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Value Marketing Check

ValueCheck! — Canon #InfoAtWork 26112014.001

Ein Kommentar von Jörg Blumtritt, Data Scientist, Blogger, CEO von Datarella, München, Teilnehmer der Canon for Business Konferenz “Information At Work”, Ende November  2014in Düsseldorf.

  • Verschiebung von ‘targeted Marketing’ zu ‘Prozessautomatisierung’
  • Smartphones pushen die Sharing Econnomy
  • Robotic Process Automation setzt neue Schwerpunkte im Outsourcing

”Die Priorität verschiebt sich von ‘targeted Marketing’ zu ‘Prozessautomatisierung’”. Dieses Zitat von Darian Sims, EMEA Marketing Director, Canon Business Services, fasst sehr gut zusammen, wie man sich im Rahmen der Initiative von Canon “Information at Work” mit Prozessautomatisierung und ihrer Rolle für die Transformation in praktisch allen Branchen beschäftigt.

Prozessautomatisierung bedeutet heute vor allem: Automatisierung der Informationsprozesse. Information — Daten — liegen dabei immer weniger im Unternehmen. Die wichtigsten, reichsten Daten fließen von Außen in den Prozess ein, von den Kunden, den Lieferanten, aus öffentlichen oder sonstigen externen Quellen. Im Zentrum des Informationsmanagement stehen die Dokumente. Dokumente sind aus unterschiedlichen Daten zusammengestellt und formatiert; häufig unterliegen Dokumente starker Regulierung und ans Dokumentenmanagement werden höchste Ansprüche gestellt, was Gewährleistung der Aufbewahrung, Datenschutz und Integrität betrifft. Jahrzehntelange Aufbewahrungsfristen sind bei Geschäftsdokumenten schließlich die Regel.

Die neue Königsdisziplin: Data Storytelling

Versteht man Information at Work richtig, so spannt sich ein weiter Bogen über das Thema Information, Dokumentenmanagement und Prozessautomatisierung. Der englische Datenjournalist David McCandless beschreibt den Paradigmenwechsel, der augenblicklich in der Welt der Datenanalyse vor sich geh, wie folgt: von “Business Intelligence” zu “Data Science”. Data Science kann man am besten mit  interaktiven Info-Grafiken darstellen, um zu zeigen, wohin die Reise geht: Weg vom hypothesengetriebenen Testen, hin zu explorativer Analyse hoch mutlivariater Daten durch grafische Verfahren. Im Ergebnis entsteht eine neue Form des “Data Storytelling”.

“Das globale Datenvolumen, das aus Unternehmen erzeugt wird, wächst jährlich um 56 Prozent — das bedeutet eine Verdoppelung alle achzehn Monate.” Marc Bory  Solution, Sales and Managed Services Director, Canon Europe, führt ‘Moore’s Law’ empirisch weiter. Canon positioniert sich dabei als “One stop solution provider” für das Management von Dateneingang, Datenverarbeitung und der Distribution der datengetriebenen Dokumente an ihre Adressaten.

Der niederländische Business Analyst Hans Kaashoek führt den daten-getriebenen Paradigmenwechsel in die Unternehmen weiter: “Früher hat ihre IT gefragt: Läuft die Anwendung auf einer AS400? — Heute fragt sie: Läuft das auf Amazon?” Cloud-Services wie Amazon, P2P-Services wie Uber oder AirBnB sind in der Tat so einfach, effizient und effektiv, dass es schwer fällt, ihre möglichen Probleme noch ernst zu nehmen.

Kaashoek geht mit einem Beispiel weiter: Er verweist auf Nutzer, die ein kostenloses Wifi nutzen, darin Daten aus der Cloud abrufen, die eventuell noch zwischen mehreren Services hin- und hergeschickt werden — je mehr “Schichten” wir zwischen uns und der originären Datenquelle ziehen, um so mehr Dritte lesen mit oder haben gar die Möglichkeit, unsere Kommunikation zu beeinflussen. “There is no free lunch, there is also no free Wifi.” Umgekehrt sind gerade die Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf Data-Sharing aufbaut, besonders erfolgreich — die neuen Stars mit 100-Milliarden Dollar Börsenwerten sind in der Regel genau die Unternehmen, die davon Leben, Daten zwischen End-Usern zu managen.

Per Smartphone zur Sharing Economy

Und die Tür zu dieser “Sharing Economy” ist das Smartphone! Erst seit wir unseren Internetzugang stets bei uns tragen, werden Angebote wie Uber, Facebook oder Amazon wirklich praktisch, weil wir nicht nur jederzeit, sondern vor allem überall darauf zugreifen können. Zwei Milliarden Menschen haben heute Internetzugang über ihr Smartphone im Vergleich zu gerade einmal 500 Millionen PC-Nutzern. Mobile ist immer stärker Teil in jedem Lebensbereich; aktuell steht Mobile Payment kurz vor dem Durchbruch. In den ersten 72 Stunden haben sich mehr als eine Million Menschen mit ihrer Kreditkarte bei Apple Pay registriert.

