Archive

Valuable Advice

Auf zu neuen Ufern.001

© 2015 by Andreas Weber, Mainz/Germany. Photo: Detail of original graphic art by Christian Kruck, the Mater of Lithographic Art (Steindruckmalerei).

 

Von Andreas Weber,
Gründer und CEO Value Communication.
Und stolz, Key Note Speaker #XUG15EU am 26. Mai 2015 in Berlin sein zu dürfen!

 

Selten verspricht eine Fachveranstaltung so spannend zu werden wie die #XUG15EU am 26. Mai 2015 in Berlin. Die besten Köpfe aus Europa treffen sich, um sich über Multichannel-Innovationen auszutauschen. Dabei steht nicht mehr, wie sonst üblich, die Technikverliebtheit per Nabelschau im Fokus, sondern der Nutzen neuer Anwendungsmöglichkeiten. XUG steht für XMPie Users Group und hat ihren Ursprung in den USA.

Als eine Vereinigung führender Kommunikations- und Marketing-Dienstleister hat man sich bei XUG frühzeitig mit Cross-Media, Automatisierung, maximaler Effektivität und Messbarkeit von Kampagnen über alle Kanäle hinweg beschäftigt. Es war auf Anhieb gelungen, die Möglichkeiten der Neupositionierung im Zusammenspiel von Print, IT, Dialog Marketing und Social Media anzupacken.

 

 

XUG will sich nunmehr auch den spezifischen europäischen Belangen widmen. Denn, wie Initiator und Organisator Christian Kopocz es ausdrückt: „Wir gehen mit den Themen auf deren individuelle Ansprüche ein — und schaffen Relevanz für die einzelnen Regionen/Länder resp. den Kontinent Europa. Als XMPie Anwendergruppe sehen wir uns gefordert, neben den relevanten Themen rund um die XMPie-Lösungen auch in puncto Innovationen in unser aller Tätigkeitsfeld konforme Multichannel-Lösungen zu liefern.“

XUG-Präsident Jeroen van Druenen, Niederlande, bestärkt diesen Aspekt und bringt in seiner „A Presidents Note“ auf den Punkt, was die #XUG15EU bringen soll: „New horizons opens topics like Packaging future, Geolocation and mobile driven applications up to social media.“

 

 

Das heisst, Multichannel Innovationen stehen nicht nur für die systematische „Bespielung” neuer Kanäle, sondern für die Übertragung crossmedialer Konzepte in eine neue Welt, die von Cloud Services und Mobile Usage von Inhalten aller Art auf disruptive Weise radikal verändert ist. Und das nachhaltig. Das neue Dogma lautet: Es gibt kein zurück mehr. Warum auch, wenn der Nutzen für alle Beteiligten steigt? Rund eine Milliarde neue Smartphones sollen im Jahr 2015 ihre Kunden finden. Pioniere wie Facebook und Google sind dabei sich neu zu erfinden. Und Apple kultiviert den von Steve Jobs kultivierten Digital Lifestyle in perfekter Weise: Die neue Apple Watch, eng am Körper getragen, zielt auf das Social-to-Human-to-Human-Prinzip ab. Und das heisst: DigitaleTechnologien werden durch Mobile Usage beflügelt und zum noch stärken Bestandteil des täglichen Lebens. Nicht nur in der Vernetzung und Kommunikation miteinander, sondern vor allem im Erkennen, Dokumentieren und Positionieren des eigenes Selbst.

Vor diesem Hintergrund lässt sich mit Gewissheit sagen: Es wird großartig bei #XUG15EU am 26. Mai 2015 in Berlin. Weitere Teilnehmer wie auch Partner sind willkommen. Gemeinsam starten wir die Reise „Auf zu neuen Ufern!“.

 

 

Anmeldung und Infos zur #XUG15EU:

http://xug15.eu

 

 

XUG Blog Post ValueTrendRadar.002

© 2015 by Value Communication AG, Mainz Photos: Christian Kopocz and Andreas Weber (left). Invitation for XUG15EU.

