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Von Andreas Weber

Selten war es so spannend im Vorfeld einer drupa als globaler Leitmesse für Print- und Papiertechnik. Selten konnte man vor drupa-Beginn so viele attraktive Gespräche führen wie zur Zeit. Kaum einer der Aussteller kann noch in Silos denken („Meine Innovationen — Meine Welt“). Vielmehr geht es um die Frage „Wie ordnen wir uns in einer durch die Digitalisierung geprägten, vernetzten Welt ein?“.

Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen AG brachte dies als erster Aussteller Anfang Dezember 2015 mit seinem neuen drupa-Motto „Simply Smart“ auf seiner Jahresendpressekonferenz zum Ausdruck. Smart bedeutet: Vernetzt, relevant, durchgängig und interaktiv neue Lösungen für die Kommunikation mit Drucksachen auf unterschiedlichsten Ebenen ermöglichen. (Siehe meinen Kommentar und Echtzeitbericht „Heideldruck 4.0: Zurück in die Zukunft | Back to the future“).

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Die klug gewählten Highlight-Themen der drupa 2016 weisen den Weg. Und betonen ein stark erweitertes Spektrum des Ausstellerangebots: Neben den „Standards“ Print und Packaging sowie Green Printing erscheinen 3D Printing, Functional Printing und Multichannel.

Reflektiert man diese Themen gründlich, kommt man zur Erkenntnis, dass diese keine neuen Silos eröffnen. Im Gegenteil. So ragt Multichannel in alle Themenfelder der drupa 2016 hinein, da es das Grundprinzip definiert, wie Innovationen inszeniert werden müssen. So eröffnen Packaging, 3D Printing und Functional Printing ganz neue Geschäftsmöglichkeiten, was die drupa im Jahr 2016 attraktiver für neue Zielgruppen macht denn je. Das Novum: Die neuen Möglichkeiten erfordern auch ein neues Miteinander von Technikanbieter, ihren Anwendern sowie deren Auftraggebern (Marken/Wirtschaftsunternehmen, Organisationen etc.).

 

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„Time for a Change: Touch the Future NOW!“

Unser Fokus in der Berichterstattung und Kommentierung wird sich am o. g. neuen Verständnis der drupa 2016 orientieren. Erstens durch eine hundertprozentige Multichannel-Ausrichtung bei der Fachkommunikation per ValuePublishing. Zweitens durch die Adressierung neuer Zielgruppen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft — mit ihren 146 Mrd. Euro hohem Jahresumsatz — als dem wichtigsten Innovationstreiber für die Gesamtwirschaft.

Inhaltlich begleiten wir hochaktuell und in Echtzeit alle drupa Highlight-Themen. Bei Print und Packaging finden gemäß den Technik-Trends die neuesten Digitaldruck-Anwendungen unsere volle Aufmerksamkeit. Aber auch die Weiterverarbeitung sowie innovative Lösungen aus Papiertechnik sind relevant, wenn es um den Erfolg von Print im Kommunikationsmix geht.

Spannend ist für uns zudem zu analysieren, welche Aussteller welche Bandbreite an Themen und Aktivitäten aufbieten können. Hier wird es einige Überraschungen geben. Zum Beispiel, dass HP mit seinem Graphic Solution Business-Bereich wohl erstmals der größte drupa-Aussteller sein wird. Oder, wenn wir unsere Analysen via Canon Expo 2015 betrachten, dass der Imaging-Konzern Canon wohl als einziger Aussteller alle sechs drupa Highlight-Themen abdecken wird!

Höchst aufschlussreich wird auch sein, wie sich die Aufspaltung des Xerox-Konzerns auswirken wird und wie sich dessen Führungsanspruch darstellt. Mit seiner Tochterfirma XMPie ist Xerox in jedem Fall der Trendsetter bei Multichannel-Innovationen.

Weiteres und hoch Aktuelles in Kürze. Die Spannung steigt. Wir freuen uns. Denn: drupa ante portas!

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Unsere Schwerpunkte in der Vor-drupa-Berichterstattung gestalten sich wie folgt:

  • Tägliche Tweets/Posts über LinkedIn, XING (Gruppe DigitaldruckForm), Facebook, Google Plus sowie Twitter via @ValueCommAG und @zeitenwende007.
  • Wöchentlicher Überblick über die globalen Neuheiten bei Print und Publishing im Team mit unserem ValuePublishing-Partner Mike Hilton, Chefredakteur Graphic Repro On-Line via ValueBlog.
  • Serie von dutzenden Exklusivinterviews mit hochkarätigen drupa-Ausstellern. Siehe Interview mit Heidelberg-Vorstand Harald Weimer, drupa ante portas: Print ist SMART!
  • Expertenkommentare und Gespräche zu Trends und Erwartungen aus Sicht von Messebesuchern.
  • Live-Berichterstattungen von ausgewählten Aussteller-Pressekonferenzen sowie von der drupa media week am 1. und 2. März 2016 in Düsseldorf.
  • Kommentierung der aktuellen Marktdaten des VDMA, Sektion Druck- und Papiertechnik, am 4. April 2016 bei einem exklusiven Expertenmeeting in Frankfurt am Main.

 

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Unser Vorschlag: Touch the Future NOW! — Nutzen Sie garantierten Kommunikationserfolg in Echtzeit! Verstärken Sie dadurch signifikant Ihre PR und Werbemaßnahmen. Denn es gilt: Innovative Technologien und Lösungen muss man auch innovativ kommunizieren!

  1. Wir bieten smarte mediale Inszenierungen für wirkungsvolle Fach-Kommunikation in Echtzeit.
  2. Wir adressieren neue Märkte und Ansprechpartner in neuer Art und Weise.
  3. Wir machen ihren drupa-Auftritt schon vor Messebeginn zum Top-Thema durch die Echtzeit-Interaktion mit zehntausenden Kontakten.

Erreicht werden durch unser fundiertes, in der Branche einzigartiges Knowhow und Vernetzungstalent je nach Thema/Inhalt garantiert 15.000 Kontakte mit einer Gross Reach von bis zu über 1 Million!

Ein Novum:
Sichern und verstärken sie Ihre Messe-Investitionen. Wir sorgen dafür, dass Ihr Messeangebot bereits frühzeitig zum Top-Gesprächsthema wird und gezielt neue Besucher anspricht, die ihre Lösungen kaufen oder durch Dienstleister umgehend nutzen wollen. Ihr Messeauftritt sowie das drupa-Motto „Touch the Future“ wird durch uns schon vor Messebeginn multimedial erleb- und begreifbar!

Unsere Stärke:
Fachthemen vielfach und zielgenau ins Gespräch bringen. Wir erzielen mit smart formulierten und dynamisch präsentierten Fachthemen nicht nur extrem hohe Reichweiten ohne Streuverlust, sondern beste Interaktionseffekte, die neuartige Auswertungsmöglichkeiten bieten, um den Geschäftserfolg auszuweiten. Unsere Aktivitäten liefern messbare Erfolge!

Das Besondere:
Vervielfachung der Neu-Kontakte. Wir sind in der Lage, Innovatoren und Entscheider aus der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft — also Ihre Garanten für Wachstum! — per Multichannel-Kommunikation zu identifizieren und gezielt anzusprechen. So können aus Interessenten Fans innovativer, zukunftweisender Produkte und Lösungen werden.
Aus 11 Teilmärkten haben wir die Top-Bereiche für alle drupa-Aussteller selektiert, die den höchsten Innovationsbedarf haben und die Gesamtwirtschaft beeinflussen. Das sind allein in Deutschland über 1 Million Fachleute aus fast 250.000 Firmen, die 2014 einen Jahresumsatz von 146 Milliarden Euro sowie eine Bruttowertschöpfung von über 65 Milliarden Euro erzielen.

Insbesondere sind dies Designwirtschaft, Werbemarkt, SW/Games sowie Architekturmarkt und der Kunstsektor. Wir haben fundierte Langzeit-Studien exakt analysiert, die die deutsche Bundesregierung erarbeiten ließ und die sich auf alle Industrieländer übertragen lassen, um Technologie-Innovationen verständlich, markt- und zielgruppengerecht zu kommunizieren.

Neue, nutzbringende Optionen:

  • Wir bieten zusätzlich ValuePublishing Coachings an, um ihre bereits geplanten Fach-Kommunikations-Kampagnen zu besprechen, optimieren und/oder zu erweitern. Oder auch um relevantes Multichannel-Knowhow zu vermitteln.
    Preise: 
Euro 1.750,00 plus MwSt. pro Beratungstag (vor Ort) plus Reisekosten
Euro 400,00 plus MwSt. pro 60 Minuten per Webinar (Cisco WebEx)
  • Wir bieten exklusiv an, auf Basis der Interviews/Stories auch Print-Artikel zu publizieren oder Spezialausgaben im Print inkl. eBooks zu erstellen. Preise nach Absprache.

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Wir müssen am Design des Wissens arbeiten, damit wir aus der Unübersichtlichkeit herauskommen. — Prof. Dr. phil. Dr. med. Ernst Pöppel, Wissenschaftler und Forscher

ValuePublishing — Innovative B2B Communication Solutions

Im ersten Teil unserer Neuvorstellung von ValuePUBLISHING, der neuen Initiative von Michael Seidl und Andreas Weber, beschäftigten wir uns mit dem Was? Wie? Warum! der nachhaltigen Inszenierung von Fachkommunikation. — Unser weiteres Thema in Teil 2: Darum! Stärken und Besonderheiten. Mit Fokus auf die Leitmesse drupa 2016. Wir freuen uns, als Partners des drupa-teams der Messe Düsseldorf Ihnen unsere Multichannel-Ansatz näher zu bringen.

„Das Besondere an ValuePublishing: Wir wissen, wie man per Multichannel Fach-Kommunikation innovativ, smart, nachhaltig und wirkungsstark inszeniert!“

ValuePublishing bezeichnet ein neuartiges Publikationsangebot, das von den Branchenexperten Michael Seidl und Andreas Weber speziell entwickelt wurde, um alle relevanten Themen der drupa 2016 per Multichannel-Kommunikation wirkungsvoll sowie nachhaltig vor und während…

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Kommunikationsparadies Fakten 2016.001

Wie wäre es, wenn es eine einzigartige Wirkungsstätte für Mensch-zu-Mensch-Interaktionen, gesellschaftliches Engagement und erlebnisreiche Gespräche gäbe?

Gespräche über das Leben, die Kunst, die Technologien, die Sinnhaftigkeit unseres Daseins und Tuns.

Gespräche, die beflügelt werden durch das künstlerische Schaffen aller Disziplinen, multisensorisch und vielfältig erfahrbar. — Nun, es wäre geradezu paradiesisch!

—English text version below.

 

Die Kunst zu(m) Verstehen — Die Kunst zu(m) Leben

Warum geben wir der Kunst und den Künstlern nicht mehr Raum in unserem Alltag  —  nicht als Element der Unterhaltung, sondern elementar als Katalysator unseres Verstehens?

Und damit letztlich als Treiber von Erneuerung oder auch dem Bewahren?

Denn: Ein von Sinnhaftigkeit geprägtes Verstehen bestimmt unser Dasein.

Verstehen entwickelt sich nur, wenn das, was wir tun, spürbar und erfahrbar wird durch Gefühle, Glückseeligkeit, Gedanken, Zweifeln und Kritik, die wir in Gesprächen teilen.

Der Leitgedanke: Kunst ist Kommunikation. Und Kommunikation ist (eine) Kunst.

In diesem Sinne müssen die Verknüpfungen von Sinneswahrnehmung, Verständnis und Sinnhaftigkeit erfahrbar und begreifbar werden, mit dem Anspruch, Kunst als essentiellen Bestandteil unserer Kommunikation zu verankern.

