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Value Art & Communication

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@ 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

Von Andreas Weber, Mainz

Für Mittwoch, den 28. Januar 2015, hatte Dr. Ying Lin-Sill mich gebeten, um 15 Uhr in unser Mainzer Büro zu kommen. Ich sollte Freunde von ihr treffen, die aus China zu Besuch gekommen sind. Ying ist seit über zwei Jahren als Künstlerin Dreh- und Angelpunkt in unserem „Value Artist in Residence“-Programm. Seitdem hatten wir hunderte von Gästen bei uns. Sogar das Chinesische Neujahrsfest begehen wir gemeinsam. Und Prof. Yu Hui, Deputy Director Painting/Calligraphy und Direktor Research Institute, National Palace Museum, Beijing, sowie viele andere haben uns besucht. Soweit also nichts ungewöhnliches, ausser, dass der 28. Januar ein besonderer Tag im Jahr ist: der Geburtstag von Jackson Pollock und Claes Oldenburg.

Als ich (zeitig früher) vor dem Büro in der Mainzer Walpodenstrasse ankam, traf ich Jiandong Sun, die mit ihrem Ehemann Dr. Ing. Gert Kaster schon im Gehen begriffen war. „Oben im Büro ist viel los!“, sagte sie lachend. Ich rannte die Stufen hoch. Die Bürotüre war weit geöffnet. Es standen überall so etwas wie einzelne Paravents herum. Viele Kartons waren verstreut. Über ein halbes Dutzend Menschen waren mit diesen Paravents, mit Papierrollen und -blättern beschäftigt. Möbel wurden umgestellt. „Das ist mein Freund Jian Xu, seine Frau Ting Wang, seine Tochter Xiang und sein Sohn Xin“, sagte Ying stolz und freute sich. Alle seien Künstler aus Leidenschaft: Jian ist ein renommierter Maler, seine Frau eine Opernsängerin, seine beiden Kinder sind hochtalentiert und studieren Malerei. Und unser Value Communication Fellow Yajing Huang sorgte als Koordinatorin für den nötigen Überblick.

Idee und Resultat in Windeseile — auf höchstem Niveau!

Was war geschehen? Jian Xu war dermaßen begeistert von Mainz und unseren schönen Räumen, dass er ad hoc mobile Stellwände und alles nötige besorgen ließ, um Dutzende von Arbeiten von sich und seinen Kindern auszustellen. Chinesische Malerei und Kalligraphie vom Feinsten. „Es muss alles sehr schnell gehen. Am Samstag wollen wir eine Vernissage machen“, sagte Ying lächelnd. Ich dachte, in Anbetracht unserer bereits vorhandenen zahlreichen Sammlungsstücke und Gemälde, nicht zuletzt von Ying selbst, die wir ausstellen: Da bin ich gespannt, aber wie soll das werden?

Yajing kam lächelnd auf mich zu und sagte: „Wollen wir jetzt oder später ein Interview mit Jian Xu machen, dass bei seiner Rückkunft im Chinesischen Fernsehen gezeigt werden soll?“ Ying informierte mich, während alle anderen die Ausstellung arrangierten, über Jian Xu’s Lebensweg, seine Arbeit und seine Bedeutung. Jian Xu ist der letzte Meister-Schüler des grossen Malers Wang Xuetao, der unter anderem 1956 eine chinesische Delegation nach Europa führte und als Höhepunkt eine Begegnung mit Pablo Picasso zelebrierte. Wang demonstrierte Picasso eindrücklich die chinesische Malkunst, indem er in nur sieben Minuten einen Adler malte. Zudem wurden Picasso Arbeiten von Wang’s Lehrer und Meister Qi Baishi gezeigt. — Picasso war dermaßen beeindruckt, dass er Wang Xuetao eine Zeichnung seiner Friedenstaube widmete, die Wang mit chinesisches Schriftzeichen versah. Und Picasso sagte anerkennend: „Die wahre Kunst liegt im Fernen Osten.“ Picasso beschäftigte sich im Anschluss intensiv mit Chinesischer Kunst, wenn er auch bedauerte aufgrund der weiten Entfernung und seines fortschreitenden Alters nicht selbst nach China reisen zu wollen.

 

JIan Xu Memorial 1

 

Jian Xu hat seinem Meister in über fünfjähriger Arbeit die Wang Xuetao Memorial Hall im Gonghuacheng Art Center gewidmet. „Kunst kommt aus dem Herzen. Und hat Beziehungen zu allem, was wir tun“, sagte mir Jian Xu in unserem Interview, nachdem in nicht einmal drei Stunden eine mehr als sehenswerte Ausstellung aufgebaut und inszeniert wurde. (Dazu an anderer Stelle mehr!).