 

Aus der Praxis für die Praxis: #XUG15EU — Die 1. Multichannel-Innovations-Konferenz in Berlin

Europa-Premiere: Am 26. Mai 2015 findet in Berlin die erste “#XUG15EU”-Konferenz statt. XUG steht für XMPie User Group. Initiator und Organisator ist Christian Kopocz, ein ausgewiesener Multichannel-Experte, der sich innerhalb der in den USA gegründeten XUG für das Marketing und die europäischen Belange engagiert. Es gilt, Kunden- und Marktbedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen, die über Cross-Media-Anwendungen hinaus das Marketing durch Innovation der Kommunikation zu beflügeln. Sprich: Nicht eine Botschaft über alle Kanäle zu verteilen ist das Ziel, sondern über alle relevanten Kommunikationsplattformen hinweg die Inhalte passend auszugestalten. Und das mit höchstmöglichem Automatisierungsgrad.

Im Gespräch mit Christian Kopocz fragte Andreas Weber, Value Communication AG, nach den Beweg- und Hintergründen sowie dem besonderen Nutzen der neuen Initiative.
(Englische Fassung des Interviews verfügbar).

Lesezeit: 4 Minuten

 

Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, eine Fachveranstaltung in europäischer Dimension zu „Multichannel Innovationen“ zu veranstalten?

Christian Kopocz: Wir werden mit unserer Initiative den geänderten Markt- und Kundenanforderungen gerecht. Zu Beginn von XUG als XMPie User Group, im Jahr 2007, stand für uns die technische Basis der äußerst komplexen XMPie Software-Architektur im Mittelpunkt. Der Austausch unter Kollegen war im Fokus. Der Markt ist aber seit Jahren im Wandel, stets schneller und voller Überraschungen. Das zeigt sich vor allem daran, wie Cloud-Services und Mobile-Nutzung voranschreiten.

Und das heisst?

Christian Kopocz: Nichts bleibt wie es ist: Seit sich traditionelle Druckereien zu Marketingservice-Anbietern transformierten, erforderte der von Technik und Kunden getriebene Wandel mehr und mehr die Information und den Austausch über weitere Kanäle — neben Print, Web, E-Mail wurden Video-Inhalte, Social Media und Mobile Services relevant. Individuelle Lösungen sind gefragt.

Sind diese gewachsenen Anforderungen überall gleich?

Christian Kopocz: Nein. Trotz aller anscheinend vereinheitlichenden Globalisierungseffekte ticken die Märkte wie auch unsere Mitglieder und deren Kunden auf den verschiedenen Kontinenten recht unterschiedlich. Ausgehend vom Ursprungsland USA tragen wir mit der 1. XUG15EU unseren europäischen Mitgliedern mit ihren spezifischen Anforderungen Rechnung. Wir gehen mit den Themen auf deren individuelle Ansprüche ein — und schaffen Relevanz für die einzelnen Regionen/Länder resp. den Kontinent Europa. Als XMPie Anwendergruppe sehen wir uns gefordert, neben den relevanten Themen rund um die XMPie-Lösungen auch in puncto Innovationen in unser aller Tätigkeitsfeld konforme Multichannel-Lösungen zu liefern.

 

Bildschirmfoto 2015-04-22 um 16.21.08

@ 2015 by #XUG15EU (1)

 

Für einen solchen Event braucht man Partner und Förderer. Warum und für wen lohnt sich das?

Christian Kopocz: Es lohnt für alle Parteien, die sich entlang der Multichannel-Wertschöpfungskette ansiedeln. Wir erfüllen übergeordnete Ziele. Denn die XUG ist eine Non Profit Organisation, die keine aufdringlichen Verkaufsabsichten hat. Mit unseren Partnern sichern wir die Arbeit und das Zusammenspiel mit unseren Mitgliedern. Wir können entsprechend kommunizieren und den Kern dessen, was wir tun wollen, interessanter gestalten — zum Beispiel exzellente Keynote Sprecher finanzieren, Webinare organisieren, kurz: das Tagesgeschäft würzen.

Sie brauchen also weniger klassische Sponsoren als vielmehr konstruktiv agierende Partner?

Christian Kopocz: Richtig. Wir setzen auf kompetente Partner und nicht etwa nur mehr oder weniger passive Sponsoren. Wir leben Multichannel-Innovationen aktiv in unserem Kommunikationsmix. Und wir sind anspruchsvoll. Daher sind hohe Kompetenzen unserer Partner gefragt, die uns allen zugute kommen. Das bloße Logo eines Sponsoren zu präsentieren war sozusagen gestern; heute binden wir das Wissen unserer Partner zu Gunsten unserer Mitglieder ein. Womit wir wieder bei relevanter zielgerichteter Kommunikation sind.

