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Surprise The Art of Print-Warhol.001

Fundstück. Passend zu meinem Ausstellungsprojekt ›Surprise. The Art of Print!‹ —Andreas Weber

»Von allen künstlerischen Darstellungsformen bietet das Drucken die vielfältigsten und interessantesten Möglichkeiten. Die Spannbreite dieses Mediums reicht von einfachen Techniken bis hin zu modernsten industriellen Druckverfahren. Jede Begabung und Neigung findet in unterschiedlichen Bereichen ideale Voraussetzungen, und allein persönliche Vorlieben und künstlerisches Talent setzen die Grenzen.

Auch wenn die bahnbrechende Erfindung Gutenbergs im 15. Jahrhundert die Voraussetzung für die stürmischste Entwicklung des Druckerhandwerks schuf, so blieb doch die Bedeutung des Drucks als Kunstwerk unangefochten. Kaum ein bekannter Maler oder Bildhauer, der sich nicht auch im Bereich der grafischen Techniken einen Namen gemacht hätte. Dürer, Cranach, Rembrandt, Goya, Picasso und Warhol — sie alle gehören zu den bedeutenden Vertretern ihrer Kunst, ihrer Zeit und ihres Stils.

Die Möglichkeiten der modernen Drucktechnik eröffnen dem Laien und dem Fachmann heute ungeahnte Experimentierfelder.«

John Dawsen [Hrsg.]. In: Handbuch der künstlerischen Drucktechniken, Verlag Herder, Freiburg, 1983. — oOriginalausgabe: London, Quill Publishing Ltd., 1981 (The complete guide to prints and printmaking techniques and materials.). — John Dawsen war Senior Lecturer Graphic Design am London College of Print.

Keyvisual News 1-2015

© 2015 und Design: Prof. Gregor Krisztian, Wiesbaden/Darmstadt

Erneut konnte der Förderverein Die Gestaltende Gesellschaft mit Hilfe und Motivation seiner Mitglieder eine ganze Reihe von Projekten, Aktionen, Ausstellungen und Exkursionen unterstützen. Die Studierenden und das Lehrprogramm des Fachbereichs Kommunikationsdesign der Hochschule RheinMain profitieren durch dieses Engagement maßgeblich, um außerordentliche Initiativen zu realisieren und Studierende für außerordentlichen Einsatz an der Hochschule und bei internationalen Wettbewerben zu belohnen. Wir gratulieren allen, die mit unserer Unterstützung verdiente Erfolge genießen können und danken allen Mitgliedern für ihr Vertrauen.

Wunderbares und echte Highlights
(zusammengestellt von Prof. Gregor Krisztian)

Abschlussausstellung im Glashaus 

Trotz Hitzerekorden eröffnete der Studiengang unter dem Motto »Wir ziehen blank« die Präsentation aller Abschlussarbeiten. Exakt 300 Minuten waren die Arbeiten für die sommerlich gestimmten Gäste und Studierenden im Glashaus zu sehen. Auch diesmal nominierten externe Juroren Kandidaten für die geplante Best-of-Ausstellung 2016. Siehe: www.werkschau-wiesbaden.de

Förderpreise für studentisches Engagement und in der Lehre

Auch in diesem Jahr wurden zwei Studierende des Studiengangs für ihr Engagement in der Lehre und für studentische Belange ausgezeichnet. Der Vorstand des Fördervereins übergab im Rahmen der Abschlussfeier Deborah Beuerle und Svenja Krämer Urkunden sowie Preisgelder.

Frisch gebackene Kommunikationsdesigner werden gefeiert | Bachelors jubeln am Semesterende

Im Februar erhielten rund dreißig Bachelor-Absolventen ihre Urkunden. Die Rotunde in Schloss Biebrich bot einen würdevollen Rahmen und rundete mit deisem Abschiedsprogramm mit gelandenen Gästen und dem Dozententeam das erfolgreiche Studium ab. Bei der Feier überreichte der Förderverein Sachpreise an die Gewinner des »Publikumspreises« zur Ausstellung.

Die kühlen Räume des Biebricher Schlosses boten im Juli angesichts der drückenden Temperaturen den Gästen der Abschlussfeier einen entspannten Rahmen. Nach dem offiziellen Programm, bei dem allen Bachelors feierlich ihre Urkunden überreicht wurden, fand sich Zeit für entspannte Gespräche mit Gästen und Dozenten.

Valencia Studiotour März 2015 

Highlight in diesem Jahr war sicherlich das Kennenlernen von Künstlern und Designern in Valencia. Auch das achtköpfige Reiseteam lernte dabei nicht nur neue Perspektiven kennen, sondern nahm sich auch viel Zeit für Gespräche, die dortige Kulturszene und das einwöchige, ohrenbetäubende Spektakel der »Fallas«.

>>> Per Klick zum stimmungsvollen und eindrücklichen Bericht mit vielen Bildern.

Bretagne-Exkursion liefert Bildmaterial fürden nächsten Hochschul-Kalender 

Den angelandeten Schiffsmüll in der Bucht von Audierne nahm sich ein studentisches Team unter Leitung von Prof. Gregor Krisztian und Dipl.-Des. Kai Staudacher vor. 

Eine Woche lang sammelte, registrierte und fotografierte das Exkursionsteam die Fundsachen und sprach mit Vertretern der Anrainer-Communen sowie bretonischer Umweltschutzorganisationen.

