von Hesse hat ein perfekt ausgeprägtes künstlerisches Talent, das mit technischer Handwerkskunst auf höchster Ebene gekoppelt ist, wie gerade ihre freien Arbeiten belegen.

 


 

»Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler«

KatalogFotosZM

Am 14. April eröffnete die Ausstellung »Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler« mit den Schriftkünstlern Gudrun Zapf-von Hesse und Helmut Matheis. Sie sind die ältesten noch lebenden Schriftkünstler der westlichen Welt und zählen (jeder!) 101 Jahre. Katharina Pieper und der Stiftung Schriftkultur e.V. in Homburg (Saar) ist damit ein echter, weltweit einzigartiger Coup gelungen. ist uns gelungen, beide in einer Ausstellung zu vereinen. Rechts: Heiner Müller mit Helmut Matheis in Bad Bergzabern. Der nachfolgende Text über Gudrun Zapf-von Hesse wurde für den Katalog verfasst.

Impressionen von der Eröffnung

#Weltklasse! Es lebe die Schriftkultur. Ein kleiner Schritt für die Kalligraphie, ein großer für die Menscheit. Katharina Pieper, Heiner Müller und ihre Mitstreiter bei der Stiftung Schriftkultur e.V. in Homburg (Saar) begeisterten am 14. April 2019 mit über 100 Exponaten mehr als 100 Besuchern für zwei über 100 Jahre alte, noch lebende Schrift-Künstler: Gudrun Zapf-von Hesse und Helmut Matheis faszinieren mit ihrem Lebenswerk. Kreativ, vollkommen, zeitlos entfaltet sich eine künstlerische Perfektion, die ihres Gleichen sucht. BRAVO 👏 BRAVISSIMO! — Der exzellente Katalog kann über Katharina Pieper zum Verkaufsreis von Euro 15,00 bezogen werden (ggf. fallen Versandkosten an). 

Foto-/Video-Animation: Andreas Weber

 


 

Dr. Hans A. Halbey, verdienstvoller früherer Direktor des Gutenberg-Museums sowie des Klingspor-Museums in Offenbach, merkte in seiner umfassenden wissenschaftlichen Würdigung von Gudrun Zapf-von Hesse aus dem Jahr 2002 wie folgt an: »Das Schreiben und Schriftentwerfen sowie das Buchbinden erfordern unbedingte Disziplin in der technischen Präzision und ganze Hingabe. Bei Gudrun Zapf-von Hesse kommt das angeborene Gefühl für Maß und Proportion hinzu, ihre Werke beweisen das, besonders an ihren Einbänden, wo Maßhalten und Sichbescheiden im Dekor ihren künstlerischen Stil bestimmen. Schließlich ist ihre Liebe zur Natur und zu den kleinen Dingen in ihren oft hauchzarten Zeichnungen und in den farblich verhaltenen Aquarellen erkennbar.«

Ich darf aus meiner Sicht ergänzend anmerken: Gudrun Zapf-von Hesse gehört zu den Universal-Talenten unserer Kunst- und Kulturgeschichte und könnte, auch heute noch, mit der Präzision eines Schweizer Spitzen-Uhrmachers oder eines Edel-Goldschmiedes mithalten. Nach der Perfektionierung des Schreibens von Hand begann sie als junge Frau, Messingstempel gemäß eigenen Buchstaben und Zeichen zu schneiden, um vor allem Goldprägungen vornehmen zu können. Testformen gab es keine, alles gelang auf Anhieb! Ihre Bucheinbände sind Unikat-Kunstwerke, wie man gleiches kaum zu finden vermag. Ihre von Hand geschriebenen Bücher sind Meilensteine der Buchkunst, bei denen man auf den ersten Blick nicht glauben mag, dass sie nicht mit perfekten Satzschriften gefertigt wurden. Ihre kalligraphisch-geprägten Aquarelle verzaubern. Seit 1952 stellte sie auf internationaler Ebene ihre Werke aus und erntete von allen Seiten Lob, Anerkennung und Bewunderung. Bis heute ist Gudrun Zapf-von Hesse vor allem der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach herzlich verbunden. Im Wohnhaus in Darmstadt werden, wie eingangs dargelegt, ihre Werke sorgsam bewahrt und inszeniert. Unaufdringlich, aber fulminant in der Wirkung. Wer immer dort sein darf, kommt aus dem Staunen nicht raus!