 

Bildschirmfoto 2015-04-22 um 16.21.36

@ 2015 by #XUG15EU (2)

 

Welche Partner konnten Sie schon gewinnen?

Christian Kopocz: Unsere Initiative wissen naturgemäß zunächst Partner aus den Bereichen Software wie auch aus dem Marketing zu schätzen. Aber auch genauso kreative Nischenanbieter, so beispielsweise aus dem haptischen Lager mit etwas gänzlich “undigitalem” aufwarten, dem Papier. Oder Spezialisten für Maps- und Geo-Services. Wir fanden übrigens sofort auch Interesse bei ausgesucht innovativen Fachmedien und Community-Betreibern. Wir hoffen zudem auf bedeutende Hersteller von Digitaldruck-Lösungen, die im Multichannel-Szenario auf Innovation im Print angewiesen sind.

Welchen Mehrwert bieten Sie mit der XUG-Initiative im Vergleich zu anderen Fachkonferenzen?

Christian Kopocz: In erster Linie vereinen wir wie gesagt länderübergreifend die Anwender der XMPie Software, mit Fokus auf Europa. Diese Anwender sind Kommunikationsdienstleister wie auch Industrie- und Markenunternehmen. Hier entstehen Fragen aus dem Tagesgeschäft, Ansprüche und Sehnsüchte. Man trifft sich in einem überschaubaren Kreis, spricht offen, tauscht Wissen aus und findet neue Kraft und Inspirationen für das eigene Unternehmen. Über die unterschiedlichsten Kanäle führen unsere Mitglieder über das Jahr diesen Dialog fort. Mit ihren Kunden und Geschäftspartnern. — Kurzum: Wir sehen uns als XUG als der Impulsgeber für unsere Mitglieder und, anders als bei reinen Produkt-orientierten Messen und Kongressen, setzen wir nicht nur auf Technik-Neuheiten, sondern agieren mit neuen, aber werthaltigen Anwendungslösungen: Klein aber fein, unabhängig, extrem nah am Mitglied und seinen Kunden, passen wir uns den sich ändernden Bedürfnissen schnell an. Sprich, wir erschaffen und realisieren innovative Multichannel-Lösungen in Reinkultur! Jeden Tag aufs Neue!

 

Bildschirmfoto 2015-04-22 um 16.21.16

@ 2015 by #XUG15EU (3)

 

Weitere Informationen

Zur Konferenz und Online-Registrierung:
http://xug15.eu

Partnermöglichkeiten:
http://xug15.eu/xug-sponsorship/
http://xug15.eu/wp-content/uploads/2015/04/XUG15EU_Sponsoring_EN.pdf

Zur Person von Christian Kopocz:
https://www.linkedin.com/in/prindoz
https://twitter.com/prindoz

 

 

XUG Blog Post ValueTrendRadar.002

© 2015 by Value Communication AG, Mainz Photos: Christian Kopocz and Andreas Weber (left). Invitation for XUG15EU.

For the Professional from Practical Experience:
#XUG15EU The 1st Conference of Multi-Channel Innovations in Berlin

European premiere: The first “#XUG15EU” Conference takes place on May 26, 2015 in Berlin. XUG stands for XMPie User Group. The initiator and organizer is Christian Kopocz, a renowned multi-channel expert who is active in the US-founded XUG for marketing and as representative of European interests.

It is all about recognizing and fulfilling customer and market demands which, over and above cross-media applications, inspire marketing through communication innovations. Meaning: The goal is not to distribute a single message through all channels, but to appropriately tailor content for all relevant communications platforms. And to do so to the highest possible degree on auto-pilot.

In an interview with Christian Kopocz, Andreas Weber of Value Communication AG asked him to explain the motivations and background as well as the special value of the new initiative.

(German version available). — Read interview in 4 minutes!

From your perspective, why is it important to conduct a special event along European dimensions regarding multi-channel innovations?