Gleich vor Ort wurden Konzepte für den nächsten Hochschulkalender angedacht, in dem die »objets trouvés« eine tragende Rolle spielen. Das von Prof. Gregor Krisztian seit letztem Jahr entwickelte Projekt wird gemeinsam mit einem Team der Umwelttechnik in Rüsselsheim durchgeführt. Ein Beleg dafür, dass sich lohnende Themen und Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Hochschule finden lassen und so die Perspektiven erweitern.

Alumni-Ausstellung »Ausgezeichnet«

Der Kunstverein Bad Nauheim und der Magistrat der Stadt präsentierten in stimmungsvollem Ambiente Zeichnungen, Malereien, Papierobjekte, Bücher sowie weltweit ausgezeichnete Animationsfilme von Ehemaligen des Studiengangs.

Prof. Dr. Cornelia Freitag-Schubert initiierte die Ausstellung und entwickelte das Konzept der Werkschau von Mareike Stahl, Thomas Ganter, Marie-Niamh Dowling und Sören Kunz. Sie führte in die Ausstellung ein und freute sich über den Besucherandrang und das deutliche Interesse an diesem künstlerischen Medienmix, der mit Unterstützung von Prof. Rolf Schubert durch beeindruckende Animationen bereichert wurde. Thomas Ganter, kürzlich erst für sein malerisches Motiv »Mann mit einer karierten Decke« mit dem BP Portrait Award ausgezeichnet, irritierte durch realistische Detailarbeiten.

Rendez-Nous der Engel

Ohne sie geht’s nicht. In jedem Semester tragen Lehrbeauftragte und Gastdozenten durch Einsatz und Kompetenz dazu bei, dass unsere Lehre bereichert wird und unsere Studierenden von externem Knowhow profitieren. Wir wissen auch, dass die Arbeit unserer fleißigen Helfer oft über das hinausgeht, was wir erwarten oder angemessen entlohnen können. Zudem ist jeder zu anderen Zeiten an unserer Hochschule aktiv, und die wenigsten unserer »Engel« laufen sich dabei über den Weg. Der Studiengang bedankte sich deshalb zum dritten Mal mit einem abendlichen »Rendez-nous der Engel« im Jagdschloss Fasanerie.

Einheitliches Konzept zur Werkschau

Um die Organisation unserer Abschlussausstellungen bei wechselnden Betreuungsteam zu erleichtern, hat der Studiengang in neue Präsentationsmodule in einheitlichem Look investiert. Schiefergraue Ausstellungssockel und Tischhussen können nun bei allen Präsentationsvorhaben eingesetzt werden und schaffen eine klare, zurückhaltende Raumarchitektur, die den Exponaten respektvollen Vorrang lässt.

Weitere Informationen und Interaktionen per Facebook-Seite von Die Gestaltende Gesellschaft.

Value Talk Peter Sommer Inkjetdruck.001

© 2015 by Value Communication AG, Mainz/Germany

Vom Saulus zum Paulus: Auf der drupa 2012 betrachtete Peter Sommer, Geschäftsführer der Elanders Germany GmbH und Mitglied des Vorstands der Elanders Group, den Inkjet-Druck noch skeptisch. Für ihn war damals absolut nicht vorhersehbar, welch gewaltigen Qualitätssprung Inkjet-Technik in den letzten Jahren machen konnte. Das hat sich in jüngster Zeit geändert. Grund genug für einen ValueTalk von Andreas Weber mit Peter Sommer.

Wie sehen Sie die Perspektiven für die Herstellung von Drucksachen?

Peter Sommer: Vieles, was per Vierfarb-Druck bis zu einer Auflagenhöhe von bis zu 3.000 Exemplaren gedruckt wird, ist zukünftig dem Inkjet vorbehalten. Das passt gut zum Trend, denn die Höhe der Auflagen sinkt, viele Aufträge werden für die Offsetdruck-Produktion uninteressant. Nach unserer erfolgreichen Erstinstallation einer HP T 230 Inkjet-Druck-Anlage in Waiblingen werden wir an unseren wichtigsten Standorten in Schweden, in England und in den USA weitere Inkjet-Anlagen installieren.

Ihre Firma lebt das Credo „Masse mit Klasse“. Können Sie das mit Inkjet-Druck durchhalten?

Peter Sommer: Klasse im Print entsteht nicht nur durch schöne Druckbilder. Kunden wollen flexibel, schnell, zuverlässig und kostenoptimiert ihre Inhalte gedruckt, verarbeitet und distribuiert haben. Wirtschaftliche Kriterien kreuzen sich dabei mit maximaler Produktivität. Der hochvolumige Inkjet-Druck schließt die Produktivitäts-Kluft zwischen Offsetdruck und High-end-Digitaldruck per HP Indigo Technologie, wie wir es bislang praktizieren. Unsere Kunden sind durchaus bereit, ihre Konzepte und Inhalte auf die Möglichkeiten des Inkjet-Drucks abzustimmen.

Es gibt demnach Verschiebungen zugunsten des Inkjet-Drucks?

Peter Sommer: Sicherlich. Wir haben unseren Offsetdruck-Maschinenpark gestrafft. Den Bogendruck-Bereich mit HP Indigo haben wir erweitert, die HP Indigo Rollendruckmaschinen reduziert. Es ist aber ein Irrglaube, dass es nur auf die Druckmaschinentechnik ankommt. Wir haben in grossem Umfang in das Workflow-Handling inklusive der Durchgängigkeit des gesamten Fertigungsgrosses investiert. Die hohen Druckvolumen, die wir per Inkjet-Druck in maximalem Tempo erzeugen können, müssen durch integrierte und automatisierte Weiterverarbeitungs-Möglichkeiten gestützt werden. Es kommen Hunkeler Anlagen für Flugfalz sowie Roboter zum Einsatz, um den Hochleistung-Klebebinder von Kolbus zu bedienen.