Wir sind voller Freude und sehr glücklich, Jian Xu und seine Familie als Freunde in Mainz gebührend zu feiern. Es ist uns eine Ehre. Und unseren Besuchern eine Freude. Die kamen übrigens schon während des Ausstellungsaufbaus: Jörg Blumtritt aus München sowie unsere lieben Nachbarn mit ihren Kindern sowie eine ganze Reihe von chinesischen Freunden, die in Mainz leben. Kunst fördert Kommunikation. Wir sind mit dem Herzen dabei.

 

Impressionen zum Making-Off der sehenswerten Ausstellung:

 

ValueArt+Com Preview InSightOut.003

© 2015 by Value Communication AG. Painting (Detail) by Dietmar Gross, Dienheim/Germany.

 

»Der einzig wahre Realist ist der Visionär.« — Federico Fellini

Beyond Technology Innovation: Wie kommt das Neue in die Welt? Dies ist eine entscheidende Frage, da sich die Kritik an den Silicon Valley-Attitüden und deren dogmatisch-beherrschender Technik-Überlegenheits-Gläubigkeit häuft. Technik per se macht keinen Sinn. Nur dann, wenn sie dem Prinzip der Sinnhaftigkeit folgt, und nicht dem der Profitmaximierung, um der Welt und den Lebewesen zu dienen.

Rückblick

Zufall oder auch nicht, in der Phase der Vorbereitung für die Ausstellung und den Recherchen für die Value Art+Com-Publikation ›InSightOut — Dietmar Gross Malerei‹ sendete der Deutschlandfunk am 25. Dezember 2013 in seiner Reihe ›Essay und Diskurs‹ einen Beitrag von Michael Reitz (Sprecher: Matthias Ponnier und Hendrik Sticken).

Die Kernpunkte und Erkenntnisse lauten aus dem Sendebeitrag:

— Anders als der Wissenschaftler bekämpft der Künstler weder seine eigenen noch allgemeinen Krisen, sondern braucht sie als notwendige Voraussetzung seines Schaffens.

— Die (unsere) Neuzeit ist versessen auf Innovation; die Künstler stellen sich diesem entgegen, in dem sie tatsächlich Neues schaffen, und nicht als eine Reaktion auf etwas, was es schon gibt.

— Die Entstehung des Neuen scheint durch das blockiert zu werden, was in der Soziologie mit dem Terminus ›shifting baselines‹ belegt wird.

»Wie also kommt das Neue in die Welt? Unter anderem durch die Notwendigkeit, auf eine wie auch immer sich darstellende Krise zu reagieren. Hinzu kommen die Freiheit der Methodenwahl, die Ablehnung jeder Art von Denkverbot und das Vertrauen in die Zielgenauigkeit von Blindflügen.«

Wichtig ist zudem: »Unsere Neuzeit basiert darauf, alles im Griff halten zu wollen. Am Beginn der Moderne steht nicht nur der Versuch, immer wieder Neues zu schaffen, sondern auch der Impuls, dem Entstehen des Neuen auf die Spur zu kommen und auf die Sprünge zu helfen. Im 21. Jahrhundert hat dieses Wie und Warum noch an Brisanz zugenommen. Technologie-Entwicklungen im IT-Bereich, bei den Netzen und in der Kommunikation erhöhen die Taktfrequenz ständig. Die sich potenzierenden Risiken unserer Wirtschaft und unseres Lebens lassen eine Reihe von Verdachtsmomenten aufkommen. Dass ständig Neues in die Welt kommt, macht die Antwort, wie dies geschieht, zunehmend schwieriger. Zudem kann nicht sein, dass sich der Ursprung des Innovativen in völlig unberechenbaren Kategorien wie Unfall, Katastrophen und Zufall abspielt.« — Siehe Fukushima!

Ausblick

Das Neue im künstlerischen Sinne entsteht in der Malerei und durch die Malerei, die kognitive Prozesse initiiert — durch Worte, die Sprache, das Lesen, um zu Wissen zu gelangen. Das ›Lesen‹ (und nicht nur die Betrachtung) von Malerei überführt Wissen in Einsicht durch Denken, um zu den existenziell wichtigen Erkenntnissen zu gelangen; und gegebenenfalls notwendige Handlungen unmittelbar folgen zu lassen.