Christian Kopocz: With our initiative we meet the demands of changed market and customer demands. In 2007, when we started XUG as XMPie User Group, the technical basis of the extremely complex XMPie software architecture occupied center stage for us. We were focused on information exchange among us colleagues. However, the market has been changing for years, forever faster and is full of surprises. This is especially evident in the advances of cloud services and mobile applications.

Which means?

Christian Kopocz: Nothing remains static: Since the time that traditional print shops transformed themselves into providers of marketing services, the changes brought on by technology and customers, demanded the exchange of information ever more through additional channels – besides print, Web and email, video content, social media and mobile services became relevant. Individualized solutions are in demand.

Are these additional demands the same everywhere?

Christian Kopocz: No. In spite of all apparently standardizing effects of globalization, the markets and our members on the different continents are wired quite differently. From the USA, our country of origin, we aim to meet the specific demands of our European members with the first XUG15EU. We select themes that relate to their individual demands – and we create relevancy for individual regions/countries and/or the Continent of Europe as a whole. As the XMPie User Group we see ourselves challenged to deliver – in addition to relevant themes around the XMPie solutions – innovations in multi-channel solutions that apply to all in this field of activity.

Bildschirmfoto 2015-04-22 um 16.21.08

© 2015 by XUG15EU — Web Site Key Visual of Information Campaign (1)

To put on such an event, partners and sponsors are needed. Why and for whom is this beneficial?

Christian Kopocz: It is beneficial to all parties along the multi-channel value chain. We fulfill overall objectives. Because the XUG is a non-profit organization with no intrusive sales agenda. Together with our partners, we ensure collaboration and cooperation among our members. We can communicate accordingly and make the essence of our activities more interesting – for instance, by financing top-tier keynote speakers, by organizing webinars, in short: spicing up day-to-day operations.

So, you are less in need of classic sponsors as you are of constructively operating partners? 

Christian Kopocz:  That’s right. We bet on competent partners rather than just on more or less passive sponsors. We live multi-channel innovations actively through our communications mix. And we are demanding. That’s why we ask for a high level of competency among our partners, which benefits all of us. To just display the logo of a sponsor is so yesterday; today we integrate the expertise of our partners to the benefit of our members. Which brings us back to relevant and focused communications.

Bildschirmfoto 2015-04-22 um 16.21.36

© 2015 by XUG15EU — Web Site Key Visual of Information Campaign (2)

Which partners have you been able to acquire so far?

Christian Kopocz: As a matter of course, our initiatives focus for the time being on partners in the areas of software and marketing. But also creative niche providers, like for instance in the haptic area with something as “un-digital” as paper. Or specialists in the areas of maps and geo services. And, by the way, we also found immediate interest among especially innovative niche media and community operators. In addition, we hope to attract important providers in digital print solutions which are dependent on print innovations in the multi-channel scenario.

What additional value does the XUG initiative offer, as compare to other symposia? 

Christian Kopocz:  First of all, as previously mentioned, we unite cross-country users of the XMPie software, with a focus on Europe. These users are communication service providers as well as industry and branded companies. They engender questions on day-to-day operations, demands and yearnings. Meetings occur in a manageable circle where conversations are candid, knowledge is exchanged and new strength and inspiration is gained for their own organizations. Our members continue this dialog throughout the year via a variety of channels. With their customers and their business partners. – In short: At XUG we see ourselves as impulse providers for our members and, unlike pure product-oriented expos and conferences, we do not just focus on new technology, but are proactive with new and valuable applications: Small but mighty, independent, extremely close to the membership and their customers, we quickly adapt to changing demands. Meaning, we create and realize innovative multi-channel solutions at their fines! Each day anew!

Bildschirmfoto 2015-04-22 um 16.21.16

© 2015 by XUG15EU — Web Site Key Visual of Information Campaign (3)

Further Information

Sponsorship:
http://xug15.eu/xug-sponsorship/
http://xug15.eu/wp-content/uploads/2015/04/XUG15EU_Sponsoring_EN.pdf

About Christian Kopocz
https://www.linkedin.com/in/prindoz
https://twitter.com/prindoz

IMG_7457

Das Gedenkbild bei der Trauerfeier: Hermann Rapp über seine Kunst im Gespräch mit einem begeisterten Günter Grass in Oslo im Jahr 2000. — Photo und © 2015 by Andreas Weber, Frankfurt am Main