Das heisst, Sie haben die Produktionsarchitektur, die Sie in Waiblingen einsetzen, mit ihrem Team selbst entworfen resp. konfiguriert?

Peter Sommer: Das war unabdingbar. Druckmuster zu begutachten und Investitionen betriebswirtschaftlich zu analysieren, ist das eine. Das andere ist, neue Herausforderungen zu identifizieren und in den Griff zu bekommen. Das nimmt ihnen kein Lieferant ab. Beispiel: Wenn man in solch hoher Geschwindigkeit mit Tinte druckt, muss das Paper, um sofort verarbeitet werden zu können, besonders behandelt werden, damit es nicht wellig wird. Letztlich ist die Bedienung einer solchen Inkjet-Druck-Anlage nicht die Schwierigkeit, sondern das Handling der gesamten, hochkomplexen Produktion. Wir konnten dies durch Tests und das rasche Sammeln von neuen Erfahrungen souverän in den Griff bekommen. Darin liegt heute und morgen unser Vorsprung!

Welche Anwendungsgebiete haben Sie als ideal identifiziert? Fotobücher werden Sie im Inkjet vorerst nicht herstellen können?

Peter Sommer: Fotobücher produzieren wir auf höchstem Niveau mit den HP Indigo-Bogenmaschinen. Wir haben unsere HP Inkjet-Druck-Anlage wie angedeutet auf bedarfsgerechte Druckprodukte mit Klebebindungen ausgelegt, entweder für die Vorklebebindung von Hardcover oder in der Mehrzahl für Softcover. Denn ein für uns wichtiger Stammkunden-Bereich ist die On-Demand-Herstellung von Gebrauchsanleitungen für die Automobilindustrie. Hier sind wir führend, auch durch neue Abrechnungsmodelle, die wir bieten. Da ist der Inkjet-Druck in Verbindung mit Klebebindung hervorragend und unverzichtbar. Dies als Basis genommen, erschließen sich Anwendungen für Neukunden aus dem Katalogbereich. Hier gibt es einen deutlich höheren Bedarf, als man gemeinhin vermutet: Kataloge in verschiedenen Sprachen, mit hohen Seitenumfängen (bis zu 2000 Seiten!) und in niedriger werden Auflagenhöhen, zumeist um die 2000 Exemplare pro Ausgabe. Gleiches gilt für Bücher und den Verlagsbereich. Wir punkten hier, weil wir die Flexibilität und das „Time-to-Market“ erhöhen und die Kosten gegenüber der Offsetdruck Produktion drastisch senken, und zwar bisweilen um bis zu 50 Prozent!

Impressionen von der Installationen und Erst-Inbetriebenahme im Oktober 2014 der HP T230 bei Elanders Germany in Waiblingen:

Produktvideo zur HP Inkjet-Druck-Anlage der T200-Baureihe:

Valy im Dialog mit Valy 2015 - Bilder.002

© 2015 By Valy Wahl & Andreas Weber, Mainz/Germany.

Prof. Valy Wahl im Dialog mit Valy, der Malerin

Ich will Neues gestalten, formen, verändern. Nur wenn ich forme, verändere ich. Ich provoziere, dass sich Materialien unvollständig ergießen, in der Flächenausdehnung gestört werden und erstarren. Das heißt, ich gehe von neu entstandenen Strukturen aus, die mir Halt geben, aber auch meine inneren Welten anregen, um darin spazieren gehen zu können. Visuell erfahrbare Bewegungen in den Strukturen entfachen körperliche Vibrationen, die sich in figuralen Gegenständlichkeiten niederschlagen. Deshalb braucht die Malerei meine ganze Körperlichkeit. Der Körper im Bild braucht meinen gesamten Körperschwung, geleitet durch den spirituell ausgerichteten Geist meiner Gefühle und die Sehkraft meiner Augen. Frei von äußeren Zwängen, allein mit dem Raum, der Fläche, den Strukturen und meinen Händen werden meine Bilder in Schwarz auf weißem Grund geschrieben. Schwarz-Weiß setzt scharfe Grenzen, steht im Gegensatz zu dem fließenden Rhythmus des Machens. Diese Härte der Kontraste bringt manchmal die Spannung zum Zerbersten. Diese Zerstörung hält man nicht aus, aber formal können die Ergebnisse richtiggehend „schön” sein.

Die permanente Konfrontation von Lieben und Leben, mit dem Sterben und dem Tod vor Augen, ist eine kaum erträgliche Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit quält im Unterbewusstsein und zwingt diese Gestalten ans Licht, zum Beispiel: „Figuren in Angst und Hass”, „Verlorene Seelen”, „Körper trifft Seele”.

Der Augenblick des Lichts transportiert die Idee. Die starke Konzentration auf den Moment festigt (mit hoher Geschwindigkeit über die malende Hand) die Struktur, um zur Form des Figurativen und ihrem bildnerischen Raum zu gelangen. Farbigkeit spielt kaum eine Rolle. Oft lenken Farben nur vom eigentlichen Geschehen ab. Ich setze sie bewusst und beinahe spärlich ein.

Ich liebe Farben, sogar in kräftigen Tönen und Kontrasten, aber für meine Malereien nutze ich fast ausschließlich Schwarz-Weiß.

Der Anfang meiner kreativen Arbeit ist spontan und intuitiv. Der Zufall bestimmt meine Formgebung. Die sich daraus entwickelnden Formen fordern mich, immer wieder wähle ich neue Wege, um letztlich Herrin der magischen Kräfte zu bleiben.