Martin Joppen Honorarfrei bei Urheberangabe/ Belegexemplar

Gudrun und Hermann Zapf während einem von Linotype organisierten Ehrenabend im Schloßhotel Kronberg, Hessen. Foto: Linotype


 

Hermann Zapf war ein glücklicher Mensch. Bis in den Tod hinein. Er durfte sich stets unbeschadet im Schatten seiner geliebten Frau sonnen. Ein Leben lang. Und er stand trotzdem immer im Mittelpunkt. Außer manchmal, wie bereits einige Male in der Gutenberg-Stadt Mainz, und nunmehr bei der Stiftung Schriftkultur e.V. im Gut Königsbruch, Homburg. Da stand und steht Gudrun Zapf-von Hesse im Mittelpunkt. Mit ungebrochener Freude und Dankbarkeit für ihr Leben und Wirken sowie für den Mann an ihrer Seite, den sie vermisst, der ihr aber nie fern sein wird.

 


Zapf Schiller

Diese Zeilen von Friedrich Schiller, die Gudrun Zapf-von Hesse vollendet in einem kalligraphischen Werk inszenierte, wurden im Goethe-Haus zu Frankfurt am Main von Frühjahr bis Herbst 2017 neben anderen Arbeiten von ihr ausgestellt.

Der Dialog mit der Kunst der Goethe-Zeit, vor allem auch mit Friedrich Hölderlin, hat Gudrun Zapf-von Hesse von früh an geprägt und lebenslang angespornt. — »Der Mensch ist aber ein Gott, so bald er Mensch ist. Und ist er ein Gott, so ist er schön.« (Aus: Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XXX, S. 141).


 

Die Schönheit und Modernität oder besser gesagt die Zeitlosigkeit des Schaffens von Gudrun Zapf-von Hesse erscheint nachhaltiger denn je. Das möchte ich getrost und voller Demut ›unaufdringliche Vollkommenheit‹ nennen.

Andreas Weber, Frankfurt am Main

 


 

Zum Autor

 

RS Kunstpreis Zapf Foto von Andreas Weber IMG_1862

Gudrun Zapf-von Hesse mit Andreas Weber im Gutenberg-Museum zu Mainz aus Anlass der Verleihung des Kunstpreises der Ilke und Berthold Roland-Stiftung am 6. März 2016. Foto: Andreas Weber.

Der in Homburg (Saar) geborene Andreas Weber studierte Geisteswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz. Über berufliche Stationen im Druck- und Verlagswesen, der Printtechnik-Industrie sowie durch eigene Unternehmens-Gründungen entwickelte er sich zu einem international anerkannten Experten für Kunst und Kommunikation. Gudrun Zapf-von Hesse und Hermann Zapf lernte er in den 1980er Jahren persönlich kennen. Der enge Kontakt zur Schriftbranche sowie gemeinsamen Freunden aus der Typografie- und Buchkunst-Szene — allen voran Gisela und Hermann Rapp — schafften stets eine große Verbundenheit.

 


 

Lesetipp

Im Blog www.valuetrendradar.com von Andreas Weber finden sich Beiträge zu Gudrun Zapf-von Hesse und Prof. Hermann Zapf (in deutscher und englischer Sprache):

»Meisterlich: RS-Kunstpreis für Gudrun Zapf-von Hesse und Hermann Zapf« vom 6. März 2017

»Nachruf auf Hermann Zapf: Mit Präzision und Leidenschaft zur Meisterschaft!« vom 8. Juni 2015

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Bildschirmfoto 2013-11-22 um 10.01.48

© 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Illustration: Jan Lorenz, Heussenstamm/Germany.

Oder: Am Anfang war die Schrift. Schrift findet einen neuen Anfang.