Hinweise

  1. Weitere Informationen zur Rolle der Kunst und Malerei gibt es in der o. g. Publikation ›InSighOut‹, erhältlich im Value Online-Shop.
  2. Der Kunstverein Eisenturm e. V. KEM hat den Mainzer Kunstpreis Eisenturm 2015 unter das Motto gestellt: Kollaps der Moderne? Eine Epoche auf dem künstlerischen Prüfstand. — Die Ausschreibung läuft seit Oktober 2014. Teilnahme noch möglich.
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@ 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany | Composing by Andreas Weber. Left: Alfred Hrdlicka “Wunderkind Mozart”, Gravure, 2004, Art Collection Andreas Weber, Frankfurt am Main.

 

„Das Ziel findet sich durchs Laufen!“ — A meaningful new year’s greeting from Andreas Weber

“Being an artist is not just about what happens when you are in the studio. The way you live, the people you choose to love and the way you love them, the way you vote, the words that come out of your mouth… will also become the raw material for the art you make.” —Teresita Fernández, Visionary Sculptor

The last 18 months have been extremely challenging, not to say brutal. Where there is much light there is also much shadow. Be that as it may. –– More important and effective than lamenting is in any event acting in a thoughtful way. Without slipping into actionism. More and more contemporaries find this difficult. There are frequent (unfortunately repeated) debates and even disputes just to be in the right. What’s more: the higher the level of technological development the greater the confusion. Independent thinking suffers. The scientist and brain researcher Ernst Pöppel working together with Beatrice Wagner describes the why and wherefore in his book “Stupidity: Why we don’t know the most simple things any more”. He says stupidity cannot be avoided and is part of our biological legacy.

The best advice to gain from stupidity is: “Knowing its traps can be helpful.” The scientists’ conclusion: “In an age when information is rapidly increasing, the individual person is not gaining knowledge but instead losing it dramatically. Intuitive knowledge, the capacity for self-control, the realisation of our human condition, knowledge of practical skills – all of that which for generations was necessary for survival has been thrown overboard in favour of ‘more and more’ and ‘faster and faster’.

To face ones own stupidity is not an easy endeavour but it is an essential one. The greatest stupidity that one can commit is not to devote oneself to the meaningfulness of things and one’s own action. Striving for meaningfulness as hermeneutics teaches or as summarised in English for the modern day as: “The Sense of Purpose” enables independence and the ability to communicate, the ability to view the big picture and a sense of purpose.

The meaning of meaningfulness:
understanding effects

Meaningfulness results primarily from knowledge, interaction and the experience of cultural achievements. In 2006 in his interpretation of Martin Heidegger’s “Being and Time” the Austrian Karl Payer dealt with the analysis of the search for the meaning of human existence. Payer succeeded in commenting on Heidegger using everyday language and putting his texts onto the net so that as many people as possible could try to deal with them themselves.

An extract:

(…) To comprehend the meaningfulness of an event or an action it is not necessary for me to understand the event or the action, it is on the contrary essential for me to understand its effects. (“Although I do not understand how that has come about I see that it has a pronounced positive effect on him and I am very pleased!”)

Thus we can say: Meaning is the “uponwhich”, the aim or the purpose of the outline from which something becomes intelligible.

A meaningless action is an action consisting of partial actions where no logical connection can be identified. Example for “doing something meaningless”: “Putting salt and pepper on a balloon and then baking it in the oven.”

Meaning and process (partial process – total process): To describe something as meaningful, it must consist of several partial steps that follow each other and have an identifiable purpose. A thread running through must be identified; there must be a concept behind it in some way. The partial steps are in turn a part of a larger concept, an outline with an “uponwhich” i.e. an aim or purpose (…)

It is not the path that leads to the destination but the destination can be found by walking!

The last 18 months have been extremely challenging, not to say brutal. Where there is much light there is also much shadow. AND THAT’S HOW IT SHOULD BE! – Things are, just like all our action and doing, anything but ends in themselves. After over thirty years working with technology and innovation through communication may I say: meaningfulness in the lives of most of us is diffused. Because we have lost the thread. Because we act (all too often!) without a coherent concept. Both in our professional and private lives. 

May it be recommended to all who wish to devote themselves to meaningfulness: seek a higher-level world of thought and experience. That has nothing to do with consumption (habits) and faith in technology. For me, for us at  ValueArt+Com, in the last 18 months intensive involvement with art and artists has been a real lifeline. The things that have come out of it are unique moments, encounters, publications, exhibitions, innovations and experiences that have with us been fixed in thousands of people in many countries of the world. In our hearts. In our understanding. In our souls (where they exist!).