Die Bildsituation, respektive der Bildbezug, entwickelt sich beim ersten Arbeitsgang, dem Experimentieren mit dem im Moment gewollten Material. Der aktuelle Bezug erfährt beim Machen seine Realität. Der Titel des Bildes entsteht dann im Nachhinein. Manche Bilder oder Objekte brauchen keinen Titel. Denn sie sind fähig sich selbst mitzuteilen.

Steht aber die Idee eines Titels, so ist eine konträre Bildgestaltung durch die konzeptionelle Vorarbeit nötig. Worte des Titels werden bildnerisch übersetzt. Die Herangehensweise, die Materialien und ihre Verarbeitung ändern sich zwangsläufig, mitunter total. Die Atmosphäre der Aussage trifft eher die Wirksamkeit eines Plakats. So kommt meine Erfahrung als Gebrauchsgrafikerin oder Grafik-Designerin zum Tragen.

In meiner jetzigen kreativ-künstlerischen Arbeit bin ich von großer Ungeduld getrieben. Deshalb sind meine Arbeitsvorgänge von maximaler Geschwindigkeit geprägt. Bewegung schafft Hoffnung. Und umgekehrt. Hoffnung ist Bewegung.  

Für mich war und ist die entscheidende Frage, im Rückblick auf meine jahrzehntelange Gestaltungsarbeit und Lehrtätigkeit, im Streben nach der Kunst/Existenz und Kunst/Qualität: „Was ist für mich geblieben, über welche Kräfte verfüge ich noch, vor allem: Wie viel Kraft ist mir vergönnt, um weiterhin schöpferisch zu sein?” — 45 Jahre Power! Alles gegeben, vor allem um zu helfen, dass an der Hochschule junge Menschen selbständige Persönlichkeiten werden und dass sie selbst zu ihrer eigenen Persönlichkeit finden.

Die verbleibende Schaffenszeit trägt die Ungeduld, die sich in den Bildmotiven, der Farbigkeit und dem Neuerschaffen von Strukturen und Formen mitteilt.

Aktuelle Informationen (zu neuen Arbeiten/Aktivitäten und Ausstellungen)

Animation auf YouTube

EMGE Wien Key Visual.001

Wichtige Nachricht — für Freunde des DigitaldruckForum!

Auch nach 19 Jahren als führende Brancheninitiative gelingt uns erfreulicherweise immer wieder Neues: Zum ersten Mal können wir im Oktober 2015 ein exklusives Fachgruppen-Treffen im Rahmen einer hochinteressanten Konferenz in Wien durchführen. Mit den Marktanalysten von EMGE (UK) konnten wir eine diesbezügliche Vereinbarung für Digitaldruck-Anwender treffen. Und als Gruppe einen mehr als attraktiven Spezialpreis aushandeln, den wir Ihnen auf Anfrage gerne mitteilen.

Wir treffen kompetente Experten, die sich mit Forschung und Entwicklung, Trends, Innovationslösungen, Branchenanalysen u. v. m. für Papier- und Digitaldruck-Anwendungen beschäftigen. Ausgewiesene Fachleute, die man normalerweise, auch auf Fachmessen nicht trifft oder sprechen kann.

DigitaldruckForum-Gründer und Sprecher Andreas Weber steht der Gruppe als Ratgeber und Netzwerker vor Ort zur Verfügung. Er organisiert auch Treffen mit wichtigen Referenten sowie mit Michael Seidl, dem Verleger und Chefredakteur des internationalen Branchenmagazins „Print and Publishing“, das von Wien aus im deutschsprachigen Raum, Ost-Europa und Indien verlegt wird.

Interessenten wenden sich bitte direkt an Andreas Weber, per XING oder per Email.
Die Zahl der Teilnehmer ist limitiert.

Um Antwort wird bis 31. Juli 2015 gebeten!

Ich freue mich auf rege Teilnahme.
Beste Grüße aus der Gutenberg-Stadt Mainz
Ihr

Andreas Weber
Gründer und Sprecher des DigitaldruckForum
E-Mail: zeitenwende(at)me.com

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Wichtige Details:

  • Am 15. und 16. Oktober 2015 treffen wir uns in Wien und besuchen die Konferenz ”RIDING THE TRANSITION“.
  • Veranstaltungsort ist in Wien das NH Hotel Danube City.
  • Am 15. Oktober treffen wir uns nach dem 1. Konferenztag zu einem informell-fachlich-attraktiven Abend.
  • Details zum Konferenzprogramm:
    http://www.emge.com/events/conference/conference.html
  1. Hinweise:
    1. Teilnehmen können auf XING in der Gruppe DigitaldruckForum registrierte Anwender von Digitaldrucktechnik.
    2. An- und Abreise sowie Transfer zum Veranstaltungshotel organisieren die Teilnehmer für sich selbst. Verlängerungstage für ein ausgedehntes Wien-Wochenende bieten sich an,
    3. Die (reduzierte) Konferenz-Gebühr schließt Tagungsgetränke und Speisen ein. Die Zahlung ist nach der verbindlichen Anmeldung über Andreas Weber fällig und wird vom DigitaldruckForum an die Teilnehmer berechnet. Nach der verbindlichen Anmeldung kann von den Teilnehmern über den Konferenz-Veranstalter das Hotelzimmer zu Spezialpreisen gebucht werden.