Das Fundament des Kommunikationsparadies:

  1. Eine Geisteshaltung: Das Kommunikationsparadies stellt den Kontext her zwischen Kunst, Kommunikation und Innovation.
  2. Eine Methodik: Das Kommunikationsparadies wendet eine Methodik an, die Wissenschaftserkenntnisse, Technik, Kunst und Philosophie vereint!      
  3. Ein Erlebnisraum: Per Kommunikationsparadies werden hochbegabte Kommunikationstalente identifiziert, für Neues motiviert und gezielt gefördert/begleitet. Und: Das Kommunikationsparadies ist ein interaktiver, multisensorischer Begegnungs- und Erlebnisraum der Kunst, Kommunikation, Innovation und Mensch-zu-Mensch-Dialoge vereint.

 

Das ›Kommunikationsparadies‹ gibt echter Innovation Raum!

Der Grundstein wurde im Jahr 2000 durch die ›New York Manhattan Zeitenwende‹-Initiative gelegt.

Das ›Kommunikationsparadies‹ mit Sitz in der Gutenberg-Stadt Mainz ist heute ein interaktiver, multisensorischer Begegnungs- und Erlebnisraum für Kunst, Kommunikation und Technologie, der Social Media-Effekte und Mensch-zu-Mensch-Dialoge vereint. Zudem werden hochbegabte Kommunikationstalente von uns identifiziert, für Neues motiviert und gezielt gefördert/begleitet. Durch die ›Zeitenwende‹-Aktivitäten waren viele tausend Besucher aus Dutzenden von Ländern rund um die Welt zu Gast. Der persönlichen Begegnung stehen besondere, international ausgerichtete Projekte zur Seite, inklusive Ausstellungen, Workshops, Seminaren, Salon-Gesprächen, Konzerten und vielem mehr.

Hinweis: Das Kommunikationsparadies ist eine unabhängige Initiative, die nicht auf Gewinnerzielung sondern auf Kostendeckung ausgerichtet ist und allen offen steht, die sich sinnvoll  einbringen wollen und können. Mit persönlichem Engagement, Präsentationen, Sachleistungen oder Zuwendungen. Die Teilnahme an Projekten und Aktivitäten erfolgt auf Einladung. Unseren Gästen ist stets freigestellt, sich bei Veranstaltungsteilnahme mit einem Obolus an den Kosten zu beteiligen. Details werden gerne persönlich besprochen.

 

 

The Mainz ›Kommunikationsparadies‹ — Place of conversation and personal experience

What would it be like if there were a unique site for person-to-person interaction, social engagement and eventful conversations? Conversations about life, art, technologies, the purpose of our being and actions. Conversations that are inspired by the creativity of all disciplines, which can be experienced in a multisensory and diverse manner. — Indeed, that would be paradise!

 

The art of understanding/understanding art — The art of living/living art

Why don’t we give more space in our everyday lives to art and to artists not as an element of entertainment, but fundamentally as a catalyser of our understanding?

And thus ultimately as a driver of renewal or also preservation?

For: An understanding shaped by purpose determines our existence.

Understanding can develop only when that which we do can be sensed and experienced through feelings, happiness, thoughts, doubts and criticism, which we share in conversations.

The guiding principle: Art is communication. And communication is (an) art.

In this sense, the links between sensory perception, understanding and purpose must be able to be experienced and understood, with the aim of anchoring art as an essential component of our communication.

The foundation of the Kommunikationsparadies:

  1. A mindset: The Kommunikationsparadies creates the context between art, communication and innovation.
  2. A method: The Kommunikationsparadies applies a methodology that combines scientific knowledge, technology, art and philosophy!
  3. A space for experience: By means of the Kommunikationsparadies, highly talented communicators are identified, motivated for new things, and supported in a targeted manner. And: The Kommunikationsparadies is an interactive, multisensory space of encounter and experience, which combines art, communication, innovation and person-to-person dialogues.

 

Kommunikationsparadies Facts 2016 ENG UPDATE.016

Exhibition of paintings of Prof. Valy Wahl. Mainz/Germany, Rathausgalerie 2015/2016.

 

The ›Kommunikationsparadies‹ provides space for real innovation!

The foundation was laid in 2000 by the ›New York Manhattan Zeitenwende‹ initiative.

Today, the ›Kommunikationsparadies‹, based in the Gutenberg City of Mainz, is an interactive, multisensory space of encounter and experience for art, communication and technology, which combines social media effects and person-to-person dialogues. In addition, we identify highly talented communication experts, and motivate and support these in a targeted manner. Many thousands of visitors from dozens of countries around the world have been guests of ›Zeitenwende‹ activities. Personal encounters accompany special, internationally-oriented projects, including exhibitions, workshops, seminars, salon discussions, concerts and much more.

Please note: the Kommunikationsparadies is an independent initiative that is not oriented towards profit-making, but rather towards covering costs, and it is open to all who can and wish to contribute meaningfully. Either with personal involvement, presentations, benefits in kind or donations. Participation in projects and activities are by invitation. Our guests are always free to contribute to covering the costs of participation with a donation. We are happy to discuss details in person.

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© 2015 Bildcollage: Andreas Weber, Mainz: Fotos: Heidelberg.

 

Value Blog Dialog: Harald Weimer sieht Print durch Vernetzung und Integration an der Spitze automatisierter, smarter Kommunikationslösungen.

Von Andreas Weber

(English Version available)

 

Wie im Value-Blog und via ValuePublishing Social Media-Accounts berichtet und aus meiner Expertensicht analysiert: Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz: Heideldruck) schickt sich mit seinem neuem, Erfolg versprechenden Kurs an, die Leitmesse drupa 2016 als global-innovative Plattform zu nutzen, um der weltweiten Druckbranche bereits im Vorfeld „anfassbare” Visionen zu vermitteln. Das Motto „Simply Smart“ soll uns in die neue Welt von „Heideldruck 4.0“ führen.

Folgerichtig wollte ich im Nachgang zur Jahresend-Pressekonferenz vom 1. und 2. Dezember 2015 vertiefende Fragen an Heideldruck-Vorstand Harald Weimer stellen. Der Top-Manager verantwortet den Wachstumsbereich Heidelberg Services. Hier wird das Dienstleistungs- und Lösungsangebot des Konzerns gebündelt und, so wie es aussieht, zielgerichtet und marktorientiert ausgebaut.

Harald Weimer präsentierte sich in seinem ersten „Value Blog Dialog“ offen, zuversichtlich und vorwärtsgerichtet. Und er stellte bezogen auf das Print Media-Geschäft erstmals einen neuen Kontext her: Es gilt für uns alle zu verstehen, dass die Digitalisierung viele Chancen, aber keinesfalls Nachteile hervorbringt, die es gilt, mit Mut und Tatkraft zu meistern! — Das neue Credo im Blick auf die drupa 2016 (in meinen Worten): Digitalisierung wird Bestandteil der DNA einer Nach-Gutenberg-Ära bei der Print im 21. Jahrhundert durch Integration und Vernetzung zum Vorreiter und Erfolgsgaranten automatisierter Kommunikationslösungen wird.

 

Überblick: Kernaussagen von Harald Weimer

  1. Die Print Media-Branche ist ungebrochen stark und mit weltweit über 400 Milliarden Euro Jahresumsatz im Kerngeschäft stabil.
  2. Der Anteil individualisierter Printprodukte wächst dynamisch und basiert auf standardisierten Prozessen für industrielle Druck-Anwendungen.
  3. Industrie 4.0 respektive das Internet of Things inklusive Big Data sind Teil unserer DNA.
  4. Veränderungen, gerade auch disruptiver Art, sind nichts Neues. Sie zu bewältigen gehört schon lange zum Alltag.
  5. Die Print Media-Branche ist mit anderen Innovations-getriebenen Wirtschaftsbereichen auf Augenhöhe und braucht sich nicht zu verstecken.
  6. Digitalisierung im Print Media-Geschäft heisst nicht nur „Internet-Lösungen“ oder „Digitaldruck“ anzubieten.
  7. Print wird Teil einer Welt der „Smart Communication“ werden.
  8. Unsere neue Strategie beinhaltet daher das Versprechen „More than Machines“ sowie das Credo „Listen. Inspire. Deliver“, um bei unseren Mitarbeitern ein neues Wertebewusstsein zu verankern.
  9. Das Zusammenspiel zwischen Maschine-Prozess-Mensch ist neu zu definieren und bietet erhebliche Potentiale.
  10. Simply Smart — Wir denken im Team mit Partnern vom Endkunden her, um zu tatsächlichen Innovationen zu gelangen.
  11. Durch 4D-Printing rückt zunehmend in den Fokus, wie sich neuartige Printanwendungen auf Produkte des Digital Lifestyle beziehen.
  12. Die Individualisierung ist natürlicher Bestandteil der Digitalisierung, die durch Industrie 4.0/IoT weiter Fahrt aufnimmt. Im Zuge dessen entstehen automatisierte Printanwendungen nicht mehr über klassische Einkaufswege, sondern innerhalb von Multichannel-Szenarien.

 

Hinweis: Das Video von Rhein-Neckar-Fernsehen zeigt, wie Anwendungen von Printinnovationen sofort hohe Aufmerksamkeit finden. Es entstand während der Heideldruck Pressekonferenz am 2. Dezember 2015. 

 

Value Blog Dialog: Fragen und Antworten

Sie sehen starke Wachstumsperspektiven für das Medium Print im Digitalzeitalter. Welches sind die für Sie wichtigsten Aspekte für nachhaltigen Erfolg im Print Media Geschäft?

Harald Weimer: Zunächst etwas, was viele sich nicht bewusst machen: Die Print Media-Branche ist ungebrochen stark und mit weltweit über 400 Milliarden Euro Jahresumsatz im Kerngeschäft stabil. Wachstumstreiber sind das Segment Verpackungen und bei Verfahrenstechniken der Digitaldruck. Beides sorgt für Dynamik bei nach wie vor starker Bedeutung des Offsetdrucks. Erfolgreiche Druckereien steigern ihre Effizienz weiter, um maximal schnell und flexibel zu agieren und auf neue Anforderungen im Rahmen der Globalisierung zu reagieren. Der Anteil individualisierter Printprodukte wächst dynamisch und basiert auf standardisierten Prozessen für industrielle Druck-Anwendungen. Einher geht dies mit der Digitalisierung der Geschäftsmodelle und der gesamten Lieferkette, um Kunden und Lieferanten für erweiterte Dienstleistungen einbetten zu können. Unser integrierter Ansatz z. B. mit Smart Print Shop und Smart Services beflügelt diese Entwicklungen, da wir dadurch das Prinzip der Industrie 4.0 bei unseren Kunden wie bei uns selbst verwirklichen können.

Das heisst, die Print Media-Branche inkl. ihrem Lieferanten Heideldruck steht bei der digitalen Transformation bereits sehr gut da?

Harald Weimer: Ja, denn die wichtigsten Voraussetzungen sind geschaffen und werden fokussiert ausgebaut. Industrie 4.0 respektive das Internet of Things inklusive Big Data sind Teil unserer DNA.

Das erstaunt. Gerade in Deutschland wird aller Orten gejammert und die Vorstellungswelt der Print Media-Branche wirkt sehr wert-konservativ. Viele denken nach wie vor, das Internet sei der Feind des Gedruckten…

Harald Weimer: An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für die vielen Printbetriebe und unsere Kunden brechen. Veränderungen, gerade auch disruptiver Art, sind nichts Neues. Sie zu bewältigen gehört schon lange zum Alltag. Gleichzeitig wissen wir aus der Vergangenheit Kraft und neuen Mut zu schöpfen. Die Wende vom handwerklichen zum industrialisierten Printgeschäft ist bei den meisten unserer Kunden vollzogen. Es stellt sich nicht die Frage des „ob“, sondern des „wie“. Angefangen mit automatisierten Produktionsabläufen, inkl. dem längst etablierten JDF (Job Description Format) bis hin zu web-basierten Benchmark-Funktionen aus der Cloud sowie Real-Time-Daten aus den Maschinen entsprechen unsere Lösungen doch längst schon den Maßgaben des Internet of Things. Die Print Media-Branche ist mit anderen Innovations-getriebenen Wirtschaftsbereichen auf Augenhöhe und braucht sich nicht zu verstecken.