“Wenn ich KLM ein Problem twittere, bekomme ich in fünf Sekunden den Reply. Über den Telefonservice hänge ich mindestens 15 Minuten in der Warteschleife. Und über Email bekomme ich niemals eine Antwort.” Hans Kaashoek geht davon aus, dass unsere Arbeitsplätze als nächstes “mobilisiert” werden. “Mobile is the new Desktop.” Mit “Bring your own device” (kurz: BYOD) wird der klassische Arbeitsort mit Tisch, Stuhl und Computer vollständig über den Haufen geworfen. Das Beispiel mit “Twitter vs. Call Center” zeigt dabei deutlich, wie wichtig es wird, die Kommunikationsprozesse im Unternehmen zu vereinheitlichen. Es darf keine Rolle (mehr) spielen, auf welchem Kanal Information angefragt oder gesendet wird.

Outsourcing “re-loaded”

Prozessautomatisierung bedeutet häufig auch Outsourcing. Wichtigster Treiber, Prozesse auf externe Dienstleister auszulagern, war bisher Kostenersparnis. Aber der Schwerpunkt verschiebt sich. Immer wichtiger wird technologische Expertise und Innovation, die innerhalb der bestehenden Unternehmensstruktur nicht mehr rechtzeitig realisiert werden kann. Outsourcing wird der Treiber der Unternehmenstransformation. Und während es bisher um “Köpfe” ging, um ausgelagerte Arbeitsplätze, sind es zunehmend vollständig automatisierte Prozesse, die das Outsourcing notwenig machen. Mit “Robotic Process Automation” (kurz: RPA), bedeutet Outsourcing nicht mehr “Welcher Dienstleister liefert meine Wahre aus”, sondern “Lieferung per Drohne”.

Dabei ist die Automatisierung im Dokumentenmanagementprozess alles andere als Science Fiction. Der Münchner Versicherer WWK realisierte mit Hilfe von Canon ein beispielhaftes Projekt: 80 Millionen Seiten pro Jahr, die gedruckt und sicher an die richtigen Addressaten ausgeliefert werden müssen, mit starken saisonalen Schwankungen und unter den hohen Anforderungen der Überprüfbarkeit. Bei einem Innovationsprojekt, das die Niederländische PostNL realisierte, ist es eine der zentralen Herausforderungen, dass die Menschen zwar grundsätzlich ihre Versicherungsdokumente nach wie vor gedruckt erhalten möchten, aber dennoch erwarten, auch online verlässlich auf dieselben zugreifen zu können. Transaktionale Dokumente wie Rechnungen und insbesondere Zahlungserinnerungen dagegen müssen sowohl gedruckt als auch intelligent als Text-Message geliefert werden, zum Beispiel als Direct Message auf Twitter, die mich an eine ausstehende Rate erinnert.

Fazit: Automatisiertes Dokumentenmanagement bedeutet, den gesamten Informationsprozess im Unternehmen unter Kontrolle zu bringen, alle Dokumente, alle Quellen, alle Adressaten.

ValueCheck! — Canon Roland Seeberger.001

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

Warum darf (gute) Kommunikation (k)eine Kunst sein?

  • Bislang bildeten Print und Publishing das Rückgrat guter Kommunikation, intern wie extern, die gute Dienstleistungsmöglichkeiten (für Dritte) notwendig machten.
  • Neue Formen des Informationsmanagements, beflügelt durch die digitale Transformation, stellen vieles, wenn nicht sogar alles auf den Kopf.
  • Social Platforms sind die Sieger, weil sofort messbar! Twitter wurde zum Leitmedium für qualifizierte Business News aller Art. Blogs liefern die Backgrounds. Facebook ermöglicht die besten spezifischen Interaktions- und Dokumentationsmöglichkeiten.

Gedanken von Andreas Weber im Hinblick auf #InfoAtWork, eine neue Fachveranstaltung von Canon Deutschland und Canon Europa Ende November 2014 in Düsseldorf. Im Fokus des Autors: Was passiert mit klassischer, Print-basierter Kommunikation, die massenmedial auf Push-Effekte zielt?

Ich kommuniziere, also sind wir. Eine einleuchtende Erkenntnis. Passt das ins Digitalzeitalter, einer Ära, die etabliertes Denken und Handeln über Bord zu werfen scheint? Ist tatsächlich alles anders, alles neu, alles unveränderlich verändert? Ja und nein. Ja, weil sich die technologische Basis für Kommunikation, die Art und Weise, wie wir interagieren, radikal verändert hat. Smart Technologies sind Schrittmacher, mobil, multimedial und rund um die Uhr nutzbar. Nein, weil sich das grundlegende Wertesystem, das gute Kommunikation ausmacht, niemals verändert. Kommunikation muss immer relevant, persönlich und wirksam sein.

Das Dilemma: Was für Konsumenten (z. B. Käufer des iPhone 6 mit Apple Pay; hier wurden in 72 Stunden über 1 Million Kreditkarten freigeschaltet!) schnell zur Selbstverständlichkeit wird, ist für Unternehmen oft eine lange Qual. Etablierte IT-Prozesse in Windeseile anzupassen, gelingt nur schwer.

Das Zeitalter der Kunden ist da!

