Archive

Posts in German Language

Formel-1-Syndrom — Sebastian Vettel: „Wir müssen über den Schatten springen!“.001

Eine Manöverkritik aus aktuellem Anlass.

Von Andreas Weber

Über 200.000 Menschen wurden rund um den Grand Prix in Monaco zur Formel 1 befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Zu teuer, zu technisch, zu langweilig. Sebastian Vettel muss im Interview per ARD Morgenmagazin am 3. Juli 2015 gesendet, unverblümt zugeben, dass man sich im Rennzirkus wohl zu sehr mit sich selbst beschäftige. Und zuwenig mit den Zuschauern. Die Interessen der Veranstalter und Rennställe decken sich nicht mehr mit denen der Zuschauer. Die Fahrer leiden darunter, wie Sebastian Vettel und andere Rennfahrer einräumen. Vettel empfiehlt, zu überdenken, was man da tue. Und fordert auf, über den eigenen Schatten zu springen.

Das ist eine Steilvorlage, um im Rennen um werthaltige Kommunikation seine Position zu überdenken. Und das betrifft uns alle. In den letzten Wochen tun sich geradezu Abgründe auf, da auf breiter Front das Ziel verfehlt wird. Und der Dilettantismus Oberhand gewinnt. Beispiel: Die Messe Nürnberg schafft es mit der CO-REACH als Fachmesse für Dialogmarketing (mit Fokus auf Print, Online, Crossmedia) einen Dialog über das Messegeschehen gar nicht erst stattfinden zu lassen. Fast tragik-komisch: Auf Facebook lässt die Messegesellschaft auf der CO-REACH-Seite Bilder von Vorträgen posten, die Chart-Inhalte zeigen, die sagen, worum es heute geht, wenn man Erfolg haben will: Dialoge über Social Media führen, Bloggen als aktive Form der qualifizierten Kommunikation nutzen, um Dialoge zu initiieren, die Interaktionen in Gang setzen u.v.m. — Doch nichts davon passiert. Es gab bis zum Messeende am 25. Juni 2015 kaum likes oder Re-Tweets. Scheinbar verfolgt auch niemand im Management der Messegesellschaft, was da vor sich geht, ebenso wenig auf Twitter. Hier war die Messe Nürnberg so clever, gleich verschiedene Hashtags zu initiieren, statt nur einen. Folge: Die Resonanz versickert bzw. bleibt aus. Es interessiert kaum jemanden. Dies wird noch übertroffen durch Fachmedienpartner der CO-REACH, die emsig-bemüht, aber ziemlich amateurhaft agieren. Gerade, wenn man mit Kritik aufwartet. So geht es, wenn Printmagazine meinen, Online- und Social-Media-Kommunikation zu beherrschen, indem man klassisch Meldungen pusht und auf Feedback in Echtzeit gar nicht erst vorbereitet ist. Zugleich ist natürlich eine große Angst vorhanden, die Kontrolle zu verlieren.

Kommunikation: Ein Milliarden-Euro-Grab?

Spannend: Die Aussteller, die viel Geld für ihre Messebeteiligung ausgeben, lässt das völlig kalt. Sie bekommen es nicht mit, weil Sie unter dem oben beschriebenen Formel-Eins-Syndrom leiden. Dabei hätte man auf der CO-REACH nur zuhören müssen. Ausreichend qualifizierte Vorträge wurden geboten. Allen voran der von Mr. Media, Thomas Koch, aka @ufomedia. Er verzichtete auf Charts, und las der Branche besonnen, aber zielgenau die Leviten. Sein Thema: „Das Ende der Werbung“. Fazit: Nichts ist mehr, wie es war. Die Medien und die Werber haben nicht im Ansatz verstanden, was heute vor sich geht. Und profitieren davon, dass ihre Kunden es zumeist auch nicht besser wissen. Übrigens: Von der Rede von Thomas Koch konnte man nur Kenntnis erhalten, weil er im Anschluss an seinen Vortrag selbst wirksam darüber kommunizierte. Per Twitter und Facebook teilte er den Link zur Videoaufzeichnung seines Vortrags.

Dazu passt bestens eine weitere Beobachtung von Thomas Koch: Die Rolle von Chefredakteuren der Medien wurde von der Bloggerszene übernommen. News werden über uns alle nicht nur kolportiert, sondern qualifiziert wie auch emotionalisiert bewertet. Das Dilemma aber ist: Es wird soviel Geld für Kommunikation ausgegeben wie nie zu vor. Und noch nie wurde so wenig Wirkung wie heute damit erzielt. Angeblich fehle es an validen Messgrößen, weshalb sich Google und Facebook verbiegen, um mit den Mediaexperten ins Gespräch zu kommen, weil sich die Auftraggeberschar mehrheitlich noch auf deren Rat verlässt. Jeder, der Begriffe wie „Content Marketing“ oder „Targeting“ nur einigermaßen richtig aussprechen kann, erhält einen Auftrag. Unabhängig davon , ob die tatsächlich erreichbaren Möglichkeiten sinnvoll ausgeschöpft werden.  Beispiel: Social Media-Projekte werden in Unternehmen zu gerne über die Werbeabteilung per Outsourcing an „Agenturen“ vergeben, deren Wissen und Können oft nur darin besteht, per neuen Technologien die gleichen alten Push-Inhalte unters Volk zu bringen wie vorher auch schon. So entstehen Facebook-Seiten, die keine Interaktion hervorrufen. Und auch Facebooks Stärke, das beste Targeting zu bieten, gar nicht richtig nutzen. Per Blog-Technik entstehen Corporate Blogs genannte Sub-Websites, die per „Copy and Paste“ Inhalte erfassen, die längst ubiquitär sind und daher vielerorts im Netz schon aufgetaucht sind. So zahlen Kunden für angebliche Blogs, die streng genommen gar nicht der Bloggerkultur entsprechen, weil die Inhalte weder persönlich noch exklusiv sind; und somit zu keiner nutzbringenden Meinungsbildung führen können. Das geht alles bis dato soweit gut, weil der Auftraggeber es nicht bemerkt. Oder, weil kritische Geister, die es bemerken, sich in den Firmen ducken, weil angeblich die konservative Firmenstruktur es nicht anders zulasse. Oh je…

Stats co-reach Christian Kopocz 25062015 1716h

CO-REACH: Ziel verfehlt! Am Ende der Messe in Nürnberg gab es kaum Resonanz per Social Media.

Liebe Leute, ganz ehrlich: Ich bin in meiner Kritik noch zurückhaltend bis zaghaft. Es ist schlimm. Der blanke Irrsinn, was da auf breiter Front geschieht. Hört doch einfach auf Thomas Koch. Und auch auf Sebastian Vettel. Überdenkt, was ihr tut. Stellt es in Frage. Lernt dazu. Und besinnt Euch darauf, worum es geht: Kommunikation werthaltig zu gestalten. 

EMPFEHLENSWERT:
Videoaufzeichnung des Vortrags von Thomas Koch “Das Ende der Werbung”

PS: Rückblick

Die Besucherzahlen der CO-REACH sind übrigens gegenüber 2014 kaum gestiegen: 6.000 Besucher aus 12 Ländern vermeldet die Messe Nürnberg per 26. Juni 2015. 2014 waren es 5.778 Besucher aus 20 Ländern. Und 2009, als die CO-REACH noch Mailingtage hieß, war es 8.150 Besucher. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/CO-REACH sowie http://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/Abschlussbericht-mailingtage-2009-%96-Erfolgreich-am-Puls-der-Zeit/17235

Dies Ausstellerzahl war 2015 mit 266 gegenüber 2014 leicht rückläufig, da waren es noch 269 Aussteller. 2009 wurden noch 400 Aussteller vermeldet.