 

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Grafik: Heidelberg

 

Zweifler und Kritiker sagen stets: Die Komplexität wird aus Sicht vieler Druckereien durch die Digitalisierung noch größer. Und damit steigt die Zahl der Bedenkenträger, ob das alles zu bewältigen sei. Wie halten Sie dagegen?

Harald Weimer: Die Digitalisierung bietet für die Print Media-Branche enorme Chancen, aber keine Nachteile. Durch die Integration inklusive der Vernetzung der Produktionsabläufe läßt sich Komplexität reduzieren…

…können Sie bitte ein Beispiel nennen?

Harald Weimer: Es gibt schon heute Druckereien, die ihre digitalen Kunden-zu-Kunden-Beziehungen auf Basis von Industriestandards und Automatisierung entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette ausbauen. Kunden und Markt honorieren das mit zweistelligen Wachstumsraten.

[Anm. d. Red.: Zufall oder nicht. Fast zeitgleich zu meinem Value Blog Dialog mit Harald Weimar publizierte der Nachrichten-Sender N24 am 16. Dezember 2015 breitenwirksam aktuelle Testergebnisse. Siehe: „Online-Druckereien im Test — Sehr gute Qualität, stark unterschiedliche Preise“.]  

Und das heißt?

Harald Weimer: Wesentlich ist aus meiner Sicht zu differenzieren: Digitalisierung im Print Media-Geschäft heisst nicht nur „Internet-Lösungen“ oder „Digitaldruck“ anzubieten. Die notwendige Intelligenz liegt im gesamten Workflow, in der nahtlosen, smarten Konfiguration der Gesamtprozesse zur bestmöglichen Erfüllung der Kundenwünsche. Dadurch sind Innovationen im Angebot möglich, das im Team mit den Kunden der Druckereien weiterentwickelt werden kann. Es hilft uns allen sehr, wenn wir klarer und sauberer mit den Begrifflichkeiten richtig umgehen.

Welche Rolle spielt Heideldruck in diesen umfassenden Szenarien? Wollen und können Sie alles aus einer Hand bieten?

Harald Weimer: Wir sehen uns als Lösungspartner und Integrator, der eigene Lösungsmodule mit denen von relevanten Partnern kombiniert und als vernetztes, individuell auszulegendes Lösungspaket nutzbar macht. Partner spielen für uns heute und in Zukunft eine bedeutende Rolle um Lösungen zeitnah in den Markt zu bringen. Anders als früher geht es uns nicht nur um die beste Druckbildqualität, sondern um zeitgemäße und zukunftssichere Lösungsangebote für die Erstellung und das verfügbar Machen von maßgeschneiderten Printprodukten.

Das bedeutet eine Zäsur bzw. Trendwende bei Heideldruck, die aber nicht von Heute auf Morgen von statten geht, oder?

Harald Weimer: Wir sprechen derzeit von der Roadmap zur drupa 2016, für uns eine Art Teststrecke, auf der wir Schritt für Schritt komplettieren, was ich anspreche. Entscheidend ist, wie gesagt, die Reduktion von Komplexität durch die Digitalisierung. Print wird Teil einer Welt der „Smart Communication“ werden, wie Sie das vor Jahren schon in ihrem gleichnamigen White Paper richtig erkannt haben.

 

 

Danke, dass Sie das White Paper erwähnen. Es ist mir nach wie vor wichtig! Wie sehen Sie den Bezug von Print zu dem, was ich mit Smart Communication charakterisiert habe?

Harald Weimer: Zeitgemäße Kommunikationslösungen, die Print einbeziehen, müssen flexibel und intuitiv zu bewerkstelligen sein. Das bilden wir bis dato Workflow-technisch mit Heidelberg Prinect ab. Der Endkunde bestimmt frei und ungebunden, wie er was produziert haben will. Egal, ob im Offsetdruck oder den verschiedensten Digitaldruckverfahren, die wir bereithalten. Unter der Überschrift „Smart Collaboration“ gehen wir nun entscheidende Schritte weiter: Das Angebot, das wir bieten, besteht nicht mehr nur im ‚Produkt‘ Druckmaschine. In einem weiteren Schritt werden die Kunden künftig online einen detaillierten Überblick über die eigene Maschinenperformance erhalten. Dadurch wird eine neue Vertriebsplattform für Software, Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien entstehen. Es sind die integrierten, smarten Lösungen, die unseren Kunden und deren Kunden besseren Erfolg bringen müssen.

Das heisst, Sie definieren die Rolle von Print und damit die von Heideldruck komplett neu?

Harald Weimer: Explizit sind hier einige Aspekte zu nennen, wo wir weiterführen, was wir auf der drupa 2012 begonnen haben: Mit dem Benchmarking schaffen wir Transparenz für unsere Kunden, die sich Online per App orientieren können, wo sie stehen und wo Verbesserungspotentiale liegen. Unsere Service Performance-Lösungen führen wir weiter, damit der Kunde auch seinen Kunden ähnliches bieten kann. Z. B. durch das Prinect Portal oder den Prinect Web-Shop. Dies führt zu neuen E-Commerce-Plattformen, um Geschäfte künftig anders abzuwickeln. Wir bieten unseren Kunden somit zu uns und unseren Partner ganz andere Zugänge.

E-Business wird also über Web-to-Print-Anwendungen hinaus eine wesentlich wichtigere Rolle spielen, die über die Möglichkeiten des klassischen Vertriebs hinaus führen?

Harald Weimer: Wir werden zur drupa digitale Plattformen bieten, die unsere erweiterten Services einfach auffindbar und nutzbar machen werden. Dazu gehört, seine „Peers“ finden zu können, aber auch spezifische Empfehlungen und Hilfestellungen. Im Ansatz praktizieren wird das schon, tun dies künftig aber in einer ganz neuen, digital erweiterten Dimension, bei der das Mensch-zu-Mensch-Verhältnis nicht leidet.

Das klingt nach dem, was man neuerdings unter „Customer Centricity“ zusammenfasst und provoziert einen Kulturwandel, geprägt durch einen hohen Interaktionsgrad. Wie wollen sie das bewältigen?

Harald Weimer: Wir fangen bei uns selbst an. Seit Generationen ist unsere DNA geprägt durch „Druckmaschinen“, wie der Firmenname sagt. Unsere neue Strategie beinhaltet daher das Versprechen „More than Machines“ sowie das Credo „Listen. Inspire. Deliver.“, um bei unseren Mitarbeitern ein neues Wertebewusstsein zu verankern. Wir beschreiben damit, was notwenig ist, damit Dinge ineinandergreifen können, damit wir aus dem Silo-Denken rausfinden. Das Zusammenspiel zwischen Maschine-Prozess-Mensch ist neu zu definieren und bietet erhebliche Potentiale. Dies spielt in allen unseren internen Kommunikationsmaßnahmen eine wesentliche Rolle.

Wie wirkt sich der Heideldruck-interne Wandlungsprozess auf ihre Kunden-und Marktkommunikation aus?

Harald Weimer: Externe Aspekte fassen wir unter unserem drupa-Motto „Simply Smart“ zusammen. Die Digitalisierung wird vom Markt getrieben. Wir müssen sicherstellen, passende und relevante Lösungsansätze zu bieten. Dazu müssen wir in neuer Art und Weise die Kommunikation unserer Kunden mit deren Kunden einbinden, zum Beispiel indem wir durch neue Tools unterstützen. Auf der drupa 2016 als Print Media-Leitmesse werden wir das in Real-Life-Szenarien umsetzen.

Das heisst, es rücken in Ihrer erweiterten Kunden-Kunden-Kommunikation Anwendungen in den Vordergrund?

Harald Weimer: Die bei der Dezember-Pressekonferenz vor Ort im mymuesli-Shop in Heidelberg gezeigte Lösung weisst den Weg. Es stand nicht unsere 4D-Druckmaschine im Fokus, sondern die Möglichkeit, dass der mymuesli-Kunde im Laden selbst seine eigene Müsli-Verpackung am iPad gestaltet und mit unserer Jetmaster Dimension Inkjet-Druckmaschine herstellt. Wir denken im Team mit Partnern vom Endkunden her, um zu tatsächlichen Innovationen zu gelangen.

 

 

Das Start-up mymuesli.com ist für Heideldruck aber kein typischer Kunde. Sieht das Ihr Innovationsansatz vor, da mehr zu tun? 

Harald Weimer: Unsere Strategie beinhaltet, erweiterte Marktchancen zu nutzen. Um Print zu stärken, müssen wir diesen Schritt gehen, wobei Online-Druckereien auch schon 4D-Printing-Lösungen von uns nutzen. Wir unterscheiden Lösungen im engeren Sinne für Druckbetriebe, und im weiteren Sinne für Kommunikationstreibende, z. B. am Point-of-Sales.

Welche neuen Impulse haben den größten Einfluss? 

Harald Weimer: Wir betrachten derzeit viele Ansätze, die sich durch die dynamisch wachsende Nachfrage bei individualisierten Produkten ergeben. Durch 4D-Printing rückt zunehmend in den Fokus, wie sich neuartige Printanwendungen auf Produkte des Digital Lifestyle beziehen.

Last but not least: Wird sich durch Industrie 4.0, also der professionelle Bereich der IoT-Anwendungen, die Art und Weise ändern, wie Druckaufträge zustande kommen? 

Harald Weimer: Die Individualisierung ist natürlicher Bestandteil der Digitalisierung, die durch Industrie 4.0/IoT weiter Fahrt aufnimmt. Im Zuge dessen entstehen automatisierte Printanwendungen nicht mehr über klassische Einkaufswege, sondern innerhalb von Multichannel-Szenarien. Unsere Lösungen müssen alle diese neuen Aspekte berücksichtigen. Insofern lohnt es sich für weite Besucherkreise, uns auf der drupa 2016 zu besuchen.

Besten Dank für Ihr Mitwirken beim Value Blog Dialog!

 

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Zur Person: 

Ich kenne Harald Weimer seit langem, bereits als er Mitte der 1990er Jahre bei Xerox mit Digitaldruck anfing, um dann 1998 zu Heidelberg in das Direct Imaging-Vertriebsteam zu wechseln. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur war stets ein kundiger, am aktuellen Marktgeschehen hoch interessierter Macher, der den konstruktiv-kritischen Dialog schätzt. Inzwischen verfügt er über umfassende internationale Erfahrung. Seit April 2014 baut er als Vorstand Services seinen Verantwortungsbereich erfolgreich aus. Sein Thema: „Future of Print Media Industry — Roadmap to drupa 2016“.

Kurzbiografie via heidelberg.com.

 

Value Blog-Videoimpressionen (in englischer Sprache) zum Thema „Digitalisierte Welt“ von der Präsentation von Harald Weimer auf Heidelberg Pressekonferenz am 1. Dezember 2015. Aufzeichnung: Andreas Weber per iPad.

 

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Zum Bild: Wie lassen sich 100 Ausgaben einer Zeitschrift am Besten auf dem Cover unterbringen? Immer wieder gern genommen wird eine Collage aller bisher erschienenen Titel. Wir fanden das wenig originell und haben dies (ins Heft-Innere) auf Seite 7 verbannt. Stattdessen haben wir alle möglichen Gegenstände zusammengestellt, mit denen wir üblicherweise bei der täglichen Arbeit zu tun haben. Dass da nun auch noch ein Nikolaus erscheint, ist der Jahreszeit geschuldet. Wir wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit.