Ein Wort-Denkmal für Professor Hermann Zapf.
Text: Andreas Weber, Mainz
Grafik/Illustration: Jan Lorenz, Heussenstamm

»Hermann Zapf hat die Transformation einer werthaltigen
Kommunikation von der analogen Gutenberg-Galaxis in die digitale
Wissensgesellschaft wie kein anderer geprägt.
Wir können und werden ihn nie vergessen.« —Andreas Weber

++++++  English Version via Linotype.com   ++++++

»Meine Lebensgeschichte beginnt in Nürnberg. In dieser Stadt wurde ich am 8. November 1918 geboren, also gerade noch im Kaiserreich.« Mit diesen Sätzen lässt Hermann Zapf sein Buch ›Alphabetgeschichten‹ beginnen, das im Jahr 2007 von der Mergenthaler-Edition der Linotype GmbH herausgegeben wurde. Diese lesenswerte Chronik technischer Entwicklungen von Hermann Zapf versetzt uns in Erstaunen. Wie kann ein einziger Mensch soviel auf so hohem, nicht zu übertreffendem Niveau vollbringen? Wie kann man Kreativität, handwerkliche Präzision, universelles künstlerisches Talent und Technologie-Verständnis dergestalt unter einen Hut bringen?

Leben und Werk von Hermann Zapf, der am 4. Juni 2015 in Darmstadt verstorben ist, sind vielfältig und umfassend dokumentiert, vor allem auch von ihm selbst. Er gehört zu den wichtigsten Schriftkünstlern, Typografen, Kalligrafen aller Zeiten, der sich auch als Gestalter, Autor und Lehrer über fast vier Generationen verdient gemacht hat. Und er gehört zu den wenigen Auserwählten der Menschheitsgeschichte, die durch ihr Wirken das Schaffen anderer erst ermöglicht haben, wie der Typograph und Pressendrucker Hermann Rapp (am 21. Februar 2015 vor seinem Freund Hermann Zapf verstorben) in seinem Beitrag zum 90. Geburtstag von Hermann Zapf im Herbst 2008 betonte: »Mit Zähigkeit kämpfte er [Hermann Zapf] ein langes Leben lang um Vollkommenheit. Wer in seiner Nähe stand, wurde mitgezogen oder zog es vor, sich abseits einen kleineren Weg zu suchen. Denn er konnte wohl nicht anders als alles an sich zu ziehen, in sich zu verarbeiten und das Ergebnis, ob Kalligraphie oder Alphabet mit all seinen Zusätzen für viele Sprachen dieser Welt, dem Buch, den Druckwerken zur Verfügung zu stellen.«

Es erfordert nicht nur Respekt, sondern Demut und Dankbarkeit, um sich mit Hermann Zapf auseinandersetzen zu können. Aber nicht etwa deswegen, weil er sich abkapselte, sondern weil Hermann Zapf für immer und ewig an der Spitze der Elite grafischer Kunst steht ohne selbstverliebt oder voreingenommen gewesen zu sein. Bis ins hohe Alter hat Hermann Zapf stets die Begegnung mit anderen, gerade den sehr viel jüngeren Menschen geschätzt – zuhörend, mitredend, helfend, erklärend, Mut machend. So hat er über Jahrzehnte unterrichtet (in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika) oder seit 1998 auf den TypoMedia- und TypoTechnica-Kongressen von Linotype mitgewirkt. Mit dem Schriftenhaus Linotype und seinen Vorgängerfirmen stand Hermann Zapf über mehr als 70 Jahre in engster Beziehung. Zapf hat damit über die Hälfte des Firmenlebens der 1886 von Otmar Mergenthaler gegründeten Firma und ihr globales Geschäft geprägt. Dies ist in der grafischen Branche und ihrer Wirtschaftsgeschichte ein wohl einmaliger Vorgang.

Hermann Zapf zuhause 2003

Hermann Zapf in Darmstadt, 2003. Foto: Heidelberg Nachrichten.

Bleisatz auf dem Bildschirm?

Im Jahr 2001 publizierte Hermann Zapf zusammen mit einem jungen, international besetzten Team aus Basel, Mainz und New York City die Multimedia-CD-ROM ›The world of alphabets by Hermann Zapf‹. Der Meister selbst entwickelte das Layout, gab die Inhalte vor, lieferte die Scans ab und wählte die Musik aus. Innerhalb von weniger als 100 Tagen musste vom jungen Team (mit damals noch sehr rudimentären technischen Werkzeugen) die komplett interaktiv gestaltete Produktion abgewickelt werden.