 

More insights:

 

ValueArt+Com ValueMemo! 2015.001

@ 2015 Value Communication AG, Mainz/Germany | Bildcollage von Andreas Weber. Links: Alfred Hrdlicka “Wunderkind Mozart”, Farbradierung, 2004, Sammlung Andreas Weber, Frankfurt am Main.

 

Ein sinnhaftiger Jahresgruss von Andreas Weber

“Being an artist is not just about what happens when you are in the studio. The way you live, the people you choose to love and the way you love them, the way you vote, the words that come out of your mouth… will also become the raw material for the art you make.” —Teresita Fernández, Visionary Sculptor

Die letzten 18 Monate waren äußerst herausfordernd, um nicht zu sagen brutal. Wo viel Licht ist, ist eben auch viel Schatten. Sei’s drum. Wichtiger und zielführender als zu Lamentieren ist in jedem Fall wohl überlegt zu agieren. Ohne in Aktionismus zu verfallen. Das fällt mehr und mehr Zeitgenossen schwer. Es häufen sich (leider vielfach) fruchtlose Debatten bis hin zu Streitereien, einfach nur um recht zu bekommen. Hinzu kommt: Je höher unser Technisierungsgrad wird, um so grösser die Konfusion. Das selbstständige Denken leidet. Warum und wieso beschreibt der Wissenschaftler und Hirnforscher Ernst Pöppel im Team mit Beatrice Wagner in seinem Buch „Dummheit: Warum wir heute die einfachsten Dinge nicht mehr wissen“. Dummheit sei unvermeidbar und gehöre zu unserem biologischen Erbe.

Der kluge Rat, um von Dummheit zu profitieren, lautet: „Ihre Fallen zu kennen, kann aber helfen.“ Ein Fazit der Wissenschaftler: „In Zeiten der rasanten Zunahme von Informationen gewinnt der einzelne Mensch nicht etwa an Wissen, sondern verliert es dramatisch. Intuitives Wissen, die Fähigkeit zur Selbstkontrolle, das Wissen um das menschliche Maß, Handlungswissen – was über Generationen überlebenswichtig war, werfen wir zugunsten von ‚immer mehr‘ und ‚immer schneller‘ über Bord.“

Sich der eigenen Dummheit zu stellen, ist kein einfaches, aber ein unabdingbares Unterfangen. Die größte Dummheit, die man begehen kann, besteht darin, sich nicht der Sinnhaftigkeit der Dinge und des eigenen Tuns zu widmen. Das Streben nach Sinnhaftigkeit, wie es die Hermeneutik lehrt oder wie es modern gefasst auf englisch heisst: „The Sense of Purpose“, ermöglicht Selbstständigkeit und Kommunikationsfähigkeit, das Einordnen in Gesamtzusammenhänge und Sinnvermittlung.

Der Sinn der Sinnhaftigkeit:
Auswirkungen verstehen

Sinnhaftigkeit ergibt sich primär durch Wissen, Interaktion und die Erfahrung kultureller Leistungen. Der Österreicher Karl Payer beschäftigte sich 2006 in seiner Auslegung von Martin Heideggers „Sein und Zeit“ mit der Analyse der Frage nach dem Sinn des menschlichen Daseins. Payer ist es gelungen, Heidegger mittels Alltagssprache zu kommentieren und seine Texte ins Netz zu stellen, damit möglichst viele Menschen sich damit auseinander setzen können. Siehe: http://seinundzeit.at/download.html

Ein Auszug:

(…) Um die Sinnhaftigkeit eines Ereignisses oder einer Handlung zu erfassen, ist es nicht notwendig, dass ich das Ereignis oder die Handlung verstehe, vielmehr ist es erforderlich, dass ich seine/ihre Auswirkungen verstehe. (“Ich verstehe zwar nicht, wie das zustande gekommen ist, aber ich sehe, dass es einen ausgesprochen positiven Effekt auf ihn hat, und das freut mich sehr!”)

So können wir sagen: Sinn ist das Woraufhin, das Ziel oder der Zweck des Entwurfs, aus dem heraus etwas verständlich wird.

Eine unsinnige Handlung ist eine Handlung, die aus Teilhandlungen besteht, welche keinen logischen Zusammenhang erkennen lassen. Beispiel für “Etwas Unsinniges tun”: “Einen roten Luftballon salzen, pfeffern und dann im Backrohr garen.”