 

Der DRUCKMARKT ist eine feste Institution geworden. Zurecht! In Deutschland wie auch in der Schweiz. Die jetzt, Mitte Dezember 2015, erscheinende Jubiläumsausgabe mit der Nummer 100, zeigt nach knapp 20 Jahren, wie vital Fachjournalismus über Print mit Print sein kann. Gründer und Chefredakteur Klaus-Peter Nicolay kenne ich seit 1988. Eine lange Zeit. Einst waren wir „Konkurrenten“, die sich stets fachlich ausgetauscht haben. Seitdem und noch immer sind wir Freunde, die sich schätzen. Und die zusammen rund um den Globus ebenso wie an der Mosel oder in der Gutenberg-Stadt Mainz viel Einzigartiges gemeinsam erlebt haben.

Dieses Erleben teilt „Nico“ jetzt mit uns. Und hat ein wunderbares Editorial zu einer grossartigen 100. Ausgabe verfasst. Den inhaltlichen Auftakt der Ausgabe 100 bilden Kommentare von vielen Kollegen aus der Branche, die befragt wurden, und allzu gerne geantwortet haben.

Nico: Wir freuen uns auf die nächsten 100 bis 1.000 Ausgaben von Dir. Vor allem, weil nächstes Jahr wieder drupa in Düsseldorf ist. Und wir viel Neues wiederum gemeinsam schaffen können. Spitze, dass seit einigen Jahren nunmehr Dein jüngster Sohn, Julius, redaktionell mit an Bord ist!

Herzliche Grüße
Dein

Andreas Weber

 

Im Wortlaut: Das Editorial zu Druckmarkt, Ausgabe 100

ZU ALLERERST EIN DANKESCHÖN!

Wer sagt denn, dass alt werden keinen Spaß macht? Der ›Druckmarkt‹ wird 2016 immerhin 20 Jahre und veröffentlicht jetzt seine 100. Ausgabe. Nein, das ist noch kein Alter – und für eine Zeitschrift vielleicht eine Periode, in der man reifer und besser geworden ist oder in der man eine Phase des Fortschritts erreicht hat. Dies wird uns die Freude an den vergangenen und (wer weiß wie viele) noch kommenden Jahren, Wochen und Minuten sicherlich nicht verderben. Wir wissen leider auch nicht, wie viele Minuten oder Stunden Sie Ihrer kostbaren Zeit unseren gedruckten Ausgaben widmen und wie viele Minuten die über 15.000 Leserinnen und Leser, die uns monatlich online besuchen. Dafür jedenfalls ein herzliches Dankeschön.

Zu unserem kleinen Jubiläum – es sind ja schließlich keine 100 Jahre – wollen wir aber keine Rückschau zelebrieren, im nächs ten Jahr auch keine glamouröse Party schmeißen und uns schon gar nicht selbst feiern. Wir haben in dieser Ausgabe schlicht und einfach zum Teil exklusive Nachrichten für Sie zusammengetragen. So, wie wir es immer tun. Denn wir haben uns nie an journalistischen Theorien orientiert, dafür aber an interessanten Themen und Gesprächspartnern.

Seit den ersten Heften versucht der ›Druckmarkt‹ sich unbestechlich und unterhaltsam, zuweilen amüsant bis provokativ, hoffentlich auch anregend mit seinen Leserinnen und Lesern über die Gegenwart und die Zukunft zu verständigen. Dieser Anspruch bleibt. Denn das (für uns schauderhafte) Bild »Den Leser dort abholen, wo er steht«, das Medienleute gerne verwenden, wenn sie ihre Arbeit beschreiben, gilt für uns nicht. Es hieße in der Konsequenz ja auch: Nur das liefern, was bequem ist, nicht aufregt und auch nicht zum Nachdenken anregt, denn ›der Leser‹ (die abstrakte Kreatur) dürfe nicht zu sehr gefordert werden. Wir haben in den vergangenen Jahren genau das Gegenteil erfahren. Eben dass Menschen es durchaus schätzen, wenn ihnen auch einmal etwas zugemutet wird und wenn sich der Inhalt eines Fachmagazins nicht nur in ›Hurra-Meldungen‹ erschöpft.

Was den ›Druckmarkt‹ vielleicht etwas anders macht: Wir misstrauen dem Zeitgeist und dem Mainstream. Das Modisch-Gefällige liegt uns weniger bis gar nicht. Wo alle einer Meinung sind, versuchen wir durch andere Sichtweisen den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Ob uns das immer gelingt, können Sie besser beurteilen als wir selbst. Doch wir sind der festen Überzeugung, dass es bei aller Digitalisierung noch immer traditionelle Werte in unserer Branche gibt, die auch weiterhin Gültigkeit haben werden. Deshalb halten wir uns gerne an den Satz von Willy Brandt: »Wer das Bewahrenswerte bewahren will, muss verändern, was der Erneuerung bedarf.«

Ihre Druckmarkt-Redaktion
Klaus-Peter und Julius Nicolay

 

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Ausgewählte Seiten aus DRUCKMARKT 100. © 2015: Klaus-Peter Nicolay.

 

 

Nico fragt! Ich habe geantwortet!

DRUCKMARKT: Was war für Dich das einschneidende Ereignis in der Branche in den letzten 20 Jahren?

ANDREAS WEBER: Historisch gesehen, geschah das Einschneidende schon vor über 20 Jahren, als DTP und fast nahtlos anschließend der Digitaldruck aufkamen. Motto: Jeder sein eigener Gutenberg.

Das zentrale Erlebnis für mich war, als wir eine fulminante drupa 2012 hatten. Gut für die Brancheninsider, also diejenigen, die übrig geblieben sind (es gab ja fast 100.000 Besucher weniger). Schlecht für die Strahlkraft der Branche: Kunden der Druck- und Papierbrache wären fasziniert gewesen. Doch sie kamen nicht. Man hatte sie (Aussteller-seitig) erst gar nicht eingeladen bzw. so angesprochen, dass sie ihren Vorteil erkannt hätten. Das war fatal. Und hat die Druckbranche als Insel der selbstverliebten Print-Technik-Gläubigen isoliert.

DRUCKMARKT: Was erwartest Du für die Zukunft? Was werden die großen Themen sein?

ANDREAS WEBER: Meine Erwartung? Etwas Altes wird etwas Neues! — Die großen Themen? Es gibt nur ein Thema, dem sich alle anderen fügen müssen: Wie ordnet sich Print im Kommunikationsmix ein? Dieser Mix wird durch Multi-Channel-Szenarien getrieben. Mit dem, was die Branche unter Cross-Media versteht, hat das wenig bis gar nichts zu tun. Sondern es geht darum, wie man nahtlos über die Online-Welt in die reale Welt gelangt. Und umgekehrt. Print erhält hier eine fundamental neue Bedeutung und Wichtigkeit. Dies gilt es zu schärfen, in dem die Expertise zur Wirkung von Printmedien im Digitalzeitalter glaubhaft dargestellt wird.

Wenn das gelingt, dann ist klar: PRINT GEWINNT!

 

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HINWEIS
DRUCKMARKT und weitere Fach-Titel können per Probeabo kostenfrei angefordert werden.

 

 

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Themenüberblick von Prof. Gregor Krisztian, HSRM, zur Ringvorlesung im Wintersemester 2015/2016. Inkl. Titelbild der Charts von Andreas Weber.

 

Oder: Die Selbstvertreibung aus dem Kommunikationsparadies!

Anmerkungen zu meinem Vortrag „Willkommen im Kommunikationsparadies, dem Reich der Kunstsinnigkeit“ an der Hochschule RheinMain im Rahmen der Master-Studien-Ringvorlesungen für „Design & Media Management.

Von Andreas Weber

Hinweis: Das Lesen lohnt sich, braucht aber einen Moment. Also nichts für Kurz- und Schnellleser unter den Kommunikationsprofis. 

 

„… im Rückblick auf meine jahrzehntelange Gestaltungsarbeit und Lehrtätigkeit, im Streben nach der Kunst/Existenz und Kunst/Qualität (…): Alles gegeben, vor allem um zu helfen, dass an der Hochschule junge Menschen selbständige Persönlichkeiten werden und dass sie selbst zu ihrer eigenen Persönlichkeit finden.“ — Prof. Valy Wahl, Kunst und Design (Hochschule Mainz, im Un-Ruhestand)

 

TEIL 1: VORSPIEL

Der Meinung von Prof. Valy Wahl, junge Menschen müssen selbständige Persönlichkeiten werden, kann ich mich hundertprozentig anschließen. Vor über eine Dekade begann ich, Start-ups von Jungunternehmern zu fördern, etwa auch nach dem Studium gegründete Designfirmen. Seit einigen Jahren betreibe ich mit eigenen Mitteln auf meine Kosten eine spezielle, eigens von mir entwickelte Form der Talentförderung. Zumeist mit (nicht aus Deutschland stammenden) Talenten, die auf Grund ihrer aus meiner Sicht außergewöhnlichen Fähigkeiten hierzulande Probleme haben. So wurde ein junger Künstler, der akzentfrei fünf Sprachen spricht und sich in den jeweiligen Kulturen bestens auskennt, von einem (rheinhessisch sprechenden) Arzt als psychisch erkrankt, in seinem Selbstverständnis gestört, eingestuft. Sein Selbstvertrauen war erschüttert, im Kommunikationsparadies fand er zu sich zurück! Und eine junge Studierende, in UK zur Schule gegangen und darauf getrimmt, komplexe Sachverhalte schnell, präzise und professionell aufzufassen und zu bewerten, wurde an einer deutschen Universität nicht adäquat behandelt. Ihr „Problem“: Im Bedarfsfall z. B. bei Diskussionsthemen blitzschnell eine Erklärung/Lösung  parat zu haben, während andere noch versuchen, die Problem- oder Aufgabenstellungen zu konkretisieren. Schnelligkeiten im Denken und Erkennen von neuen Zusammenhängen, kann das ein Nachteil sein? — Der Schlüssel zum Erfolg meiner Methodik, diesen jungen Talenten zu helfen: Ein anspruchsvolles Blitztraining ihrer Kommunikationsfähigkeiten innerhalb meiner Aktivitäten im Mainzer „Kommunikationsparadies“. Dazu gehört das professionelle Präsentieren ebenso wie Twittern, Bloggen, Interviews führen, Videos erstellen, iBooks publizieren u. a. m. Es spielt dabei kaum ein Rolle, welches Studienfach belegt wurde. Zeitgemäße Kommunikationsfähigkeiten sind übergreifend wichtig. Gewürzt wird mein Blitztraining mit viel Inspiration, Motivation und Freude sowie die Förderung der Bereitschaft für den Sprung ins kalte Wasser. Voraussetzung bei den Kandidaten sind: Talent, Wille, Offenheit, vernetztes Denken und Demut vor dem, was man nicht wissen kann, aber wissen sollte, um sich weiter zu entfalten.

 

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Hilfreich für mich: Ein grossartiges Buch, das der führende Sinnesphysiologe und Professor für Medizinische Psychologie Dr. Ernst Pöppel mit Co-Autorin Dr. Beatrice Wagner 2013 veröffentlichte: „Dummheit: Warum wir heute die einfachsten Dinge nicht mehr wissen.“ Es ist allerdings mehr, als nur ein Buch. Es ist die Fortsetzung dessen, was in Mainz, dem Zentrum der Kultur unserer Kommunikation und der Brutstätte unserer heutigen Wissensgesellschaft, begann. Ich hatte bereits vor vielen Jahren als verantwortlicher „Kommunikator“ Dr. Pöppel motivieren können zur international beachteten Konferenz typo[media] 2000 im Gutenberg-Jubiläumsjahr nach Mainz zu kommen. Die typo[media] positionierte sich als „aktives Forum für Design und Internet“. Es galt, eine Standortbestimmung für visuelle Kommunikation im Internet-Zeitalter vorzunehmen. Wir hatten unter der Ägide von Bruno Steinert, damals Gründungsgeschäftsführer des Schriftenhauses Linotype, ein Projektteam gebildet: Prof. Friedrich Friedl (Hochschule für Gestaltung, Offenbach/Main), Otmar Hoefer, Bernhard Hofmacher (beide Linotype-Marketing), Karin Schmidt-Friderichs (Verlegerin), Bruno Steinert und ich selbst, Andreas Weber.