Die Multimedia-Präsentation führte Hermann Zapf im Herbst 2001 im US-amerikanischen Kalifornien persönlich vor – ›standesgemäß digital und computerunterstützt‹, wie Zapf süffisant anmerkte. Der Grund für den Kalifornien-Besuch lag darin, dass Gudrun Zapf-von Hesse und Hermann Zapf von der Non-Profit Organisation ›The Friends of Calligraphy‹ und der ›San Francisco Public Library‹ eingeladen waren, den ›Lifetime Achievement Award for Excellence in Calligraphy and Type Design‹ entgegenzunehmen. Die Preisverleihung war Bestandteil einer Gruppenausstellung sowie einer Reihe von Events, genannt ›Zapfest, Calligraphic Type Design in the Digital Age. An Exhibition in Honor of the Contributions of Hermann and Gudrun Zapf‹. Weitere 14 international renommierte Schriftgestalter stellten aus. Kuratoren der Ausstellung waren Sumner Stone, Susie Taylor und Linnea Lundquist. Gudrun und Hermann Zapf hielten in diesem Rahmen auch Vorträge in der San Francisco Public Library.

Gudrun und Hermann Zapf besuchten zudem die Firmen Apple (er traf Steve Jobs und Peter Lofting) sowie Adobe. Beide Firmen gehören zu den Pionieren und Gestaltern unserer zeitgemäßen digitalen Kommunikationstechnologien und brachten Hermann Zapf höchste Wertschätzung entgegen.

Im darauffolgenden Jahr 2002 besuchten Hermann Zapf und seine Gattin, die renommierte Schrift- und Buchkünstlerin Gudrun Zapf-von Hesse, die damals ›kreativste Multimediaagentur der Welt‹ in Wiesbaden. Dort zog das Paar zwei Dutzend Jung-Kreative stundenlang in seinen Bann. Und Hermann Zapf lehrte die Multimedianer, dass neueste Technik nicht immer bereits von Anfang an perfekt ist. »Was ihr macht, ist quasi Bleisatz auf dem Bildschirm. Aber keine Angst, die Technik, die ihr im Web nutzt, wird langsam immer besser«, urteilte er.

Die Offenheit und lebenslange Neugier von Hermann Zapf für Innovation und Fortschritt, für Werte und Kultur, für Kommunikation und Gestaltung basiert auf einem hohen Maß an Verantwortung für das eigene Können und Tun. Hermann Zapf kommentierte das so: »Die Arbeit eines Schriftentwerfers verlangt mehr Sorgfalt und Genauigkeit als in einer der üblichen Disziplinen. Kaum eine andere kreative Tätigkeit hat an weltweiter Verbreitung solche Größenordnungen vorzuweisen, weder die Werbung, noch die Buch- und Zeitschriftenproduktion.« Hermann Zapf hat nie etwas halbherzig angepackt oder auf Zufälliges vertraut. Und das, obwohl er immer wieder Neuland betrat, wie zum Beispiel seit den 1960er Jahren mit Dr. Ing. Rudolf Hell, den Zapf als den ›Edison der grafischen Industrie‹ verehrte und dessen Digiset-Technologie Zapf zum Durchbruch verhalf.

Um die grandiose Bedeutung des Lebenswerks von Hermann Zapf und seiner Arbeit als Schriftentwerfer anschaulich zu machen, sei erinnert: Jeder Computer, der weltweit (stationär oder mobil) im Einsatz ist, macht Schriften von Hermann Zapf zugänglich, da sie sowohl Teil der Grundausstattung der Betriebssysteme als auch Bestseller in den Schriftbibliotheken sind. Große Teile der Weltliteratur, bedeutende Publikationen im Zeitschriftenbereich, Firmen- und Privatdrucksachen, Urkunden bis hin zu Inschriften in Denkmälern sind mit Schriften ausgestattet, die Hermann Zapf entworfen und im Laufe von über 60 Jahren ständig an die neuesten technischen Entwicklungen angepasst hat.