Marktforscher von Forrester nennen die Jetztzeit „The Age of the Customer“. Der Mensch rückt in den Mittelpunkt. Mit Egozentrik hat dies wenig zu tun; vielmehr mit dem berechtigten Wunsch als Individuum wahrgenommen, aufmerksam und fürsorglich behandelt zu werden. Gerade dann, wenn wir Kunden sind, die für Waren oder Dienstleistungen Geld ausgeben. Dies erfordert seitens der Unternehmen eine komplette Erneuerung ihres Information Managements. Bis dato zählt, Kunden- wie auch Mitarbeiterkommunikation effizient und preiswert zu gestalten. Die Controller wachen darüber. Das Ziel lautet, Aufmerksamkeit und Leads zu generieren, damit der Vertrieb nacharbeiten kann. Diese Aufgabe wird immer schwieriger. Spricht man mit Medienexperten, wird eine simple Frage zur Herkulesaufgabe: „Wie macht man für Massenmarktprodukte wirksame Kommunikation?“ TV funktioniert noch. Die zweite Säule, Printmedien, allen voran die Zeitungen, stecken in einer Krise. Leser und Anzeigenkunden rennen davon.

Hoppla, das Neue ist schwierig! 

Neue Kommunikationsformen via Facebook, Instagram umd Co.  sind extrem erfolgreich; für Kommunikations-Traditionalisten aber schwierig zu handhaben, weil sie “beyond Targeting” auf Interaktion, Beziehungen, Prozessautomatisierung und Algorithmen beruhen, nicht auf bloßer Reichweite. Über 1,3 Milliarden Facebook-Nutzer auf einen Schlag zu erreichen, geht nicht, weil es von Konsumenten nicht gewollt ist. Online-Display-Werbung über Banner wird teurer, Wirkungseffekte sind schwieriger zu durchschauen. Google ist in der Lage, relevante Kommunikations-Lösungen zu bieten, die sich rechnen, weil sie schier unendliche Reichweiten mit direkter Interaktion und Transaktion koppeln. Vorausgesetzt, Inhalte und Botschaften stimmen. Alles, was Google bietet, liefert sofort (= automatisiert) Wirkungsnachweise. Ergebnisse sind blitzschnell ausgewertet.

Von all dem können diejenigen, die bislang auf klassische Kommunikationsformen und Werbung sowie primär auf Print- und Publishing-Aktivitäten vertrauen, nur träumen. Es ist nicht sofort messbar, was ein Druckprodukt oder das per Email versendete PDF leistet. Wird es angeschaut? Oder liegt es nur eine Weile unangetastet auf dem Tisch/Desktop, bevor es im Papierkorb landet? Response-Effekte über QR-Codes reichen nicht aus, da nur punktuell messbar. Printmedien können nicht in Echtzeit Daten liefern, welche ihrer Botschaften oder Stories von wem wann gelesen wird. Erfasst wird höchstens, ob ein Printprodukt zugestellt oder gekauft wurde. Marktforschung ist retrospektiv, dauert Wochen und Monate. Das gilt für fast jedes Druckprodukt. Der Betreiber eines Online-Blogs oder einer Community-Site hat es besser; er kann kostenfrei sofort Statistiken oder Kommentare bekommen, die ihn informieren und helfen, das Inhalte-Angebot zu verbessern. Printproduzenten und deren Auftraggeber gucken dagegen in die Röhre. Und sind hoffnungslos überfordert, wie Kommunikation und Transaktion nahtlos gekoppelt werden können. 

Die Zukunft von Print und Publishing “re-loaded”: Mit neuen, IT-getriebenen, sozial vernetzten Kommunikationslösungen die Lücke schließen zwischen realer Welt und der virtuellen Erscheinungsform von Inhalten aller Art. Das funktioniert technisch längst schon. Man denke nur an Web-to-Print-Lösungen auf Konsumenten-Ebene (C-toC), um z. B. Facebook-Chroniken oder Wikipedia-Inhalte einfach und per Mausklick in Publikationen zu verwandeln, die über Nacht gedruckt und versendet werden. Auf B-to-B- wie auch auf B-to-C-Ebene ist man noch weit davon entfernt. Weil das Denken von etablierten Strukturen und IT-Prozessen diktiert wird. Zeit, das zu ändern, gerade hierzulande bei DAX-Konzernen und im Mittelstand, die in ihrem Börsen-/Unternehmenswert den Digitalfirmen hinterherhinken. Nicht nur relativ, sondern absolut. — Wie gesagt: Ich kommuniziere (werthaltig), also sind wir (profitabel)! 

Ausblick: Alles wird gut, wenn wir aus etwas Altem etwas Neues formen. Die Werte der Gutenberg-Galaxis sind noch immer gültig und beflügeln die Kunst der Kommunikation. Das wurde vor allem im November 2014 im Rahmen der Canon for Business Initiative im Team mit hochkarätige Experten beim ersten #InfoAtWork-Event in Deutschland deutlich. Siehe dazu unser Value Resümee und die Echtzeit-Doku sowie den Kommentar von Jörg Blumtritt (@jbenno).

Lesetip für IT, Marketing und Financial Community:
Canon Business Bytes mit fundierten Fachartikeln zum Thema Information Management!

ValueTalk! – Canon Illustrations Series 1.001

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Illustration/Composing: Andreas Weber, Mainz.

 

Kommentar und Fachbeitrag von Marc Trennheuser, Marketing Manager Business Imaging Group, Office, Canon Deutschland GmbH, Krefeld.

 

Markenunternehmen kennen ihre Kunden inzwischen ganz genau, sollte man annehmen. Sie verfolgen die „Likes“ ihrer Fans, deren Ausgabegewohnheiten und die bevorzugte Art ihrer Kommunikation. Für die Marketingverantwortlichen ist das Leben scheinbar etwas einfacher geworden. Zumindest bis das „Internet der Dinge“ („IoT — Internet of Things“) Einzug hält… — Welche neuen Herausforderungen ergeben sich daraus?