Abschiedsrede von Andreas Weber aus Anlass der Beisetzung von Hermann Rapp am 11. April 2015 im Friedwald, Altweilnau (Gemeinde Weilrod, Taunus)

“Das ist mein bester Freund“, so stellte mich Hermann Rapp den Pflegern und Ärzten im Krankenhaus vor. Ich war erfreut und irritiert zugleich. Bin ich das wirklich, fragte ich mich. Kann ich dem Bild, das Hermann von mir hat, gerecht werden? Was hat ein bester Freund zu tun? Aristoteles soll gesagt haben: „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“ Und das trifft aus meiner Sicht zu. Als ich vor fast 30 Jahren Hermann kennenlernte, über den Beruf, waren wir sehr unterschiedlich. Allein in Altersdimensionen. Er, ein Schwabe im Exil, in den besten Jahren, mit Familie, beide Töchter schon aus dem Haus, ich ein Saarländer, unverheiratet, der in RheinMain lebt, gerade dem Studium entsprungen. Dass wir seelenverwandt waren, stellte sich rasch heraus. Das Zusammenarbeiten hat uns verbunden, das gemeinsame Erleben und viele wunderbare Erfahrungen haben uns zusammengeschweisst. Und wenn wir nicht zusammen sein konnten, haben wir uns ausgetauscht. Man tat etwas, berichtete dem anderen darüber, erfuhr Anregungen, Lob oder auch Kritik und entwickelte sich weiter. Gemeinsam. Ein Herz und eine Seele.

Epikur von Samos umschrieb Freundschaft so: „Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft — keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.“ Hermann, mein Freund, wir nehmen Abschied. Unsere Freundschaft aber bleibt. Beständig, durch vielerlei dokumentiert. Erinnerungswürdig. Wie oft habe ich Dinge, die Du, Hermann, mein Freund, geschaffen hast, in die Hand genommen. Und mich daran erinnert, was wir darüber sprachen. Manches noch in der Konzeptphase, manches fertig, aber noch nicht öffentlich präsentiert. Erstaunlich, wie sinnfällig alles für mich war und ist, was Hermann schuf. Immer mit Gisela als Sparringspartner. Das funktionierte. Denn beide kannten sich seit der Jugend, über mehr als 60 Jahre lang.

IMG_7984

Gisela und Hermann Rapp am 30. Januar 2014. — © 2014 by Andreas Weber, Frankfurt am Main

Sie waren befreundet, ein Liebespaar, eine Familie, eine Wertegemeinschaft und bildeten einen in sich autarken Mikrokosmos, um eigene und fremde Gedanken zu besprechen, zu durchdenken, anzureichern und ihnen eine neue Gestalt zu verleihen. Nicht nur zuhause, sondern auch auf unzähligen Reisen, besser: Expeditionen. Diese Besonderheit der beiden hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Das haben sicher viele von uns so erlebt. Herzlich und froh, aber immer wachsam-kritisch sich mit allem beschäftigen, was das Leben und vor allem das Menschsein sowie das Miteinander ausmacht.

Hermann, mein Freund, Du konntest einen inspirieren und durch Deinen Taten- und Schaffensdrang faszinieren. Deine menschliche Fürsorge und Anteilnahme, Deine Meisterschaft in dem was du geschaffen hast und Deine Hilfsbereitschaft Freunden gegenüber waren grenzenlos. Sicher ging es immer um die Großen Dinge, die die Welt ausmachen. Aber ebenso auch um die vielen Kleinen Dinge, die Details, die Nebensächlichkeiten ohne die das Leben weder Sinn noch Spass macht. Herrlich unsere Spaziergänge oder Wanderungen. Unsere Ausstellungsbesuche, und vor allem das Zusammensein im Haus zur Goldenen Kanne. Ein wunderbarer Ort, der zeigt, wie Leben und Arbeiten harmonieren, auch wenn es mit den Jahren eng wurde, da die Sammlungen und Materialien sich vergrösserten, die Goldene Kanne als Fachwerkgebäude aber blieb wie sie ist.