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Iwan Le Moine, der mit seinen Kollegen von EMGE die Konferenz organisiert, hat eine kurze Botschaft für die Gruppe vorbereitet:

”Im excited to be able to inform you about a great opportunity coming up in a few months time for Digital Printers to meet up with all parts of the print supply chain, as well as gaining valuable insights into our industrys trends and innovations.

EMGEs Office & Digital Printing Papers Conference (Vienna, 15-16 October 2015) will include presentations by Ricoh, Canon, Adveo, Mondi & Double A (TBC), among others.

It is also renowned for its networking opportunities for the whole supply chain, including Papermakers, Paper Merchants, Printing Machinery Manufacturers, Printers & Print Consumers.

For more information on the exceptional deal being offered to the DigitalPrintingForum community, comment on this Tweet or send a personal message to Andreas Weber.”

Fee Fleck Einladung 10112015.001

@ 2015 by Value Communication AG, Mainz. Collage/Gemäldefoto und Text: Andreas Weber, Mainz/Frankfurt/Main. Foto (Kasten): AZ / hbz/Jörg Henkel. Gemälde: Fee Fleck, Mainz

Von Andreas Weber

„Ich klage mit meiner Arbeit niemanden an, ich bin auch keine Richterin. Ich sehe das Thema Drohnen nicht aus politischer Sicht, sondern aus gesellschaftlich-kultureller und menschlicher Perspektive, die mir unendlich Angst bereitet. Als Künstlerin ist es meine Pflicht, Missstände und Untaten zu entdecken, darauf hinzuweisen und zum Diskurs aufzufordern.“ —Fee Fleck

„Sie sind Malerin!“ —„Woher wissen Sie das?“ — „Ich habe Sie in der Zeitung gesehen.“ Ein kurzer Dialog, der auf dem Mainzer Wochenmarkt stattfand, als die Marktfrau beim Einkauf die Künstlerin Fee Fleck ansprach. Und die Marktfrau ist „nur“ eine von vielen. Eine solch hohe und weit gefächerte Aufmerksamkeit hat Fee Fleck, die Unermüdliche, in ihrer langen Künstlerlaufbahn noch selten erfahren. Jüngst am 17. Juli 2015 beim Pressefest der Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Vom frühen Abend bis Mitternacht ergab sich Gelegenheit, mit vielen klugen Köpfen aus Politik, Medien und Kunstszene Gespräche zu führen. Was Fee Fleck Freude und Unbehagen gleichermaßen beschert. Freude, weil sie hohe Aufmerksamkeit erfährt für ein schwieriges neues Thema: Drohnen als militärisch-perfektionierte Waffensysteme, die gnadenlose Zerstörung und plötzlichen Tod auf hinterhältige Art und Weise bringen. Und zu oft Unschuldige als Opfer treffen. — Unbehagen, weil Fee Fleck „normalerweise“ still und ungestört im Atelier ihrer Arbeit nachgeht. Und das Werk erst dann einem Publikum präsentiert, wenn es vollendet ist.

Nichts ist mehr wie es einmal sein wird! — Eigentlich arbeitete Fee Fleck nach der Fertigstellung des großartigen Gemäldezyklus „Medea — Die Fremde“ im Jahr 2012 an einer Serie von Porträts, die während langer Sitzungen und Gespräche entstanden. Und plötzlich, im Spätsommer 2014, hat sie ein Thema gepackt, das sie nun nicht mehr loslässt. „Bei meiner Lebensgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass ich zutiefst betroffen und innerlich bewegt bin, wenn Drohnen zum Kriegführung eingesetzt werden”, erklärt Fee Fleck. Drohnen als fliegende Kampfmaschinen, ferngesteuert und anonym, die das Leben Anderer, zumeist Unschuldiger, so grausam und schonungslos auslöschen. Zunächst hat sie wie gewohnt ihre Ideen, Gedanken, Recherche-Notizen und bildhafte Skizzen akribisch in einem Arbeitsbuch eingetragen. Gerade auch während und nach der Lektüre des Buches von Grégoire Chamayou „Ferngesteuerte Gewalt. Eine Theorie der Drohne“. (Deutsche Ausgabe, Passagen Verlag, Wien: 2014; siehe Literaturkritik von Jakob Christoph Heller). Der Autor gibt detailliert und seitenlang Kostenproben, wie Dialoge des militärischen „Drohen-Teams“ beim Einsatz ablaufen. Eindrücklicher und schauriger geht es kaum.

In Chamayous Reflexion wird die Drohne – genauer: das unbemannte, bewaffnete Flugzeug – zu einem verwirrenden „‚unidentifizierten Gewaltobjekt‘ […]: Sobald man in etablierten Kategorien über sie nachzudenken versucht, erfasst eine intensive Verwirrung so elementare Vorstellungen wie Gebiet oder Ort (geografische und ontologische Kategorien), Tugend oder Tapferkeit (ethische Kategorien), Krieg oder Konflikt (zugleich strategische und politisch-rechtliche Kategorien).“ Heller schlussfolgert in seiner Buchbesprechung: „Während die Apologeten der Ausschaltung menschlicher Kontrolle – des Wandels von der Drohne zum Roboter – gerade die Menschlichkeit, da Emotions- und Affektlosigkeit, der automatisierten Entscheidung betonen, sieht Chamayou darin zum einen die Ausschaltung der Menschenwürde: ‚Maschinelle Akteure mit jenem Tötungsrecht auszustatten, das Kämpfenden in einem Krieg zukommt, würde bedeuten, das Töten eines Menschen auf dieselbe Ebene mit der Zerstörung einer bloßen materiellen Sache zu stellen’ – und zum anderen eine bedrohliche Krise juridischer Kategorien, deren implizite Ontologie die Unterscheidung von Waffe und Akteur benötigt. Mit der Identität von Waffe und Akteur, dem Verzicht auf einen intentionalen, menschlichen Akteur, diffundiert Verantwortung: ‚Ein Roboter begeht ein Kriegsverbrechen. Wer ist verantwortlich? Der General, der ihn eingesetzt hat? Der Staat, der sein Eigentümer ist? Der Industrielle, der ihn hergestellt hat? Die Informatiker, die ihn programmiert haben?‘ 