Gartner prognostiziert, dass es bis zum Jahr 2020 rund 26,6 Milliarden aktive internetfähige „Devices“ geben wird. Diese intelligenten vernetzten „Gegenstände“ besitzen das Potenzial, um Werbetreibende mit einer überwältigenden Menge von Datensätzen mit unterschiedlichem Umfang zu versorgen.

Die Erfassung und Analyse von Informationen zur Unterstützung von Kampagnen ist nichts Neues. Sobald das „Internet der Dinge“ aber einmal vollständig verfügbar ist, werden CMOs, die nicht darauf vorbereitet sind, durch den Umfang und die Tiefe der dann erhältlichen Informationen wahrscheinlich vor großen Herausforderungen stehen.

Was also können Werbetreibende heute tun, um sich vorzubereiten? — Drei wesentliche Empfehlungen lassen sich nennen:

1. Die Verbindung zwischen Transparenz und Kundendaten erkennen

Die erste Herausforderung besteht darin, die Sensibilität zu erkennen, die mit dem Sammeln von Kundendaten verbunden sind. Immer wieder hat sich bestätigt, dass Data-Mining von Kunden größtenteils akzeptiert wird, wenn es zu ihrem Nutzen und auf transparente Weise geschieht. Die Supermarktkette Tesco z.B. verwendet Daten ihres Kundenbindungsprogramms, um Gutscheine für häufig gekaufte Artikel anzubieten; Google analysiert die E-Mail-Konten seiner Kunden für zielgerichtete Anzeigen und Suchergebnisse auf Basis deren Korrespondenz. An diesen Beispielen erkennt man schon, es ist ein schmaler Grat und schnell ist man einen Schritt zuweit gegangen und hat die Treue der Kunden riskiert.

Die Lehre besteht für Werbetreibende darin, sicherzustellen, dass sie die relevanten ethischen Fragen genauso verstehen wie die Erwartungen (und Rechte) ihrer Kunden in Bezug auf die Privatsphäre. Von Anfang an ist Transparenz darüber notwendig, welche Daten gesammelt werden, damit Kunden erkennen, dass sie eine Wahl haben und sich so mit dem Vorhaben einverstanden erklären können.Wie immer liegt also der Schlüssel zur Pflege der Kundenbeziehung in der glaubhaften und offenen Kommunikation.

ValueTalk! – Canon Illustrations Series 1.001

2. Erfolgsentscheidend: Die Organisation der Daten

Eine große Herausforderung besteht in der Organisation der Datensätze, die den Marketingverantwortlichen zur Verfügung stehen.

  • Wie verbinden sie Informationen über die Fahrgewohnheiten, den Kaffeekonsum und die Schlafenszeiten von Kunden?
  • Was machen sie mit den Informationen, sobald sie vorliegen?
  • Wie können sie erkennen, welcher Anteil dieser Kundenerkenntnisse am wertvollsten ist und wie können sie dann darauf aufbauend Trends und Chancen rasch erkennen und entsprechend handeln?

Die Werbetreibenden von Morgen müssen ein im Vergleich zu üblichen Marketing-Tools weitreichenderes Know-how entwickeln, damit  die mit dem „Internet der Dinge“ verbundenen Chancen optimal genutzt werden können. Um dem Mehr an Daten Herr zu werden, sind intensive statistische Methodiken zu entwickeln und zu implementieren — ohne dabei die ideale Kernkompetenz eines Werbetreibenden aus den Augen zu verlieren: die hervorragende Kommunikation mit dem Kunden.

Werbetreibende müssen außerdem die Kooperation mit den anderen Fachabteilungen ihres Unternehmens intensivieren. „Big Data“ verspricht nur Nutzen, wenn es im entsprechenden Kontext verankert wird. Oft liegt der Schlüssel zu diesem Kontext in den Zahlen anderer Abteilungen. Nur wenn diese überzeugt werden, dass es sich lohnt, potenziell sensible Daten mit dem Marketing-Team zu teilen, können durch „Big Data“ wirkliche Vorteile erzielt werden.

3. Über die Daten-Organisation hinaus: Neue Kanäle erkunden

Das Aufkommen der vernetzten Geräte setzt außerdem entscheidende Impulse für die Eröffnung neuer Marketingkanäle. Bald wird es möglich sein, Kunden über nahezu jedes vernetzte Gerät in deren Haus mit gezielten Anzeigen oder Botschaften anzusprechen.

Das bedeutet unausweichlich, dass eine noch größere Fragmentierung in Bezug auf die Kanäle eintreten wird, die Werbetreibenden offen stehen. Der Erfolg wird von der Fähigkeit abhängen, diejenigen heraussuchen und auswählen zu können, die den größten Ertrag bringen. Dabei wird es entscheidend darauf ankommen, das richtige Gleichgewicht zwischen Nutzen und Zudringlichkeit zu finden. Kühlschränke werden in der Lage sein, Werbung für eine Einkaufslieferung anzuzeigen, sobald sie feststellen, dass Lebensmittel wie Milch oder Butter fehlen. Aber werden die Verbraucher darauf positiv reagieren und es als so hilfreich empfinden, wie es sich die Unternehmen vorstellen, die diese Funktionen schaffen? Wird der Eingriff in ihr tägliches Leben den Kompromiss wert sein?