Sinn und Prozess (Teilprozess – Gesamtprozess): Um etwas als sinnvoll zu bezeichnen, muss es aus mehreren Teilschritten bestehen, die nacheinander ablaufen und ein erkennbares Ziel haben. Es muss ein sich durchziehender roter Faden erkennbar sein; es muss in irgendeiner Weise ein Konzept dahinter stehen. Die Teilschritte sind wiederum Teil eines größeren Konzeptes, eines Entwurfs mit einem Woraufhin, also einem Ziel oder Zweck. (…)

Nicht der Weg führt zum Ziel, sondern das Ziel findet sich durchs Laufen!

Die letzten 18 Monate waren äußerst herausfordernd, um nicht zu sagen brutal. Wo viel Licht ist, ist eben auch viel Schatten. UND DAS IST GUT SO! — Dinge sind, ebenso wie all unser Handeln und Tun, alles andere als ein Selbstzweck. Nach über dreissig Jahren Beschäftigung mit Technologie und Innovation durch Kommunikation darf ich sagen: Die Sinnhaftigkeit im Leben der meisten unter uns ist diffundiert. Weil wir den roten Faden verloren haben. Weil wir (allzuoft!) ohne schlüssiges Konzept agieren. Beruflich wie privat. 

Allen, die sich der Sinnhaftigkeit widmen wollen, sei empfohlen: Sucht Euch eine übergeordnete Denk- und Erlebniswelt. Die nichts mehr mit Konsum(gewohnheiten) und Technikgläubigkeit zu tun hat. Für mich, für uns bei ValueArt+Com, war in den letzten 18 Monaten die intensive Beschäftigung mit Kunst und Künstlern ein wahrer Rettungsranker. Herausgekommen sind einzigartige Momente, Begegnungen, Publikationen, Ausstellungen, Neuheiten und Erfahrungen, die sich mit uns bei tausenden Menschen in vielen Ländern der Welt  festgeschrieben haben. In unseren Herzen. In unserem Verstand. In unserer Seele (soweit vorhanden!).

Value Art+Com Trailer Thumbnail YouTube

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

Von Andreas Weber, CEO Value Communication AG, Founder and publisher Edition Value Art+Com | Video-Animation: Laurenz Sill, Mainz

 

Die Edition Value Art+Com beschreitet Neuland. Wir publizieren nicht nur. Wir kommunizieren, interagieren und schaffen Neues. Im Team mit den besten kreativen Köpfen.

›Art and Artists need good Communicators!‹ — Wir bieten Kunst und Künstlern eine zeitgemäße mediale Bühne.

Wir schaffen für Künstler eine umfassende, stimmige und kommunikativ-mediale Inszenierung, die ihre Kunst und ihre Persönlichkeit in den Fokus nimmt und ihnen eine außergewöhnliche Wirkungskraft verleiht: Mit hochwertigem, digital gedrucktem Exklusiv-Buch, eBook, Posterbüchern, Blogposts, Videoanimationen und professionellem Social-Media-Support via Facebook, Google+, YouTube und Twitter.

Unsere Value Art+Com-Publikationen sind rund um die Uhr lokal, national und weltweit zugänglich.

We proudly present:

„InSightOut — Dietmar Gross  Malerei“

Die umfassende, gleichnamige Kunstausstellung im Osthaus Museum Hagen bot beste Gelegenheit, Themen aus dem Werk des renommierten Künstlers zu selektieren, speziell zu arrangieren und kommunikativ empathisch in Szene zu setzen.

„Meine Malerei ist authentisch!“, sagt der Künstler über sich selbst. Recht hat er! — Und das haben wir als Leitmotiv seiner Inszenierung aufgegriffen und verlängern die Erlebnismöglichkeit seiner Kunst über die Ausstellungszeit hinaus.

Das Besondere an der Kunst von Dietmar Gross, die malerische Vollendung seiner Gemälde, machen wir mit der Edition Value Art+Com unverfälscht auf höchstem Qualitätsniveau analog und digital anschaulich und zugänglich. Und das nicht nur für Ausstellungsbesucher, sondern für alle, die sich vor, während und nach der Ausstellung interessieren und durch Publikationen individuell erleben wollen! — Nicht mehr, nicht weniger.

 

 

Die Publikationen im Überblick:

 

Weitere mediale Neuschöpfungen folgen bis zur Eröffnung der Ausstellung am 15. November 2014, 16 Uhr im Osthaus Museum Hagen.

Gäste sind herzlich willkommen und sollten sich überraschen lassen. Einladung siehe unten.