Das Erkunden und das Spüren der Natur war wichtig. Überhaupt, die Natur der Dinge, darum ging es immer. Der Ausflug in die Antike über das 19. Jahrhundert zurück in die Jetztzeit, welch eine Wonne und Erleuchtung. Hermann schrieb: „Ich sage, meine Werkstatt sei mein Garten. Hier pflanze ich, jäte und pflege das, was mir gefällt. Die Pracht mag ich nicht, ich freue mich, wenn auch das Unnütze blüht und Zufälliges seinen Platz findet…“.

Klingt schon fast wie ein Vermächtnis, was Hermann, mein Freund, in der 30. Ausgabe seines Neuweilnauer Viertelbogen schrieb. Wie so oft in der Auseinandersetzung mit Friedrich Hölderlin, mit Bezug auf das Homburger Folioheft. Weiter heisst es: „Ein Fragment wurde herausgegriffen. Sein Sinn will sich nicht offenbaren, die Schönheit der Sprache jedoch strahlt.“ — Das ist der Kern: „Schönheit, die strahlt!“

Wahre Schätze offenbaren sich in dem,  was Hermann uns hinterlassen hat und in die Obhut von Gisela übergab. Unzählige Drucke, Bücher, Mappenwerke, Karten, Zeichnungen, Gemaltes. Und viel Geschriebenes. Hermann konnte nicht nur mit Menschen, den Dingen an sich und der Sprache umgehen, er konnte all dies in einzigartiger Weise künstlerisch inszenieren. Seine Ausstellungen zogen ein weit gefächertes und internationales Publikum in den Bann. Nichts war dem Zufall überlassen und dennoch nicht einengend, fordernd oder übertreibend. Voller Demut und Bescheidenheit trat er konsequent und wirkungsstark für seine Sache ein. Er wusste stets, was zu tun war. Und er konnte wie kaum ein anderer sich und sein Talent in den Dienst der Sache stellen. Und andere einspannen. Das hat ihm Respekt und Bewunderung eingebracht, gerade auch von Kollegen, die sich auf höchstem Niveau mit Kunst, Kalligrafie, Typografie, Büchern u. a. m. beschäftigen. Grossartige Freundschaften entstanden. Allen voran, die mit Gudrun Zapf-von Hesse und Prof. Hermann Zapf. Oder mit Adrian Frutiger. Viele andere, auch heute, beim Abschied nehmen Anwesende, wären zu nennen. Und sogar ein Otl Aicher, der genial-eigenbrötlerische Übervater des Design, war fasziniert, wie sein Landsmann Hermann Rapp seine, Aichers, Schriftneuschöpfungen medial inszenierte.

Hermann, mein Freund, Du hast als Mensch und als Künstler die höchsten Weihen erreicht. Du warst stets ambitioniert, aber nie mit wilden Ellenbogen und Verdrängungsgesten unterwegs. Du warst stets bereit, das was Du tust, offen zur Diskussion zu stellen, um darüber zu reden und um Dinge in Gang zu setzen. Bei der Eröffnungsrede von Hermanns herausragender Ausstellung in Bad Homburg, Anfang des Jahres 2014, mit dem Titel „Lieber Karl“, konnte ich unter Zustimmung der Gäste feststellen: „Die Sinnhaftigkeit erschließt sich dadurch, dass Du über das, was Du schaffst, sympathisch, smart und lebhaft kommunizierst. Du erschaffst uns eine neue alte Basis für das Verstehen als Seinsweise. Wie man Gedanken ausdrücken, interpretieren, übersetzen kann; wie das Auslegen, Deuten und Verstehen gelingt; wie wir durch Sprache und Symbole Gemeinschaft ermöglichen; wie wir geschichtliche und kulturelle Zusammenhänge darlegen.“

Die letzten Lebenswochen von Dir, Hermann, mein Freund, waren nicht einfach. Und dennoch im Einklang. Vieles konntest Du mit Gisela und auch mit mir noch besprechen, was Dir wichtig war, am Ende Deines so reichen Lebens. Und Du hast uns etwas an die Hand gegeben, was uns hilft, den Abschied von Dir in Würde und Freude zu meisten. Ein meisterliches Buch, gerade fertig geworden. Und zum Buch konntest Du einen herausragenden Musiker begeistern, den Sohn Deiner Freunde Lotte und Fritz Hauser, Alban Hauser, der gemeinsam mit einem Kollegen eigens eine moderne Musik-Komposition schuf. — Hermann, mein Freund, wir danken Dir. Und bleiben Dir verbunden. Du hast Deinen Frieden und jetzt, in der von Dir geliebten Natur, eine neue, letzte Heimstätte gefunden.