Dort, wo Daten eine Herausforderung für Werbetreibende darstellen, bieten sie auch eine Lösung. Höhere Mengen von hochwertigeren Daten sollten es theoretisch noch leichter machen, den finanziellen Ertrag einer Kampagne zu messen. Genau wie Online-Werbung das Marketing mit präzisen Ergebnismessungen wie Cost-per-Click revolutioniert hat, bietet das Internet der Dinge das Potenzial, diese Art von Präzision auf jede Kampagne auszuweiten.

 

Fazit — Our Take 
Es ist unausweichlich. Das „Internet der Dinge“ kommt. Und Werbetreibende, die sich im Voraus darauf vorbereiten, die den aktuellen Stand der Diskussion um ethische Fragen und Datenschutz intensiv studieren und die frühzeitig das Management von umfangreichen Kundendatensätzen in den Griff bekommen, werden darin die nächste große Chance finden, nach der sie bereits lange gesucht haben.

 

Weitere Informationen und Fachartikel von Canon zu wichtigen Marketing, Financial und IT-Themen:

Canon Screeshot Business Hub Exceptional

Canon stellt fachlich fundierte Blogartikel zur Verfügung. Derzeit sind rund ein Dutzend verfügbar, ständig kommen neue hinzu. http://www.canon.de/exceptional/

Newspapers dead caused by publishers.001

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

By Sudarsha Rambaran, Value Art+Communication Fellow, Mainz
(This blog post is part of a new Value iBook “The Real Value of Print” which will be available soon)

 

ValueLearnings

• Beyond craziness? — The Woeful Tale of the Newspaper and its War with the Internet

• Publishers’ strange behavior (since decades): they ignore the needs of their customers

• The biggest enemy of print & publishing are newspaper publishers and their partners in the traditional media business

 

Five years ago, in an interview with Horizont, media expert and author of What would Google do?” Jeff Jarvis made some visionary comments about the future of the newspaper industry. He stated that society is being massively restructured because of the internet, however, Google is not the instigator of this process as many believe, but rather a result of it. These days, if you cannot be searched on the net, you cannot be found. The mass market for newspapers may be dead, but there is still a niche for them in the world. The news itself must change: it has to be tailored to target audiences, which is why regional newspapers can benefit so much from Google. Google itself is currently changing their whole marketing approach. They are concentrating on making the advertising relevant to local markets by personalizing the stories (nice example here). They no longer want to mass produce messages that work on a global level, and it’s working brilliantly!

The advantages of the online world for newspapers are many; low costs, cheap distribution, fast updates, and discussions with the readers. There was the nice example with the New York Times. They took down the paywall on their  site and their internet traffic rose by 40%, which started a snowball effect: they earned more money from advertisements, and they moved up the list on the Google search page, which led to even more readers.

Currently, the German regional newspapers are rebelling against Google, because they believe it doesn’t help their sites, especially on the Google News side. One prominent example of this is the “Braunschweiger Zeitung”, which has abandoned the Google News feature. Their  reasoning for this, in my opinion, made little sense: they wanted to show their confidence and independence from Google. They also want Google News to suffer for it; if many regional newspapers leave it, Google will have a problem. Yet in reality it would be their problem if they can’t be found! The whole story reminded me of this:

On the other hand, the Zeitung went about this in a clever way, as they started a massive marketing campaign in order to raise awareness and advertise the newspaper. However, They could have done the marketing campaign without leaving Google, and Google would only have supported it! The marketing campaign did increase the visits to their website by 27%, though, but I still don’t see how leaving Google helped with this.

So the big question we asked ourselves here was: why blame Google for the decline of the newspaper industry when all it’s doing is helping? (And why not Twitter, which would have made far more sense?). The facts:

  • Google is a great source of promotion. We send online news publishers a billion clicks a month from Google News and more than three billion extra visits from our other services, such as Web Search and iGoogle. That is 100,000 opportunities a minute to win loyal readers and generate revenue—for free.
  • In terms of copyright, another bone of contention, we only show a headline and a couple of lines from each story. If readers want to read on they have to click through to the newspaper’s Web site. (The exception are stories we host through a licensing agreement with news services.) And if they wish, publishers can remove their content from our search index, or from Google News.
  • The claim that we’re making big profits on the back of newspapers also misrepresents the reality. In search, we make our money primarily from advertisements for products. Someone types in digital camera and gets ads for digital cameras. A typical news search—for Afghanistan, say—may generate few if any ads. The revenue generated from the ads shown alongside news search queries is a tiny fraction of our search revenue.

Eric Schmidt, Chairman and CEO of Google Inc, writing for the Wall Street Journal

It all speaks for itself, really. Readers also don’t necessarily want to read newspapers solely on digital platforms, as many in the newspaper industry fear. The actual percentage of people who do exclusively want digital content is at 10-12%.

“News is not one-size-fits-all” – Jeff Jarvis

The newspapers do not just have a problem with the Internet, they also have a content problem. They need to change their approach by tailoring news to target audiences rather than trying to reach everyone, which is why regional newspapers, like the Braunschweiger Zeitung are so important today. Dr. Andreas Vogel put it quite nicely in a study:

“Bloß die Verlage glauben, [dass sie] mit einem Einheitsprodukt alle Leser [gewinnen können]”

Roughly translated, this means that only the newspapers themselves believe that they can reach all types of readers by creating one mass product.