 

Wer sich Verschiedenes anschauen möchte, kann nachfolgende Links anklicken:

http://value-art-com.myshopify.com/collections/frontpage/products/insightout-dietmar-gross-malerei-vorzugsausgabe-subskriptions-angebot-bis-31-10-2014

http://youtu.be/qJ2rSqFd7bI?list=UUIn4XcTA7c3o0g5PZwFG8pg

https://www.facebook.com/valueartcom

http://valuetrendradar.com/2014/09/20/value-artcom-insightout-intermediale-publikation-zur-malerei-ausstellung-von-dietmar-gross-in-hagen/

 

 

Zusammenfassung aktueller Social Media Tweets (Posts):

 

Screenshot Storify 01112014

 

ValueCheck! — Zeitung

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

By Sudarsha Rambaran, Value Art+Com Fellow, Mainz

 

ValueLearnings

• Learn why Google is de facto a vital source of promotion for newspapers, rather than “the enemy“.

• Newspapers no longer have a mass market, but a new niche. Discover it!

• What a lot of newspapers think Google is doing vs. what they are actually doing.

 

Five years ago, in an interview with Horizont, media expert and author of “What would Google do?” Jeff Jarvis made some visionary comments about the future of the newspaper industry. He stated that society is being massively restructured because of the internet, however, Google is not the instigator of this process as many believe, but rather a result of it. These days, if you cannot be searched on the net, you cannot be found. The mass market for newspapers may be dead, but there is still a niche for them in the world. The news itself must change: it has to be tailored to target audiences, which is why regional newspapers can benefit so much from Google. Google itself is currently changing their whole marketing approach. They are concentrating on making the advertising relevant to local markets by personalizing the stories (nice example here). They no longer want to mass produce messages that work on a global level, and it’s working brilliantly!

The advantages of the online world for newspapers are many; low costs, cheap distribution, fast updates, and discussions with the readers. There was the nice example with the New York Times. They took down the paywall on their site and their internet traffic rose by 40%, which started a snowball effect: they earned more money from advertisements, and they moved up the list on the Google search page, which led to even more readers.

Currently, the German regional newspapers are rebelling against Google, because they believe it doesn’t help their sites, especially on the Google News side. One prominent example of this is the “Braunschweiger Zeitung”, which has abandoned the Google News feature. Their reasoning for this, in my opinion, made little sense: they wanted to show their confidence and independence from Google. They also want Google News to suffer for it; if many regional newspapers leave it, Google will have a problem. Yet in reality it would be their problem if they can’t be found! The whole story reminded me of this:

On the other hand, the Zeitung went about this in a clever way, as they started a massive marketing campaign in order to raise awareness and advertise the newspaper. However, They could have done the marketing campaign without leaving Google, and Google would only have supported it! The marketing campaign did increase the visits to their website by 27%, though, but I still don’t see how leaving Google helped with this.

 

ValueCheck! — Zeitung Illustration.001

© 2014 by Value Communication AG, Mainz/Germany

 

So the big question we asked ourselves here was: why blame Google for the decline of the newspaper industry when all it’s doing is helping? (And why not Twitter, which would have made far more sense?). The facts:

  • Google is a great source of promotion. We send online news publishers a billion clicks a month from Google News and more than three billion extra visits from our other services, such as Web Search and iGoogle. That is 100,000 opportunities a minute to win loyal readers and generate revenue—for free.
  • In terms of copyright, another bone of contention, we only show a headline and a couple of lines from each story. If readers want to read on they have to click through to the newspaper’s Web site. (The exception are stories we host through a licensing agreement with news services.) And if they wish, publishers can remove their content from our search index, or from Google News.
  • The claim that we’re making big profits on the back of newspapers also misrepresents the reality. In search, we make our money primarily from advertisements for products. Someone types in digital camera and gets ads for digital cameras. A typical news search—for Afghanistan, say—may generate few if any ads. The revenue generated from the ads shown alongside news search queries is a tiny fraction of our search revenue.

Eric Schmidt, Chairman and CEO of Google Inc, writing for the Wall Street Journal

It all speaks for itself, really.

 

ValueCheck!
Please also check out Andreas Weber’s post, “Zeit-ung ist gleich Zeit-um?”, about a local newspaper here in Mainz, the Mainzer Allgemeine Zeitung!