Dr. Pöppels Beitrag: Seine nachhaltig wirksamen Entdeckungen und Erkenntnisse zum Thema „Wissen“ und „Wissensaufnahme“ vorzustellen. Denn Wissen ist die Grundvoraussetzung für alles. Ohne Wissen kein Verständnis. Ohne Verständnis keine Erkenntnis. Microsoft Typography-Manager Gary Munch schrieb damals in seinem Blogpost-Report überd ei typo[media] 2000 ganz begeistert: „Prof. Dr. Ernst Pöppel gave an intellectually stimulating discourse on some researches into the ways we know; explicitly, implicitly, and imagistically. How do we know we know we know…“.

 

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Prof. Guido Ludes hatte dies zum Anlass genommen, mit einem qualifizierten Team seiner Kommunikations-Design-Studenten der Fachhochschule Wiesbaden der Konferenz beizuwohnen. Eine herausragende Bilddokumentation entstand für den typo[media]-Veranstalter Linotype GmbH; genutzt damals für eine eigen typo[media| Website. Die Wiesbadener setzten in Szene, was hochkarätige Referenten aus den Bereichen Kunst, Design, Typografie, Werbung, TV, Print und Internet/Web-Design vortrugen: u. a. Prof. Hermann Zapf, Hans Ed Meier, April Greiman, Lorraine Wild, Lita Talarico (alle drei aus den  USA), Irma Boom (NL), Prof. Wolfgang Henseler, Nikolaus Toxler (CH), Ernst Pöppel, Claudius Lazzeroni, Gottfried Pott und Thomas Rempen (alle D). Jaan Noolandi vom Forschungslabor Xerox/PARC in Kalifornien berichtete über eine absolute Weltneuheit: E-Paper, ein neuartiges elektronisches Papier.

Wir konnten ehedem auf zeitgemäßem Niveau und international publik machen, was hierzulande die Apologeten von einst, wie der herausragende Michael Schirner, der als Kommunikationsdesigner in der Werbung Furore machte, noch provokant-isoliert formulieren mussten, als er 1988 das Buch „Werbung ist Kunst“ herausbrachte: Neuzeitliches Design in all seinen Facetten hilft Kommunikation nachhaltig und wirksam in Szene zu setzen. Dadurch lässt sich der Geschäftserfolg signifikant steigern. Es gab damals einen Aufschrei, vor allem seitens der Marketingprofis und BWLer, die ihre Zuständigkeiten, Kompetenzen und Machtpositionen gefährdet sahen. Mehr geschah aber nicht, da die Designszene diesen Ball, der ihr zugespielt wurde, nicht aufnahm. Die Kunstszene selbst wollte sich auch nicht eindeutig zu Schirners These bekennen nicht einmal ein Joseph Beuys („Jeder Mensch ist ein Künstler“).

Aus diesen, unseren typo[media] 2000-Erkenntnissen heraus, die dem Design im 21. Jahrhundert eine neue Bedeutung zuwies, entwickelten sich eine Reihe grossartiger Projekte. Die v. a. auch die Region Mainz-Wiesbaden bereicherten. Gemeinsam mit Prof. Valy Wahl von der Fachhochschule Mainz realisierte Guido Ludes im Jahr 2003 ein einzigartiges Projekt: „kunstdialog mz-wi. Ein Kooperationsprojekt der Kulturdezernate und Fachhochschulen von Mainz und Wiesbaden.“

 

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Es ergab sich ein Kaleidoskop grossartiger, facettenreicher Visualisierungen beider Städte, die in ihrer Unterschiedlichkeit von einander lernen konnten. Damals wie heute war klar: Design ist eine Teilmenge der Kommunikation. Und Kommunikation ist (eine) Kunst. Kunst ist Kommunikation. Design ist aber keine Kunst, sondern die wirksame Gestaltung dessen, was schon vorhanden sein muss. Design ist somit ein „Werkzeug“ für Kunst und Kommunikation. Das Neue kommt durch die Kunst in die Welt. Digitale Technologien, wie sie im Design, Publishing und Marketing genutzt werden, spielen dabei für bildende Künstler seit den 1960er eine große Rolle, wie jüngst die Konferenz des Frankfurter Allgemeine Forum „Digitalisierung. Kunst. Messen. Märkte“ in Berlin zeigte. Künstler sind bei der Digitalisierung weit vorne dabei und damit viel weiter als die (deutschen) Kulturinstitutionen. Künstler sind auf Augenhöhe mit Pionieren wie Google und arbeiten eng mit diesen zusammen, wie meine jüngste Analyse ergab. (Siehe:Digital FATAL @FAZ Forum: Warum in Deutschland die Digitalisierung nicht bewältigt wird.)

Um Bestand zu haben, können und müssen Designer von der Kunst wie auch den disruptiven Digitaltechnologien, die sie in ihrer Bandbreite kennen und noch besser, souverän beherrschen sollten, lernen. Nicht zu unrecht ist also noch immer in den Basisinformationen zum Bachelor-Studium „Kommunikationsdesign“ der Hochschule Rhein Main vermerkt: „Das Studium setzt künstlerische Begabung voraus. Sie nehmen an einer künstlerischen Begabtenprüfung (Mappenprüfung) teil und weisen dadurch Ihre künstlerische Befähigung nach.“ So weit, so gut. Doch wie harmonieren Anspruch und Wirklichkeit?

 

Netzwerken FAZForum 2015

 

Richtig oder falsch? — Man kann doch nicht wissen, was man nicht weiß!

Ich für meinen Teil war vom Damaligen begeistert. Und brachte mich ab 2005 aktiv ein. Als Dozent unterrichtete ich Professionelles Präsentieren. Mit meiner Firma wurde ich Mitglied im Förderverein Die Gestaltende Gesellschaft. Mit Guido Ludes und Gregor Krisztian konnten viele spannende Projekt erfolgreich realisiert werden, vor allem Publikationen über Mainz sowie das „Berlin-Buch“. Zu Beginn des Jahres 2015 veranstalteten wir mit dem Förderverein eine „Valencia Studio-Tour, die Maßstäbe setzte beim Verschmelzen von Kunst, Kultur, Design zu einem ganzheitlichen Kommunikationserlebnis, die wir (ohne Budget, nur mit Bordmitteln), multimedial per Social Media dokumentierten. Die Inhalte flossen auch in das Journal 2|2015 der Hochschule RheinMain ein. Das war wahrlich traumhaft.

Doch all dies, so traurig es klingen mag, spiegelt nicht (mehr) das zuvor geschilderte wider, speziell nach meinen Erfahrungen am 2. Dezember 2015. Der Alltag an der Hochschule ist ein anderer. Trotz aller Ambitionen regiert aus meiner Sicht statt Weitblick das Silodenken. Die Lernprozesse wurde verschult, was die Freiheit im Denken und die ungehemmte Lust am kreativen, kunstsinnigen Experimentieren lähmt. Ganz zu Schweigen davon zu hinterfragen, ob die Prinzipien des „Wissens“, die Dr. Pöppel aufzeigte, überhaupt Anwendung finden.

 

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© Grafik: Andreas Weber

 

TEIL 2: DRAMA (oder Posse?)

„Wenn Menschen etwas Neuem und Unbekanntem begegnen, reagieren sie zutiefst verwirrt!“

Aufgrund dieser Vorgeschichte und Erkenntnisse sowie der Tatsache, dass ich seit fast 40 Jahren der Gutenberg-Stadt Mainz sowie seit über 20 Jahren der Hochschule RheinMain eng verbunden bin, sagte ich gerne zu, als von Prof. Gregor Krisztian die Anfrage zu einem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung des Wintersemesters 2014/2015 kam.

Was ich dann am 2. Dezember 2015 bei meinem Vortrag erlebte, war ein regelrechtes Desaster. Es war mir bis dato in den Ausmaßen noch nicht klar, über wie wenig solides Wissen Studierende selbst nach der Examens-Prüfung zum Bachelor verfügen. Das betrifft Allgemeinbildung ebenso wie Fachwissen. Und vor allem: Es betrifft die Art und Weise, wie man sich mit Neuem, Unvorhergesehenem vertraut macht, um davon zu profitieren, indem man sein eigens Ich, sein Talent, seine Skills, seine kognitiven Prozesse stärkt und weiterentwickelt. Also das zu kultivieren, was wissenschaftlich nachweisbar ein Genie wie den Nobelpreisträger Albert Einstein geistig fit hielt bis ins hohe Alter: Sein kindliches Gemüt! Seine Offenheit. Seine Neugier. Sein Experimentiergeist. So gesehen ist Einsteins berühmter Satz „Ich bin lieber ein Idiot als ein Intellektueller“ eine Hommage an das Kreativ-Unverbrauchte, das wir uns erhalten müssen.

Bei den Wiesbadener Studenten war am 2. Dezember 2012 davon wenig bis gar nichts zu spüren. Meine Diagnose: Kommunikative Demenz, in jungen Jahren. Validierung, angelehnt an medizinische Prinzipien: Demenz lässt sich in der Frühphase erkennen, wenn ein Patient zwei elementare Dinge nicht mehr gleichzeitig tun kann. Wie zum Beispiel Laufen und Reden. Bei den Studenten klappt es nicht, zu zuhören, um zu lernen, und daraus unmittelbar Nutzen für uns alle zu erzeugen…

Mag sein, dass sich diese kommunikative Demenz in jüngster Zeit verstärkt hat oder aber latent immer schon verbreitet war. Wer weiß… — Der bereits erwähnte HSRM-Prof. Guido Ludes, leider 64-jährig allzu früh im Dezember 2013 verstorben, war bei seinen Studenten hoch geschätzt. Warum? Er hatte  als Maler, Zeichner, Fotograf und Professor für künstlerische Grafik seine Studenten stets gefördert und motiviert, auch abseits der Hochschule in ihre Bildung zu investieren, vor allem was tagespolitische Ereignisse sowie das Kunst- und Kulturgeschehen insgesamt angeht. Er führte sie in die Welt der Kunst ein, um Talent und Inspiration mit kulturellen Werten zu verbinden. Das funktionierte bestens.  — Sei’s drum. Mein Fazit ist und bleibt: Im Vergleich zu meinen sonstigen Vorträgen, Seminaren und Coaching, in Summe seit 1990 weit über 1.500 in 32 Ländern mit mehr als 115.000 Besuchern (!), schnitten die Wiesbadener Studenten, die am 2. Dezember 2015 an der Ringvorlesung teilnahmen, aus meiner Sicht so schlecht ab, wie bis dato noch keine Gruppierung mit der ich zu tun hatte. Und ich habe schon viel „Merkwürdiges“ erlebt.

 

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© Grafik: Andreas Weber

 

Was war geschehen? 

Für alle, die es nicht kennen: Als Gast-Dozent an der HSRM, Unter den Eichen, gibt man stets sein Bestes. Und darf frohe Erwartungen haben, im Team mit einem interessierten Publikum. Beide Seiten sollen profitieren. Wobei der Gastredner kein Honorar bekommt, er/sie arbeitet sozusagen pro domo. Und das in Räumlichkeiten eines Hochschulgebäudes, das von außen schick aussieht, sich im Innern aber als nicht sehr glücklich gelungen erweist: Im Sommer zu heiss, im Winter zu kalt; die Vorlesungsräume sind zweckmäßig-karg, wenig kommunikationsfördernd eingerichtet; die Beleuchtung ist eine Zumutung (zu grell oder zu dunkel, wenn ein Beamer eingesetzt wird); die Präsentationstechnik ist launig, mal geht etwas, dann nicht mehr, stabiles W-LAN ist beinahe Glücksache; die Beamer-Projektionsfläche ist kleindimensioniert. — Und es gibt stets besondere Erlebnisse, die kein Zufall sein können: Als ich den Aufzug betrat, lagerten darin zum Empfang für mich drei vollgestopfte, blaue Müllsäcke; oben angekommen erwartete mich ein (sorry to say) schlecht gekleideter bis ungepflegt aussehender Mann mit Pudelmütze. Es war aber nicht der Besitzer der Müllsäcke, sondern einer der Professoren des Hauses…).