Kopocz Lösungsheft image82-780x585

© 2015 by printmanufaktur, Christian Kopocz, Lübeck.

“Klasse. Ein smartes und überzeugendes Plädoyer für Print. Hübsches Design und farbenfroher Druck war gestern. Umsichtig erstellte und stringent inszenierte Inhalte, die im Kommunikationsmix höchste Wirkung entfalten, sind Heute und Morgen das Maß aller Dinge!” —Andreas Weber

Es ist bezeichnend: Die derzeit besten Printprodukte stammen nicht mehr von klassischen Designern, Agenturkreativen oder Druckereien und ihrer Lieferanten. Sie kommen von Unternehmern, die sich vorwärtsgerichtet den Anforderungen des Digitalzeitalters stellen. Und sich klug dafür einsetzen. Wie Christian Kopocz, Inhaber der prindoz-Firmenguppe; er ist gelernter Kaufmann. Nach der überaus erfolgreichen Organisation und Durchführung der 1. Multichannel Innovation-Konferenz #XUG15EU Ende Mai 2015 in Berlin, hat Christian Kopocz sein Wissen und seine Erfahrungen in einem lesenswerten, gedruckten Magazin publiziert. Der Name: “Lösungsheft”. Herausgegeben und produziert im eigenen Unternehmen, der Printmanufaktur. Das Credo: „Mich nervt das ewig gestrige Denken der Kollegen in der Branche. Dabei schließe ich Agenturen nicht aus. Innovatoren waren Sie einst, der Drucker und der Werber. Was ist geblieben? Es ist mühsam sich gegen den Strom der Innovationsverweigerer zu stemmen, doch es lohnt sich wenn man die Erfolge betrachtet.“

Das Ergebnis, das Christian Kopocz liefert, überzeugt. „Nicht belehrend, sondern unterhaltend, kurzweilig, motivierend zum Dialog und nur im Notfall als Unterlegscheibe für wackelnde Möbel zu gebrauchen“, so der Anspruch des printmanufaktur Gründers mit einem Augenzwinkern.

Im Blogpost zum neuen Magazin heisst es weiter: “Flankierend zum gedruckten haptischen Erlebnis kommen die digitalen Kanäle, genauer Twitter, Facebook und Pinterest zum Einsatz. Hier baut die printmanufaktur auf Ideen, Gedanken, Bilder, die den Dialog geradezu einfordern. ’Denn der Kunde entscheidet über den bevorzugten Kanal, nicht der Absender’, spätestens hier kann Christian Kopocz seine Wurzeln in der Multichannel-Kampagnenwelt nicht verbergen.”

Der seit Frühjahr 2015 neue Standort für Christian Kopocz ist übrigens die Hansestadt Lübeck. Der reichen Tradition erfolgreicher Kaufleute fühlt er sich verpflichtet. Denn Print muss sich rechnen und sein Geld verdienen. Nicht mehr. Nicht weniger. Und das geht nur, wenn die Kommunikation stimmt und die gewünschten Wirkungseffekte eintreten. Na dann! Weíter so.

Kopocz Lösungsheft Bildkollektion

© 2015 by printmanufaktur, Christian Kopocz, Lübeck.

Impressionen Swiss Publishing Day  Mai 2015

Weitere Informationen: http://swiss-publishing-week.ch

Der swiss publishing day zum Thema Druck-Innovation hat gezeigt, dass die Entwicklung nicht nur hin zu immer höherer Geschwindigkeit und Produktivität geht, sondern dass die Anbieter dem Drucken jetzt ganz neue Dimensionen erschliessen wollen. Da ist zum einen der viel diskutierte 3D-Druck, dessen Einsatzgebiete so vielfältig sind, dass sich durchaus auch Anwendungen im Bereich Marketing ergeben sollten – also dort, wo der Druck traditionell zuhause ist. Und schliesslich zielt auch Heidelberg mit dem sogenannten 4D-Druck auf ganz neue Anwendungen jenseits des angestammten, auf das Medium Papier fokussierten Geschäfts. Mit den jetzt vorgestellten Jetmaster-Dimension-Systemen soll sich vom Ball bis zum Sportwagen alles bedrucken lassen. So erhält der Göttibub zum Geburtstag künftig nicht irgend einen, sondern seinen individualisierten Fussball. Ein entsprechendes Web-Portal hat die Liechtensteiner BVD bereits aufgeschaltet.

Diese Ansätze zielen stark in Richtung industrielle Produktion, wo Automatisierung das A und O ist und das Internet als Prozessoptimierungsplattform genutzt wird. Und doch gibt es den Wunsch nach Individualität auch in der Beratung. So geht Flyerline als eines der innovativsten Drucksachen-Portale jetzt dazu über, eigene Stores zu eröffnen. Hier können sich Kunden persönlich beraten lassen und Druckmuster gleich anfassen und erleben. Neben der durchautomatisierten Druckfabrik im Sinne von Industrie 4.0 scheint es also auch einen Trend zur digitalen Manufaktur zu geben. Und im Gegensatz zur althergebrachten Manufaktur wird Individualität hier dank digitaler Produktion erschwinglich. Spezialeffekte wie auf unserem aktuellen Cover lassen sich dank digitaler Systeme auch in Kleinauflagen preiswert realisieren.

Nimmt man da noch die Entwicklung im Bereich Large Format Printing und Werbetechnik mit dazu, darf man feststellen: Das Drucken kennt immer weniger Grenzen und wird damit wieder mehr zum Tummelfeld für kreative Köpfe. Und für solche tun sich vielfältige Chancen auf. Wer es versteht, mit Ideenreichtum die Brücke zwischen den Bedürfnissen der Kunden und den neusten Möglichkeiten der Technik zu schlagen, braucht sich vor der Zukunft nicht zu fürchten.

Martin Spaar,
Herausgeber Publisher, Winterthur/Schweiz

Quelle:
http://publisher.ch

Vortrag Kommunikation mit Zeit-Geist FINAL 25062015.001

„Wer heute den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwer!“ — Prof. Wilhelm Weber, Mainz

Der Messeauftritt von X-DOC SOLUTION auf der Igepa Select 2015 in Kassel stand unter einem erstklassigen Motto: „Moderne Helden retten vor allem eines: Zeit!“ — Entsprechend stand die Reduktion von Produktionszeit ebenso im Fokus wie die Special Effects per Digitaldruck, wodurch sich die Halbwertzeit von Drucksachen verlängern lässt, weil sie mehr Aufmerksamkeit finden und höhere Relevanz haben.

Insofern rundete der Vortrag von Andreas Weber das Thema bestens ab. Titel: „Kommunikation mit Zeit-Geist: Vollgas oder Vollbremsung?“ Die Kernpunkte, die als Checkliste dienen können, waren:

  • „Zeit trifft Geist“ — Schneller, besser, weiter?
  • Warum und wie muss man Zeit sparen?
  • Warum und wie muss man Zeit gewinnen?
  • Warum und wie schaffen wir eine maximale Halbwert-Zeit
    (für erstklassige Arbeitsresultate)?
  • „Nehmen Sie sich mehr Zeit für mehr Zeit-Geist!“
  • Fragen/Thesen und Beispiele, wie man mit digitalem Print als dem Medium für Zeit-Geist im Digitalzeitalter Erfolg hat, rundeten die Präsentation ab.