Dr. Vogel believes that one possible solution to this content problem is to differentiate the product by offering different versions of it. Not too many, however; perhaps three or four intelligently created versions, which can be decided on by polling the readers and asking them about their interests. These versions might be smaller/thinner than the original edition, and cheaper. This is a great idea, as it is more personal, which is so important these days, and it views the buyer as a reader/consumer. Many newspapers seem to ignore this; fact is, what might be academically recognized as quality journalism may not be something the reader can cohere. Newspapers need to connect to their readers, or at least write pieces that their readers can relate to.

Now back to the evil that is Google, according to publishing companies. A German organization, VG Media, own by a number of media companies like Axel Springer SE, sued Google for copyright reasons; they claimed that Google was stealing from them by showing short snippets of their articles on the search page. The result was a law, called the Leistungsschutzrecht, which forbids Google from showing these snippets (it is rather vaguely written, though). The result of all of this ridiculousness was this: October 1st, 2014, Google announced that it would no longer show the snippets, instead just the name of the article and maybe the author. They don’t even show the paper’s logo on the search page. And the papers are crying wolf at Google again. At the end of the day, what really happened is that the newspapers blamed Google for the problems they were having (and still are). They were simply afraid that Google was taking business away from them and thus making more money. Whereas in reality, Google only promoted and linked to their content, thus delivering readers to them on a silver platter! The PR brochure promoting this stated that “If someone wants to use our content, they have to ask.” It’s pretty easy translate this into what they really meant, and German blogger Stefan Niggemeier did so flawlessly: “Google must use it and pay”. Now Google isn’t using it or paying, and they’re left crying in the corner because they got what they wanted; Google doesn’t showcase their content anymore. And they will lose clicks.

Newspapers dead caused by publishers.001

ValueCheck! — Zeitung

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

By Sudarsha Rambaran, Value Art+Com Fellow, Mainz

 

ValueLearnings

• Learn why Google is de facto a vital source of promotion for newspapers, rather than “the enemy“.

• Newspapers no longer have a mass market, but a new niche. Discover it!

• What a lot of newspapers think Google is doing vs. what they are actually doing.

 

Five years ago, in an interview with Horizont, media expert and author of “What would Google do?” Jeff Jarvis made some visionary comments about the future of the newspaper industry. He stated that society is being massively restructured because of the internet, however, Google is not the instigator of this process as many believe, but rather a result of it. These days, if you cannot be searched on the net, you cannot be found. The mass market for newspapers may be dead, but there is still a niche for them in the world. The news itself must change: it has to be tailored to target audiences, which is why regional newspapers can benefit so much from Google. Google itself is currently changing their whole marketing approach. They are concentrating on making the advertising relevant to local markets by personalizing the stories (nice example here). They no longer want to mass produce messages that work on a global level, and it’s working brilliantly!

The advantages of the online world for newspapers are many; low costs, cheap distribution, fast updates, and discussions with the readers. There was the nice example with the New York Times. They took down the paywall on their site and their internet traffic rose by 40%, which started a snowball effect: they earned more money from advertisements, and they moved up the list on the Google search page, which led to even more readers.

Currently, the German regional newspapers are rebelling against Google, because they believe it doesn’t help their sites, especially on the Google News side. One prominent example of this is the “Braunschweiger Zeitung”, which has abandoned the Google News feature. Their reasoning for this, in my opinion, made little sense: they wanted to show their confidence and independence from Google. They also want Google News to suffer for it; if many regional newspapers leave it, Google will have a problem. Yet in reality it would be their problem if they can’t be found! The whole story reminded me of this:

On the other hand, the Zeitung went about this in a clever way, as they started a massive marketing campaign in order to raise awareness and advertise the newspaper. However, They could have done the marketing campaign without leaving Google, and Google would only have supported it! The marketing campaign did increase the visits to their website by 27%, though, but I still don’t see how leaving Google helped with this.

 

ValueCheck! — Zeitung Illustration.001

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

So the big question we asked ourselves here was: why blame Google for the decline of the newspaper industry when all it’s doing is helping? (And why not Twitter, which would have made far more sense?). The facts:

  • Google is a great source of promotion. We send online news publishers a billion clicks a month from Google News and more than three billion extra visits from our other services, such as Web Search and iGoogle. That is 100,000 opportunities a minute to win loyal readers and generate revenue—for free.
  • In terms of copyright, another bone of contention, we only show a headline and a couple of lines from each story. If readers want to read on they have to click through to the newspaper’s Web site. (The exception are stories we host through a licensing agreement with news services.) And if they wish, publishers can remove their content from our search index, or from Google News.
  • The claim that we’re making big profits on the back of newspapers also misrepresents the reality. In search, we make our money primarily from advertisements for products. Someone types in digital camera and gets ads for digital cameras. A typical news search—for Afghanistan, say—may generate few if any ads. The revenue generated from the ads shown alongside news search queries is a tiny fraction of our search revenue.

Eric Schmidt, Chairman and CEO of Google Inc, writing for the Wall Street Journal

It all speaks for itself, really.

 

ValueCheck!
Please also check out Andreas Weber’s post, “Zeit-ung ist gleich Zeit-um?”, about a local newspaper here in Mainz, the Mainzer Allgemeine Zeitung!

 

Value Check FDI Fachabend 09092014.001

 

Zu Gast bei Friedrich Roeingh, Chefredakteur der Mainzer Allgemeinen Zeitung. 