Entscheidungsträger ist, so Chamayou, letztlich ein Programm und die in ihm vorgenommenen Spezifikationen für Zielidentifizierung, Waffeneinsatz, Kollateralschadentoleranz. Chamayou zielt hierbei auf eine bedenkenswerte Pointe: Indem die einfache Setzung der Variablen, die Entscheidung über die Entscheidung, jeweils als Programm umgesetzt ‚vielfach multiplizierte, sehr konkrete – allzu konkrete – Effekte‘ hat, ist die ‚gewöhnliche militärische Gräueltat […] im Recht […]. Die modernen Formen der Grausamkeit sind massiv legalistisch. Sie funktionieren im Regelzustand, nicht im Ausnahmezustand. Wenn sie schließlich zu einer Art Ausnahme werden, dann weniger durch Aussetzung des Gesetzes als durch seine Spezifikation, indem man es entsprechend der eigenen Interessen soweit präzisiert, dass es ohne viel Widerstand katapultiert.‘ Bei allem Materialreichtum der Untersuchung, Detailverliebtheit und polemischer Schärfe ist vielleicht diese Pointe zum Souveränitätskonzept im Zeitalter der Drohnen-Kriegsführung ein sowohl diskussions- wie kritikwürdiger Höhepunkt von Chamayous lesenswertem Werk.“

Eine besondere Rolle nimmt beim Einsatz von Drohnen der Predator” wahr. Er verfolgt im Team mit anderen den Flug der Drohne und entscheidet über den todbringenden Knopfdruck. Ein grausames Rollenspiel, wie Grégoire Chamayou ausführlich darlegt.  In der Folge der Reflexion dieser Schilderungen entwickelte sich die künstlerische Arbeit von Fee Fleck anders als sonst…

Fee Fleck Einladung 10112015.003

Mutig. Schonungslos. — Ein Aufschrei. Gegen das Vergessen, das Verdrängen, die Ignoranz.

„Die Pein bei meiner Arbeit am Drohnen-Zyklus war so groß und erschreckend“, sagt Fee Fleck. So qualvoll, dass sie darüber reden musste. Mit Freunden, mit Kollegen, mit ihrer Tochter. Und sie hat Öffentlichkeit gesucht, um sich mitzuteilen. Zeitungsreporter kommen in ihr Atelier. Sogar aus Japan, durch die Vermittlung des Philosophieprofessors Kakao Ito. Kulturredakteur Michael Jacobs von der Allgemeinen Zeitung schrieb einen exzellenten und eindrücklichen Besuchsbericht, mit dem Titel „Tod per Joystick“; er schreibt unter anderem: „Dem Drohnenkrieg, der perfidesten Form militärischen Tötens, hat die Mainzer Künstlerin Fee Fleck einen monumentalen Bildzyklus gewidmet, der in seinen der Flugbahn ferngesteuerter Kampfroboter nachführenden Szenenfolgen gewöhnliche Ausstellungsdimensionen sprengt. (…) Bis Jahresende will die Künstlerin ihr aufrüttelndes Großwerk gegen das technisierte Töten, dem eine ebenso ausladende Motivfolge mit Darstellungen der Liebe und Lebensfreude kontrastiv entgegengesetzt wird, fertig haben.“

Monumental heißt: Zwei Mal je fünf Bilder im Format zwei auf drei Meter. Also zwei mal 15 Meter Bildstrecke für den todbringenden Drohen-Flug durch die Welt sowie als Gegenpol die friedvolle Glückseligkeit als höchstes Gut des Menschseins. Plus ein dreidimensionales Objekt, das den „Wirkungsraum“ des Predators zeigt, jener zentralen Figur, die den „Todes-Knopf“ bedient.

Durch die gründliche, monatelang Vorarbeit, die vielen Gespräche und inspirierende Dialoge ging Fee Fleck das Umsetzen der Ideen auf der Leinwand flink von der Hand. Wer die Malereien im Original sieht, erkennt, wie ungebrochen durchgängig und fließend der Malduktus ist, bei völliger Andersartigkeit der einzelnen Bildtafeln. Eine Besonderheit im Arbeitsfluss entstand: Die Motive waren blitzartig klar definiert. Weniger als eine Kopfsache, denn per Herzensangelegenheit, wurde die Hand der Malerin bei der Arbeit gelenkt. Manches konnte aus Fee Flecks eigener Sicht von ihr fast nicht schnell genug gemäß den vorliegenden Skizzen umgesetzt werden.