 

Value Art+VCom | ValueCheck Bruno k. Ingelheim.003

 

Inszenierung einer Eröffnungsrede zu Bruno K. am 11. September 2014 in Ingelheim

Von Andreas Weber, Mainz

 

Einfache Frage:

Wer bin ich? — Experte für Kunst + Kommunikation, Beirats-Mitglied im Vorstand des Kunstverein Eisenturm, dem KEM, sozusagen Geburtshelfer des Kunstverein Ingelheim und der Ausstellung hier. Hebamme ist aber Dietmar Gross…

 

Offene Frage: 

Wer ist dieser Bruno K.? Was soll das hier, was er mit uns veranstaltet?

Und wo überhaupt liegt VOLXHEIM, wo er lebt und arbeitet? Ingelheim ist ja schon schwierig genug zu finden, für uns Grossstädter…

Oh je, das macht Ärger. Aufregung. Sorgen. Kummer. Verzweiflung. — Panikidee: Du kommst gar nicht erst. Das fällt in dem Chaos in der Binger Str. 26 gar nicht auf. — Doofe Idee. Ich hatte es Dietmar Gross versprochen.

Also doch auf nach Ingelheim. Aber noch mehr Fragen …

  1. Was zieh ich denn bloß an, wenn ich vor Publikum in einem Abrisshaus reden soll? Brauche ich einen Schutzhelm?
  2. Warum denn ausgerechnet Ingelheim?
  3. Warum ausgerechnet dieses Datum 11.9.? An dem ausgerechnet der Joachim Fuchsberger hochbetagt verstorben ist? Und mir/uns nicht mehr mit seiner Klugheit beiseite stehen kann oder will…
  4. Was soll überhaupt dieser merkwürdige Ausstellungs-Titel?

Saalwächter 20/14 — Eine skulpturale Intervention? 

Diese Wortkombi kennt noch nicht mal mein Rechtsschreibhilfeprogramm am iMac. — Ist Intervention nicht, was unser Aussenminister Steinmeier ständig macht, wie einige vor ihm auch schon? — Kommt dann am Ende noch der Putin und annektiert Ingelheim oder gar Rheinhessen?

 

Skulpturale geht ja noch: Steht sogar im Duden.

„in der Art, der Form einer Skulptur”

Beispiel

skulpturale Formen“

Das Wort kann man sogar trennen.

 

Und Intervention? —  steht für:

 

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Liebes Publikum: Wer rettet mich/uns? Oder hilft uns/mir aus?

Mich quält, nein ich hatte schlaflose Nächte. Ständig erschien mir im Traum mein Kunstgeschichts-Professor Imiela und frotzelt-blöckt: „Weber, was haben Sie sich denn dabei schon wieder Gedacht? Es geht immer um hehre Kunst!“ — Oh je, Oh je, Oh je. — Ich sah schon den von Hans-Jürgen Imiela hoch geschätzten Julius Meier-Graefe im Grab rotieren.

Meine Damen und Herren. Alles QUATSCH! Lassen Sie sich von mir nicht ins Boxhorn jagen. 

Ich habe erstens eine Überdosis Psychopharmaka genommen. Und seitdem freue ich mich heute hier zu sein. Und zu reden. Und zu gucken.

Und um Ihnen zu gestehen, dass ich gerne in Ingelheim bin, hier vor 8 Jahren im Alten Rathaus eine wundervolle Guido Ludes Ausstellung eröffnen durfte.

Und dass ich Bruno K. gegoogelt und gescreent habe. — Er ist mehr als OK. Erist ein Ausnahmetalent. Er ist ein Künstler, der alles im Blick hat. Er gestaltet Kunst und inszeniert sie wie kein Zweiter. Er macht dies seit Jahrzehnten und wandelt zwischen „Retro“ und dem heute. — Er hat eine solide Bildhauer-Ausbildung bei Michael Croissant zum Bildhauer absolviert. War Assistent bei Leo Kornbrust. Beide sind mir seit Kindheitstagen bekannt und ich verbriefe mich für sie. — Also warum nicht auch für Bruno K.?

Ich möchte Ihnen etwas vorlesen. Und gestehen: ich war genau vor einer Woche schon mal hier. Mit einem Gast aus Istanbul, Şükran Ceren Salalı, einer jungen, hochtalentierten Fachfrau für Kommunikation, Kino und Kunst.

 

Deutsche Fassung des ValueCheck! von Şükran Ceren Salalı, Value Art+Com Fellow,
— her preview experience, September 4th., 2014 (Übersetzt von Andreas Weber)

„Für mich war der Zeitpunkt gekommen, meine Abreise aus Mainz vorzubereiten. Dazu gehörte, noch einige Orte in der Region zu sehen, die bislang fehlten. Zufall oder nicht, Andreas Weber hatte die Idee, eine kurze  Fahrt nach und durch Rheinhessen zu unternehmen, um währenddessen die Zeit meines Aufenthaltes, die damit verbundenen Erfahrungen und die Ergebnisse unserer Projektarbeiten im Rahmen meiner Erasmus Internship abschließend zu besprechen.