Von Andreas Weber

Er macht seine Sache sehr smart, kompetent und souverän. Und man spürt, dass er ein exzellentes Gespür für Journalismus, Stories und Leser hat. Und er sieht ziemlich klar: Das, was war, wird so nicht bleiben können. “Ich bin sicher, dass es auch in 20 Jahren noch eine Zeitung auf Papier geben wird”, stellt Friedrich Roeingh am 9. September vor FDI-Fachbesuchern im Druckzentrum der Allgemeinen Zeitung fest. Nur eben nicht mehr in der bisherigen Form. Und als Papierausgabe mit wesentlich reduzierter Auflage. Überhaupt: Im Deutschen bedeute Zeitung Neuigkeit. Nur im angloamerikanischen Raum werde Zeitung durch das Wort “Newspaper” stets mit Papier in Verbindung gebracht. Hoppla: Abschied vom Papier? Gerade die Zeitungsverleger haben dereinst ihr Verständnis von Zeitung immer mit “gedruckt auf Papier, weil dann glaubwürdiger etc.” in Verbindung gebracht.

Apropos Neuigkeit: Gleichzeitig zum Vortrag von Friedrich Roeingh präsentierte in Cupertino Apple CEO Tim Cook wie immer perfekt inszeniert Top-Neuheiten zum Digital Lifestyle! Inkl. iPhone 6,  Apple Watch und Apple Pay.

Und wie ist der Stand der Dinge beim Papier-Bedrucken-Geschäft? Klar, man hat eine supermoderne Druckfabrik. Ein Imagefilm, den Roeingh vorführt, zeigt artig und hübsch, was alle schon kennen. Fakt ist aber, wie er berichtet, auch: Die ungebrochene Reichweitenstärke der bis dato sehr gesunden und vitalen Regionalzeitungsgruppe lässt alle Medien-Wettbewerber hinter sich. Radio wie auch Fernsehen. Und andere Zeitungstitel sowieso. “Die Zeitung ist für mich ein soziales Medium”, führt der Chefredakteur weiter aus. Und kann dies belegen: Durch exklusive Stärken wie die Themenvielfalt, die Heterogenität der Leserschaft, das Widerspiegeln dessen, was in unmittelbarer Umgebung geschieht sowie die Nutzungsintensität (25 Minuten pro Tag). Allerdings: Die Werbeeinnahmen sind im flinken Sinkflug, die Zahl der Kioskverkäufe und Abos ebenfalls. Es teilen sich aber immer mehr Leser dasselbe  Zeitungsexpemlar. Fast drei pro Ausgabe. Daher bleibt die Reichweite stabil (mit derzeit über 500.000 Lesern).

Rettungsanker? — Digitalangebote der Verlage

Der Markt schätzt also die Leistung der Zeitung, will diese aber nicht mehr adäquat honorieren. Nicht nur dass junge Leser fehlen (das war wohl früher auch schon mal so), die wichtige Gruppe der 30 bis 45 jährigen bereitet Probleme. — Soweit alles nichts neues, weil Branchenszenario. Ausser, dass die AZ bis dato noch recht gut dasteht. Die Frage ist dennoch: Was tun? Sehr offen und frei sagt Roeingh, dass wohl niemand im Moment wissen kann, wohin die Reise geht. Er besinnt sich darum auf die alten Stärken und Urtugenden des Redakteurs und Journalisten. Gute und relevante Stories liefern, die Hintergründe beleuchten, aktuelles Kommentieren und durchaus auch Neues aufspüren. Allerdings muss er auch zugeben: Mit den Internetgiganten wie Facebook, Google und auch Twitter kann er sich nicht messen. Aber man habe einen Weg gefunden, diese Plattformen für sich zu nutzen. Zum einen gibt es Online-, App-, E-Paper-Angebote und zum anderen eine Facebook-Page sowie einen Twitter-Account der AZ.

Gerade Facebook und Twitter seien wichtig. Twitter nutze man wie andere Medienhäuser auch, um eigene News blitzschnell zu verbreiten, damit sie von anderen aufgegriffen und im Netz kolportiert werden. Wobei man nicht wissen und bewerten könne, wer von den Nutzern der sog. Digitalangebote der AZ auch ein Printleser sei. In seinem Metier, so Roeingh, wären für das Messen und die Erfolgskontrolle ohnehin die Marktforscher wie die von der GfK zuständig. Sprich: Die Zeitung pusht Inhalte, führt aber keine Dialoge mit den Lesern. Deren Verhalten müssen Dritte bewerten.

Das heisst: Er und seine Redakteure können alle Kanäle bespielen, in Wort, Bild und auch Film. Zudem entwickelt man eine Reihe neuer Print-Titel in Form von Spezialpublikationen für Studenten, Kinder, die Wirtschaft etc. Man habe auch einen innovativen Ansatz entwickelt, wie Print- und Digitalangebote verknüpft, also in Bundles vermarktet werden kann. Ob Bezahlinhalte aber funktionieren, stehe in den Sternen. Wie das ökonomisch rentabel von statten gehen soll, müssen die (noch zu entwickelnden) neuen Geschäftsmodelle zeigen. Da sind also die Verleger und Marketing-Strategen gefragt. Die zumindest im Falle der AZ und der Verlagsgruppe Rhein-Main einen guten Job machen und auch von Kooperationen viel verstehen. Nur: Die zündende Idee, der richtige Innavtionsansatz der Geschäftsmodelle ist längst noch nicht gefunden.