„Das Vortragsprogramm zum Thema ‚Strategien im Doppelpack. Profis sagen, was Sache ist.’ ist dank Ihrer Bereitschaft mitzumachen ein spannendes geworden. Rund 30 Studierende im Masterprogramm (davon hälftig Designer und Media-Manager) freuen sich auf Sie und Ihr Thema”, verkündete Prof. Gregor Krisztian. Mein Thema am 2. Dezember 2015, ab 17.45 Uhr: „Willkommen im Kommunikationsparadies, dem Reich der Kunstsinnigkeit.”

Das Briefing an mich war klar: Im Sinne von „Profis sagen, was Sache ist“ zu zeigen, welche Strategien ich verfolge mit meinem „Kommunikationsparadies als Reich der Kunstsinnigkeit“.Mein Vortrag könne anspruchsvoll sein, da ich ja mit Master-Studenten quasi die Elite derer anspreche, die sich anschicken nach dem Master-Studienabschluss auf anhieb solide Design-/Media-Management-Aufgaben wahrzunehmen.

 

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© Grafik: Andreas Weber

 

Es begann harmlos vor meinem Vortrag mit der Frage eines Studierenden, ob er per Smartphone eine Sprachaufzeichnung meines Vortrags machen dürfe. Klar, sagte ich. Er könne das auch mit seinem Smartphone per Periscope live streamen. Oh, Twitter sei nicht so sein Ding, entgegnete er. Ich sagte: „Ups, das war schon der Biss in den Apfel im Kommunikationsparadies…“. Der Student betrachtete mich irritiert, verstand aber, dass er sich wohl selbst ins Abseits gestellt hat.

Gravierender war dagegen: Von den angekündigten 30 Studierender kamen nicht mal die Hälfte. Die, die kamen, waren durchweg Erstsemester. Durch eine Verspätung der Bahn konnte mein Co-Referent, der zuerst reden sollte, noch nicht anwesend sein. Joachim Kobuss, Designers Business, Berlin, hatte zum Thema: Identität und Positionierung im Designbusiness. Da ich recherchiert hatte, womit er sich beschäftigt, und dass er zu dem Schluss kommen werde, dass sich das Design Business und damit die Aufgabe des Designers stark verändert hat, hatte ich mir eine spezielle, ziemlich provokante Präsentation ausgedacht. Motto: No Risk, no Fun!

Ich machte also notgedrungen den Anfang mit dem zweiten Schritt vor dem ersten. Mein Vortrag, der rückblickend aus Sicht der Anwesenden eine Qual gewesen sein musste, weil ich Vollgas gab und durch die Bündelung an Informationen bewusst überstrapazierte, könnte psychologisch fast schon wie eine Konfrontationstherapie gewirkt haben. (Anmerkung: Ich hatte für den Wiesbaden-Vortrag schon die Dosis des reduziert gegenüber dem, was in meinen privaten Bltztrainings für die aus meiner Sicht Hochbegabten ansetze; ich achtete in Wiesbaden auch strikt darauf meine Redezeit von 45 Minuten einzuhalten). — Es ging damit los, dass ich zu einem Kunstwerk, das ich für meine Charts-Präsentations als Titelbild wählte und das minutenlang sichtbar war, fragte, ob jemand weiß, wer das gemacht habe. Keiner wusste respektive sagte es. Und das, trotzdem durch den Tod von Prof. Hermann Zapf im Juni 2015 sein Werk und speziell das gezeigte an vorderster Stelle bei Typografen und Designer weltweit im Gespräch war. Ich erläuterte also, dass dies eines der weltbekannten Meisterwerke von Hermann Zapf sei. Keine Reaktion. Ich erläuterte kurz, wer Zapf war und welche Bedeutung er einnimmt, sogar noch im 21. Jahrhundert für Steve Jobs und Apple durch die Zapfino. Keine Reaktion. In der Folge zeigte sich, dass auch andere, über Typo & Design hinaus bekannte Meisterwerke der Bildenden Kunst, z. B. von Picasso (Guernica) und Paul Gauguin (D’ou Venons Nous / Que Sommes Nous / Où Allons Nous) nicht erkannt wurden bzw. man ihre Bedeutung gar nicht wusste. Diese Meisterwerke sind nicht nur Gemälde, sondern Ikonen der Kommunikationskunst. Also für Gestalter ein Muss, wie Prof. Guido Ludes zu sagen pflegte!

 

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Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.

– Picasso: Dezember 1937

 

Studi’s Dream Team:
Kommunikative Demenz plus mürrische Indifferenz!

Eigentlich ein völliges K.O.-Kriterium für mein Vortragsthema, wenn das studentische Publikum die o. g. Meisterwerke nicht kennt. Wie soll man mit Menschen ins Gespräch kommen, die solche gravierenden Wissensdefizite bei Kunst und Kultur haben, aber nach dem Masterstudium „Design & Media Manager“ werden wollen? Ich sagte also gleich zu Anfang meines Vortrags, dass Kommunikationsdesigner aus meiner Sicht ein Defizit haben, wenn sie denken, Design, das sie schaffen, kommuniziere, sie aber selbst als Person gar nicht professionell kommunizieren könnten.

Zur Info: Ich hatte rund acht Tage vor dem Vortrag einen Blogpost dazu verfasst, das Wichtigste in Kürze als Text verfasst und meine Charts komplett per Slideshare zugänglich gemacht. Dies hatte ich Gregor Krisztian mitgeteilt wie auch per Facebook in den Fachgruppen der HSRM/Kommunikationsdesignern sowie per Twitter, LinkedIn, Google Plus und XING mitgeteilt. Das was ich sagen wollte und die Art wie ich es präsentieren werde, waren also rechtzeitig publik und offen zugänglich.

Werthaltige Kommunikation, so meine weitere Aussage am Vortragsbeginn, entstehe durch Kunstwerke und Künstler sowie die Gespräche mit ihnen und generell via Kommunikation über die Kunst. Das ist zum einen m. E. die Erläuterung des Begriffs „Kunstsinnigkeit“; aber zum anderen auch eine von mir bewusst inszenierte Konfrontation, die nach dem Dialektik-Prinzip der griechischen Antike und ihrer Philosophen zum kritischen Diskurs und zum Überdenken der eigenen Position führen kann. Nur meine durch disruptives Denken erzeugte Konfrontation führte nicht zum geistigen Disput, was notwendig gewesen wäre, weil spontan gar keine Antworten auf meine Fragen/Aufforderungen kamen. Wohl aus dem Grund, dass anders als z. B. bei Psychotherapien, die Kranke heilen sollen, in Vorlesungen ja geistig Gesunde sitzen, die keinen Bedarf an „Heilung“ für sich sehen. Es ist ja alles gut. Man tut brav, was die Professoren/Dozenten resp. das Curriculum vorgeben, hat auch schon seine Bachelor-Urkunde und entsprechend alles Wichtige gelernt. Und weil dem scheinbar so ist, kann man als Studierende(r) wie in meinem Fall geschehen, einfach das Visier runterlassen, wenn es unangenehm wird, und sogar zumindest verbal draufhauen. Oder man kann versuchen, wie die meisten der anwesenden Studierenden am 2. Dezember 2015, die Dinge einfach an sich abprallen zu lassen. — Der Satiriker Pelzig hatte für eine solche Geisteshaltung in seiner letzten ZDF-Sendung, einen Tag vor meinem Hochschulvortrag einen wunderbaren Ausdruck: „Mürrische Indifferenz“ aus der eine „muffige Gleichgültigkeit“ entspringe, was sozusagen eine intellektuelle Verbrämung eines „Leck mich am Arsch-Denken“ sei. — Volltreffer! 

 

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© Grafik: Andreas Weber

 

Zur Reaktions- und Diskussionskultur bei meinem Vortrag noch weitere, aufschlussreiche Details: Auf meine mehrfachen Zwischenfragen während meines Vortrags hin schauten die meisten Studierenden immer nur unter sich, um sich gar nicht erst direkt angesprochen zu fühlen. Und sie gaben letztlich keine Antwort. Zum Ende kam aber doch etwas: Ich erntete nach dem Vortrag von einem Studierenden die Beurteilung, es sei ja völlig daneben und schlecht, wie und was ich da präsentiert hätte. Und mit Anglizismen könne er schon gar nichts anfangen. Meine Charts seien zutiefst unprofessionell gestaltet. Sozusagen für ästhetisch geschulte Designer seines Schlages eine Zumutung. (Hinweis: Meine Darstellungen via Charts zielen im Wesentlichen auf die Nutzung durch Mobilgeräte ab und nicht nur auf Projektionen durch schlechte Beamer; diese Mobilnutzung entspricht dem „Digital Age“ und erfolgte am 2. Dezember 2015 zeitgleich zum Vortrag via Slideshare und meinem Blog durch hunderte Menschen, ohne dass es zu Beschwerden kam, da es außerordentlich wirksam ist und bestens funktioniert!).

Der junge Mann, der im Vorlesungraum in Wiesbaden „kritisierte“, war vor Vorlesungsbeginn sehr wichtig tuend im Vorlesungsraum umher geschritten, lässig gekleidet wie Steve Jobs in seiner besten Zeit (Jeans, Sweet Pullover), aber im Unterschied zum Apple-Gründer trug der Studierende signalbunte, leuchtend orange-rote Sneakers. Diese signalisierten: Ich bin wichtig! Er hatte vor Beginn wohl auch mit seinem Professor geklärt, dass er, weil es so seine Art wäre, offen Kritik üben müsse, da er sich wohl über meinen Blogpost zu dem, was ich vortragen werde, informiert habe. Der Rest der Studierenden verhielt sich völlig unauffällig bis verschüchtert. Nur einer sagte ganz zum Schluss: „Sie machen ja alles anders, als wir das hier im Studium gelernt haben“. Und ein zweiter merkte an, er vermute, ich trete wohl in meinem Kommunikationsparadies ganz anders auf. — Volltreffer Nummer zwei! Denn damit kamen wir zu des Pudels Kern: Ich hatte ein wohlklingendes Thema in das in der Werbung übliche Gewandt der Push-Kommunikation gepackt. Plakativ, aufdringlich, überfrachtend. Fast belästigend.

Meine abschließenden Äußerungen, nach der Kritik durch den Leuchtschuh-Erstsemester-Master-Programm-Studierenden (sorry, er vergaß, seinen Namen zu nennen; wahrscheinlich setzte er voraus, dass ich ihn kenne!) verursachten noch mehr Unverständnis. Denn ich sagte, dass ich mich über kontroverse Reaktionen freue, da ich mich darauf eingestellt hatte, zu provozieren, sogar bereit war, das „Arschloch“ zu spielen (sic!), um Reaktionen während des Vortrags zu bekommen — was leider ausblieb — ich mich aber wundere, dass niemand früher, also wie von mir angeboten während des Vortrags, etwas sagte, sondern nur recht barsch und anmaßend von einem einzigen nach dem Vortrag unsachliche, despektierlich von oben herab geäußerte Kritik kam. Auf meine weitere Äußerung, dass ich mehrfach während meines Vortrags gefragt habe, ob alle noch dabei seien, weil das „harter Tobak“ wäre, entgegnete einer, er hätte dies als rhetorische Frage empfunden und daher nicht geantwortet. Und Prof. Gregor Krisztian bekundete den Studierenden, abgewendet von mir, er habe sich das auch ganz anders vorgestellt. Etwas aus der Fassung geraten, warum auch immer, bot er an, die Diskussion, die ja keine war, sondern eine Beleidigung für mich, zu beenden, und min. 10 Minuten Pause zu machen bis dann der zweite Referent Vortrag würde.