DSC04443

© 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany — Photo: Andreas Weber, Frankfurt am Main

Drucken ist (k)eine Kunst.
Dank der Vermittlung durch Franz H. Bausch von X-DOC SOLUTIONS wurde durch Ines Schöne und ihr Team von Schöne Drucksachen, Berlin, eine ausdrucksstarke Künstlerarbeit in Szene herausragend gesetzt!
Herzlichen Dank dafür!

Die Arbeit “#JeSuisAndreas” von Andreas Weber wurde eigens für die Mitglieder-Ausstellung im Kunstverein Eisenturm Mainz KEM e. V. geschaffen und bezieht sich auf die Ergebnisse des Kunst- und Ausstellungsprojekts „Kunst zu(m) Sterben“ (Initiatoren und Kuratoren: Prof. Valy Wahl und Andreas Weber), das seit 2013 tausende Menschen berührte und seit der Ausstellung in der Mainzer Rathausgalerie durch Social Media-Kommunikation weitergeführt wird. Andreas Weber bezieht in seinem persönlichen Statement „#JeSuisAndreas“ Position, um seine Wertvorstellungen darzulegen. Und er wünscht sich, wenn viele Menschen dem Beispiel folgen. — Die Ausstellungseröffnung findet am 20. März 2015, 20 Uhr, in Mainz statt.

Zum Making-Off

Die digitale Bild-Text-Collage von Andreas Weber wurde von Schöne Drucksachen in Berlin in einem neuartigen digitalen 3D-Special-Effect-Print-Verfahren in Szene gesetzt! In kürzester Zeit. Hochprofessionell. In herausragender Qualität. So bilden Kunst und Kommunikation ein starkes Team. Wunderbar!

PS: Wer wissen will, wie das geht, kann sich gerne bei Value Art+Com melden!

SIEHE AUCH UNSERE VIDEO-ANiMATION AUF YOUTUBE:

valuetrendradar:

Trauer. Und auch Freude, ihn so gut gekannt zu haben. — R.I.P., mein bester Freund: Hermann Rapp, geboren am 17. Mai 1937 in Pfullingen. Gestorben am 21. Februar 2015, 12.50 Uhr, in Frankfurt am Main.

Originally posted on valuetrendradar:

Hermann Rapp 1

Hermann Rapp vor seinem Scherenschnitt-Druck in Rot von Friedrich Hölderlin. Foto: Andreas Weber, Frankfurt am Main, 30. Januar 2014

Warum es sich lohnt, diesen Beitrag zu lesen:

1. Gedanken zum “Richtigen Leben” nachvollziehen – frei nach Friedrich Hölderlin

2. Neugierig werden auf erstklassige BuchKunstObjekte von Hermann Rapp

3. Das Wirken von 25 Jahre Offizin Die Goldene Kanne erahnen

In der Text-Einführung zur Ausstellung heisst es: In der Taunus-Galerie im Landratsamt Bad Homburg zeigt Hermann Rapp von der Offizin Die Goldene Kanne in Neuweilnau bibliophile Bücher, Graphik und Buch­kunst. Bücher, hergestellt in künstlerisch-handwerklicher Art, Tradition und Moderne finden zueinander. Eine Ausstellung, die die Anrede aus einem Brief von einem bedeutenden Wort- und Dichtkünstler an seinen Bruder als Titel trägt, nämlich „Lieber Karl!“, muss als sehr besonders gewertet werden.

Ich will gleiches tun. Meine Einführungsworte sind darum als ein (öffentlich vorgetragener) Brief an Hermann Rapp angelegt. — Damit will ich aber keinesfalls…

View original 1,500 more words

ValueCom Key Visual Valuetrendradar.001

Von Andreas Weber, Mainz

Wunderbar. Humorvolle Kritik setzt durchaus ernsthafte Diskussionen in Gang. Mitten in der Fastnachtszeit (für Nicht-Mainzer: Karnevalszeit) hatte ich in Anbetracht neuer Werbeanzeigen von Flyeralarm auf Facebook angemerkt, dass Drucksachen nunmehr völlig umsonst seien, vor allem weil es in der Öffentlichkeit nur noch um Rabatte und Preisnachlässe geht. Mit der Perspektive, dass wohl irgendwann ein Drucksachenbesteller Geld bekommt, wenn er bei Online-Druckereien produzieren lässt. Haha! Ist doch cool, oder?