Unsere Meinung:

Friedrich Roeingh hat eine klare Linie, weiss was er tut und steht 1000-prozentig hinter seinem aufrechten Verständnis von Journalismus. Er leidet aber sichtbar darunter, dass viele Einflussgrößen auftreten, die er (wie auch die ganze Verlagsgruppe) nicht mehr beeinflussen können. Irgendwie werden die Weichen andernorts gestellt. Mann muss sich dann halt arrangieren.

Ein Manko schient aber deutlich: Online-Sites wie auch Social Media Plattformen werden fälschlicherweise als alternative Kanäle zu Print gesehen, die man intensiver nutzen muss, indem man Daten, die man schon für Print hat, angereichert oder variiert ausliefern muss. Aber sowohl Werbung als auch Journalismus sehen dort ganz anders aus. Denn Social Media wirft die Frage auf: Was passiert in einer Kommunikations-Welt, in der der Empfänger zugleich der Sender ist? In der der Empfänger selbst bestimmt, wann er/sie und welche Inhalte er wie nutzt? Klingt ungewohnt, ist aber so an der Tagesordnung bei “Social”. Das kann man aber nur nachvollziehen, wenn man sich dort auch intensiv tummelt und eine eigene digitale Kompetenz aufbaut. Und die fehlt. scheinbar. Wenn man die AZ Facebook-Seite und vor allem den AZ Twitter-Account anschaut, wird einem schon ein bisschen schwummrig. Beides wirkt nicht nur ziemlich altbacken, lieblos oder dilettantisch, sondern überhaupt nicht konform mit dem wofür “Social” heute steht: Hohe Interaktion, beste Dialoge mit Nutzern, immer am Ball, Nutzer einbeziehendes, smartes Storytelling in Kurzform, etc. All das ist nicht erkennbar.

Hinzukommt: Es fehlt wohl in der Vermarktung der Zeitung an Leuten, die der Leidenschaft des Journalisten die Leidenschaft für den Mehrwert bei Angeboten für die Kunden in Vertrieb und bei Werbung zur Seite stellt. Und es fehlt an Angeboten, die für Media-Planer relevant und attraktiv sind. Die können mit Reichweite alleine kaum etwas anfangen. Kunden wollen Targeting, Precision Marketing und so weiter. Crossmediale Bundles werden da also nichts bringen. Und ein Blick über den Tellerrand könnte nicht schaden. Denn entweder man kehrt Print den Rücken und steigt wie Axel Springer massiv in E-Commerce und IT-Services ein. Oder man macht Print wieder innovativ und verknüpft es kundenfreundlich mit der Social Media Welt. Dazwischen gibt es nichts. Ausser Siechtum und stetem Status-quo-Retten. Denn es braucht schon mehr als neue Luft in alten Fahrradschläuchen, um das Jahr 2020 auf sicherem Weg in angemessenem Tempo zu erreichen.

Das Dilemma, das am Beispiel der AZ sichtbar wird: Mangelnde Dialog- und Interaktionsbereitschaft mit dem Leser/Kunden trotz eigener Medienplattformen ist im Social-Media-Zeitalter heikel bis gefährlich; und lässt kaum die Erweiterung der Stammgeschäfte und vor allem kein profitables Wachstum im Stammgeschäft zu. Dabei wäre dies problemlos mögliche (siehe unsere Analyse).

Insofern freue ich mich, wenn wir am 7. Oktober 2014 das Thema Zukunft Zeitung beim nächsten Mainzer FDI-Fachabend in unserem Value Office vertiefend diskutieren. Vielleicht hat Chefredakteur Friedrich Roeingh Zeit, und kommt auch. Ich würde mich freuen.

 

 

 

Foto: Andreas Weber

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany (Left: Sükran | Right: Sudarsha)

 

By Sudarsha Rambaran, Value Communication Fellow, Mainz

A couple of days ago, became clear to us that many print companies believe that the internet and social media are fatal to their business. After discovering this, Şükran and I went on to research why that is; as digital natives, we could not imagine why print is believed to be a dying breed, especially by the printers themselves.

The research yielded some surprising results. I googled the term “print companies” and I found quite a few print companies from the US that are using the digital world wonderfully to their advantage. For example, Print Three is a Canadian company which has a beautifully designed website and a modern and innovative advertisement on YouTube. I loved the advertisement, since it was very customer-oriented and did not focus on explaining the technology of the printers, as printing companies tend to do. Instead, it elucidated the products, and fixated on what the company can do for “you” (i.e. the customer). They also have a sister company, Eden, which offers help on a social media level and also utilizing the web in a coherent way. Another impressive example was a company called AlphaGraphics, which works with a similar business model as Print Three.

I also came across a blog, written by UK expert Matthew Parker. It was like social media marketing for dummies, as he breaks it down into three simple steps and their advantages:

1. Create interest

  • Customers will take more of an interest in you if you stay in touch and send them valuable information.
  • Become a valuable resource for the customer; make sure you are the person they go to if they need something

2. Start engagements

  • Post interesting information, thus encouraging discussions. Why? Because every action has a reaction!

3.   Create opportunities for offline engagement

  • In order to truly do business successfully, you have to move the relationship away from social media in the final step
  • Use social media to set up human-to-human meetings

The above is such a simple concept, so I really don’t understand why it seems to be such a problem for printing companies.

 

Please read as well Sükran’s survey results.

Or watch the full movie with all results by both of us.

 

 

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