Ein Blick zurück nach vorne!

Spannend ist vor allem eines: Das Thema Zeit ist immer mit unserer eigenen Existenz verbunden. Und mit einem Wandel des persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Der allzu „Geschäftige“ wird verleiren, weil er sich als unsterblich empfindet. Ein schlimmer Irrtum. Nur derjenige, der mit Muße und Umsicht agiert, ist Herr über sein Schicksal und agiert selbstbestimmt. Muße findet, wer in Ruhe nachdenkt, kundig im Vergangenen ist und dadurch stressfrei seine Zukunft gestalten kann.

Insofern ist ein Rückblick auf die Entwicklungen über die Jahrhunderte unabdingbar: Die Gutenberg’sche Erfindung aus dem 15. Jahrhundert benötigte fast 400 Jahre bis sie um das Jahr 1800 durch Innovatoren wie Alois Senefelder mit dem Chemischen Druck (Steindruck) als erstem Flachdruckverfahren eine Neubewertung erfahren konnte. Bis der Steindruck durch den Offsetdruck quasi „industrialiert” wurde, vergingen nochmals über 150 Jahre.

Seit DTP mit dem Motto „Jeder sein eigener Gutenberg“ Ende der 1980er Jahre die Print- und Publishing-Welt revolutionierte und auf den Kopf stellte, haben sich die Produktionsweisen wie auch die Wertschöpfungsmöglichkeiten drastisch verändert. Die klassische Offsetdruck-Produktionskapazitäten wurde vervielfacht und damit die Drucksachenverbreitung inflationär bzw. der Markt übersättigt. Wer im Offsetdruck „geschäftig“ agiert und meint, dass schneller, besser, billiger das non plus ultra sei, macht kein profitables Wachstumsgeschäft mehr, sondern rennt allem hinterher, um seine Kosten zu decken. Daher wurden neue Druckverfahren entwickelt, die nichts mehr mit Offset zu tun haben und auf Besonderheiten und Individualität abzielen, wie X-DOC SOLUTION auf der Igea Select 2015 eindrucksvoll vorführte. Im modernen Digitaldruck-Druck und verschiedensten Verfahren werden heute Druckprodukte in einer nie zuvor dagewesene Vielfalt geschaffen, die wie einst Unikat-Charakter haben können. Gerade der Einsatz von ausgefallenen, hochwertigsten Bedruckstoffen oder das Veredeln mit 3D-Effekten  setzt Maßstäbe. Und dies auch bei Auflage 1…

Vortrag Kommunikation mit Zeit-Geist FINAL 25062015.010

© 2015 by Andreas Weber, Mainz/Germany.

Gute Zeiten — Schlechte Zeiten…

Die weltweite Resonanz und Trauer um den Schrift- wie auch Technik-Pionier Prof. Hermann Zapf (der Anfang Juni 2015 im Alter von 96 Jahren verstarb), macht deutlich, wie wichtig es für die Druckbranche ist, sich auf ihre Ursprünge zu besinnen. Zapf erhob durch die vollendete Schriftgestaltung und -anwendung mit Präzision und Leidenschaft die Inhalte, die gedruckt werden, auf die höchste Stufe. „Drucken ist eine Kunst“ – ebenso wie das Schreiben und Schriftsätzen. Nur so entsteht Nachhaltigkeit. Und damit ein Zeit-Gewinn, weil Drucksachen wie sonst üblich nicht unmittelbar im Papierkorb des Empfängers landen. [Siehe hierzu auch unseren Beitrag zum exklusiven, internationalen Kunst-Ausstellungsprojekt “Surprise. The Art of Print!”.]

Zapf war zeitlebens immer ein Verfechter der neuesten (digitalen) Technologien. Und er half entscheidend weiter, die Kinderkrankheiten des Digitalzeitalters zu überwinden. So konnte Zapf mit seiner Zapfino (Kalligrafie am Computer) den Apple-Gründer Steve Jobs begeistern, im Jahre 2000 die Zapfino für Apple als Systemschrift zu lizenzieren. Zapfs Bücher sind legendär und wichtigste Zierde einer jeden guten Bibliothek. Und er verstand es, die jungen Menschen, gerade die „Digital Natives“, für Schriften und Gedrucktes zu begeistern! Hut ab. Da kann die Branche lernen, wie man Print auf Ewig verankert.

Vortrag Kommunikation mit Zeit-Geist FINAL 25062015.016

Ausblick: Zeit gewinnen, mit Print im Mix

Kommunikation mit Zeit-Geist bedeutet also, in Kenntnis des Gewesenen nicht das Jetzt, sondern die Zukunft innovativ zu gestalten. Für Print bedeutet das, sich noch viel besser als bislang in den Kommunikationsmix zu integrieren, und als Fundament für Wissenstransfer, Bildung und Interaktion seine Bedeutung viel umfassender als bisher üblich unter Beweis zu stellen. Ein Paradebeispiel hierfür sind die im o.g. Vortrag von Andreas Weber vorgestellten Beispiele von Kommunikationsmitteln, die für XUG15EU Konferenz Ende Mai 2015 in Berlin erstellt wurden. Das Thema der Konferenz, „Multichannel Innovation“, wurde mit Hilfe einer von Christian Kopocz, prindoz, Lübeck, auf Basis der XMPie Softwarelösungen perfekt inszeniert. Die Resonanz bei den Teilnehmern wie auch per Social Media war überwältigend und hat ein Millionenpublikum erreicht. Print wirkt eben, vor allem dank Twitter! — Und im Nachgang liefert uns Christian Kopocz ein wunderbares Plädoyer für Print: Sein neues gedrucktes Magazin, “Lösungsheft” genannt, ist Teil einer Multichannel-Kapmpagne, die in einzigartiger Weise belegt, wie moderne Konzepte für Pritnprodukte auszusehen haben.

ValueCom Key Visual Valuetrendradar.001

Print im Wandel. — Hierin liegen maximale Herausforderungen,
aber auch ungeahnte Chancen.

Von Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main

Der Druckbranche geht es nicht gut. Und das seit vielen Jahren. Um eine aus meiner Sicht notwendige Trendwende zu beschleunigen, muss es gelingen, Print im Digitalzeitalter als Treiber des Kulturwandels auf höchstem Niveau zu profilieren!

Kernbotschaften

  1. Die Kunst des Druckens kam im 19. Jahrhundert zur vollen Blüte durch führende Künstler wie Delacroix, Daumier, Manet, Toulouse-Lautrec und später Picasso und vor allem Christian Kruck. Per Senefelders Drucktechnik konnten herausragende Effekte wie bei Malereien erzielt werden.
  2. Die Industrialisierung durch den Offsetdruck führte im 20. Jahrhundert zur Degeneration der Kultur von Print.
  3. Die kulturelle Neubewertung von Print lässt sich erreichen, wenn Künstler wieder Treiber der Innovation im Print werden.
  4. Die Chance: Kunst-Experten aus China, dem Mutterland der Papier- und Druckkunst, suchen den Schulterschluss. Und wünschen sich ein intermediales Kunstprojekt inkl. Kunstausstellung in China, das in der Gutenberg-Stadt Mainz konzipiert wird.
  5. Das Projekt „The Art of Print“ beschreitet Neuland und zeigt, wie durch neue digitale Druckverfahren (allen voran Ink-Jet-Printing) die Kunstszene bereichert und den Künstlern neue Möglichkeiten eröffnet werden. 