Meine Erkenntnis: Willkommen im „verlorenen Kommunikationsparadies“ an der Hochschule RheinMain! Glückwunsch zur Selbstvertreibung! — Ein Vorgang, der für mich fast schon wie das Derivat einer Geistes-Welt wirkte, die Satiriker (allen voran in der ZDF Heute Show), so gern aufs Korn nehmen: Ich verstehe zwar überhaupt nicht, worum es geht, aber ich erlaube mir vehement dagegen zu sein und es abzulehnen, mich konstruktiv-kritisch mit einem für mich neuem Sachverhalt auseinander zusetzen. Basta! — Auf die aus meiner Sicht tragfähigen und wichtigen Inhalte, die wie eingangs dargelegt an das anknüpfen, was Professoren aus Mainz und Wiesbaden dereinst praktizierten, wurde am 2. Dezember 2015 gar nicht eingegangen. Tempora mutantur?

 

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© Grafik: Andreas Weber

 

Die Lehre, die ich persönlich daraus ableite: Jung-Designer, die Manager werden wollen, fehlt es offensichtlich an Wissen, Verständnis und Diskussionsfreude, um sich aktiv und engagiert mit neuen-alten Inhalten auseinander zu setzen. Sie verschanzen sich stattdessen hinter ihrer Uneinsichtigkeit und urteilen Andersdenkende und -agierende aus eindimensionalen (fast schon borniert wirkenden) Gründen pauschal ab. — Na dann, viel Spaß im Berufsleben. Vor allem für Firmen, die solche „Jung-Talente“ einstellen sollten. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es waren ja mehrheitlich Erstsemester. Die können bis zum Masterstudien-Abschluss noch dazu lernen.

Übrigens kam wie so oft das beste ganz am Schluss: Der „Leuchtschuh-Studierende“ fragte mich, was ich denn eigentlich von Beruf mache. Ob ich Künstler sei. Er hatte wohl schon vergessen, dass mich Gregor Krisztian zu Beginn genau vorstellte…

Aus den Infos der Hochschule RheinMain:

WAS KANN ICH DAMIT MACHEN?

Die Einsatzmöglichkeiten der Absolventinnen und Absolventen liegen sowohl in den TIMES-Branchen (Telecommunications, Information Technology, Media, Entertainment, Security) als auch in mediennahen Funktionen in klassischen Industrie-, Handels- und Dienst­leis­tungs­unternehmen. Mit den erworbenen Qualifikationen können sie auch komplexe Projekte führen bzw. als Medien- und Designmanagerin bzw.- manager das Zusammenwirken der Projektbeteiligten über die verschiedenen Schnittstellen hinweg organisieren. Berufs­felder sind z. B. Film, Funk und Fernsehen, Werbe-, Kommunikations- und Kreativ­agen­turen sowie Medien- und Tele­kom­muni­kationsunternehmen. Zusätzlich bieten sich Einsatzfelder in Marketing, Öffentlich­keits­arbeit sowie in der Markt- und Unternehmens­kommunikation.

 

Nachtrag: Mein Co-Referent Joachim Kobuss ging davon aus, er referiere vor Studenten des Bachelor-Studiengangs. Insofern hatte er in seinen Vortrag Basis-Informationen parat, die m. E.  bei den Master-Studierenden schon hätten bekannt sein müssen, wenn sie ihre „Berufung“ ernst nehmen. Zumal er eine Reihe von Büchern dazu publizierte und die wichtigsten Inhalte online stehen hat. Es war aber so gut wie nichts von dem bekannt, was Joachin Kobuss vortrug! Alles war Neuland für die anwesenden Studierenden, alle schrieben eifrig mit… Der Wissensbedarf war so hoch, dass der Vortrag statt 45 Minuten rund 90 Minuten dauerte! — Eigentlich hätte das jeder im Selbststudium in kürzerer Zeit erledigen können. 

Es war aber anders, da die Wissenslücken riesige Dimensionen zeigten. Sogar die seit Jahren bekannte Tatsache war unbekannt, dass der Design-Markt mit 19 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr zwar riesig ist, sich aber mit der klassischen Praxis die allermeisten der Designer gar nicht genug erwirtschaften können, um von ihrer Arbeit zu leben. Der Tipp des Experten: Weniger bei Design an Gestaltungsentwürfe und deren Umsetzung denken, sondern BERATER werden! Dazu müsse man sich klar POSITIONIEREN. Dies veranlasste eine Studierende zu der Bemerkung, dass hätte sie sich auch schon gedacht, man müsse heutzutage selbst zur Marke machen. — Um zu wissen, was Personen zu Marken ausmacht, ist Thema eines weiteren Vortrags in der Ringvorlesung, den Jasmin Siddiqui alias Hera aus Frankfurt am Main am 20. Dezember halten wird.

Besonders pikant war aus meiner Sicht  weiterhin: 

  • Erstens. Den Studierenden war nicht bekannt, dass es seit vielen Jahren valide Marktanalysen zum Design-Markt gibt, von der Bundesregierung in Jahresberichten als Monitoring  publiziert und für alle frei zugänglich. Ich hatte dies in meinem Vortrag zum Schluss bereits angesprochen.
  • Zweitens. Die Frage von Joachim Kobuss, „Was war 1984?“, blieb ohne Antwort.

Nun, 1984 datiert der Start des Apple Macintosh, der die Designwelt wie auch unser gesamtes Kommunikationsverhalten verändert hat. Kobuss verwies auf Steve Jobs als Innovator und empfahl, die legendäre Präsentation zum ersten Apple iPhone anzuschauen. (Seit damals, am 9. Januar 2007, war die iPhone-Präsentation von Jobs immer Bestandteil meiner Vorlesung an der HSRM zu Professionell Präsentieren, da es kaum ein besseres Beispiel gibt).Unerwähnt blieb allerdings von Joachim Kobuss das Wichtigste: Aus dem Wirken von Steve Jobs bei Apple ergab sich das für Design & Media-Fachleute wichtigste Faktum: Steve Jobs enger Vertrauter war Jonathan Ive, Apple’s Chefdesigner. Nach Jobs frühem Tod machte folgerichtig Jobs-Nachfolger Tim Cook den genialen Designer Jonathan Ive zum Chief Design Officer, der bei der Software-Entwicklung von Apple die Regie übernahm und diese umfassend veränderte.

 

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TEIL 3: EXKURS — Ein Blick zurück nach vorne!

Plädoyer für das schöpferische Machen im Streben nach einer humanen Welt!

»Die meisten Menschen haben nur einen Job, aber keine Arbeit mehr. Und von dem, der arbeitet, ist noch lange nicht gesagt, dass er etwas macht. Machen ist ein selbst zu verantwortendes Tun, an dem jemand mit Konzept, Entwurf, Ausführung und Überprüfung beteiligt ist. Das, was er macht, steht unter seiner Kontrolle und Verantwortung und ist Teil seiner selbst. Machen ist die Verlängerung des Ich in die selbstorganisierte Welt hinaus. Im Machen erfüllt sich die Person. Und dies in dem Maße, als ein eigenes Konzept, ein eigener Entwurf beteiligt ist und in einer ständigen Rückkoppelung aus dem Machen Erkenntnisse gewonnen werden für die Korrektur von Konzept und Entwurf. Nur das schöpferische Machen ist wirkliche Arbeit, ist Entfaltung der Person. Der Entwurf ist das Signum der Kreativität, durch ihn wird Aktivismus und Job erst human. Eine humane Welt setzt eine Arbeit und ein Machen voraus, die durch den Entwurf gekennzeichnet sind, weil im Entwurf das Motiv der Person erscheint.« —

Otl Aicher: Die Welt als Entwurf, Ernst & Sohn Verlag, 1991, S. 190

 

Seit über 30 Jahren bin ich mit Design & Media intensiv und auf hohem Niveau vertraut. National, wie international. Die Liste derer, mit denen ich in Projekten zusammenarbeiten durfte, ist lang: Angefangen mit dem Übervater des modernen Designs, Otl Aicher, der für mich Lehrmeister und Geschäftspartner in einem war, da ich für Agfa Compugraphic seine Schriftenfamilien „Rotis“ erfolgreich auf den Markt brachte; weiter über die Schriftkunst- und Typo-Idole wie Adrian Frutiger, Hermann Zapf, Max Caflisch, Erik Spiekermann bis hin zu Neville Brody, David Carson sowie der Kalligraf Werner Schneider (ehedem als Professor an der Fachhochschule Wiesbaden tätig) folgten seit der „Zeitenwende“ ins 21. Jahrhundert viele „Designer“ der neuen Generation, die zunehmend ihrem Kernbereich Design hohe Technologie-Kompetenz zufügten. Wir waren mit dieser neuen Kategorie von Design-Schaffenden schon 1999 in Verbindung, als ich für Gregor Krisztian und Guido Ludes den Kontakt zwischen der Fachhochschule Wiesbaden und der School of Visual Arts in New York City herstellte. SVA hatten damals längst schon Design mit Computer Sciences verknüpft. Einer der engsten Partner der SVA wurde damals Adobe.

 

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Person und Werk von Otl Aicher war auch Thera in meinem Impulsvortrag ›Tolle Typen‹ im Dezember 2010 an der Hochschule RheinMain (im Team mit Linotype).

 

Die allermeisten Vertreter dieses neuen „Designer-Typus“, den auch Otl Aicher lebenslang propagierte und auf den wir im 21. Jahrhundert nach wie vor aufbauen müssen, sind namentlich gar nicht in der Öffentlichkeit bekannt. Die Einflussreichsten arbeiten in Teams u. a. bei Google, Facebook oder Twitter, also bei Technologiekonzernen und Digitalpionieren. Hierzulande sind „nur“ noch die Chefs von Design-Agenturen bekannt, die sich aber zunehmend zurückziehen, wie Uli Mayer-Johannssen, ehemals neben Erik Spiekermann Co-Gründerin und bis Ende 2014 CEO von Meta Design AG. Als Personen-Marke im Design resp. als globaler Megastar gesetzt ist lediglich der bereits erwähnte Jonathan Ive, Chief Design Officer bei Apple, der wie gesagt auch die Software-Applikationen des erfolgreichsten Konzerns der Welt „dirigiert“.

Die also weitgehend anonym agierenden Designer der neuen Generation tragen aktiv dazu bei, das klassische Design- und Media-Modell auszuhebeln: Algorithmen, Business Intelligence-Tools und letztlich die neue Realität des IoT (Internet of Things) automatisieren, was „normalerweise“ die hauptsächliche Aufgabe der Designer ist: Inhalte zu erstellen, in Form zu bringen und zu visualisieren. Am besten lässt sich das nachvollziehen, wenn man bei Googles „Art, Code & Copy“-Initiative nachschaut, was sich da tut! Auf klassischen Kommunikationswegen lässt sich kaum noch nachvollziehen, was passiert.  — Dieser radikale, irreversible Umbruch beim Design verläuft in etwa so, wie ehedem im Desktop Publishing via PageMaker, Quark, InDesign, Photoshop und PostScript, wodurch die elitäre Setzer- und Reprografen-Zunft eliminiert wurde. Treiber waren damals Apple, Aldus, Adobe und Linotype. Das Motto lautete: Jeder sein eigener Gutenberg!

Erfreulich und wichtig in diesem Zusammenhang: Ich konnte Ende November 2015 auf Anhieb Laurence Gaveau, Leiter des Labs von Google’s Cultural Institute in Paris, von meinem Kommunikationsparadies mit Sitz in der Gutenberg-Stadt Mainz begeistern. Er hat mich ad hoc eingeladen, gleich Anfang 2016 zu ihm nach Paris zu kommen. Der Kontext von Kommunikation, Technologie und Kunst, wie ihn mein Kommunikationsparadies herstellt, trifft seine Vorstellungen und Aktivitäten exakt. Alle, die es interessiert sind herzlich eingeladen ins „Paradies“ zu kommen und sich aktiv einzubringen.