Als entscheidender Aspekt kristallisiert sich in der Diskussion heraus, dass wir im Druckmarkt auf Ramsch-Niveau angekommen sind. Die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: „Wie kann man den Wert von Druckerzeugnissen adäquat darstellen?“

Bildschirmfoto 2015-02-07 um 19.36.50

Unser DigitaldruckForum-Mitglied auf XING, Alexandra von Froreich, kommentierte: „Die Frage ist doch, wer leistet sich welches Druckprodukt für welchen Zweck? Immer ‚billiger, günstiger’ wird irgendwann einfach dazu führen, dass die Kunden, die Wert auf Qualität legen und Geld für Ihre Produkte ausgeben, sich ganz klar im Vorteil befinden, da sich ihre Produkte von der Masse abheben. Umkehrschluss: Wer sich billig präsentiert, wird eben bei den ’größeren’ keine Chance haben. Wie war das noch mit dem Darwinismus? ;-) Ich denke, dass man mit Gelassenheit und einem Lächeln sehr gut reagieren kann … — Danke für den Beitrag Herr Weber und einen schönen Sonntag. Grüße aus Zell (Mosel).“

Wer sind nun die Spassbremsen?

Das Grundübel ist: Die Druckbranche hat kein übergreifendes und wirksames Sprachrohr (mehr). Druckereien haben seit langem ihre Kommunikationsaufgaben anderen überlassen. Technologielieferanten, Messegesellschaften, Fachmedien, Fachverbänden, Beratungsfirmen und Marktforscher propagieren mehr oder weniger synchronisiert, was ihnen wichtig erscheint. Mit der Realität der Druckereien hat dies aber immer weniger zu tun. Ganz zu schweigen von den Anforderungen der Drucksachenankäufer, die kaum Berücksichtigung finden, obgleich sie klar ausgesprochen werden.

Prekäre Schieflage

Im Ergebnis wird die Diskrepanz immer größer zwischen dem, was durch zeitgemäße Print-Kommunikation geleistet werden könnte, und dem, was die Druck-Branche offeriert. Der im Januar 2015 vorgestellte Canon Insight Report „Gestalten Sie Ihre Zukunft mit Druck“  belegt dies: Innovationen werden kaum genutzt, weil die Druckereien ihre Kunden darüber gar nicht umfassend und verständlich informieren. Und die Wünsche der Druckerei-Kunden über die Druckproduktion hinaus, also vernetzte Kommunikationsbedarfe, werden nicht wahrgenommen.

Und damit sind wir wieder beim Wert der Drucksache an sich angelangt: Werte sind messbar durch Effekte, die erzielt werden. Und nicht durch eine unsinnige “Geiz ist geil”-Mentalität.

Das ist keinesfalls dadurch erfüllt, dass

  1. der Fokus alleine darauf liegt, Druckerei-interne Prozesse z. B. über Web-to-Print zu optimieren, wobei nach wie vor das Erstellen einer druckfertigen Datei viel komplizierter und aufwändiger ist, als zum Beispiel das Publizieren einer HTML5-Website über Anbieter wie wix.com, das sich quasi in minutenschnelle ohne Programmierkenntnis realisieren lässt;
  2. die Anforderungen von Drucksacheneinkäufern ignoriert werden, die sich zunehmend für Multi-Channel-Kommunikation (sprich, die Verbindung von Print, Online und Bewegbild) interessieren und dies mit ihren Druck-Lieferanten bewerkstelligen wollen.

Fazit (und kein Witz!): Die Situation im Druckmarkt ist äußerst prekär. Für eine Trendwende oder besser Kehrtwende stehen aber die Chancen gut, wenn die Kommunikation über Drucksachen von Druckereien verbessert wird und man diese Kommunikationsaufgaben nicht weiterhin anderen überlässt.

 

ValueCom Key Visual Valuetrendradar.002

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 1,909 other followers