DSC01976 2

Kleiner Exkurs: Kulturwandel von Gutenberg bis heute!

  1. Gutenbergs Erfindung im 15. Jahrhundert öffnete den Weg in die aufgeklärte Neuzeit durch die Verbreitung des gedruckten Wortes.
  2. Aloys Senefelder erfand um das Jahr 1800 den „Chemischen Druck“ (auch: Steindruck oder Lithographie); Senefelder erhob das Drucken zur Kunst, weil Kunst und Künstler sogleich seine Erfindung für sich nutzbar machen konnten und dadurch die Kunstwelt nachhaltig veränderten.
  3. Die Industrialisierung des Drucks im 20. Jahrhundert, vor allem durch den Offsetdruck, machte Print zwar noch populärer, aber auch beliebig! Der Wert von Print ging gegen Null, trotz Milliardeninvestitionen.
  4. Im Zuge der Digitalisierung veränderten sich seit den 1990er Jahren die Druckverfahren irreversibel. Modernste Ink-Jet-Druckprozesse versprechen, im Print wieder höchste künstlerische Anforderungen zu erfüllen.

These

Print kann seine Vorzüge wieder ausspielen, wenn man die Technologie-Anwendungsentwicklung und Bildende Kunst zusammenbringt.
Bildende Künstler liefern die hochwertigsten und wirkungsstärksten Inhalte für Print. Und Print liefert die besten Wirkungsmöglichkeiten, um Künstler und ihre Kunst in Szene zu setzen.

++++++++++++++++++++++++

Siehe auch das interview, das Klaus Wenderoth zum Projektstart
mit Andreas Weber führte und das viele wichtige Hintergrundaspekte liefert!

++++++++++++++++++++++++

Projektidee

Um Ink-Jet-Printing fulminant ins Bewusstsein der Künstler zu rücken, soll durch ein intermediales Kunstprojekt inklusive einer Ausstellung gezeigt werden, wie Künstler Print nutzen, um von Print und seiner medialen Wirkung zu profitieren und wie Künstler durch Print neue Kunstformen entstehen lassen. Dazu wurden eine Reihe von führenden chinesischen Künstlern ausgewählt, die die ausgewählten Arbeiten aus der Sammlung Weber ergänzen und zu einer einzigartigen Ausstellungskollektion abrunden.

DSC02012

Katalysator für das Projekt:  Einzigartige wissenschaftliche Ressourcen

Das „The Art of Print“-Projekt bezieht sich auf die wissenschaftlichen Forschungen und Publikationen von Prof. Wilhelm Weber, dem führendem Experten für künstlerische Druckgrafik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Prof. Weber konnte nachweisen, dass es spezifisch seit dem Jahr 1800 Künstler von Rang waren, die der technischen Innovationen im Print durch den Steindruck zum Durchbruch verhalfen. (Siehe das Standardwerk: Geschichte der Lithographie: Saxa Loquuntur — Wenn Steine reden, Heidelberg, Paris, London/New York, 1961 ff.).

The Art of Print Bilder 2

Das Projekt — die Konkretisierung

Seit Sommer 2014 fanden auf Initiative von Andreas Weber im Team mit Dr. Ying Lin-Sill in der Gutenberg-Stadt Mainz Gespräch statt mit hochrangigen Gästen aus China. Die Gäste waren ad hoc begeistert von Mainz als Zentrum der Kultur der Kommunikation. Der Geist Gutenbergs als „Man of the Millennium“ ist auch noch heute spürbar und beeindruckte.  Ähnlich wie vor einigen Jahren bereits Visionäre aus dem Silicon Valley inspiriert wurden, allen voran Prof. Jeff Jarvis (Autor von „Gutenberg — The Geek“), der Mainz besuchte. 

Die Gäste aus China regten an, eine Ausstellung zur Kultur der Print-Kommunikation zu konzipieren. Man suche den Schulterschluss von China zu Mainz, so u. a. Prof. Yu Hiu, Deputy Director The National Palace Museum, Beijing.  — Die Ausstellung soll in Mainz konzipiert und dann in Beijing und Shanghai gezeigt werden, mit dem Arbeitstitel „The Art of Print“. 

The Art of Print Bilder 1

Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass zwar vor rund 2.500 Jahren das Papier in China erfunden sowie später, vor rund 1.000 Jahren, das Drucken mit Holzlettern in China kultiviert wurde, — in der Neuzeit jedoch Print-Innovationen ausserhalb Chinas stattfinden und von der Kunstszene in China entsprechend nicht mehr genutzt werden.

Im Fokus des Projekts stehen die Resultate der Wissenschaftlichen Arbeit von Prof. Wilhelm Weber (ehemals Direktor des Mainzer Landesmuseum), seine Publikationen (v. a. „Saxa Loquuntur“ sowie „Aloys Senefelder“) inklusive seiner exklusiven Sammlung an Original-Grafiken mit Schwerpunkt Lithographien (Steindrucke). Sie definieren die Messlatte, an der sich neue Kunstformen mit Print messen lassen.

Darüber hinaus sollen über das Value Print Lab von Andreas Weber, das bis dato innovative Print- und Kommunikations-Lösungen für Kunst+Künstler prototypisch entwickelt, ganz neue Applikationen per Ink-Jet-Printing mit innovativen Partnern entwickelt werden, die dann in China ausgestellt werden können. Dies ist umso wichtiger, als sich die traditionelle chinesische Kunst der Kalligrafie und Malerei immer schwieriger den nachwachsenden Künstler vermitteln lässt, die sich mehrheitlich der digitalen Computer Kunst zuwenden. Ink-Jet-Printing kann dazu dienen, diese virtuelle Kunstwelt wieder in die Realität zurückzuholen.

Auf zu neuen Ufern.001

____________________________________________________________________

Projektinitiator und Rechteinhaber Nachlass Prof. Wilhelm Weber:
Andreas Weber, Mainz/Frankfurt am Main
Email zeitenwende(at)me.com
http://about.me/andreas.weber
https://www.facebook.com/ValueCommunicationAG

____________________________________________________________________

Unterstützung erwünscht: Jeder kann mitmachen!

Für das Projekt ist Unterstützung willkommen, um das Ausstellungsdesign, die notwendige umfangreiche Kommunikationsarbeit und die Logistik zu unterstützen. Dazu wird zu Zuwendungen aufgerufen über die Plattform Indiegogo. Siehe: https://www.indiegogo.com/projects/surprise-the-art-of-print/x/11125975#/story

CEO Talk on Innovation Oliver zünd.002

@ 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Bildcollage: Andreas Weber. Porträtfoto Oliver Zünd: Zünd Systemtechnik AG.