Auf unserem Weg durch die wunderbaren Landschaften Rheinhessens, durchfuhren wir einige Orte und landeten (für mich unvermittelt) in Ingelheim. Wir hielten an einem besonderen Gebäude an, das wie eine Mischung aus Weinlager und Weinfabrik aussah. Dort trafen wir Bruno K. alias Bruno Kleber, einen Künstler, der eine für mich disruptive Art und Weise pflegt, Kunst zu schaffen. Und das seit über 30 Jahren. Die jetzige, hiesige für mich überraschende Ausstellung “Saalwächter 20/14 — Eine skulpturale Intervention”, die vom 11. September bis 12. Oktober 2014 im neuen temporären Ambiente des Kunstvereins Ingelheim stattfindet, verändert die Räumlichkeiten, indem sie transformiert werden. Und das in einer Art und Weise wie ich das noch nie sehen konnte.

Als erste Besucher einer Ausstellung, die noch nicht eröffnet, also noch “under construction” war, konnten wir beeindruckende Installation sehen. Und wir konnten persönlich mit Bruno K. sprechen, der sehr charmant, voller Ideen und humorvoll ist. Im Zentrum: Eine Weinabfülllagerhalle, nun Raketenbasis — die Werk- und Arbeitsräume werden in eine wundervolle Atmosphäre versetzt, die alle Räume erfasst und künstlerisch transformiert. Damit erreicht der Kunstverein Ingelheim aus dem Stand heraus das Premium-Niveau eines “Art Centers”. Das Gebäude verfügt über zahlreichen Räume (über mehre Etagen verteilt), die Bruno K. mit unterschiedlichen Themenideen bestückt, um- und ausgestaltet. Oft mit Versatzstücken aus dem Soldatenmilieu und Militärbereich. Zum Beispiel widmet er in der grossen Halle unter dem utopischen Namen “Apollonia” (gegenüber der faszinierenden Figur der Olga!) in eine Ragte mit Abschussbasis um, wobei man nur den ganz unteren, kleinen Teil der Rakete sehen kann. Alles ist umgeben mit militärisch anmutendem Equipment. Jedes Detail stellt aber einen künstlerisch geprägten Inhalt dar, verstärkt durch Sound Systeme, die zum Beispiel Melodien von alten Western Filmen wieder geben. Es bleibt aber nicht nur bei Klangeffekten, der Künstler setzt mit hohem Geschick die unterschiedlichsten wirkungsstarken Beleuchtungseffekte ein.

Es lohnt sich diese disruptive Kunstauffassungen, das disruptive Kunstschaffen mit einer wundervollen Sammlung von Installationen im Raum (und in einem Ensemble von Räumen) im Detail zu erkunden und zu erleben. Bruno K.’s Ausstellung wird der außergewöhnlichen, inspirierenden und letztlich ungewöhnlichen sowie einzigartigen Umgebung gerecht. — Sorry, dass ich nicht selbst bei der Eröffnung dabei sein kann. Ich musste schon nach Istanbul reisen. Genießen Sie es und lassen Sie sich inspirieren. — Dankeschön. Tschüss. Vielleicht bin ich ja bald wieder zurück!“

 

Was kann ich noch tun, da mir jetzt vor Aufregung und Ergriffenheit die Worte fehlen — und ich soll ja hoer sprechen zu Ihnen, möglichst klug und passend. Nun,  ich darf dem werten Künstler mein Redemanuskript überreichen, damit er noch etwas vernünftiges vortragen kann, das zu seiner Ausstellung passt. Und an die wunderbare Kunst des Dr. François Lachenal erinnert, meinem väterlichen Freund, der mich als Student mitunter mitarbeiten ließ, der die Internationalen Ingelheimer Tage im letzten Jahrtausend stets zu Höhenflügen geführt hat.

So, lieber Bruno, jetzt mach, lese bitte meine (im Stil des humorvollen François L.) gefasste Rede vor, damit die Leute noch was gescheites hören ausser meinem Gejammer. Da es ein toller, geistreicher Redetext ist, habe ich ihn gleich in einem verstaubten alten Rähmchen eingeglast. Zum an die Wand hängen.  Bitte schön, lieber Bruno…

 

Hier klicken, um die erste Value Art+Com Kurz-Doku anzuschauen!

 

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