Noch während der Fertigstellung der ersten Staffel mit den fünf Drohnen-Bilder entschloss sich Fee Fleck, „Verbündete“ zu suchen. Sie bildete ein Kuratorium, dem Prof. Valy Wahl (Künstlerin), Dr. Otto Martin (Kunsthistoriker) und Andreas Weber (Experte für Kunst & Kommunikation) angehören. Im ersten Schritt wurde ein Konzept ausgearbeitet, um das Thema des Bilderzyklus unter der Überschrift „Im Reich der Drohnen“ ins Gespräch zu bringen. Am 10. November 2015 wird es in Mainz eine Diskussionsrunde geben. Das Datum ist kein zufälliges, sondern bezeichnet den UNESCO Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung. Danach soll über den besten Ausstellungsort entschieden werden. Dies soll weniger ein „gewöhnlich“ musealer Ort sein, im Stil einer Werkschau. Vielmehr soll es eine persönliche Begegnung mit dem Bilderzyklus, der Künstlerin und dem Kuratorium werden, um Menschen in den Dialog zu bringen.

„Erstaunlicherweise sind viele, denen ich von meinen Drohnen-Bildern erzähle, zunächst geradezu entzückt. ‚Meine Kinder besitzen so etwas und spielen damit‘, wurde mir gesagt. Auch, dass man künftig damit Pakete zustellen soll… Meine Wahrnehmung ist hierbei aber eine ganz andere, geprägt durch die militärische Nutzung, gekoppelt mit Tod und Verderben. Nicht einmal die beteiligten Solodaten kommen unbeschadet davon. Auch wenn sie fern ab sind, nur durch Monitore schauen, leiden sie nach dem Einsatz an schwersten psychischen Störungen. Denn anders als der Bomberpilot, der nicht unmittelbar sieht, was er anrichtet, schaut der Predator zu…“, stellt Fee Fleck fest.

Wichtig ist für die Künstlerin festzustellen: „Ich klage mit meiner Arbeit niemanden an, ich bin auch keine Richterin. Ich sehe das Thema Drohnen nicht aus politischer Sicht, sondern aus gesellschaftlich-kultureller und menschlicher Perspektive, die mir unendlich Angst bereitet. Als Künstlerin ist es meine Pflicht, Missstände und Untaten zu entdecken, darauf hinzuweisen und zum Diskurs aufzufordern.“

Hinweise:

Wer sich beteiligen möchte, ist hiermit gerne eingeladen. Zur Diskussion, zu neuen Ideen, zum Finden des besten Ausstellungsortes. Denn: Wir tragen alle Verantwortung für das, was in unserem Namen und/oder in unserem Sichtfeld geschieht.

Angesichts der Wichtigkeit und Aktualität des Themas von Fee Fleck gehen wir in der begleitenden Kommunikation ganz neue Wege. Social Media spielt eine zentrale Rolle. Per Blog liefern wir die Hintergründe. Die für das „Drohnen“-Projekt eigens Fee Fleck gewidmete Facebook-Seite fasst aktuelle Neuigkeit zusammen (begleitet durch Twitter-Nachrichten sowie Videos). Geplant ist zudem ein digitales Buch per Apple iBook-Technik, erhältlich im iTunes Store.

Ephesos offizin01

Gisela Rapp: Ephesos. Gobelin. Enstanden 1996 bis 2000, nach Entwürfen von Hermann Rapp.

Von Hermann Rapp, Neuweilnau 

Am Anfang stand eine Rundreise durch die Türkei. Das war vor mehr als zehn Jahren. Dabei lernten wir Ephesos kennen, und aus diesem Kennenlernen und aus dem Mitgebrachtem entstand ein Gobelin von vier meter Länge, ein Spaziergang durch die Stadt. Die Wiedergabe dieses Gobelins wird jetzt ein Teil eines Pressendrucks werden, zusammen mit Gedichten der Sappho. Das Buch ist im entstehen. Vorweg wurde aus den Reproduktionen des Gobelins ein Kalender zusammengestellt [1], dieser ist nicht im Handel, er dient der Druckerei, unserem Sponsor [2], seine Kundenkontakte zu stabilisieren.

Die Höhe des Gobelins, gewoben von Gisela Rapp auf dem Hochwebstuhl aus selbstgesponnener Schafwolle und Baumwollgarn, beträgt rund einen halben Meter. Doch durch die etwa achtfach größere Länge wird das Wandern, das gedankliche Durchschreiten einer erlebnisreichen Inszenierung suggeriert, Stakkatofolgen wechseln mit Verweilplätzen und ruhigen Passagen und Wegstrecken, die Farbe gibt dem einen Element eine Hervorhebung, dem anderen seine verhaltene Ruhe oder Weite, alles bleibt nur ein Mittel, um der Lust des Fabulierens, dem Sich-ein-Bild-Machen, Engelsflügel zu geben.

Die Wiesbadener Malerin und Galeristin Christa Moering sagte bei einer Ausstellung der Arbeiten von Gisela Rapp in Wiesbaden: »Die Gobelins von Gisela Rapp sind von einem hohen künstlerischen Niveau und zeigen in ihrer Vielseitigkeit den Stand der heutigen Webkunst. Auch hier ist die abstrakte Gestaltung der Ausdruck unserer Zeit. Wie Fahnen hängen die Gobelins voreinander und sind aufeinander bezogen und zugeordnet. Sie wirken dadurch wie ein Fahnenwald! Zu den dunklen,schweren Motiven wirken die hellen als gelungener Kontrast; zumal der Teppichfries |Ephesos] mit seinen leichten Formsymbolen beinahe graziös anmutet. — Alle Gobelins sind Kunstwerke, wie ich sie seinerzeit bei der aus dem Bauhaus kommenden Else Mögelin, der berühmten Teppichweberin, erlebt habe. Selten sieht man Webkunst-Arbeiten, die so streng aufgefasst sind!«

Nichts in diesem Gobelin sind eindeutige, wiedererkennbare Bilder, es sind Chiffren vom Gesehenen, weitergereichte Gedanken, Bilder der Erinnerungen und der Kontemplation: Merk-Male und Zeichen des Sich-Erinnerns. — Ein ganzes Jahr lang kann der Betrachter nun umherwandeln, träumend und nachdenkend. In Ephesos.