Bis zum letzten Atemzug: Ungebrochener Innovationsgeist

Vom Hand- über den Maschinensatz mit Bleilettern bis zum Foto- und Lichtsatz sowie letztlich für die unterschiedlichen Digitaltechnologien hat Hermann Zapf seine Schriftzeichen und Alphabete umgearbeitet und erweitert. Dabei beglückten ihn die neuesten Digitaltechniken geradezu, vor allem das OpenType-Fontformat, da es für Schriftentwerfer sämtliche technisch-physikalischen Beschränkungen der Vergangenheit aufhebt. Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wie auch das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhundert nutzte der damals schon hochbetagte Hermann Zapf, um beinahe wöchentlich im Schriftenatelier von Linotype seine wichtigsten Schriften (Palatino, Aldus und Optima) den neuen Techniken anzupassen. Dabei wurden nicht nur seine Alphabete und Zeichen transformiert, sondern es entstanden Erweiterungen der Schriften, etwa die Palatino Nova und Palatino Sans Com.

Sein spektakulärstes Projekt war sicherlich die Zapfino. Hermann Zapf wurde Anfang der 1990er Jahre von dem später als Web-Design-Guru berühmt gewordenen David Siegel aus Kalifornien angesprochen. Siegel, der Mittzwanziger wollte im Team mit Zapf, dem über 70-jährigen, eine neue digitale Schrift entwerfen, um Kalligrafie mit dem Computer zu ermöglichen. Die Ansprüche wuchsen mit den Möglichkeiten. Das Projekt geriet ins Wanken. Letztlich war Ende 1998 mit Unterstützung des Schriftenhauses Linotype die ›Zapfino‹ genannte kalligrafische Schrift als Weltneuheit marktreif. Apple-Chef Steve Jobs war fasziniert und lizenzierte die Zapfino. Seitdem ist die Zapfino Bestandteil des Betriebssystems OS X von Apple. Kalligrafie findet so Eingang in den von Steve Jobs propagierten ›Digital Lifestyle‹. Steve Jobs und Hermann Zapf kannten sich seit 1984 und trafen mehrmals zusammen. Im Nachruf der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel heisst es dazu: »1984 ist Hermann Zapf einer der 20 Auserwählten, der von Apple einen 128k Mac geschenkt bekommt. The cube. Hermann Zapf versteht es als Herausforderung. Er arbeitet mit dem Gerät. Ein Jahr später lädt Steve Jobs ihn und sein Team nach Cupertino ein. Dort präsentieren sie das Programm ihrer Firma Design Processing International. Später finden viele seiner berühmten Schriften Eingang in die Mac History und sind immer noch serienmäßig auf modernen Apple-Computern installiert.«

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© 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Foto: Nadine Bendzulla, Wiesbaden

›TypoZapfie‹ – Inspiration für den Nachwuchs und globale Strahlkraft

Naturgemäß beschränkte sich Hermann Zapf bei seinen Schriftentwürfen nicht nur auf den westlichen Sprach- und Kulturraum. Slawische Sprachen, Kyrillisch, Arabisch und vieles mehr hat Hermann Zapf in seine Schriftwelt integriert. Jeder Mensch auf unserem Planeten, der Lesen und Schreiben kann, jedes Unternehmen ist mit dem Werk von Hermann Zapf, dem Meister des Schriftentwerfens, hautnah in Berührung gekommen. Mitunter wurden auch lebenswegentscheidende Impulse durch Hermann Zapf gezündet: Der junge Akira Kobayashi aus Tokio bekam in den 1980er Jahren Fachschriften von Hermann Zapf in die Hand, die ins Englische übersetzt waren. Da Akira kein Englisch konnte, aber genau wissen wollte was Hermann Zapf publizierte, brachte er sich kurzer Hand die englische Sprache selbst bei.