Es gibt sie nach wie vor, die eindrucksvollen Erfolgsstories. Die Zünd Systemtechnik AG, ein global tätiges Schweizer Familienunternehmen, positioniert sich erfolgreich als der Spezialist für digitale Schneidsysteme. Zünd steht, so das Unternehmen, für Schweizer Qualität und gilt als Synonym für Präzision, Leistung und Zuverlässigkeit

In der Eigendarstellung heisst es: „Seit 1984 konstruiert, produziert und vermarktet Zünd modulare Cuttersysteme und zählt weltweit zu den führenden Herstellern. Die Kunden sind gewerbliche Dienstleister und Industrieunternehmen aus der grafischen Branche, der Verpackungsindustrie, der Bekleidungs- und Lederbranche sowie aus dem Textil- und Compositemarkt. Am Hauptsitz in Altstätten befinden sich die Forschung & Entwicklung, das Marketing und die Produktion des Unternehmens. Nebst den eigenen Verkaufs- und Serviceorganisationen in Hongkong, Amerika, Indien, den Niederlanden und Italien arbeitet das Unternehmen mit unabhängigen und langjährigen Vertriebspartnern zusammen.“

Grund genug für Andreas Weber, per Value CEO-Interview bei Oliver Zünd nachzufragen, worauf die Erfolgsfaktoren seines Unternehmens beruhen.

Warum stellt die Geschichte von Zünd Systemtechnik AG eine Erfolgsstory dar?

Oliver Zünd: Langfristiges Denken zeichnet uns aus. Das verleiht uns mehr Spielraum als quartalsgetrieben kurzfristigen Renditen nachjagen zu müssen. Als 1984 gegründeter Familienbetrieb können wir dies. Wichtig ist für uns vor allem die Nähe zu den Kunden und der Bezug zur Region. 80 Prozent aller Technik-Komponenten kommen aus unserer Gegend, sprich aus einem Umkreis von 30 Kilometern. Zudem sind wir fokussiert. Wir wissen und haben uns darauf spezialisiert, wie man mit einer soliden, modular aufgebauten Produktplattform vertikale und hochspezialisierte Märkte bedienen kann. Die Vorteile: 1. Das Risiko ist besser handhabbar. 2. Der Kunde profitiert; er kann seine Maschinen upgraden und bedarfsgerecht ergänzen.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für die weitere Unternehmens- und Produktentwicklung?

Oliver Zünd: Wir setzen auf sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und haben eine große Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit insgesamt 40 Mitarbeitern. Das ist für ein Unternehmen unserer Größe ein sehr hoher Anteil. Unsere Strategie ist, bei unserem Geschäft möglichst marktnah zu agieren. Das heisst, unser Geschäft möglichst im Direktkontakt mit den Kunden anzugehen. So bedienen wir die D-A-CH-Region von unserem Hauptsitz in Altstätten aus. Dadurch sind wir nahe beim Endkunden. Vor allem nutzt uns die rege Beteiligung an Fachmessen, unsere Marktsicht aktuell zu halten und Trends auszuloten.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Oliver Zünd: Ein gutes Beispiel stellt die FESPA dar, die Mitte Mai 2015 in Köln stattfand. Hier haben wir einem internationalen Publikum neue Automatisierungslösungen vorgestellt. Wir haben einen hochmodernen Picking Roboter vorgestellt, der im vierten Quartal 2015 erhältlich sein wird. Zudem haben wir den neuen Fräswerkzeugwechsler ARC vorgestellt. Passend zum Material wählt der ARC vollautomatisch den richtigen Fräser. Die Einrichtezeit kann damit massiv reduziert und Bedienfehler ausgeschlossen werden. Das Hauptaugenmerk bei diesen Messen liegt auf dem Kontakt und Dialog mit unseren Endkunden.

Wie verfolgen Sie die Anwendungen Ihrer Produkte und Lösungen – v. a. im Hinblick auf Innovation und Kunden-/Marktnutzen?

Oliver Zünd: Wir arbeiten wann immer möglich bei Innovationen mit Beta-Kunden, die idealerweise in unserer Nähe angesiedelt sind. So können wir Anwendungen wie den Picking Roboter testen und praxisnah optimieren, falls nötig. Bei größeren Distanzen achten wir darauf, dass wir unsere Kunden — über 6000 in 113 Ländern — über den Lifecycle hinweg durchgängig betreuen. Kundenfeedbacks werden gebündelt, so dass wir im Prinzip in spätestens 12 Monaten relevante Anregungen aufgreifen und implementieren können.

Wie schätzen Sie die Entwicklung der für Ihre Kunden wichtigen Print-Herstellung im Digitalzeitalter insgesamt ein?

Oliver Zünd: Das Medium Print hat aus unserer Sicht nach wie vor viel Potenzial. Aber für die Produktionsbetriebe wird der Wettbewerb weiter zunehmen, da die Druckkapazitäten nach wie vor steigen, während sich das Druckvolumen anders verteilt. Durch die Digitalisierung änderte sich die Struktur der Print-Aufträge, insbesondere die Auflagenhöhe pro Job, die stetig kleiner und individualisierter wird. Das kommt uns und unseren Kunden entgegen, beflügelt das Geschäft mit Cutting, gerade durch die individualisierten Printproduktionen. Ideal ist aus unserer Sicht ein Druckereibetrieb aufgestellt, der weiss, wie er mit Digitaldruck neue Kunden ansprechen und neue Märkte erschliessen kann. Insbesondere durch den Einsatz neuer Materialien. Und sich damit über neue Anwendungen mit Hilfe unserer Hochleistungscutter aus der Masse abhebt.

Wenn Sie sich nicht dem Digital Cutting widmen könnten, was würden Sie tun? 

Oliver Zünd: Dann würde ich etwas komplett anderes tun. Vermutlich in einem Sport angesiedelt, der einen rund um die Welt führt. Wobei ich froh bin, dass es so ist, wie es ist, zumal man beim Sport nicht älter werden darf.

Das Gespräch wurde am 10. Juni 2015 von Andreas Weber per Skype geführt. Dank an Daniel Bischof von Zünd Systemtechnik AG für seine Unterstützung. 


ENGLISH VERSION

IMPRESSIONEN VON DER FESPA 2015

Zur Person:

Oliver Zünd (39) übernahm nach seinem Betriebsökonomie-Studium an der Hochschule Chur die Leitung der Bereiche Verkauf und Marketing im väterlichen Unternehmen. Unter seiner Leitung wurde 2004 das Tochterunternehmen Zünd Amerika, Milwaukee, gegründet. Nach zwei Jahren Aufbauarbeit wurde Oliver Zünd 2006 in die Geschäftsleitung der Zünd Systemtechnik AG in Altstätten berufen. 2011 hat Oliver Zünd die operative Geschäftsleitung übernommen. Zurzeit absolviert er an der Universität St. Gallen den Executive MBA in Business Engineering.

Links für weitere Informationen

Zünd im Discovery Channel:
https://youtu.be/jhopvuv5nm8?list=PLlisgYauQkmnqbBQsZwE1ynm52JkYjBjr

Zünd Unternehmensfilm:
https://youtu.be/Y4x70tZbfHM

Zünd Homepage:
http://www.zund.com/de/

Zünd auf Facebook:
https://www.facebook.com/ZundCutter

Zünd Screenshot WeTransfer

Foto: Maschinendetail, Zünd Systemtechnik AG

Bildschirmfoto 2013-11-22 um 10.01.48

© 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Illustration: Jan Lorenz, Heussenstamm/Germany.

Oder: Am Anfang war die Schrift. Schrift findet einen neuen Anfang.