Aus dem Nachwort meines Buches will ich zitieren, dort heißt es:

Einige zählen neun der Musen,

doch wahrlich zu wenig!

Zähle die zehnte dazu!

Sappho von Lesbos ist’s.

Ephesos offizin04

Gisela Rapp: Ephesos. Gobelin. Enstanden 1996 bis 2000, nach Entwürfen von Hermann Rapp.

Dieser Überzeugung war Platon. — Sappho, sie lebte im sechsten Jahrhundert vor der Zeitenwende und wurde auf der Insel Lesbos geboren. Sie war ihm keine Göttin, doch göttlich, er wollte, daß sie hervorgehoben sei als Frau und Dichterin. Wenn wir wissen, daß die göttlichen Musen mit Apollon, dem Gott der Musik und der Weissagung, dem Musenführer, verbunden waren, verstehen wir, was die Bildfolge in einem Haus in Ephesos ausdrücken will.

In einem der Häuser oben am Hang von Ephesos wurden aus hellenistisch-römischer Zeit Fresken freigelegt; in einem Raum versammeln sich neben den neun Musen noch Apollon und die Sappho. Nahe liegt es dann, daß bei der Auswahl der Motive Platons Einschätzung bedacht wurde. An anderer Stelle ist zu erfahren, daß die ›Schule für höhere Töchter‹ (so könnte man es benennen, was die Sappho betrieb) wiederum den Musen und Apollo gewidmet war. Sappho, deren Lieder und Bruchstücke in einer Auswahl in diesem Buch versammelt sind, finden wir also in Ephesos.

In Ephesos wurde auch die Celsus-Bibliothek ausgegraben, seine Schauseite vermittelt wieder viel von ihrer ehemaligen Schönheit. — Vor rund zehn Jahren waren Gisela und ich auf einer Rundreise durch die Türkei, dabei lernten wir auch Ephesos kennen; aus Skizzen und Erinnerungen entstand später in Giselas Webstuhl ein Gobelin von rund vier Meter Länge. Er erhielt kurz und genau den Titel ›Ephesos‹.

›Beim Beschäftigen mit den Gedichten der Sappho entstand in mir die fixe Idee, daß sie auch in dieser Bibliothek eingestellt waren, dies geschah ohne jegliches Nachprüfen; mein Kopf wollte, daß dies so war, ich fand meine Schnittstelle, ich führte zusammen, was ich zusammen haben wollte.

Jahre später suchte ich Ephesos wieder auf, zeichnete und malte, las in der alten Stadt immer wieder die Gedichte der Sappho — alles war gut, nichts sträubte sich in mir. Ich suchte meine Motive, sie wurden in diesem Buch die Graphiken.‹

So viel aus dem Nachwort des Buches. Das Buch mit den Liedern der Sappho wurde bei Offizin Die Goldene Kanne in einer Auflage von 20 Exemplaren auf Bütten gedruckt werden, dazu Graphiken in einer besonderen Hochdrucktechnik, handgebunden.

Ephesos offizin05

Gisela Rapp: Ephesos. Gobelin. Enstanden 1996 bis 2000, nach Entwürfen von Hermann Rapp.

Die Offizin Die Goldene Kanne ist eine druckgraphische Werkstatt, in ihr erscheinen Bücher und Graphiken die im Handsatz erstellt werden und in der Regel auf der Handpresse auf meist handgeschöpften Papieren gedruckt werden. Alle Bücher werden mit Originalgraphiken ausgestattet. Die Presse wird betrieben von Hermann Rapp, Jahrgang 1937, er ist Maler und Graphiker, Autoren der Offizin die Goldene Kanne sind u. a.: Hölderlin, Seneca, Sappho, Kallimachos, Mörike, Goethe. Ihm zur Seite steht Gisela Rapp, Jahrgang 1935, ihr kreatives Tätigkeitsfeld ist das Weben von Gobelins. Betrieben wird beides in einem alten Fachwerkhaus in dem Taunusdorf Neuweilnau, zugehörig zur Gemeinde Weilrod, etwa eine Autostunde nördlich von Frankfurt am Main [3].

[1] Der Kalender zeigt Monat für Monat einen weiteren Teil des im Original vier Meter langen Gobelins mit dem Titel ›Ephesos‹, geschaffen 1996 von der Textilkünstlerin Gisela Rapp. Die Bildqualität ist so verblüffend, erst die Fingerprüfung beweist, daß es sich nicht um ein Gewebe, sondern ›nur‹ um einen Druck handelt.

[2] Mabodruck gmbh, Harald Weil, D 61476 Kronberg im Taunus.

[3] Offizin die Goldene Kanne, Gisela Rapp, 61276 Weilrod/Deutschland, Schloßstraße 30, Telefon 0049 6083 1660.

© 1996/2015 by Offizin Die Goldene Kanne, Gisela Rapp, e-mail: offizin@yahoo.de

Hinweise:
Hermann Rapp verstarb am 21. Februar 2015. Er verfasste den Text im Jahr 2003, als der genannte Kalender erstellt wurde. Erstveröffentlichung: Zeitschrift für klassische Archäologie 30 / III / 2004.
Die Gobelin-Kunst von Gisela Rapp wird seit Juli 2015 in Mainz ausgestellt bei Value Art+Com. Besichtigungstermine nach Vereinbarung.

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