Das Ergebnis war eine grenzenlose Begeisterung bei Akira Kobayashi für Schrift und Typografie auf höchstem künstlerischen Niveau, die man als ›TypoZapfie‹ bezeichnen könnte. Akria ging damals unvermittelt nach London zum Studium, entwarf selbst Schriften, gewann bei Wettbewerben und wurde zum künstlerischen Leiter des Linotype Schriftenateliers. Eine Position übrigens, die Hermann Zapf bei der D. Stempel AG, die später von Linotype übernommen wurde, mehr als ein halbes Jahrhundert zuvor inne hatte. Kein Wunder also, dass Hermann Zapf unverzagt und hochmotiviert auf die Unterstützung und Kompetenz von Akira Kobayashi setzte, um im Linotype Schriftenatelier sein Lebenswerk vollenden und bis zum letzten Atemzug auf Innovation, Präzision und Meisterschaft achten zu können.

Der Eingangs zitierte Hermann Rapp rundet die Würdigung der Lebensleistung von Hermann Zapf wie folgt ab: »Hermann Zapf schenkte uns und den späteren ein wunderbares Werkzeug. Wenn wir dieses Werkzeug mit Vernunft und Anstand gebrauchen, das heißt, dass wir Kommunikation des Kommunikativen wegen betreiben, Lesenswertes leicht leserlich machen, dann hinterlassen wir eine gute Spur bei unserem Tun und ehren den Schöpfer unserer Werkzeuge: unseren Hermann Zapf.«

Hermann Zapfs Lebenswerk und seine Meisterschaft sind unvergleichlich und einzigartig. Er hat durch sein über fast vier Generationen dauerndes Wirken die grafische Kunst vollendet. Und gleichzeitig nicht nur Profis, die Gestalter, Kreativen und Medienproduktioner in aller Welt, inspiriert und unterstützt, sondern durch seine aktive Mitarbeit bei der Vervollkommnung der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten die Nutzung grafischer Kunst auf höchstem Qualitätsniveau für alle Menschen zugänglich gemacht. Schrift und die schriftgebundene Kommunikation haben durch Hermann Zapf einen neuen Anfang gefunden. Hermann Zapf hat die Transformation der werthaltigen Kommunikation von der analogen Gutenberg-Galaxis in die digitale Wissensgesellschaft wie kein anderer geprägt. Wir können und werden ihn nie vergessen.

[HINWEIS: Dieser Nachruf entstand in Zusammenarbeit mit Monotype GmbH, die Linotype GmbH übernommen hat. Der Nachruf findet sich auf der Linotype-Website in gekürzter Fassung.]


Zum Autor

Andreas Weber (geboren am 3. Januar 1959 in Homburg/Saar) lebt und arbeitet seit 1978 in Mainz. In der Gutenberg-Stadt studierte er Kunstgeschichte, Archäologie und Buchwesen. 1987 wechselte er ins Kommunikationsfach. Seitdem ist er als Kommunikations-Manager und -Analyst, Publizist sowie als Berater und Coach aktiv. Er hat verschiedene Unternehmen gegründet, zuletzt die Value Communication AG, die er als CEO leitet und die sich auf Innovationstechnologien und Kommunikation mit System spezialisiert hat. Hermann Zapf lernte der Autor im Jahr 1988 in Paris kennen. 2001 produzierte er für Hermann Zapf die Multimedia-Werk ›The world of alphabets by Hermann Zapf‹. 2002 arrangiert Weber die Begegnung von Hermann und Gudrun Zapf mit der damals ›Kreativsten Multimediaagentur der Welt‹, Scholz & Volkmer, Wiesbaden. 2008 publizierte Weber eine umfassende Würdigung Hermann Zapfs zu dessen 90. Geburtstag.

Zur Biografie von Hermann Zapf

Hermann Zapf wurde am 8. November1918 in Nürnberg geboren und gehört zu den wichtigsten Schriftkünstlern, Typografen, Kalligrafen aller Zeiten, der sich auch als Autor und Lehrer verdient gemacht hat. Seit 1951 war er verheiratet mit Gudrun Zapf von Hesse. Nach seiner Lehrzeit als Retuscheur, bei der er seine Leidenschaft für die Kalligrafie entdeckte, zog Zapf 1938 nach Frankfurt/Main, wo er sich als Schriftgrafiker und Kalligraf betätigte. Im gleichen Jahr entwarf er seine erste Type Gilgengart für seinen späteren Arbeitgeber, die Schriftgießerei D. Stempel AG.