Ein Wort-Denkmal für Professor Hermann Zapf.
Text: Andreas Weber, Mainz
Grafik/Illustration: Jan Lorenz, Heussenstamm

»Hermann Zapf hat die Transformation einer werthaltigen
Kommunikation von der analogen Gutenberg-Galaxis in die digitale
Wissensgesellschaft wie kein anderer geprägt.
Wir können und werden ihn nie vergessen.« —Andreas Weber

++++++  English Version via Linotype.com   ++++++

»Meine Lebensgeschichte beginnt in Nürnberg. In dieser Stadt wurde ich am 8. November 1918 geboren, also gerade noch im Kaiserreich.« Mit diesen Sätzen lässt Hermann Zapf sein Buch ›Alphabetgeschichten‹ beginnen, das im Jahr 2007 von der Mergenthaler-Edition der Linotype GmbH herausgegeben wurde. Diese lesenswerte Chronik technischer Entwicklungen von Hermann Zapf versetzt uns in Erstaunen. Wie kann ein einziger Mensch soviel auf so hohem, nicht zu übertreffendem Niveau vollbringen? Wie kann man Kreativität, handwerkliche Präzision, universelles künstlerisches Talent und Technologie-Verständnis dergestalt unter einen Hut bringen?

Leben und Werk von Hermann Zapf, der am 4. Juni 2015 in Darmstadt verstorben ist, sind vielfältig und umfassend dokumentiert, vor allem auch von ihm selbst. Er gehört zu den wichtigsten Schriftkünstlern, Typografen, Kalligrafen aller Zeiten, der sich auch als Gestalter, Autor und Lehrer über fast vier Generationen verdient gemacht hat. Und er gehört zu den wenigen Auserwählten der Menschheitsgeschichte, die durch ihr Wirken das Schaffen anderer erst ermöglicht haben, wie der Typograph und Pressendrucker Hermann Rapp (am 21. Februar 2015 vor seinem Freund Hermann Zapf verstorben) in seinem Beitrag zum 90. Geburtstag von Hermann Zapf im Herbst 2008 betonte: »Mit Zähigkeit kämpfte er [Hermann Zapf] ein langes Leben lang um Vollkommenheit. Wer in seiner Nähe stand, wurde mitgezogen oder zog es vor, sich abseits einen kleineren Weg zu suchen. Denn er konnte wohl nicht anders als alles an sich zu ziehen, in sich zu verarbeiten und das Ergebnis, ob Kalligraphie oder Alphabet mit all seinen Zusätzen für viele Sprachen dieser Welt, dem Buch, den Druckwerken zur Verfügung zu stellen.«

Es erfordert nicht nur Respekt, sondern Demut und Dankbarkeit, um sich mit Hermann Zapf auseinandersetzen zu können. Aber nicht etwa deswegen, weil er sich abkapselte, sondern weil Hermann Zapf für immer und ewig an der Spitze der Elite grafischer Kunst steht ohne selbstverliebt oder voreingenommen gewesen zu sein. Bis ins hohe Alter hat Hermann Zapf stets die Begegnung mit anderen, gerade den sehr viel jüngeren Menschen geschätzt – zuhörend, mitredend, helfend, erklärend, Mut machend. So hat er über Jahrzehnte unterrichtet (in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika) oder seit 1998 auf den TypoMedia- und TypoTechnica-Kongressen von Linotype mitgewirkt. Mit dem Schriftenhaus Linotype und seinen Vorgängerfirmen stand Hermann Zapf über mehr als 70 Jahre in engster Beziehung. Zapf hat damit über die Hälfte des Firmenlebens der 1886 von Otmar Mergenthaler gegründeten Firma und ihr globales Geschäft geprägt. Dies ist in der grafischen Branche und ihrer Wirtschaftsgeschichte ein wohl einmaliger Vorgang.

Hermann Zapf zuhause 2003

Hermann Zapf in Darmstadt, 2003. Photo: Heidelberg Nachrichten.

Bleisatz auf dem Bildschirm?

Im Jahr 2001 publizierte Hermann Zapf zusammen mit einem jungen, international besetzten Team aus Basel, Mainz und New York City die Multimedia-CD-ROM ›The world of alphabets by Hermann Zapf‹. Der Meister selbst entwickelte das Layout, gab die Inhalte vor, lieferte die Scans ab und wählte die Musik aus. Innerhalb von weniger als 100 Tagen musste vom jungen Team (mit damals noch sehr rudimentären technischen Werkzeugen) die komplett interaktiv gestaltete Produktion abgewickelt werden. Die Multimedia-Präsentation führte Hermann Zapf im Herbst 2001 in der Stadtbibliothek von San Franzisko persönlich vor – »standesgemäß digital und computerunterstützt«, wie Zapf süffisant anmerkte, da er zu einem Vortrag über sein Lebenswerk von den Firmen Adobe und Apple eingeladen war, den Pionieren und Gestaltern unserer zeitgemäßen digitalen Kommunikationstechnologien.

Im darauffolgenden Jahr 2002 besuchten Hermann Zapf und seine Gattin, die renommierte Schrift- und Buchkünstlerin Gudrun Zapf-von Hesse, die damals ›kreativste Multimediaagentur der Welt‹ in Wiesbaden. Dort zog das Paar zwei Dutzend Jung-Kreative stundenlang in seinen Bann. Und Hermann Zapf lehrte die Multimedianer, dass neueste Technik nicht immer bereits von Anfang an perfekt ist. »Was ihr macht, ist quasi Bleisatz auf dem Bildschirm. Aber keine Angst, die Technik, die ihr im Web nutzt, wird langsam immer besser«, urteilte er.

Die Offenheit und lebenslange Neugier von Hermann Zapf für Innovation und Fortschritt, für Werte und Kultur, für Kommunikation und Gestaltung basiert auf einem hohen Maß an Verantwortung für das eigene Können und Tun. Hermann Zapf kommentierte das so: »Die Arbeit eines Schriftentwerfers verlangt mehr Sorgfalt und Genauigkeit als in einer der üblichen Disziplinen. Kaum eine andere kreative Tätigkeit hat an weltweiter Verbreitung solche Größenordnungen vorzuweisen, weder die Werbung, noch die Buch- und Zeitschriftenproduktion.« Hermann Zapf hat nie etwas halbherzig angepackt oder auf Zufälliges vertraut. Und das, obwohl er immer wieder Neuland betrat, wie zum Beispiel seit den 1960er Jahren mit Dr. Ing. Rudolf Hell, den Zapf als den ›Edison der grafischen Industrie‹ verehrte und dessen Digiset-Technologie Zapf zum Durchbruch verhalf.

Um die grandiose Bedeutung des Lebenswerks von Hermann Zapf und seiner Arbeit als Schriftentwerfer anschaulich zu machen, sei erinnert: Jeder Computer, der weltweit (stationär oder mobil) im Einsatz ist, macht Schriften von Hermann Zapf zugänglich, da sie sowohl Teil der Grundausstattung der Betriebssysteme als auch Bestseller in den Schriftbibliotheken sind. Große Teile der Weltliteratur, bedeutende Publikationen im Zeitschriftenbereich, Firmen- und Privatdrucksachen, Urkunden bis hin zu Inschriften in Denkmälern sind mit Schriften ausgestattet, die Hermann Zapf entworfen und im Laufe von über 60 Jahren ständig an die neuesten technischen Entwicklungen angepasst hat.