 

Hier meine Vortragscharts in vollem Umfang:

 

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Smart Technologies need Smart Solutions need Smart Communications: Twitter- und Facebook-Posts machten die Heidedruck Pressekonferenz popullär. In Echtzeit!

 

Eine Zusammenfassung dessen, was ich in Echtzeit kommentiert habe, findet sich in unserem Value Storify. Inkl. Posts von Freunden und zahlreichen Kurz-Videos mit O-Ton (in deutsch und englisch). —Andreas Weber

 

Nach der Krise kommt die Katharsis: Heidelberger Druckmaschinen AG (kurz #Heideldruck) ist zweifelsfrei auf einem guten, oder besser: dem richtigen Weg angelangt. Nach dem Re-Branding und der Eröffnung des Print Media Center in Wiesloch folgte nun, traditionsgemäß auf der Jahresend-Pressekonferenz in Heidelberg/Wiesloch, die Vorstellung von „Heideldruck 4.0“. Dies war wichtig, weil die jüngsten Quartalszahlen kein gutes Echo der Finanzmärkte brachten. Die Heideldruck-Aktie rauschte Mitte November 2015 deutlich ab. Was sollte also getan werden? Durch die drupa 2016 bietet sich die Chance, Aktionäre, Mitarbeiter und vor allem Kunden und Mediatoren ins Boot zu holen. Keine leichte Aufgabe. Und sicher noch eine harte Durststrecke, da sich bekanntermaßen ein Neu-Anfang mit neuer Strategie nicht so schnell in Vertriebserfolge umsetzen kann. Zudem sind die Wunden nach dem Crash von 2008 noch immer nicht verheilt, da Verluste und Kredite abgetragen werden müssen.

 

 

Sei’s drum. Der früher „größte Druckmaschinenhersteller der Welt“ schickt sich an, die Druckbranche als „Smart Solution Provider“ ins Digitalzeitalter zu überführen. Es muss dabei vor allem für die Finanzmärkte wie auch für Stammkunden überdeutlich werden, dass bei Heideldruck nun Manager am Werk sind, die nach vorne blicken ohne das Vergangene zu ignorieren. Dies ist in einer traditionell erzkonservativen Branche wie der Druckindustrie unabdingbar. (Siehe dazu meinen Bericht vom Vorjahr: Neues von Gutenberg’s Jüngern: Heidelberg beendet Boxenstopp!). In der Rückschau war schon letztes Frühjahr festzustellen:

  1. Print ist tot. Lange lebe Print!
  2. Der geläuterte Platzhirsch Heidelberg setzt leichtfüßig und gekonnt zum Sprung an.
  3. Werthaltigkeit ist Trumpf! 

 

 

Neuer Focus: Smart Solutions, Synergetics, Collaboration

Was vor 18 Monaten in Aussicht gestellt wurde, scheint nun Realität zu werden. Warum? Heidelberg macht keine reine Nabelschau mehr. Und redet schon gar nicht mehr nur noch über tolle neue Produkte. Die Dinge werden sinnvoll in den Kontext gestellt.

  1. Es wurden offen, frei heraus, kompromisslos und zukunftsorientiert die neuen Richtungen, Visionen und das schon Machbare sowie das noch zu erschaffende aufgezeigt. Und zwar in Synchronisation mit einer radikal veränderten Marktrealität durch Industry 4.0, also die Professionalisierung dessen, was wir unter dem Bergriff Internet of Things (IoT) im Konsumentenmarkt längst kennen. Das stellt alles radikal auf den Kopf, weil in dieser vernetzten Welt das klassische Druckgeschäft kaum mehr benötigt wird. — Alles in allem: Keine leichte Kost!
  2. Es werden aktiv externe Partner einbezogen: Wissenschaftler Prof. Dr. Walter Brenner, Universität St. Gallen, führte in die neue Welt des #IoT ein. Unwiderlegbar. Mit dramatischen Veränderungen hin zu einer völligen Marktorientierung. Stichwort: Customer Centricity. — Start-up-Unternehmer Max Wittrock zeigte, wie er bei #mymuesli sein innovatives und boomendes Online- und Ladengeschäft-Konzept aufwertet und in die neue Welt des Packaging überführt. Kunden gestalten im realen, schön designten Ladengeschäft in Heidelberg ihre Verpackung selbst. Quasi per „iPad-to-Individual-Print“.
  3. Die Heidelberg-Vorstände Harald Weimer (Services) und Stephan Plenz (Technology) stellten ihre Neuheiten und Ankündigungen in den von den Experten aufgebauten Kontext. Mit dem Hinweis darauf, dass die Ursprünge von Industry 4.0 längst per JDF (Job Description Format) in der Druckbranche Einzug gehalten haben. Smart Solutions von Heideldruck erlauben in erweiterter Form nun auch Druckereien Smart Print Shop-Konzepte zu realisieren. Wesentlich und innovativ: Heidelberg setzt nicht mehr darauf, alles alleine zu tun. Wichtig ist vor allem die intensive R&D-Zusammenarbeit mit wichtigen Playern wie Fuji, um v. a. den professionellen Inkjetdruck weiter voranzubringen. Oder auch die Tatsache, dass man in fortschrittlichen Märkten wie den USA auch EFI-Lösungen für den Inkjet-Grossformatdruck vertreibt.

 

 

Das neue Leitmotto: „Simply Smart“

Um klar zustellen: Alles dies, was ich kurz zusammenfasste, sind keine Sonderthemen oder „Gimmiks“. Sondern relevante Innovationen und diese werden sofort medial goutiert. Meine Posts darüber fanden innerhalb 24 Stunden ein weites und internationales Echo, das längst nicht abebbt. Z. B. von @mymuesli via Twitter retweeted und von Max Wittrock aufgegriffen, erreichten mich sofort Kommentare mit Lob, Begeisterung, Zustimmung. Das heisst, per Facebook und Twitter in Echtzeit von uns richtig inszeniert, erzeugt das „alte“ Thema Print im neuen Gewand sofort ein grosses Echo! Aber nicht nur auf Konsumentenebene, sondern auch im B-to-B und bei anderen Marktteilnehmern.

„I like their [Heidelberg’s] application. If speed and PQ increase they can get into production lines. 4D is cool. 4DP stands for distant printing.“ —Francois Martin, WW Marketing Director – Graphic Solutions Business at HP Inc. | Via LinkedIn, 22.10.2015 (gemäß einem Chat im Vorfeld zur Imprint-Fachmesse in München bei der Heideldruck Aussteller war).

Last but not least: Ein Ausblick auf die Leitmesse drupa 2016 wurde auch geben. Der Messeauftritt werde komplett anders gestaltet und der neuen Strategie angepasst, wie Heideldruck Gobal Marketing-Chef Christopher Tapley am Rande der Presseveranstaltung kommentierte. Das drupa-Motto lautet „Simply Smart!“. Heideldruck war der Geburtshelfer der drupa 1951 und seitdem der größte Einzel-Aussteller. Nunmehr tritt Heideldruck im Verbund mit Partner auf. Ein Novum. Mit von der Partie: Masterworks aus China, Fujifilm, Polar, Steinemann, Stora Enso, Draabe und eine Reihe von Kreditinstituten bzw. Leasing-Spezialisten. Das man damit erstaunen werde, nehme man gerne in Kauf. Bleibt abzuwarten, wie sich das auch auf die Unternehmenskommunikation von Heidelberg auswirkt, die bislang auf Push-Kommunikation setzt und weniger auf Interaktionen. Als Leitlinie, wie daraus interaktive, dialogische Kommunikation entwickelt werden muss, empfiehlt sich meine Analyse, die ich bereits 2004/2005 erstellt und auf der drupa 2004 2008 und 2012 mit tausenden drupa Messebesuchern in Vorträgen diskutiert, auch mit hochkarätigen Werbefachleuten auf dem Heidelberg-Messestand: Per White Paper und multimedialer Präsentation unter dem Titel „Smart Communication“ konnte ich damals (als Twitter und Facebook gerade erst am Start waren, quasi noch unsichtbar) aufzeigen, wie Smart Technologies sich auf die Kommunikation und damit auf die Art und Weise, wie man Beziehungen pflegt und Geschäfte macht, auswirken.  Siehe: ValueCheck! — How to Create the Real Value of Communication  via @ValueCommAG.

HINWEIS: Im Nachgang zur Pressekonferenz vom 1. und 2. Dezember 2015 ergaben sich beim Value Blog Dialog spannende Aspekte im Gespräch mit Heideldruck-Vorstand Harald Weimer. Siehe: „drupa ante portas: Print ist SMART!“

Value Blog Dialog Harald Weimer 12-2015.001

Apropos Kommunikation: Zwei Versehen oder Pannen hat es bei Heideldruck doch gegeben. Erstens: Im Print Media Center, dem Ort der Presseveranstaltung musste man sich beim Telekom-Hot-Spot ständig neu einloggen, weil man alle paar Minuten rausgeschmissen wurde. Zweitens: Absprachen mit den Produkttechnik-Verantwortlichen wurden wohl nicht an die Presseabteilung weitergegeben. Folge: In der Pressemeldung zu Mymuesli und der Individualisierung per Inkjet-Heidendruck wurde unerwähnt gelassen, dass nicht Heidelberg diese neue Applikation bei Max Wittrock vorschlug, sondern der Berater und Innovationsexperte Bernd Zipper, der beide Parteien zusammenbrachte und wertvolle Hilfestellung leistete. Das ist wichtig, weil Heideldruck von sich aus mymuesli/Max Wittrock nicht als potenziellen Kunden/Partner identifiziert hätte. — Macht aber nichts: Max Wittrock hat dies den Pressevertretern selbst am 2.12.2015 erzählt. Und ich habe es per Video (siehe oben) dokumentiert sowie via Social Media und hier im Blog aufgeführt, damit nicht untergeht, was Heideldruck als neue Stärke für sich entdeckte und kultivieren möchte: „Synergetics and Collaboration“, wie Stephan Plenz dies nannte!

 

 

 

NACHTRAG: Bernd Zipper hat auf seinem Blog beyondprint.de zu mymuesli.com und der 4D-Printanwendung eine erstklassige Fallbeschreibung veröffentlicht und auf meinen ValueTrendRadar.com-Beitrag als Ergänzung verweisen: “Web-to-Print für Müsli? Ein erster Schritt in Richtung Food Mass Customization”. ABSOLUT LESENSWERT, was Bernd da schreibt und anmerkt!

Auszug: “Das sogenannte 4D-Druck-Verfahren, womit das individuelle digitale Bedrucken dreidimensionaler Objekte mittels Inkjet-Technologie und hochpräziser Robotik gemeint ist, hat Heidelberg vor über einem Jahr für den Schwarz-Weiß-Druck und Anfang November auf der InPrint als Vierfarb-Maschine vorgestellt. Die Maschine kann runde oder zylindrische Objekte mit einem Durchmesser von 10 mm bis 300 mm in einer Auflösung von 360 dpi vierfarbig sowie mit Deckweiß oder Schutzlack bedrucken. Damit können Massenprodukte wie Fuß- oder Golfbälle, Trinkflaschen und andere gekrümmte Oberflächen wie Dosen nahezu in Echtzeit personalisiert werden.”

Link: http://bit.ly/1IIQBX3

 

Rückblick — Ausblick: 

Eine Zusammenfassung dessen, was ich in Echtzeit kommentiert habe, findet sich in unserem Value Storify. Inkl. Posts von Freunden und zahlreichen Kurz-Videos mit O-Ton.

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Im Team mit meinem Partner Michael Seidl werden wir die Fülle an Details und Neuigkeiten von #Heideldruck weiter aufgreifen und erläutern. Auch in exklusiven Interviews via ValuePublishing. Wer sich im ersten Schritt für die Pressemeldungen interessiert. Zudem hat Gerd Bergmann im Druckfachmagazin Deutscher Drucker die Technikneuheiten recht gut zusammengefasst.

 

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