Nach Arbeitsdienst, Krieg und Gefangenschaft ging Zapf wieder nach Frankfurt und war bei D. Stempel 1947 bis 1956 künstlerischer Leiter. Zwischen 1948 und 1950 war er nebenamtlich als Dozent für Typografie an der heutigen HfG Offenbach tätig. Während dieser Zeit war Hermann Zapf auch als Graphiker im Buchdesign für Verlagshäuser wie Suhrkamp, den Insel Verlag (auch Insel-Bücherei), die Büchergilde Gutenberg oder den Carl Hanser Verlag tätig.

Aus Prinzip arbeitete er jedoch nie für Werbeagenturen. Eine wichtige Betätigung war die des Schriftentwerfers: Es entstanden die Palatino, Aldus und Optima (bereits 1952), die bis heute weit verbreitet sind. Ab 1956 arbeitete er als selbständiger Schriftgrafiker in Frankfurt. Eine der Arbeiten war 1960 die Ausfertigung der Präambel der Charta der Vereinten Nationen für die Pierpont Morgan Library in New York. Seit den frühen 1960er Jahren beschäftigte er sich mit der Kombination von Typografie und Computerprogrammen.

In Deutschland wurden seine Ideen zum computergestützten Satz damals nicht ernstgenommen und sogar auch verlacht. Nach einer Vorlesung 1964 in den USA war die Universität von Texas in Austin sehr interessiert an Zapf und wollte extra für ihn sogar eine Professur einrichten. Er lehnte das Angebot jedoch ab, da seine Frau nicht in den USA leben wollte.

1972 ging er für einen Lehrauftrag für Typografie, den er bis 1981 ausübte, an die Technische Universität Darmstadt. 1976 wurde ihm vom Rochester Institute of Technology die Professur für computergestützte Typografie angeboten, die dort als weltweit erste aufgebaut wurde. Er nahm dieses Angebot an und unterrichtete im ständigen Wechsel zwischen Darmstadt und Rochester von 1977 bis 1987 auch am College of Graphic Arts and Photography.

1977 gründete er zusammen mit Aaron Burns und Herb Lubalin die Firma Design Processing International Inc. in New York. Das Ziel war die Entwicklung von Programmen für typographische Strukturen, die auch von Nichtspezialisten bedienbar sein sollten. Die Firma bestand bis 1986. Danach entwickelte Zapf in Kooperation mit der URWSoftware & Type GmbH in Hamburg die Software »hz program«. Dieses Programm enthält mikrotypografische Veränderungen zum optimalen Zeilenausgleich. Diese Algorithmen wurden für das Programm InDesign lizenziert.

In den letzten Jahren erweiterte er seine Palatino-Schrift insbesondere um griechische und kyrillische Zeichen. Weiterhin arbeitete er die 1993 begonnene Schriftreihe Zapfino aus, die schließlich bei Linotype erschien.

Eine bedeutende Sammlung von Schriftentwürfen, Buchgestaltungen und Signeten Hermann Zapfs befindet sich in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und kann dort in einer Dauerausstellung besichtigt werden.

Am 4. Juni 2015 verstarb Hermann Zapf in Darmstadt.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)

1967 Type Directors Club Medal des Type Directors Club.

1974 Gutenberg-Preis der Gutenberg-Gesellschaft verliehen.

2000 Ehrenmitglied der Deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX ernannt.

2003 SoTA Typography Award der “Society of Typographic Aficionados” in Chicago verliehen.

2007 Goethe-Plakette des Landes Hessen in Wiesbaden verliehen (11. Dezember 2007).

2010 Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland in Wiesbaden verliehen (25. Mai 2010).

Zapf-Schriften als „Evergreens“ und Bestseller zugleich — Hermann Zapf hat über 200 Schriften entworfen. Überblick über die wichtigsten Schriftentwürfe von Hermann Zapf.