Bis zum letzten Atemzug: Ungebrochener Innovationsgeist

Vom Hand- über den Maschinensatz mit Bleilettern bis zum Foto- und Lichtsatz sowie letztlich für die unterschiedlichen Digitaltechnologien hat Hermann Zapf seine Schriftzeichen und Alphabete umgearbeitet und erweitert. Dabei beglückten ihn die neuesten Digitaltechniken geradezu, vor allem das OpenType-Fontformat, da es für Schriftentwerfer sämtliche technisch-physikalischen Beschränkungen der Vergangenheit aufhebt. Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wie auch das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhundert nutzte der damals schon hochbetagte Hermann Zapf, um beinahe wöchentlich im Schriftenatelier von Linotype seine wichtigsten Schriften (Palatino, Aldus und Optima) den neuen Techniken anzupassen. Dabei wurden nicht nur seine Alphabete und Zeichen transformiert, sondern es entstanden Erweiterungen der Schriften, etwa die Palatino Nova und Palatino Sans Com.

Sein spektakulärstes Projekt war sicherlich die Zapfino. Hermann Zapf wurde Anfang der 1990er Jahre von dem später als Web-Design-Guru berühmt gewordenen David Siegel aus Kalifornien angesprochen. Siegel, der Mittzwanziger wollte im Team mit Zapf, dem über 70-jährigen, eine neue digitale Schrift entwerfen, um Kalligrafie mit dem Computer zu ermöglichen. Die Ansprüche wuchsen mit den Möglichkeiten. Das Projekt geriet ins Wanken. Letztlich war Ende 1998 mit Unterstützung des Schriftenhauses Linotype die ›Zapfino‹ genannte kalligrafische Schrift als Weltneuheit marktreif. Apple-Chef Steve Jobs war fasziniert und lizenzierte die Zapfino. Seitdem ist die Zapfino Bestandteil des Betriebssystems OS X von Apple. Kalligrafie findet so Eingang in den von Steve Jobs propagierten ›Digital Lifestyle‹.

04_Zapf_1024

© 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany. Photo: Nadine Bendzulla, Wiesbaden

›TypoZapfie‹ – Inspiration für den Nachwuchs und globale Strahlkraft

Naturgemäß beschränkte sich Hermann Zapf bei seinen Schriftentwürfen nicht nur auf den westlichen Sprach- und Kulturraum. Slawische Sprachen, Kyrillisch, Arabisch und vieles mehr hat Hermann Zapf in seine Schriftwelt integriert. Jeder Mensch auf unserem Planeten, der Lesen und Schreiben kann, jedes Unternehmen ist mit dem Werk von Hermann Zapf, dem Meister des Schriftentwerfens, hautnah in Berührung gekommen. Mitunter wurden auch lebenswegentscheidende Impulse durch Hermann Zapf gezündet: Der junge Akira Kobayashi aus Tokio bekam in den 1980er Jahren Fachschriften von Hermann Zapf in die Hand, die ins Englische übersetzt waren. Da Akira kein Englisch konnte, aber genau wissen wollte was Hermann Zapf publizierte, brachte er sich kurzer Hand die englische Sprache selbst bei.

Das Ergebnis war eine grenzenlose Begeisterung bei Akira Kobayashi für Schrift und Typografie auf höchstem künstlerischen Niveau, die man als ›TypoZapfie‹ bezeichnen könnte. Akria ging damals unvermittelt nach London zum Studium, entwarf selbst Schriften, gewann bei Wettbewerben und wurde zum künstlerischen Leiter des Linotype Schriftenateliers. Eine Position übrigens, die Hermann Zapf bei der D. Stempel AG, die später von Linotype übernommen wurde, mehr als ein halbes Jahrhundert zuvor inne hatte. Kein Wunder also, dass Hermann Zapf unverzagt und hochmotiviert auf die Unterstützung und Kompetenz von Akira Kobayashi setzte, um im Linotype Schriftenatelier sein Lebenswerk vollenden und bis zum letzten Atemzug auf Innovation, Präzision und Meisterschaft achten zu können.

Der Eingangs zitierte Hermann Rapp rundet die Würdigung der Lebensleistung von Hermann Zapf wie folgt ab: »Hermann Zapf schenkte uns und den späteren ein wunderbares Werkzeug. Wenn wir dieses Werkzeug mit Vernunft und Anstand gebrauchen, das heißt, dass wir Kommunikation des Kommunikativen wegen betreiben, Lesenswertes leicht leserlich machen, dann hinterlassen wir eine gute Spur bei unserem Tun und ehren den Schöpfer unserer Werkzeuge: unseren Hermann Zapf.«

Hermann Zapfs Lebenswerk und seine Meisterschaft sind unvergleichlich und einzigartig. Er hat durch sein über fast vier Generationen dauerndes Wirken die grafische Kunst vollendet. Und gleichzeitig nicht nur Profis, die Gestalter, Kreativen und Medienproduktioner in aller Welt, inspiriert und unterstützt, sondern durch seine aktive Mitarbeit bei der Vervollkommnung der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten die Nutzung grafischer Kunst auf höchstem Qualitätsniveau für alle Menschen zugänglich gemacht. Schrift und die schriftgebundene Kommunikation haben durch Hermann Zapf einen neuen Anfang gefunden. Hermann Zapf hat die Transformation der werthaltigen Kommunikation von der analogen Gutenberg-Galaxis in die digitale Wissensgesellschaft wie kein anderer geprägt. Wir können und werden ihn nie vergessen.

[HINWEIS: Dieser Nachruf enstand in Zusammenarbeit mit Monotype GmbH, die Linotype GmbH übernommen hat. Der Nachruf findet sich auf der Linotype-Website in gekürzter Fassung.]


Zum Autor

Andreas Weber (geboren am 3. Januar 1959 in Homburg/Saar) lebt und arbeitet seit 1978 in Mainz. In der Gutenberg-Stadt studierte er Kunstgeschichte, Archäologie und Buchwesen. 1987 wechselte er ins Kommunikationsfach. Seitdem ist er als Kommunikations-Manager und -Analyst, Publizist sowie als Berater und Coach aktiv. Er hat verschiedene Unternehmen gegründet, zuletzt die Value Communication AG, die er als CEO leitet und die sich auf Innovationstechnologien und Kommunikation mit System spezialisiert hat. Hermann Zapf lernte der Autor im Jahr 1988 in Paris kennen. 2001 produzierte er für Hermann Zapf die Multimedia-Werk ›The world of alphabets by Hermann Zapf‹. 2002 arrangiert Weber die Begegnung von Hermann und Gudrun Zapf mit der damals ›Kreativsten Multimediaagentur der Welt‹, Scholz & Volkmer, Wiesbaden. 2008 publizierte Weber eine umfassende Würdigung Hermann Zapfs zu dessen 90. Geburtstag.

Zur Biografie von Hermann Zapf

Hermann Zapf wurde am 8. November1918 in Nürnberg geboren und gehört zu den wichtigsten Schriftkünstlern, Typografen, Kalligrafen aller Zeiten, der sich auch als Autor und Lehrer verdient gemacht hat. Seit 1951 war er verheiratet mit Gudrun Zapf von Hesse. Nach seiner Lehrzeit als Retuscheur, bei der er seine Leidenschaft für die Kalligrafie entdeckte, zog Zapf 1938 nach Frankfurt/Main, wo er sich als Schriftgrafiker und Kalligraf betätigte. Im gleichen Jahr entwarf er seine erste Type Gilgengart für seinen späteren Arbeitgeber, die Schriftgießerei D. Stempel AG.