Aldus® (1954), Aldus Nova (2005), Aurelia™ (1983), Comenius® Antiqua BQ

(1976), Edison™ (1978), Kompakt™ (1954), Marconi® (1976), Medici® Script

(1971), Melior® (1952), Noris Script® (1976), Optima® (1958), Optima nova

(2002), Orion™ (1974), Palatino™® (1950), Palatino nova (2005), Palatino™

Sans (2006), Saphir™ (1953), Sistina® (1950), Vario™ (1982), Venture™

(1969), Virtuosa® Classic (2009), Linotype Zapf Essentials™ (2002), Zapfino®

(1998), Zapfino Extra (2003), ITC Zapf Chancery® (1979) ITC Zapf

International® (1976), ITC Zapf Book® (1976), Zapf Renaissance Antiqua™

(1984–1987), ITC Zapf Dingbats® (1978).

Werke (Auswahl)

  • ›Feder und Stichel‹. Frankfurt am Main, 1949
  • ›Manuale Typographicum‹, Z-Presse Frankfurt am Main/New York, 1954 und 1968
  • Typographische Variationen – 78 Buchtitel und Textseiten‹, Verlagsbuchhandlung Georg Kurt Schauer, Frankfurt am Main, 1963
  • ›About Alphabets. Some marginal notes on type design‹, M.I.T. Press, Cambridge, Massachusetts 1970
  • ›Hermann Zapf & his design philosophy‹, The Society of Typographic Art, Chicago 1987, (und in japanisch: Robundo Publishing Inc., Tokio 1996)
  • ›The world of alphabets by Hermann Zapf – A kaleidoscope of drawings and letterforms‹, Multimedia-CD-ROM, produziert von Andreas Weber, Mainz 2001, herausgegeben von Rochester Institute of Technology, Rochester NY und The Melbert B. Cary Jr. Graphic Arts Collection (vergriffen)
  • Alphabetgeschichten. Eine Chronik technischer Entwicklungen, Mergenthaler Edition/Linotype, Bad Homburg 2007, ISBN 3-9810319-5-4.
  • ›Moderne Zeiten‹ – Sonderveröffentlichung aus Anlass des 90. Geburtstags von Hermann Zapf. Erschienen in: Value Magazin, Ausgabe Herbst, Mainz 2008, Seite 8 bis 16. Mit Beiträgen von Andreas Weber, Hermann Rapp und Hermann Zapf.

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Zapf

http://www.linotype.com/de/5669/hermannzapfstatement.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Der-Schreibmeister-des-Computerzeitalters-Hermann-Zapf-zum-90-215953.html

http://regionalwolfenbuettel.de/typo-magie-ein-nachruf-auf-schriftgestalter-hermann-zapf/

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Es-gibt-keine-Entschuldigung-fuer-schlechte-Typographie-zum-Tode-von-Hermann-Zapf-2681823.html

http://www.deutschlandfunk.de/typograf-zum-tod-des-schrift-connaisseurs-hermann-zapf.691.de.mhtml?dram:article_id=321933

http://www.linotype.com/645-34858/hermannzapfsobituary.html

http://www.nytimes.com/2015/06/10/arts/design/hermann-zapf-96-dies-designer-whose-letters-are-found-everywhere.html?_r=0

http://mashable.com/2015/06/10/hermann-zapf-dies-dead/

http://creativepro.com/remembering-legendary-man-of-letters-hermann-zapf/

http://typographics.com/projects/zapf/

http://www.printernet.at/nr/print_publishing43.html (Ausgabe 220, Juli 2015, Nachruf als Titelstory)

http://campaign.r20.constantcontact.com/render?ca=0d6e5143-c433-4939-ab2e-bae7346fc264&c=9613ef10-1ecb-11e3-bfa3-d4ae5292bb50&ch=96390340-1ecb-11e3-bfcf-d4ae5292bb50 (LetterNews)

Commons: Hermann Zapf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Hinweise:

A) Nadine Chahine und Otmar Hoefer von Monotype GmbH haben zum Andenken an Hermann Zapf eine Facebook-Gruppe eingerichtet, die sogleich fast 500 Mitgliederaus aller Welt fand.

https://www.facebook.com/groups/RIPZapf/

Bildschirmfoto 2015-06-12 um 09.17.32

B) Impressionen von der Trauerfeier für Hermann Zapf am 16. Juni 2015 in Darmstadt mit rund 150 Freunden aus Europa, Nordamerika und Japan, die auf Einladung der Familie rund um Gudrun Zapf-von Hesse gekommen waren.

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