Nach Arbeitsdienst, Krieg und Gefangenschaft ging Zapf wieder nach Frankfurt und war bei D. Stempel 1947 bis 1956 künstlerischer Leiter. Zwischen 1948 und 1950 war er nebenamtlich als Dozent für Typografie an der heutigen HfG Offenbach tätig. Während dieser Zeit war Hermann Zapf auch als Graphiker im Buchdesign für Verlagshäuser wie Suhrkamp, den Insel Verlag (auch Insel-Bücherei), die Büchergilde Gutenberg oder den Carl Hanser Verlag tätig.

Aus Prinzip arbeitete er jedoch nie für Werbeagenturen. Eine wichtige Betätigung war die des Schriftentwerfers: Es entstanden die Palatino, Aldus und Optima (bereits 1952), die bis heute weit verbreitet sind. Ab 1956 arbeitete er als selbständiger Schriftgrafiker in Frankfurt. Eine der Arbeiten war 1960 die Ausfertigung der Präambel der Charta der Vereinten Nationen für die Pierpont Morgan Library in New York. Seit den frühen 1960er Jahren beschäftigte er sich mit der Kombination von Typografie und Computerprogrammen.

In Deutschland wurden seine Ideen zum computergestützten Satz damals nicht ernstgenommen und sogar auch verlacht. Nach einer Vorlesung 1964 in den USA war die Universität von Texas in Austin sehr interessiert an Zapf und wollte extra für ihn sogar eine Professur einrichten. Er lehnte das Angebot jedoch ab, da seine Frau nicht in den USA leben wollte.

1972 ging er für einen Lehrauftrag für Typografie, den er bis 1981 ausübte, an die Technische Universität Darmstadt. 1976 wurde ihm vom Rochester Institute of Technology die Professur für computergestützte Typografie angeboten, die dort als weltweit erste aufgebaut wurde. Er nahm dieses Angebot an und unterrichtete im ständigen Wechsel zwischen Darmstadt und Rochester von 1977 bis 1987 auch am College of Graphic Arts and Photography.

1977 gründete er zusammen mit Aaron Burns und Herb Lubalin die Firma Design Processing International Inc. in New York. Das Ziel war die Entwicklung von Programmen für typographische Strukturen, die auch von Nichtspezialisten bedienbar sein sollten. Die Firma bestand bis 1986. Danach entwickelte Zapf in Kooperation mit der URWSoftware & Type GmbH in Hamburg die Software »hz program«. Dieses Programm enthält mikrotypografische Veränderungen zum optimalen Zeilenausgleich. Diese Algorithmen wurden für das Programm InDesign lizenziert.

In den letzten Jahren erweiterte er seine Palatino-Schrift insbesondere um griechische und kyrillische Zeichen. Weiterhin arbeitete er die 1993 begonnene Schriftreihe Zapfino aus, die schließlich bei Linotype erschien.

Eine bedeutende Sammlung von Schriftentwürfen, Buchgestaltungen und Signeten Hermann Zapfs befindet sich in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und kann dort in einer Dauerausstellung besichtigt werden.

Am 4. Juni 2015 verstarb Hermann Zapf in Darmstadt.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)

1967 Type Directors Club Medal des Type Directors Club.

1974 Gutenberg-Preis der Gutenberg-Gesellschaft verliehen.

2000 Ehrenmitglied der Deutschsprachigen Anwendervereinigung TeX ernannt.

2003 SoTA Typography Award der “Society of Typographic Aficionados” in Chicago verliehen.

2007 Goethe-Plakette des Landes Hessen in Wiesbaden verliehen (11. Dezember 2007).

2010 Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland in Wiesbaden verliehen (25. Mai 2010).

Zapf-Schriften als „Evergreens“ und Bestseller zugleich — Hermann Zapf hat über 200 Schriften entworfen. Überblick über die wichtigsten Schriftentwürfe von Hermann Zapf.

Aldus® (1954), Aldus Nova (2005), Aurelia™ (1983), Comenius® Antiqua BQ

(1976), Edison™ (1978), Kompakt™ (1954), Marconi® (1976), Medici® Script

(1971), Melior® (1952), Noris Script® (1976), Optima® (1958), Optima nova

(2002), Orion™ (1974), Palatino™® (1950), Palatino nova (2005), Palatino™

Sans (2006), Saphir™ (1953), Sistina® (1950), Vario™ (1982), Venture™

(1969), Virtuosa® Classic (2009), Linotype Zapf Essentials™ (2002), Zapfino®

(1998), Zapfino Extra (2003), ITC Zapf Chancery® (1979) ITC Zapf

International® (1976), ITC Zapf Book® (1976), Zapf Renaissance Antiqua™

(1984–1987), ITC Zapf Dingbats® (1978).

Werke (Auswahl)

  • ›Feder und Stichel‹. Frankfurt am Main, 1949
  • ›Manuale Typographicum‹, Z-Presse Frankfurt am Main/New York, 1954 und 1968
  • Typographische Variationen – 78 Buchtitel und Textseiten‹, Verlagsbuchhandlung Georg Kurt Schauer, Frankfurt am Main, 1963
  • ›About Alphabets. Some marginal notes on type design‹, M.I.T. Press, Cambridge, Massachusetts 1970
  • ›Hermann Zapf & his design philosophy‹, The Society of Typographic Art, Chicago 1987, (und in japanisch: Robundo Publishing Inc., Tokio 1996)
  • ›The world of alphabets by Hermann Zapf – A kaleidoscope of drawings and letterforms‹, Multimedia-CD-ROM, produziert von Andreas Weber, Mainz 2001, herausgegeben von Rochester Institute of Technology, Rochester NY und The Melbert B. Cary Jr. Graphic Arts Collection (vergriffen)
  • Alphabetgeschichten. Eine Chronik technischer Entwicklungen, Mergenthaler Edition/Linotype, Bad Homburg 2007, ISBN 3-9810319-5-4.
  • ›Moderne Zeiten‹ – Sonderveröffentlichung aus Anlass des 90. Geburtstags von Hermann Zapf. Erschienen in: Value Magazin, Ausgabe Herbst, Mainz 2008, Seite 8 bis 16. Mit Beiträgen von Andreas Weber, Hermann Rapp und Hermann Zapf.

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Zapf

http://www.linotype.com/de/5669/hermannzapfstatement.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Der-Schreibmeister-des-Computerzeitalters-Hermann-Zapf-zum-90-215953.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Es-gibt-keine-Entschuldigung-fuer-schlechte-Typographie-zum-Tode-von-Hermann-Zapf-2681823.html

http://www.deutschlandfunk.de/typograf-zum-tod-des-schrift-connaisseurs-hermann-zapf.691.de.mhtml?dram:article_id=321933

http://www.linotype.com/645-34858/hermannzapfsobituary.html

http://www.nytimes.com/2015/06/10/arts/design/hermann-zapf-96-dies-designer-whose-letters-are-found-everywhere.html?_r=0

http://creativepro.com/remembering-legendary-man-of-letters-hermann-zapf/

http://typographics.com/projects/zapf/

Commons: Hermann Zapf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Hinweise:

A) Nadine Chahine und Otmar Hoefer von Monotype GmbH haben zum Andenken an Hermann Zapf eine Facebook-Gruppe einreichten.

https://www.facebook.com/groups/RIPZapf/

Bildschirmfoto 2015-06-12 um 09.17.32

B) Impressionen von der Trauerfeier für Hermann Zapf am 16. Juni 2015 in Darmstadt mit rund 150 Freunden aus Europa, Nordamerika und Japan, die auf Einladung der Familie rund um Gudrun Zapf-von Hesse gekommen waren.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 2,057 other followers